Blutige Rache, windige Tage.
Verfasst: Montag 14. November 2005, 05:28
Leise knarzte der Hocker, ungefähr im selben Tonfall der Lederhose.
Der hellblaue Blick legte sich auf den Spiegel und traf dort auf ein ausdrunckloses Gesicht. Schwielige Hände griffen nach einer Maske aus festen Zweikopfleder und banden diese um die untere Hälfte des Gesichts. Dann wurde eine ölige, mit schwarzen Fingerabdrücken bedeckte Dose geöffnet. Der Geruch von zerlassenem Walfett, Zedernhartz und Mossextrakt stieg daraus empor.
Langsam tauchten die Finger in die schwarz scheinende Substanz und strichen sie über die sichtbaren Teile des Gesichts wo es eine dunkelgrüne Färbung hinterließ. Nach und nach verschwand mehr und mehr der hellen Haut unter einer hauchdünnen, nach Moos riechenden Schicht dunklen Grüns bis das helle Blau strahlender, entschlossener Augen alles war was an Helligkeit blieb.
Falks Vorbereitungen für die Blutrache mochten emotionslos und kalt erscheinen, doch das war die äussere Hülle des Jarls der seinem Clan ein Quell der Ruhe und Zuversicht sein sollte. Innerlich vermisste er die sanfte Weichheit Cailleans und ihren warmem Rücken an seinem Bauch im Schlaf. Er vermisste Erinnas Lachen und die heissen Küsse seiner Frau.
Doch Erinna, Viola und Caillean waren in Sicherheit. Und so schob Falk die Gedanken an seine Liebsten einfach beiseite, ein Reflex den zahlreiche Schlachten ausgeprägt hatten. Dann hob sich das scharfe Rasiermesser und kratzte das überzählige, grüne Fett gemeinsam mit Bartstoppeln von Wange und Kinn, nur eine unabwaschbare grüne Schicht zurück lassend die sich einzig mit klarem Brand wieder würde entfernen lassen. Langsam wurde das Messer an der Dose abgestrichen um das grüne Fett für spätere Anwendung auf zu heben. Es hatte sich drei Jahre lang gehalten, es würde noch einige weitere Jahre in der Dose halten und nur einen hauchdünnen, nach schlimmligem Brot riechenden Film ansetzen.
Dann begann der unschöne Teil... die scharfen Krumen ritzten kleine Schnitte in Falks Schädel als dieser das ungemalene Salz in seine Haare rieb und schmerzhaft drang das Salz in diese Schnitte. Doch es musste sein, nur Salz konnte den Ruß aus dem mit Wachs versetzten Brandwasser ziehen und so das blonde Haar Falks in ein nachts unsichtbares Schwarz tauchen.
Dann erhob er sich langsam und schritt zum Fenster. Unten auf dem Hof, im Licht der Fackeln trugen die Hände alles nötige zusammen. Die grosse Zeltplane, die Holzstangen, ein Fässchen Pökelfleisch, ein Fass mit Wasser, und mehrere Kisten voller Felle, Waffen und den nötigsten Dingen für ein Feldlager.
Die Sonne würde aufgehen, Falk würde sich seine Garderobe für die kommende Woche heraus suchen und sich einigen Kampfübungen unterziehen um seine Konzentration zu steigern und bis zum Abend zu halten. Und sobald die Sonne unter gehen würde... würden sie Grimwould verlassen. Während des Tages würde er Shaja und Freia aussenden um einen Ort für das Zeltlager zu finden. Dann würden sie ausrücken, die Hände würden das Lager aufbauen und die Schwerter... nun... die Schwerter würden töten.
Doch der Plan hatte sich geändert. Es würde nur um das Leben einer Hand voll Gardisten gehen, die Bauernhöfe vor Varuna würden das Feuer nicht kennen lernen. Zu viele Freunde und potentielle Verbündete hatten Falk um Schonung für die Ernte gebeten. Und mit den Vorräten die die Elfen anboten... sah der Winter mit einem mal nicht mehr so bedrohlich für den Clan aus. Zum ersten Mal konnte sich Falk die feste Überzeugung leisten dass alle aus dem Clan den Winter überleben würden. Der Grund Varuna mit Hunger für den Verlust eines Clansjägers zu strafen war damit vergessen. Und Liella und Aasim sollten ihren Willen haben.
Nichtsdestoweniger musste Varuna für den feigen Mord an Isgar leiden. Doch diese Rache würde sich wesentlich einfacher gestalten. Eine Hand voll Gardisten würden in einer Nacht spurlos verschwinden, lautlose Pfeile, mit Schlafgift versetzte Kuchenringe und die geübten Klingen des Jarls und seiner Schwerter sollten das Schlachtwerk binnen kürzester Zeit, ohne jede Spur die auf den Clan hinweisen würde, verrichten.
Schlachtwerk... langsam wandte sich Falk vom Fenster ab, er konnte seinen Clanshänden vertrauen dass dort untem im Fackelschein alles bereit lag für den morgigen Tag, das wusste er. Trotzdem war es... irgendwie ungewohnt... Schlachtwerk... Messerarbeit... Kriegsschlitzen... Ausdrücke die in seinen Gedanken seit langer Zeit nicht mehr vorkamen.
Einst hatte er drei von sieben Clans in den grossen Krieg geführt, hatte gegen Trolle, Orks und Hochlandbarbaren gekämpft nachdem er die Kontrolle über den Clan Hinrah an sich gerissen hatte indem er seinem Vater die eigene Klinge zu schmecken gab. Doch nichts ist vergänglicher als der Ruhm von gestern und aus dem einstigen Kriegsjarl war ein Siedler geworden, ein Ehemann, ein Vater. Doch es schien nicht richtig... der grosse Krieg mochte einundzwanzig Jahre her sein... doch zwanzig von diesen hatte er nicht erlebt, man sah sie ihm nicht an und aus freien Stücken würde er niemals über die zwanzig Jahre reden die ihm verloren gegangen waren. Es schien erst ein Jahr her zu sein und um so mehr musste er nun schmunzeln.
Wie sehr sich ein Mann doch in nur einem Jahr ändern konnte. Doch noch so viele Kinder, noch so viel Liebe seiner Frau würden jemals wieder den erfahrenen Schlachtengänger aus ihm heraus bringen. Das mochte von Vorteil sein um den Clan zu schützen... doch wie oft hatte es ihm grosse Schwierigkeiten beschert schneller mit der Hand bei der Waffe zu sein als er über Dinge nachdenken konnte?
Ein leises Seuftzen schlich sich in die Dunkelheit, dann öffnete sich die Tür seines Zimmers und er trat langsam in die Trophäenkammer um die grosse Karte von Gerimor auf dem Tisch aus zu breiten. Ein leichtes Nicken folgte und der Blick hob sich zu der schwer gepanzerten Gestalt von Kahor mit seiner neuerdings mit blutigen Runen verzierten Rüstung und der Glatze auf die Kahor sich selbst Runen geschnitzt hatte deren Narben nun weiss und drohend auf ihr zu lesen waren. Ein beeindruckendes Bild bot Kahor, in der blutigen Rüstung halb in der Dunkelheit lehnend und nur das Weiß seiner Augen leuchtete aus dem Schatten hervor.
Lange sollten Falk und Kahor sich unterhalten, über Wege, Rückzugspunkte Taktiken während Shaja aus ihrer Ecke wie immer kommentarlos lauschte und ihren Kompositbogen sowie die Pfeile überprüfte.
Der hellblaue Blick legte sich auf den Spiegel und traf dort auf ein ausdrunckloses Gesicht. Schwielige Hände griffen nach einer Maske aus festen Zweikopfleder und banden diese um die untere Hälfte des Gesichts. Dann wurde eine ölige, mit schwarzen Fingerabdrücken bedeckte Dose geöffnet. Der Geruch von zerlassenem Walfett, Zedernhartz und Mossextrakt stieg daraus empor.
Langsam tauchten die Finger in die schwarz scheinende Substanz und strichen sie über die sichtbaren Teile des Gesichts wo es eine dunkelgrüne Färbung hinterließ. Nach und nach verschwand mehr und mehr der hellen Haut unter einer hauchdünnen, nach Moos riechenden Schicht dunklen Grüns bis das helle Blau strahlender, entschlossener Augen alles war was an Helligkeit blieb.
Falks Vorbereitungen für die Blutrache mochten emotionslos und kalt erscheinen, doch das war die äussere Hülle des Jarls der seinem Clan ein Quell der Ruhe und Zuversicht sein sollte. Innerlich vermisste er die sanfte Weichheit Cailleans und ihren warmem Rücken an seinem Bauch im Schlaf. Er vermisste Erinnas Lachen und die heissen Küsse seiner Frau.
Doch Erinna, Viola und Caillean waren in Sicherheit. Und so schob Falk die Gedanken an seine Liebsten einfach beiseite, ein Reflex den zahlreiche Schlachten ausgeprägt hatten. Dann hob sich das scharfe Rasiermesser und kratzte das überzählige, grüne Fett gemeinsam mit Bartstoppeln von Wange und Kinn, nur eine unabwaschbare grüne Schicht zurück lassend die sich einzig mit klarem Brand wieder würde entfernen lassen. Langsam wurde das Messer an der Dose abgestrichen um das grüne Fett für spätere Anwendung auf zu heben. Es hatte sich drei Jahre lang gehalten, es würde noch einige weitere Jahre in der Dose halten und nur einen hauchdünnen, nach schlimmligem Brot riechenden Film ansetzen.
Dann begann der unschöne Teil... die scharfen Krumen ritzten kleine Schnitte in Falks Schädel als dieser das ungemalene Salz in seine Haare rieb und schmerzhaft drang das Salz in diese Schnitte. Doch es musste sein, nur Salz konnte den Ruß aus dem mit Wachs versetzten Brandwasser ziehen und so das blonde Haar Falks in ein nachts unsichtbares Schwarz tauchen.
Dann erhob er sich langsam und schritt zum Fenster. Unten auf dem Hof, im Licht der Fackeln trugen die Hände alles nötige zusammen. Die grosse Zeltplane, die Holzstangen, ein Fässchen Pökelfleisch, ein Fass mit Wasser, und mehrere Kisten voller Felle, Waffen und den nötigsten Dingen für ein Feldlager.
Die Sonne würde aufgehen, Falk würde sich seine Garderobe für die kommende Woche heraus suchen und sich einigen Kampfübungen unterziehen um seine Konzentration zu steigern und bis zum Abend zu halten. Und sobald die Sonne unter gehen würde... würden sie Grimwould verlassen. Während des Tages würde er Shaja und Freia aussenden um einen Ort für das Zeltlager zu finden. Dann würden sie ausrücken, die Hände würden das Lager aufbauen und die Schwerter... nun... die Schwerter würden töten.
Doch der Plan hatte sich geändert. Es würde nur um das Leben einer Hand voll Gardisten gehen, die Bauernhöfe vor Varuna würden das Feuer nicht kennen lernen. Zu viele Freunde und potentielle Verbündete hatten Falk um Schonung für die Ernte gebeten. Und mit den Vorräten die die Elfen anboten... sah der Winter mit einem mal nicht mehr so bedrohlich für den Clan aus. Zum ersten Mal konnte sich Falk die feste Überzeugung leisten dass alle aus dem Clan den Winter überleben würden. Der Grund Varuna mit Hunger für den Verlust eines Clansjägers zu strafen war damit vergessen. Und Liella und Aasim sollten ihren Willen haben.
Nichtsdestoweniger musste Varuna für den feigen Mord an Isgar leiden. Doch diese Rache würde sich wesentlich einfacher gestalten. Eine Hand voll Gardisten würden in einer Nacht spurlos verschwinden, lautlose Pfeile, mit Schlafgift versetzte Kuchenringe und die geübten Klingen des Jarls und seiner Schwerter sollten das Schlachtwerk binnen kürzester Zeit, ohne jede Spur die auf den Clan hinweisen würde, verrichten.
Schlachtwerk... langsam wandte sich Falk vom Fenster ab, er konnte seinen Clanshänden vertrauen dass dort untem im Fackelschein alles bereit lag für den morgigen Tag, das wusste er. Trotzdem war es... irgendwie ungewohnt... Schlachtwerk... Messerarbeit... Kriegsschlitzen... Ausdrücke die in seinen Gedanken seit langer Zeit nicht mehr vorkamen.
Einst hatte er drei von sieben Clans in den grossen Krieg geführt, hatte gegen Trolle, Orks und Hochlandbarbaren gekämpft nachdem er die Kontrolle über den Clan Hinrah an sich gerissen hatte indem er seinem Vater die eigene Klinge zu schmecken gab. Doch nichts ist vergänglicher als der Ruhm von gestern und aus dem einstigen Kriegsjarl war ein Siedler geworden, ein Ehemann, ein Vater. Doch es schien nicht richtig... der grosse Krieg mochte einundzwanzig Jahre her sein... doch zwanzig von diesen hatte er nicht erlebt, man sah sie ihm nicht an und aus freien Stücken würde er niemals über die zwanzig Jahre reden die ihm verloren gegangen waren. Es schien erst ein Jahr her zu sein und um so mehr musste er nun schmunzeln.
Wie sehr sich ein Mann doch in nur einem Jahr ändern konnte. Doch noch so viele Kinder, noch so viel Liebe seiner Frau würden jemals wieder den erfahrenen Schlachtengänger aus ihm heraus bringen. Das mochte von Vorteil sein um den Clan zu schützen... doch wie oft hatte es ihm grosse Schwierigkeiten beschert schneller mit der Hand bei der Waffe zu sein als er über Dinge nachdenken konnte?
Ein leises Seuftzen schlich sich in die Dunkelheit, dann öffnete sich die Tür seines Zimmers und er trat langsam in die Trophäenkammer um die grosse Karte von Gerimor auf dem Tisch aus zu breiten. Ein leichtes Nicken folgte und der Blick hob sich zu der schwer gepanzerten Gestalt von Kahor mit seiner neuerdings mit blutigen Runen verzierten Rüstung und der Glatze auf die Kahor sich selbst Runen geschnitzt hatte deren Narben nun weiss und drohend auf ihr zu lesen waren. Ein beeindruckendes Bild bot Kahor, in der blutigen Rüstung halb in der Dunkelheit lehnend und nur das Weiß seiner Augen leuchtete aus dem Schatten hervor.
Lange sollten Falk und Kahor sich unterhalten, über Wege, Rückzugspunkte Taktiken während Shaja aus ihrer Ecke wie immer kommentarlos lauschte und ihren Kompositbogen sowie die Pfeile überprüfte.