Das Ende der Gefürchteten
Verfasst: Montag 26. April 2010, 10:39
Einige Tage hatte sie sich mit dem Gedanken wahrlich schwer getan. Grad hatte sie diesen neuen Hof errichtet, nach all der Zeit der Ungewissheiten. Der erste Winter war gut überstanden und es begann ein Heim zu werden. Ja sie fühlte sich hier wohl, ein wenig heimischer bereits, als zu der Zeit, in der sie eben eingezogen war und alle nötigen Arbeiten zu verrichten begann. Dann jedoch dieser erneute Angriff auf Berchgard. War dieses Hinterland denn wirklich so sicher, wie sie erhofft hatte? Die Antwort konnte nur nur aus einem Nein bestehen. Und doch, es hieße einmal mehr sovieles erneut aufzugeben. Einmal mehr einen Neuanfang zu wagen. Und doch waren ihre Gedanken immer mehr um dieses Thema gekreist und letztlich stand ihr Entschluss dann fest.
Diese Insel würde niemals die Gelegenheit geben, dauerhaft geschützt zu leben.
Gesagt getan? Es war wohl glückliche Fügung, dass sie diesen Jungbauern vom Düsterhof auf ihren Verkaufswegen kennenlernte und von dessen Wunsch eines eigenen Hofes für sich und seine Familie wünschte. Sein Blick war ungläubig, als sie ihm genau diesen anbot. Schon am nächsten Morgen war er zu ihr gekommen und hatte sich den Hof eingehend angesehen. Erfreut über die Chance hatte er eingewilligt und sie begann die nötigste Habe zu packen, sowie einige ausgewählte Zuchtpferde für eine längere Reise vorzubereiten. Doch wohin sollte sie gehen? Alles was sie wusste war: Fort, weit fort von Gerimor.
Das Gespräch mit Liliana, als sie sich verabschieden wollte, brachte eine mögliche Lösung. Auch wenn Liliana erwähnte, dass ihre Heimat Drachenfels sehr wohl auch einem Drachen Heimat war, was ein scheusslicher Fakt blieb, selbst wenn Lili mehrfach betonte, dass dieser der Insel Schutzherr war. Sie wollte ihr Glück dennoch dort versuchen. Ein Schiff, welches in wenigen Tagen dorthin aufbrechen würde war schnell gefunden und alles nötige für die Überfahrt mit Pferd und Habe schnell besprochen. Sie würde zeitig am Hafen sein, nach den letzten nötigen Verabschiedungen. Für die Verbringung der guten Zuchtpferde würde die Mannschaft entsprechend rechtzeitig sorgen.
Die zwei letzten Tage auf Gerimor vergingen wie im Fluge, nochmals suchte sie zu später Stunde gar den alten Hof auf, ein letzter unbeobachteter Blick des Abschiedes, gleich in den frühen Morgenstunden sollte es auf das Schiff gehen, welches mit der Morgenflut auslaufen würde. Eine neue Zeit würde beginnen.
Sehr früh stand sie sodann am Hafen, blickte zu dem beeindruckenden Dreimaster auf. Nochmals drohte ihr bei dem Gedanken, dessen was vor ihr lag, Unruhe und eine leichte Übelkeit aufzusteigen. Dennoch, nun gab es kein Zurück mehr. Alles war getan und der Aufbruch stand bevor. Mit leicht zittrigen Knien betrat sie das Schiff und liess sich zu ihrer Unterkunft bringen. Es dauerte kaum mehr 30 Minuten, bis das Schiff ablegte und das bald zunehmende Schaukeln offenbarte, dass man tiefere Meereszonen angesteuert und alsbald erreicht hatte.
Der erste Tag verlief ruhig und sie konnte gar selbst eine ganze Weile an Deck gehen, in die Ferne sehen und die salzige Luft geniessen, bei sonnigem Wetter und sanften und doch die Segel gut füllenden Wind geniessen. Doch schon gegen Abend drohte das Wetter zu kippen wie man ihr berichtete. Ein recht übler Sturm drohte über sie hereinbrechen.
In den frühen Abendstunden war es soweit. Wassermassen ergossen sich über das Schiff, warfen es hin und her als würde es nicht die geringste Masse entgegenzusetzen haben. Sie wollte zu ihren Pferden, für die sie das schlimmste befürchtete, was das ängstliche und teils schmerzerfüllt anmutende Wiehern aus den Lagerräumen auch nur bestätigte. Man liess sie nicht, zu gefährlich hiess es, und schickte sie fort. Ein ohrenbetäubendes Krachen war kurz darauf von Deck zu hören, man beachtete sie nun nicht länger, das Fluchen und die Hektik der Mannschaft liess nichts gutes ahnen. Sie näherte sich vorsichtig dem Deck fing noch Rufe auf, über Mastbruch und drohendes Kentern, da war es schon zu spät. Das Schiff neigte sich, kippte zur Seite. Nicht überlegend, panisch über das ihr entgegenschwappende Wasser, dass ihr schier den Atem raubte, versuchte sie noch an Deck zu kommen. Dann sah sie sich vollends in Wasser versinken. Hektisch, furchtsam paddelte sie herum, suchte nach einer Oberfläche. Suchte gen Atemluft zu kommen, die schier unerreichbar schien.. So sehr sie sich auch mühte, sie konnte nicht aus dem Wasser. Strudel rissen sie haltlos hier und dorthin, stiess gegen hartes Holz, verhedderte sich irgendwo und schon bald war der Drang zu atmen übermächtig.. gierig wollte sie die Luft einsaugen und .. saugte doch nur Wasser in ihre Lungen. Husten, verzweifeltes weiteres Ringen um Atemluft, liess nur weiteres Salzwasser eindringen.
„Und ich wollte doch nur ein sicheres Leben!“, lautete ihr letzter bewusster Gedanke, bevor die Dunkelheit über ihr zusammenschlug und sie für alle Ewigkeit in die Tiefen des Meeres hinabzog.
Schon bald sollte die Nachricht über ein vermisstes Schiff die Runde machen. Sollte Liliana sich je auf Drachenfels nach Emma Uhlenhoff erkundigen, würde sie nur erfahren, dass eine Person dieses Namens dort nie eingetroffen wäre.
Diese Insel würde niemals die Gelegenheit geben, dauerhaft geschützt zu leben.
Gesagt getan? Es war wohl glückliche Fügung, dass sie diesen Jungbauern vom Düsterhof auf ihren Verkaufswegen kennenlernte und von dessen Wunsch eines eigenen Hofes für sich und seine Familie wünschte. Sein Blick war ungläubig, als sie ihm genau diesen anbot. Schon am nächsten Morgen war er zu ihr gekommen und hatte sich den Hof eingehend angesehen. Erfreut über die Chance hatte er eingewilligt und sie begann die nötigste Habe zu packen, sowie einige ausgewählte Zuchtpferde für eine längere Reise vorzubereiten. Doch wohin sollte sie gehen? Alles was sie wusste war: Fort, weit fort von Gerimor.
Das Gespräch mit Liliana, als sie sich verabschieden wollte, brachte eine mögliche Lösung. Auch wenn Liliana erwähnte, dass ihre Heimat Drachenfels sehr wohl auch einem Drachen Heimat war, was ein scheusslicher Fakt blieb, selbst wenn Lili mehrfach betonte, dass dieser der Insel Schutzherr war. Sie wollte ihr Glück dennoch dort versuchen. Ein Schiff, welches in wenigen Tagen dorthin aufbrechen würde war schnell gefunden und alles nötige für die Überfahrt mit Pferd und Habe schnell besprochen. Sie würde zeitig am Hafen sein, nach den letzten nötigen Verabschiedungen. Für die Verbringung der guten Zuchtpferde würde die Mannschaft entsprechend rechtzeitig sorgen.
Die zwei letzten Tage auf Gerimor vergingen wie im Fluge, nochmals suchte sie zu später Stunde gar den alten Hof auf, ein letzter unbeobachteter Blick des Abschiedes, gleich in den frühen Morgenstunden sollte es auf das Schiff gehen, welches mit der Morgenflut auslaufen würde. Eine neue Zeit würde beginnen.
Sehr früh stand sie sodann am Hafen, blickte zu dem beeindruckenden Dreimaster auf. Nochmals drohte ihr bei dem Gedanken, dessen was vor ihr lag, Unruhe und eine leichte Übelkeit aufzusteigen. Dennoch, nun gab es kein Zurück mehr. Alles war getan und der Aufbruch stand bevor. Mit leicht zittrigen Knien betrat sie das Schiff und liess sich zu ihrer Unterkunft bringen. Es dauerte kaum mehr 30 Minuten, bis das Schiff ablegte und das bald zunehmende Schaukeln offenbarte, dass man tiefere Meereszonen angesteuert und alsbald erreicht hatte.
Der erste Tag verlief ruhig und sie konnte gar selbst eine ganze Weile an Deck gehen, in die Ferne sehen und die salzige Luft geniessen, bei sonnigem Wetter und sanften und doch die Segel gut füllenden Wind geniessen. Doch schon gegen Abend drohte das Wetter zu kippen wie man ihr berichtete. Ein recht übler Sturm drohte über sie hereinbrechen.
In den frühen Abendstunden war es soweit. Wassermassen ergossen sich über das Schiff, warfen es hin und her als würde es nicht die geringste Masse entgegenzusetzen haben. Sie wollte zu ihren Pferden, für die sie das schlimmste befürchtete, was das ängstliche und teils schmerzerfüllt anmutende Wiehern aus den Lagerräumen auch nur bestätigte. Man liess sie nicht, zu gefährlich hiess es, und schickte sie fort. Ein ohrenbetäubendes Krachen war kurz darauf von Deck zu hören, man beachtete sie nun nicht länger, das Fluchen und die Hektik der Mannschaft liess nichts gutes ahnen. Sie näherte sich vorsichtig dem Deck fing noch Rufe auf, über Mastbruch und drohendes Kentern, da war es schon zu spät. Das Schiff neigte sich, kippte zur Seite. Nicht überlegend, panisch über das ihr entgegenschwappende Wasser, dass ihr schier den Atem raubte, versuchte sie noch an Deck zu kommen. Dann sah sie sich vollends in Wasser versinken. Hektisch, furchtsam paddelte sie herum, suchte nach einer Oberfläche. Suchte gen Atemluft zu kommen, die schier unerreichbar schien.. So sehr sie sich auch mühte, sie konnte nicht aus dem Wasser. Strudel rissen sie haltlos hier und dorthin, stiess gegen hartes Holz, verhedderte sich irgendwo und schon bald war der Drang zu atmen übermächtig.. gierig wollte sie die Luft einsaugen und .. saugte doch nur Wasser in ihre Lungen. Husten, verzweifeltes weiteres Ringen um Atemluft, liess nur weiteres Salzwasser eindringen.
„Und ich wollte doch nur ein sicheres Leben!“, lautete ihr letzter bewusster Gedanke, bevor die Dunkelheit über ihr zusammenschlug und sie für alle Ewigkeit in die Tiefen des Meeres hinabzog.
Schon bald sollte die Nachricht über ein vermisstes Schiff die Runde machen. Sollte Liliana sich je auf Drachenfels nach Emma Uhlenhoff erkundigen, würde sie nur erfahren, dass eine Person dieses Namens dort nie eingetroffen wäre.