Zeichnungen... aber stilvoll
Verfasst: Montag 10. Mai 2010, 11:56
Alle Wut, alle Enttäuschung, allen Zweifel der letzten Tage beiseite schiebend betrachtete ich die fertigen Zeichnungen und Skizzen.
Ich wollte jetzt weder an Rabendiener, Eisenwartler, Dämoninnen noch an Letharen denken.
Ich schob die Blätter auseinander und ließ den Blick drüber wandern.
Es handelte sich um Bauskizzen, als auch Hauszeichnungen, von angedeuteten Linien und Kohlestrichen laienhaft auf Papier gebannt bis hin zu Pergamenten die bis ins kleinste Detail gefüllt waren. Linien, Striche, Zahlen, Längen, Breiten, Winkel, Rundungen.
Es war kaum zu glauben, dass die Zeichnung die Shaya nach meinen Vorschlägen angefertigt hatte noch irgendetwas mit den Skizzen gemein hatten die der potentielle Baumeister anhand derer erstellt hatte.
Und das, nachdem wir Herrn Katuris Worte zuerst ohnehin für einen Scherz gehalten hatten.
Wir sollten Zeichnungen anfertigen, einen Baumeister suchen, den von ihm ausgesuchten Bauplatz ansehen für…
eine Taverne!
Natürlich… reichte der Sündenpfuhl „Das goldene Lamm“ noch nicht in Berchgard? Gewiss musste dann selbiges auch in die Nähe von Adoran!
Der Gipfel war die Zeichnung die Herr Katuri selbst vorlegte, ein zerknittertes Pergament, auf dem Kindergekritzel zu sehen war und sonst…. nichts.
„Das ist der… Garten?“
„Mmh… eigentlich das Haus.“ Er tippte auf eine dünne Linie. „Hier eine Mauer.“
Shaya brachte es auf den Punkt: „Sieht nach Wäscheleine aus… nach vielen Wäscheleinen.“
„Es fehlt mir eine Örtlichkeit, wie ich sie von früher kenne, eine Art Offizierstreff.“
Am liebsten hätte ich ihn samt Kinderzeichnung aus dem Haus komplementiert, schließlich hatte ich seinen Satz im Heilerhaus noch im Ohr:
„ Ihr könnt Euch Eure Anweisungen dort hinstecken wo Ihr mich nicht mal im Dunkeln nackt sehen wollt, Fräulein Savea.“
Es war gewiss verziehen… aber noch nicht so ganz vergessen.
„So wie das goldene Lamm?“
„Ich wollte Wein trinken und nichts Hochprozentiges... und vor allem keine Schlafplätze haben...“
„Da im Lamm hält sich alles gern auf was Rang und Namen hat.“
„Das mag sein, ich kann mir vorstellen, dass auch in einem Freudenhaus früher oder später viele Menschen mit Rang und Namen auftauchen. aber ich möchte etwas anderes.“
Ich meldete mich geistig schon fast ab, ja, ja, ein Kerl der etwas anderes will, als Weiberröcke, die sich ihm bereitwillig auf den Schoß setzen. Shayas Satz bekam ich nur noch am Rande mit:
„Da wird es sicher schwer die begeisterten Rang und Namensträger aus dem geliebten Lamm zu locken, wenn das Angebot abweicht.“
„Wer eine Dame für Liebeskünste sucht für die Nacht, der kann gerne den Abend im Lamm verbringen, aber wenn jemand einen etwas niveauvolleren Abend verbringen will, um sich zu unterhalten in einer Lautstärke die ich gewohnt bin, nicht beim Apell, den heiße ich willkommen.“
Ich musterte ihn. Niveauvoll, hm? Und das aus seinem Munde.
Shaya hakte weiter nach.
„Demnach seid Ihr also an etwas interessiert, das weder den so offenbar begehrten Eindruck von Sklaverei, noch Sauferei oder Unzucht hinterlässt?“
„Rrichtig. Genau so etwas. Eine Örtlichkeit wo man sich wohlfühlt und wo ich auch erwarten könnte, jederzeit die Herrschaften erwarten zu können. Und genau so soll es eingerichtet und auch geführt werden. Kein Pompom und bunter Plüsch.“
„Hmm... demnach also ein Ort für die höhere Gesellschaft?“
„Nicht ausschließlich. Ich möchte vielleicht eine gesunde Mischung, aus beidem, einen Ort, wo man zwar die Etikette bewahrt, aber man sich nicht fremd vorkommt. Einen Ort, wo junge Soldaten den Geschichten alter Veteranen lauschen können und lernen wie man sich zu benehmen hat.“
Das wollte ich nun genauer wissen.
„Also einen Ort, wo die Herrschaften ebenso willkommen sind wie ihre Bediensteten, der Oberst ebenso willkommen wie seine Gardisten, wo jeder friedlicher Gesinnung einkehren kann, der des Weges kommt und sich gute Unterhaltung und Zerstreuung wünscht?“
Er meinte das tatsächlich ernst, hm?
Ich hatte plötzlich ein Bild vor Augen und je mehr Herr Katuri dann von dem Platz wo das Haus stehen sollte und den Räumlichkeiten die es beherbergen sollte erzählte, formte es sich mehr und mehr vor meinem geistigen Auge.
Es würde am Fuße eines Berges liegen, es würde mit einer Mischung aus edler Gemütlichkeit locken und der Name würde dem Stil entsprechen.
Herr Katuris letzter Satz gab den Ausschlag:
„Ich überlasse das euren Fachhänden.“
Weder Shaya noch ich waren oder sind Fachhandwerker, aber Shaya konnte nach meinen Vorstellungen zeichnen und beide konnten wir den entsprechenden Fachkräften unsere Vorstellungen auseinandersetzen.
Mein Ehrgeiz war angestachelt… und das von einem zuweilen überheblichen Mistkerl.
Mit einem kleinen wehmütigen Lächeln musste ich an Herrn Mondin denken.
„Sonst noch was?“
„Ich habe wenig Vorstellungen, die ich so aussprechen kann. Ich brauche sowas immer vor mir. Das ist mein Problem, ich würde da ganz auf euch vertrauen.“
„Wir hätten also völlig freie Hand Herr Katuri?“
„Ja, ihr habt vollkommen frei Hand.“
Nach etlichen Wochenläufen lagen nun die fertigen Skizzen und Zeichnungen also vor und es war an der Zeit, dass auch Herr Katuri sie zu sehen bekam.
Shaya schrieb ein paar Erklärungen auf und so fand sich alles ordentlich in einer Ledermappe einem Boten übergeben, der diese Herrn Katuri überbrachte.
Ich wollte jetzt weder an Rabendiener, Eisenwartler, Dämoninnen noch an Letharen denken.
Ich schob die Blätter auseinander und ließ den Blick drüber wandern.
Es handelte sich um Bauskizzen, als auch Hauszeichnungen, von angedeuteten Linien und Kohlestrichen laienhaft auf Papier gebannt bis hin zu Pergamenten die bis ins kleinste Detail gefüllt waren. Linien, Striche, Zahlen, Längen, Breiten, Winkel, Rundungen.
Es war kaum zu glauben, dass die Zeichnung die Shaya nach meinen Vorschlägen angefertigt hatte noch irgendetwas mit den Skizzen gemein hatten die der potentielle Baumeister anhand derer erstellt hatte.
Und das, nachdem wir Herrn Katuris Worte zuerst ohnehin für einen Scherz gehalten hatten.
Wir sollten Zeichnungen anfertigen, einen Baumeister suchen, den von ihm ausgesuchten Bauplatz ansehen für…
eine Taverne!
Natürlich… reichte der Sündenpfuhl „Das goldene Lamm“ noch nicht in Berchgard? Gewiss musste dann selbiges auch in die Nähe von Adoran!
Der Gipfel war die Zeichnung die Herr Katuri selbst vorlegte, ein zerknittertes Pergament, auf dem Kindergekritzel zu sehen war und sonst…. nichts.
„Das ist der… Garten?“
„Mmh… eigentlich das Haus.“ Er tippte auf eine dünne Linie. „Hier eine Mauer.“
Shaya brachte es auf den Punkt: „Sieht nach Wäscheleine aus… nach vielen Wäscheleinen.“
„Es fehlt mir eine Örtlichkeit, wie ich sie von früher kenne, eine Art Offizierstreff.“
Am liebsten hätte ich ihn samt Kinderzeichnung aus dem Haus komplementiert, schließlich hatte ich seinen Satz im Heilerhaus noch im Ohr:
„ Ihr könnt Euch Eure Anweisungen dort hinstecken wo Ihr mich nicht mal im Dunkeln nackt sehen wollt, Fräulein Savea.“
Es war gewiss verziehen… aber noch nicht so ganz vergessen.
„So wie das goldene Lamm?“
„Ich wollte Wein trinken und nichts Hochprozentiges... und vor allem keine Schlafplätze haben...“
„Da im Lamm hält sich alles gern auf was Rang und Namen hat.“
„Das mag sein, ich kann mir vorstellen, dass auch in einem Freudenhaus früher oder später viele Menschen mit Rang und Namen auftauchen. aber ich möchte etwas anderes.“
Ich meldete mich geistig schon fast ab, ja, ja, ein Kerl der etwas anderes will, als Weiberröcke, die sich ihm bereitwillig auf den Schoß setzen. Shayas Satz bekam ich nur noch am Rande mit:
„Da wird es sicher schwer die begeisterten Rang und Namensträger aus dem geliebten Lamm zu locken, wenn das Angebot abweicht.“
„Wer eine Dame für Liebeskünste sucht für die Nacht, der kann gerne den Abend im Lamm verbringen, aber wenn jemand einen etwas niveauvolleren Abend verbringen will, um sich zu unterhalten in einer Lautstärke die ich gewohnt bin, nicht beim Apell, den heiße ich willkommen.“
Ich musterte ihn. Niveauvoll, hm? Und das aus seinem Munde.
Shaya hakte weiter nach.
„Demnach seid Ihr also an etwas interessiert, das weder den so offenbar begehrten Eindruck von Sklaverei, noch Sauferei oder Unzucht hinterlässt?“
„Rrichtig. Genau so etwas. Eine Örtlichkeit wo man sich wohlfühlt und wo ich auch erwarten könnte, jederzeit die Herrschaften erwarten zu können. Und genau so soll es eingerichtet und auch geführt werden. Kein Pompom und bunter Plüsch.“
„Hmm... demnach also ein Ort für die höhere Gesellschaft?“
„Nicht ausschließlich. Ich möchte vielleicht eine gesunde Mischung, aus beidem, einen Ort, wo man zwar die Etikette bewahrt, aber man sich nicht fremd vorkommt. Einen Ort, wo junge Soldaten den Geschichten alter Veteranen lauschen können und lernen wie man sich zu benehmen hat.“
Das wollte ich nun genauer wissen.
„Also einen Ort, wo die Herrschaften ebenso willkommen sind wie ihre Bediensteten, der Oberst ebenso willkommen wie seine Gardisten, wo jeder friedlicher Gesinnung einkehren kann, der des Weges kommt und sich gute Unterhaltung und Zerstreuung wünscht?“
Er meinte das tatsächlich ernst, hm?
Ich hatte plötzlich ein Bild vor Augen und je mehr Herr Katuri dann von dem Platz wo das Haus stehen sollte und den Räumlichkeiten die es beherbergen sollte erzählte, formte es sich mehr und mehr vor meinem geistigen Auge.
Es würde am Fuße eines Berges liegen, es würde mit einer Mischung aus edler Gemütlichkeit locken und der Name würde dem Stil entsprechen.
Herr Katuris letzter Satz gab den Ausschlag:
„Ich überlasse das euren Fachhänden.“
Weder Shaya noch ich waren oder sind Fachhandwerker, aber Shaya konnte nach meinen Vorstellungen zeichnen und beide konnten wir den entsprechenden Fachkräften unsere Vorstellungen auseinandersetzen.
Mein Ehrgeiz war angestachelt… und das von einem zuweilen überheblichen Mistkerl.
Mit einem kleinen wehmütigen Lächeln musste ich an Herrn Mondin denken.
„Sonst noch was?“
„Ich habe wenig Vorstellungen, die ich so aussprechen kann. Ich brauche sowas immer vor mir. Das ist mein Problem, ich würde da ganz auf euch vertrauen.“
„Wir hätten also völlig freie Hand Herr Katuri?“
„Ja, ihr habt vollkommen frei Hand.“
Nach etlichen Wochenläufen lagen nun die fertigen Skizzen und Zeichnungen also vor und es war an der Zeit, dass auch Herr Katuri sie zu sehen bekam.
Shaya schrieb ein paar Erklärungen auf und so fand sich alles ordentlich in einer Ledermappe einem Boten übergeben, der diese Herrn Katuri überbrachte.