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Licht und Schatten...

Verfasst: Samstag 19. November 2005, 17:31
von Aradan Krenor
Das warme orangene Licht 2er fast herunter gebrannter Kerzen erfüllte im letzten Verzweiflungskampf gegen die Dunkelheit den Raum der klösterlichen Bibleothek. Lange Schatten werden von den Bücherregalen, den Pulten und nicht zuletzt der fast bewegungslos scheinenden Person geworfen, die an einem der Pulte über ein dickes Buch gelehnt war. Sein strähniges Haar hing seitlich an dem jungen Gesicht herunter und nur die Bewegungen der Augen, welche schnell von links nach rechts über die Seiten glitten verriet, das er noch nicht zu einer Statue erstarrt war. Das Kloster war um diese Zeit, in der der Mond schonwieder tief am Himmel stand und der Morgen bald heranbrechen würde, sehr still und friedlich. Friedlich, ein Ort des Friedens, ja das war eine zutreffende Bezeichnung für die gewaltig anmutenden Mauern, die gepflegten Gärten, den Machterfüllten Baum des Lichtes und den großen ehrfürchtigen Tempel der gütigen Herrin Temora. Aradan hatte schon bei seinen ersten Besuchen hier, damals weder Gardist noch Ordensangehöriger, jenen Ort zu schätzen gelernt. Und nun, tief in der Nacht, wo sich nichteinmal hier noch etwas regt, kein Ruf und kein schwerer Schritt von nächtlichen Stadtwachen erhallt, sondern alles nur in einer friedlichen Stille gemengt aus warmen Licht und Schatten getaucht ist, war es zum studieren des uneremesslich reichhaltigen Wissens der Bibleothek geradezu perfekt. Seit der Aufnahme in den Orden der Temora und dem erlangen des Schlüssels zu dem Kloster kam Aradan regelmässig, meistens jedochs Nachts hier her. Er hatte in den letzten Tagen viele Schriften und einige Bücher über die alten Legenden und Temora gelesen. Viele große Namen hat er kennengelernt, welche ihr Temora in besonderer Weise gediehnt hatten und ihren Glauben mehrfach unter Beweis stellten. Doch eine Geschichte hatte es ihm hier in besonderen angetan und selbst jetzt noch, sass er über ein Buch gebeugt, dass Leben und Wirken jenes geheimnisumwitterten Ordens beschreibt. Er lass von tiefster Ergebenheit zum Glauben, von innerer Ruhe in ungeahnten Massen, von der Möglichkeit einen ungeahnten Seelenfrieden auch in der sterblichen Hülle zu erlangen und schliesslich auch von Kämpfen in denen jene Krieger ohne Klage und ohne Schmerz fiehlen. So schien es zumindest verloren sie doch nie einen Schrei, selbst nicht wenn es ans sterben ging, sondern stellten sich tief erfüllt vom Glauben an die Göttin jedweder Gefahr die die Schöpfung Eluives bedrohte. Und kaum hatte er zum ersten Mal diese Worte in seinem Geist aufgenommen wusste er, dass er den Weg beschreiten wollte welcher sich ihm hier auftat. Denn Angst war es, die die Menschen in die Finsternis trieb. Angst vor Schmerz, Angst vor dem Tod Angst vor dem Verlust. Selbst die stetige Machtgier die viele in die Reihen des Bösen lockte, konnte auf Angst der Machtlosigkeit und der Verwundbarkeit zurückgeführt werden. Wenn er es schaffte, den Schmerz des Körpers wie auch der Seele mithilfe der Verbundenheit zum Glauben auszugleichen und zu verbannen, würde er auch die Angst verlieren. Angst vor Konsequenzen, Angst zu Handeln, Angst zu versagen und Angst zu enttäuschen. Und dann, so glaubte aradan fest, würde selbst das tiefste Böse keine Macht mehr über ihn haben und er könnte alle Prüfungen welche das Leben und der Glauben ihn stellen, entschlossen entgegentreten und würde sie sich ihnen ohne zu zögern stellen und Temora und dem Orden und der Schöpfung Eluives in bisher nie erreichter Weise dienen, bis seine Zeit schliesslich gekommen währe ...

Verfasst: Samstag 19. November 2005, 17:31
von Aradan Krenor
*Ungläubig trat er über die Trümmer der beim Kampf zerstörten Einrichtung. Blut .... überall klebte es. Das Blut seiner Männer und Frauen die jeden Tag tapfer ihren Dienst verichteten. Aradan war mit einem kleinen Trupp aus Varuna eingetroffen als er hörte das es in Berchgard Unruhen gegeben hatte. Doch der Anblick der sich ihm in der Wachstation bot, verschlug ihm den Atem. Die Leichen der diensthabenden Gardisten Lagen quer verstreut, dort liegengelassen wo sie gefallen waren. Zugehörige Gliedmassen lagen teilweise einige Meter weiter entfernt und alles schien mit dem Lebenssaft dieser Menschen befleckt worden zu sein. Doch das aller schlimmste war der wiederliche Geruch der einsetzenden Verwesung, welcher das Leichtentuch der Getöteten bildete und das gesamte Gebäude einzuhüllen schien. 2 jüngere Gardisten die mit ihm gekommen waren stürzten aus dem Wachhaus und übergaben sich fast direkt davor. Andere begannen mit der traurigen Aufgabe die Reste ihrer Kameraden einzusammeln und vor der Tür auf ausgebreiteten Leinentüchern zu legen. Aradan jedoch lief fast "traumwandelnd" umher und sah sich um. Bückte sich zu der Leiche des vergifteten dessen Augen weit aufgerissen ins Nichts starrten. Einige Krümel wohl seiner letzten Mahlzeit hatten sich noch im Kinnbart verfangen und schienen von einer Art Gebäck zu stammen. Der junge Leutnant erhob sich wieder und betrat das obere Geschoss. Auch hier waren Blutspritzer an Wänden und auf den Boden zu finden und die zusammen gesackten und von Pfeilen gespickten Leichen 2 weiterer Gardisten zu finden. Nur langsam erwachte Aradan aus der Schockstarre und ward sich des Jungen gewahr, der zusammengesackt bei der Leiche eines jener Gardisten sass und weinte. Das herzzerreissende Weinen wurde nur von einem schrecklichen Husten unterbrochen der darauf hin wies, dass der Junge schwer krank war. Immer wieder ertönte leise das klagende "Warum Vater?" aus der jungen Kehle. Mit Mühe kämpfte Aradan den unbändigen Zorn der sich seinen Weg vom Herzen hinauf in den Verstand zu bahnen suchte, zurück. Zorn und Hass waren schlechte Ratgeber, so wurde es ihm seit er denken konnte beigebracht und wenn alles um ihn herum schon in jenen versinkt, war er es der einen kühlen Kopf behalten musste. Er trat zu den Jungen heran und legte ihm die Hand auf die Schulter. Verheult schaute er zu ihm auf, sein Blick fragend und anklagend zugleich. Es bedurfte keiner Worte um zu verstehen was der junge auszudrücken suchte. Aradan schüttelte nur den Kopf, als die schweren müden Schritte 2er weiterer Gardisten aus dem Flur und schliesslich auf die Terasse drangen. Aradan zog sich zurück und beobachtete, wie die beiden Männer den Leichnahm des Vaters jenes Jungen anhoben und hinunter trugen, ohne das der Junge von der Seite jenes Mannes wich. Aradan trat auf die Zinnen und stützte sich auf das Gestein. Ein lauter Tumult war unten vor der Gardisterei zu hören und nun wo er hinunterblicken konnte, sah er eine Schar von Bürgern die zusammen gekommen war und mit lauten Gemurmel den grausigen Fund betrachteten. Abgeschirmt von einigen Gardisten, welche die Menge in einem Halbkreis auf Abstand jener Leichen hielten. Mehr als nur eine Frau und so manchen Mann sah er in jenem Moment klagend zusammen brechen, den Namen des geliebten Mannes, Bruders oder Sohnes rufend den sie an diesem Tage verloren hatte. Einzelnen gelang es durch die Absperrung der Gardisten hindurch zuschlüpfen, wo sie weinend und klagend an der Seite des Verwandten oder Bekannten zusammen brachen. Fragend sahen einige Gardisten hinauf zu Aradan der ihnen mit einer harschen geste deutete die Menschen dort in Ruhe zu lassen. Just in dem Moment trafen die beiden Gardisten mit dem Vater des Jungen unten ein und legten jenen Leichnahm neben seinen Kameraden. Erneut brach eine Frau in lautes Wehklagen aus und stürzte zu ihrem Sohn und den geliebten Manne dessen Name Aginulf war wie Aradan den lauten Wehklagen entnehmen konnte. Seine Finger gruben sich regelrecht in den Stein der Zinnen und nahmen eine unnatürliche weisse Hautfarbe an, so sehr presste und verkrampfte er jene. Seine Miene schien zu Stein erstarrt während die Luft erfüllt vom Klang bitterster Trauer war. Er schloss kurz die Augen und kämpfte in erneuter eiserner Disziplin die unbändige Wut und den Hass hinunter, welcher von seinem Herzen Besitz zu ergreifen suchte. Mit einem Ruck und wehenden Umhang wandte er sich ab und stapfte entschlossen an den beiden Gardisten vorbei, welche erneut auf die Terasse hinaus stapften um den letzten Toten hinunter zu tragen. "Korporal! ... " Wandte sich Aradan an einen der Gardisten unten. " Ihr übernehmt hier! Ich will das alle Stationen voll besetzt sind in nächster Zeit .. ich werde nach Varuna zurückkehren und Meldung machen und Verstärkungen herbeordern. In Nächster Zeit ist hier in Berchgard zu Wachen als ob wir uns in einem Krieg befinden würden! Ich will rund um die Uhr die doppelte Anzahl an Gardisten IN und UM Berchgard haben. Jedweder nicht aus absolut dringlichen Gründen beurlaubte Gardist der Wachmanschaften ist zurück zu beordern! Ferner soll im Zentrum Berchgards die Leichen aufgebahrt und möglichst bald verbrannt werden. Die Stadt ist so schon von zuvielen Ratten heimgesucht und ich will keine erneute Epedemie hier! Anschliessend werdet ihr aus der eintreffenden Verstärkung die abgehärtesten Männer auswählen, niemand der hier Verwandte oder Freunde hatte und die Wachstation wieder auf Fordermann bringen. Ich will das nichts und ich meine auch ABSOLUT NICHTS mehr, zukünftige Wachmanschaften an diese Katastrophe hier erinnert. Ferner soll ein Bote zum Orden der Temora gesandt werden, der den Gefallenen den letzten Segen und den Familien trost spendet und ein Gebet vor der Bestattung der Männer spricht." " Jawohl Sir!" "Ach und Korporal ... ich will das dem Hauptmann ein Bericht über die Auskommenssituation der Hinterbliebenen gesandt wird." Ohne Salut wandte Aradan sich ab und stieg auf den Rücken seines Pferdes und preschte gen Varuna ... diese Tat würde nicht ohne folgen bleiben ... und er würde alle Hebel in Bewegung setzen um die Verantwortlichen zu fassen und ihnen ihrer gerechten Strafe zuzuführen ... das war er ihnen schuldig ..."

Verfasst: Samstag 19. November 2005, 17:33
von Aradan Krenor
Oft war Aradan in den vergangenen Tagen und Wochen in der klosterlichen Kirche zu sehen und sass tief in Meditation und Gebet versunken da. Die ersten Tage nur wenige Minuten, doch die Minuten dehnten sich innerhalb der nächsten Woche schon zu Stunden aus, indem der junge Krieger einfach im Schneidersitz vor den geheiligten Symbolen und auf den heiligen Boden jener Stätte sass und betete. Tief erfüllt und ergriffen vom Zauber und der spirituellen Ruhe und Kraft, welche jener Ort verströmte hockte er da. Sandte Gebete zu seiner Göttin und liess sich von der Kraft des Glaubens durchfluten stets versuchend sie tief in seinem Herzen zu speichern. Nichts schien Aradan bei jenen Übungen, welche den ersten Schritt zur Erlangung des tiefen inneren Friedens darstellen sollten, zu stören. Ob es Regen oder gar die einsetzenden Herbststürme waren, ob dir Kirche erfüllt von der Helligkeit der Sonne oder der Dunkelheit der Nacht war. Temora war das einzige Licht dessen er und seine Seele bedurfte. So reinigte er Tag für Tag, Stunde um Stunde seinen Verstand von der weltlichen Last und der Sorge und versank in der Ergebenheit zu Temora. Keiner der Gardisten der königlichen Garde zu Varuna kannte jene Seite, ihres gestrengen Leutnants und Aradan war dies auch mehr als recht so. An diesem Abend dauerten die Gebete jedoch sogar für seine Verhälltnisse lange, bat er Temora doch die Seelen der verstorbenen und ermordeten Gardisten Berchgards, zu ihrem sicheren Hafen hinüber zu geleiten. Die Robe, welche er zu jenem Anlass immer trug raschelte, als sich der junge Mann nach geschlagenen dreieinhalb Stunden wieder erhob und sich ehrfürchtig vor den Zeichen seiner Göttin verbeugte bevor er hinaus in Freie trat. Er spürte wie er Tag um Tag verbundener zu dem Glauben an Temora wurde, mehr noch als er es eh schon war und bald, würde er die nächsten Übungen in Angriff nehmen können um einen weiteren Schritt auf den langen steinigen Weg eigener geistiger Vollkommenheit zu nehmen.

Unscheinbar aber doch zu geben.

Verfasst: Mittwoch 23. November 2005, 01:14
von Farion Lefar
Ankh der Reinheit, Göttin des Lichtes, fließender Storm der Wärme welcher durch meinen Adern wandert.

Geheiligt sei dein Antlitz der Barmherzigkeit, erfurcht soll jenem sein Knie zu Boden führen welche dir Treue Geloben.

Temora Stern des Himmels, unter dem Heiligenkreuz deiner 7 Tugenden möge sich jeder reine Geist einen.




Zwischen stachelnden Lichtern, welche durch die Kirchenbilder zu Großen Fenstern geflochten wurden, schienen den Raum endlos auszufüllen. Schon des öfters, so wie es die Zeit zuließ, sah er Aradan durch den Torbogen der Heiligen Kirche zu Varuna gehen.
So war Farion doch selbst ein ständiger Besucher in diesem Heiligen Monument, um dort auf der suche nach Spiritueller Geistigkeit zu sein, wie auch die Anmut der Kirche zu genießen.

Viele Worte konnte er noch nicht mit seinen Ordensbruder wechseln, jedoch war das Rad der Zeit wohl das Problem was allen im Orden zulegte.
Dazu standen noch viele Ereignisse voran, welche es zu erledigen bedarf.
Selbst in kürzren Fassetten, in den er Aradan sah und das Wort wechseln konnte, war Farion schon eins klar, um jenen jungen Mann brauchte er sich kaum zu sorgen.

Dies brachte ihn sein verhalten zu denken auf, in ihm steckt viel Portenziel was man kaum übersehen kann, würde es doch nur etwas Zeitbrauchen um jenes in ihm zu wecken.

Mit diesen Gedanken an Aradan, stemmte sich immer wieder ein warmes Gefühl der Demut in seinen Bauch. Vielleicht sollte man noch vorsichtig an ihn heran gehen, um ihn noch etwas zu begutachten. Jedoch war jene Person wie ein Reissender Fluss des Mitgefühls, so wie man sich mit ihm unterhielt bekommt man das Gefühl der Wärme zu spüren
.

Viele Gedanken umwebten diese Person,…
Jedoch war eins eindeutig, seiner Gelobten Ehre, ihn als Bruder ansehen zu können unter dem Heiligenbanner des Orden Temoras.

Verfasst: Mittwoch 23. November 2005, 18:02
von Aradan Krenor
Er nickt Farion ruhig zu, als er in einfachen Gewand mit Wappenrock auf dem ein rotes Ankh prangte, an ihm vorüberschritt um sich wieder auf in den Weg der Kirche zu machen. Er bewunderte den hohen Ritter für das, was er schon geschaft hatte und für seinen unabdingbaren Glauben zu Temora. Aradan selbst wünschte sich eines Tages Temora und dem Orden als Streiter der ihren dienen zu können, aber bis dahin war es noch ein weiter Weg, ein Weg der vielleicht niemals für ihn offen stehen würde aber wie sagt man so schön, arm ist wer keine Träume hat. So schritt er mit ruhigem Lächeln voran und ging genau wie die letzten Tage, mit andächtigem ehrfürchtigen Schritt in die Kirche. Sie war wie auch in den letzten Tagen verlassen und leer und doch spürte er, dass nicht ein Funken Einsamkeit jenen Ort erfüllte. Er ahnte das Temora ihren wohlwollenden Blick über die ihnen zugetanen Geschöpfe hatte und nirgends konnte er es so stark spüren wie hier und unter dem heiligen Baum des Lichtes. So ging er in die ruhige Ecke welche er auch schon die letzten Wochen aufsuchte, und bewunderte die untergehende Sonne, welche ihre sanften leicht wärmenden Strahlen durch die Bleiglasfenster schickte und so die Kirche in ein mystisches Licht tauchte. Wie eh und jeh sank er im Schneidersitz nieder und schloss, sich das Bild der Kirche vor dem geistigen Auge vorstellend, die Augen und senkte sein Haupt in Demut. Er fühlte wie die Unsichtbare Kraft jenes Ortes durch ihn hindurchströmte und die innere Ergriffenheit, welche in den letzten Tagen immer mehr besitz von ihm ergriffen hat, ihn auch heute durchflutete und genoss das Gefühl der absoluten Ruhe und Zeitlosigkeit...

"... Temora ... gütige Herrin und gerechte Richterin ... unsleuchtender Stern in finsterer Nacht des Lebens ... lasse uns an deinem Vorbild reifen und gib uns die Stärke dort zu bestehen wo wir ohne dein Licht verloren währen ... achte weiter auf die Unschuldigen, welche es dir tief in ihren Herzen danken und lass uns weiter deinen unendlich gnädigen Willen vollstrecken und das Böse aus den Herzen eines jeden Lebewesens mit Güte und Liebe hinfortwaschen ... Vergib deinen Dienern ihre Fehler ... auch sie sind nur Menschen ... doch lass sie auch an ihnen reifen, aufdass sie aus ihnen lernen und an ihnen zu einer gefestigten und sicheren Persönlichkeit wachsen ..."

Lange betete er und versank in tiefer Meditation und versuchte wie auch schon die letzten Tage und Wochen, seinen Geist von weltlichen und geistlichen Sorgen zu reinigen und die Güte und Liebe welche einem jeden Diener Temoras die Kraft spendet in sein Herz aufzunehmen ...

Verfasst: Sonntag 4. Dezember 2005, 18:52
von Aradan Krenor
Die Robe raschelte im eisigen Wind. Wild zerrte ein jener an ihr und trieb sie verspielt wie die Schneeflocken vor sich her. Der Schritt des eingehüllten Mannes im Kloster war fest unddoch ruhig. Er liess sich Zeit, liess sich Zeit als ob der die Ewigkeit vor sich hätte. Mit bedächtigem Schritt trat er hinaus in den leichten Schnee. Die roten Lippen waren ständig in Bewegung und in seinem Geist formten sich tief empfundene Worte. Er betete wie schon die ganzen letzten Tagen und er fühlte das er bereit war. Bereit den nächsten Schritt auf der geheimnisvollen reise zu tun den Schmerz zu besiegen. Eisig schnitt der kalte Wind ihn ins Gesicht doch verzog er keine Miene. Er konzentrierte sich auf die innere Wärme und Kraft welche ihn an diesem Ort durchströmte. Viel was ihm bis vor wenigen Minuten durch den Kopf fuhr wurde zurück in die unendlichen leeren des Geistes gedrängt bis sie aus seinem Bewusstsein verschwanden. Das freudige Ereigniss sich mit seiner Liebsten verlobt zu haben verschwand in jener genau wie die Sorge um den herannahenden Krieg den man überall spüren konnte. Zurück blieb der Gedanke an Temora und ihren tugenden allein, an die Kraft , an ihre Liebe und an das Leben. Bedächtig nahm die Gestalt von Aradan im Schneidersitz platz. Der frisch gefallene Schnee knirschte etwas und der Wind bliess unabänderlich sein frostiges Lied. Bedächtig mit einem tiefen Bass summend zog er die Robe aus. Gnadenlos griff der eisige Wind nach der darunter vorscheinenden nackten Haut seines Oberkörpers. Begierig wie ein von Mordlust ergriffendes Untier begann es die Wärme aus dem Leib des jungen Mannes zu saugen und die Wucht der eisigen Kälte welche über ihn hereinbrach liess beinah seine Konzentration schwinden. Mühsam versuchte sich Aradan auf die Ruhe und Geborgenheit zu konzentrieren welche ihm das Gebet schenkte und der Kälte des herannahenden Winters zu trotzen, doch schon nach zwei Minuten hatte die Kälte von seinem Leib Besitz ergriffen und schien durch jede Ader zu strömen. Zitternd zog er sich die Robe wieder über und schlurfte zurück in die Wärme des Klosters wo er sich einen heissen Tee brühte und begann sich innerlich aufzuwärmen um es an anderen Tagen erneut zu versuchen ...

Verfasst: Montag 12. Dezember 2005, 03:05
von Aradan Krenor
30 Sekunden ... 30 Sekunden und die Kälte hatte von seinem halb nackten Leib Besitz ergriffen. Unaufhaltsam wie ein eisiges Schwert schien sie seinen Leib zu durchstossen und mit dem Blut in seinen Adern durch seinen ganzen Körper transportiert zu werden. Die wenigen Schneeflocken welche aus dem bedeckten Himmel fiehlen wurden von dem eisigen Wind hin und her getrieben und Aradan ging mit knirschenden schnellen Schritt hinein in die schützende Wärme des Klosters... 30 Sekunden ... in den letzten Tagen hatte er es wenige Minuten ausgehalten und er schien besser zu werden im Kampf gegen die Kälte und den Schmerz frierender Glieder indem er sich auf die innere Kraft des Glaubens fokusierte ... doch diesmal war es anders. Schon nach wenigen Sekunden schaffte es ein Bildniss aus der Vergangenheit die geistige Leere zu durchdringen, welche ihn bei den Übungen erfüllen sollte und unterbrach so seine Konzentration. Schnell entglitt ihm die Konzentration und die Kälte durchstiess den Panzer der Gefühlslosigkeit und gierte mit aller Kraft nach der verbliebenden Wärme in seinem Leib. Zitternd setzte er sich ans Feuer und wärmte sich auf, die Ordensrobe wieder umgelegt glitt sein Blick in die Flammen. Erneut sah er die Szene in der Bajarder Kirche .. wie er Bruder Leon kennen lernte und zum ersten mal das freundliche Lächeln jenes Mannes sah. In der wenigen Zeit, in welcher sie sich kannten waren sie zu Freunden geworden und nun ist er tot. Die Nachricht hatte ihn wie ein schwerer Schlag getroffen und auch die Erkenntnis das er nun in Temoras heiligen Hallen weilte konnte ihn nicht wirklich trösten. Der Orden hatte einen unglaublichen Mann verloren und er einen guten Freund. Bekümmert versuchte er den Gedanken abzuschütteln und blickte sich um. Er sollte nun Farions stelle als Kastenleiter der Schilde übernehmen ... eine gewaltig verantwortungsvolle Aufgabe und große Ehre. Aradan hoffte bis dahin genug gefestigt zu sein um dem Bösen keine Möglichkeit mehr zu geben ihn in irgendeiner Weise durch Schmerz bestimmen zu können. Sein Blick glitt aus dem Fenster und sah zu dem Schneetreiben des anfänglichen Winters. Ein bedrückender WInter war es ... ein Winter voller Sorgen aber es gab auch gutes und Asteve schaffte es immer wieder ihn auf andere Gedanken zu bringen. Ein Lächeln, eine zärtliche Berührung von ihr konnte einen ganzen Tag erhellen und seinem Herzen soviel Freude und Glückseeligkeit schenken wie Temora und das beten in ihren Hallen ihm Ruhe und Kraft schenken konnte. Selbst wenn der Strudel der Ereignisse ihn eines Tages sein Leben abverlangen sollte, würde er nichts zu bereuen haben und mit stolz und Glück auf jenes zurückblicken können. Er hoffte nur das das Waisenheim alsbald die Arbeit aufnehmen konnte ... denn niemand sollte sich dieser Kälte unfreiwillig aussetzen müssen....

Verfasst: Dienstag 20. Dezember 2005, 01:03
von Aradan Krenor
Eisig zog der Winddurch Varuna und hielt eisige Ernte bei allem was lebte und Wärme inne hielt. Schneewehen wurden von ihm hin undher getrieben doch wahr Varuna weit davon entfernt einer Idyllischen Winterlandschaft zu gleichen. Die Luft wahr erfüllt vom Liede aufeinander treffenden Stahls ... Klingen und Äxte schlugen aufeinander, schlugen auf Schilde und Rüstungen und der weisse Schnee wurde vom vielen Blut rot gefärbt. Die Luft war erfüllt vom Klang verwundeter und sterbender doch das grauen kannte kein erbarmen. Die Gefallenen erhoben sich wieder und stürmten als Willenlose Werkzeuge ihres Herrn gen Stadtmitte. Unzählige Untote rannten wie eine schwarze stinkende nicht abebbende Flut über das Südtor. Alles was ihnen im Weg stand schien von ihnen hinweggespült zu werden bis sie auf die Brandung entschlossener Krieger trafen. Laut war das Kampfgeschrei als ungeahnte Schrecken übersie hereinbrachen. Skelette .. hoch zu Ross auf ebenso untoten Pferden preschten voran. Untote Magier schleuderten Feuer und Blitze auf die Reihen der Diener des Lichtes und immer wieder erklang ein Schmerzensschrei eines getroffenen .. so laut das er einem bis ins Mark der Knochen drang. Tapfer hatten sich die wenigen Verteidiger Varunas schon die Vortage geschlagen ... die stinkenden Massen an Orken und verblendeten im Osten und Westen zurückgeschlagen und die Zugänge zerstört. Doch gegen diese Uralte Macht schienen sie nicht bestehen zu können ... Aradan stand vor einem der Anführer .. einem mächtigen Lich welcher ihm sein stinkendem eisigen Hauch entgegenbliess. Nicht verzagen ... die Worte und die Erscheinung ihrer Heiligkeit .. das innige Gebet und die Offenbarung das sie sich Kra'thor .. dem Feind allen Lebens selbst stellen mussten hallten noch kräftig in den Ohren des jungen Ritters. Nie hätte Aradan gedacht, dass das Reich seine Dienste in so bitterer Stund schon benötigen würde. So kurz nachdem der größte Traum des jungen Mannes und seines Vaters in Erfüllung gegangen ist und er für seine Leistungen im Dienstedes Reiches zum Ritter geschlagen wurde ...

"Koooom freiwillig zu uuuuns ... das Heer gibt dir alles was du dir wüüünschst" versuchte die gräßliche Gestalt des Untoten vor ihn zu locken, doch längst hörte Aradan die eiskalten Worte nicht mehr. Er war gegen die Einflüsterungen Immun denn nur der Gedanke an die Tugenden und an seinen Glauben erfüllten sein Geist. Standhaft mussten die Kinder des Lichtes sein und so betete er innig während Instinkt und Erfahrung seine Klinge führten und in den Leib des Liches stiessen lassen. Doch rang es jenem nur ein spöttisches Gelächter ab. "Eure Seelen werden uuuns gehööören ..." hauchte er ihm zischend entgegen während der Kampf weiter in aller Heftigkeit tobte.

"Temora gütiges Licht .. stehe den deinen bei welche sich gegen die Finsternis stellen, verleihe ihnen Mut gegen das gräßlichste gegen den Untod zu stehen und einen Feind gegenüber zu treten, welcher selbst dir würdig war.. verleihe ihnen die Kraft auch dein unheiligstenPanzer zu durchschlagen ..." Seine Klinge zuckte aus den Leib und er drehte sich auf der Achse um ihn zu enthaupten, doch entgegen der Vermutung dass das vergammelte Fleisch sich kaum noch für Bewegungen eignete wich der Lich geschickt aus und der Schlag gings ins Leere. Plötzlich züngelten Flammen aus den Händen des Untoten Magiers doch erreichten sie den jungen zu allem entschlossenen Mann nicht. Das Schwert zuckte von oben herunter und trennte eine der verfaulten Hände von den Handgelenken. Im aufkeimenden Zorn schleuderte der Lich einen Feuerschwall und versengte Aradan welcher sich hinter ein Schild duckte. Die Antwort des jungen Ritters kam prompt und abermals fiehl eine HAnd zu Boden. Wutenbrannt brüllte das Unwesen auf und bedachte den Streiter des Lichtes mit finsteren Blicken bevor es sich schliesslich in einer Nebelwand auflöste. Temora war mit ihnen denn als er um sich herum das Geschehen wahr nahm merkte er das es mit vereinten Kräften den Kämpfern des Lichtes gelang die unheiligen Streiter der Finsterniss zurück zu treiben ... wie kurz jener Sieg sein würde, konnte sich dort noch niemand von ihnen vorstellen ...

Verfasst: Dienstag 10. Januar 2006, 04:33
von Aradan Krenor
Am Ende half alles nichts ... kein geführter Streich, kein Leben was im Kampf um die prachtvolle Hauptstadt der Grafschaft erlosch konnte den Untergang verhindern. Die Untoten waren übermächtig und stürmten zusammen mit der finsteren Brut Rahals die Stadt. Katapulte schleuderten unaufhörlich ihre brennende Geschosse in die Stadt. Das Wasser der Brunnen war vergiftet worden und Seuche und Pestilenz krochen in den Straßen Varunas herum wie zufriedene Ratten. Nichts konnte den Untergang von Varuna mehr verhindern und er war zusammen mit einigen der besten Krieger aus der Stadt abgeschnitten worden als sie frische Vorräte hineinschaffen wollten ... es war eine schwere Zeit ... eine Zeit voller Prüfungen, voller Leid .. Leid das schwache Seelen zerbrach und an den starken rüttelte wie ein schwerer Sturm. Die Tugenden und der Glauben an Temora allein bewahrte seine Seele davor ein Opfer jenes dunklen Sturmes zu werden und so wuchs der junge Ritter über sich hinaus um anderen Beispiel zu sein. Standhaft gab er sein Blut und Schweiss für die verlorene Sache und half bei der Evakurierung Varunas bis die Seuche ihn schliesslich selbst nieder zwang...

Sein Blick klärte sich auf und er sah zum Himmel... der Mond stand in voller Pracht am schwarzen Firmament und er spürte wie der Wall der Konzentration nachliess und die Kälte nach seinem Leib und der ihm inne wohnenden Wärme griff. Schnell zog er sich eine Robe über und erhob sich vom Boden des Schneebedeckten Klosters. Viel hatte er in letzter Zeit gebetet und meditiert. Temora gedankt für ihren Beistand in der schweren Zeit der Not .. Zeit der Prüfung und den Schwur erneuert für ihre Tugenden einzustehen und überall das gütige Licht ihrer selbst hinzutragen. Die Tage nach der Zerstörung der Stadt vergingen schnell und monoton. Sie begangen mit dem Frühstück dem Morgengebet zog sich weiter zu den helfenden Kräften welche Varuna erneut aufbauten und endete in Meditationsübungen. Er hatte große Fortschritte gemacht und spürte förmlich wie die Kälte selbst nach den Übungen nur noch langsam seinen Körper schmerzen verursachte. Einige stellen waren mehrals einmal bläulich gefärbt und es hatte ihn immer wieder viel Überwindung gekostet weiter sich der entsetzlichen Kälte auszusetzen, doch sein Wille war unnachgiebig und das Ziel rückte langsam näher. Er hielt es schon mehrere Minuten in der Kälte aus und bemerkte leichte Wunden kaum noch. Er konnte förmlich spüren wie der Schmerz immer weniger Gewalt über seinen Körper hatte und so sollte es sein, wenn er die Schriften richtig deutete.

Langsam stapfte er zurück in das Kloster und goss sich wie immer einen heissen Tee ein um sich zu wärmen. Viele Gedanken schossen ihn dieser Tage durch den Kopf. Varuna war erneut erblüht. Durch die vielen Hände und die Hilfe der Zwerge war es prachtvoller und wehrhafter denn je geworden. Nur Temora allein wusste wie es nun weiter gehen würde. Ihn machte etwas ganz anderes Sorgen... Asteve ... seine geliebte Gefährtin und verlobte welche all das Unheil sicher überstanden hatte, war nur noch selten da. Ihre Pflichten schienen sie vollends in Beschlag zu nehmen und mehr als einmal war das Bett kalt und leer. Es mag der Grund sein warum er diese Nacht hier im Kloster zubrachte und sich seinen Übungen widmete anstatt zu Hause zu sein. Nachdenklich striff seine Hand durch sein lockeres und strähniges Haar und strich es zurück. Er erhob sich und schlurfte langsam in die heilige Kirche Temoras den dampfenden Becher mit dem heissen Getränk noch in der Hand. Knarzend schoben sich die gewaltigen Portale auseinander und gewährten ihm Eintritt an diesem heiligen Ort. Dem Ort wo er stets Trost, Zuversicht und Kraft fand. Morgen würde sich die Ritterschaft versammeln. Er fragte sich was Ritter de Lore genau dazu veranlasst haben konnte diese Versammlung einzuberufen aber er würde es schon früh genug erfahren. Mit einem langen Seufzen schloss er die Augen und liess sich von der Stille und Aura dieses ehrfurchtsgebietenden Ortes durchströmen. Ja hier war Temora lebendig und ein jeder konnte ihre Kraft und Liebe spüren... er stellte den Tee auf eine der Bänke und trat zu dem Altar ... sein Knie sank wie von selbst hinab und liess sein Haupt folgen. Demütig warseine Haltung als er leise wisperte ...

"Temora, gütiges und wissendes Licht der Hoffnung ...
Bewahrerin des Lebens und der Tugenden, des Guten und des Reinen...
des Schönen und Wichtigen ... vernehm die Stimme deines treuen Dieners und spende dein unendlich reines Licht einem jeden welcher von Dunkelheit umringt ist. Helfe mit deinem Licht die dunklen Wolken zu durchdringen welche den Geist mit Sorge und Qual verdunkeln. Schenke ihnen die Zuversicht und Hoffnung des Lebens selbst und erinnere sie an die vielen wunderbaren Wunder welche die Mutter geschaffen hat. Lasse deine Diener mit dem blanken Schild über sie wachen und helfe ihnen selber zu helfen auf dass deine Güte und Liebe auch jene erreiche, welche sich verloren und allein glauben. Steh deinen Kindern bei im Kampf gegen das schlechte, die Finsternis und das Böse selbst .. sei es in Form des Untodes, Alatars, Kra'thors oder der Gier, der Habsucht, der Mordlust, des Neides und all jener Schlechtigkeiten welche die reine Seele verderben. Sei ihnen ein Licht der Hoffnung wie du es deinen Dienern bist und gewähre einem jedem die Güte deines Wohlwollens. Doch vergebe ihnen und deinen Dienern auch Verfehlungen welche sie aufgrund ihres menschlichen Darseins haben und wohl immer haben werden bis sie in dein geheiligtes Reich einkehren und hilf ihnen wieder auf den rechten Pfad .. deinen Pfad zurück zu kehren aufdass ihre Seele geläutert und erneut von strahlender Reinheit werde. So sei es ..." ...

Innig und voller Leidenschaft wahren seine Worte, Leidenschaft welche man der müde wirkenden Gestalt nicht zutrauen würde welche sich wieder erhob und zu dem noch leicht dampfenden Krug schlurfte aus dem sie einen Schluck nahm. Egal wohin ihn sein zukünftiger Weg auch führen, es würde stets der Weg Temoras sein .. so hoffte er ...

Verfasst: Samstag 4. Februar 2006, 03:37
von Aradan Krenor
Vom schwindenden Schmerz

Viel ist Geschehen seit ich angefangen habe jenen Weg zu gehen. Viel gutes und viel Schlechtes und noch immer ist nicht abzusehen wohin er mich führen wird undwas er bringt. Nie hätte ich für möglich gehalten, dass die sanften Worte meines Vaters damals, als er mich zum ersten mal zu einem der Schreine Temoras mitnahm auf eine solche Reise schicken würden. Fasziniert vom Funkenspiel und unfähig die Tragweite dessen zu begreifen, welchem ich heute ein ganzes Leben widme, erklärte er mir damals was es mit Tapferkeit auf sich hatte. Tapferkeit war einfach und sogar für mich als 7 jährigen Jungen zu verstehen. Ergriffen von der romantischen Vorstellung des Ritters, auf dem Feld der Ehre vor ihm unzählige Horden seiner Feinde und doch zu einem mutigen Blickes fähig, unerschrocken sein Ruf wenn er auf jene zuritt um sich im Kampfe mit ihnen zu messen ... ja jene Tapferkeit lernte ein Junge meines Alters schnell. Doch so wie es viele Formen des Mutes gibt, gibtes unzählige Formen der Tapferkeit. Jene erst bewiesen nach den Schreckendes Krieges, von unschuldigen Kindern welche die Eltern verloren und nun Waisen sind und doch lachen können wenn sie mit den Ammen des Waisenhauses spielen und ihr Schicksal hinnehmen und nicht bedauern. Immer wieder erschliessen sich mir neue Arten der Tugenden, neue Wege und neue Ideen, neue Blickwinkel jene zu sehen und mit jeder Stunde welche ich auf dieser schönen Welt verbringe möchte ich nichts sehnlicher als Temora und ihrer Mutter Eluive für dieses wahrhaft göttliche Geschenk des Lebens zu danken und hoffe dass ich es ihnen vergelten kann indem ich mein Leben in ihren Dienste stelle.

Meine experimentelle Reise, welche von nichts weiter angeleitet wird als alten Schriften welche ich im Kloster fand geht gut voran. Ich spühre wie sich mein Körper, das Fleisch welches uns gegeben wurde um dem Geiste Gestalt zu geben, langsam unempfindlicher wird. Auch wenn mich jene Erfahrung etwas schreckt und unangenehm aufstösst wann immer ich mit meiner geliebten Frau Asteve zusammen bin und sie mich zu streicheln sucht, so weiche ich doch nicht ab. Vor allem da erste Erfolge spürbar werden. Ich fühle eine innere Zufriedenheit in mir, welche zu spühren ich niemals zuvor auch nur für möglich gehalten hätte. Die Stunden im Gebet an die heilige und gütige Herrin Temora scheinen mein innerstes selbst mit vollkommenen Frieden auszufüllen. Dinge welche einen sonst so penetrant auf die Lasten des sterblichen Seiens hinweisen, Dinge wie Müdigkeit, Hunger, Durst all jene verblassen in den wenigen Momenten. Auch wenn ich mir nicht anmaße zu glauben das allein das Gebet mich am leben erhalten kann, so vermag es doch den Körper über eine gewisse Zeit kraft spenden. Kraft und auch Wärme. Von bisher wenigen Augenblicken kaum länger als einige Herzschläge lang die mein Körper es aushielt, kaum bekleidet, in der Kälte des gerimorschen Winters zu verbringen sind mittlerweile Stunden geworden. Und mit dem schwinden des Bedürfniss mich hinein zu begeben, an das Feuer zu setzen und meine halb erforenen Glieder zu wärmen schwand, wie durch die Schrift prophezeit, der Schmerz. Noch immer habe ich einen weiten Weg zu gehen, will ich diese Kunst perfektionieren und doch merke ich immer weniger der Pein welche den Körper durchfährt wannimmer die Hülle für unseren Geist beschädigt wird und unsere Essenz rot aus jener Wunde läuft. Eines Tages wird meine Hülle erfüllt von dem unbegreiflichen Frieden sein, dessen Anfänge ich jetzt schon in meinem Herzen spühre. Dann wird keine Pein mehr über meinen Geist Besitz erlangen können und dem Bösen keinen Angriffspunkt mehr bieten. Rein wird mein Körper sein. Rein dem zu trotzen was Varuna vernichtete ... dem zu trotzen was noch immer in den Katakomben nahe der Grafschaft umherwandelt obwohl dessen Zeit schon vorrüber ist ... rein die zu Schützen welche sich nicht selbst zu schützen vermögen und denen zu helfen welche die Hilfe meines Geistes oder meines Schildes bedürfen ... rein dir noch mehr und aufrichtiger zu dienen Tugendbringerin, du welche das Gute in den Herzen der Menschen bewahrst. Und auch wenn der gewählte Weg seine Opfer verlangt und mich die körperliche Empfindung kostet bin ich bereit ihn zuende zu gehen aufdass mein Geiste nie mehr zögere für deine Sache gegen die Horden des geschlagenen Verräters zu ziehen, wann immer es so notwendig wird wie es in Varuna war. Auf das mein Geiste sich ständig und in allem deiner Präsenz bewusst werde und ich helfe anderen den Weg zu dir zu finden, helfe den Weg zum Frieden und der Harmonie zu finden, aufdass die Menschen in Glück und Zufriedenheit leben und ebenso und ohne Angst vor dich treten um Einlass in dein ewiges Reich zu erbitten, wenn ihre Zeit gekommen ist. Bis dahin bleibt mir nur dich zu lobpreisen und zu sagen "Heil dir, Temora, strahlendster Stern am Firmament der Hoffnung ... "



Auszug aus den Aufzeichnungen des Aradan Krenor
Klosterbibleothek zu Berchgard, 04. Eisbruch 249

Verfasst: Samstag 20. Mai 2006, 01:39
von Aradan Krenor
"Wenn Schatten aufziehen und das Land umhüllen, es einspinnen wie eine Spinne ihre Beute. Wenn Hoffnung schwindet, wo doch die Gewissheit sein sollte das auch die finsterste Nacht dem anbrechenden Morgen weichen muss. Wenn Sorgen und Angst in den Herzen der Menschen einzug hällt, wie die Ratten in den Städten einzug halten. Wenn alles verloren scheint, wo man selbst sagte man hätte obsiegen müssen, muss man das Licht des Glaubens in sein Herz lassen und durch die Liebe jenes entzünden, sodass es strahlt und für andere ein Beispiel ist, sodass auch sie jenes Vermögen. In Lichten Zeiten brauch man keine Ritter, brauch man keine Vorbilder, keine Menschen welche einem helfen, trotz der umgebenden Finsterniss die Auge, Verstand und Herz verblenden will, den rechten Pfad nicht aus den Augen zu verlieren. In solchen Zeiten werden jene gebraucht, die der Dunkelheit trotzen können um andere Lichter zu führen und sie durch selbige zu geleiten ... das ist es, was du stetig an Bürde tragen musst" - Marius Krenor


Sein Blick lag in den Sternenhimmel gerichtet. Kleine Lichter welche die sie umgebene Dunkelheit erhellten. Welche immer da waren, immer brannten selbst wenn eine Wolke sie verdeckte. So wie ein Stern galt es zu sein, wenn er die Worte seines 'Vaters' und Lehrmeisters richtig verstanden hat. So wie ein Stern immer strahlt, muss man die Ereignisse an denen man nichts ändern kann hinnehmen uns versuchen Licht in jene zu bringen. Die Sterne vermögen es nicht, zu verhindern das die Dunkelheit der Nacht hereinbricht, aber sie vermögen sie ein wenig zu erhellen. Hoffnung ... sie ist es was das Tugendhafte Herz stets antreiben sollte und so schwor er sich jene zu bewahren, egal wohin einem die Wege führen sollten. Doch was machen Sterne wenn sie nicht selbst diejenigen sind, die fallen sondern einen der ihren vom Himmel fallen sehen, durch die Dunkelheit schnellen wie die Sternschnuppen bis sie nicht mehr zu sehen sind. festgefroren und starr sind sie am Horizont und beobachten und strahlen weiter. egal wievielevon ihnen fallen. Sollte er wirklich wie ein Stern sein? ... Zusehen wie einer der ihren in die Dunkelheit driftet wie, sie fällt und nicht doch versuchen die Hand auszustrecken und sie ans Firmament zurück zu ziehen?
Seufzend klappte der schwere dröhenende Kopf des jungen Ritters an die Häuserwand. Er würde Darna gewiss nich aufgeben. Er würde nicht zulassen das ein weiterer Mensch mit guter unschuldiger Seele vom Dunkel verschluck, vom Firmament gerissen würde wie ein fallender Stern, unter den stillen Blick seiner Kameraden, welche nur zusehen und nichts unternehmen. Er wollte kein fester Stern sein, auch wenn er sich der Verantwortung in der Dunkelheit zu strahlen und zu führen nicht entziehen würde, nicht entziehen wollte und es auch nicht durfte so würde er die Hand ausstrecken und versuchen den fallenden Stern zu halten oder bei dem Versuch selbst fallen. So wie Darna sich für das Leben 3er Menschen opfern wird, so wird er für das ihrige einstehen und es bewahren, das Gute in ihr bewahren und wenn es ihn selbst in die tiefsten Schluchten der Finsterniss führen würde. Sein Licht war stark, dass wusste er und es würde erstrahlen selbst an Orten tiefster Schwärze, dass war seine Pflichte ... so glaubte er und dachte er an jenen Abend.