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Was nun?

Verfasst: Donnerstag 3. Juni 2010, 13:13
von Perrin Catheres
Perrin war melancholisch gestimmt. Einerseits war er froh über seine Entscheidung, die er getroffen hatte, doch andererseits war es auch traurig. Die Akademie war ein wichtiger Bestandteil seines Lebens gewesen bisher. Aber sie hatte sich verändert, niemand schien sie mehr für wichtig zu halten und so war er wohl besser dran, wieder seiner eigenen Wege mit Sarah zu gehen.

Er besann sich im Garten von Lameriast, was er denn nun zu tun gedenke. Wie immer kümmerte er sich, so gut er konnte, um die Tiere, sie zu pflegen. Dabei machte er eine Bekanntschaft mit zwei Menschen, Talii und Wil, ein junges Paar, die ihn ermutigten, doch die Taverne wieder aufzunehmen, da ein solches Lokal (zumindest ein gutes) noch in dieser Gegend fehlte.

Es war eine gute Idee und er wusste, auch Sarah würde das gefallen. Aber er wollte nicht nur eine Taverne führen, nein, er wollte auch wieder jagen und kämpfen gehen, er wollte alte Freunde wiedersehen. Sein Herz war betrübt über den Fortgang von Kyle und Hanna, doch konnte er dies nicht ändern. So blieb nurnoch Ana übrig. Lange hatte er sie schon nicht mehr gesehen, er war wirklich beschäftigt gewesen, merkte er nun. Er hatte nichtmal Zeit gefunden, Freunde zu besuchen und mit ihnen zu reden. So machte er sich auf nach Bajard und schickte einen Jungen los. Als jener mit der Antwort zurückkam, suchte er Sarah auf, der er am nächsten Morgen erzählte, dass er versuchte, alte Freunde wiederzufinden, da nun die Akademie weggefallen war.

Auch gedachte er daran, andere wieder anzuschreiben. Andreas, Aira, Siran, Amarys. Sie alle, außer Amarys, hatte er schon lange nicht mehr gesehen.

Verfasst: Montag 7. Juni 2010, 17:59
von Laina Celeste
Nachdem sie ein Jahr lang den Kontakt abgebrochen hatten, und Laina ihren Schüler Perrin an einem Abend wiedersah, strahlte sie regelrecht vor Freude.
Allerdings währte diese nur kurz, und schnell hatten sich ihre inneren Zweifel wieder gemeldet. Sie war sich unsicher, ob sie ihm anvertrauen sollte, was neuerdings in ihr vorging. Vielleicht hätte er sie aufmuntern können, wie er es damals oft tat, und dazu ermutigen, die kürzlich getroffenen Entscheidungen als richtig anzusehen.
Nicht nur die Tatsache, dass sie bald zu einem Teil der Schwestern Nyames gehören würde, auch weitere kürzliche Ereignisse ließen in ihr das Gefühl von erdrückendem Verantwortungsbewusstsein aufkommen.
Endlich hatte sie zwar ein festes Ziel vor Augen, konnte sich jedoch nicht von den pessimistischen, hemmenden Stimmen in ihrem Kopf trennen; die Enttäuschungen der letzten Tage waren mächtig, zogen stets die mentale Aufmerksamkeit der jungen Kriegerin unbarmherzig auf sich.

"Emily"; kein Tag verging ohne einen Gedanken an die junge Bäuerin aus der Handwerkszunft, die sie so eng ins Herz geschlossen hatte. Umso schwerer fiel es ihr, aufkommende Gefühle zu unterdrücken; sie schien unerreichbar - denn den Kampf um ihre Gunst hatte Laina jüngst aufgegeben.
"Hauptsache, sie ist glücklich", dachte sich die erfahrene Waffenmeisterin, spürte allerdings, wie es ihr von Tag zu Tag schwerer fiel, mit den Konsequenzen ihrer Opferbereitschaft zu leben; im gleichen Atemzug kamen Zweifel auf, dass jene friedliche Wahl die richtige war, und ob es zum eigenen Wohl sinnvoller gewesen wäre, den Kampf fortzusetzen.

Zurück an dem Abend mit Perrin an ihrer Seite, empfand sie den Anflug von Freude, während sie mit ihm scherzte, und sich den einen oder anderen Schnaps zu viel gönnte. Ihrer Übelkeit zum Trotz, rückte der Stolz in den Vordergrund, womit sie dem Schüler ihre Trinkfestigkeit demonstrieren wollte.
Dass sie durch die Wirkung des Alkohols zugleich von ihren negativen Zwangsgedanken abgelenkt wurde, kam ihr nur gelegen - dies jedoch verraten und damit für weitere Sorgen, seitens Perrin, die Verantworung tragen, wollte sie allerdings nicht.

Sie trank, und versuchte zu vergessen, im Stillen - wie so oft.