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Lawinen, Hochzeiten und andere Nebensächlichkeiten..
Verfasst: Freitag 29. Januar 2010, 23:03
von Selast Silbergras
Zorn und ein Plan
Typisch!
Kaum war sie drauf und dran, sich ihre neue "Existenz" als Feinschmiedin und Händlerin in Berchgard aufzubauen, wurde ihr Plan wieder durchkreuzt.
Verfluchte Lawine! Iriel trat erbost gegen einen Schneehaufen, der das Pech hatte, gerade in ihrer Nähe zu liegen. Heute läuft auch alles schief!
Erst die Hochzeit des Ziels ihres Bestrebens... und nun das!
Hörbar knirschte die mit den Zähnen, wie der Schnee knirschte, auf welchem sie schritt. Der Plan war so perfekt ausgedacht gewesen..!
Was befugte irgendeine .. Bäuerin.. dazu, sich ihr entgegen zustellen? Das verlangte nach mehr als nur nach Rache. Sie würde zur Hochzeit kommen.. und ein bisschen unglückliche Gefühle verbreiten.
Es darf keine Hochzeit geben! Und wenn, dann darf der Bräutigam von deren .. "Heiligkeit" nicht überzeugt sein.
Ein paar Male atmete Iriel tief durch, ehe sie ihren Blick über das Ewige Weiß der Lawine huschen lässt und dabei ihre Lippen verärgert zusammenpresst. Dann eilte sie zum Tor hinaus.. kurz bevor eine Kutsche richtung Wegeskreuz davonpreschte.
...
Da denkst du einmal, dass das Leben dir endlich ein Licht weist, und dann verrinnt alles vor deinen Augen wie Schnee in der Sonne...
Verfasst: Dienstag 2. Februar 2010, 22:47
von Selast Silbergras
Zwischenergebnis: Hochzeit
Die Schauspielerei fiel ihr erstaunlich einfach.. schließlich waren ihre Tränen echt, wenn auch der Grund ein anderer war, als alle Zuseher annahmen. Tränen der Wut, der Enttäuschung.
Iriel schmeisst in der Wut über sich selbst das schöne Festkleid zerknittert in die Ecke.. Der Plan ging jedoch leider nicht ganz auf. Ihn hatten ihre Tränen kaum interessiert, so benebelt war er von seinem Weib.
Lächerliche Frau..! Führt sich an ihrer eigenen Hochzeit kindisch und verrückt auf. Wie kann ein Mann daran nur Gefallen finden..
Sie lässt einen Seufzer aus der Tiefe ihres Herzen kommen und wirft sich auf das Bett.
Diesen Plan habe ich verspielt.. Das darf mir nie wieder passieren. dachte Iriel auf ihrer Unterlippe kauend und ging die reichen Herren durch, von denen sie überhaupt etwas wusste.
Vielleicht hatte sie in Adoran mehr Glück? Da sollte es ein Viertel voller Adliger geben.. einige Männer waren dort bestimmt noch frei.
Eine andere Möglichkeit - die noch nicht vergangen ist - wäre, Braut und Bräutigam auseinanderzuhalten. Eine kleine Lüge.. ein dezentes Zuspielen von gefälschten Beweisen - und fertig. Und wenn es nur galt, das frische Pärchen zu ärgern!
Iriel erhebt sich wieder in eine sitzende Position, ein kühles, diabolisches Grinsen auf den Zügen. Es würde sich lohnen, die Angelegenheit im Kreis zu besprechen, die Vögel würden gewiss hinter ihr stehen.
Das heißt.. bis auf Einen.
Wieder löst sich ein Seufzen, angestrengt. Der von ihrer Schwester liebevoll bezeichnete Mümmelmann.. der Arme. Eine Nacht mit ihm war genussvoll, ja.. nur wieso verstand er nicht, dass auch das käuflich und durchaus ein Mittel zu Gold war?
Wie auch immer.. die Nacht war schon weit fortgeschritten, sie selbst aber noch jung. Es würde andere Möglichkeiten geben, mit der Zeit...
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 14:16
von Selast Silbergras
Krieg und Frieden am Hafen
Nach Ablieferung des ganz speziellen Briefes in Berchgard, kehrte Iriel deutlich besserer Laune zurück zum Laden ihrer Schwester, wo sich schon das Rumkehlchen und Falke versammelt haben. Jack zog sie gleich in den Nebenraum, um von einem Schreiben zu berichten, welches am Krähennest pinnte und was sie in ihrem Fischfass versenkt hätte.
Das Mädel ist schon eine Nase… dachte sie sich und grinste vor sich hin.
„Ich werde mit Otter mal ein Gespräch führen, so von Diplomat zu Diplomat. Gold können wir ihnen kaum überlassen…“ meinte Iriel anschließend laut und lehnte sich bequem zurück.
Jack offenbarte ihre grandiose Idee, Grüni doch aus Adoran zu befreien, da er seine Lektion gewiss gelernt hätte – doch vorerst fand der Vorschlag in der Runde kaum Anklang. Iriel beschloss, das als allerletzten Trumpf im Ärmel zu behalten, wenn sie mit Otter sprach.
Ebenso war sie nur allzu gerne dazu bereit, Lissy als Vermittler mit zu jenem Treffen zu nehmen – man konnte ja nie wissen, was diesen vogelfreien Knaben alles so einfiel.
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Die Ablenkung: Kerkergeschichten
Später ging Iriel den zweiten Gefangenen, der bei ihnen eine besondere Ausbildung erhielt, besuchen. Nalock, der sich in ihrer Gegenwart erstaunlich sanft aufführte und ihr viel Kopfzerbrechen bereitete.
Sie war froh, dass sie nicht alleine stets zu ihm hinunter in den Keller musste, sondern seine Wärter sich abwechselten. Gerade Falke, den Nalock als „Hektor“ kannte, verbrachte viel Zeit mit ihm – auch wenn diese meistens nicht sehr angenehm für den Gefangenen war. Außerdem versuchte Falke soviel wie möglich dabei zu sein, wenn Iriel selbst den Kerker betrat.
Eifersüchtiger Mümmelmann… knurrte sie dann in ihren Gedanken, obwohl sie sich einer kleinen Belustigung nicht erwehren konnte.
Auch die irre Schwester wollte ihren Teil von dem hilflosen Opfer abhaben und traktiere ihn mit ihren „neusten Kreationen“ alchemistischer Kunst – und ließ ihn damit wohl am Grat zwischen Leben und Tod balancieren(!). Wahrscheinlich war dies der schlimmste Abschnitt von Nalocks Gefangenschaft und deshalb fand Iriel in dessen Gegenwart an sich selbst neue Verhaltensweisen…
Erst begegnete sie ihm mit schmierig aufgesetzter Freundlichkeit, säuselte ihm süßliche Worte zu, verstrickte ihn in ein Netz der Täuschung. Das Ziel war sein Vertrauen, nur so konnten sie ihn gut auf sein künftiges Haussklavendasein vorbereiten, dass auf der Wüsteninsel auf ihn warten sollte.
Doch der Anblick, der sich Iriel im Kerker bot, rührte an ihr Herz…
Nalock mit den verfilzten Haaren und gebrochenem Willen, dreckig und treu wie ein Hund zu ihr aufsehend, reichte, und: Sie – die mit der kühlen und gelassenen Seele - empfand das schleichend eindringende, leise stechende Gefühl des Mitleids.
Verliebe dich nie in ein Opfer..! schrie jedoch die Vernunft.
Gefühl und Verstand rissen sie diese Nacht so auseinander, dass Iriel einfach bei dem Gefangenen im Kerker blieb – trotz unversperrter Türe und mit dem schweren Schlüssel in der Tasche. Er war so selig!
Und sie würde vielleicht tot sein, wenn das jemand erführe… vor allem der gute „Hektor“.
...
Verfasst: Montag 8. Februar 2010, 15:47
von Nalock Maron
In jener Nacht war alles, einfach alles Leid vergessen,
Sie gab ihm leckere Naschereien aber viel mehr als das halfen ihm ihre Worte dass alles zu überstehen, und noch mir wie ihre Worte ihre Berührungen.
In dieser Nacht erfuhr er was sein Schicksal für ihn bereithalten sollte, ein Leben als Sklave ein Leben als Diener ohne rechte, aber das schien alles soweit entfernt.
In jener Nacht dachte er oft an etwas was ihre Schwester gesagt hatte:
"Er ist nicht dein Plüschtier"
aber er wünschte sich nichts mehr als das zu sein. ER wollte nichtmehr gequält werde um Informationen preiszugeben er wollte keine alchemistischen tränke mehr testen, er wollte einfach nur noch bei ihr sein, ihre nähe spüren, ihren zarten Atem auf seinem Gesicht spüren.
Am Anfang dachte er es würde leicht sein sie auszunutzen um fliehen zu können aber noch bevor sie das erste mal ging wusste er das fliehen ohne sie keinen wert für ihn hatte!
Außerdem sollte sie ihm Manieren beibringen, er freute sich schon auf den Unterricht, auch wenn er befürchtete das er noch andere Unterrichtseinheiten von anderen Lehrern bekommen sollte!
Vor allem fürchtete er eine Frau der er bis zu Beginn der Experimente vollends vertraut hatte, er kannte sie von früher, sie verstanden sich gut, haben sich gegenseitig geholfen und vor allem hatte sie Verständnis für seine Lage aber nun, nichts von diesen Gefühlen war geblieben.
Er hasste sie dafür das sie ihn mit den tränken fast tötete und noch mehr hasste sie sie dafür das er wegen einen der tränke fast seine geliebte verletzt hatte, er hätte es sich nie verzeihen können,
Aber doch erhob er nicht die Hand gegen sie und nicht mal das Wort den seid seiner Gefangennahme prägte ein Satz sein Leben.
Sei brav dann wird dir nichts geschehen
Am Anfang bedeutete das einfach nur einen Mann den er als Hektor kannte Informationen zu geben, wofür er belohnt wurde, er bekam saubere Sachen, genug zu essen und sogar ein wenig Alkohol aber er war nicht so verrückt sich zuzutrinken so das er womöglich noch im Rausch dinge verritt die keiner je erfahren sollte!
Später bedeutete brav sein sein Schicksal hinzunehmen und alles zu tun was man ihm sagte, sich auszuziehen um mögliche Nebenwirkungen der tränke zu sehn die er testen sollte und vor allem diese trotz den schmerzen welche ihn jene bereiteten diese weiter zu probieren.
Aber nun war die Belohnung dafür das er brav war so tausendfach grösser als zuvor, dass er weiter brav war.
So schaute er noch einmal zu der selig in seinen Armen schlafenden frau mit den tiefgrünen äugen welche für ihn wie Sterne aussahen.
Verfasst: Dienstag 2. März 2010, 21:00
von Selast Silbergras
Der reinste Tiergarten
Noch nie war vor Bajard so viel los gewesen, wie am Abend des 1. Lenzings, wo alle Welt und alle Völker gegen diese... diese… Blutdinger loszogen. Auch ein paar der Elstern waren zugegen, manche aus Schaulust an der Schlacht und um die großen Ritter ein wenig zu ärgern - Iriel persönlich jedoch, weil sie hoffte den Einen oder Anderen der Leute, die nur ihre Liebsten verabschiedeten oder ihre Heilkünste unter das Volk brachten, einiger Münzen oder Geschmeide zu erleichtern. Die Beute brachte nicht sonderlich viel zusammen, doch für die Miete und vielleicht eine kleine, neue Anschaffung würde es reichen.
Vor dem Tore traf sie zuerst den Phönix in frischer Kettenmontur, der sich wohl dem Kampf auf Bajards Seite anschließen würde… oder zumindest nur die Reparaturen übernehmen würde, was sie stirnrunzelnd dachte, aber in seinem Angesicht verschwieg.
Im selben Augenblicke trat auch schon ein Vermummter an sie heran, still und heimlich wie immer – der Drache. Musste er ihr jedes Mal einen Schreck verpassen? Er legte es gewiss sogar darauf an. Auf alle Fälle schien ihm bei ihrem Anblick etwas äußerst Wichtiges einzufallen, was er mit ihr ‚besprechen’ musste, so ließ Iriel sich vom Ort des Geschehens kurzzeitig fortziehen, um -- recht bald ihre ‚Arbeit’ wieder aufzunehmen. Dabei hörten ihre Gedanken allerdings nicht auf sich um den Drachen und das Reh zu drehen...
Der geheimnisvolle, lautlose und selbst im Begehren tod-ernste Drache, der ihre Interessen teilt und - dem Iriel sich selbst geschenkt hatte, dass er für sie einen Auftrag erfüllte.
Das feinsinnige, liebevolle und lebhafte Reh – ihr Hündchen –, dem sie insofern verpflichtet war, weil er und sie die Verbindung zu den „schrägen Vögeln“ aufrechterhalten mussten.
Zuerst bahnte die Entscheidung nur den Weg zu einer persönlichen Rache (Die Hochzeit blieb als unvergessene Verwundung in Erinnerung!), langsam aber begann sie andere Pfade zu versperren. Und schließlich eine neue Überlegung aufzuwerfen: Ein Hündchen ist nett und treu. Ein Drache ist ein mächtigerer Beschützer… doch kann man sich die Finger an ihm arg verbrennen. Hält man beides, so frisst der Drache eventuell das Hündchen..
Und das könnte Iriel beim besten Willen nicht verantworten.
Also blieb nur das Ja oder das Nein…[/i]