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Die Saat des Bösen

Verfasst: Mittwoch 27. Januar 2010, 22:18
von Neroith
Leise und fröhlich raschelt es im Elfenwald.
Welch Harmonie und Gelassenheit.
Fürsorglich und stets im Einklang ein jedes Wesen
dort kreucht und fleucht.

Zu sehr der Einklang....
Zu groß die Fürsorge....
Zu harmonisch um nicht auch die Aufmerksamkeit
des Falschen auf sich zu ziehen.

Alles hat seine Kehrseite. Alle schönen Tage sind
auch einmal vorbei. Denn ohne die Dunkelheit,
kann auch das Licht nicht bestehen.


[img]http://costaricaarts.com/Gallery/francisco_arcega_1025.jpg[/img]

Verfasst: Donnerstag 28. Januar 2010, 14:29
von Drakhon Sokarth
Sein Name war Tod.
Geleitet vom ewigen Hunger.
Einzuholen die Ernte, vor ihrer Zeit.

Was lebt, kann sterben.
Was stirbt, stillt den Hunger.
Was den Hunger stillt, gibt Kraft.

Stark ist der Zauber der Edhil.
Stark ist das Leben in ihnen.
Stärker noch, ist seine Gier.

Was lebt, kann sterben.
Was stirbt, stillt den Hunger.
Was den Hunger stillt, gibt Kraft.

Sein Blick, lässt alles verstummen.
Seine Gegenwart, wirft den dunklen Schatten.
Seine Stimme, kündet vom Ende.

[img]http://www.zoomyboy.com/wp-content/gallery/landschaft/boeser_wald.jpg[/img]

Und nach so langer Zeit, richtet sich sein Blick auf das Volk der Edhil und dass, was sie beschützen.

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 08:21
von Neroith
Aufbruch

Um die Saat des Bösen zu erschaffen. So stand es geschieben.
Benötigte er Dinge. An der Zahl Sieben.

Um das absolut Böse, und dies sollte es sein.
Zu bannen in einen Wirt, musste jede Untugend hinein.

,,Stolz und Arglist. Verachtung und Gier
Feigheit und Unrecht. Dessen Essenzen brauchen wir''

Und So zog er aus den falschen Stolz zu finden.
Viel Wegstrecke musste er dafür nicht überwinden.

Er wusste schon genau wo er ihn finden kann.
Und so fing seine Reise in Berchgard an.


[img]http://3.bp.blogspot.com/_TqlBOUgmQUo/SHra0AUuOrI/AAAAAAAAJos/cv0FpqS5hmE/s400/raben.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 09:08
von Neroith
Stolz


Weit und stark ward ein jeder Flügelschlag. Seine Rabengestalt trug
ihn hoch oben in den Wolken über die Ruinen von Varuna. Welch ein
Anblick. Er stellte sich vor, er wäre der einst hinabgestiegene Drache
gewesen und würde aus dieser Perspektive die Stadt mit Feuerbällen
bespucken. Am Horizont kamen sie dann bald näher. Die Bergmassive
der Handwerkersieglung. Schon aus einiger entfernung dragen Hammer-
schläge und Händlerfeilscherei wie dumpfe Schwälle durch den morgend-
lichen frühnebel. Hier würde er finden was er suchte. Der große Rabe
nahm krächzend auf einem hohen Dache platz und blickte auf das rege
Treiben in der Tiefe. Lange brauchte er nicht zu warten bis eine Gruppe
Tagelöhner durch die Stadttore hineintrat und lauthals ihre Absicht und
Können verkündent um die Gust und eine Anstellung bei den Händlern
warben. Neroith erinnerte sich an frühere Tage. Einst. Vor vielen Jahren
war er selbst einer dieser Tagelöhner gewesen. Musste jeden Tage aufs
neue in der Früh schufften und die Arbeiten verrichten, die sonst niemand
wollte. Es war nun anders. Es war nun besser. Nun, da ihn der Krathor
selbst erwählt hatte.
Einer der Tagelöhner ging auf einen alten Manne zu. Er wollte schwere
Steinblöcke auf dem Markte zu feil bieten. Ein jeder konnte schnell
erkennen, dass der Mann, aufgeschlissen in Jahren harter Arbeit in den
Steinbrüchen, nicht selbst seine Waren abladen konnte. Dankbar nahm
er das Angebot des Tagelöhners an. Ein Paar Taler würde der Alte
klingeln lassen. Der Faltige rieht dem Taglöhner hinten mit dem Abladen
anzufangen und gleichmäßig auf die Gewichtsverteilung im Karren zu
achten. Nur ein müdes Lächeln entgegnete der Hilfsarbeiter. Schließlich
war er jung und strotzte vor Kraft. Warum sollte er auf auch auf die
Worte eines Mannes hören, der nicht einmal seine eignen Waren abladen
konnte.
Es kam wie es kommen musste. Der Jungspunt entlud den Waagen falsch.
Und als er nach der Hälfte den Karren betrat um sich nun auch noch der
anderen Hälfte anzunehmen, wippte der Waagen über seine Achse
und begrub den Manne unter den rutschenden Steinen. Die heraneilenden
Männer konnten den jungen Knecht nur noch Tod unter den Blöcken
bergen.

Der Rabe schloss die Augen. Mit tiefen Atemzügen füllte er seine Lunge.
In Gedanken sprach er sein Gebet.
Die Welt um ihn herum schien für einen Moment stehen zu bleiben.
In seinem Kopfe erschien der kürzlich Verstorbene. Er, der sonst den Mist
der Pferde schippte, war zu übereifrig gewesen. Zu unbedacht sein
Handeln. Zu Stolz, den Rat eines alten Mannes anzunehmen.
An der nun aufsteigenden Seele würde der falsche Stolz haften.
Der Grund für sein frühzeitiges Ableben. Neroith würde sie sich nur
nehmen müssen.


[img]http://www.schwarzaufweiss.de/frankreich/images/guedelon-steinbruch.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 09:09
von Neroith
Gier


Wenn Handwerker arbeiten, dann selten aus Nächstenliebe. Selten weil ihnen
ihr Handwerk freude bereitet. Noch viel seltener bieten sie ihre Waren zu feil
preisen, wie sie gerechtfertigt wären.

Fast immer vollführten sie ihr Handwerk, weil es ihr Vater tat. Fast immer
weil ihnen keine andere Wahl blieb. Und eigentlich dann immer um sich zu
bereichern.
In Berchgard wohnt ein Schmied. Sein Ruf und Ansehen im ganzen Land
bekannt. Für wahr, er beliefert die Reichen und Mächtigen. Für wahr, seine
Waren sind von ausgezeichneter Qualität. Doch ist es nicht der gerechte
Lohn, der ihm seine Preise diktiert. Nicht die Anzahl der Stunden, die er
verbringen muss in der Mine um die Erze zu beschaffen oder die Zeit,
welche es Kostet das Werkstück herzustellen. Bei diesem Schmied ist es
die Pure Gier. Neroith musste ihn gar nicht tot sehen. Nicht die Essenz
dieser Untugend an der schwindenden Seele lösen. Die alleinige räumliche
Nähe zu diesem Handwerker erfüllte die Umgebung mit einer solch
starken konzentration, dass der Rabendiener sich nur bedienen musste.


[img]http://www.tancorien.de/Schmied.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 14:15
von Neroith
Umbruch


Mit gespreiztem Gefieder treib er hinauf.
Zwei Essenzen bei sich, noch hörte er nicht auf.

Arglist, Verachtung, Unrecht und Feigheit.
Diese zu finden, er war bereit.

Im Winde hoch oben, frei seine Bahn.
Führte ihn sein Weg nun, gen Stadt Adoran



[img]http://i197.photobucket.com/albums/aa288/toneyb_photos/february%202008/RavenMoon2.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 15:41
von Neroith
Arglist und Feigheit

Als das Mondlicht sein pechschwarzes Gefieder traf, brach es sich in einem
silbrigen Schimmer. Günstige Winde machten seine nächtliche Reise
angenehm leicht. Als nächste Station seiner Reise hatte er sich die Haupt-
stadt des Lichten, das Zentrum des Guten, die Quelle der Barmherzigkeit
ausgesucht. So sollte man meinen. Doch eigentlich wusste jeder, dass
Adoran dies schon lange nicht mehr war. So prächtig auch der Schein zu
Tage der eindrucksvollen Bauten war. Wandelte sich das Bild der Stadt
bei Einbruch der Nacht ins Gegenteil. Spätestens seit der Feuersbrunst im
Hafen von Rahal vor einigen Mondwenden, machten sich mehr und mehr
Gauner auf, in der einst so tugendhaften Stadt neue Geschäftsfelder zu
erschließen. Einzig und allein dem in Adoran stationieren Heer der Lichten
und dem großen Aufgebot an Wachposten war es zu verdanken, dass die
Missetaten der Harlunken jedenfalls nicht öffentlich vollführt wurden. Fast
immer jedenfalls.

Der Rabe flog einige große Runden über die Stadt, die Nachts aus seiner
Sicht wie ein Hexenkessel anmutete. Rundherum. Weit vor den schutz-
bringenden Mauern. Dort wo die einfachen Bauern ihre Höfe hatten, hatte
die Dunkelheit schon jeden Gutshof verschlungen. Doch hier, wo eine
Vielzahl an Menschen auf dichtestem Raume lebten, loderten die Kerzen
auch zu solch später Stunde. Brachen die Finsternis und schlossen sich
aus der Ferne betrachtet zu einem glühenden Bottich zusammen.

In einer der vielen Gassen der Hauptstadt, hatten sich einige Gaukler
positioniert und eine Art Geschicklichkeitsspiel auf einer alten Holzkiste
installiert. Einer der Gauner verdeckte eine Perle mit einem Hütchen
und stellte zwei identische Hütchen daneben. Zwei weitere Männer
nahmen herannahende Passanten in Augenschein. Zu dieser Stunde meist
die letzten und schlussendlich betrunkensten Gäste der Tavernen. Sobald
ein Mann alleine sich näherte, lud man ihn sofort ein, seine Zeche aus der
Gaststätte zurück zu gewinnen. Meist zog der Heranziehende Dieb dem
ahnungslosen Opfer bereits in einer freundschaftlich anmutenden Geste
der Umarmung und Heranführung an den Spieltisch, die ersten Goldtaler
aus der Tasche.

Der Rabe krähte laut. Schon drei oder vier, er konnte es nicht genau
sagen, Opfer hatte die Bande ihrer Taler entledigt. Gerade als sie ihren
Tisch abbauen wollten und sich wahrscheinlich einen neuen Platz suchen
wollten, verließ ein junges Mädchen die nahe Lokalität. Sie musste eine
Schankmaid gewesen sein. Jedenfalls passte ihre Gewandung farblich zu
dem purpurnen Tavernenschild. Giernd biss sich einer der Räuber, nach
dem Weibe schmachtend auf die Unterlippe. Hastig unterbreitete er seinen
Gefolgsleuten den Plan, einer solle nach Hilfe schreien und wenn die Gut-
mütigkeit der jungen Schönheit sich dem Hilfebedürftigen nähern ließe,
würden sie sich noch an der Magd vergnügen.

Neroith hatte genug gesehen. Nicht dass es ihn kümmern würde, wenn die
Lausbuben sich an der Kleinen vergreifen würden, doch würde dies ihre
Heimtücke und Listigkeit verfälschen.

Dem Rabendiener war es vor
seinen Reisen gelungen, duch ein Ritual ein Gespühr für die Untugenden
zu erhalten. Wenn er sich nun stark konzentierte, war es als würde er
Auren wahrnehmen können. Es als bläulichen Dunst sehen, es riechen
und schmecken können. Seine Sinne abgerichtet wie die eines Hundes.
Zu finden was sein Herrchen ihm befiel zu finden. Es war nunmal ihre
Arglist, die er sich einverleiben wollte. Nicht das perverse und lüsterne
Laster der Banditen. Für wahr, auch diese waren nicht Tugendhaft.
Im Gegenteil. Doch ist ein Trieb aus Gier oder Feigheit wesentlich Macht-
voller.

Der Rabe schoss in die Tiefe. Mit einem lauten krähen stürzte er sich auf
einen der Männer. Das Mädchen, erschrocken von dem flatternden
Ungetüm, nahm sofort ihre Beine in die Hand und floh. Obwohl der Sturz-
flug des Rabendieners nur wenige Sekunden dauerte, konnte Neroith
die Angst des Mädchens schmecken. Wie eine zuckersüße Köstlichkeit
lag es ihm auf der Zunge. Göttlich. Doch er musste sich weiter konzen-
trieren. Nicht sie war sein Ziel. Sondern der Bandit, welcher gerade seinen
Dolch ziehen wollte. Noch im Sturze befahl sich Neroith wieder in seine
menschliche Gestalt zurück.
Wenn ein ausgewachsener Mann von einem
geschätzt 90 Gewichte wiegendem Manne getroffen wird, hilft diesem
auch seine Drahtigkeit herzlich wenig. Und so ging der Gauner unter
Neroiths Last zu Boden, die Hände des Rabendieners dabei fest um seinen
Hals gelegt. Wahrscheinlich war es schon der Aufprall seines Schädels auf
dem harten Pflasterstein, der ihm das Bewusstsein raubte. Der Berobte
hatte jedenfalls keine Schwerigkeit mehr ihm sein Leben zu entziehen.

Der Seelenfänger atmete tief ein. Er spürte die reine Arglist seines
Niedergeschlagenem. Wie durch einen tiefen Atemzug nahm er seine
Essenz in sich auf als er plötzlich aufschreckte. Nicht das Klappern der
schweren Rüstungen der herannahenden Wachen war es gewesen,
sondern der Geruch der Feigheit. Die Verwandlung im Sturze musste die
beiden anderen Räuber wohl derart geängstigt haben, dass sie ihrem
Kollegen nicht zur Hilfe eilen wollten. Der Lebenserhaltende Effekt der
Feigheit, zusammen mit blanker Panik hatte sie wohl getrieben.
Der Geruch war für Neroith so deutlich, als würden sie direkt neben ihm
stehen. Hatten sie jedoch schon viele Schritte Abstand erlaufen. Er
musste jetzt schnell sein. Schnell um nicht von den Wachen aufgegriffen
zu werden. Schnell um die Banditen noch erreichen zu können.
Schnell, damit er ihre Feigheit ernten konnte. Jetzt wo sie noch so ausgeprägt
war. Neroith richtete sich auf. Sein Rücken schmerzte. Wahrlich er war kein
junger Soldat mehr. Die erneute Verwandlung in einen Raben würde ihm
die nötige Geschwindigkeit verleihen seine Opfer noch einzuholen.

Gerade Rechtzeitig, wenige momente bevor die Wachen in der engen
Gasse eintrafen, angeführt von dem noch bibberndem Mädchen,
schoss ihnen nur noch einen schwarzer Vogel entgegen. Alles was sie
noch vorfinden konnten, war der Leib des toten Gauners.

Der Seelenfänger stieß hoch in die Lüfte. Seine Fährte war so stark, er
hätte die Räuber noch aus Bajard riechen können..................., Er griff sie
schließlich in ihrem Versteck, einem alten Laden nahe des Hafens auf und
nahm ihre Feigheit mit. Doch auch ihre durch die Raube prall gefüllten
Goldsäckchen, trug nun ein Rabe in Richtung der aufgehenden Sonne mit
sich.


[img]http://farm3.static.flickr.com/2151/2166488133_b81deb055a.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 18:11
von Neroith
Durchbruch


Nie hätte er es erwartet. Nie hätte er es gedacht.
Beide Essenzen in nur einer Nacht.

Zum greifen nah sein Ziel nun scheint.
Bald sind alle Zutaten vereint.

Verachtung und Unrecht. Diese beiden geben zu hoffen.
Eine kurze Suche. Ist doch fast jeder von ihnen betroffen.

Und so beginnt der Rabe zu schlagen.
weiter, immer weiter seine Flügel ihn tragen.

Überfliegt er die Küsten und landet schon bald.
Nahe dem Dorfe im dichten Wald.



[img]http://hp.kairaven.de/bilder/rabe2.jpg[/img]

Verfasst: Freitag 12. Februar 2010, 20:34
von Neroith
Unrecht und Verachtung




Unrecht in Bajard zu finden war nicht schwer. Hier wurden häufig Urteile
gefällt die aus reiner Willkür gesprochen wurden, oder weil es die Mehr-
heit so wollte. Doch musste der inzwischen wieder zu einem Menschen
gewandelte Neroith nicht auf eine Versammlung warten um Unrecht zu
erleben. Als er verschleiert und getarnt, durch neutrale Gewandung, die Stadt
betrat, erspähte er zwei spielende Kinder. Bruder und Schwester mussten es
sein. Der Junge hielt einen Stock in der Hand und schlug damit gegen ein
Regenfass. "Kommt her ihr blöden Monster, legt euch ruhig mit mir an!"
Warf er den Holzgefäßen entgegen, während er sie weiter mit dem Ast
verdrosch. Dieses Geschehen musste das Interesse seiner Schwester
geweckt haben, denn diese forderte die augenblickliche Übergabe des Stabes.
Als der Junge sich dann dagegen sträubte, fing das Mädchen bitterlich
an zu weinen. Der panisch heran eilenden Mutter berichtete sie, dass ihr
Bruder ihr den Stab entrissen und sie damit geschlagen habe. Nach einer
lauten Standpauke der Mutter und einigen Schlägen auf den Hintern des
Junges, entriss die Mutter dem Sohne seinen Ast und gab ihn der Tochter.

Das gewonnene Unrecht reichte Neroith um eine Essenz in sich
aufzunehmen.

Selten hatte er solch eine Verkommenheit und Arglist in einem Menschen
gesehen. Und dann gar in diesem kleinen Mädchen. Sie hatte Potenzial,
dessen war er sich sicher. Vielleicht würde er sie in einigen Jahren besuchen
und sie Krathor als mögliche Dienerin präsentieren. Doch nun musste er
sich um wichtigere Dinge kümmern.

Verachtung. Der Quell von Hass und Trauer. Wahrscheinlich die
mächtigste aller Untugenden, ist sie doch Hauptbestandteil der Lehren
der Panteranbeter. Aus Verachtung gegen etwas oder jemanden können
wir Dinge tun, welche und wie wir sie sonst nicht im Stande wären zu tun.

Es musste etwas besonderes sein. Doch wollte Neroith die Verachtung in
seiner reinsten Form. Nicht blinden Hass geschürt - sondern die Form aus
Trauer geschmiedet. Er musste lange überlegen bis es ihn schließlich
überkam. Rasch brach er auf, begab sich in den Süden des Fischerdorfes und
wartete in einer Taverne die Abenddämmerung ab. Er marschierte an
dem Friedhof vorbei und als die Nacht dann herein brach, machte er sich
auf im Schutze der Dunkelheit einige Gräber zu schänden. Er trat
Grabsteine um, zerriss Trauerbänder, entwurzelte Bepflanzung,
scharrte tiefe Furchen auf einigen Gräbern und zerschlug zuletzt noch
die Eingangspforte.

Durch den Lärm aufgeschreckte Bürger eilten im Nachtgewand heran,
bewaffnet mit dem was sie sich zu erst greifen konnten. Mit Kerzen
und Fackel kämpften sie gegen die Finsternis. Als die Ersten eintrafen und
erschrocken ihre Augen auf rissen, schrien Frauen hilflos, tobten wütende
Männer und besorgte Geschwister stellten sich schützend vor die
Kleinsten. Neroith schloss die Augen. Noch immer stand er in mitten der
Gräber. In Mitten des Zentrums ihres Hasses. Ihrer Trauer.

Ihrer Verachtung.

Er brauchte einige Momente die richtigen Emotionen ausmachen zu
können. Dann hielt er zielstrebig seine Hand in Richtung eines kleinen
Mädchens. Das öffnen seiner Augen bestätigte ihn, in dem was er schon
dachte. Das kleine Mädchen von heute Nachmittag. Das selbe Mädchen,
welches ihn schon erstaunen ließ, stieß ihm nun keinen Hass entgegen,
keine Trauer, nur Verachtung über seine Tat.

Laut lachte der Berobte auf und stieg als Rabe in den Nachthimmel.
Nun hatte er alles beisammen. Sein Weg führte ihn nun zurück in die
Heiligen Hallen der Dienerschaft. Er musste nun alles vorbereiten.
Die Ritualkreise und Opferschalen platzierten sich nicht von selbst.



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Verfasst: Mittwoch 24. Februar 2010, 23:17
von Kelzon Tinen
Vorbereitung


Der Junge Diener Kelzon war tief in die Literatur seines Praeceptors vertieft um die Geheimnisse um und über Kra‘thor zu erfahren, als jener plötzlich mit einem freudigem Lachen herein platzte und die Ruhe der Grabkammer mit seinen Emotionen durchbrach.

Selten hatte er seinen Lehrmeister mit solcher Begeisterung gesehen. Irgendetwas musste vorgefallen sein, dass ihn in solche Freude versetzen konnte. Kelzon schlug das Buch zu und erhob sich um seinen Lehrmeister angemessen zu begrüßen.

Neroith brachte seinen Schüler zum Schweigen und bat ihn zu folgen. Sie suchten sich ein ruhiges Plätzchen aus, um in Ruhe zu reden und er erzählte seinem Schüler von den Taten und den Essenzen die er für ein Ritual besorgt hatte und er wies ihn an dieses Ritual vorzubereiten und bei der Durchführung dabei zu sein. Welch Ehre das für den noch jungen Diener war, bei einer solch wichtigen Zeremonie dabei sein zu können und maßgeblich an deren Durchführung beteiligt zu sein. Mit Sicherheit würde Kra’thor ihn belohnen wenn er gute Arbeit leistete. Voller Elan und Begeisterung willigte er ein und machte sich sogleich an die Arbeit.
Kelzon besorgte 6 Schalen aus verschiedensten Materialien, aus Kupfer, Eisen, Silber, Birkenholz, Zedernholz und die letzte Schale aus purem Gold, die alle als Behälter für die Essenzen dienten. Die aus Gold würde eine besondere Rolle spielen, aber dazu später mehr.

Nun brauchten sie um das Ritual erfolgreich beginnen zu können ein Pentakel aus Blut. Blut ist und bleibt einfach die reinste und stärkste Essenz die man sich wünschen kann. So schnitt sich Kelzon in den Unterarm und ließ sein Blut in ein dafür vorgesehenen Opferkelch fließen, bis dieser zum Rande gefüllt war und malte dann mit seinen Fingern ein relativ großes Pentakel auf den Steinboden vor dem Altar. Dies würde dem Ritual die nötige Kraft geben Kra’thor um seine Macht zu Bitten und die Essenzen in die Saat des Bösen zu verwandeln.

[img]http://www.bilder-hochladen.net/files/85ba-3.jpg[/img]

Das Pentakel war fertig gestellt, also hielt der junge Kelzon eine Hand über die Wunde, die er sich selbst zugefügt hatte und schloss seine Augen. Mit einem kurzen Stoßgebet bat er Kra’thor um die Heilung seiner Wunde und als der Diener seine Hand wieder weg nahm, war diese auch schon verschwunden. Nun begann er um das Pentakel die Schalen zu platzieren. An die Spitze kam die Silberschale, links die Kupferschale, rechts die Eisenschale, unten links die Zedernschale, unten rechts die Birkenschale und in der Mitte als das wertvollste Gefäß, die Goldschale, in der sich dann auch die Saat manifestieren sollte.

Als er mit seiner Vorbereitung fertig war betrachtet er noch einmal sein Werk in voller Schönheit, wie er fand und machte sich auf seinem Lehrmeister Bericht zu erstatten. Als er ihn fand verneigte er sich vor ihm und teilte ihm mit, dass die Wege zur Saat des Bösen geebnet waren und dass das Ritual jederzeit beginnen könnte.

Verfasst: Dienstag 8. Juni 2010, 08:38
von Neroith
Nun war die Zeit gekommen auf die er hatte schon viel zu lange warten
müssen. Einen Moment an dem die Welt so nah an ihrem Ende stand
wie jetzt vor dem Krieg. Das Licht würde beschäftigt sein gegen seine
Feinde aus Rahal und den dunklen Spitzohren von Letharen in die
Schlacht zu ziehen. Niemand würde sofort bemerken, dass noch ein
ganz anderer Feind hinter den eigenen Reihen lautert.



"Höret meinen Ruf Jünger des Erlösers.
Höret ihn und folgt mir in Krieg.
In unseren ganz eigenen."




Die Vorbereitungen sind abgeschlossen. Das Stück kann beginnen.
Die Jünger haben sich eingefunden und spielen ihre Rollen. Vorhang auf:
Und erfreut euch am Anfang vom Ende


[img]http://schuberttheater.files.wordpress.com/2009/02/vorhang.jpg[/img]