Ein Ritter für mich ganz allein....
Verfasst: Sonntag 24. Januar 2010, 22:20
Ein Ritter für mich ganz allein….
Flauschig und warm fühlte sich das weiße Fell unter ihrem Körper an. Als Amary sich gähnend im Morgengrauen von sich streckte. Und nochmals auf die andere Seite des Bettes drehte. Der Hahn der auf ihrem Acker aus ganzer Kraft krähte, weckte sie wie jeden Morgen zu derselben Zeit. Viel zu früh!
„ Jemand sollte ihm den Hals umdrehen!“ Murmelte sie leise erbost im Halbschlaf und legte das Kissen auf ihre Ohren.
Plötzlich ruckelte ihr ganzes Bett auf. Sie rollte ungewollt ein Stück zu Seite und legte ihr Kissen wieder zurück.
Ihre Augen musterten den Mann, der nun neben dem Bett stand und sich eine scheppernde Rüstung überzog.
`Breite Schultern… eine schmale Taille und diese muskelbepackten Oberarme und Beine!.Sabberte sie grad?
Schlief sie noch und Träumte davon? Nein gewiss nicht, sonst hätte sie ja nicht das Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen! Nur gut. Dachte sie. Das ich grad liege.
Sie wurde sogar bei seinem Anblick schwach! Und alles in ihr fing an zu Kribbeln sobald sie ihn nur in ihrer Nähe sah.
Soll sie ihn am Arm packen und zurück ins Bett ziehen? Über ihn Fallen und nach allen Liebeskünsten verführen?
Er drehte sich in ihre Richtung und war zu hälfte bereits gerüstet.
Schnell schloss sie die Augen und tat so als ob sie schlafen würde. Dabei linste sie unter den dichten schwarzen Wimpern hervor und beobachtete das Muskelzucken an seiner weiten Brust.
Eine röte stieg in ihre Wangen und lies ihn natürlich sofort wissen das sie hellwach war.
Ein flüchtiger Kuss bedeckte ihre Stirn und seine tiefe Stimme die immer wieder eine Gänsehaut über ihren Rücken jagte, lies sie wissen, dass er seinen Pflichten nachgehen muss.
Wieso fing er nicht gleich mit den Männlichenpflichten an gegenüber seiner Frau?“ Bei ihrem Gedanken musste sie leise aufkichern.“
Natürlich musste er los zur Arbeit wo er eine Hochstellung besetzte und ein Vorbild nicht nur für sie war sondern für die Jungen Krieger.
Als seine schweren Schritte immer leiser wurde und das scheppern der Rüstung ganz verschwand, legte sie sich auf seine Seite des Bettes und fühlte noch darin seine Wärme und seinen Duft.
Wohlig stöhnte sie auf. Wer hätte es den damals geglaubt dass sie wirklich zusammen kommen?
Allianzturnier:
Kichernd saß Amary neben ihren Freunden und neckte Amu und Eydis die hinter ihr saßen.
Immer wieder schaute sie über ihre Schulter und lies stechende Neckereien los. Dabei unterstütze sie Rogan natürlich wie immer. Heute war das Opfer eben Amu. Dieser Lüstling der Frauen!.
Im Hintergrund lief ein Turnier und Amary versuchte die Lautstärke mit ihrer Stimme zu übertönen. Damit ja Amu alles mitbekommt!.
Dabei achtete sie nicht sonderlich auf die Anderen Gäste die gerade konzentriert versuchten dem Turnier zu folgen.
Und einer dieser Gäste der in der Ersten Reihe saß grad vor Amary , schaute immer wieder zurück und versuchte wohl dem Gespräch hinter sich zu folgen oder zu überprüfen ob die Worte wirklich ernst gemeint waren.
Amary´s Blick traf sich mit dem Unbekannten gerüsteten Mann.
Wer war er bloß?
Neugierig musterte sie ihn. Tuschelte mit ihren Freunden und suchte nach Informationen.
Doch keiner schien ihn zu kennen.
Eydis die immer recht still und brav dran saß erhob sich und ging auf den Krieger zu.
Amary dachte sogleich im Boden zu versinken und lief rot im Gesicht an. Versuchte verzweifelt Eydis zurück zu rufen doch diese plapperte schon eifrig mit dem Unbekannten drauf los.
Flucht! So schnell wie möglich!. Sie stand auf und verlies die Sitzplätze um ja aus der Sichtweite zu kommen. Wenige Augenblicke später tauchte Eydis hinter ihr auf und grinste sie an. Sie berichtete ihr wie der Unbekannte hieß und schon im nächsten Augenblick rief ein Ritter ihn zum Turnier aus.
Zum ersten Mal seid diesem Turnier verfolgte sie es konzentriert und freute sich über den Gewinner. Der nicht nur die Runde gewann sondern auch ihre ganze Aufmerksamkeit…..
Doch mehr schien an diesem Abend nichts zu passieren.
Kurze blicke, kurze Worte. Amary ergriff immer wieder schüchtern die Flucht…..
Zufällige Begegnungen……?
Tag und Nacht sprach sie über den Krieger vom Turnier und konnte kaum erwarten ihn wieder zu sehen. Doch nur auf Zufälle warten? Dafür war sie zu ungeduldig!
Das beste Kleid zog sie aus dem Schrank heraus und zog es sich über.
Das sanfte lila passte zu ihrer blassen Haut sehr gut. Und rotes wildes Haar wurde zu einem lockeren Zopf geflochten. Hier und da lies sie die kleinen Locken über Stirn und Schläfe fallen.
Zufrieden musterte sie sich ihm Spiegel und war mit dem Resultat zufrieden. Sie war sich sicher, dass er sie so wunder hübsch finden würde und ihr sofort verfallen.
Denn schon oft hat ihr Aussehen so die Männer verzaubert…
Das beste Pferd und das Sturste, wurde aus dem Stall geführt. Sie musste ja ihn schließlich auch mit ihrer Zucht beeindrucken!
Ein hochgewachsener Hengst mit langen Beinen und einem kleinem Köpfchen. Ein heißblüter der bei jeder Berührung schon in den Galopp fiel und seinen trieb und um seine Schnellichkeit bewiesen.
Nervös schaute sie sich um. Saß hoch hinaus und überblickte die ganze Straße. Und da.. da schon sah sie ihn auf sich zu reiten. Ihr Herz hüpfte kräftig unter der vollen Brust.
Jetzt paar Schmetterlingsschläge mit den Wimpern, ein süßes Lächeln der Unschuld und schon hab ich sein Herz.
Hätte sie nur davor gewusst dass er ein Eisblock war. Ihre Versuche der Unschuld und der Verletzlichkeit ließen ihn kalt. Er blickte weder auf ihr hübsches Angliz sonst auf ihren hübschen Hengst.
Nun ja zumindest wusste sie jetzt wo sie ihn am meisten antreffen könnte und wo er Hauste.
Und den Kampf würde sie nicht so schnell verlieren!
Weitere zufällige treffen erbrachten mehr erfolg, auf einer Seite. Sie bat ihn, sie Auszubilden in Kriegerischer Hinsicht. Natürlich hatte das Vorhaben drei Seiten.
Die eine war, ihn besser kennen zu lernen, die andere dagegen ihn zu Verführen.
Und die letzte, wirklich mehr Erfahrung mit der Waffe zu sammeln.
Die umbarmherzige Ablehnung…..
Der Abend rückte näher und bald würde sie zu seinem Haus reiten und das erste Training mit ihm haben. Das war ihre Chance, ihm da die Sinne zu vernebeln. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, dann eben beim zweitem!
Jaira die Meisterschneiderin und seit einiger Zeit eine sehr gute Freundin, musste ihr Talent einsetzen und für Amary ein hübsches kleid nähen.
Natürlich müsste sie mit der Lederrüstung zu ihm gehen. Aber das hätte ihre schönen weiblichen Reize nicht so zu Geltung gebracht, wie ein hübsches neues Kleid! Das war ja sonnenklar!
Doch auch das, schien ihn kein bisschen zu interessieren. Erst motzte er sie an. Wieso sie keine passende Rüstung bei sich trug und dann, warum sie sich nicht genug konzentrierte.
Weil ich eine Konzentrationsschwäche habe! Hätte sie ihn am liebsten angeschnauzt.
Er war so eklig kalt, dass sie nicht mehr weiter wusste. Alle ihre Weiblichen Verführungskünste wahren an ihm abgeblockt.
Und warum sie nicht konzentriert war? Wie sollte sie sich konzentrieren wenn sie jeden Augenblick auf ihn starte und hoffte, dass er über sie herfällt und sie leidenschaftlich küsst?
Wieso, tat er das nicht? Musste sie noch deutlicher werden?
Genervt legte sie die offenen Karten auf den Tisch. Erzählte ihre Absicht ihren Gedanken ihren Wunsch.
„ Wieso grade mich?“ war sein frage.
„ Weil wir aus verschiedenen Welten kommen und das alles Interessant macht. Und weil ich nicht denke, dass du in meiner Hand ein Schoßhund wirst“ Quickte sie leise und dachte, dass er sie gleich aus dem Haus wirft.
Denn in seinem Blick war kein bisschen Verständnis oder Mitgefühl.
„ Das was du suchst wirst du bei mir nicht finden. Dafür bin ich nicht der Richtige“
Nicht der Richtige, woher wollte er das wissen, ohne es erst mal zu versuchen?
Niedergeschlagen ging sie wieder zurück nach Hause. Das Training war beendet und das Gespräch somit auch. Er hatte kein Interesse an ihr, keine Gefühle für sie, das vielleicht etwas geändert hätte.
Was sollte sie bloß tun? Wie sollte sie mit so was umgehen? Bis jetzt bekam sie immer was sie wollte....
Und nun aufgeben? Wieso weiter Kämpfen und sich lächerlich machen? Etwas erzwingen?
Wenige Tage vergingen, sie war nachdenklich und innerlich frustriert. Ihre Freunde schienen das nicht zu bemerkten, nur das sie schlecht gelaunt war. Umso mehr musste ihr Wallach ihre Launen ertragen. Sie scheuchte ihn über die Wiesen und Wälder bis sich weißer Schaum vor seinen Nüstern bildete und der Rücken des Hengstes klitsch nass vor Anstrengung war.
Und dann war noch der doofe Scherz von Rogan.
Er verteilte an alle Männer in Berchgard einen Schlüssel. Auf diesem stand „ Liebeskeller von Amary“
„Herzlichen dank Rogan für den herrlichen Ruf.“ Jetzt dachte wohl jeder sie wäre ein leichtes Weib. Diese Neckerei ging Amary unter den Gürtel. Und dann war noch diese Versteigerung!
Das war nicht ihr Tag. Nein wirklich nicht..
Sie wollte weg, so schnell wie möglich. Einfach raus hier und reden. Und da war schon jemand dem sie Vertraute…
Sir Reensdorf begleitete sie ein Stück und setzte sich mit ihr auf eine Bank.
Leise seufzend erzählte sie ihm alles. Ihre vergeblichen Versuche und die schmerzhafte Abfuhr.
„ Mach die Augen auf und der Richtige wird schon kommen und stemm dich nicht so gegen die Liebe , lass sie einfach mal zu.“
Die Wörter waren Goldwert.
Ihr Entschluss stand seit dem Gespräch fest. Nicht länger zu schmollen sondern ein neues Ziel anzusteuern. Und das wäre, den Ritter als Freund zu gewinnen.
Er lächelt mich an?...
Das zweite Training gefiel ihr außerordentlich. Über seine Lippen kamen oft lobenswerte Worte und oft kam ein Lächeln oder ein Zwinkern von ihm. Nun war sie Irritiert und wusste nicht, wie sie seine freundliche Seite aufnehmen sollte. Was ist mit ihm passiert? Hat sie ihn am Kopf erwischt mit der Axt? Wieso ist er plötzlich so nett?
Stirn runzelnd beobachtete sie ihn. Und war am Ende des Abends sehr über ihn erstaunt.
Er vertraute ihr. Das merkte sie sofort und war froh drüber. Er erzählte ihr von seiner Vergangenheit. Die sie so sehr berührte, dass ihre Augen sich mit Tränen füllten.
Er ist ein Sir und du darf ihn nicht Lieben….
Linnet saß neben ihr und versuchte Bildlich darzustellen mit den Händen, wo Amarys Stand war als Bäuerin und wo des Ritters.
Amarys Schultern sackten zusammen. Es war unerträglich Linnet weiter zuzuhören.
Sie fühlte sich plötzlich so unwichtig, so mickrig und so wertlos.
Er ist ein Sir.. Natürlich wieso hat sie das nicht gleich am Turnier begriffen?
Auch Allis und Cedi lachten sie aus und verdeutlichten ihr, dass es unmöglich sei.
"Aber da müsste doch einen Ausweg geben! "Protestierte sie und verliest die Lachenden Freunde.
Lacht ihr nur.. ich wird euch schon beweisen, dass es geht und ich es ernst meine!
Ich zeige dir meine Welt…..
Bei jedem weiterem Treffen lächelten sie sich sanft an. Wie verliebt ritten sie nebeneinander her und sprachen über dies und das.
Ihr Ritter erhaschte den Einblick ihn ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Freunde.
Auch sie lauschte seinen Erzählungen und warf immer wieder ihre Ideen in den Topf hinein.
Sie war glücklich und immer wieder überraschte er sie.
In der Öffentlichkeit, wenn jemand mit dabei war. Saßen sie distanziert von einander.
Sobald sie jedoch wieder in ihren Privaträumen waren. Genossen sie die wärme am Kamin und sprachen weiter über Ereignisse.
Eines Tages als Amary sich mit ihren Freunden stritt , und am Boden zerstört aus dem Lamm kam, stand er da. Musterte sie und versuchte mit seinem forschendem Blick zu erahnen was passiert war.
In einem Augenblick fühlte sie sich alleingelassen. Rogan beendete die enge Freundschaft wegen einer Frau die er kaum kannte und Linnet. Auch sie verlies Amary. Als ob es schon Amary nicht reichte, dass sie Rogan verlor.. ..
`Ich hab dich lieb Rogan..du bist mir sehr wichtig als Freund.. ich möchte dich nie verlieren...`Zumindest waren ihre Worte zu ihm damals erlich. Und auch den Beweis trug sie auf ihren Handgelenken....
Er saß zurück gelehnt in seinem Sessel am Kamin. Auch sie kuschelte sich in einen Sessel hinein und blickte ihn erzählend an. Jede Kleinigkeit die ihr einfiel erzählte sie ihm.
Gedanken und Gefühle überschlugen sich. Und dann.. dann hatte sie das Gefühl jemanden neben sich zu haben, den sie nie mehr missen wollte.
Genug gesucht!.. Genug ausprobiert!..
Dieser Mann war nicht gierig nach ihrem Körper. Nein eigentlich war ihre Beziehung, die seit wenigen Tagen bestand, mehr auf einer Seelische Ebene. Er zerrte sie nicht in den Keller, mit neuen Ideen um sie ins Bett zu bekommen .Vielleicht deutete alles darauf hin, dass die Beziehung wirklich auf lange sicht halten sollte.
Plötzlich hörte sie ihre eigene Stimme etwas ihn fragen.
`War ich das grad wirklich?`
Unbewusst. Eigentlich ein emotionaler Gedanke, welcher aus ihren Lippen herausrutschte.
Läuft er bei der Frage davon? Oje was hab ich gemacht? Ihre Finger bedeckten Angstvoll die Lippen.
Und er starte sie an. Er sagte nichts, er tat nichts.
Dann erhob er sich. „ Er will gehen!“ schrie eine panische Stimme in ihr auf, die sogleich wieder verstummte.
Er kniete sich vor sie und lächelte sanft.
Was danach kam konnte sie und er selbst nicht glauben…
Seufzend erhob sich Amary vom Bett und zog sich langsam an.
Der Tag würde lang werden. Jaira feierte heute ihre Verlobung und ihr Ritter und sie waren dazu eingeladen. Doch zuvor musste sie noch die Ringe bei Allis machen lasen. Sie hatte den pervekten Spruch!
Was würde wohl Mandred dazu sagen, wenn er die Ringe für die Hochzeit sehen würde?
Soll sie ein älteres Kleid aus dem Schrank nehmen für die Hochzeit? Das würd ja reichen. Eine schnelle heirat war die erste Planung gewesen. Die sie ohne ihre Freunde gemacht hatte.
Denn grad Rahel, die Amary eigentlich hassen hätte sollen, bestand auf eine richtige Feier.
`Eine seltsame Welt`Dachte sich Amary.`Linnet würd sich nicht um die Hochzeit kümmern wollen und Rogan... er wäre viel zu beschäftigt mit seiner leo im Keller. Aber eine ehmalige Feindin, macht es sehr gerne.
Auch Jaira bestand darauf, das Hochzeitskleid für Amary zu nähen." Was neues, was altes, und was geborgenes benötigst du" Waren ihre Worte.
Eigentlich wollte sie keinem zu Last fallen.
Sie wuste nicht wie die Hochzeitsfeier werden würde. Denn selbst zu planen, durchzuführen und gleichzeitig die Braut zu sein. War sogar für sie nicht möglich. Also gab sie Rahel die freie Hand im Lamm.
Es war einiges noch zu erledigen. Und Eins der wichtigen Sachen war, das Hochzeitskleid.
Sie klemmte einige Notizzetteln unter den Arm und lief zu Jaira Schneiderhaus.
Flauschig und warm fühlte sich das weiße Fell unter ihrem Körper an. Als Amary sich gähnend im Morgengrauen von sich streckte. Und nochmals auf die andere Seite des Bettes drehte. Der Hahn der auf ihrem Acker aus ganzer Kraft krähte, weckte sie wie jeden Morgen zu derselben Zeit. Viel zu früh!
„ Jemand sollte ihm den Hals umdrehen!“ Murmelte sie leise erbost im Halbschlaf und legte das Kissen auf ihre Ohren.
Plötzlich ruckelte ihr ganzes Bett auf. Sie rollte ungewollt ein Stück zu Seite und legte ihr Kissen wieder zurück.
Ihre Augen musterten den Mann, der nun neben dem Bett stand und sich eine scheppernde Rüstung überzog.
`Breite Schultern… eine schmale Taille und diese muskelbepackten Oberarme und Beine!.Sabberte sie grad?
Schlief sie noch und Träumte davon? Nein gewiss nicht, sonst hätte sie ja nicht das Gefühl gleich in Ohnmacht zu fallen! Nur gut. Dachte sie. Das ich grad liege.
Sie wurde sogar bei seinem Anblick schwach! Und alles in ihr fing an zu Kribbeln sobald sie ihn nur in ihrer Nähe sah.
Soll sie ihn am Arm packen und zurück ins Bett ziehen? Über ihn Fallen und nach allen Liebeskünsten verführen?
Er drehte sich in ihre Richtung und war zu hälfte bereits gerüstet.
Schnell schloss sie die Augen und tat so als ob sie schlafen würde. Dabei linste sie unter den dichten schwarzen Wimpern hervor und beobachtete das Muskelzucken an seiner weiten Brust.
Eine röte stieg in ihre Wangen und lies ihn natürlich sofort wissen das sie hellwach war.
Ein flüchtiger Kuss bedeckte ihre Stirn und seine tiefe Stimme die immer wieder eine Gänsehaut über ihren Rücken jagte, lies sie wissen, dass er seinen Pflichten nachgehen muss.
Wieso fing er nicht gleich mit den Männlichenpflichten an gegenüber seiner Frau?“ Bei ihrem Gedanken musste sie leise aufkichern.“
Natürlich musste er los zur Arbeit wo er eine Hochstellung besetzte und ein Vorbild nicht nur für sie war sondern für die Jungen Krieger.
Als seine schweren Schritte immer leiser wurde und das scheppern der Rüstung ganz verschwand, legte sie sich auf seine Seite des Bettes und fühlte noch darin seine Wärme und seinen Duft.
Wohlig stöhnte sie auf. Wer hätte es den damals geglaubt dass sie wirklich zusammen kommen?
Allianzturnier:
Kichernd saß Amary neben ihren Freunden und neckte Amu und Eydis die hinter ihr saßen.
Immer wieder schaute sie über ihre Schulter und lies stechende Neckereien los. Dabei unterstütze sie Rogan natürlich wie immer. Heute war das Opfer eben Amu. Dieser Lüstling der Frauen!.
Im Hintergrund lief ein Turnier und Amary versuchte die Lautstärke mit ihrer Stimme zu übertönen. Damit ja Amu alles mitbekommt!.
Dabei achtete sie nicht sonderlich auf die Anderen Gäste die gerade konzentriert versuchten dem Turnier zu folgen.
Und einer dieser Gäste der in der Ersten Reihe saß grad vor Amary , schaute immer wieder zurück und versuchte wohl dem Gespräch hinter sich zu folgen oder zu überprüfen ob die Worte wirklich ernst gemeint waren.
Amary´s Blick traf sich mit dem Unbekannten gerüsteten Mann.
Wer war er bloß?
Neugierig musterte sie ihn. Tuschelte mit ihren Freunden und suchte nach Informationen.
Doch keiner schien ihn zu kennen.
Eydis die immer recht still und brav dran saß erhob sich und ging auf den Krieger zu.
Amary dachte sogleich im Boden zu versinken und lief rot im Gesicht an. Versuchte verzweifelt Eydis zurück zu rufen doch diese plapperte schon eifrig mit dem Unbekannten drauf los.
Flucht! So schnell wie möglich!. Sie stand auf und verlies die Sitzplätze um ja aus der Sichtweite zu kommen. Wenige Augenblicke später tauchte Eydis hinter ihr auf und grinste sie an. Sie berichtete ihr wie der Unbekannte hieß und schon im nächsten Augenblick rief ein Ritter ihn zum Turnier aus.
Zum ersten Mal seid diesem Turnier verfolgte sie es konzentriert und freute sich über den Gewinner. Der nicht nur die Runde gewann sondern auch ihre ganze Aufmerksamkeit…..
Doch mehr schien an diesem Abend nichts zu passieren.
Kurze blicke, kurze Worte. Amary ergriff immer wieder schüchtern die Flucht…..
Zufällige Begegnungen……?
Tag und Nacht sprach sie über den Krieger vom Turnier und konnte kaum erwarten ihn wieder zu sehen. Doch nur auf Zufälle warten? Dafür war sie zu ungeduldig!
Das beste Kleid zog sie aus dem Schrank heraus und zog es sich über.
Das sanfte lila passte zu ihrer blassen Haut sehr gut. Und rotes wildes Haar wurde zu einem lockeren Zopf geflochten. Hier und da lies sie die kleinen Locken über Stirn und Schläfe fallen.
Zufrieden musterte sie sich ihm Spiegel und war mit dem Resultat zufrieden. Sie war sich sicher, dass er sie so wunder hübsch finden würde und ihr sofort verfallen.
Denn schon oft hat ihr Aussehen so die Männer verzaubert…
Das beste Pferd und das Sturste, wurde aus dem Stall geführt. Sie musste ja ihn schließlich auch mit ihrer Zucht beeindrucken!
Ein hochgewachsener Hengst mit langen Beinen und einem kleinem Köpfchen. Ein heißblüter der bei jeder Berührung schon in den Galopp fiel und seinen trieb und um seine Schnellichkeit bewiesen.
Nervös schaute sie sich um. Saß hoch hinaus und überblickte die ganze Straße. Und da.. da schon sah sie ihn auf sich zu reiten. Ihr Herz hüpfte kräftig unter der vollen Brust.
Jetzt paar Schmetterlingsschläge mit den Wimpern, ein süßes Lächeln der Unschuld und schon hab ich sein Herz.
Hätte sie nur davor gewusst dass er ein Eisblock war. Ihre Versuche der Unschuld und der Verletzlichkeit ließen ihn kalt. Er blickte weder auf ihr hübsches Angliz sonst auf ihren hübschen Hengst.
Nun ja zumindest wusste sie jetzt wo sie ihn am meisten antreffen könnte und wo er Hauste.
Und den Kampf würde sie nicht so schnell verlieren!
Weitere zufällige treffen erbrachten mehr erfolg, auf einer Seite. Sie bat ihn, sie Auszubilden in Kriegerischer Hinsicht. Natürlich hatte das Vorhaben drei Seiten.
Die eine war, ihn besser kennen zu lernen, die andere dagegen ihn zu Verführen.
Und die letzte, wirklich mehr Erfahrung mit der Waffe zu sammeln.
Die umbarmherzige Ablehnung…..
Der Abend rückte näher und bald würde sie zu seinem Haus reiten und das erste Training mit ihm haben. Das war ihre Chance, ihm da die Sinne zu vernebeln. Wenn es beim ersten Mal nicht klappt, dann eben beim zweitem!
Jaira die Meisterschneiderin und seit einiger Zeit eine sehr gute Freundin, musste ihr Talent einsetzen und für Amary ein hübsches kleid nähen.
Natürlich müsste sie mit der Lederrüstung zu ihm gehen. Aber das hätte ihre schönen weiblichen Reize nicht so zu Geltung gebracht, wie ein hübsches neues Kleid! Das war ja sonnenklar!
Doch auch das, schien ihn kein bisschen zu interessieren. Erst motzte er sie an. Wieso sie keine passende Rüstung bei sich trug und dann, warum sie sich nicht genug konzentrierte.
Weil ich eine Konzentrationsschwäche habe! Hätte sie ihn am liebsten angeschnauzt.
Er war so eklig kalt, dass sie nicht mehr weiter wusste. Alle ihre Weiblichen Verführungskünste wahren an ihm abgeblockt.
Und warum sie nicht konzentriert war? Wie sollte sie sich konzentrieren wenn sie jeden Augenblick auf ihn starte und hoffte, dass er über sie herfällt und sie leidenschaftlich küsst?
Wieso, tat er das nicht? Musste sie noch deutlicher werden?
Genervt legte sie die offenen Karten auf den Tisch. Erzählte ihre Absicht ihren Gedanken ihren Wunsch.
„ Wieso grade mich?“ war sein frage.
„ Weil wir aus verschiedenen Welten kommen und das alles Interessant macht. Und weil ich nicht denke, dass du in meiner Hand ein Schoßhund wirst“ Quickte sie leise und dachte, dass er sie gleich aus dem Haus wirft.
Denn in seinem Blick war kein bisschen Verständnis oder Mitgefühl.
„ Das was du suchst wirst du bei mir nicht finden. Dafür bin ich nicht der Richtige“
Nicht der Richtige, woher wollte er das wissen, ohne es erst mal zu versuchen?
Niedergeschlagen ging sie wieder zurück nach Hause. Das Training war beendet und das Gespräch somit auch. Er hatte kein Interesse an ihr, keine Gefühle für sie, das vielleicht etwas geändert hätte.
Was sollte sie bloß tun? Wie sollte sie mit so was umgehen? Bis jetzt bekam sie immer was sie wollte....
Und nun aufgeben? Wieso weiter Kämpfen und sich lächerlich machen? Etwas erzwingen?
Wenige Tage vergingen, sie war nachdenklich und innerlich frustriert. Ihre Freunde schienen das nicht zu bemerkten, nur das sie schlecht gelaunt war. Umso mehr musste ihr Wallach ihre Launen ertragen. Sie scheuchte ihn über die Wiesen und Wälder bis sich weißer Schaum vor seinen Nüstern bildete und der Rücken des Hengstes klitsch nass vor Anstrengung war.
Und dann war noch der doofe Scherz von Rogan.
Er verteilte an alle Männer in Berchgard einen Schlüssel. Auf diesem stand „ Liebeskeller von Amary“
„Herzlichen dank Rogan für den herrlichen Ruf.“ Jetzt dachte wohl jeder sie wäre ein leichtes Weib. Diese Neckerei ging Amary unter den Gürtel. Und dann war noch diese Versteigerung!
Das war nicht ihr Tag. Nein wirklich nicht..
Sie wollte weg, so schnell wie möglich. Einfach raus hier und reden. Und da war schon jemand dem sie Vertraute…
Sir Reensdorf begleitete sie ein Stück und setzte sich mit ihr auf eine Bank.
Leise seufzend erzählte sie ihm alles. Ihre vergeblichen Versuche und die schmerzhafte Abfuhr.
„ Mach die Augen auf und der Richtige wird schon kommen und stemm dich nicht so gegen die Liebe , lass sie einfach mal zu.“
Die Wörter waren Goldwert.
Ihr Entschluss stand seit dem Gespräch fest. Nicht länger zu schmollen sondern ein neues Ziel anzusteuern. Und das wäre, den Ritter als Freund zu gewinnen.
Er lächelt mich an?...
Das zweite Training gefiel ihr außerordentlich. Über seine Lippen kamen oft lobenswerte Worte und oft kam ein Lächeln oder ein Zwinkern von ihm. Nun war sie Irritiert und wusste nicht, wie sie seine freundliche Seite aufnehmen sollte. Was ist mit ihm passiert? Hat sie ihn am Kopf erwischt mit der Axt? Wieso ist er plötzlich so nett?
Stirn runzelnd beobachtete sie ihn. Und war am Ende des Abends sehr über ihn erstaunt.
Er vertraute ihr. Das merkte sie sofort und war froh drüber. Er erzählte ihr von seiner Vergangenheit. Die sie so sehr berührte, dass ihre Augen sich mit Tränen füllten.
Er ist ein Sir und du darf ihn nicht Lieben….
Linnet saß neben ihr und versuchte Bildlich darzustellen mit den Händen, wo Amarys Stand war als Bäuerin und wo des Ritters.
Amarys Schultern sackten zusammen. Es war unerträglich Linnet weiter zuzuhören.
Sie fühlte sich plötzlich so unwichtig, so mickrig und so wertlos.
Er ist ein Sir.. Natürlich wieso hat sie das nicht gleich am Turnier begriffen?
Auch Allis und Cedi lachten sie aus und verdeutlichten ihr, dass es unmöglich sei.
"Aber da müsste doch einen Ausweg geben! "Protestierte sie und verliest die Lachenden Freunde.
Lacht ihr nur.. ich wird euch schon beweisen, dass es geht und ich es ernst meine!
Ich zeige dir meine Welt…..
Bei jedem weiterem Treffen lächelten sie sich sanft an. Wie verliebt ritten sie nebeneinander her und sprachen über dies und das.
Ihr Ritter erhaschte den Einblick ihn ihr Leben, ihre Arbeit und ihre Freunde.
Auch sie lauschte seinen Erzählungen und warf immer wieder ihre Ideen in den Topf hinein.
Sie war glücklich und immer wieder überraschte er sie.
In der Öffentlichkeit, wenn jemand mit dabei war. Saßen sie distanziert von einander.
Sobald sie jedoch wieder in ihren Privaträumen waren. Genossen sie die wärme am Kamin und sprachen weiter über Ereignisse.
Eines Tages als Amary sich mit ihren Freunden stritt , und am Boden zerstört aus dem Lamm kam, stand er da. Musterte sie und versuchte mit seinem forschendem Blick zu erahnen was passiert war.
In einem Augenblick fühlte sie sich alleingelassen. Rogan beendete die enge Freundschaft wegen einer Frau die er kaum kannte und Linnet. Auch sie verlies Amary. Als ob es schon Amary nicht reichte, dass sie Rogan verlor.. ..
`Ich hab dich lieb Rogan..du bist mir sehr wichtig als Freund.. ich möchte dich nie verlieren...`Zumindest waren ihre Worte zu ihm damals erlich. Und auch den Beweis trug sie auf ihren Handgelenken....
Er saß zurück gelehnt in seinem Sessel am Kamin. Auch sie kuschelte sich in einen Sessel hinein und blickte ihn erzählend an. Jede Kleinigkeit die ihr einfiel erzählte sie ihm.
Gedanken und Gefühle überschlugen sich. Und dann.. dann hatte sie das Gefühl jemanden neben sich zu haben, den sie nie mehr missen wollte.
Genug gesucht!.. Genug ausprobiert!..
Dieser Mann war nicht gierig nach ihrem Körper. Nein eigentlich war ihre Beziehung, die seit wenigen Tagen bestand, mehr auf einer Seelische Ebene. Er zerrte sie nicht in den Keller, mit neuen Ideen um sie ins Bett zu bekommen .Vielleicht deutete alles darauf hin, dass die Beziehung wirklich auf lange sicht halten sollte.
Plötzlich hörte sie ihre eigene Stimme etwas ihn fragen.
`War ich das grad wirklich?`
Unbewusst. Eigentlich ein emotionaler Gedanke, welcher aus ihren Lippen herausrutschte.
Läuft er bei der Frage davon? Oje was hab ich gemacht? Ihre Finger bedeckten Angstvoll die Lippen.
Und er starte sie an. Er sagte nichts, er tat nichts.
Dann erhob er sich. „ Er will gehen!“ schrie eine panische Stimme in ihr auf, die sogleich wieder verstummte.
Er kniete sich vor sie und lächelte sanft.
Was danach kam konnte sie und er selbst nicht glauben…
Seufzend erhob sich Amary vom Bett und zog sich langsam an.
Der Tag würde lang werden. Jaira feierte heute ihre Verlobung und ihr Ritter und sie waren dazu eingeladen. Doch zuvor musste sie noch die Ringe bei Allis machen lasen. Sie hatte den pervekten Spruch!
Was würde wohl Mandred dazu sagen, wenn er die Ringe für die Hochzeit sehen würde?
Soll sie ein älteres Kleid aus dem Schrank nehmen für die Hochzeit? Das würd ja reichen. Eine schnelle heirat war die erste Planung gewesen. Die sie ohne ihre Freunde gemacht hatte.
Denn grad Rahel, die Amary eigentlich hassen hätte sollen, bestand auf eine richtige Feier.
`Eine seltsame Welt`Dachte sich Amary.`Linnet würd sich nicht um die Hochzeit kümmern wollen und Rogan... er wäre viel zu beschäftigt mit seiner leo im Keller. Aber eine ehmalige Feindin, macht es sehr gerne.
Auch Jaira bestand darauf, das Hochzeitskleid für Amary zu nähen." Was neues, was altes, und was geborgenes benötigst du" Waren ihre Worte.
Eigentlich wollte sie keinem zu Last fallen.
Sie wuste nicht wie die Hochzeitsfeier werden würde. Denn selbst zu planen, durchzuführen und gleichzeitig die Braut zu sein. War sogar für sie nicht möglich. Also gab sie Rahel die freie Hand im Lamm.
Es war einiges noch zu erledigen. Und Eins der wichtigen Sachen war, das Hochzeitskleid.
Sie klemmte einige Notizzetteln unter den Arm und lief zu Jaira Schneiderhaus.