Schatten
Verfasst: Dienstag 24. November 2009, 22:22
Gleich und Gleich zieht sich an, so sagte mein Großvater des öfteren, teils zustimmend nickend , teils aber auch kopfschüttelnd und ablehnend.
In meinem Falle ergab es sich aufgrund einer Fügung, als ich am vergangenen Samstag einer in dunkel vermummten Person unauffällig folgte . Vielleicht war es die Hoffnung die mich trieb, doch ich wußte nicht was mich erwartete. Die dunkle Person lief geschickt voran, und es war nicht ein Leichtes ihr zu folgen, teilweise schien sie von den Schatten, in denen sie zu wandern bevorzugte, wie verschluckt.
Doch dann erspähte ich sie wie sie in den Eingang einer Taverne verschwand. Vorsichtig ging ich hinterher, atmete tief durch bevor ich das Innere des Hauses betrat. Leer. Ein verlassener Schankraum , keine Spur von meiner dunklen Person. Einsam und allein saß eine schwarze Katze in der Ecke und starrte mich an. Als diese dann plötzlich in ein Nichts verschwand ging ich ihr hinterher und fand die Treppe. Schwere Steinstufen die weit hinab in einen kühlen Keller führten. Dort saß sie, ein Buch vor sich aufgeschlagen an einem Tische sitzend. Noch bevor ich halb herab gestiegen war, rief mich eine rauhe Stimme an ... " Bringst Du noch mehr ? Hast Du die Garde im Schlepptau sogar ?"
Ich verneinte sofort und beteuerte allein gekommen zu sein. Meine dunkle Person entpuppte sich als Mann. " Was willst Du?" fragte er ohne vieler Vorworte. "Ich suche Leitung und Hilfe, ich möchte so ungesehen in den Schatten wandern können wie Ihr es tut, und auch bei Schlössern stelle ich mich noch recht ungeschickt an ", hörte ich mich meine geheimstenen Wünschen offenbaren. Das Licht in dem Keller war schlecht, sein Gesicht war vermummt und weit in den Schatten seiner Robenkaputze gerückt.
Ich fühlte seinen Blick auf mir ruhen, vor Aufregung vermochte ich mich nicht zu regen.Einige lange Augenblicke vergingen.
"Wir werden sehen," sprach er endlich ,seine Gestalt nicht bewegend. " Ich werde Dich prüfen müssen."
Ich starrte ihn an, bereit alles erdenkliche anzustellen , nur um endlich Unterweisung zu erhalten. " Ich will es versuchen !" antwortete ich fest .
" Geh und erfahre genaustens wieviele Gardisten in Berchgard patrollieren. Zeichne mir einen Plan und vermerke jeden einzelnen. Dann lasse mir die Zeichnung zukommen. Keine Fehler, sollte man dich fangen, hängst nur Du allein ! "
Ich schluckte und nickte. " Ja Meister , ich werde mich beeilen !"
"Unterhalb dieses Raumes findest Du eine Höhle, plaziere deine Zeichnung in ihr ", hörte ich ihn noch sagen als ich die Stufen hinaufging.
Ich näherte mich Berchgard's Toren von Westen . Eine langstreckte hohe Stadtmauer ließ niemanden ungesehen passieren. Mein weißes Hütchen und das schlichte , saubere helle Kleid sollten mein Passierschein sein. Voranschreitend versuchte ich mir die einzelnen Gardisten fest einzuprägen,und zählte jeden einzelnen Standort . Hoch oben auf der Mauer wachten Armbrustschützen .Das Tor durchquerend , lenkte ich meinen Blick bescheiden nach unten und gab ein zartes " Eluive zum Gruße " von mir. " Zum Gruße" erschall es zurück und ich war unbehelligt hindurch gelangt. In einiger sicherer Entfernung blieb ich stehen um meine Recherchen auf einem Blatt Papier zu vermerken.Zwölf waren es hier .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard7.jpg[/img]
Ich folgte dem Weg und stieg die Anhöhe hinauf , wo ich an einem Hause, dem Truhenlager, einen weiteren Gardisten stehen sah. 13 nun .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard3.jpg[/img]
Ich verließ den Berg und gelangte alsbald zum Hafen von Berchgard . Dort zwei weitere welche unermüdlich entlang des Fischhändlers patrollierten. 15.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard2.jpg[/img]
Ein unschuldiges Lächeln aufsetzend gelangte ich zum Osttor. Ich tat geschäftig , grüßte freundlich und fragte ob die Kutsche schon angekommen sei . Zählte insgesamt zwei Gardisten auf der Stadtmauer und drei weitere vor den Stadttoren.20 bis jetzt.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard7-1.jpg[/img]
Ich erinnerte mich , dass weiter im Osten ein kleine stille Fischerhütte stand, der ideale Ort um meinen Zettel zu vervollkommnen. Am Wasser entlang schlenderte ich behaglich, alles war gut gegangen und mein Ziel schien greifbar nahe zu sein. Ich mußte eine kleine hölzerne überdachte Brücke überqueren als ich plötzlich unvorbereitet in zwei patrollierende Gardisten lief. Bemüht sogleich eine freundliches Gesicht aufzusetzen tönte es schon " HALT ! "
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard8.jpg[/img]
Ich blieb versteinert stehen. " Wohin fragte ich, oder seid Ihr taub ? " In meinem Inneren regte sich das Verlangen Ihm meinen kleinen scharfen Dolch in die Eingeweide zu versenken, doch blieb ich ruhig und antwortete gewandt " Ich möchte schauen, ob der Fischer frischen Fisch hat. Mutter will Fischsuppe kochen und der Fisch am Hafen ist schon zwei Tage alt. " Einer der Gardisten trat näher an mich heran , legte seinen Finger gegen mein Kinn und bewegte es zur Seite mich forschend anschauend. "Ich hab dich hier noch nie gesehen Mädel. Wer sind deine Eltern ? ", fragte er mißtrauisch. Mir wurde schlecht, doch fiel mir der Name der hiesigen Schneiderin ein. " Girgel, mein Herr , Girgel die Schneiderin. " Er ließ von meinem Kinn ab, mich weiterhin anschauend. " Und dort gibts heute Fischsuppe, so, so... nun denn ... ", warf der zweite Gardist ein. Zeig was du in den Taschen hast !" Mir fiel meine Notiz ein, ich hatte mir die Nummern der Gardisten fein säuberlich notiert. Mit steifen Fingern holte ich nach und nach mein Hab und Gut aus der kleinen Tasche die ich bei mir trug. Den kleinen Zettel ließ ich in ihr, hoffend er würde nicht gefunden werden.
" Hmm, eine Bürste, etwas Brot, einige Goldstücke , zwei Birnen ", murmelte der Gardist. " Zeig die Tasche ," forderte der andere auf und zog sie mir schon aus der Hand.
Er förderte den kleinen Zettel zutage und bestaunte ihn . " Was ist das ? Was sollen die Zahlen ? " Er reichte ihn seinem Kameraden und betrachteten den Zettel mit nachdenklichen Gesichtern . "Es sind die Maße meines neuen Kleides , " entsprang es meinem Mund. Woher mir nun dieser Einfall kam wußte ich nicht, doch ich sendete ein Stoßgebet gen Himmel, wer auch immer mir beigestanden hatte sei gepriesen. " Meine Mutter will es mir zu meinem Geburtstag nähen, das bedarf einiger Sorgfalt. Kann ich nun bitte gehen, meine Mutter wartet auf den Fisch und wenn ich zu spät komme gibts Schelte. "
Ich schien die beiden Deppen überlistet zu haben, denn sie gaben mir den Zettel zurück, und halfen mir, die restlichen Sachen in die Tasche zu verstauen.
" Dann lauf und hol den Fisch. Wenn die Wachablösung kommt werden wir Dich zu deiner Mutter begleiten. Junge Mädchen sollten nicht so weit alleine wandern," flocht der Gardist ein.
Ich ließ mir dies nicht zweimal sagen und lief los, nur voraus schauend und weiter und weiter ins Dickicht hinein. Zurück konnte ich nun nicht mehr .. zerschlagen und müde kam ich erst spät abends an meinem Unterschlupf an. Es war gut gegangen... mit Mühe und Not. Ich mußte vorsichtiger sein.
Mit den bunten Kreidestiften malte ich die entsprechenden Pläne , bezeichnete die Gardisten mit einem Kreuz . Ich nahm den Kohlestift und schrieb zusätzlich zu den Bildern " Verehrter Meisterschatten! Es sind insgesamt 22 Gardisten. Das Westtor ist am strengsten bewacht, das kleine Tor östlich nur mit zweien besetzt. Gebt mir Nachricht, ich werde folgen !" Nun mußte dieses nur noch in die Höhle gebracht werden. Doch diesmal würde nicht ein feines, in helle Kleider gehülltes Mädel gehen, sondern ich selber ... und ich würde im Schatten gehen, so wie der Meisterschatten . Ich zog die Kaputze tief ins Gesicht und trat aus der Türe.
In meinem Falle ergab es sich aufgrund einer Fügung, als ich am vergangenen Samstag einer in dunkel vermummten Person unauffällig folgte . Vielleicht war es die Hoffnung die mich trieb, doch ich wußte nicht was mich erwartete. Die dunkle Person lief geschickt voran, und es war nicht ein Leichtes ihr zu folgen, teilweise schien sie von den Schatten, in denen sie zu wandern bevorzugte, wie verschluckt.
Doch dann erspähte ich sie wie sie in den Eingang einer Taverne verschwand. Vorsichtig ging ich hinterher, atmete tief durch bevor ich das Innere des Hauses betrat. Leer. Ein verlassener Schankraum , keine Spur von meiner dunklen Person. Einsam und allein saß eine schwarze Katze in der Ecke und starrte mich an. Als diese dann plötzlich in ein Nichts verschwand ging ich ihr hinterher und fand die Treppe. Schwere Steinstufen die weit hinab in einen kühlen Keller führten. Dort saß sie, ein Buch vor sich aufgeschlagen an einem Tische sitzend. Noch bevor ich halb herab gestiegen war, rief mich eine rauhe Stimme an ... " Bringst Du noch mehr ? Hast Du die Garde im Schlepptau sogar ?"
Ich verneinte sofort und beteuerte allein gekommen zu sein. Meine dunkle Person entpuppte sich als Mann. " Was willst Du?" fragte er ohne vieler Vorworte. "Ich suche Leitung und Hilfe, ich möchte so ungesehen in den Schatten wandern können wie Ihr es tut, und auch bei Schlössern stelle ich mich noch recht ungeschickt an ", hörte ich mich meine geheimstenen Wünschen offenbaren. Das Licht in dem Keller war schlecht, sein Gesicht war vermummt und weit in den Schatten seiner Robenkaputze gerückt.
Ich fühlte seinen Blick auf mir ruhen, vor Aufregung vermochte ich mich nicht zu regen.Einige lange Augenblicke vergingen.
"Wir werden sehen," sprach er endlich ,seine Gestalt nicht bewegend. " Ich werde Dich prüfen müssen."
Ich starrte ihn an, bereit alles erdenkliche anzustellen , nur um endlich Unterweisung zu erhalten. " Ich will es versuchen !" antwortete ich fest .
" Geh und erfahre genaustens wieviele Gardisten in Berchgard patrollieren. Zeichne mir einen Plan und vermerke jeden einzelnen. Dann lasse mir die Zeichnung zukommen. Keine Fehler, sollte man dich fangen, hängst nur Du allein ! "
Ich schluckte und nickte. " Ja Meister , ich werde mich beeilen !"
"Unterhalb dieses Raumes findest Du eine Höhle, plaziere deine Zeichnung in ihr ", hörte ich ihn noch sagen als ich die Stufen hinaufging.
Ich näherte mich Berchgard's Toren von Westen . Eine langstreckte hohe Stadtmauer ließ niemanden ungesehen passieren. Mein weißes Hütchen und das schlichte , saubere helle Kleid sollten mein Passierschein sein. Voranschreitend versuchte ich mir die einzelnen Gardisten fest einzuprägen,und zählte jeden einzelnen Standort . Hoch oben auf der Mauer wachten Armbrustschützen .Das Tor durchquerend , lenkte ich meinen Blick bescheiden nach unten und gab ein zartes " Eluive zum Gruße " von mir. " Zum Gruße" erschall es zurück und ich war unbehelligt hindurch gelangt. In einiger sicherer Entfernung blieb ich stehen um meine Recherchen auf einem Blatt Papier zu vermerken.Zwölf waren es hier .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard7.jpg[/img]
Ich folgte dem Weg und stieg die Anhöhe hinauf , wo ich an einem Hause, dem Truhenlager, einen weiteren Gardisten stehen sah. 13 nun .
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard3.jpg[/img]
Ich verließ den Berg und gelangte alsbald zum Hafen von Berchgard . Dort zwei weitere welche unermüdlich entlang des Fischhändlers patrollierten. 15.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard2.jpg[/img]
Ein unschuldiges Lächeln aufsetzend gelangte ich zum Osttor. Ich tat geschäftig , grüßte freundlich und fragte ob die Kutsche schon angekommen sei . Zählte insgesamt zwei Gardisten auf der Stadtmauer und drei weitere vor den Stadttoren.20 bis jetzt.
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard7-1.jpg[/img]
Ich erinnerte mich , dass weiter im Osten ein kleine stille Fischerhütte stand, der ideale Ort um meinen Zettel zu vervollkommnen. Am Wasser entlang schlenderte ich behaglich, alles war gut gegangen und mein Ziel schien greifbar nahe zu sein. Ich mußte eine kleine hölzerne überdachte Brücke überqueren als ich plötzlich unvorbereitet in zwei patrollierende Gardisten lief. Bemüht sogleich eine freundliches Gesicht aufzusetzen tönte es schon " HALT ! "
[img]http://i187.photobucket.com/albums/x177/GaidaO/Alathair/Berchgard8.jpg[/img]
Ich blieb versteinert stehen. " Wohin fragte ich, oder seid Ihr taub ? " In meinem Inneren regte sich das Verlangen Ihm meinen kleinen scharfen Dolch in die Eingeweide zu versenken, doch blieb ich ruhig und antwortete gewandt " Ich möchte schauen, ob der Fischer frischen Fisch hat. Mutter will Fischsuppe kochen und der Fisch am Hafen ist schon zwei Tage alt. " Einer der Gardisten trat näher an mich heran , legte seinen Finger gegen mein Kinn und bewegte es zur Seite mich forschend anschauend. "Ich hab dich hier noch nie gesehen Mädel. Wer sind deine Eltern ? ", fragte er mißtrauisch. Mir wurde schlecht, doch fiel mir der Name der hiesigen Schneiderin ein. " Girgel, mein Herr , Girgel die Schneiderin. " Er ließ von meinem Kinn ab, mich weiterhin anschauend. " Und dort gibts heute Fischsuppe, so, so... nun denn ... ", warf der zweite Gardist ein. Zeig was du in den Taschen hast !" Mir fiel meine Notiz ein, ich hatte mir die Nummern der Gardisten fein säuberlich notiert. Mit steifen Fingern holte ich nach und nach mein Hab und Gut aus der kleinen Tasche die ich bei mir trug. Den kleinen Zettel ließ ich in ihr, hoffend er würde nicht gefunden werden.
" Hmm, eine Bürste, etwas Brot, einige Goldstücke , zwei Birnen ", murmelte der Gardist. " Zeig die Tasche ," forderte der andere auf und zog sie mir schon aus der Hand.
Er förderte den kleinen Zettel zutage und bestaunte ihn . " Was ist das ? Was sollen die Zahlen ? " Er reichte ihn seinem Kameraden und betrachteten den Zettel mit nachdenklichen Gesichtern . "Es sind die Maße meines neuen Kleides , " entsprang es meinem Mund. Woher mir nun dieser Einfall kam wußte ich nicht, doch ich sendete ein Stoßgebet gen Himmel, wer auch immer mir beigestanden hatte sei gepriesen. " Meine Mutter will es mir zu meinem Geburtstag nähen, das bedarf einiger Sorgfalt. Kann ich nun bitte gehen, meine Mutter wartet auf den Fisch und wenn ich zu spät komme gibts Schelte. "
Ich schien die beiden Deppen überlistet zu haben, denn sie gaben mir den Zettel zurück, und halfen mir, die restlichen Sachen in die Tasche zu verstauen.
" Dann lauf und hol den Fisch. Wenn die Wachablösung kommt werden wir Dich zu deiner Mutter begleiten. Junge Mädchen sollten nicht so weit alleine wandern," flocht der Gardist ein.
Ich ließ mir dies nicht zweimal sagen und lief los, nur voraus schauend und weiter und weiter ins Dickicht hinein. Zurück konnte ich nun nicht mehr .. zerschlagen und müde kam ich erst spät abends an meinem Unterschlupf an. Es war gut gegangen... mit Mühe und Not. Ich mußte vorsichtiger sein.
Mit den bunten Kreidestiften malte ich die entsprechenden Pläne , bezeichnete die Gardisten mit einem Kreuz . Ich nahm den Kohlestift und schrieb zusätzlich zu den Bildern " Verehrter Meisterschatten! Es sind insgesamt 22 Gardisten. Das Westtor ist am strengsten bewacht, das kleine Tor östlich nur mit zweien besetzt. Gebt mir Nachricht, ich werde folgen !" Nun mußte dieses nur noch in die Höhle gebracht werden. Doch diesmal würde nicht ein feines, in helle Kleider gehülltes Mädel gehen, sondern ich selber ... und ich würde im Schatten gehen, so wie der Meisterschatten . Ich zog die Kaputze tief ins Gesicht und trat aus der Türe.