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Augenblicke

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 03:13
von Elias Schwarz
Ganz vertieft war er in den Leib, der sich zusammengerollt in dem kleinen Bett befand, hier und dort bahnte sich die rote Mähne ihren Weg unter der Decke hervor. Ja, es war wieder einer dieser Augenblicke, die er nie verstreichen lassen wollte, auch wenn sich die müden Lider langsam bemerkbar machten. Trotzdem hinderte ihn dieser Zustand nicht daran, den Tag nochmal in Gedanken durchzugehen. Der belustigte Anblick vom ungekämmten Haar, das Schlittschuhlaufen auf dem Eis.. Ihre Nähe dabei, hier und dort kleine Liebkosungen- und dann war sie doch wieder distanziert, wenn das Ganze den Weg zu neuen Erfahrungen ebnen sollte. Er verstand es nicht- war sein ständiges Ruhen auf dem Fußboden nicht schon Beweis genug, dass er nicht einfach den Morgen danach die Flucht ergreifen würde? Aber viel wahnsinniger machte es ihn, seine Gedanken nicht in Taten umsetzen zu können. Wie oft hatte er sich schon vorgestellt, seinen Leib gegen ihren zu pressen, ihre glühende Haut mit seinen Lippen zu verwöhnen und sie damit zum Winden zu bringen, bis sie schließlich seine Leidenschaft erwiderte, ihren Duft würde er in sich aufnehmen... Er blinzelte.. Die Gedanken machten es ihm nicht gerade leichter, der Versuchung, die sich ihm da so offen schlafend anbot, zu widerstehen.
Langsam schweifte er ab, zwang sich förmlich dazu. Damals.. Ja.. Als er das letzte Mal der Versuchung nicht widerstehen konnte, sich verliebte.. Einfach nur die Hingabe, die Nähe genoss.. Über Verlobung wurde gesprochen.. Bis sich ihm der Anblick bot, als er seinen Bruder mit ihr in den Fellen erwischte. Jonathan.. er seufzte..Er war sich sicher, dass sein Verhalten in der Taverne wieder genau darauf abzielen sollte, sie mit der Versuchung in Form von Dreistigkeit zu locken, doch nicht sie, nein.. Sie würde sich nie so einer Art von Mann hingeben, hatte er es doch schon als der vernünftigere Part schwer, sie richtig zu erreichen. Das Gefühlschaos, das sich allmählich in der Brust aufbäumte, hielt ihn noch lange wach. Doch trotz allem, was geschehen war, war er sich sicher, dass diesmal alles anders werden würde.. Er hoffte es.. Und so sah er wieder in das friedvolle, schlafende Gesicht und genoss einfach den Augenblick.