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Nicht der Ort heiligt den Glauben, Glaube heiligt den Ort

Verfasst: Dienstag 25. August 2009, 12:09
von Azucinnia von Seranyth
Entscheidungen

Die Monde strichen durch das Land, wahrlich die Zeit verflog wie ein Wimpernschlag und der Alltag fand seinen Weg um müde vor sich hin zu ziehen. Seid der hinterhältige Umsturz getätigt wurde, ging Rahal immer mehr den Bach hinunter. Die Stadt, welche sonst mit Leben gefüllt war, ähnelte einer Geisterstadt, dieses Gefühl teilten auch noch andere Bürger, deren Weg man schnitt um einen kurzen Plausch zu halten. Jedoch nebst dem Gefühl, das Rahal das Heilige verloren hatte, war das Wissen, dass es nicht nur Azucinnia war, die mit diesem Machtwechsel und der neuen Führung unzufrieden war.
Natürlich empfand sie dieses Wissen als Zuspruch, Zuspruch das sie stets dem Willen des Einen ging und nur das Beste für die Bürger, das Reich und sich selber versuchte zu vollziehen.
Richtig, es war ein Fehler von all jenen, die diesen Umsturz ins Leben riefen. Sie rissen die Macht an sich, um am Ende Rahal herunter zu wirtschaften. Sicherheit gab es in dieser Stadt nicht mehr. Rahal wurde zu einem Platz der Lächerlichkeit. Selbst die Ketzer wagten sich vor die Tore der heiligen Stadt um ihre ketzerischen Worte an die Bürger zu richten und all die Blasphemie lies nicht nur die Führung, als auch die Garde weiter vor sich hin dümpeln und faul erscheinen.
Nein, dieses Rahal, diese heilige Stadt, war nicht mehr jene, die sie vor Jahren aufsuchte, um ihr Leben unter den Augen des Einen zu leben.
Diese Stadt sollte es nicht mehr sein, in denen sie ihren Alltag vollziehen, geschweige selber jemals wieder einen Finger rühren wollte. Und das wichtigste, dass am Ende mit der ausschlaggebende Grund war, war das Wissen, dass sie in dieser Stadt weder für sich noch für ihre Kinder eine Zukunft sah.
Der Wille des Einen wurde hier nicht mehr praktiziert. Nein, in solch einem Umfeld konnte und wollte die Baronin nicht mehr verweilen.
So war es zu mindestens für die Mitglieder des Hauses nicht verwunderlich, als Azucinnia an einem Abend alle zusammen rief, um über die Problematik und die Zukunftsaussichten zu sinnieren.
Es war für niemanden überraschend, dass Azucinnia entschlossen hatte, Rahal zu verlassen.
Der Glaube an den Einen, bindet niemanden an eine Stadt. Um den Glauben an den Einen zu leben, musste man nicht in Rahal sein.
Die Familie, so sah sie jeden einzelnen in diesem Hause, stimmte ihr zu und es war für sie ebenso ein Zuspruch, dass auch sie bereit waren Rahal zu verlassen, um an einem anderen Ort den Willen des Einen nachzugehen.
Die Zukunft, welche vor einen jeden lag, ruhte nicht mehr in Rahal.
Es war Zeit. Zeit zu gehen.

Verfasst: Dienstag 25. August 2009, 17:26
von Yasmin Mirar
Tage um Tage verstrichen und wiedereinmal stand Yasmin an ihrem Tor.
Das Ladenschild verkündete seit Stunden den Willen zum Handel, doch
erneut erblickte sie nicht einmal eine Seele, die an ihrem Hof auch nur
vorbei ging. Es war zum verzweifeln, denn so wurde die Existenz als
Landwirtin hier schier unmöglich.

Wie sollte sie nur in ferner Zukunft die Miete ihres Hofes an die heilige Stadt zahlen.
Wie sollte sie ihren Teil zum Plan des Einen hinzufügen, wenn der Umsturz in
Rahal dies immer mehr unmöglich machte.
Sie musste dringend mit Kari sprechen, denn ihr musste es doch ebenso
aufgefallen sein.
Diese Veränderung war nicht zu übersehen und man musste doch etwas tun.

Grübelnd biss sie sich auf der Unterlippe herum wärend sie sich daran
machte die frischen Kräuter auf dem Feld zu prüfen.
Hoffentlich ergab ihr Handeln bald wieder einen Sinn...

Verfasst: Dienstag 25. August 2009, 20:37
von Alexa N'yota
Erst seit kurzem ist sie mit ihrem Leben in der Stadt unzufrieden...Um genau zu sein,seit dem Tag an dem sie ihren Finger verlor.
Ihre Heimat... Ihr Zuhause... All dies bedeutete es nicht mehr für sie.
Schon seit geraumer Zeit wusste sie um die Pläne des Hauses, aber erst jetzt entschloss sie sich dazu ihnen zu folgen.

Weg...Rahal verlassen... All das klingt endgültig.

Grübelnd spaziert sie durch die recht leeren Straßen der Stadt und ihr Blick wandert wehmütig umher.

In all das investierte sie in den letzten Jahren unendlich viel Zeit und Kraft und nun...

...Nun wird sie ihre Kraft und Zeit darin investieren ein neues Zuhause aufzubauen.

Verfasst: Mittwoch 26. August 2009, 11:03
von Yasccara Askar
Auch wenn sie nicht erkannte warum es so war, aber seit einer gewissen Zeit hatten plötzlich viele der grossen viel mehr Zeit, unter anderem auch für sie. Yasccara freute sich natürlich das sie nun nicht mehr so oft alleine rumsitzen musste, vorallem da es ihr in der Stadt immer wie schneller Langweilig wurde, doch etwas beängstigend war die veränderung doch.

Erst genoss sie die nun öfter stattfindenden Spaziergänge noch, doch immer wie öfter kamen sie gar nicht so weit. Wie die Grossen nuneinmal waren redeten sie viel und gerne, doch auch dadran hatte sich etwas verändert. Elo und Aylia, Azu, Kari und all die andern die sie mochte sprachen plötzlich mit so viel Energie und Kraft, als wäre die kleine Flamme in ihnen zu einem Grossbrand gewachsen.
Auch wenn es ihr in der Stadt noch immer langweilig war wenn sie alleine unterwegs war, so schwebte doch eine Gefahr über ihr. Sie war sich nicht ganz sicher ob sie die andern richtig verstanden hatte, doch wie sie aus den Gesprächen raus gehört hatte waren 'die Lügner' jetzt sogar in Rahal.
Dank diesem Wissen und dem Wissen das sie, ihre ganze Familie und ihre Freunde, zusammen bleiben würden, freute sie sich sogar schon weg zu gehen. Zusätzlich keimte auch die Hoffnung auf das sie vieleicht dann näher bei ihrer andern Freundin sein wird.

I. Entscheidung

Verfasst: Mittwoch 26. August 2009, 14:35
von Karina DelMur
blinder Gehorsam?

Zugegeben, das Leben im rahalischen Reich war immer schwieriger, nervenaufreibender geworden. Kari war sich schon lange sicher, dass die Letharen - die Kinder ihres Gottes - einfach dem Wahnsinn erlagen. Und dass vielleicht nicht ganz unfähige, aber unbekannte Bürger hohe Stellungen eingenommen hatten, Karis Freunde und sehr fähige Leute dagegen abgesetzt wurden...
Irgendwas schien ihr doch sehr faul zu sein; und zu jenem Argwohn gesellte sich eine Spur Furcht, die jedes mal in ihren Augen aufblitzte, sobald der Blick zur Stadt ging. Kari war doch froh - trotz der langen Wege zu anderen Geschäftsleuten, Handwerkern und gar Freunden - stets außerhalb der Stadt gewohnt zu haben.
Und sie erkannte, dass sie die ganze Zeit nur mit dem halben (wenn überhaupt) Schutz Rahals, welchen sie immer so hoch pries, gelebt hatte...
Sie war viel stärker, als sie zu träumen wagte. Nun galt es diese Stärke, zu ihren Gunsten und zugunsten ihrer Familie, auszuspielen!

Lauter Gerede, viele Gedankengänge, nur für eine Entscheidung.
Weiter in Rahal zu leben - oder fortzuziehen.
Zuerst hatte Karina nur mit ihrem Gatten heimlich Gespräche in diese Richtung geführt, wenn sie beide auch zunächst nicht an Emigration gedacht hatten. Diese Idee hörte die Landwirtin das erste Mal vom Ritter Tugor bei der von Baronin von Seranyth zusammengerufene "Versammlung der Gleichgesinnten", wie Kari jene für sich taufte.
Alle Anwesenden waren unzufrieden und mussten sich Luft machen.. doch das war nicht alles. Karina sah deutlich die Beleidigung durch den Umsturz und Entschlossenheit zu einer eigenmächtigen Entscheidung in den Augen der Anderen.
Auch in Ivans Augen war Derartiges zu sehen.

Kurzzeitig dachte die Landwirtin, dass auch sie eine große Entscheidung zu machen hätte - doch schließlich wurde ihr die durch andere Köpfe abgenommen.
Loyalität ist eine von Ivans besten Eigenschaften - zurecht brachte er sie auch in diesen Belangen zur Sprache. Er würde seinen "Höheren" folgen, sich auch von Rahal abwenden, woanders seinem Glauben folgen - schließlich band nicht der Glaube an diese Stadt, sondern nur Gewohnheit. Und einer inneren Stimme folgend konnte man Letztere auch überwinden.
Grund genug auch für Kari, dergleichen Meinung zu sein.

"Ich denke auch an mein Kind. In dieser Situation ist Rahal keine gute Stadt, den Sohn groß zuziehen." sprach sie als ihren eigenen Entscheidungsgrund aus, dieselbe Entschlossenheit sprühte aus ihr.
Doch sicher war sie sich dessen nicht...

Verfasst: Mittwoch 26. August 2009, 18:52
von Aylia Drugar
Immer mehr wurde Aylia sich bewusst, dass Rahal langsam verkommt. Es fing an als sie den Stadtrat stürzten und jetzt kam noch dazu das die Garde unfähig ist... unfähig Bruderschaftler vom Reich fern zuhalten. Immer mehr zeichnete Rahal sich zu einer Geisterstadt ab, niemand traut sich mehr aus dem Haus. Wenn der neue "Stadtrat" dies wollte, dann hat er das geschafft.

Aylia war klar das es an der Zeit war zu gehen. Doch sie hielt zu viel in dieser Stadt, ihr Verlobter, Ihr Bruder und das Haus...

Bei der letzten Versammlung des Hauses war Aylia froh, dass Azucinnia genau das selbe dachte und es stand ausser Frage ob sie Folgen würde, denn Elo würde mitgehen und eine Familie lässt man nicht im Stich.

Verfasst: Donnerstag 27. August 2009, 09:16
von Alexa N'yota
Immer öfters führen ihre Ausritte sie nun zu dem Treffpunkt...

Mehrere Male hatten sie sich nun schon dort zusammen gefunden um ihre Meinungen zu äußern und weitere Pläne zu besprechen. Es verspürten doch mehr Leute den Wunsch Rahal zu verlassen, als sie erwartet hatte.Besonders freute sie sich darüber zu sehen, dass auch ihre Freundin Karina mit ihrer Familie den Entschluss gefasst hatte wegzuziehen. Erstaunt war sie hingegen über einige andere Personen die sie begleiteten.

...Die Zügel der Stute wurde an einem der zahlreichen Bäume festgebunden und gedankenverloren stapfte sie durch das Unterholz.
Als sich die Bäume lichten und ihr Weg sie zu einer großen Lichtung am Meer geführt hatten wanderte ihr Blick umher. Die Helligkeit trieb ihr im ersten Augenblick Tränen in die Augen und sie blinzelte mehrmals.
Tief einatmend setzte Alexa ihren Weg über die Lichtung fort.


Hier würde es also beginnen... Auf ihrem letzten Treffen besprachen sie genauere Pläne bezüglich dem Aufbau ihres neuen Zuhauses. Um vieles musste sich gekümmert werden...Handwerker..Baumeister...Jede Menge Rohstoffe für den Bau und genauere Pläne über die Verteilung der Häuser...Mit diesen Gedanken machte sie sich wieder auf den Rückweg.


In ihrem Haus angekommen, bereitete sie mehrere Papierbögen, die Feder und das Tintenfässchen auf dem Arbeitstisch vor und begann einen Brief aufzusetzen.



Dem Alleinen zum Gruße werter Herr Hartwig!


Mit einem großen Auftrag trete ich an Euch heran.
Ich und das Haus der Baronin von Seranyth haben Eure hervorragende Arbeit als Baumeister bereits erleben können und möchten Euch für unsere Pläne einspannen.
Bei einem Gespräch wird man Euch näheres erläutern. Findet Euch bitte am 27ten Ashatar im Hause der Baronin ein.

Möge Alatar seine schützende Pranke über Euch halten.

Mit freundlichen Grüßen,
Alexa N'yota


Nachdem sie einen Botenjungen mit dem versiegeltem Schreiben zu dem Haus des Baumeisters geschickt hatte, begann sie mit einem Kohlestift auf einem der Papierbögen eine Skizze zu zeichnen. Nach einiger Zeit und vielen Strichen ist ein Haus aus mehreren Blickwinkeln darauf zu erkennen und auf dem nächsten Bogen entstand die Aufteilung des Hausinneren. Sie hatte schon genaue Vorstellungen in welchem Bereich des Hauses ihr Arbeitsbereich und alles andere entstehen sollte .

Verfasst: Donnerstag 27. August 2009, 14:02
von Tugor Crain
Aufbruchstimmung

Die Stadt Rahal schien langsam auszusterben so schien es. Leerstehende Häuser prägten mehr und mehr das einst so stolze Bild der Hauptstadt des alatarischen Reiches. Der Marktplatz glich ehr einem Friedhof als einem Ort des Handelns und Zusammentreffens.
Der Schutz der Grenzen wurde mehr oder weniger dem Zufall überlassen, oder überforderte zumindest Garde und eigens dafür geschaffene Kräfte.
Dekadenz schien mehr und mehr Einzug zu halten.
Hatten die Letharen die Tragweite ihres Putsches etwa nicht einschätzen können?
Wurde der Wille und Stolz des alten Rates und scheinbar einer hohen Anzahl von Bürgern dermaßen unterschätzt?
War das Leben unter Alatar und dem streben nach seinem Gutdünken innerhalb Rahals überhaupt noch wie gewohnt durchführbar?
War dies der Wille des Einen?
Das auserwählte Volk schien dem Wahn verfallen, so glaubten nicht wenige und war im Begriff Rahal und das Reich in den Untergang zu stürzen. Das Geschick der Menschheit war dem Letharenvolk nie wichtig gewesen, immer wurde nur nach dem eigenen Vorteil gehandelt, doch diesmal hatten sie sich verrechnet!
Viele Fragen wurden aufgeworfen und verlangten nach einer Antwort.
Tugor glaubte nicht mehr daran dass er seinem Auftrag, den er im Sinne des Herrn ausführen musste in dieser Stadt noch gerecht werden konnte. Es gab nur eine Lösung für den Ritter, mit jener er bei Leibe nicht alleine da stand. Nicht der Ort heilige den Glauben sondern der Glaube den Ort.
Niemals zuvor war er sich so sicher gewesen als er einem Treffen zustimmte um über die Zukunft nicht weniger mit zu entscheiden.
Das Haus von Seranyth entschloss sich bereits vor geraumer Zeit Rahal zu verlassen und wurde durch die jüngsten Ereignisse in seinem Bestreben nur bestätigt. Doch konnte keiner auch nur erahnen welch Aufbruchstimmung dadurch entfacht wurde.

Verfasst: Donnerstag 27. August 2009, 15:45
von Reika Lypsan
Auch wenn sie selten in der Stadt selbst zu sehen war - was durchaus seine Gründe hatte - hatte sie ihre Ohren doch überall und wenn ihr die neuesten Ereignisse nur durch ausgesandte Boten berichtet wurden.

Was hatte sie eigentlich och dort verloren? Gab es überhaupt IRGEND ETWAS zu verlieren?

Nicht mehr!

Kurzerhand wurde ein Bote zwecks Kontaktaufnahme zum Haus Seranyth geschickt und nach genaueren Informationen gefragt.

Es schrie in ihr geradezu nach einem Neuanfang auf würdigem Boden.

Verfasst: Donnerstag 27. August 2009, 19:55
von Ivan Del´Mur
Nun war es schon mehr als ein Monat her, seit die Letharen die Macht in der heiligen Stadt Rahal an sich rissen und eben so lange beschäftigte Ivan schon der Gedanke, was dieses vom Herren auserwählte Volk damit wohl bezweckte.
Seit seiner Ankunft in Rahal vor ungefähr 2 Jahren sah er sie eigentlich stets als ein etwas über alle Zweifel erhabenes, unantastbares Höheres an.

Eine gewisse Freude und auch Stolz erfüllten ihn, als sich der Erzlethyr Syrr’ael damals dazu herab ließ ihm, einen einfachen Krieger, mit alchemistischen Tränken aus den Lagerstätten der Letharen aus zu helfen.
Ähnlich erging es Ivan, als der Ritter Gry’laox ihm erlaubte ihn bei der Jagd zu begleiten. Dies war die erste Jagd, in der sich der junge Krieger an einen Dämonen heran wagte und diesen - durch die Führung des letharischen Ritters - auch besiegte.
Auch die fingerfertige Velvyr’tae, die für ihn so manch komplexes Schatztruhenschloss knackte, wird Ivan positiv in Erinnerung behalten.
Und natürlich unvergesslich bleibt für ihn auch die Schmiedin Dyla’xunae, die ihm die Ehre zu Teil werden ließ eine Klinge gefertigt von einer des auserwählten Volkes - nämlich ihr - führen und sein Eigen nennen zu dürfen.

All diese simplen Gesten ergaben in Summe für den einfachen Jünger Ivan das Bild einer perfekt funktionierenden Gesellschaft – nämlich der alatarischen Glaubensgemeinschaft, in der Mensch und Lethar zusammen am Fortkommen der Sache des Einen arbeiten.
Eine Gesellschaft, in der sich selbst der Höchste darum kümmert, dass jedes noch so kleine Rädchen perfekt geschmiert ist um bestmöglich in der vom Glauben angetriebenen Maschinerie funktionieren zu können.

Was ist von dieser Perfektion heute noch übrig? Das einst so makellose Bild, das Ivan von dem alatarischen Reich hatte, existiert schon seit längerem nicht mehr – übrig blieb nur ein undurchschaubares Gekritzel.

Die Letharen handelten mit der Auflösung des alten Gremiums gegen eine wesentliche Facette, die den Alatarismus ausmacht: Bei der alatarischen Gesellschaft handelt es sich um eine Leistungsgesellschaft, in der derjenige, der eine entsprechende Leistung erbringt, in der Hierarchie aufsteigt.
Während der beiden Jahre, die Ivan nun schon in Rahal verbrachte, wurde jener Aspekt im ganzen alatarischen Reich geachtet und gelebt. Er erlebte mit, wie Freunde und Bekannte aufgrund derer Taten in der Hierarchie aufstiegen – manch einer in der Garde, ein anderer bei der Templerschaft und der nächste wiederum bei der Ritterschaft.
Die Leute, die durch deren Aufstiege zu Ivans „Höheren“ – mehr oder weniger Vorgesetzten - wurden, hatten es sich in seinen Augen alle verdient. Nicht nur, weil es der Glaube oder die Gesellschaft vorgab, sondern für ihn persönlich waren es legitime Führungspersonen.
Logisch erschien dann natürlich nach dem Weggang des Alkas die Besetzung des Gremiums mit eben jenen Führungspersonen.
Sie alle hatten sich durch ihre Leistung im Reich hochgearbeitet und haben bewiesen, dass sie fähige Führer sind.

Und jetzt?
Die Letharen nutzten ihre Position als „Auserwählte“, als Kinder Alatars aus um das Gremium zu stürzen. Als Statthalter und Bürgermeister wurden Personen eingesetzt, von denen er bis vor deren Erhebung noch nicht einmal deren Namen vernahm, geschweige denn sie irgendwann in der Stadt gesehen hätte.
Die Auserwählten tauschten fähige Leute, die sich im Laufe deren Lebens bereits bewiesen hatten, gegen Leute, die keine nennenswerten Leistungen vollbrachten? Dies widersprach zur Gänze dem Gedanken einer Leistungsgesellschaft.

„Wieso?“ fragte sich Ivan immer wieder. Er wüsste nicht, warum seine bisherigen „Höheren“, aus denen sich das ehemalige Gremium zusammen setzte und denen er gemäß der Vorgaben des Glaubens hörig war, auf einmal nicht mehr „gut genug“ wäre. War ihr bisheriges Handeln denn falsch und nicht im Sinne des Herrn? War vielleicht das, was er unter ihrer Führung tat, auch falsch?
In der öffentlichen Kunde der Letharen war damals die Rede von „Müßiggang“ – Müßiggang, ein Wort, das ihm viele Stunden schon durch den Kopf ging. Es wollte Ivan keine einzige Situation einfallen, bei der er bei seinen Höheren „Müßiggang“ festgestellt hätte. War er nur so blind deren Verfehlungen nicht zu sehen, oder lag ein Irrtum seitens der Letharen vor?

Viele Stunden verbrachte er in den Wochen seit dem Umsturz damit Bücher zu den alatarischen Geboten und dem Glauben zu lesen. Er erhoffte sich dort einen Hinweis zu finden, wem er denn nun sein Vertrauen und seine Loyalität schenken solle – den auserwählten Kindern des Herren, die entgegen eines wichtigen Prinzips der alatarischen Gesellschaft handelten, oder seinen bisherigen Höheren, bei denen er sich keiner Verfehlungen ihrerseits bewusst ist….

Verfasst: Freitag 28. August 2009, 22:07
von Yasccara Askar
Wie? Wie nur soll das gehen?
Das Haus ist doch viel zu gross um es dorthin zu bringen, schon alleine der ganze Wald dazwischen, da geht das Haus doch niemals durch! Aber die Grossen sagen das mein Zimmer auch dorthin kommen soll und eines für Tugor und eines für Azu und auch eines für Elo und Aylia. Sogar noch mehr Häuser sollen dort hin so wie der Hof von Kari mit Familie und allen Tieren.
Die Wiese da wo die andern gezeigt haben ist zwar gross, aber...


*Yasccara konnte nur noch den Kopf schütteln*

Aber so wie sie alle darüber reden wissen sie wohl wie das alles geht und schliesslich ist auch Alatar dabei, da ja auch der An...Ana..Ananastra mit kommt. Und die 'Exa hat ganz sicher auch Rahal gebaut. Weil sie ja schon immer da war, sogar damals als ....

*noch ein Kopfschütteln, diesmal jedoch weniger ungläubig als um die gedanken weg zu schütteln*

Wir alle Zusammen! Das wird Schön!

Verfasst: Samstag 29. August 2009, 12:13
von Reika Lypsan
Wieder einmal war ein Bote zu Ihr gekommen um Ihr neue Berichte über die geplanten Umbrüche in Rahal mitzuteilen. Sie blickte sich kurz in ihrem Haus um und nickte nur bestimmt.

Hier hielt sie wahrlich gar nichts mehr.

und so sprang sie über Ihren Schatten und verfasste eine Mitteilung zu Händen des Hauses von Seranyth aus dem der Wunsch sich zu verändern und neue Erfahrungen zu sammeln und sich dem Projekt anzuschließen eindeutig hervor gingen.

Das Pergament wurde sorgfältig zusammengerollt und magisch verschlossen, es würde sich nur einer einzigen Person öffen. Azucinnia.

Verfasst: Samstag 29. August 2009, 12:22
von Tyastaya Mertas
Oh, welch leere und Sinnlosigkeit diese Stadt verströmte.
Alles scheint dahinzukriechen wie zäher Honig und niemand scheint sich für ihren Laden zu interessieren.

Es ist Zeit endlich einen Neuanfang zu wagen...

Vielleicht wird es dann endlich wieder so werden wie in den früheren Zeiten, den guten Zeiten.

Verfasst: Samstag 29. August 2009, 13:01
von Azucinnia von Seranyth
Anfänge

Und wieder war es die Zeit, die nicht warten wollte. Die Tage und Wochen vergingen seit dem Gespräch mit den Mitgliedern des Hauses. Wieder Tage vergingen, als sich ein Treffen am See ankündigte mit dem bestreben all jenen, die im laufe der Jahre die Loyalität und Verbundenheit von Azu, als auch Tugor ,wie dem Haus selber gewannen, in die Absichten der Familie einzubeziehen. Eigentlich sollte der Abend nur dazu dienen ihnen Bescheid zu geben, dass die Zeit, in denen man gemeinsam für Rahal tätigte, als auch die Abendstunden bei einem Wein in der Taverne verbrachte, vorüber waren.
Und jetzt, jetzt war sie noch immer überrascht welche Resonanz dieses eine Treffen, diese Offenheit den anderen gegenüber in Bewegung setzte. Es schien nicht nur Azucinnia so zu gehen. Im laufe des Gespräches am See, selbst im laufe der Wochen kamen immer mehr Neuigkeiten an ihr Ohr. Bekannte und Freunde teilten die Sorgen, Befürchtungen und auch die Wut.
Es wäre natürlich gelogen, wenn sie nicht offen zugeben würde, das es ihr leichter viel zu gehen, nachdem auch andere dieses Ziel für sich, als das Beste ansahen. Es bestärkte sie in ihrem Vorhaben und Tun.

Das Gespräch mit dem Bauleiter verlief auch wohlwollend und nicht nur er schien ob dieser Herausforderung an Energie zu gewinnen. Jeden den sie traf, der ebenso den Gedanken an eine Gemeinschaft, fernab von Rahal und deren Grundsätzen als eine bessere Zukunft sah, schien neue Kraft zu verspüren, Kraft welche auch der Eine stets gerne sah.
Nach und nach gelangten Schreiben in das Anwesen von Seranyth. Es waren zum größten Teil Bauwünsche und Anweisungen für den Herrn Hartwig, welche sie ordentlich beiseite legte, um Alexa jene auszuhändigen. Es war eine weise Entscheidung Alexa die Verantwortung für diesen Bereich zu geben, schließlich war es Alexa die noch immer genug Kontakte zu Handwerkern des Landes hatte, welche nebst Herrn Hartwig für das Projekt der Siedlung einbezogen wurden.

Neben den Briefen all jener, die ein Teil dieser neuen Gemeinschaft werden wollten, befand sich der Briefwechsel mit der Dame Lypsan. Ja, man konnte Azucinnia nicht immer überraschen und wenn musste man sich anstrengen, leicht war es nicht und doch schien es die Magierin geschafft zu haben. Es war kein Geheimnis das Reika sich abseits Rahals aufhielt und ihre Tätigkeit an der Akademie pflichtbewusst nachging. Durch Melegaunt war Azu stets über die Neuigkeiten der Akademie oder das Verbleiben Reikas im Bilde und doch erfreute es ihr Gemüt den Inhalt Reikas Briefes zu lesen. So war es nicht verwunderlich, das die begnadete Magiern ein Schreiben mit dem Siegel derer von Seranyth in Händen halten würde, um über all jenes, was der Grund für den Fortgang aus Rahal, als auch die Zukunftsaussichten zu erfahren.

Verfasst: Samstag 29. August 2009, 16:27
von Reika Lypsan
Schneller als erwartet hielt sie das Antwortschreiben des Hauses in den Händen. Mit flattrigen Fingern vor Aufregung brach sie das Siegel und begann gierig, fast als wäre es eine Forschungsarbeit, den Brief zu lesen.

Mit jeder Zeile wurde die Mimik erfreuter und offener, bis zum Schluss ein gewisser Glanz in den Augen zu erkennen war.

Freude und Elan für etwas Neues war es wohl, was die Augen zum Glänzen brachte.

Eilig wurden weitere 3 Zeilen zu Papier gebracht.

Die erste enthielt einen Dank für das ausführliche Antwortschreiben.
Die zweite eine Zusage für Unterstützung jeglicher Art.
Die dritte die Bitte ebenfalls zu dieser Gemeinschaft zu zählen.

Wiederum sorgfältig wurde das Pergament gerollt und mit magischem Siegel versehen auf die Reise gebracht.

Zuversicht..... nein... das Wissen, dass man sie dort gern sehen würde ließ sie frohgemut summen...