Der Weg in eine neue Heimat...
Verfasst: Dienstag 20. April 2010, 15:44
Auszug aus einem Waisenhaus Register:
*das Papier wirkt verbrannt, doch einige Zeilen lassen sich noch deutlich lesen*
„ … lag ein Bündel vor unseren Toren. Es handelt sich um ein kleines weibliches Kind, leicht abgemagert, blass. Das Alter ist unklar, doch ist es noch ein Säugling. Namensgebung: Rogushia Miore. Der Gesundheitszustand scheint…“
Diesen Zettel fand Rogushia, in dieser Nacht, vor dem eisernen Tore des abgebrannten Waisenhauses. Das Feuer war schon gelöscht worden doch die Glut war noch warm. Tage von Heimatlosigkeit und ohne Verpflegung standen ihr bevor. Traurig, steckte sie den Zettel in die Tasche und verweilte noch einige Stunden an diesem Ort.
Das einzige was ihre geblieben war, waren die Kleidungsstücke die sie am Leibe trug und eine Tasche, die sie sich um den Oberkörper hängen konnte.
Sie schaute sich um, ob sie noch etwas Brauchbares finden würde. Sie fand einen Apfelbaum, der unversehrt war und pflückte sich einige Äpfel und steckte sie sich in die Tasche. Anschließend setzte sie sich auf einen Stein…
Sie überlegte was sie nun tun solle, da sie nun auf sich alleine gestellt war. Alle anderen hatten sich aufgemacht, in andere Städte um dort ihr Glück zu versuchen. Sie war nicht mitgegangen, da sie sich erst über ihre Gedanken und Gefühle im Klaren sein wollte.
Immer und immer wieder betrachtete sie die Ruine. Dort hatte sie nun schon über 20 Jahre gelebt und war hier aufgewachsen. Gute und schlechte Zeiten hatte sie hier erlebt. Meistens war sie ein Einzelgänger gewesen, der eher in sich gekehrt war. Nachdenklich, aber stets freundlich, so hatte man immer wieder über sie gesprochen. Sie konnte niemals jemanden einen Wunsch abschlagen, ob es sich nun um den Küchendienst handelte oder doch um die Arbeiten im Garten. Manchmal sollte sie sogar noch die Briefe für andere schreiben, weil die entweder keine Lust hatten oder noch nicht schreiben konnten.
Als die Nacht schon weit voran geschritten war, fasste Rogushia einen Entschluss und machte sich auf. Sie wollte zum Hafen gehen und sehen wo die Schiffen an den nächsten Tagen hin aufbrechen würden.
Am Hafen angekommen, frage sie nach den Preisen für die Fahrten. Jenes war sehr unterschiedlich, wurde ihr gesagt. Von 100 bis 1000 Goldstücke sollte es kosten. Es käme darauf an wie lang die Reise werden sollte und wo die Reise hingehen solle. Doch Rogushia hatte kein Gold bei sich, es war doch alles beim Brand abhanden gekommen und so fragte sie, ob es auch andere Möglichkeiten gab, um hier weg zu kommen. Der Fährmann sagte ihr, das man auf einem Schiff Namens „Freier Vogel“ anheuert könne, doch müsste man dort arbeiten verrichten. Doch gab es viele Gerüchte über dieses Schiff, erwähnte der Fährmann noch beiläufig. Sie lies sich den Weg zu dem Schiff erklären, ignorierte die Anspielungen auf die Gerüchte und machte sich auf den Weg…
Am Schiff „Freier Vogel“ angekommen, der Morgen dämmerte schon, sah sie einen Mann am der Reling stehen.
Sie rief ihm zu:“Herr, was muss ich tun um auf Euer Reise mitfahren zu dürfen?“
Der Mann antwortete:„Was für Fähigkeiten habt ihr denn? Oder besser gesagt, was könntet ihr mir als Angebot machen?“
„Meine Fähigkeiten, mhm…“sinnte sie, „ich könnte für Euch in der Küche helfen oder Schriften fertigen, die Ihr braucht.“
„Mein Mädchen, wie haben hier einen Schreiber und genügend Hilfskräfte in der Küche. Könnt Ihr mit einem Schwert oder einer Axt umgehen?“
„Nein, leider nicht.“ Antwortete sie.
„Dann mache ich Euch folgendes Angebot, Ihr dürft auf das Schiff kommen, wenn Ihr Euch für Übungszwecke, zu Kampftechniken, für meine Neulinge zur Verfügung stellt.“, sagte er und schmunzelte vor sich hin, denn er dachte das sie das Angebot sicherlich nicht annehmen würde. „Wer ist schon so dumm und stellt sich freiwillig vor Anfänger einer Kriegerklasse“, dachte er.
Rogushia dachte kurz über das Angebot nach. Sie konnte sich auch hier Arbeit suchen und warten bis sie das Gold für die anderen Schiffe angespart hatte. Doch sie wollte weg von hier, das stand für sie fest.
„Ich nehme das Angebot an, wenn ich ein Schwert von Euch bekomme!“, sagte sie und in ihren Augen spiegelte sich Hoffnung und Willenskraft wieder.
Der Mann auf der Reling stockte kurz der Atmen.
„Seid Ihr Euch sicher, es könnte sein das Ihr schneller tot seit als dieses Schiff den Anker wirft?“, sagte er mit einem Unterton, von überraschter Besorgnis.
„Ja, dessen bin ich mir bewusst. Doch hält mich hier nichts mehr und so möchte ich versuchen so schnell wie möglich von hier weg zu kommen. Da gehe ich auf so ein Risiko ein!“, sagte sie mit voller Überzeugung.
„Gut, dann kommt an Board!“, sagte er mit einer einladenden Handbewegung. Aus dem Augenwinkel konnte Rogushia noch erkennen, das er leicht den Kopf geschüttelt hatte.
Rogushia machte sich auf und schaute sich, nach Erlaubnis, auf dem Schiff erst mal um. Es war ein kleines Schiff. Sie schätzte das ca. 70 Personen hier Unterschlupf fanden. Auf Deck fand sie einen Übungsplatz, eine abgesteckte Arena, wo sie erkannte, dass dort noch Blut auf den Planken war. Ihr wurde leicht übel. „Ich hätte mich besser als Putzfrau beworben!“, dachte sie und zweifelte schon wieder an ihrer Entscheidung. Doch Rückgängig konnte sie es nicht mehr machen, da das Schiff gerade dabei war abzulegen…
Sie ging in ihre Kammer welche ihr zugeteilt worden war. Gross war sie nicht, doch hatte sie den Vorteil dass es ein Einzelzimmer war. Es gab, mit ihr zusammen nur 3 Frauen auf diesem Schiff. Das eine war die Frau des Kapitäns und das andere war die Obere Küchenkraft. Der Rest der Mannschaft waren Männer.
Sie legte sich erst mal zum schlafen hin, sie hatte mit dem Mann von der Reling, der sich im Nachhinein wohl als Kapitän rausstellte, abgesprochen, er solle sich melden wenn er sie brauchte.
Wie abgesprochen, sagte ihr der Mann in den nächsten Tagen bescheid, wenn er sie mal wieder zu einem Übungskampf brauchte. Sie schlug sich in der Arena nicht schlecht. Sie überlebte immerhin die Attacken der anderen. Man konnte trotzdem noch nicht sagen, dass sie gut mit dem Schwert umgehen konnte. Sie war ein blutiger Anfänger und würde es wahrscheinlich auch noch einige Zeit lang bleiben.
Eines Nachts, das Schiff war mitten auf der hohen See, als sie mit heftiger Wucht aus Bett geworfen wurde. Sie stieß sich den Kopf an der Kante des Bettes. Sie hielt sich den Kopf und setzte sich auf, lehnte sich gegen die Wand. Bevor sie überhaupt begreifen konnte was passiert war, flog ihre Tür aus dem Schloss und eine der anderen Frauen schrie zu ihr: „Schnell das Schiff sinkt!“ Rogushia wurde von der Frau auf die Beine gezogen und sie schlieff sie hinter sich her an Deck. Draußen angekommen, tobten der Kapitän und die Mannschaft über das Deck. Es war ein Heiden Durcheinander und sie wusste zuerst nicht wohin sie überhaupt sollte. Sie schaute nach Links und nach Rechts….
Sie vernahm immer wieder die Wortfetzen: „aufgelaufen“ und „riesen Riss“. Immer noch dröhnende Kopfschmerzen, doch ihr wurde bewusst, dass das Schiff die Passagiere nicht länger tragen würde. Die Rettungsboote wurden bepackt und schon runtergelassen. Alle versucht sich in Sicherheit zu bringen. Panik lag in der Luft und alle liefen durcheinander. Sie wurde zur Seite geschupst und stolperte. Sie konnte ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und ging über die Reling. Sie versuchte um ihr Leben zu schwimmen, doch sie verlierte die Orientierung. Was war oben, neben, drunter?
Nach einiger Zeit, klammerte sie sich an eine Kiste die vor ihr schwamm und versuchte sich drauf zu hieven. Doch die Kiste brach in zwei Hälften und sie verlor das Bewusstsein, wegen der vielen Anstrengung…
Als sie wieder zu sich kam lag sie auf einem kleinen Boot. Das Boot wirkte wie ein kleines Fischerboot. Sie hustete und konnte ihre Umgebung noch nicht richtig erkennen. Sie sah nur Umrisse von einem Mann, der sich über sie gebeugt hatte und ihr immer wieder auf die Wange tätschelte.
„Komm wieder zu Dir, Fräulein!“, sagte er.
„Wo bin ich, wer sind sie?“brachte sie nur mühsam über die Lippen.
„Ich bin ein Bootsmann und habe Dich aus dem Meer gefischt. Du musst wohl Schiffbruch erlitten haben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns und dann bringe ich Dich erst mal an Land.“, sagte er mit beruhigender Stimme zu ihr.
Es verging einige Zeit bis Rogushia wieder bei vollem Bewusstsein war und es ihr besser ging. Sie berichtete dem Bootsmann das Unglück was ihr wiederfahren war und wie es dazu kam das er sie aus dem Meer fischen musste.
„Wohin fahren wir, mein Herr?“ fragte sie den Bootsmann.
„Ich fahre nach Bajard, dort werdet ihr an Land gehen können. Ich muss dort eine Nachricht überbringen.“
„Bajard, von der Stadt habe ich noch nie etwas gehört. Doch bin ich sehr gespannt was mich dort erwarten wird.Ich möchte mir dort ein neues Leben aufbauen“, sagte sie voller Vorfreude. „Endlich mag sich die Reise zu etwas besseren entwickeln“, dachte sie.
„Kann ich mich irgendwie erkenntlich zeigen, dass ihr mir das Leben gerettet habt?“, fragte sie den Bootsmann mit einem fragenden Blick.
Der Bootsmann überlegte kurz und antwortete dann schließlich mit freundlichen Zügen in seinem Gesicht:
“Wenn es Euch keine Umstände machen würdet, dann überbringt Ihr doch die Nachricht, dann könnte ich wieder nach Hause zu meiner Familie fahren und verschwende keine Zeit mehr. Wisst Ihr, meine Frau erwartet unser drittes Kind und ich würde gern bei der Geburt meines Sohnes anwesend sein.“
„Sicher, das mache ich gern, wenn Euch das als Gegenleistung reicht. Gold oder ähnliches kann ich Euch leider nicht anbieten.“, sagte sie.
„Doch leider weiß ich nicht genau wo das Schreiben direkt abgegeben werden soll, ihr müsstet Euch durchfragen…“ sagte er leicht zögerlich und errötete leicht. „Ich habe die Wegbeschreibung vergessen, vielleicht wegen der Aufregung der Geburt.“ Er schaute verlegen nach unten.
„ Das ist mir der Aufwand wert. Gebt mir die Nachricht und sie ist bei mir in guten Händen. Ich werde sie auf jeden Fall überbringen. Ich werde mich durchfragen und nicht zögern um es richtig zu machen.“, sagte sie freundlich und vertrauensvoll.
Es vergingen noch einige Stunden bis sie den Hafen von Bajard am Horizont erblickten. Nach einer Weile legten sie dort am Steg an. Der Bootsmann überreichte ihr vertrauensvoll das Schreiben. Sie bedankte sich nochmals für die Rettung ihres Lebens und versicherte dem Mann nochmals, dass sie das Schreiben überbringen wird. Der Bootsmann legte wieder ab und sie winkten sich nochmals zu.
Dort stand sie nun, auf dem Steg des Hafens von Bajard und atmete einmal tief durch.
„Hier werde ich ein neues Leben beginnen!“ sagte sie leise zu sich selbst, mit einem Hoffnungsschimmer in ihren Augen.
Und so begann sie ihr neues Leben, doch das alte mag sie trotzdem niemals vergessen...
*das Papier wirkt verbrannt, doch einige Zeilen lassen sich noch deutlich lesen*
„ … lag ein Bündel vor unseren Toren. Es handelt sich um ein kleines weibliches Kind, leicht abgemagert, blass. Das Alter ist unklar, doch ist es noch ein Säugling. Namensgebung: Rogushia Miore. Der Gesundheitszustand scheint…“
Diesen Zettel fand Rogushia, in dieser Nacht, vor dem eisernen Tore des abgebrannten Waisenhauses. Das Feuer war schon gelöscht worden doch die Glut war noch warm. Tage von Heimatlosigkeit und ohne Verpflegung standen ihr bevor. Traurig, steckte sie den Zettel in die Tasche und verweilte noch einige Stunden an diesem Ort.
Das einzige was ihre geblieben war, waren die Kleidungsstücke die sie am Leibe trug und eine Tasche, die sie sich um den Oberkörper hängen konnte.
Sie schaute sich um, ob sie noch etwas Brauchbares finden würde. Sie fand einen Apfelbaum, der unversehrt war und pflückte sich einige Äpfel und steckte sie sich in die Tasche. Anschließend setzte sie sich auf einen Stein…
Sie überlegte was sie nun tun solle, da sie nun auf sich alleine gestellt war. Alle anderen hatten sich aufgemacht, in andere Städte um dort ihr Glück zu versuchen. Sie war nicht mitgegangen, da sie sich erst über ihre Gedanken und Gefühle im Klaren sein wollte.
Immer und immer wieder betrachtete sie die Ruine. Dort hatte sie nun schon über 20 Jahre gelebt und war hier aufgewachsen. Gute und schlechte Zeiten hatte sie hier erlebt. Meistens war sie ein Einzelgänger gewesen, der eher in sich gekehrt war. Nachdenklich, aber stets freundlich, so hatte man immer wieder über sie gesprochen. Sie konnte niemals jemanden einen Wunsch abschlagen, ob es sich nun um den Küchendienst handelte oder doch um die Arbeiten im Garten. Manchmal sollte sie sogar noch die Briefe für andere schreiben, weil die entweder keine Lust hatten oder noch nicht schreiben konnten.
Als die Nacht schon weit voran geschritten war, fasste Rogushia einen Entschluss und machte sich auf. Sie wollte zum Hafen gehen und sehen wo die Schiffen an den nächsten Tagen hin aufbrechen würden.
Am Hafen angekommen, frage sie nach den Preisen für die Fahrten. Jenes war sehr unterschiedlich, wurde ihr gesagt. Von 100 bis 1000 Goldstücke sollte es kosten. Es käme darauf an wie lang die Reise werden sollte und wo die Reise hingehen solle. Doch Rogushia hatte kein Gold bei sich, es war doch alles beim Brand abhanden gekommen und so fragte sie, ob es auch andere Möglichkeiten gab, um hier weg zu kommen. Der Fährmann sagte ihr, das man auf einem Schiff Namens „Freier Vogel“ anheuert könne, doch müsste man dort arbeiten verrichten. Doch gab es viele Gerüchte über dieses Schiff, erwähnte der Fährmann noch beiläufig. Sie lies sich den Weg zu dem Schiff erklären, ignorierte die Anspielungen auf die Gerüchte und machte sich auf den Weg…
Am Schiff „Freier Vogel“ angekommen, der Morgen dämmerte schon, sah sie einen Mann am der Reling stehen.
Sie rief ihm zu:“Herr, was muss ich tun um auf Euer Reise mitfahren zu dürfen?“
Der Mann antwortete:„Was für Fähigkeiten habt ihr denn? Oder besser gesagt, was könntet ihr mir als Angebot machen?“
„Meine Fähigkeiten, mhm…“sinnte sie, „ich könnte für Euch in der Küche helfen oder Schriften fertigen, die Ihr braucht.“
„Mein Mädchen, wie haben hier einen Schreiber und genügend Hilfskräfte in der Küche. Könnt Ihr mit einem Schwert oder einer Axt umgehen?“
„Nein, leider nicht.“ Antwortete sie.
„Dann mache ich Euch folgendes Angebot, Ihr dürft auf das Schiff kommen, wenn Ihr Euch für Übungszwecke, zu Kampftechniken, für meine Neulinge zur Verfügung stellt.“, sagte er und schmunzelte vor sich hin, denn er dachte das sie das Angebot sicherlich nicht annehmen würde. „Wer ist schon so dumm und stellt sich freiwillig vor Anfänger einer Kriegerklasse“, dachte er.
Rogushia dachte kurz über das Angebot nach. Sie konnte sich auch hier Arbeit suchen und warten bis sie das Gold für die anderen Schiffe angespart hatte. Doch sie wollte weg von hier, das stand für sie fest.
„Ich nehme das Angebot an, wenn ich ein Schwert von Euch bekomme!“, sagte sie und in ihren Augen spiegelte sich Hoffnung und Willenskraft wieder.
Der Mann auf der Reling stockte kurz der Atmen.
„Seid Ihr Euch sicher, es könnte sein das Ihr schneller tot seit als dieses Schiff den Anker wirft?“, sagte er mit einem Unterton, von überraschter Besorgnis.
„Ja, dessen bin ich mir bewusst. Doch hält mich hier nichts mehr und so möchte ich versuchen so schnell wie möglich von hier weg zu kommen. Da gehe ich auf so ein Risiko ein!“, sagte sie mit voller Überzeugung.
„Gut, dann kommt an Board!“, sagte er mit einer einladenden Handbewegung. Aus dem Augenwinkel konnte Rogushia noch erkennen, das er leicht den Kopf geschüttelt hatte.
Rogushia machte sich auf und schaute sich, nach Erlaubnis, auf dem Schiff erst mal um. Es war ein kleines Schiff. Sie schätzte das ca. 70 Personen hier Unterschlupf fanden. Auf Deck fand sie einen Übungsplatz, eine abgesteckte Arena, wo sie erkannte, dass dort noch Blut auf den Planken war. Ihr wurde leicht übel. „Ich hätte mich besser als Putzfrau beworben!“, dachte sie und zweifelte schon wieder an ihrer Entscheidung. Doch Rückgängig konnte sie es nicht mehr machen, da das Schiff gerade dabei war abzulegen…
Sie ging in ihre Kammer welche ihr zugeteilt worden war. Gross war sie nicht, doch hatte sie den Vorteil dass es ein Einzelzimmer war. Es gab, mit ihr zusammen nur 3 Frauen auf diesem Schiff. Das eine war die Frau des Kapitäns und das andere war die Obere Küchenkraft. Der Rest der Mannschaft waren Männer.
Sie legte sich erst mal zum schlafen hin, sie hatte mit dem Mann von der Reling, der sich im Nachhinein wohl als Kapitän rausstellte, abgesprochen, er solle sich melden wenn er sie brauchte.
Wie abgesprochen, sagte ihr der Mann in den nächsten Tagen bescheid, wenn er sie mal wieder zu einem Übungskampf brauchte. Sie schlug sich in der Arena nicht schlecht. Sie überlebte immerhin die Attacken der anderen. Man konnte trotzdem noch nicht sagen, dass sie gut mit dem Schwert umgehen konnte. Sie war ein blutiger Anfänger und würde es wahrscheinlich auch noch einige Zeit lang bleiben.
Eines Nachts, das Schiff war mitten auf der hohen See, als sie mit heftiger Wucht aus Bett geworfen wurde. Sie stieß sich den Kopf an der Kante des Bettes. Sie hielt sich den Kopf und setzte sich auf, lehnte sich gegen die Wand. Bevor sie überhaupt begreifen konnte was passiert war, flog ihre Tür aus dem Schloss und eine der anderen Frauen schrie zu ihr: „Schnell das Schiff sinkt!“ Rogushia wurde von der Frau auf die Beine gezogen und sie schlieff sie hinter sich her an Deck. Draußen angekommen, tobten der Kapitän und die Mannschaft über das Deck. Es war ein Heiden Durcheinander und sie wusste zuerst nicht wohin sie überhaupt sollte. Sie schaute nach Links und nach Rechts….
Sie vernahm immer wieder die Wortfetzen: „aufgelaufen“ und „riesen Riss“. Immer noch dröhnende Kopfschmerzen, doch ihr wurde bewusst, dass das Schiff die Passagiere nicht länger tragen würde. Die Rettungsboote wurden bepackt und schon runtergelassen. Alle versucht sich in Sicherheit zu bringen. Panik lag in der Luft und alle liefen durcheinander. Sie wurde zur Seite geschupst und stolperte. Sie konnte ihr Gleichgewicht nicht mehr halten und ging über die Reling. Sie versuchte um ihr Leben zu schwimmen, doch sie verlierte die Orientierung. Was war oben, neben, drunter?
Nach einiger Zeit, klammerte sie sich an eine Kiste die vor ihr schwamm und versuchte sich drauf zu hieven. Doch die Kiste brach in zwei Hälften und sie verlor das Bewusstsein, wegen der vielen Anstrengung…
Als sie wieder zu sich kam lag sie auf einem kleinen Boot. Das Boot wirkte wie ein kleines Fischerboot. Sie hustete und konnte ihre Umgebung noch nicht richtig erkennen. Sie sah nur Umrisse von einem Mann, der sich über sie gebeugt hatte und ihr immer wieder auf die Wange tätschelte.
„Komm wieder zu Dir, Fräulein!“, sagte er.
„Wo bin ich, wer sind sie?“brachte sie nur mühsam über die Lippen.
„Ich bin ein Bootsmann und habe Dich aus dem Meer gefischt. Du musst wohl Schiffbruch erlitten haben. Wir haben noch einen langen Weg vor uns und dann bringe ich Dich erst mal an Land.“, sagte er mit beruhigender Stimme zu ihr.
Es verging einige Zeit bis Rogushia wieder bei vollem Bewusstsein war und es ihr besser ging. Sie berichtete dem Bootsmann das Unglück was ihr wiederfahren war und wie es dazu kam das er sie aus dem Meer fischen musste.
„Wohin fahren wir, mein Herr?“ fragte sie den Bootsmann.
„Ich fahre nach Bajard, dort werdet ihr an Land gehen können. Ich muss dort eine Nachricht überbringen.“
„Bajard, von der Stadt habe ich noch nie etwas gehört. Doch bin ich sehr gespannt was mich dort erwarten wird.Ich möchte mir dort ein neues Leben aufbauen“, sagte sie voller Vorfreude. „Endlich mag sich die Reise zu etwas besseren entwickeln“, dachte sie.
„Kann ich mich irgendwie erkenntlich zeigen, dass ihr mir das Leben gerettet habt?“, fragte sie den Bootsmann mit einem fragenden Blick.
Der Bootsmann überlegte kurz und antwortete dann schließlich mit freundlichen Zügen in seinem Gesicht:
“Wenn es Euch keine Umstände machen würdet, dann überbringt Ihr doch die Nachricht, dann könnte ich wieder nach Hause zu meiner Familie fahren und verschwende keine Zeit mehr. Wisst Ihr, meine Frau erwartet unser drittes Kind und ich würde gern bei der Geburt meines Sohnes anwesend sein.“
„Sicher, das mache ich gern, wenn Euch das als Gegenleistung reicht. Gold oder ähnliches kann ich Euch leider nicht anbieten.“, sagte sie.
„Doch leider weiß ich nicht genau wo das Schreiben direkt abgegeben werden soll, ihr müsstet Euch durchfragen…“ sagte er leicht zögerlich und errötete leicht. „Ich habe die Wegbeschreibung vergessen, vielleicht wegen der Aufregung der Geburt.“ Er schaute verlegen nach unten.
„ Das ist mir der Aufwand wert. Gebt mir die Nachricht und sie ist bei mir in guten Händen. Ich werde sie auf jeden Fall überbringen. Ich werde mich durchfragen und nicht zögern um es richtig zu machen.“, sagte sie freundlich und vertrauensvoll.
Es vergingen noch einige Stunden bis sie den Hafen von Bajard am Horizont erblickten. Nach einer Weile legten sie dort am Steg an. Der Bootsmann überreichte ihr vertrauensvoll das Schreiben. Sie bedankte sich nochmals für die Rettung ihres Lebens und versicherte dem Mann nochmals, dass sie das Schreiben überbringen wird. Der Bootsmann legte wieder ab und sie winkten sich nochmals zu.
Dort stand sie nun, auf dem Steg des Hafens von Bajard und atmete einmal tief durch.
„Hier werde ich ein neues Leben beginnen!“ sagte sie leise zu sich selbst, mit einem Hoffnungsschimmer in ihren Augen.
Und so begann sie ihr neues Leben, doch das alte mag sie trotzdem niemals vergessen...