Wenn Träume fliegen lernen {Auszüge aus einem Tagebuch}
Verfasst: Sonntag 24. Januar 2010, 15:32
Vorspann:
Angekommen dort, an einem Ort, von dem man nicht wusste, wohin man gehen sollte und aufgenommen in einer Familie, die einem nach und nach wichtiger wurde. Man mochte darüber denken, was man wollte, aber sie hatte eine neue Heimat gefunden.
Es dauerte nicht lange, da hatte sie sich eingelebt, hatte sich zurecht gefunden und Grund und Boden erwirtschaften können, um diesen zu bepflanzen und Tiere darauf groß zu ziehen. Tiere, Pflanzen, Kräuter, Früchte. All das war schon immer ihr Leben gewesen und sie hatte noch nie für etwas anderes in ihrem Leben existiert. Gab es Kummer, gab es Sorgen, so zog sie sich immer auf den Hof zurück, um dort zur Ruhe zu kommen. Inmitten all der Tiere.
Die Tragödie:
Etwas, was sie nie in ihrem Leben gedacht hätte, war die Tatsache, dass sie sich hier wirklich zuhause fühlen konnte. Es war sowohl in der Taverne angenehm und heimisch, wie auch auf ihrem eigenen Gestüt. Die Ausbildung der Pferde dauerte lange, aber es zahlte sich aus. Sie hatte schon recht bald einen regen Andrang an Kundschaft.
Wenn man also so in der Einsamkeit lebte, war es kein Wunder, dass man sich über die Götter und die gesamte Welt Gedanken machte. Momente, die man in der Einsamkeit genoss und Momente, in denen man sich einfach den Gedanken hingab.
Aber wenn sich auf einmal im Leben etwas recht drastisch änderte, dann musste man sich damit erst abfinden können. Man musste lernen, es zu akzeptieren. Man musste lernen, damit umgehen zu können. Aber das Wichtigste: Man musste überhaupt erst einmal die Zeit dazu finden, sich dafür Zeit nehmen zu können. Und wie sollte das funktionieren? Mit einem Hof und vielen Tieren?
Das Tagebuch und die Gedanken einer Frau:
Vor einigen Wochen:
Liebes Tagebuch,
heute kann ich nicht viel schreiben. Ich bin müde. Ich hab einige Erlebnisse hinter mir, die nervenaufreibend waren. Aber ich habe hier schon Anschluss gefunden und das in einer lieben Gemeinschaft, in der man sich nur wohl fühlen kann.
Beizeiten berichte ich mehr.
P. S. Als ich erzählt habe, dass ich Alkohol herstellen kann bekam ich schon meinen ersten Heiratsantrag.
Ein paar Tage, Wochen später:
Liebes Tagebuch!
Ich hab mich noch viel besser eingelebt. Mein Hof wächst und gedeiht. Meine Pferde sind mein Ein und Alles und ich habe Thorgan damit beauftragt, auf den gezähmten Bären aufzupassen. Leider war gerade er es, der den Bären getötet hat beim Boxkampf. Das hat mich sehr wütend gemacht, weil ich gerade dabei war, ihn gern zu haben. Dafür habe ich ihn jedoch getreten – und das mitten in die Glocken. Könntest du lachen, würdest du nun lachen. Denn es hat ihn umgehauen, so schmerzhaft war mein Tritt wohl. Ich hoffe, da ist nun nichts kaputt gegangen und er kann nun wegen mir keine kleinen Kinder mehr zeugen. Das wäre natürlich sehr... blöd. Er hat sich bei mir entschuldigt, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das so schnell verzeihen kann. Auch, wenn ich ihn nach dem gewonnenen Kampf noch geküsst habe. Es überkam mich. Ja, ehrlich. Und es war echt komisch, gerade, weil ich so etwas noch nie einfach so getan habe. Wie auch immer. Ich bin müde, ich geh schlafen. Die Arbeit auf dem Hof ist zu hart.
NEL
Ein paar Tage später:
Liebes Tagebuch,
es ist soweit. Ehrlich. Ich verstecke mich hier und werde nicht mehr vor die Türe treten. Jedes Mal, wenn Thorgan hier ist und dann wieder von mir geht, fange ich an, ihn zu vermissen. Ich möchte das nicht und trotzdem kann ich nichts dagegen tun. Ich glaube, ich bin verliebt. Aber das ist Quatsch, für mich gab es bisher immer nur meine Tiere. Und da hat keinSchwein, Mann, etwas in meinem Leben zu suchen. Und trotzdem fehlt er mir so sehr, dass jede Sekunde auf meinem Herz lastet, wenn er nicht da ist.
Aber wenn wir beide so weitermachen, dann sind wir fünfzig und keiner von uns traut sich irgendwas. Ich werde weiter beobachten und berichten.
NEL
Wieder ein paar Tage später:
Er hat mir gesagt, dass er sich in mich verliebt hat. Und was mache ich? Ich werfe ihn raus. Das war die Glanzleistung meines Lebens. Ich bin so wahnsinnig stolz auf mich, denn so dumm wie ich kann niemand auf dieser ganzen Welt sein. Jetzt verlasse ich das Haus eh nicht mehr und den Hof ganz und gar nicht. Und überhaupt. HILFE?
NEL
Angekommen dort, an einem Ort, von dem man nicht wusste, wohin man gehen sollte und aufgenommen in einer Familie, die einem nach und nach wichtiger wurde. Man mochte darüber denken, was man wollte, aber sie hatte eine neue Heimat gefunden.
Es dauerte nicht lange, da hatte sie sich eingelebt, hatte sich zurecht gefunden und Grund und Boden erwirtschaften können, um diesen zu bepflanzen und Tiere darauf groß zu ziehen. Tiere, Pflanzen, Kräuter, Früchte. All das war schon immer ihr Leben gewesen und sie hatte noch nie für etwas anderes in ihrem Leben existiert. Gab es Kummer, gab es Sorgen, so zog sie sich immer auf den Hof zurück, um dort zur Ruhe zu kommen. Inmitten all der Tiere.
Die Tragödie:
Etwas, was sie nie in ihrem Leben gedacht hätte, war die Tatsache, dass sie sich hier wirklich zuhause fühlen konnte. Es war sowohl in der Taverne angenehm und heimisch, wie auch auf ihrem eigenen Gestüt. Die Ausbildung der Pferde dauerte lange, aber es zahlte sich aus. Sie hatte schon recht bald einen regen Andrang an Kundschaft.
Wenn man also so in der Einsamkeit lebte, war es kein Wunder, dass man sich über die Götter und die gesamte Welt Gedanken machte. Momente, die man in der Einsamkeit genoss und Momente, in denen man sich einfach den Gedanken hingab.
Aber wenn sich auf einmal im Leben etwas recht drastisch änderte, dann musste man sich damit erst abfinden können. Man musste lernen, es zu akzeptieren. Man musste lernen, damit umgehen zu können. Aber das Wichtigste: Man musste überhaupt erst einmal die Zeit dazu finden, sich dafür Zeit nehmen zu können. Und wie sollte das funktionieren? Mit einem Hof und vielen Tieren?
Das Tagebuch und die Gedanken einer Frau:
Vor einigen Wochen:
Liebes Tagebuch,
heute kann ich nicht viel schreiben. Ich bin müde. Ich hab einige Erlebnisse hinter mir, die nervenaufreibend waren. Aber ich habe hier schon Anschluss gefunden und das in einer lieben Gemeinschaft, in der man sich nur wohl fühlen kann.
Beizeiten berichte ich mehr.
P. S. Als ich erzählt habe, dass ich Alkohol herstellen kann bekam ich schon meinen ersten Heiratsantrag.
Ein paar Tage, Wochen später:
Liebes Tagebuch!
Ich hab mich noch viel besser eingelebt. Mein Hof wächst und gedeiht. Meine Pferde sind mein Ein und Alles und ich habe Thorgan damit beauftragt, auf den gezähmten Bären aufzupassen. Leider war gerade er es, der den Bären getötet hat beim Boxkampf. Das hat mich sehr wütend gemacht, weil ich gerade dabei war, ihn gern zu haben. Dafür habe ich ihn jedoch getreten – und das mitten in die Glocken. Könntest du lachen, würdest du nun lachen. Denn es hat ihn umgehauen, so schmerzhaft war mein Tritt wohl. Ich hoffe, da ist nun nichts kaputt gegangen und er kann nun wegen mir keine kleinen Kinder mehr zeugen. Das wäre natürlich sehr... blöd. Er hat sich bei mir entschuldigt, aber ich weiß nicht, ob ich ihm das so schnell verzeihen kann. Auch, wenn ich ihn nach dem gewonnenen Kampf noch geküsst habe. Es überkam mich. Ja, ehrlich. Und es war echt komisch, gerade, weil ich so etwas noch nie einfach so getan habe. Wie auch immer. Ich bin müde, ich geh schlafen. Die Arbeit auf dem Hof ist zu hart.
NEL
Ein paar Tage später:
Liebes Tagebuch,
es ist soweit. Ehrlich. Ich verstecke mich hier und werde nicht mehr vor die Türe treten. Jedes Mal, wenn Thorgan hier ist und dann wieder von mir geht, fange ich an, ihn zu vermissen. Ich möchte das nicht und trotzdem kann ich nichts dagegen tun. Ich glaube, ich bin verliebt. Aber das ist Quatsch, für mich gab es bisher immer nur meine Tiere. Und da hat kein
Aber wenn wir beide so weitermachen, dann sind wir fünfzig und keiner von uns traut sich irgendwas. Ich werde weiter beobachten und berichten.
NEL
Wieder ein paar Tage später:
Er hat mir gesagt, dass er sich in mich verliebt hat. Und was mache ich? Ich werfe ihn raus. Das war die Glanzleistung meines Lebens. Ich bin so wahnsinnig stolz auf mich, denn so dumm wie ich kann niemand auf dieser ganzen Welt sein. Jetzt verlasse ich das Haus eh nicht mehr und den Hof ganz und gar nicht. Und überhaupt. HILFE?
NEL