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alte Wunden - neue Hoffnung

Verfasst: Freitag 23. Oktober 2009, 14:58
von Inara Schwarzmourne
Und wieder war ein Tag vergangen. Seufzend blickte sie ins Feuer ihres Kamins und nahm einen Schluck Wein aus dem Pokal in ihrer Hand. Sie schienen an ihr vorüber zu fliegen wie die Wolken am Himmel und doch bekam sie kaum etwas von ihnen mit. Ihre Gedanken waren woanders, BEI jemand anderem.

Eben deshalb mochte es sein, dass sie ständig in Gedanken war während der Arbeit. Es war ein Zwiespalt, ein Spagat. Einerseits wollte sie ihn… wollte ihn spüren, ihn küssen, ihn umarmen. Aber andererseits gab es einen Teil in ihr, der ihn von sich fort stossen wollte. So viel Leid und Schmerz und Einsamkeit hatte er ihr geschenkt und nun sollte alles wieder gut sein? Nun sollte sie ihm glauben, dass es ihm Leid tat, dass er sie nie wieder verlassen würde. Sie konnte es einfach nicht, noch nicht! Doch was immer er ihr auch angetan hatte, sie liebte ihn noch genug um ihm alles zu verzeihen was war.

Vielleicht konnten Sie tatsächlich eines Tages wieder eine Familie werden. Vielleicht. Doch zunächst einmal musste ihr Vertrauen in Ihn wieder gefestigt werden. Es hatte sie so viel Mühe und Kraft gekostet, den zerbrochenen Kelch ihrer Seele nicht ganz auseinander brechen zu lassen und die Splitter wieder mühsam zusammen zu setzen. Noch einmal würde sie es nicht schaffen.

Manche dieser Narben würden niemals heilen, aber sie hoffte, sie würden mit der Zeit verblassen… mit der Zeit… vielleicht.

Verfasst: Samstag 24. Oktober 2009, 08:57
von Marick Schwarzmourne
Er hörte das Knarzen des Holzes unten im Haus.. wieder mal. Papa schlief nicht... wieder mal. Leise schlich er die Treppen herunter, immer darauf gefasst, dass Papa ihn doch erwischte... wie üblich. Warum eigentlich musste Papa ihn ständig erwischen? Vor anderen versteckte er sich doch auch immer so gut?

Er wurde nicht erwischt, irgendwie wirkte Papa gut gelaunt.. .und verliess wieder mal das Haus, wie auch schon seit einigen Tagen. Er zog eine Schnute. Wenn er das Haus verliess sollte er immer Bescheid sagen, aber Papas brauchten sowas wohl nicht?

Er nahm sich seit Tagen vor, wach zu bleiben und zu lauschen wann Papa zurück kam. Manchmal hörte er die Tür, aber immer war er zwischendurch eingeschlafen und wusste nicht wie lang er weggewesen war. Aber draußen war es immer schon richtig dunkel, wenn Papa zurückkam.

Vielleicht sollte er ihm morgen nachschleichen. Wenn Papa schon nicht merkte, dass er sich auf der Treppe versteckt hatte, klappte das vielleicht. Und kämpfen konnte er ja auch. Außerdem wäre Papa ohnehin schnell da wenn er schreien würde. Ja morgen.. würde er einfach mal sein Glück versuchen. Morgen ganz bestimmt...

Verfasst: Samstag 24. Oktober 2009, 09:35
von Rafael von Arganta
Rymis schnaubte ungehalten, und schien sich wohl nach seinem Stall zu sehnen oder dem Apfelbaum davor.
Er war jedenfalls alles andre als ruhig als Rafael nun schon einige Zeit im Dunkeln vor Adoran stand.
Wie so oft stand Malachais Pferd vor dem Haus Inaras, und Rafael versuchte sich für die Beiden zu freuen, doch mochte es ihm nicht wirklich gelingen.
Zu weh tat es noch, zu frisch die Wunde die er sich selber gerissen hatte.
Wieder einmal hatte er für andere Entschieden, und er hoffte die Beiden würde es ihm nachsehen... irgendwann und ihr gemeinsames Glück mit Marrick finden.

Inara war wirklich eine wundervolle Frau, doch immer wieder hatte er gespürt was sie noch für Malachai empfand und auch das der Freund sie nicht vergessen konnte.
Er konnte es ihm nicht verübeln.
Und dann war da noch Marrick.
Wie wäre es für ihn seine Eltern wieder zusammen für sich zu haben.
Welches Glück würde es für Inara bedeuten.
Langsam ließ er Rymis heimwärts traben, die Gedanken bei der Frau, wo er jetzt selber gerne wäre.
Die er gerne in seinen Armen gespürt hätte, aber es gab nun einmal keine Zukunft für sie.
Inara hätte sich verbiegen müssen, für einige wenige Stunden verlorenes Glück gemeinsam mit Rafael.
Dabei machte gerade das was sie war, ihre Person ihren Character aus, mit dem sie ihn sofort beeindruckt, ihn für sich eingenommen hatte.
Wie ein Blitz hatte es ihn damals getroffen.
Wie gut sie sich verstanden, ohne sich zu kennen.
Wie nah sich ihre Schicksale waren, und doch ... gab es für sie eine Zukunft wie er hatte begreifen müssen.
Doch war es keine gemeinsame mit ihm.
So hatte er entschieden.
Ein Leben für sie, mit Malachaei und Marrick, Ein Leben zurückgeholt aus der Vergangenheit, von der er wusste das es funktionieren konnte.
Im Gegensatz zu den Heimlichkeiten der letzten Tage.
Rafael wusste das es Zeit brauchen würde, aber er gönnte Inara alles Glück das sie bekommen konnte.
Und leider hatte er erkennen müssen das sie dieses Glück nicht wirklich auf Dauer hatte mit ihm finden können.
So hatte er es beendet, bevor die Beziehung hatte noch tiefer werden können.
Doch es tat weh genug.