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gesprungen

Verfasst: Mittwoch 10. Februar 2010, 00:02
von Inara Schwarzmourne
Es war kalt und dunkel. Wo war sie? Sie sah sich um, aber erkannte nichts. Nur langsam gewöhnten sich ihre Augen an die Dunkelheit.
Sie schien in einem dunklen Raum zu stehen. Lediglich ein paar Schritte von ihr entfernt leuchtete etwas schwach. Es war fast so gross wie sie und kantig. Langsam ging sie darauf zu, aber sie erkannte nicht richtig, was es war. Es war irgendwie .. verschwommen. Als sie näher kam, er kannte sie, dass es sich um einen Spiegel handelte.
Doch das Bild das er zeigte, war nicht sie. Während sie ging, zeigte der Spiegel schemenhaft stehende Menschen. Es schien sich um eine junge Familie zu handeln. Sie meinte, eine Frau, einen Mann und ein Kind zu sehen, aber das Bild war seltsam unklar, doch die Personen standen still. Die Oberfläche schien beschlagen. Etwas zog sie dorthin, rief nach ihr. Sie hatte das Gefühl, sie müsse sehen, wer es ist.

Sie hob ihre Hand und wischte den Beschlag aus dem Gesicht der Frau. Sie war schön, doch lächelte sie sie traurig an. Sie kam ihr bekannt vor, doch sie wusste einfach nicht woher. Doch sie wurde das Gefühl nicht los, sie müsste sie erkennen.
Dann betrachtete sie das verschwommene Gesicht des Mannes. Sie glaubte, er wolle ihr etwas sagen, doch sie konnte ihn nicht hören. Ob er auch so schön war? Ihre Hand zitterte als sie sie anhob um auch sein Gesicht von dem Dunst zu befreien. Irgendetwas war mit ihm... sie hatte ein unruhiges Gefühl, als wäre Gefahr im Anzug und doch.. spürte sie tiefes Vertrauen. Wie seltsam!?

Langsam und vorsichtig schob sich ihre Hand über die glatte Oberfläche. Doch gerade als sie seine Augen freigelegt hatte, hörte sie ein klirrendes *Pling* und der Spiegel bekam Risse. Direkt unter ihrer Hand schien der Spiegel zu zerbrechen. Erschrocken zog sie ihre Hand zurück und schnitt sich an einer vorstehenden Scherbe.
Ungläubig starrte sie erst ihren blutenden Finger, dann den Spiegel an. Die Frau und das Kind standen noch still da, aber der Mann schien in duzende Teile gesprungen zu sein. Einzig die Augen sahen sie traurig an. So traurige Augen hatte sie noch nie gesehen. Sie hielten sie gefangen und am liebsten wollte sie nur noch für immer in diese Augen sehen. Mehr brauchte sie doch eigentlich auch nicht, oder?
Plötzlich hatte sie das Gefühl, jemand packte sie von hinten an der Schulter und sie fuhr erschrocken herum und ..

*schweissgebadet wachte sie auf. Ihr Herz raste und sie brauchte einige Sekunden bis ihr bewusst wurde, wo sie war. Sie lag klein zusammen gerollt vor dem Kamin auf dem Fell. Das Feuer schien bereits vor einiger Zeit ausgegangen, doch morgen schien es noch nicht zu sein. Etwas zog ihre Aufmerksamkeit auf sich, etwas stach sie. Sie blickte an sich herab auf ihre Hand. Frisches Blut tropfte von einem ihrer Finger. Merkwürdig. War es nicht nur ein Traum gewesen? Ahja.. sie hatte geträumt. Was hatte sie noch gerade geträumt? Grüblnd sah sie ihre Hand an. Strähnen fiehlen ihr ins Gesicht, Strähnen weisser Haare. Weiss? Seit wann waren sie eigentlich weiss? Egal. Langsam rappelte sich sich auf und streckte ihre steifen Glieder. Warum hatte sie nur hier geschlafen? Hatte sie zu viel getrunken?

Sie würde sich ersteinmal Frühstück machen, dann würde ihr sicher wieder alles einfallen und dieses nebelige Gefühl aus ihrem Kopf verschwinden.

Verfasst: Samstag 13. Februar 2010, 16:25
von Rafael von Arganta
Malachais Brief hatte ihn nicht wirklich beruhigt.
Im Stillen verfluchte er ihn schimpfte ihn einen Idioten, Sturrkopf und hätte ihn wohl am liebsten verprügelt wenn er seiner Habhaft geworden wäre.
Wie konnet er nur so ... so... DUMM sein.
Sobald es seine Zeit zuließ sollte er Inara einen Besuch abstatten, sehen wie es ihr ging, ihr Mut zusprechen.
Er war sicher das Malachai nur Zeit benötigte, er würde.. er konnte Inara mit Marrick gar nicht alleine lassen.

Viel Schlaf hatte er die letzten Tage nicht gehabt, als er des Abends dann an Inaras Tür klopfte.
Als sie dann öffnete glaubte er auch für den Moment noch zu träumen.
Sie stand da, das Haar weiß, durcheinander gewühlt, die Kleidung schmutzig über Tage nicht gewechselt und blickte ihn mit einem Lächeln an.
"Hallo Schatz, hast du deinen Schlüssel vergessen?"
Er blickte sie für den Moment verwirrt und sichtlich betroffen an.
"Inara? ... du bist mit Malachai zusammen... wir sind nur Freunde?"
meinte er vorsichtig und sie nickte, ins Haus vorgehend.
"Ich weiss doch ?"
Er verwirrte sie vollkommen und sie ging ins Haus als wäre nichts passiert.
Er sprach von Malachai, davon das er sicher bald wiederkommen würde, und sie nickte, meinte dann das er wohl bald kommen würde, dann jedoch das sie IHN reparieren müsste, dann wiederum schwenkte sie zu andren Themen, das Marrick oben schlafen würde, und dann wieder .. immer wieder etwas von Reparieren.
Rafael merkte das sie deutlich verwirrt war.

Auf die Frage wielange sie sich nicht gewaschen hätte, wich sie aus, meinte nur das sie nicht hinab in den Keller gehen könne, worauf er ihr dann ein Ultimatum stellte. Das sie entweder selber gehen solle oder er sie hinabtragen würde.
Als sie nicht reagierte, packte er sie einfach, warf sie halb über die Schulter, und trug sie, ihre wütenden Rufe und ihr trommeln auf seinen Rücken nicht beachtend, die Treppe hinab, um sie dann einfach in ihr Bad zu tragen und im Wasser ab zu laden.
"DU wäscht dich jetzt! Auch die Haare und ich hole die neue Kleidung" Befahl er in einem Tonfall der keine Widerrede zuließ, und als sie einfach da wo sie war begann ihre Kleidung fallen zu lassen, drehte er ihr sofort den Rücken zu.
So... hatte er es auch nicht gemeint, doch wenigstens schien sie sich nun zu waschen.

So schnell als möglich verließ er lieber das Bad, ging hinüber in ihr Zimmer und begann Kleidung heraus zu suchen.
Er wollte gerade zurückkehren als sie ihm entgegenkam.
Sofort drehte er sich wieder um und ihr. "Hallo Schatz, du bist schon zurück?" er knirschte mit den Zähnen.
Ihr die Kleidung über die Schulter zurreichend meinte er nur "Inaraaa ich bin dein Freund nicht dein Schatz. Wir sind nur Freunde ... "
Sie nickte wärend sie sich anzog. "Ich weiss doch?"
Sie brachte ihn zum Wahnsinn... wohl selber dem Wahnsinn sehr nahe.
Immer wieder verwirrt, dann verzweifelt dann versuchend stark zu sein.
Ein Wechselbad der Gefühle, und Rafael wollte nur eines, sie so schnell als möglich zu Liliana zu bringen.
Aber Inara weigerte sich. Wollte sie Marrick doch nicht alleine lassen.

So schob er sie hoch in ihren Wohnraum wo sie sich vor den Kamin setzte.
Rafael selber besorgte ihr einen Krug wein, versetzte ihn mit einem starkem Schnaps den er ihr dann reichte, während er beruhigend, sanft... fast wie zu einem kleinem Kind auf sie einredete.
Immer wieder sie an Marrick erinnernd, das sie für ihn stark sein musste, das Malachai wiederkäme, es nur Zeit brauchte, und endlich ließ sie die Trauer zu, brach schluchzend zusammen und klammerte sich an ihn, während er sie einfach nur festhielt.
Sie war nicht alleine. Nicht wie damals.
Und dieses mal war ihr Sohn bei ihr der sie brauchte, so wie sie ihn wohl brauchen würde.
Er versuchte es ihr klar zu machen, wollte ihr Halt bieten und ihr erklären das sie ihn als Freund hätte und nicht alleine wäre.
Und sie beruhigte sich nur sehr langsam.

Er wäre wohl länger geblieben, doch draußen erklangen auf einmal Rufe...
Letharisch und fremd, fordernd.
Schwert und Schild waren schnell gegriffen und er stürmte hinaus.
Es war wie es immer war, seine Pflichten holten ihn immer wieder ein, und sie standen für ihn an erster Stelle ...

Als er dann.. Stunden später zurückkehrte, war das Haus dunkel und auf sein Klopfen öffnete niemand.
Er hoffte das Inara hatte Schlaf finden können.

Verfasst: Sonntag 14. Februar 2010, 18:51
von Inara Schwarzmourne
Langsam zog sie die Tür hinter sich zu und schloss sie leise und seufzte schwer.
Was hatte sie nur falsch gemacht in ihrem Leben? Sie hatte immer versucht für ihre lieben da zu sein, ihnen einen Rückzugsort zu bieten, an dem sie Wärme, Liebe, Verständniss und Freundschaft fanden. Sie war für sie da, egal was sie taten, hütete ihre Geheimnisse, verband ihre Wunden, bot ihnen ihre Schulter, wenn sie eine brauchten und sprach ihnen stets Mut zu. Doch was hatte sie nun davon? Man erklärte sie für Verrückt, drohte ihr sogar, ihr ihren Sohn wegzunehmen. Die, die sie Freunde genannt hatte, sie hörten ihr nicht zu, sie sprachen als wäre sie verrückt, nicht mehr Herr ihrer selbst. Sie vertrauten ihr nicht, sie glaubten ihr nicht und statt sie zu unterstützen, versuchten sie, ihr etwas unsinniges einzureden. Sie würde ebenso einfach davon laufen, sie WOLLE verrückt sein, sich in ihrem Kopf verkriechen, sie würde Marick vernachlässigen.
Hatten Sie vielleicht Recht? Hatte sie den Verstand verloren? Nein, NEIN, das konnte nicht sein. Es gab einen Grund, es gab IMMER einen Grund ... für alles. Doch oft blieb er ihr verborgen. Trotzdem war sie sich sicher, es gab einen. Sie musste ihre Arbeit fortsetzen und so begab sie sich wieder zu dem Fell am Kamin und rollte sich dort zum schlafen zusammen.

Als sie die Augen wieder aufschlug, war sie wieder an dem Ort, um den sich ihre Gedanken allein drehten. Die Dunkelheit war fast greifbar, wäre nicht der sanfte Schimmer gewesen, der vom Spiegel ausging. Vor dem Spiegel lagen dutzende Scherben, die aus der Figur des Mannes heraus gebrochen waren. Als sie während des ersten Traumes gepackt worden war, stiess sie gegen den Spiegel und sie fielen heraus. Wenn Cyrion und Rafael das hier nur sehen könnten. Vielleicht würden sie es dann verstehen.
Cyrion hatte gemeint, sie solle sich doch ein neues Bild malen, mit Marick zusammen. Aber wo sie nun darüber nachdachte, war das hier wohl nichts anderes. Sie hatte sie zuerst nicht erkannt, doch nun wusste sie, sie hatte Recht. Es waren sie, Marick und Malachai. Malachai war zerbrochen, aber sie würde es schon schaffen ihn wieder zusammen zu setzen. Sie hatte ihn bisher noch immer gerettet. Sie konnte ihn doch nicht einfach so lassen. Sie wusste es einfach. Es musste sein.. es war wichtig. Und so griff sie nach der ersten Scherbe und versuchte herauszufinden, wohin sie gehörte, schob sie mit dieser und jener zusammen, probierte hier und dort. Und als sie sich wieder einmal an ihr schnitt, spürte sie den Schmerz nicht einmal.

Doch wieder wurde sie jäh aus ihrem Traum gerissen, als es klopfte. Es war ein Brief von Malachai.
Vielleicht war es ein Glück, dass er nicht wusste, was derweil bei ihm zuhause geschah, wie schlecht es den seinen ging. Er war im Zwist.. ja.. das kannte sie ja schon. Warum tat er es dann nicht einfach, wenn ihm eh schon Zweifel an seiner Flucht kamen? Warum kam er nicht einfach zurück. Er konnte ja doch nicht ewig weglaufen. Und letzten Endes würden sie nie vergessen, was er getan hatte. Was hatte er damit denn auch erreicht? Man erklärte sie für verrückt, man wollte ihr Marick wegnehmen. Es war alles nur noch schlimmer geworden. Aber es war wohl so wie immer. Sein Stolz stand ihm im Weg. Ja, man hatte ihm unrecht getan, aber er war nicht minder im Unrecht gewesen. Doch das einzugestehen war nie leicht für ihn gewesen. Es war besser, dass er nicht da war. Er hätte sich nur gegrämt, wenn er es gesehen hätte. Vielleicht war es auch besser, man zog weg von hier, vielleicht in die Nähe Cyrions, oder Arsen´s, oder zurück nach Lameriast. So viele schlechte Erinnerungen füllten diese Mauern bereits. Und nun war noch eine mehr dazu gekommen gestern.

"Verdammt nochmal Inara !!! Mach dein Leben doch nicht an Malachai fest ?!!!Denk an Marrick ... kein Wunder das es mit uns nicht funktionierte!!!"

Ein Dolch ins Herz hätte nicht weniger Schaden angerichtet. Wie hatte er das nur tun können? Erst hatte er sie fallen gelassen wie eine heisse Kartoffel und nun machte er es ihr zum Vorwurf, dass sie sich an den einzigen Mann klammerte, der ihr geblieben war? Wie konnte er nur...
Cyrion hatte versucht sie zu besänftigen, erklärende Worte zu finden.. aber nichts half gegen ihre Wut. Und da behaupteten sie allen ernstes SIE sei verrückt?? Sie müssten sich mal zuhören. Sie sollte nicht an ihrer Familie festhalten, sie sollte sich eine neue Familie MALEN... mit Marick zusammen. Nein, wenn, dann waren sie verrückt.
Sie wussten gar nichts, ja offenbar kannten sie sie nicht einmal. Sie wussten nicht, wie sie fühlte und ihr zu Vertrauen kam wohl auch niemandem von ihnen in den Sinn. Aber es waren ja auch seine Freunde, nicht ihre... leider.

Und so legte sie sich wieder vor den Kamin in dem wissen, dass sie die einsamste Frau war, die es gab. Von allem und jedem verlassen und doch hatte sie eine Pflicht zu erfüllen und schon bald war sie wieder dabei Glasscherben zu sortieren in einer schier aussichtslosen Menge. Doch als sie sich erschöpft vor den Spiegel setzte, hatte sie es tatsächlich geschafft ein paar Teile einzufügen an der richtigen Stelle und wie durch ein Wunder waren sie wieder mit dem Rest verschmolzen als wären sie nie heraus gebrochen gewesen. Stück für Stück, immer ein bischen mehr, würde sie ihn wieder zusammen setzen. Dann würde sie ihm sagen können, dass er zurück kommen sollte, damit er den Weg zurück fand, den Weg zurück in ihr Herz, wo derzeit nur Trauer und Schmerz tobten. Die anderen verstanden es einfach nicht. Sie würde ihn nie wieder lieben können, wenn sie dies nicht vollendete. Aber er war doch der einzige, der ihr geblieben war und auch wenn sie nicht genau sagen konnte, warum es so war, es war wichtig, sehr wichtig sogar. Das wusste sie einfach. Das war doch nicht verrückt, oder doch?

Und als sie die Augen schloss um den Rest der Nacht traumlos zu verbringen, merkte sie bereits gar nicht mehr, wie sich einige haarfeine Risse fast unsichtbar langsam in der Frau im Spiegel breit machten.

Verfasst: Dienstag 23. Februar 2010, 22:14
von Inara Schwarzmourne
Die Wärme des Ofens lullte sie in den Schlaf.
So viele Menschen... sie waren alle hier, Cyrion, Sarah, Selina, Arsen..sie hatte lange keine Gäste mehr gehabt. Zu lange eigentlich. Doch der Grund war alles andere als freudig.
Ihr Sohn wurde offenbar von einem bösen Geist verfolgt. Als hätte diese Familie nicht schon genug ....
Sie musste sich wirklich beeilen mit dem Spiegel. Sie musste es fertig stellen. Ihr Sohn sollte wissen, dass sie für sie da ist. Er sollte es sehen und spüren können. Aber im Moment war sie viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Langsam hasste sie es, Wahnvorstellungen zu haben. Wann würde das alles nur endlich zu ende sein? Sie wollte doch nur in Ruhe leben.
Aber vielleicht gelang es ihr, wenigstens Sarah zu überzeugen, dass sie nicht völlig den Verstand verloren hatte, sondern nur eine Aufgabe zuende bringen musste.
In dieser Familie geschah doch wirklich oft genug seltsames. Da sollte es doch wohl nicht so schwer sein, ihr auch etwas Vertrauen entgegen zu bringen oder ihr Glauben zu schenken. Aber verübeln konnte sie es ihnen irgendwie auch nicht. Aber sie würden schon sehen.

Kurz darauf befand sie sich wieder vor dem Spiegel.. zu ihren Füssen die Scherben, welche sie in mühsamer Kleinarbeit langsam aber sicher zusammen setzte. Stück für Stück wurde prüfend angesehen, hingelegt, gedreht, neben ein anderes Teil gelegt, wieder gedreht, abschätzend vor den Spiegel gehalten und dann wurde Teil für Teil wieder in den Spiegel gepasst wo es sofort mit dem Rest des Spiegels verschmolz um so ganz langsam wieder ein ganzes Bild abzugeben. Nach und nach wurde immer mehr von Malachais Beinen und aufwärts sichtbar. Nicht mehr lange und sie hatte seine Taillie erreicht und dann würde es hoffentlich nicht mehr so lange dauern. Seufzend sah sie auf seine Augen, welche sie noch immer traurig ansahen. Sie vermisste ihn so sehr, dass es ihr fast das Herz zerriss. Tränen rannen ihre Wange hinab und für einen Moment war sie nur ein schluchzendes Häuflein Elend.
Dann jedoch glaubte sie kurz, Marick rief nach ihr, doch sie konnte ihn nicht sehen und zu hören war auch nichts mehr.

Sie musste nun stark sein, sie musste für ihn da sein. Er brauchte sie. Deswegen galt es, nicht aufzugeben und weiter zu arbeiten. Einfach nur Stück für Stück zusammen setzen und nicht nachdenken und vor allem nicht hinsehen..
Eine ganze Weile schon hatte sie das Gefühl, etwas von hinter dem Spiegel beobachtete sie, doch sie wollte lieber nicht herausfinden, was es war. Seine Kralllenspuren an ihrer Schulter waren noch zu frisch. Mehr hatte er ihr aber noch nicht getan. Konnte er es etwa nicht? Wer war "ER" eigentlich?
Nein, lieber nicht darüber nachdenken. Einfach weiter machen.. immer weiter. Nicht aufgeben, nicht nachdenken.. immer nur weiter.

Verfasst: Donnerstag 4. März 2010, 20:20
von Sarah Schwarzmourne
Malachai war nun schon einige Zeit fort, und Sarah dachte gar nicht daran rauszugehen solange diese Blutwesen überall lauerten. Still wurde es im Haus, zu still selbst wenn Perrin daheim war, es fehlte einfach etwas. Ihre Wunde schmerzte nun nicht mehr nur Nachts, nein es wurde ja nicht mehr hell und sie spürte sie ununterbrochen. Es brannte wie Feuer und sie konnte sich auch nicht auf die Buchstaben konzentrieren mit denen Sie sich etwas ablenken wollte. Wenn Perrin schlief schlich sie heimlich hinaus auf den Balkon, etwas frische Luft schnappen und abkühlen. Sie hielt es drin einfach nicht mehr aus, es war als ob in ihr ein Feuer kämpfte und auch wenn sie kaum noch einheizte, im Haus war es fast unerträglich für sie.
Lange dachte sie darüber nach was sie tun konnte, wie sie Malachai helfen konnte, dass ihr Bruder rasch wieder zurueckkam. So war sie umso erfreuter als Cyrion eines Abend kam und auch wenn sein Besuch der Sorge ihrer Schwägerin und dem kleinen Marick galt, so konnte sie ihn dennoch bitten dieser Mariella die Strafe in Form der 20 Kronen und eine Abschrift der Entschuldigung an diese Leah zu bringen.
Für Sarah war das sehr viel und sie war froh dieses Gold für schlechte Zeiten gespart zu haben, aber wie sie später erfuhr war es umsonst gewesen.
Diese Adeligen, egal was man tat oder welche Strafe sie einem zukommen lassen, es ist ganz gleich, denn sie wollen mehr, sie wollen gar nicht dass man das tut was man ihnen als Strafe auferlegt, oh nein, selbst wenn ihr Bruder vor ihren Augen die Schuhe dieser Leah küssen würde, es wäre dennoch nicht genug. Grün und blau koennte sie sich darueber ärgern, aber es half alles nichts. So waren sie eben die selbsternannten besseren Häuser und ihre Bediensteten.

So war es auch nicht verwunderlich dass eine der Damen aus dem Hinterhalt feige einen Bolzen auf Cyrions Brust schoss, sein Glück dass die Rüste wohl einiges dämpfte, auch wenn der Bolzen diese glatt durchdrang und in seiner Brust stecken blieb. Feige lief sie im Finstern gleich in die Stadt die ja nicht weit vom Haus Inaras war. Ja soviel zu dem dass seiner Familie nichts vom Hause angetan wird.
Mehr als einen Wochenlauf musste Cyrion noch im Heilerhaus verbringen ehe er mit Sarah zu Arsen und Selina aufbrach um Rat und Hilfe zu erbitten für Inara und ihren Sohn.
Natürlich packten sie sofort das nötigste und gemeinsam machten sich alle auf den Weg. Marick brauchte eine Weile bis er einwilligte seine Tanten und Onkel reinzulassen, Inara schlief noch und Marick war wirklich nicht alleine. Nein etwas böses war um ihn, deutlich konnte Sarah ihn spüren, aber nicht ausmachen was es war oder wo es genau war. Es schürte Maricks Angst, hielt ihn wach und wie es aussah hatte der Junge schon längere Zeit nichts vernünftiges mehr gegessen.
Rasch machte sich Sarah daran eine heisse Hühnersuppe für ihn zu kochen welche er nach anfänglichem zögern dann auch aufgegessen hatte, natürlich tat die Suppe auch ihres um seine Müdigkeit noch weiter voranzutreiben und ging Selina mit ihm hinauf wärend Arsen und Sarah im Wohnzimmer berieten was man tun könnte. Auch er spürte die Anwesenheit dieses Wesens, aber was auch immer es war, es musste etwas geschehen.
Cyrion kam nach einiger Zeit hinunter und noch ehe er es aussprach ging Arsen auch schon nach oben um mit Selina zu träumen. Sie musste etwas schmunzeln als Cyrion doch etwas verwirrt Selis Nachricht ueberbrachte und Arsen schon wusste was sie vorhatte. Aber Cyrion war mehr als ein guter Freund der Familie, Sarah wusste genau dass ihr Bruder keinen besseren Freund finden konnte, keinen anderen Menschen den er seinen Bruder nannte, auch wenn er nicht ihr Blut besass.

Kurz nachdem Arsen nach oben verschwunden war kam auch Inara verschlafen in das Wohnzimmer. Sarah erschrak etwas als sie sie erblickte, ungepflegt, verschmutzte alte Kleidung die sie bestimmt schon einige Tage trug und sie wirkte wie ihr Sohn abgemagert und müde. Sarah bat sie doch etwas von der Suppe zu essen, sie hatte ja ohnehin mehr gekocht und sie war noch heiss und tat ihr sicher gut. Inara traute ihr kaum und so ass sie nur zoegernd einige Löffel davon. Sarah versuchte sich immer wieder auf sie zu konzentrieren, aber sie zog immer wieder ihre Hand zurueck und so begann Sarah unter leisem reden ihr Haar zu kämmen, Inara lies es zu und so hatte Sarah den Kontakt den sie brauchte. Doch was sie fuehlte lies Sarah zweifeln, nein Inara war nicht verletzt, zumindest nicht ernsthaft, doch da war etwas anderes aber das konnte sie niemandem sagen. Inara hatte die gleiche Wunde wie Sarah an der gleichen Schulter, aber Inara versicherte ihnen dass diese nicht von einem Blutwesen war. Sie bekam diese wohl als etwas sie aus ihrem Traum riss, oder sie zurueckhalten wollte, genau konnte sie es nicht sagen. Aber seltsam war es doch, die Wunde war einfach zu ähnlich als dass es Zufall sein konnte?!
Sarah gewann Inaras Vertrauen, sie glaubte ihr alles was sie sagte und sie spürte wie wichtig es für sie war diesen Spiegel wieder zusammenzusetzen. Oh ja sie spürte es. Und wie versprochen war sie diese Nacht im Traum bei ihr, ohne dass sie eingriff oder ihr half, sie stand einfach nur im Schatten und beobachtete Sie und passte auf dass niemand anderer sich ihr näherte. Die Beine waren schon fast fertig als Sarah erkannte dass es Zeit wurde zurueck zu kehren. Sie hätte gerne mit Inara noch gesprochen ueber das was sie fuehlte und auch in ihrem Traum sah, aber sie musste aus diesem Haus hinaus, diese Hitze war einfach nicht mehr auszuhalten, auch wenn sie ganz an die Wand gelehnt weit weg vom Kamin sass, sie musste hinaus, hinaus an die frische Luft, auch wenn sie da nicht lange verweilen konnte und doch rasch heimritt.