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Ein Weg ohne Wiederkehr

Verfasst: Mittwoch 27. Januar 2010, 21:04
von Saleem Jafaar Ifrey
Klappernd ordnete er die Tränke in die Kiste ein, welche er zum großen Kontor schaffen wollte. Je eine Kiste für die beiden jungen Heiler hatte er gepackt, um seine gehüteten Werkzeuge an die jüngere Generation weiterzugeben. So lag in jeder Kiste noch eine Bestandsliste, sowie eine detailiierte Anleitung der Apperaturen. Die Bücher, in denen er einst seine Rezepte schrieb teilte er zu gleichen Teilen auf und legte sie in die Kisten.
Seine Einrichtung hatt er dem jungem Razim Masari überlassen, wissend das er eine Familie gründen würde.
Sein Haus war leer geräumt, so ließ er dennoch seinen Behandlungsreich im großen Innenhof seines Hauses bestehen, in der Hoffnung man könne diesen vielleicht noch einmal gebrauchen. Auch wenn er sein Amt als Statthalter zu Menek'Ur schon seid einiger Zeit niedergelegt hatte, schlenderte er nochmals durch die Verwaltungsräume und nahm auf der Bank im Warteraum platz. Sein Blick flog umher. Viele Aushänge, Entscheidungen und Beschlüsse verließen einst seine Feder und so lehnte er seinen Kopf an die warme Sandsteinwand an, schloss die Augen und blickte für sich in Gedanken zurück.
An den Tag, als er nach Menek'Ur gekommen war, konnte er sich noch gut erinnern. Es war gegen Mittag, als er das Stadttor betrat und neugierig die goldene Stadt bewunderte. Khalida Yazir, die damalige Sajneen des Wüstenvolkes traf er als erste Person. Welch einen Charakter sie besaß, so ward es doch schwer in der Gesellschaft als Frau eine hohe Position zu betitteln. Er lächelte einmal auf – lange hatte er Khalida nicht mehr gesehen gehabt, erinnerte sich aber noch gut an die Kampfübungen, welche er als Armeearzt auf sich nehmen musste...

Die Sonne brannte heiß auf seine Haut. Ein wirklich heißer Tag. Dennoch war es der Tag der Abreise und stand schon lange fest. So packte er seine letzen Habseeligkeiten auf das Packlama, schwung sich auf sein Pferd und ritt zu diversen Orten der Stadt, um sich alles nochmal anzusehen. Traurig war er, das er die Stadt verlassen würde, dennoch ist dieser Schritt notwendig – seine Eltern brauchten ihn gerade sehr. So hinterließ er auch, hier und da, einen Brief – den ersten adressiert an Kemail Hamza Razin, er solle auf sich acht geben, ihn gut in Erinnerung haltend und Eluive würde seine Wege lenken. Einen zweiten Brief schob er unter dem Türspalt von Faridah Masari durch, beinhaltend, dass er ihr viel Glück für die Zukunft wünsche und sie als eine der schönsten Blüten der Wüste betrachtet hätte. Auch wenn dies unsittlich erscheinen mag, musste er es ihr mitteilen.
Ein nächster Brief fiel in den Postkasten von Fari'ah Bashir, mit dem Inhalt, weiter fleißig zu lernen, ihre Künste zu verbessern und vorallem sich einen Namen auf Menek'Ur zu machen. Ein weiterer Brief legte er auf die Fußmatte seines Nachbarns, Ali. Hatte er diesen doch immer als eine Art Sohn angesehen und sorgte sich hier und da etwas um ihn. Gebe Acht auf dich, sie ein stolzer Menekaner und schule weiter deine Fähigkeiten, war der Inhalt jenes Briefes. Der wohl letzte Brief wurde auf den Altar im Tempel gelegt, adressiert an Armaiti Omar. In ihm beinhaltend die Umstände seiner Abreise, die Erinnerungen die er an sie und vorallem das Volk dieser Stadt haben wird und mit der Bitte um Eluives Segen und stille Gebete für seine Eltern. Wissend konnte er nicht jedem einen Brief schreiben – so hatte er doch viele vergessen, jedoch lies dies seine Zeit einfach nicht zu. So warf er eine gelbe Kaktusblüte je in den Postkasten von Shaadiya Hayat Falah, Aisha Zara Falah, Rasheeda Yazir und Khalida Yazir.

Er stand auf. Sein Blick fiel nochmals durch die große Halle des Tempels, ehe er seinen Kopf senkte und leise sprach: "Abeer Eluive" – so Eluive will. Er verneigte sich vor dem Sarkophag des Aasim Omar und verlies ruhigen Schrittes die Tempelhallen. Saleem war kein Mensch großer Worte, so hätte er es nicht über das Herz gebracht, sich persönlich bei seinen engen Freunden zu verabschieden. Lange saß er über jedem der einzelnen Briefe. So erscheint doch ein jeder vollmundig, eine Spur geschwollen und dennoch klarer Worte.

Den Gurt des Packlamas nocheinmal enger gezogend, stieg er erneut auf sein Pferd und verließ die Stadt durch eines der großen Tore hinaus in die Wüste. Jedoch war dies kein einfacher Weg – so fiel sein Blick oft zurück, mit einem lachendem und einem weinenden Auge.
War dies vielleicht das letzte mal, das er die Stadt sehen würde, so gedenkt er irgendwann vielleicht zurückzukehren – so es ihm möglich ist.
Die Erinnerungen werden ihn für seine Reise stärken, ihn aufmuntern und in schweren Zeiten Beistand zusichern.

Verfasst: Donnerstag 28. Januar 2010, 21:21
von Saleem Jafaar Ifrey
Schien die Wüste doch in seinen Erinnerungen alter Tage stehts dürr, ruhig und weit. So zog er bereits eine lange Zeit durch die hügliche Sandlandschaft. So erschien es ihm wie eine Ewigkeit, nicht wissend wie lange er bereits unterwegs war. Er blickt nachdenklich auf den Wüstenboden, rastend sich auf einer Bastmatte niederlassend. Er zog den Tonkrug zu sich und goss den letzten Schluck des kühlen Wassers in seinen Mund, den letzten Tropfen auskostend. War es doch töricht, so unvorbereitet in die Wüste zu ziehen, einen Falken hätte er mitnehmen sollen – oder zumindest sich jemanden mitnehmen können, der sich anhand der Sterne und den Gegegebenheiten orientieren konnte. Er jedoch hatte die Orientierung verloren, so schien es ihm, als sei jede stelle an dem er vorbeiging bereits schoneinmal gesehen zu haben. Jedoch wollte er nicht verzweifeln, erhob sich erneut, rollte die Matte ein und stieg wieder auf sein Pferd, vorher den Maulbeutel füllend. Der Abend scheint herreinzubrechen, zumindest sank die Sonne auf die Ebene und nurnoch ein Halbkreis war von dieser zu sehen.

So verging ein Tag nach dem Anderen, Tage des Umerirrens, den Sorgen nie lebend wieder jemanden wiederzusehen. Der Erschöpfung und des fehlenden Wassers wegen, beschloss er, sich zur Rast zu begeben, löste das Halfter des Pferdes und gab ihm einen Schlag auf das Gesäß, selbst sein eigenes Schicksal zu wählen. So rannte es fort.
Auch das Lama entledigte er seiner Last. War es ihm doch in der Vergangenheit ein treuer Freund gewesen, so beschloss er auch ihm die Freiheit, welche Eluive einem jedem Lebewesen schenken möchte, zu geben. Jedoch blieb es, wohl an seiner Schlafstätte für diese Nacht zu verweilen.

Den nächsten Tag jedoch würde er nicht mehr erleben. Wusste er zwar um die giftigen Tiere der Wüste, so wusste er auch wie er akut einen Biss oder einen Stich zu versorgen. Das dies jedoch geschah, als er schlief, hatte er nicht bedacht.

So erlag er noch in der Nacht dem Skorpiongift. So scheint sein Geist hinauf zu wandern, vor Eluive zu treten. In der Ferne sah er noch den blauen Scarabeus, das Siegel der Familie Ifrey.