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Entschwunden...

Verfasst: Dienstag 18. Mai 2010, 15:10
von Adrian von Hohenfels
Der Morgen am Kloster war ruhig verblieben, abgesehen von jenem seltsamen weißen Hirsch, der ihn und Raindri gen der seltsamen Blutlachen geleitet hatte. Mochte man ihnen Irrsinn vorwerfen, doch die Führung des Hirschen schien so von diesem beabsichtigt. Man würde gewiss später hierzu Untersuchungen führen.

Heim wollte er reiten, als weiterhin alles ruhig verblieb, um zu späterer Stunde gen Kloster zurückzukehren. Noch tauschte er mit Raindri flappsige Bemerkungen aus, er würde sich schon zu wehren wissen. Hierin waren sich beide einig, am hellichten Tage. Hochmut, kommt vor dem Fall.
Würde man Stunden später, daheim nach ihm sehen wollen, da er offensichtlich nicht wiederkehrte, würde Thorwen wohl kundtun, dass seine Hoheit dort nicht eingetroffen sei.

Auch würden Erkundigungen bei der Stadtwache, sowie bei den nahen Höfen nichts ergeben. Möglicherweise mochte eine langwierigere Suche, die Rüstung und das Schwert seiner Hoheit auffinden lassen, nicht weit entfernt des Waldrandes, welchen man auf dem Weg gen Adoran durchqueren musste. Achtlos zurückgelassen offenbar, eben in ein nahes Gebüsch geworfen. Sollten Spuren bestanden haben, so dürfte der strömende Regen diese derweil gut verwischt haben.

Der Dunkle Diener

Verfasst: Dienstag 18. Mai 2010, 15:22
von Serad Mordaran
Dunkelheit war sein Pfad geworden und so war ihm der Auftrag des Letharen Befehl gewesen.. Besorge mir Eine von Temora gesegnete Nadel aus diamant.... Besorge mir Adrian unverletzt.. und vieles Mehr wurde gefordert. Die Nadel nun hatte er sich mühsamst erstritten durch Heuchellei und Schauspiel wie er es mit Tallent und Kenntniss beherschte. Doch nun wie kam er an den Rittersmann welcher hoch zu Ross sass

Spionage war das A und O den ohne Aufklärung läuft nichts und so war er an diesem Mittag rund ums Kloster auf erkundung gewesen. Einmal durch eine KReatur des Waldes gar wäre er beinahe erwischt worden doch entkam er gerade so.. diese elenden Ketzer waren schlicht überall und eines war sicher hier würde er ihn niemals bekommen.

Sich aufmachend überlegte er wie er seiner Habhaft werden konnte und tastete seine Habe dabei ab.. Die Hand führte über die kleine Tasche mit den Phiolen und ein Geistesblitz durchfuhr ihn. Das wars.. dies war die Idee nicht umsonnst war er ein Meister der Gifte. Eiligst beschafte er sich das nötige Gebäck und verabreichte der Teigware jene Substanz welcher er bedarf. Nun wartete er verkleidet im dunkel des Waldes mit viel Gedult auf des Heimweges des edelen Herrn. Sah er doch von weitem schon die abreise vorbereitungen. So der Alleine ihm treu war würde er ihn auf dem richtigen Pfad heimsenden durch des waldes Furt. NAch nicht alzu grosser weil begegnete sodann der Rittersmanne hoch zu Ross einem Armen Bettelsmann mit schwerer Stotterstörung seiner Sprache.. Mitleit die Schwäche der gläubigen Ketzer war es welche ihn in die Falle lockte und nun ward er entschwunden.. betäubt vom Gifte wehrlos ward er mitgenommen worden.. wer Weis wohin jene Reise gehen würde.

Nach der Übergabe dann wurde er zurückgesannt von einem der Letaren der besorgt war ob möglicher Spuren, zum einsammeln Jeglicher eben jener Dinge die zurückblieben und etwas verraten könnten.. schon bald wanderte am Ort des Geschehens ein Mann mitleren Alters von dannen samt sack für die vermeidliche Altmetallsamlung

Verfasst: Mittwoch 19. Mai 2010, 07:54
von Adrian von Hohenfels
Stundenläufe später....

Er liess sich auf der einfachen Liegestatt seiner Zelle zurücksinken, lauschte noch den sich entfernenden Schritten nach. Hohn und Spott jener Gestalt, dort noch eben an der Zellentür, hatten ihn wenig berührt. Es waren keine Worte gefallen, die er nicht genau auf diese Weise erwartet hätte, an diesem Ort. Die einkehrende Stille, schien ihm Gelegenheit zu geben, seine angespannte Aufmerksamkeit, ein wenig sinken zu lassen. Nachzusinnen über die Situation.

Er hatte keine Zweifel, dass er diesen Ort kaum mehr lebend würde verlassen können. Einzig ging es darum, was sie erfahren wollten und wie viel Kraft er investieren konnte, eben dieses Wissen nicht zu offenbaren. Wenn er sterben sollte, sollten sie wenigstens nicht auch noch in Zufriedenheit aus dieser Situation heraustreten.

Die Stille begann schon bald ihre ganz eigene Folter zu stricken, einzig aus der Tatsache heraus, über alles nachsinnen zu können, statt sich gegen äußere Einwirkungen zu wehren. Er durfte den Gefühlen von Sorge, auch Furcht und Bedauern nicht nachgeben. Hierin würde sich einzig eben genau jene Schwäche bilden, die sie für sich nutzen konnten.
Stattdessen konzentrierte er sich auf Hoffnungen. Widmete sich dem Suchen der Stärke, die er allein in den Gedanken um jene, deren Schutz ihm wie nichts anderes am Herzen lag, finden würde und musste.

Er lauschte den Bildern nach, die er in jenem seltsamen Zustand der Wehrlosigkeit hatte sehen müssen. Ein brennendes Menek'ur.. Ein Angriff auf das Kloster.. und immer die selben Fragen..

Was werdet ihr tun? Wer wird helfen? Welche Verteidigung ist vorhanden?

Diese und mehr.. und selbst in diesen verwirrenden Bildern hatte er begriffen, auf welche Weise auch immer. Er hatte sich konzentriert. Auf den Baum und das Gesicht jener, in der er über den festen Glauben an Temora selbst, den Halt finden konnte. War erwacht, einzig durch den Halt den der Gedanke an Darna ihm offenbarte.

Nein dieses mal hatte er niemanden verraten. In ihr würde er die Stärke finden.. in ihr und dem Wissen, dass sein Versagen sie und auch Aaryon in eine Gefahr brachte, die er niemals über sie bringen wollte. Einmal mehr, seit er hier verweilte, versank er in leise Gebete, bis die Müdigkeit schließlich doch überhand gewann.

Verfasst: Mittwoch 19. Mai 2010, 11:00
von Zur'Xeyl
Nach einem Tag der Meditation und geistigen Vorbereitung auf die schwierigste Aufgabe, die ihm der Erhabene Mory'Tael stellte, trat der Lethrixor in erstarktem Hass aus den Höhlen Leth'axorns, aufzufinden den Diener des Tempels, dem er bis auf die Entführung sämtliche Aufgaben übertrug, die er vom Erhabenen empfing. Würde dieser Mensch aufgrund der menschlichen Schwäche versagen, es wäre sein Todesurteil, gänzlich unnötig und dem Vater nicht dienend, er hätte versagt.

Als ihm der Diener sämtliches überreichte, was er verlangte war er sich bewusst, dieser Mann war nicht zu unterschätzen, so schwach sein Fleisch und Geist auch sein mag, seine Aufgaben erfüllte er tadellos. Gar vor der eigenen Weihung durch einen Geistlichen der geflügelten wich er nicht zurück, um ihm zu überreichen, was befohlen wurde. Fehlte nur noch die Entführung Adrian von Hohenfels, ohne dass ihm ein Kratzer zugefügt wurde. Einen Plan hatte der Lethrixor bisweilen Geschmiedet, doch um diesen Diener kam er auch hier nicht herum, er kannte keinen, der es schaffte, sich so nahtlos in die Reihen des feindes zu begeben.

Doch erstens kommt es anders, zweitens als man denkt! Der Diener übertraf sich selbst noch und lieferte Adrian bereits zuvor beim auserwählten Volke ab. Sämtliche Befürchtungen, der Erhabene könnte ihm aufgrund der vermasselten, genau vorgegebenen Reihenfolge der Aufgaben zürnen, waren umsonst. Der Erhabene nahm die befohlenen Gegenstände vom Lethrixoren entgegen und schien zufrieden mit seiner Arbeit. Er habe sich in Kürze vor den Altar zu begeben, sein Leben allein in die Hand des Vaters zu legen, auf dass dieser einmal mehr darüber befinden solle.

Kalt liess ihn diese Anweisung, denn es bedeutete nicht mehr, als das Leben eines Lethrixoren ausmachte, dem Vater zu dienen, auf dass wenigstens der Tod einen Sinn hatte. Sollte der Vater ihn nun seines Lebens berauben, so wäre dies kein Verlust, ein jeder Lethar ist ersetzlich.

Verfasst: Mittwoch 19. Mai 2010, 18:50
von Darna von Hohenfels
"Und immer wieder
in der dunklen Nacht,
wenn vor uns stehen,
die immer neu unserem Herzen fehlen -
Erinnerung erwacht..."


...an einen Fetzen Tuch und einen Leib in der Schlucht, nimmer geborgen und zurückgelassen. Nichts blieb mir von Sir Hagen als ein Fetzen Tuch, ein Stück vom Wappenrock. Daneben wird bald ein Stück durchgeschnittener Rüstriemen liegen, den wir im Wald von Adrian noch fanden?
Erinnerung erwacht, an den Abschied, die letzte Berührung: ein sachter Kuß auf die Beule am Kopf nach dem Scharmützel mit den Rabendienern. Das war immerhin mehr, als zu der Zeit, als Andrey ging und nicht mehr auftauchte. Erinnerung erwacht an Adrians Worte über Eileen und seine Träume, in denen sie von einer Flutwelle fortgerissen wurde: "Diesmal konnte ich mich wenigstens von ihr noch verabschieden."
Ich sehe deine silbernen Haare und deine blauen Augen. Was werde ich wiedersehen von dir? Erinnerung erwacht... einen Finger? Einen Siegelring? Deinen Kopf? Einen Brief? Überhaupt irgend etwas?
Erinnerung erwacht... es ist nicht Goldblatt, es ist nicht Varuna, es ist nicht das Südtor, aber ich stehe hinter einer Mauer und halte Wache. Halte Ausschau. Erinnerung erwacht... einmal brachten sie Adrian zurück - lebend. Anara brachten sie zurück - in einem Sarg. Andreys Kopf in einem Korb. Degenhard ermordet im Schloß. Nimmt die Liste kein Ende? Vermutlich erst mit mir - und nur für mich.

Ich muß Hoffnung haben. Hoffnung, daß er zurückkehrt. Dass wir ein Zeichen von ihm bekommen. Das hatten wir schon mal, nicht wahr? Andrey. Monatelanges hoffen müssen und nicht hoffen dürfen, weil es irgendwann zu sehr schmerzte. Ich stehe an der Mauer und warte... wie lange diesmal?
Hörst du mich? Ich bin bei dir. Ja, ich wünsch es wirklich, und weiß ich, wo du bist, komme ich zu dir. Ich bleib bei dir, in guten, in schlechten und in lausigen Zeiten. Wenn ich weiß, wo du bist... ich bin dir gefolgt, als sie dich in eine andere Sphäre verschleppten. Ich folgte dir, als sie dich nach Rahal brachten. Ja, ich würde es wirklich gern. Ob sie irgend etwas fordern werden? Dann muß ich Nein sagen. Ich muß es, du weißt es. Keine Erpressbarkeit. Ob das Scharmützel eine Art Test war? Wollten sie nicht mich, sondern dich? Haben dich die Rabendiener? Letharen? Rahal? Irgendwer sonst?
Sinnlose Fragen, während man hinter einer Mauer steht und wartet. Und sich an zu viel erinnert.

Verfasst: Donnerstag 20. Mai 2010, 16:56
von Rafael von Arganta
„Seine Hoheit ist entführt.“
Ein einfacher Satz doch so Schicksalsschwer das es Rafael für den Moment fast in die Knie gezwungen hatte .
Fassungslos blickte er Darna vor sich an.
In der Hoffnung sich verhört zu haben, fragte er mit einem heiseren „Wie bitte?!“ noch einmal nach doch die Paladina wiederholte nur ein Wort, das seinen schlimmsten Alptraum bestätigte. „Entführt.“
Dumpf, und düster hing dieses Wort in der Luft, lastete auf dem Kronritter, wie ein schweres Eisenkreuz das seine Schultern zu Boden zwang und seine Brust zusammenschnürte.
Darna ließ ihn stehen.

Das Gezanke und Gezicke der Mägde des Hauses mit seinen Leuten ignorierend ging er ihr mit schnellen Schritten nach holte sie ein.
Er selber war blass geworden. Tausende Gedanken und horrorartige Vorstellungen rasten durch sein Hirn, und am liebsten wäre er losgestürmt, egal wohin nur seinen Freund, seinen Bruder irgendwie zurückholend.
Seine eigene Furcht, Bedenken zurückstellend versuchte er Darna halt zu geben und hatte am Ende doch eher das Gefühl das sie ruhiger war als er selber.
Aber er kannte sie zu gut. Wahrscheinlich würde sie innerlich genauso beben wie er selber.
„Es wird alles Gut, wir holen ihn da heraus. Ich bin für dich da.“
Versprach er ihr in der Hoffnung das dem wirklich so sein würde, doch der Hauch des Zweifels blieb.
Fakt war er konnte nicht einfach warten. Nicht einfach Tatenlos herumstehen.
Sich von der Paladina verabschiedend, stürmte er aus dem Kloster.
Getrieben von Verzweifelung und hilfloser Wut, die er an irgendwem auszulassen gedachte.

Seine Leute hatten Probleme ihm zu folgen, als er nach Bajard ritt.
Saremus war der Erste der ihn traf der zu leiden hatte unter seiner eigenen Hilflosigkeit in dem Moment.
„Du kannst dich entscheiden ob ich dir den Rechten oder Linken Arm abschlage oder ob du mir zu Diensten bist.“ Fauchte er den Armen an, der natürlich nichts eiligeres zu tun hatte als ihm zu versichern das er natürlich helfen würde, bei was auch immer.
Zu dem Was kam man jedoch kaum noch da in dem Moment einer der Rahaler Gardisten gen Kutsche stieg.
In Rafael stieg die Hoffnung auf das man von diesem vielleicht einige Informationen bekommen konnte und so befahl er seinen Leuten ihn fest zu nehmen, doch der Mann floh direkt in den nahen Wald und entkam noch bevor man seiner Habhaft werden konnte.
Weiter in Bajard wurde man jedoch eines Lohnenderes Zieles angesichtich.
Der Burgherr Kazkhal Deslon.
Dem Ritter ließ man keine Chance mehr zu entkommen. Und so überführte man ihn nach einigen Fragen in die Kerker von Adoran.
Für diesen Tag vermochte man wirklich nichts mehr zu Unternehmen, und so kehrte man in die Adlerfestung zurück.
Hier erfuhr man von dem Angriff der Letharen die erst die Festung angriffen und dann später noch das Kloster.
Hatten sie ihre Hände im Spiel bei Adrian?
Oder hatte er sie einfach nur aufgestachelt?
Ob er je eine Antwort darauf bekommen würde?

Die Angst um seinen Freund schnürte ihm die Kehle zu, und nicht einmal Rahel schaffte es ihn zu beruhigen.
Und so fand er in dieser Nacht keinen Schlaf.
Unruhig auf und ab schreitend, durchmass er den Versammlungsraum wohl dutzende Male, wobei er versuchte sich nicht aus zu malen welche Qualen sein Freund gerade durchlebte.
„Halte bloß durch, hörst du?!“
Wisperte er zu sich selber aber innständig als hätte er Hoffnung Adrian würde ihn hören können.
„Ich hole dich da heraus, koste es was es wolle, und selbst wäre es mein Leben.
Temora hörst du? Hilft ihm steh ihm bei, Gib ihm Kraft.“
Er ballte die Hand zur Faust schlug damit gegen das Wandschild.
Denn was noch schlimmer war als die Tatsche der Entführung selber, war die Hilflosigkeit zu der man verdammt war.
Ein Strohhalm ... eine Spur...
Es musste doch irgendetwas geben.
„Von Bruder zu Bruder der Deine bis in den Tot!!“
Müde und verzweifelt wiederholte er so den gemeinsamen Schwur, bevor er erneut sein Pferd satteln ging und das einzigste tat was im Moment sinnvoll war.
Er ritt ins Kloster und betete.

Verfasst: Freitag 21. Mai 2010, 10:09
von Adrian von Hohenfels
Ein ums andere Mal, würden sich die Letharen, die ihn in seiner Zelle beobachteten, in dieser dritten Nacht von wahrem Vergnügen wohl sprechen können. In den wenigen Momenten, da er schlief, wälzte er sich unruhig umher. Wirre Träume, liessen ihn mehrfach mit einem Schrei auffahren. Es konnte nicht stimmen, durfte nicht stimmen! Was von dem Gesprochenen war wahr? Was von dem Gesehenen? War alles gelogen? Oder war er es selbst, der sich seit Jahren belog? Wusste er wirklich so genau, wer er er eigentlich war?

All diese Behauptungen, er wäre es, der Anara ihrem Schicksal ausgeliefert hatte. Hierzu noch Varunas Sturz verschuldet hatte, und so viele Schicksale mehr... Nein sein Herz wollte dies nicht glauben. Zu viel Bedeutung lag ihm an allem, was er angeblich verraten haben sollte. Doch sein Nichtglauben hieran, änderte nichts an jenem anderen, dass er verloren hatte. Er hatte Rafael erkannt, es war sein abgetrennter Kopf, dem man ihm vorgehalten hatte. Und auch Darna schien verloren. Alles in ihm schrie, dass sie stark sei, bestehen würde. Er wollte nicht glauben, dass sie jenen in die Hände gefallen sei. Und doch konnte er deren Behauptung, ihrer habhaft geworden zu sein nicht widerlegen. So sehr sein Herz ihn auch anderes glauben und hoffen lassen wollte.

Er suchte schließlich keinen weiteren Schlaf mehr. Der Rest der Nacht verging, während man erneut leise Gebete gen Temora aus der Zelle vernahm, ein stetes Flehen um Erkenntnis der Wahrheit und um Gewährung neuer Stärke.

Verfasst: Freitag 21. Mai 2010, 13:34
von Serad Mordaran
Dunkelheit war es welche ihn beauftragt hatte in Form des erleuchteten Grossletharen. Man hatte die Ehre sich im Anliz dieses dem Alleinen nahen Wesens zu wälzen ohne das er einen gleich verbrannte. Sich dieser Ehre bewust sein war es eine noch grössere ihm zu diensten sein zu dürfen. Eilends hatte er alles besorgt was der erleuchtete benötigte und so wartete er sammt Beutel und Präperriertem Werkzeug gebeugt auf einem Knie hinter des Erhabenen Stuhls von welchem aus er den Gast empfangen würde.

Er sollte berichten wenn der Gast lüge und ab einer bestimmten Phase solle er helfen das Verhöhr zu gestallten nach des Alleinen willen welcher der Erhabene mit sich führte. So wartete er im Schatten des Mory'taels auf das Zeichen das schnippen der Finger welches sodann alsbald erklang.. Ein Röhrchen hervorziehend wärend er so tat als wolle er nur vorbei schreiten weg von den sprechenden, näherte er sich dem Rücken des Grafen. Die Substanz in jenem Röhrchen war wohl Gewählt aus seinem Arsenal an Giften. Die getrocknete schleimhaut eines Urwaldfrosches nebst dem fein zerstäubten Fasern von Wildkraut. Eine übele Mischung welche jene die es einathmeten in eine art Trance oder eine art leichtem Rauschzustand befördern konnte und empfänglich machte für bestimmte Dinge.

Mit leisem Hauch Pustete er das Haluzinogen in des Grafen Athemrichtung als kleine Graue Wolke welche sich ihm näherte so plötzlich das die Arme Seele gezwungen war zu athmen ohne reagieren zu können. Aufspringende Schläge waren von des Grafen Seite her die Reaktion worauf er eilends kriechend in Deckung ging. Sofort im Schutze des Schattens des erhabenen bereitete er die zweite Phase vor.. Im Beutel bei sich hatte er etwas was dem Kunsthandwerk seiner Zunft entsprungen war. Einen Kopf eines Mannes welcher zu seinem Leidwesen die selbe Haarfarbe hatte wie ein bekannter Rittersmann.. Jener Umstand welcher dazu führte das der Bettler einen schnellen Tot fand damit man seine Möglichkeiten ausschöpfen konnte. Mit Schminke und den ihm gegebenen mitteln präparierte er jenen Kopf des armen Teufels so das er aussah wie er aussehen musste nach des Willen des erhabenen. Auf das Zeichen wartend nun hielt er sich berreit lauernd.

Das Zweite Zeichen folgte sodann als das Haluzinogen langsam seinen Gipfelpunkt erreichte und den Adeligen Gast in Unsicherheit und verwirrtheit führte. Jene Phase war es welche man abgewartet hatte und sodann wurde ihm der Kopf aus Gaunerhand Präperriert vorgeführt.. Der Kopf seines vermeidlich besten Freundes.. Rafael von Arganta. Durch Magie sorgte der Grosslethar dafür das die Augen der gut erstellten Atrappe leicht leuchteten und lies alles in einem für das Auge ungünstigen Licht erscheinen um die Illusion zu untermahlen. Keuchend gar stolpernd rang der Graf mit den Tränen und warf seinen Geist in tiefe unsicherheit. Den Kopf entsorgend entbrannte ein Übeles Spiel mit em Herzen und dem Willen des Adelsmannes. Ein Spiel welchem er sich Tapfer wehrte soviel stand fest. Die Frage war wie lange würde er sich wehren können und welche Präperrierten Beweise brauchte es bis er brechen würde.. eine Frage welche sicherlich bald beantwortung findet soviel stand für den dunkelen Diener fest.

Verfasst: Samstag 22. Mai 2010, 16:25
von Darna von Hohenfels
Ein Dämon im Kloster

„Einen Paladin kann man nicht anlügen, er merkt das! Sie können wie die Göttin in die Herzen der Menschen sehen!“ - das war in einigen Landecken wohl Aberglaube, doch sie traute tatsächlich dem alten Pilger schon nicht mehr, als er es zum zweiten Mal mit Fragen hinauszögerte, die Kirche betreten zu müssen. Ein armer Pilger, ja sicher... mit verzierten Stiefeln aus Drachenschuppen. Das nächste Stutzen kam, als er vor ihr niederkniete und unbeholfen seinen Respekt zu bekunden suchte: „G-Gnädige... Erhabene...“
Erhabene?
Ein Titel, der im Reich sicher nicht geläufig war. Aber sie wusste, wo stattdessen.
„Ein Augenblick des Gebets vor der H-Herrin T-T-T...vor Herrin wäre alles, was diese alte Seele... verlangt, Lady.“
“Na, bekommen wir das Wort 'Temora' nicht über die Lippen, alter Mann?“, lautete der argwöhnische Kommentar in ihrem Hinterstübchen, „Genauso, wie du es nicht wagst, mir auch mal direkt in die Augen zu sehen, hm? Verlogene Bande...“
Sie log nicht – sie wich nur mit einer Gegenfrage aus, als er sich danach erkundigte, was sie mit „Herz des Klosters“ gemeint habe. Sie sagte nicht, was das Kloster beschädigt hatte, betonte nur wahrheitsgemäß, daß es lediglich weltliche Randgebäude waren.

Er wagte es – freundlich von ihr und Savea dazu getrieben – die Kirche des Klosters der ritterlichen Göttin zu betreten, und spätestens, als die Türen sich schlossen, war Darna sich gewiß, daß er sie nicht lebend wieder verlassen würde.
„Der Altar ist direkt voraus...“, meinte sie noch freundlich, während der Alte zunehmend Probleme zu bekommen schien, arglose Geister hätten gerade einen Schwächeanfall bei ihm vermutet – doch als er auch noch aufschrie, nachdem seine Hand im Stolpern sich an den heiligen Säulen abgestützt hatten, war sie all dessen überdrüssig: „Oder wollt Ihr das Possenspiel im Angesicht der Herrin von Ehre und Wahrheit endlich aufgeben? „
Kalten Blickes verfolgte sie, wie die hager wirkende Gestalt sich weiter zur Mitte der Halle kämpfte. Die Herrin selber schien bereits nicht erfreut über seine Anwesenheit, wie ein Sturmwind pfiff es aus unsichtbarer Quelle durch den Kirchensaal und ließ die Feuer flackern. Der Verdacht „Lethar“ verdichtete sich immer mehr.

[img]http://img39.imageshack.us/img39/1943/dmonenkampf1.jpg[/img]

„Ich muß mich bei Euch bedanken, guter Mann... vermute ich“, meinte sie gedehnt, während sie näher zu ihm schritt, darauf gierte, ihm den Arm auf den Rücken zu drehen und ihn wie einen Verbrecher, der er war, auf dem Boden festzuhalten.
„Bedanken?“, kippte die zuvor brüchige Stimme endgültig und ließ die wenigen Silben vom Hass von Dekaden durchflutet klingen. Ja, ein Lethar.
„Ja... Wisst Ihr, vorhin haben wir noch überlegt, wie wir es hin bekommen, einen Letharen einzeln in Gewahrsam zu nehmen, es schien kompliziert - und nun kommt einer ganz von selbst.“
Was aber hatte ihn hier her getrieben? Leichtsinn? Wunsch nach Selbstmord? Oder würde dieser Lethar tatsächlich in der Lage sein, Schaden auf diesem Boden anzurichten?

Gleißendes Licht durchströmte für einen Lidschlag die Halle, als ihre Hand den Griff ihres Schwertes umschloss. Er wagte es, seine verdorbene Sprache an diesem Ort erklingen zu lassen, und prompt ließ sie ihre eigene Stimme laut und klar durch das Gewölbe schallen:
„Herrin, siehe! Dieses Kind der Vergifter wagte es in Leichtsinn und Überheblichkeit, deinen Boden zu betreten, heilige ritterlichste Streiterin! Lüge brachte er in dein Haus!“
“Vernichte ihn, Herrin!“, hätte sie am liebsten hinterher geschrien, doch sie riß sich am Riemen. Es würde schon auch ihrer eigenen Taten und Kraft bedürfen, immerhin waren Savea und sie hier, die sich wie mittlerweile seit Wochen dem Schutz des Klosters verschrieben hatten. Und jetzt wagte ein Lethar es, hier einzudringen...
Er war... in der Lage, sich hier in einen ausgewachsenen Dämon zu verwandeln!
Und welche Letharen sowas beherrschten, soviel wusste sie inzwischen: ein Erzlethyr. Ein Erzlethyr, hier! So gewiß sie sich ihres Sieges war, weil dies hier alles, aber nicht sein Revier war, so sehr war ihr klar, daß das hier eine ernste Bedrohung darstellte. Nicht nur für sie oder Savea. Oder Shaya, die gerade an der Tür stehend scharf die Luft einzog, während Darna, von dem sich aufbäumenden Körper zurückgestoßen, die Klinge noch in einem ungezielten Hieb schräg über seinen Rücken zog. Ein unbändiger Schrei erklang, als die Waffe zum ersten Mal sein Fleisch durchschnitt. Savea hatte einen Moment genutzt und ihm die Asche, die sie zur Vorsicht gegen die versteinernde Dämonin mit sich führte, in die Augenhöhlen geschleudert, als in diesen kurz giftgrüne Flämmchen zu tanzen schienen. Der Dämon spürte, wie er zunehmend unter Druck geriet, doch suchte er sie alle noch einzuschüchtern und donnerte ihr seine Verachtung entgegen:
„WARUM STELLT DU DICH GEGEN MICH, NÄRRIN?“
„Nicht ich allein... Temora strafe dich!“, schleuderte sie ihm ihren Zorn zurück.

[img]http://img338.imageshack.us/img338/8475/dmonenkampf2.jpg[/img]

Mit jedem Vorstoß, den sie wagte, begleiteten Windböen ihre Hiebe, als geselle die Herrin selbst ihren Schlägen weitere Wucht hinzu. In Überraschung und Schmerz schrie der Dämon auf, als er nach einem Hieb dieser winzigen Waffe, die wie ein vorwitziges Insekt nach ihm stach, wie von der Faust eines Riesen getroffen zwei Schritt zurück geschleudert wurde. Sie selber wurde durch des Dämons Gegenwehr getroffen, zurückgeworfen, ihr blieb die Luft kurz weg und spürte doch, wie vertraut sogleich es innerhalb ihrer Rüstung aufleuchtete und der aufkeimende Schmerz nachließ.
„Du bist hier verloren...“, grollte sie dem Dämon entgegen, „Du hast hier verloren!“
Doch so leicht war der Kampf leider nicht vorbei. Savea tat ihr Bestes, hier ohne Waffe tätig zu werden und warf eine Fackel nach den Flügeln des Dämons – doch sie prallte zunächst nur einfach an ihm ab und fiel auf den Teppich. Teppich... Für einen Moment drohte Panik in Darna aufzukeimen, als sich ihr das Bild aufdrängte, gegen diesen Dämon in einer lichterloh brennenden Kirche kämpfen zu müssen. Hier waren überall Kerzen, Fackeln, Feuerschalen... “Götter, steht mir bei!“
Doch Temora schien nichts als den Dämon brennen sehen zu wollen: Von dem Wind, der die ganze Zeit durch die Halle fegte, angefacht, zeigte Saveas Fackel plötzlich doch an der Stelle, wo sie den Flügel getroffen hatte, eine Hinterlassenschaft in Form einer Stichflamme, und erneut waren schmerzerfüllte Schreie der Kreatur zu vernehmen, als seine Flügel zu brennen anfingen. Darna kostete es Überwindung, sich erneut auf dieses flammende Etwas zu stürzen und doch stürmte sie wie in einem Rausch gefangen vor, ein:
„FÜR GELMIR ANCALIME!“ fanatisch auf den Lippen und ihr Schwert tödliche Bögen beschreiben lassend. Eine seiner Krallen wurde von der Klinge abgetrennt und flog zunächst unbeachtet in hohem Bogen durch die Halle.
Im sich weiter entspinnenden Kampf kassierte der Dämon Treffer um Treffer ein und verteilte ölig-schwarzes Blut über den Boden, während die Paladina, wenn getroffen, von der Göttin Macht sofort geheilt wurde und wie ein blutgieriger Terrier immer wieder vorhechtete, nach Lücken in seiner Deckung suchte und ihm Gebetsverse entgegenschleuderte.

Welch Rausch...
Die ganze Wut der vergangenen Wochen entlud sich in dem Wissen, hier jemanden im Visier zu haben, der es verdiente, und wie. Die Göttin war mit ihr. Sie würde diesen widerlichen Bastard zerfleischen und seinen Leib in Stücken hier raus treten! Zu der tiefsten Vertrautheit von klerikaler Selbstsicherheit, die sie hier durchströmte, gesellte sich eine andere Note...

„LASS... LASS MICH GEHEN!“, brüllte die Kreatur, in der sonst hasstriefenden Stimme auch ein nicht unbeträchtliches Maß an Frustration und Schmerz, „DANN WERDE ICH DEINE WELPEN VERSCHONEN.“
“Meine Welpen? Welpen?! Du wagst es, meinen Kindern zu drohen? Und als wären es mehrere! Du hast doch keinen Schimmer!“
„Du Frevler verlässt diesen Ort mit den Füßen voran! Ahnungsloser! Von wegen Welpen!“
Der glühende Zorn in ihr gewann eine andere Qualität – eine Flamme, eine kleine... aus blankem Hass. “Ihr wollt uns alle auslöschen. Töten! Ihr habt Adrian!“, fraß die Flamme an dem in ihr vorhandenen Nährboden.

Währenddessen erlebte der Dämon immer mehr die Grenzen seiner Macht hier: Zauber, die er zu wirken wünschte, klappten nicht und früher, als er es sich wohl gewünscht hätte, begann die Dämonengestalt seines Körpers zu schwinden. „Nein... nein, nicht jetzt!“, drang es ächzend über seine Lippen, als er sich der Verwandlung gewahr wurde. Das Schwert hatte just höher, auf einen voluminöseren Körper gezielt, als der Lethyr für wenige Momente in humanoider Gestalt vor ihr stand und zog ihm im wahrsten Sinne des Wortes einen Scheitel, ein paar Haare rieselten zu Boden. Dann begann sich der Körper erneut in widernatürlicher Weise wie ein Haufen Gummi zu dehnen und und verändern – doch er erlangte die vorige Größe und Urgewalt nicht. Ein kleineres Abbild des vorigen Dämons, etwa in Gargylengröße stand bald darauf vor ihr und versuchte zunehmend panisch und dem Tode näher als dem Leben, eine Fluchtmöglichkeit zu finden.
Er begann, die steinernen Mauern hoch zu klettern – zu den mannshohen Fenstern! “Nein! NEIN! DU ENTKOMMST MIR DIESMAL NICHT!“, überflutete sie eine weitere Welle von Hass und sie holte mit dem Arm weit nach hinten aus, riß ihn nach vorne, ließ los... das Schwert sauste auf den Gargylendämon zu, als dieser just, durch das Fenster ausgerechnet auf den Baum des Lichtes blickend, halb wahnsinnig kreischend vor Schmerz zu Boden stürzte – die Klinge krachte gegen die Wand, wo er soeben noch gewesen war. Doch die Waffe fiel nicht zu Boden... wie ein Bumerang segelte sie durch die Luft zurück zu ihr, verharrte goldblau schimmernd einen Lidschlag schwebend, bis die gepanzerte Hand erneut den von dünner Kette umwickelten Griff umschloß.

Der Lethyr floh, panisch nun durch die Halle zur gegenüberliegenden Wand krabbelnd und dabei erneut mit seinem Blut den Boden besudelnd. Sie setzte ihm nach, brüllend, die Stimme bald überschnappend vor Zorn:
„Diesmal entkommst du mir nicht! Sag, wo Adrian ist, oder ich lese es aus deinen Innereien!“
„Adrian wird die Kerker meines Volkes niemals verlassen...!“, kreischte die Gargyle, während sie sich wankend aufrappelte und ihre Klauen in Ritzen des Mauerwerkes schlug, um sich darin zum nächsten Fenster hochzuziehen.
„Duuuu...“, entkam es ihrer Kehle nur noch grollend, ehe sie selber mit einem bestialisch anmutenden Aufschrei hinter ihm her hechtete und hochsprang, um der Kreatur noch eins überzubraten. Sie schien kaum mehr bei Sinnen: „ICH REISS EUREN UNTERSCHLUPF IN STÜCKE!“
„Er gehört uns, uns!“

Keuchend kam Taridan in die Kirche geschwankt... blutend, die Schulter von einem Preceps durchbohrt. Kaum wissend, was hier vor sich ging, wusste er dennoch, was hier Freund, und was Feind sein würde. „Elende Kreatur“, stieß er aus und streckte die Hand nach vorne: „Oh Herrin des Lichtes, sende gleissend deine Kraft hernieder auf jenes Wesen und brenne es aus dem Gemäuer deines Hortes des Glaubens!“ Ein Lichtblitz fuhr auf die Gargyle nieder, die ganze Kirche bebte inzwischen, als drohe das Gemäuer bald einzustürzen oder den Zorn der Herrin höchstselbst in die Welt zu rufen... kreischend stürzte der Geflügelte durch das splitternde Fenster nach draußen und schaffte es gerade noch, halbwegs auf den Füßen zu landen, als er schon wie ein Tier auf der Treibjagd die nächste Klosterwache mit schweren Schritten auf sich zustürmen sah.
Aus der Kirche rannten und schwankten die Zurückgelassenen, um ihn draußen weiter zu verfolgen, doch als sie hinter der Kirche ankamen, hatte der Lethyr sich bereits auf eines der Dächer gerettet.
Taridan begann, in weiteren Litaneien göttliches Strafgericht auf den Verfolgten herab zu beschwören, dicht schrammte der Lethyr am Tod vorbei, dadurch daß er instinktiv noch einen schwachen Schutzzauber wob... der Blitz schien vom Kloster selbst verstärkt zu werden und sein Schutz schmolz wie Butter in der Sonne, rettete ihm aber das Leben. Gepeinigt und getrieben kletterte er weiter, seine Klauen fuhren kreischend über das Schieferdach. Darna sah in hilflosem Zorn ihm nach, setzte ein weiteres Mal an, ihm ihre Waffe nach zu schleudern – doch zögerte. Keinen Herzschlag später sah sie mit geweiteten Augen, wie die Klinge ein weiteres Mal aufleuchtete, gleißend hell blau und golden... sie sah auf die Waffe, sah auf den Flüchtenden...
„HERRIN, FÜHRE MEIN SCHWERT!“ - sie schickte es ein weiteres Mal auf die Reise, und von einer heftigen Windböe geleitet und getrieben raste das Schwert mit der Spitze voran auf den Leib des Gargylen zu.
Er schrie auf, als es sich tief in seinen linken Oberschenkel grub und stürzte vornüber vom Dach in den dahinter liegenden Klostergarten, riß sich die Waffe dort mit zitternden Händen aus dem Bein.
“Er ist immer noch nicht tot! Herrin, ICH HASSE SIE! Ich hasse sie! Ich hasse...“ Ächzend drang ein Fetzen Vernunft durch ihre vernebelten Sinne. Nein. Nein! Zittrig sackte sie in die Knie, ohne ihren Gegner weiter zu verfolgen. Taridan stützte sich neben ihr schwer gegen die Mauern und versuchte unverdrossen ihr durch Gebet weitere Kraft zu geben, selber weiter blutend, doch ein Teil der Kraft, die sie durchströmen wollte, versickerte ohne Nachhall und Wirkung in ein Loch ihrer eigenen erschütterten Selbstüberzeugung: „Ich bin es nicht wert. Gütige, ich hasse...“
Wie ein Spiegel ihres eigenen Selbst offenbarte die sonst so umfassend schützende Rüstung gläsern durchsichtige Stellen, die wie Löcher im Panzer wirkten. Der adlerkopfförmige Helm löste sich zähfließend auf und offenbarte ein schweißnasses, bleiches Antlitz.

Es brauchte Stunden, bis sie zur Ruhe kam. Stunden der Einkehr vor dem Baum des Lichtes, dem sie auf beiden Knien ruhend ihr Fehlen beichtend eingestand:
„Herrin, vergib mir, denn ich betrat den Pfad, der zu deinem Bruder führt...
Ich habe... ich habe den Pfad der Gerechtigkeit verlassen und auf Rache gesinnt.
Ich habe den Pfad wahrer Aufopferung verlassen, denn mein Leben war mir völlig egal und wertlos.
Ich habe den Pfad der Geistigkeit verlassen, denn ich habe allen Verstand fahren lassen.
Ich habe den Pfad der Ehre verlassen, denn ich wollte... seinen Körper nur noch zerreißen.
Ich habe den Pfad des Mitgefühls verlassen, denn was dabei mit anderen geschieht, war mir gleich.
Ich habe den Pfad der Tapferkeit verlassen, denn ich wurde leichtsinnig.
Ich habe den Pfad der Demut verlassen, denn ich berauschte mich an meiner Siegesgewissheit.
Herrin, vergib mir... Ich will tun, was du mir auferlegst, ich möchte dir dienen wie eh und je, es tut mir leid...“

Einzig eine andere Bitte als diese verließ ihre Lippen, bevor sie es endlich wagte, sich wieder zu erheben:
„Adrian...
Halt aus.“

Verfasst: Sonntag 23. Mai 2010, 16:36
von Syrr'ael
Lektion in Schmerz

"Einer Schlange den Kopf abschlagen", welch' geflügelter Ausdruck für eine Strategie die fast so alt war wie die Welt selbst: reiß einem Leib das Herz aus der Brust, und du ersparst dir das lästige Abgehacke von Gliedmaßen und langem Todeskampf, der mit dem Blutverlust mit einhergeht.

Die Idee war so simpel wie größenwahnsinnig: das Heiligtum der Temorakirche selbst betreten, um dort mit einem Sturm aus Blut und Asche ein Zeichen zu setzen: dass selbst das Zentrum des Ketzerglaubens nicht vor dem Pantherfürsten und seinen Dienern sicher war.
Das spirituelle Herz aus dem Leib der Hoffnung reißen und den Ketzern verschlungen und ausgespuckt vor die Füße spucken...

...ja, dies war ungefähr der Plan, als der Erzlethyr in Körper und Gewand verkleidet vor die Tore des Klosters trat und mit zittriger Stimme um Einlass bat, um für ein Leben voller Sünde Buße zu tun.

Tatsächlich entwickelte es sich exzellent, als nach kurzem Wortwechsel mit einer Ketzerin das schwere Tor der Außenmauer aufschwang und den Weg ins Innere freigab, wie ein Schild, der bewusst gesenkt wurde um den Weg für den Dolchstoß freizugeben.

"Elbenau...", oder wie auch immer sich diese Ketzerin nun schimpfen mochte.
Wie ein personifiziertes Strafgericht trat sie vor ihn um den "armen Sünder" persönlich im Kloster willkommen zu heißen, und ab diesem Zeitpunkt ging irgendwie alles den Bach hinunter.

Hatte er ursprünglich geplant nach dem Eindringen ruhig und unauffällig die Wachen zu töten um dann Kirche und widerlichen Baum von Feuer verschlingen zu lassen, so wurde er nun von Zögern und Hadern erfüllt.
Auch wenn niemand der Macht eines Vergifters gewachsen war, so war eine Paladina dennoch kein zu unterschätzender Gegner. Sie schnell, geschweige unauffällig auszuschalten traute selbst er sich nicht zu - am wenigsten hier an diesem Ort und so ließ er sich wie ein Schaf ins Innere der Kirche treiben, während er in Gedanken noch nach einer eleganten Möglichkeit suchte, die Paladina, die ihm wie ein Bluthund ins Innere folgte, los zu werden.

Er hatte sich verschätzt.

Dies war der Gedanke, als er das Innere der Kirche betrat. Das Netz der Disharmonie, das sonst an nahezu jedem Ort der Welt vertrauter Begleiter war, existierte an diesem Ort nicht.
Nun, nein, es fehlte nicht vollständig, aber das derart starke Fehlen einer Struktur, die er selbst wie andere die Luft zum Atmen brauchte, riss ihn völlig aus dem Gleichgewicht und er spürte wie ihn Schwäche zu übermannen drohte, als er so drastisch vom beruhigenden Flüstern Vaters getrennt wurde.
Die Worte der Paladina trafen ihn wie Nadelstiche,
"Oder wollt Ihr das Possenspiel im Angesicht der Herrin von Ehre und Wahrheit endlich aufgeben?"

Nein...nein, das konnte nicht sein, durfte nicht sein! Nicht so knapp vor dem Ziel, nicht wie ein Lamm zur Schlachtbank. Er stolperte nach Vorn, spürte wie sein Leib auf den Boden stürzte und vom schweren, stählernen Leib der Paladina fixiert wurde, während sein Geist ins Innere floh. Es gab hier Disharmonie, es gab sie hier wie an fast jedem Ort. Schwach, für einen Laien seiner erhabenen Kunst kaum wahrnehmbar, schimmerte es verstohlen wie einzelne Staubkörnchen auf sonst makellosen weißen Marmor.
Er musste nur danach greifen, die wenige Macht, die hier verblieben war fokusieren, musste...

...und endlich explodierte sein Körper in einer fleischgewordenen Wolke aus Muskeln und Klauen, erhob sich neu in der verdrehten Vorstellung eines wahnsinnigen Geists.
Dennoch, dies hier war nicht sein Revier, dies war ein Ort, der seinem ganzen Sein so grundsätzlich widersprach wie Feuer und Wasser.
Anfangs fasste er noch Vertrauen in die überlegene, titanenhafte Kraft seiner Gestalt, aber dieser Ort, die verfluchte unheilige Macht des Adlergötzen zehrte mit jedem Herzschlag an seiner Essenz.

Irgendwann spritzte dunkles, öliges Blut auf den Boden - sein Blut - und mit dem Schmerz kam die Frustration. Er durfte hier nicht scheitern, durfte hier nicht einen sinnlosen Tod sterben!
Als dann - viel früher als erwartet, ZU früh! - die Dämonengestalt zu kolabieren drohte, stieg Panik in ihm hoch. Manipulationen der Disharmonie, die ihm früher so leicht wie das Formulieren eines Gedanken fielen, gelangen hier nicht - wenn er seine Gestalt verlieren würde, wäre er hilflos und damit so gut wie tot, daran ließ das gierig zuckende Schwert der Paladina keinen Zweifel.
Mit einer letzten Kraftanstrengung, deren Mobilisierung er direkt aus der Essenz seines eigenen Fleisches zog, gelang es ihm die Gestalt immerhin kleiner in Form einer Gargyle zu bewahren und ab nun galt jeder Gedanke der Flucht und instinktiv schrie er kreischend eine Erwiderung auf irgendwelche Worte der Paladina.

Klauen kratzten über Stein als er die Mauer zum Fenster emporkletterte und nach draußen in den Innenhof der Klosteranlage stürzte. So sehr er sich nur einen Herzschlag lang eine Atempause gewünscht hätte - die heranstürmenden Wachen ließen keinen Zweifel, dass es zum Abendmahl feingehacktes Letharenfleisch geben würde, würde er es auch nur versuchen.
Rasend vor Schmerz und Panik kletterte die Gargyle auf das Dach eines der Außengebäude - ein Blitz, genährt von der unheiligen Macht der Ketzergöttin, durchschlug einen instinktiv gewobenen Schutzzauber und ließ die Muskeln hart wie Stein verkrampfen.
"Beweg' dich, verdammt nochmal, beweg dich!".
Die Muskeln lockerten sich, zumindest genug um weiter auf allen Vieren wie ein Tier das Dach entlang zu laufen.

Gerade als er in den kleinen Garten vor der Außenmauer springen wollte, flog wie ein Blitz aus flüssigem Feuer das Schwert der Paladina heran und fraß sich hungrig in den Oberschenkel der Gargyle.
'Hatten sie denn niemals genug?!'
Schmerz fraß sich wie flüssiges Feuer durch seine Venen, als er das Schwert kraftlos aus dem blauschwarzen Fleisch der Gargyle zog - süßer, feuriger Schmerz der ihm zeigte dass er noch am Leben war und den er wie einen alten Freund begrüßte.
Trotzdem tat es erbärmlich weh und insgeheim mutmaßte er, dass es nur der hier draußen erstarkenden Disharmonie zu verdanken war, dass ihn der Blutverlust noch nicht das Leben gekostet hatte.
Irgendwie schaffte er es sich kraftlos über die letzte Außenmauer zu ziehen und halb tot wie ein geprügelter Hund in den nahen Wald zu humpeln, wo er sich ins Gras fallen ließ und die nächsten Minuten im Versuch verbrachte, nicht ohnmächtig zu werden und die gröbsten Wunden mittels Magie zu schließen.


Er hatte die Macht dieses Ortes unterschätzt, war sich seiner eigenen Kraft und Überlegenheit zu sicher gewesen und hatte Fehler begangen, die ihm fast das Leben gekostet hätten. Vielleicht war das ganze aber dennoch nicht umsonst gewesen, denn der Anblick eines ausgewachsenen Vergifterdämons war bestimmt etwas, das die Ketzer nicht so schnell vergessen würden.
Wüsste er nur, was er der verfluchten Paladina zugerufen hatte, als er als Gargyle durch das Fenster geflohen war.

Bestimmt war es aber nicht weiter wichtig...

Verfasst: Sonntag 23. Mai 2010, 20:32
von Adrian von Hohenfels
Etwas war anders. Diese Gestalt, sie war nicht der erste Besucher, der sich dieser Tage bemühte ihn mit Worten und Taten zu quälen. Es war, als spürte er, dass es dieses mal nicht hierum ging. Die Worte offenbarten das Befürchtete. Er sollte heraustreten. War es soweit? Hatten sie genug von ihren Versuchen, ihn zu verwirren? War es der letzte Gang, den er die ganze Zeit erwartet hatte und von dem er sich schwor ihn wenigstens aufrecht zu vollziehen?

Die Klinge, nahe seines Halses, ging es hier und dorthin, durch die Höhlen. Seine Beine waren ermattet, nachdem die Gestalt ihm unter Zwang, einen Trank eingeflöst hatte. Er konnte gehen, an Fortrennen wäre im Leben nicht zu denken. Manches mal eckte er irgendwo an, es kümmerte ihn kaum. Seine Gedanken richteten sich auf das Kommende. Was würde geschehen? Nur ein wenig Einblick..! Kurz darauf wünschte er sich, er würde diesen nicht bekommen, sah man was die Gerätschaften, die sie passierten, an "Nettigkeiten" aufzuwarten wussten. Leichte Tode, würde man an diesem Ort gewiss nicht finden. Er wandte den Blick ab. Besser nicht darüber nachsinnen, in Kürze so zu enden, wie es hier offenbar manchem beschieden war. Man verweilte nicht. Offenbar war dies nicht das Ziel der Höhlenwanderung. Beinah wollte er etwas Erleichterung zulassen. Aber gewiss wäre dies an eben diesem Orte das schlechteste, was einem einfallen konnte.

Eine kleiner und düster anmutender Tempel war es schließlich, den sie betraten. Inmitten dieser Halle verweilte er, weiterhin durch die Waffe des Letharen in Schach gehalten. Man wartete, wortlos. Offenbar waren Worte nicht nötig, und ihm war ohnehin nicht nach Gesprächen.
Der Tempel füllte sich nach und nach mit jenen blauhäutigen Gestalten. War es das? Seine Hinrichtung in Form einer Messe? Könnte ihnen sicher gefallen. Alles was ihm blieb waren stille Gebete. Ungewiss ob Temora sie ausgerechnet hier erhörte. Aber die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.

Die Zeremonie vollzog sich, als eben jener, der ihm hatte weiß machen wollen, er diene ihnen schon seit Jahren und hätte ihnen selbst Anara und Varuna anheim geliefert, das Bauwerk betrat. Kurz vermochte etwas wie die Hoffnung auf eine, wenn auch sehr geringe, Möglichkeit zur Flucht aufzukommen. Jener, dessen Waffe ihn bedrohte, liess von ihm ab und begab sich gen Altar. Seine Gelegenheit hatte keine Minute Bestand. Etwas hielt ihn, wie er sich gewahr wurde, eine seltsame Elementarkreatur, von größerer Kraft als jener, unter dessen Kontrolle er noch bis eben gestanden hatte.

Auf diese Weise gehalten, offenbarte sich ihm beinah unverständliches. Ein Lethar nach dem nächsten begab sich vor den Altar. Ständig hallte die düstere Sprache, der Letharen um ihn herum und forderte ihm alle Kräfte ab, sich gegen deren Einwirkungen so gut es ging abzuschotten. Der Geruch von verbrannter Haut durchzog den Tempel, als ein Lethar nach dem nächsten mit glühender Klinge gezeichnet wurde. Soviel er besehen konnte, gingen sie hieraus erstarkt hervor.. Ein Weiheritual, auf ihre anwidernde Art, das musste es wohl sein! Doch was hatte all dies mit ihm zu tun? Warum war er hier?

Schließlich wurde das Wort an ihn gerichtet. Dieses mal nun für ihn verständlich. "Oh werter Graf Adrian. Welch ein Vergnügen, euch hier zu sehen. Hervorragend das ihr euch... wiedereinmal freiwillig meldet!" Er trieb die Lüge fort. Aufsteigende Wut, liess ihn sich für einige Momente auflehnen, gegen das Elementarwesen, dass ihn in Richtung Altar zwang. Es verblieb letztlich erfolglos. Bar jeder Rüstung und Bewaffnung, an diesem Ort, wie hätte er es auch vollbringen sollen? Eisiges Belauern, des Letharen vor ihm erfolgte. Ein Suchen herauszufinden, was nun auf ihn zukommen sollte. Mit einer Hinrichtung hätte er gerechnet. Im Leben nicht mit dem, was nun geschah.

Eine kleine, offenbar diamantene Nadel, wurde ihm präsentiert. "Seht nur... dies ließen wir extra für euch fertigen." Die Nadel wurde an einen Handlanger weitergereicht, der sie abwechselnd erhitzte und in eine seltsame Flüssigkeit tauchte. Minuten dieses Schauspieles vergingen. Unruhe kam in ihm auf, die er nur schwerlich verbergen konnte. Was immer hier vor sich ging, es ging offenbar nicht um seinen Tod. Das hätte anders durchgeführt werden können, soviel schien gewiss.

Die nächsten Worte, ließen seine Befürchtungen, zur Wahrheit werden. "Ihr werdet leben, Graf Adrian. Ihr werdet sogar gehen dürfen." Sie würden ihn verändern wollen, das war es. Ihm etwas aufzwingen! Er konnte die Unruhe kaum mehr verbergen. Seine Frage, was sie mit ihm vorhatten, wurd gewiss auf keine Weise beantwortet, die zur inneren Ruhe beitrug. "Keine Sorge, werter Graf wir sind... anständige Wesen. Wir haben nichts vor, ausser das wir euch... beschenken werden. Ich versichere euch, es wird schmerzhaft." Ein weiteres mal, erwehrte er sich, so gut es ihm möglich war, als die ihn haltende Kreatur ihn zu Boden zu zwingen begann um ihn dort so zurechtzudrehen und zu halten, dass der Lethar vor ihm seinen Nacken offenbart bekam. Sinnlos, einmal mehr. Temora, er wünschte sich eher, sie würden ihn töten, als dass das nun erwartete über ihn kam.

Ein Gefühl, als würde ihm eine sengende Klinge in das Fleisch des Nackens schneiden, durchzog ihn, als die glühende Nadel schließlich dort hinein versenkt wurde. Alles in ihm verkrampfte. "Oh Himmel, das kann nur ein.. sehr lausiger Traum sein." Die Schmerzen offenbarten anderes und es war noch nicht der Gipfel des Grauens. Die "Nadel" begann zu zucken, sich zu bewegen. Wurmartig.. er konnte spüren, wie sie sich durch seinen Körper wühlte.. sich um sein Gehirn wandt und festsetzte wie ein elendiger Parasit. Und doch übermannte es nicht sein denken, als wäre dies die eigentliche Verhöhnung. Er spürte, er blieb für den Augenblick er selbst. "TEMORA HILF MIR!".. alles was er erntete war Gelächter. Dann wurde er angehoben. Einmal mehr zwang man ihm Tränke ein. Er hörte die Stimme des Letharen. Verführung.. die Worte drangen in seinen Geist, während er merklich fortdämmerte.. Bilder änderten sich..

Ein Erwachen in einer Höhle, er erkannte es.. sie.. die Zweiköpfe, gewiss jagten sie ihn noch. Kurze Erschöpfung hatte ihn erneut zu Boden gezwungen. Nun nachdem er mit Mühe und Not aus deren Futterlager entronnen war. Er hatte in der Ferne Letharen forthuschen sehen. Verdammte Brut, doch offenbar waren diese Ablenkung genug für die zahllosen Zweiköpfe, die ihn seit Tagen in Gefangenschaft gehalten hatten. Er ertastete ein Eisenschwert, Waffe einer armen Seele, die wohl weniger Glück gehabt hatte als er. Schwerlich zwang er sich auf die Füße. Mit dieser Waffe, bar jeder Rüstung, würde er an diesem Ort kaum lang überleben. Er musste hinaus. Schritt um Schritt wankte er gen Ausgang, Floh.. schlug um sich, als Untote sein Entkommen zu verhindern suchten. Er entronn.. Frische Luft füllte seine Lungen. Es trieb ihn vorwärts, fort nur fort.

Nahe der Ruinen des einstigen Varuna, waren sie plötzlich um ihn. Sir Cedric.. Rahel.. Rafael.. irgendwann auch Darna. Wo auch immer sie hergekommen sein mochten. Es war wie ein Segen. Er liess sich nochmals fortdämmern. Was immer nun geschehen mochte. Er würde bald in Sicherheit sein. Endlich fort aus dem Grauen, bald Teil der nächsten Zweikopf-Fütterung zu werden.

Verfasst: Montag 24. Mai 2010, 15:21
von Mory'tael
Es war also soweit, die jungen haben sich vor den Augen des hohen Lethyren einen festen Platz in der Gemeinschaft erkämpft. Ihre Aufgabe war es den Grafen der verweichlichten Adoraner zu fassen damit man ihn für eigene höhergestellte Ziele einsetzen könne. Folterungen an diesem verweichlichten Körper wurden untersagt so man den Grafen voll intakt für die bestehenden Aufgaben brauchte, doch waren seelische Folterungen durchaus erwünscht und eine gute Lehrstunde für den jungen Tempeldiener Ryl'arc. Es war bemerkenswert in wie weit die Lügen der falschen Götter im Kopf Adrians verankert waren und welch Gegenwehr er gegen die Versuche des alternden Letharen in seinen Geist einzudringen zu stande brachte. Jedoch war dem alternde Lethyren die Schwäche der Menschen bekannt und auch Adrian von Hohenfels unterlag letzten Ende seinen störenden Gefühlen.

Anara, Eileen und Darna, jene Worte wurden von dem alternden Letharfen aus dem Gespräch gefiltert und gekonnt als Druckmittel eingesetzt. Jene Namen waren der Schlüssel zum Geist des Grafen und ermöglichten dem alternden Letharfen einen tiefen Einblick in die kümmerliche Denkstruktur der Menschen. Das einimpfen von Schuldgefühlen war auf diesem Furchtbaren Boden wie Anara oder Eileen ein leichtes Spiel und sorgsam studierte der alternde Letharf die Reaktionen des Grafen. Jene Schwäche würde man zu gegebener Zeit erneut nutzen doch war dies vorerst nicht teil des ursprünglichen Planes, so man die Erinnerung des grafen an diese Zeit komplett löschen würde, nahm man dies als belanglose Spielerei hin.

Es war eine Feier des Blutes und des verbrannten Fleisches an welcher der Graf teil haben dürfte bevor man sich seines wertlosn Fleisches annehmen würde. Ihm wurde ein Einblick in die mächtige Letharenkultur gewährt, welche noch keinem Menschen geschenkt wurde, jedoch würde sein Geist selbst vor der Löschung nicht im geringsten begreifen was die Letharen dort taten und es würde diesem moment jede würdigung nehmen. Doch was interessiert es den Panther was das Opferlamm denkt? Ein kleiner Schatten legte sich über das Ritual als man dem Grafen für seine Aufgabe in Adoran vorbereitete. Er schrie nicht laut genug was die Stimmung der anwesenden Letharen wirklich in ein Tief drückte. Dies jedoch war nur ein Luxus den man sich wünschte und unbeeinflussend auf das Ziel.

Doch dies ist vergangen und in der Gegenwart gibt es noch genug zu tun. Träume Adrian träume in deinem weichen Bett von dem was war und von dem was sein wird. In seinen Träumen wird er sein Volk verraten und man wird fähig sein ihm Nachrichten zukommen zu lassen. So sende ich dir deinen Traum Adrian von Hohenfels Verräter der Temorianer.

Du gehts über eine grüne Wiese an einem sonnigen Tage. Es ist Warm und die Vöglein zwitscher und in der Ferne siehst du Varuna in altem Glanze. Die Kinder spielen und die Männer halten um die Frauen an. Liebe liegt in der Luft, Harmonie wo man hinsieht. Du siehst eine dir bekannte Person. Es ist Anara welche im Gras sitzt und sich des Tages erfreut. Du trittst näher und ihr Lächeln erfreut dein Herz. Mit zarter Stimme gleich dem lieblichen Flüstern der Elfen spricht sie zu dir "Adrian... warum tust du das?" Noch wärend sie spricht deutet sie hinter dich und du folgst ihrem deut mit deinem Blick. Was du siehst lässt dein Herz erstarren.

Die Horden Rahals die Geißeln Krathors und die Dämonen der tiefen folgen deinem Schritt welchem ein tiefes Dunkel und der geruch des Todes anhaften. Du Blickst an dir herrab und siehst in deiner Hand eine blutige Klinge in deiner anderen Hand den Kopf Anaras. Panisch schaust du auf und blickt wieder vor dich. All die Harmonie und das Glück sind vergangen im Feuer des Chaos und du siehst deine Stadt Varuna in Flammen.

Du läufst davon doch die Schreie der Toten folgen dir. Das Blut ist nicht von deinen Händen zu waschen und dein Schritt ist langsam als würdest du unter dem Wasser zu rennen versuchen. Von allen Seiten hörst du die Stimmen zu dir sprechen "Es ist deine Adrian" "Warum hast du uns verraten?" "Wir haben dir vertraut..." Du läufst in eine dunkle Höhle und die Stimmen und Schreie verstummen. Innerhalb der Höhle ist es plötzlich vertraut und angenehm warm. Du wendest dich um und siehst das du nicht mehr in einer Höhle bist sondern im Tempel deiner Göttin. Vor dem Altar kniet eine junge und hübsche Frau, welche sich zu dir wendet. Sie spricht mit beruhigender Stimme "Erkennst du mich Adrian?" Du erkennst sie nicht doch scheint sie dir vertraut. Sie erfragte "Warum hast du das getan?" dabei deutet sie auf sich. "Was hast du getan?" Weinend lehnt sie sich an dich und flüstert leise zu dir. "Ich habe dich immer in meinem Herzen gehabt, doch sage mir was hast du mit mir getan? Ich vermag es nicht zu begreifen." Sie hebt ihren Kopf an und schaut dich mit blutigen Tränen an. "Ich bin es Eileen. Bitte sage mir was geschah."

Mit diesem Traum würde der alternde Lethyr seine erste information über die Frage, wer Eileen ist erhalten und was mit ihr geschah. Was kümmert es den alternden Letharfen was mit dem Seelenfrieden des Grafen geschieht solang er seinen nutzen erfüllt. So geschulte Magier aufmerksam werden würden auf das Implantat des Grafen würde ihnen die Möglichkeit offen stehen in den Geist eines Lethyren zu blicken. Jedoch würden jene auf unliebsame Überraschungen stoßen.

Verfasst: Dienstag 25. Mai 2010, 06:27
von Adrian von Hohenfels
Anfangs, so man seinen Schlaf beobachtete, lag noch etwas wie ein entspanntes Lächeln auf seinen Lippen. Fast mochte man meinen, diese Nacht konnte ihm eine erholsame werden. Das Bild änderte sich sehr schlagartig. Wirr wälzte er sich von einer Seite auf die andere. Mehrfach entfuhr ihm ein Ächzen. Doch jeder Versuch ihn wachzurütteln erschien aussichtslos.

In der Traumwelt:

Varuna.. der Anblick war einnehmend. Ein Lächeln huschte über seine Lippen, als er sich der Frau auf der Wiese näherte. Anara.. Schwester. Wie lang hatten sie nicht derartiges Beisammensein, miteinander geniessen können?

Ihr Gesichtsausdruck liess ihn zurückfahren. "Warum tust du das?" Irritiert über die Frage, wandte er sich um. Der Anblick liess ihn zurückfahren. Das .. nein nicht er.. oder war doch er hieran Schuld? Wie konnte das sein, niemals würde er? ..

Alles was ihm blieb, war panische Flucht.. vor denen.. oder vor sich selbst? Was hatte er getan? Das konnte doch alles nicht wahr sein? Gehetzt von den Stimmen, suchte er einfach nur davonzukommen, es gelang ihm kaum. Welche Schuld lag da auf ihm?

In der Höhle schnaufte er durch. Für wenige Augenblicke, wähnte er sich sicher. Doch beim Erblicken der Frau, trat er nur zögerlich näher. Erforschte ihr Gesicht, ihre Gesten, lauschte ihren Worten. Nur allmählich verstand er, wer da vor ihm stand. Eileen.. all die Bilder, die Erinnerung kehrte wieder.

"Bitte sage mir was geschah." Tränen traten in seine Augen. "Eileen.. es tut mir so leid. Ich wusste nicht.. Wir wollten doch nur einen gemeinsamen Abend verbringen, fern vom Schlossalltag, auf deinem Gut... meine Pflichten, sie hielten mich viel zu lang auf. Ich schwöre... ich bin zu dir geeilt so schnell ich es konnte, damit der Abend noch gemütlich werden konnte. Dieser Kerl..er stand über dir, mit blutiger Klinge. Ich kenne ihn nicht.. du stirbst, atmest kaum noch.. Mörder! Elender Mörder! Ich habe ihn schlicht getötet. Ich hätte ihn befragen müssen, ich weiss nicht wer ihn schickte.. Hielt dich in meinen Armen. Eileen, vergib mir, ich war zu spät bei dir!."




Er erwachte schweissgebadet mit einem Aufschrei. Schon entschwanden die Bilder, und doch spürte er, wie ihm die Tränen in den Augen standen, die er fahrig fortwischte.

Verfasst: Dienstag 25. Mai 2010, 08:25
von Rafael von Arganta
Die Patroullie mit den Seinen führten ihn am Kloster vorbei, wo im Moment Ruhe herrschte, was die letzten Tage selten genug war.
Die Unruhe in Rafael legte sich nicht, die Sorge um seinen Freund brachte ihn bald um den Verstand.
Nachdenklich sah er vor sich hin, grübelnd die Blicke seiner Leute kaum bemerkend die wartend auf neue Befehle da standen.
Am liebsten hätte er sie stehen gelassen, wäre zu Darna geeilt, sie einfach in den Arm genommen sie festhaltend um ihr zu versichern das alles wieder gut werden würde, doch er wusste wie entgegenkommend sie diese Geste aufgenommen hätte. Sie hätte sie sicherlich missverstanden, ihn abgewehrt.
Müde ließ er den Blick zum Kloster streifen, dann drehte er sich gen den Soldaten der Allianz.
„Wir reiten weiter.“
War sein lakonischer Befehl, und schon hatte er sein Pferd wieder in Bewegung gesetzt, in Richtung Alt-Varuna.
Damals bei seiner eigenen Entführung hatte Adrian ihn gefunden, an dem alten Friedhof weit hinter Varuna,. Warum nicht einfach dort einmal nach sehen.

Viel Hoffnung hatte er nicht, aber in Hoffnungslosigkeit versinken hieße seinen Freund aufgeben, und das war etwas das er nie würde können.
So ritt man an Varuna vorbei, dem alten Stadteigenen Friedhof, die Hügel hinauf.
Durch den dichten Wald war man außer Stande beisammen zu bleiben und Sir Cedric und Rahel ritten etwas weiter ab vom Wege ... später war sich Rafael sicher gewesen das Temora wohl ihre Wege gelenkt hätten, denn was Rahel hörte sah Cedric dann bald.
Einen liegenden Menschen.
Adrian.
Der Ruf der ihn alarmierte hätte ihn fast übel werden können.
„Sir! Hier liegt seine Hoheit.“
Liegt? Tot? Verletzt?
Nein bitte nicht Tot. Temora bitte bitte lass ihn am Leben sein.
Fast Halsbrecherisch drückte er sein Pferd durch die engen Büsche, sprang schon aus dem Satteln noch ehe sein Pferd zum stehen kam, was in der Rüstung die er trug wohl eine wahre Meisterleistung war und im Nachhinein Rafael nicht einmal zu sagen vermochte wie er es von Statten brachte, aber in diesem einen Moment, galt seine einzigste Sortge dem Mann dort am Boden.

Bar eines Hemdes, ein einfaches Schwert neben sich, lag er dort, atmend ... Temora sei Dank, aber von unzähligen kleinen Wunden übersäht.
Eine größere Verletzung war nicht zu sehen, aber er war Bewusstlos.
Den Schild einfach zur Seite werfend, ließ er sich schwerfällig neben ihm auf die Knie fallen , zog seinen Oberkörper langsam hoch, ihm die Wange tätschelnd und immer wieder seinen Namen rufend.
Schließlich nahm er seinen Wasserschlauch vom Gürtel, schüttete ihm etwas Wasser über das Gesicht, nach hinten rufend. „Reite jemand zum Kloster! HOLT Da...“ er brach ab, die Etikette musste gewahrt werden. „Holt Lady Darna ... einen Heiler,. Frau van Drachenfels.“
Dann kümmerte er sich weiter um den Verletzten, sicher das seiner Anweisung direkt Folge geleistet wurde.
Durch das Wasser auf seinem Gesicht regte Adrian sich etwas und als Rafael vorsichtig versuchte ihm den Schlauch an die Lippen zu setzen, griff jener auf einmal beherzt zu und trank als hätte er seit Wochen nichts mehr bekommen, und sein Magen knurrte als würde er sagen wollen das man auch ihn nicht vergessen sollte
Immer wieder musste Rafael ihm den Wasserschlauch entziehen, und Rahel war es die Adrian einige Pfirsiche reichte, die er ebenso gierig dann verschlang
Rafael war sich fast sicher das er in diesem Moment selbst Äpfel gegessen hatte.
Besorgt sah ihm Rafael dabei zu. Irgendwie auf ihn einredend, was passiert war, wie es ihm ging doch erhielt er keine Antwort.
„Verdammt noch mal Adrian SAG was!!“ fauchte er ihn sichtlich besorgt an , und Adrians Antwort war so zynisch das kaum Zweifel bestand das es sich wirklich um Adrian handelte.

Als Darna mit ihrem Gefolge endlich ankam, war Rafael mehr als erleichtert und zog sich etwas zurück um die Paladina walten zu lassen, die sich sofort besorgt um ihren Gemahl kümmerte.
Gemeinsam half man ihm dann auf ein Pferd, um ihn links und rechts festhaltend gen Kloster zu führen.
Auf halben Wege setzte sich Darna dann hinter ihn. Von wo aus sie ihn besser festhalten konnte, und man nun schneller voran kam.
Das Kloster kam in Sicht ... die Freude in ihm schwoll über,
die Erleichterung in ihm ließ ihn fast zittern.
Doch so einfach man es sich vorgestellt hatte war es nicht.

Adrian ins Kloster bringend, wo man seine Wunden erst einmal so weit als möglich versorgte brachte die Zeit das wahre Problem ans Licht.
Körperlich würde er sicherlich schneller genesen, doch vermochte er sich nicht dem Baum des Lichtes zu nähern und er hatte keine Erinnerung mehr an das Geschehene.
Erinnerte sich nur an Zweiköpfe, im Tunnel.
Es wurde bald klar, das das Problem weit tiefgehender war.
Und Rafael vermochte nur zu hoffen das Darna oder ihre Eminenz Adrian zu helfen vermochten.