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Der wahre Spiegel

Verfasst: Donnerstag 30. Juli 2009, 21:33
von Andreas Myrtol
An Hendrik Kloster,
Berchstein.


30. Cirmiasum 252

O- mein lieber Freund! Lang ist's her, Wort' welches dir entsetzt worden war, Hendrik.
Da dir immer so sehr daran gelegen war, mich damals aufzusuchen,
sei es eine Gefälligkeit, wie damals die Bücher, oder ein Verdrieß zu erleben
bis späte Vogelrufe, war heute mir nun Begehr. Ich weiß doch wie sehr
dir die Schrift liegt, denn wie wir sind, mögen zwei goldene Federn entsprechen.

Von dem mich zu trennen was ich liebte, ließ mein menschliches Herz in seiner
Natürlichkeit ängstigen. Doch ich kann mich froh schätzen werter Hendrik,
denn ich machte hier genügend Bekanntschaften, und es wird dich,
so mir gewiss wie das fliehen der Sonne, erfreuen zu hören dass ich ein holdes Weib
und eine gesunde Tochter hab'. Wie wohl ist's mir, dass eine simples und doch
ein natürliches Manifest, die eines Bundes verschrieben, ein Geschenk dir überreicht, dass,
o weh mir, himmliche Oeden in ihrer Form endlos erscheinen lässt.
Doch manchmal wäre mir lieb, wahre Empfindungen würden mir ein Wahres spielen.
Doch egal dem für jetzt, denn ich weiß: Und doch sehe ich deine Grimmiges',
wenn man dir sagt, ich wäre auf dem Weg eines Knappen.
Doch lasse nicht zu, dass die Annäherung des Volkes, egal wie Tölpelhaft, mich erschüttert',
als dass ich ihre Entfernung herbeisehne, dass sie mich fürchten.
Das ist ein Versprechen mein guter Freund.

Erzähl mir, wie geht es Elisabeth? Ich sah sie lang' nicht mehr, und doch
haftet sie in meine Sinnen ab heut'. Und ja, ich will's vermeiden,
mich weiter in Verzückung zu treiben, mag sie dein' Weib sein.
Und es lacht mein Herz, wenn ich verfalle in Nostalgie, wegen den Büchern!
O die Freude. Bislang fehlt mir noch immer ein Exemplar;
ob ein Wiedersehen erdenklich ist mein Bester?

Ich werd' dir schreiben, und vergiss mein Nicht.

Andreas M.

Verfasst: Samstag 1. August 2009, 02:40
von Andreas Myrtol
01. Ashatar 252

Unermesslich! wie wertvoll dein Schreiben mir ist,
der Inhalt deines Briefes nicht nur von Gewandtheit zeugt, sondern mir Freude beschert.
Schon lang ist sie hier, mein Engelchen, Vivien.
Manchmal erinner ich mich daran, wie viel Verborgenes in mir verrottet;
die Vorstellung von dieser Unausweichlichkeit die meine Kräfte verzehrt-
Und oh Eluive!- rufe ich aus und finde mich auf der Suche was sie mir bescheret', und sehe dann meine Tochter in ihrer all zu gernen Beschäftigung der Untätigkeit. Während sie vor sich hin schlummert und mein Sphären sie aus Sorge und gleichzeitiger warmer Liebe beobachten, weckt sich mir ein wohliges und geborgenes Gefühl in meiner Seele, die alle Theoretiker und Skeptiker in ihrer Fixierungen auf das Harte und Bescholtene, auf die kleinste Einfachheit reduziert und zufrieden werden lasse'.

Oh mein Bester- die Einfachheit! Kopfschüttelnd streben und ergötzen wir uns an den Reichtum um das Beste zu ersuchen, und verkennen dabei uns selbst, dass wir natürlicher gestrickt sind als wir denken. Einfach leben, dass ist alles was wir tun müssen- Ohne zu verbergen, wer oder was zu sein geben.

Die Gefahr aber letztendlich missverstanden zu werden, selbst ich als Knappe, ist ebenso eine Spazierfahrt auf die man sich einstellt. Man sitzt an einem artig und fein bestückten Tisch- mal serviert, mal genießt. Man lässt sich in der Tat von der Umgebung verleiten und doch besinnt sich mein Mentor und Graf, ein Mann vor dem Mann Achtung habe solle, auf die Einfachheit.

Ich bewundere ihn. Und ich danke dir, dass du mir auf meinem Weg das Erdenklichste wünschst', denn so vertrau meinem Versprechen, die seine Unsterblichkeit besitzt, ich werd' ein Guter'. Und du- schon gar frevelhaft bist du ein Guter, mein bester Freund- Du und Elisabeth seid nun angetraut! Mich verfolgt die Szene aus den Kindertagen bis heute noch, an dem ich, meine Schwester und ihr beide uns niederließen auf einen Meer Blumen, schallend lachend uns vergnügten und ruhten auf Elisabeth's handgefertigten Baumwolldecken, und uns labten an den Speis', die meine Schwester für uns versprochen hatte. Die Sonne strahlte uns an und wir waren unbeholfen, aber genossen die lebendige Natur um uns herum. Ja, ich pflege die Erinnerung. Du und Elisabeth, ihr ward schon als Kinder unzertrennlich und in meinen Vorstellungen füreinander versprochen. Ach Hendrik! Ich freue mich sehr, für dich und deine Frau, und dass ich eure 'Schenkung noch miterleben darf, sei es auch nur möglich in Lettern; lass mich euch gratulieren für eure drei Töchter. Sogesehen haben wir trotz Müdigkeit und Durst, in einer verfressenen
und stets zur ruhebittenden Welt voll Peinigern und ihrer treuen Gefolgschaft, unser eigenes Leben auserkoren; aber letztenendes die Erkenntnis gewonnen, dass wir uns ihren Lauten leidenschaftlich unterworfen haben. Aber ich bestehe auf den Ausweg!

Und rede nicht mehr falsch Hendrik, ich ahnte doch, dass du dich zu entschuldigen versuchst für das Fehlen meines Buches. Aber mach dir nicht's daraus, auch wir sind Sklaven unser selbst. Du erinnerst dich hoffentlich, schmunzelnd! wie wir uns heimlich an's Vater's Werke hermachten, fieberten, während ich ausschau hielt nach ihm, du die 3 Werke an dich gerissen hattest, jene die nie für uns gedacht waren! Und als mein Vater die Treppe hinunter kam, ich unter'm Tisch krabbelte und du panisch aus dem Fenster gesprungen warst, weil du bangtest er würde uns bestrafen wenn er uns so sehe, stand er verwundert vor der Türe, als er den Krach mitbekam. Ein herrlicher Anblick, oh Eluive- Du! wie ein Narr, dessen Rock in Flammen stand, mit geweiteten Augen das Fenster als Rettung erkannte und hindurch sprang. Ich lache weiter.
Ein Werk ist dir dabei abhanden gekommen, während die anderen Zwei vor mir auf den Boden waren, war das Andere sicherlich in den Gebüschen verschollen. Solch Unart habe ich noch nie erlebt. Mein Vater sah die Bücher auf den Boden und beugte sich herab und sah seinen Sohn rätselnd an. Ich war benommen und schwindelig allen Sinnen!- nun klopfte mir mein Herz wild und ich verfluchte dich. Aber es geschah nichts böses. Nur ein mürrischer Vater, der mir viel seltener seine Werke verlieh,
bis ich das Verlorene rechtmäßig zurückstelle, und du dafür verantwortlich warst es wieder zu erlangen!

Aber mein Lieber- ich hatte nächtliche bedenken.
Ich ruhte in der finst'ren Nacht auf dem Steg meines Anwesens und machte mir Gedanken über Urteile und Auslegung ihrer.
Man berufe sich stets auf die Richtersprüche, die die Verschuldeten
immer zu Recht sanktionierten, und vertraute immer darauf ohne zu ergründen. Jedem Tor sein fürgesprochenes Wort,
der dem mächtigen Spruch zwar nicht Einhalt gebieten kann, aber sich auf die Menschlichkeit berufen darf. Darf selbst ein Mensch, dessen Taten so verkommen und niederträchtig, nach gültiger Rechtfindung, die Rufe unser aller betreffen, sich bemächtigen? Gewiss, denn wir gewähren Gnade, haben Wehmut und versuchen die Menschen zu erdulden und in ihren Schicksalen Hand zu sein. Glaube an das Gute im Menschen, lehrte ich mir. Eluive und Temora haben ihre Wege, doch unabhängig der Götter Entscheid', wie darf man Gerechtigkeit auslegen?

Ist es gerecht, den Ungerechten mit Ungerechtigkeit zu bestrafen?
Und ist es keimen übler Dinge, beschworen durch die Ungewissenheit unschuldiger Menschen eine Sanktion rechtens? Man überblicke das Geschehen, den Krieg, die Schlachten zu denen ich gezwungen war;-
so ist das Gemüt eines natürlichen Mannes aus der Balance und schwer wieder zu finden. Und Eluive's Wille!
Mitnichten! wäre eine einfache Handhabung unserer Verwirrungen menschlicher Gefühle, sondern unterschiedlich schwierig; dessen wir als Schwäche kennen und Schuldsuchungen beginnen; denn jeder von uns fordert die Sanktion der Schreckenstäter; vegisst aber dabei unter ihnen zu gehören, oder man erdachte sich eine andere Strafe.
Folglich ist es an unser Verstand, wie sehr betroffen, eine Gerechtigkeit zu erfinden-
im Gleichen eine Kerze die angezündet werden kann oder ausgeblasen,
oder andere oder anderes, die es an unserer Stelle belieben.
So ist Gerechtigkeit Auslegung letztendlich? Wir verfahren nach Prinzipien
und Richtlinien und Glauben zu wissen, dass diese Macht der obersten Sprechung einem Menschen gängig wäre wie seine Hände, und tolerrieren seine Sprüche.
Und wir, die nicht bemächtigt sind, müssen es so hinnehmen und wir werden schuldig sein,
wenn alles verkannt wurde. Wer kann diese Macht austilgen? Nur der Sprecher selber und die über den Sprecher.

Was macht einen Soldaten aus, seinen gesunden Verstand oder sein Herz? Befehle, die unser Entscheid rauben, weil durch die Macht wir keine Gewichtung mehr beitragen! Es war lange das Problem zwischen Adel und Pöbel, gar untereinander ihrer Reihen: blaue, graue, braune und türkise Augen, die unterschiedlicher nicht sein können. Mal vergesse ich, dass ich dem niederen Adel gehoben werden könnte, und doch war ich gezwungen, das Wort des Adels zu gehorchen und musste einen Mann sanktionieren. Er verzieh mir. Bis jetzt schäme ich mich dafür mein guter Freund, die Narben auf seinen Rücken sind meiner Ursprung.

Dennoch schwor ich dem Urteil und die Vollstreckung die Treue, da ich die Treue zu dem Reich schwor, in guten Absichten, zum Schutz der Menschen und des Reiches. Aber mir ist es gestattet, mein Bild selbst zu fertigen, und niemand wird es mir befehligen können- du kennst mich. Aber sollten wir die, die uns nicht ansprechen vertrauen? Weil sie auserkoren wurden? Gerade dann, würde ich meinen!

Und doch die, die unser Vertrauen besitzen, wir kennen und schätzen
und über ihr Urteilsvermögen Achtung haben, weil sie der Menschlichkeit mutig bleiben, sind selten die - die mächtig sprechen -? Oder fehlt uns letztendlich das sehende Auge- weil wir von Gefühlen zerfressen sind?
Andere Einsichten würden zu einem Kompromiss führen?

Es ist spät und meine Hand benötigt nun Ruhe. Wir werden gewiss darüber weiter schreiben. Gute Nacht mein Bester.

Andreas M.

Verfasst: Sonntag 2. August 2009, 22:24
von Andreas Myrtol
*Ein in einer Flasche eingeschlossener Brief wird ins Meer geworfen*

02. Ashatar 252

O- reicher Sternenhimmel, du erkennst mein Leid?
Ich schaue zu dir hinauf unter den heißesten Tränen und falle niederschmetternd auf die Knie.
Bemühungen sind es, die mich noch antreiben Worte zu finden,
doch in der Erwartung wie gehabt versage; und ich entbreche in lauten Atemstößen und Wut.
Zorn, über mich selbst, wie meine Hände sich in's Gras schlagen,
weil ich über mein Unmut nicht fähig sei zu reden, schweigsam in mich kehre wie in alter melancholisch herzzerreißerischer Zeit-
zu der ich verdammt bin.

Lass dass es aufhört! trotz die Sterne' Hoffnung sich in meinen bitteren und wonnenvollsten Tränen der Ehrlichkeit, sei es nur ein des Lichtes Berührung Sänfte, spiegeln; denn ich kann nur noch daran keuchen und sterben. Lass das es aufhört, dass dieser Schmerz sich brennend in mir entfächert, und endlich sein Ende finde!

Und ich flehe dich in meiner Verzweiflung an, lasse dass es aufhört!
Dieser Schmerz; dieses Feuer, welcher mich verzehrt und sich meiner Luft bemächtigt und mir mitleidig die Stufen der ewigen Freiheit gewährt. Und die einzigst' Hoffnung die ich hegen darf,
meinen unermesslichen Schatz der Erinnerung an das Vergange zu behalten und zu verehren.
Wie sehr ich sie liebe, dass ich noch meine Narbe am Kopf streichel,
erinner wie sie mein Blut schmeckte und ich mich beim Erwachen in ihr Lächeln verlor.
Ich ihr schweren Herzens meine Liebe zusprach, am Wasserfall.
Ich ließe ihr Zeit, ich machte mir Bedenken und war meinem Glück so zugetan,
dass ich nicht glauben konnte, dass dieser Engel, zu der ein Blick genügte für den Entscheid
mich des köstlichen Gefühls der Liebe hinzugeben! mir erlaube sie zu lieben.

Ihre, sanfte und betörende Stimme, im Winters Feuer ein Lied mir Preis gab,
dass jeder Anreiz zur Wut entschwand und ich sie in meinen Armen wog.
Es sammelt sich mir all der Zweifel zu einem Selbstverschulden, dass es gänzlich mein Fehler war, ein schrecklicher, dass ihr nicht das geben konnte, was sie brauchte.
Und mir bleibt nur die Angst übrig, die Einsamkeit die ich lieben müsste.
Denn niemand wird mehr mein Leben betreten dürfen und niemand
darf mich so verstehen, wie sie es tat. Meine Kräfte entschwinden
und ausgesetzt bin ich der Lähmung und betrachte die Wand und diese Schrift
stillschweigend. Hat mich Eluive verlassen? oder war sie erzürnt über meine Fehler,
dass ich nun zu leiden hab'?

All meine Freude soll ihre sein, und all ihr Schmerz soll meiner sein.
Oh weh- wie es schmerzt- ich fasse mein Herz und hebe mein Brustkorb,
die Augen gekniffen, auf dass meine Tränen ihr Ende finden.
Unmöglich! sie finden keines, und selbst wenn mich Dürre überkommt,
blutet mein inneres so.., verdammt bin ich. Man fragte mich,
ob ich des Fluches erliege, und ich bin ihm erlegen.
Ihre samtene Haut, ihre blauen Augen und ihr wohler Duft,
sie sind mir ferner als ihr, die Sterne. Die bedenkliche Zeit von Bajard bis
zu einem kleinen Zimmer in Varuna, bis zur der wundervollsten Geburts Geimors, bis jetzt, sie sind mir getötet, und ich verlassen.

Welch Verwirrung mich anstiftete für meinen Tod. Hundertmal lag
es mir auf der Zunge und ich konnte es nicht, war einfach nicht Ich.
Mein Betragen ist mein Verhängnis, und meine Entlassung.
Und nichts würde sie daran hindern, keine Sprache und keine Worte,
nein- ich weiß wie sie sich fühlt- für den Rückweg. Ich weiß es vermutlich besser als alles andere.
Mein Engel- selbst das Wort ist frevelei, weil es nicht ansatzweise
ihre Lieblichkeit, ihre Gutmütigkeit den Menschen erläutern würde.

Verflucht sei ich. Und nun du reicher Sternenhimmel,
der du mir das Reinste gabst, und mir entrissen hast-
wie arm hast du mich werden lassen ? Ich kann nicht mehr lieben..

Verfasst: Freitag 7. August 2009, 02:44
von Andreas Myrtol
07. Ashatar 252

Oh mein bester- mein lieber Freund!
Welch' Nachricht dich nun ereilt, im Großen und in liebevollen Vertrauen,
ist weit aus die schlimmsten Träne, die ein Gebrechen unserer Zeit ermöglicht.
Welch Spiel sich ergibt, dessen Hitze uns pendeln lässt,
auf dass wir nicht die Liebe ergreifen können, die wir uns sehnen Ausdruck zu verleihen,
es in Ansturm überschwellter Gefühle als Hass erkennt!
Verloren bin ich in meiner schicksalfügigen Einsamkeit,
die mich schon seid meiner Kindheit, du weißt? verfolgt.
Meine Frau und mein Kind, sie sind mir fern,
ferner als jeder Stern und ich kann nicht ihren Namen rufen.
Selbst die Augen des Himmels geben mir keine Antwort auf mein Hilferuf.
Ich las tränenerfüllt ihre Worte, O- Hendrik! Hendrik!
Mach einen Engel glücklich! Ich vermag es nicht mehr zu können,
sagt mir mein Inneres- den ich selbst hass' entgegenbringe.
Wie soll man jemanden lieben, der dir den Rücken weist und spricht,
gefühlter Kummer ist der Liebe hold, die Gedanken einzigst und allein erfüllen?
Ich zerbreche daran- ich bin schuld! O Hendrik! Was habe ich angestellt-
dass sie mir ihren Zorn spricht, mir alles entreißt um ihren Unmut kund zu tun?
Durchnässte Hände, schreckliche Vorstellung und leises flüstern-
ich bin verzweifelt. Ein Engel! Oh ein Engel warnte mich,
sie wolle mich nie wiedersehen. Ich verstehe, ich verstehe es völlig!
Du ahnst nicht, was in mir vorgeht mein bester- und ich brauche Zeit- es dir zu schildern.
Ich werde ausreiten und wiederkehren; und nachdem Luft genügend mich durchströmte,
werde ich mich hier wieder dran setzen.
Wieder befinde ich mich an meinem Schreibtisch und schreibe dir,-
ich war in Lameriast, eine Insel südlich Gerimor's, und saß einsam auf der Insel.
Meine Gedanken wichen ab, absurd und naiv. Ich ertappte mich dabei,
wie all meine Versprechen ihren Nutzen verloren- dass all Hoffnung die ich darin steckte,
schon im Unwissen ausgelöscht war. Wehe! Wehe! Sagte ich mir,
denke nicht so- dann es gebe nur einen Ausweg!
Nie zuvor machte ich so viele Ausritte, und die Erschöpfung ergriff mich.
Ich wählte heute Nacht den Weg zur Kirche und traf dort eine brave Knappin-
eine die ich sehr schätze. Ich ließ meine Sorgen vor ihr entschwinden,
und nahm mir ihrer an. Alles was sie mir preisgab, hat mich für ein Bruchteil anders denken lassen.
Wie sie ihren Geliebten das Werben verbot und wie sie sich nun vorkomme.
Ich gab ihr einen gut gemeinten Rat, sich hinter keine Fassade zu verstecken-
ein Spiel mit sich selbst führen! Wo käm' der Mensch denn hin?
Denn er kann nicht einfach sich los sagen, er kann es nicht- so einfach.
Und dann- verstand die Knappin mich völlig.
Ich dachte nicht daran, dass sie mich mehr verstand als meine Gemahlin,
denn ich verweigerte diesen Gedankengang- denn er würde nichts gutes hervorbringen,
als erneute Lust.

Ich verriet ihr die schreckliche Nachricht, und mein befinden. Sie hielt meine Hand und drückte sie sanft,
und mir schmerzten die Augen, die Tränen die sich stauten in mir. Ich hatte das Verlangen
ihre Hand in meine zu schließen und zu küssen, für ihre Liebe die sie mir schenkte.
Doch ich darf es nicht und wollt' kein üblen Eindruck hinterlassen! Was geschieht mit mir- Hendrik?
Ich eilte nach Hause, wie jede vergangene Nacht- mit der Hoffnung, sobald
ich die Türe aufbreche, ich das Quiken Lebensfrohe Kunde vernehme meiner Tochter.
Und ein Blick weiter darüber hinweg, dass ich meine Myra sehe.
Jedesmal, wenn ich die Hoffnung darin lege, entschwindet sie- und zerbricht wie ein alter Turm.
Und es überkommt mich Traurigkeit, wenn ich die Leere vernehme.
Ich zwinge mich zu Bett! Ich kann darin nicht mehr liegen, es ist mir fremder als alles andere!
Mir genügt eine Matte und ich schlafe auf dem Holzboden.
Und dann erwisch ich mich abermals! Wie ich mich wälze,
nicht mich fassen kann- keinen klaren Gedanken festlege- dann still verharre,
weil ich denke sie zu hören- wäre die Tür offen gegangen ? Ich mich abstütze auf den Armen und horche?!
Und dann in lulftanhaltender Schmerzlichkeit feststelle, das nichts war!
Ich esse nichts, ich schlafe nicht, ich esse kaum, ich trinke nur-
und bald will ich Alkohol!

Es verändert mich- und ich habe der angenehmsten Empfindung treue geschworen.
Ich rufe in der Nacht ihren Namen und spreche meine Liebe,
mit der Hoffnung- dass die Sterne meine Rufe leiten und in ihr Ohr tragen- des gefühlten Kusses -der Versprechung nah.
Eluive, wie ich sie liebe! Eluvie! O Herr, O Hendrik!
Ein gewaltiger Donnerschlag, wie die Sehnsucht mich nach meinem Weib
und meiner geliebten Tochter treibt! Was ist, wenn die Zeit verstreicht und ich nicht erfahre wo sie verbleiben?
Wird sie ihren Vater vergessen ? Ich werde- es nicht ertragen können vor Schmerz.
Nein- es würde -

Wenn sie es wünscht, mich niemals mehr zu nehmen- so soll es sein.
Ich werde die Zeit ruhig nutzen und wissen was ich zu tun habe.
Ich werde nichts unversucht lassen, auf dass die Blicke mein Tochter mich wieder treffen!
"Gib ihm einen Degen"- riefen sie, und erhofften seinen schnellen Tod.
Es gibt keine andere mehr.

Schreibe mir bitte, mein lieber Freund.

Andreas Myrtol

Verfasst: Sonntag 9. August 2009, 02:54
von Andreas Myrtol
09. Ashatar 252

Ich dank dir mein Freund, für deine starken Worte.
Sie haben mich ergriffen, wie die Schlinge um meinen Hals;
dennoch ungewiss ob sie mich der Freiheit entlässt!
Worte sind einfacher als die Taten und ich, als Knappe
muss Mut zur Stärke beweisen. Ich weiß-
dass mein Leben für meine Tochter sei, es meine Aufgabe sein muss,
für sie da zu sein- aber wie?! Dieses Unmöglichkeit ist das,
was mich zum Hadern bringt. Mein Verstand betäubt
von dem süßesten und innigsten Gefühl,
als ich den Tag mit Schweigen begann und ein Zettel erkannte.

Mein Tisch ward gedeckt mit Speis und Trunk- dazu gelegt sei
ein Zettel. Ich neigte mich vorsichtig über das wohlduftende Mahl,
es ist länger her, dass ich feste Nahrung zu mir nahm.
Ich machte mir nichts vor, ich war eingenebelt von der Gier und aß.
Als der Hunger in mir erstarb, waren meine Geister freier und ich laß das Beigelete.
"Verlier nicht die Hoffnung", stand geschrieben-
und ich ahnt', wer mir das zubereitet hat.
Dieses wohlige Gefühl überkam mich- es muss ihr gut gehen Hendrik!
Welch Stein mir von Herzen fällt, dass sie mich erreichen möcht'!
Ein Zeichen des Himmels, dass die herabstürzenden Blitze nicht auf mich seien!
Nein- mein lieber Freund! Ihr geht es gut, und ich
lechze nach ihren Hals für tausend Küsse; denn sie war hier- als ich schlief!
Doch die Freude mit dem Schrieb, vereinbarte sich nun mit dem Inhalt jenes
Zugeständnisses ihrer Gedanken an mich.
Wie soll ich ihr das selbe sagen? Wo darf ich sie sehen?
Mich überkam dieser Trübsinn, ein : "Ja- doch!- Nein, ich will! ",
dass ich mir meine Hoffnung wofür nicht verliere?
Das sie mich noch immer liebt? Das ich sie nie mehr sehen werde?
Das ich meine Tochter nie mehr sehen werde?
Worin darf ich mir Hoffnung stricken- wenn sie mir alles verwehrt.
Diese Seligkeit, wie ich dir beschrieb, erreichte nun die Stunde der Abbüßung,
und ich überlegte- was sie damit meinte?!
Dass sie mich in der Nacht aufsucht', an mich denkt- ist so lieblich;
aber dass sie mich nicht sehen wollt- oder tat sie es? Es muss gewesen sein als ich schlief!
Sie grämt sich mir zu stellen- und es bekümmert mich mein liebster Freund.

Und ist das dein Rat an mich? Ich solle leben,
mit der Hoffnung meine Tochter würde irgendwann, die Sterne ungewiss wann!
ihren Vater finden? Aber was soll mir das? Ich will vor ihrem Angesicht leiden,
damit sie versteht- was sie mir antat. Und dieses Schreiben mir längst
nicht genügt- sondern es mir in der Leichtigkeit erschwert.
Ich habe zu arbeiten mein bester- es lenkt mich ab, den Bau einer Burg.
Wie meine Tränen flossen und sich weiterhin ergießen-
wenn ich nur die himmels lieblichen Klänge meiner Tochte vorstelle,
die mich trösten und beruhigen.

Andreas M.

Verfasst: Samstag 15. August 2009, 18:00
von Andreas Myrtol
15. Ashatar 252

Warum ich dir nicht mehr antworte?
Es ist viel geschehen mein Bester,
doch werd ich mir die Zeit nehmen um es dir zu verkünden-,
die Erlebnisse und das Zurück.

Es war mir so neutral, im Auftrag des Grafen die Burg zu bauen;
doch ich nutzt' die Gelegenheit um meine Geister die vergönnte Ruhe zu erlauben.
Der Bau selbst begann noch lange nicht, und die Planung steht noch bevor,
die wir in einer edlen Runde von Ritter noch besprachen und weiterhin klären werden.
An dem ersten Arbeitstag, ja so war ich dem Grafen schuldig,
war ich gezwungen die Rohstoffe mit den Arbeitern an ihren Platz zu verschaffen.
Du kennst mich gut genug, dass Erhabenheit meine Tätigkeit niemals durchwandere
und meine Hände gleich waren mit den ihren. Sie erkannten meine Bemühungen,
schanken mir ihr ehrliches Lächeln und ihr Herz war meiner nah. Und so vergingen weitere schweißdurchnässte Arbeitstage,
die ein wenig den Gurt um meiner Brust lösten.

Oftmals ging ich den Gedanken nach, schwelge Nachts in Nostalgie
und trauere. Egal wie mich die Tätigkeit beraubt, so sie Nachts fort war,
bin ich überlassen den schwarzen Händen. Und ich kann nichts daran hindern,
dass die Schattengestalten mich verfolgen! Ich seufzte tief und versuchte Schlaf zu finden,
und ich konnte ihn dank meiner Übermüdung erhalten.
Ich haette niemals Armut so definieren können, o- mein liebster Freund!
Doch die nächsten Tage darauf, begleitete der treue Knappe seinen Ritter,
und wir befanden uns auf den Weg zum Ehrenwerten Haus der Elbenaus,
dort wo seine königliche Hoheit seine Residenz bezieht,
mit der edlen Lady, seiner angetrauten und Paladina der Temora.
Sie begrüßten uns und ich verneigte mich tief, gebührend genug-
als eine Priesterin sich von hinten mir nährte und räusperte. Ich begrüßte sie höflichst'
und ließ Schweigen walten. Wir waren alle eingeladen um die Segnung
des Hauses beizuwohnen- ein wundervolles Feuerwerk!
Als die Priesterin ihre Worte sprach, entsprang ein glitzender Regen,
der sich auf unser Häupter ergoss und uns beflügelten, ich will meinen allesamt-
ein so durchdringendes Gefühl- so warm und wiegend, dass es uns allen ein Lächeln entzückte.
Nach der Segnung versichtere uns die Gemahlin seiner Hoheit ihre Rückkehr;
musste sie zur Burg der Bruderschaft, während ich, der Graf, seine Hoheit und sein dazugehöriger Leibwächter im Garten des prachtvollen Grundstücks der Elbenaus' ausruhten.
Aufmerksam verfolgte man das Gespräch, als mein Mentor sich dazu äußerte,
dass seine Hoheit sich meiner annehmen sollte- für die Ausbildung.
Es trifft mich sehr, dass der ehrenwerte Graf kaum noch Zeit fand,
und bedaure seine langsam mehrende Abwesenheit-
doch zurecht! Er hatte viel zu tun.
Seine Hoheit versicherte und gab mir ein Auftrag,
jenen ich bis heute noch nicht erfüllen konnte, aber zuversichtlich bin ich!
dass ich sie noch gewissenhaft erfülle.
Und nun, bin ich von meinem Grafen berufen worden Späherdienste zu leisten.
Es ist eine leichtsinnige Tätigkeit und ich bin nun hinter den Linien Rahals,
jener Stadt- die Missgeburten und Bastarde größtenteils beinhalten.
Niederträchtige Mannen und Frauen, die sich nichts sehentliches wünschen
als den Tod treuen Dienern Temora's. Doch ich werde hier nicht ins Detail gehen mein liebster Freund.
Als ich nach der leichtsinnigen Arbeit (so war ich gezwungen für die Späherdienste mein Aussehen zu verändern) wieder nach Hause kam,
änderte ich meine Gestalt wie zur Gewohnten und versuchte Ruhe zu finden in meinem Heim.
Doch ich bemerkte leichte Veränderungen, Winzigkeiten die mir ins Auge fielen.
Zuerst ein Geräusch, als wäre jemand am Kochen,
und als ich die Treppe hinunter stieg, wurde die Eingangstür rasch zugerammt.
Ich ergriff meine Klinge und sputete hinaus, doch sah niemanden-
war mir das Erste ein Dieb! Der nun mir entwischte- seines Glücks!
Und als dann ich versuchte zuhause- nach strenger Beobachtung- wieder meiner Arbeit nachzugehen, war mir doch unbehaglich.
Ruhig war es im Hause, so lief ich hinaus zur Kiste, und versuchte ein wenig meine Gedanken zu verlieren beim Ziehen der Fische,
als es in meinem Hause laut schepperte.
Gesputet habe ich mich, lief hinein und betrachtete ein umgefallenes Faß- ehe ich nach draußen eilte und rief,
wie der Dieb sich bemühen solle zu rennen!
Seufzend kehrte ich zurück ins Haus und betrachtete einen Fisch, jener im Teller warend!
Ich stutzte, bis ich Myra's laute Stimme vernahm- sie sei keine.
Zum Fenster rennend, schaute ich hinaus nach ihr- ich wollte sie sehen !
Und als ich nur Leere vorfand, überkam mich quälende Wut!
außer mir war ich! O-Hendrik- dass ich den Fisch samt teller mit einem harten Schlag in Stücke zerriss.
Ich seufzte und bemerkte einen tiefen Schnitt in meiner Hand,
der zu pflegen gehörte- bandagierte meine Hand und ging nächsten Tages zum Heilerhaus von Adoran.
Dort begegnete ich die Fräulein Kliara, jene ließ ich ausrichten,
dass ich die edle Ärztin aufsuche wegen meiner Verletzung- und erhielt die Antwort,
dass ich zum Mittag erscheinen solle. Noch immer bedrückt,
und verwirrt war ich, warum ich so reagierte? Ich verstand bislang noch nicht,
warum sie das Haus aufsuchte. Und egal wie ich ihre Absicht auch verstehe,
denn ich weiß Ihrerseits, wie es gilt, behaupte ich: sie habe mich nicht besucht.
Sondern sie quält mich stets aufs erneute, so sie das Haus betritt-
und mich nicht sehen will. Warum? Sie fehlt mir doch sehr.

Ich betrat das Heilerhaus, ließ mich im Stuhl seufzend vor Bedrücktheit nieder,
als dann die Edle mich empfing. Gebührend begrüßte ich sie,
und sogleich machten wir uns auf in das Patentienzimmer.
Die Ärztin betrachtete kritisch meine aufgeschnittene Hand,
und fragte mich wie das geschehen sein soll.
Aus meinen Lippen kam getragen eine lächerliche Lüge,
die sie selbst auch wusste in Wahrheit; denn ich erzählte nur,
dass ich gestürzt sei. Ich war ein seltener Narr,
denn es war mir unerträglich zu beichten, dass ich einen Teller zerschlug aus Wut.
Ich haette einfach sagen können, ich habe mich geschnitten?!
Stattdessen war ich zerfressen vor Scham und Verbergerei meines Kummers.
Wir beide begriffen diese Peinlichkeit, und so machte ich mich daran
das Thema zu wechseln, während die Edle beschäftigt war ein Stück Stoff
in einer Flüssigkeit zu tauchen. Sie wendete sich mir zu und bot mir Bisspolster an,
teilte sie mir mit, dass es sehr schmerzen würde.
Opfer meines Stolzes erwiderte ich, dass ich Schmerzen gewöhnt sei und winkte ab.
Die Desinfektion der Wunde mit dem Tuch-
das waren schreckliche Qualen an meiner Hand und ich erstarrte keuchend vor Pein.
Um nicht zurück zu weichen, ergriff ich mit der Linken meinen rechten Unterarm,
so fest- dass ich bis jetzt noch die Abdrücke erkenne!
Meine Helferin wandte sich rasch herum und versah die Wunde mit einem schmerzlindernden Balsam, die mir wahrlich gut tat-
und binnen einiger Lidschläge beruhigte ich mich wieder-
und mein Keuchen entschwand. Als wir dann hinaus gingen,
bedankte ich mich und wollte wieder hinaus in diese Trostlosigkeit,
mit der Hoffnung- wieder etwas verhoffen zu dürfen. Doch die Heilerin rief mich zurück,
befragte mich und durchschaute meine gespielte Ahnungslosigkeit,
auf die Antwort, dass Myra und ich sie schätzen.
Mir war der Verdruss so nahe, umso mehr entsetzte es mich,
dass sie und Myra wohl gesprochen hatten, und nein! Hendrik,
nicht nur gesprochen haben sie, sie selbst und Vivien leben in diesen Heilerhause Adorans!
Nichts anderes hatte ich in Sinn, mein Schädel pochte und arbeitete,
ich wollte Vivien unbedingt sehen! und jene Frau, die mir diese Schmerzlichkeit aufgebürdet hat.
Doch man verwehrte mir zuerst den Wunsch, die Ärztin wollte sie um Erlaubnis fragen und ich stutzte.
O- Hendrik?
Hab ich nicht das Recht, meine Tochter zu sehen wann immer es mich nach ihr sehnt?
Doch ich verharrte, und erklärte! Verbiete sie mir den Anblick meiner Tochter,
wäre sie mir fremder als je zuvor! Und nach einen Moment der Geduldsamkeit,
"gestattete" man mir den Anblick meiner Tochter. Ich ging hinauf,
und sah sie schlafen. Es war ein Anblick, der Himmel und innere Liebe zusammen vereint.
Ein Armutsgefühl? Mir in diesen großartigen Moment völlig fremd, denn!
ich war reich! Ich war mit meiner Tochter in einem Zimmer.
Es gab nichts besseres, wie ein Weinbauer der jeder seiner Tropfen so liebt,
als wäre es sein Blut. Ich zeigte stolz der Ärztin, dass dies mein- unseres Kind ist!
Ist! Ist!

Oh mein bester- Alllieber! Keine heilende Wurzel könnte mir so ein Glück schenken,
als meine Tochter schlummern zu sehen. Ich kniete mich neben ihr Bettchen und zupfte
ihre Decke zurecht, und doch fürchtete ich ihre Berührung- so heilig ist sie mir.
Kein Gedanke- nur Worte- ich liebe sie, ich würde sie niemals verlassen und-

Während ich so vor mir dahin schwärmte, merkte ich nicht, dass die Ärztin mit Myra sprach,
und sie hier war! Die Edle kam zu mir, und richtete mir von meiner Frau aus,
ich dürfte "sie" sehen, wann immer ich will. Wie erstaunlich? Was dachte sie sich,
dass ich sie um Erlaubnis frage, wann ich Vivien sehen darf? Denn ich verband die Frage mit ihr selbst- als die Edle mir erklärte,
sie wolle mich nicht sehen. Und jene Glückseligkeit die sich in mir aufschwang, wurde wieder verdrängt durch diese traurige Wahrheit-
und ich verlangte es von ihr! zu hören! Die Worte der Heilerin waren mir sehr lieb,
beinahe sehr beruhigend, auf dass ich ihre Schulter sanft drückte und ihr wiedergab,
dass ich von dem alles wusste, was sie mir sagte.

Ein Schattetn ihrer selbst? Das kam mir zu bekannt vor und ich lief zur Türe,
hinter die sich meine "Gemahlin" verbarg. Ich erzählte- ich wüsste sie sei dahinter,
und Hendrik? Ihre Antwort schlicht ergreifend war, ich solle fort.
Es wäre so einfacher? Dann wie einfach macht sie es mir?
wenn sie stetig unser Haus aufsucht! Ich konfrontierte sie damit,
mit dem Zettelchen welches sie mir hinterließ und sie verleugnete!
Tränen kämpften sich langsam hoch und ich blieb stark-
erzählte ihr, dass meine Versprechen ihre Gültigkeiten besitzen und unsterblich wären.
Sie sollte mit mir reden, aber sie wollte es nicht- und ich glaube ihr nicht.
Ich glaube ihr einfach- noch- nicht!
Und wie Schmerzen sie mir gab, ließ ich ihre Worte rückwärts verkünden-
mein Engel solle nicht die Hoffnung verlieren- und nun durfte sie denken.
Ich verabschiedete mich; war den Tränen aufgelöst-
und ich werde in 2 Tagen zurückkehren- Hendrik.
Und ich erliege dem Verdruss doch hautnah,
und es beklemmt mich ein Gefühl, welcher mir versichert-
dass es nur auf zwei Wege hinaus laufen wird.
Und der eine, der mir weh tut- scheint sich zu nähern.

Schreib mir bitte mein lieber Freund- denn es ist grausam:
denn sie ahnt nicht, wie sehr sie mir doch fehlt.

Andreas M.

Verfasst: Donnerstag 20. August 2009, 03:57
von Andreas Myrtol
18. Ashatar 252

Es ist eine Verbundenheit!
Eine so unwirkliche Berührung die so zart ist,
in einem so innigen Ton, dass deine Mine den Triumph
nicht zeichnen kann. Kopfschüttelnd stehe ich der Wirklichkeit entgegen,
stelle mich mit zittriger Hand- und zerfalle.
Nein Hendrik, ich zerfalle. Es bergt sich mir auf,
jedes einzelne Haar bei dem bloßen Gedanken!
Gar, so verstehe es doch- ein Tropfen Meeressalz möge sich ergießen
auf deinen Liebesrändern, und du willst es schmecken!
Und es weckt sich dir alles, und es ebnet sich vor dir aus tiefster Dunkelheit ein Tal,
bestehend deiner Erinnerungen, jenen du entlang läufst! Spurtend - immer schneller!
Und du trinkst und trinkst, jeden einzelnen Tropfen um letztendlich-
wie sehr dir deine Lungen ausbrechen!
du sehnst dich mit so einen innbrünstigen Gefühl und, zerfällst-
brennenden Wunsches niemals satt zu werden.
Du gibst dich ihr guten Willens nieder, diesem Gefühl, und verspürst nur noch Wonne.
Du gibst dich ihr guten Willens nieder, diesem Gefühl, und breitest, wie des Vogels Flügel,
deine Arme aus und rufst!

Ich war verloren, so dachte ich. Gedanken die so wirr waren,
die selbst einen Historienschreiber aus seinen Zeiten schlägt.
Meinesgleichen war oft zu sehen mit der ehrenwerten Knappin der Paladina,
die mir sehr ans Herz gewachsen ist. Ihr Brustkorb, ich spüre es hautnah an mir,
würde am liebsten aufhören zu beben und- dieses Leiden in jenem Fass-
dieser Wunsch! nach Erlösung- dass dieses Gefühl doch aufhören soll!
"Nein!" -Wär des am liebsten Ausruf, und danach gleich ein - "JA!
Gehe nicht fort, denn"; Und du streckst hoffnungsvoll deinen Arm aus und sehnst dich.
Schattenhaft ist es, wonach du dich sehnst- und weil dir diese Ungewissheit
so eine Bürde bleibt, quält es dich nur.

So appellierte dennoch meine wärmste Freundin an mich, ich solle stark bleiben.
Mich entziehen diesen Verdruss um meiner Tochter, denn sie riet mir ebenso,
verharren solle ich und der Zeit, jene die blutbefleckte Hände trägt, Willkür erlauben.
Schwächlich bin ich so sehr, dass es mir selbst weh tut; und mein Ohr schenkte ihren Worten
völlige Zuwendung, auf dass sie sie gewähren ließen mein Herz zu erreichen.
Nicken, alles was ich tat war nur zu nicken und sie zu befragen- ob es so der richtige Weg sei?
Aber innerlich, und fühlte es auch- dass ich mir selbst so alles verschlimmere,
wenn ich keine Erkenntnis einhole; denn ich solle sie ziehen lassen?
Ich zwang mich ihre Worte wieder heraus zu reißen, sie sähten Unglück
und so sprach ich mutig! Wenn des Engels Wunsch über das schäumende Meer,
in welches ich mich zu tauchen begebe, in seiner unergründlichen Kraft verschlingen soll-
dann möge dies geschehen. Lebenswonne war keine Begrifflichkeit mehr!
Meine Person wurde zu einem Schauplatz - die meine tätigen und übrig gebliebenen Kräfte
zu einem Strom verzweifelnder Handlung formten- die Wahlen so verengen ließen,
dass ich keine Wahl mehr hatte. Etliche male redete man mir ein,
ich solle erlauben- schreiben! Einfach fort! Und was sie nicht sahen,
dass ich keine Wahl hatte- denn ich habe somit auch nur eine. Diese Barriere:
Sie hinderte mich daran, denn aus mir wurde in diesem Kerker ein trostloser Mann,
der sein Leben oft auf törrichte Weise- die vergangenen Tage- auf's Spiel setzte.
Und doch triumphierte ich über meine Gegner, im blutigen Felde.
Und egal wie sehr sie sich scharten gegen mich allein, ob zu Ein oder zu Zwei,
sie fielen vor mir keuchend auf die Knie. Und diese Hülle, ich,
gewährte anstatt den Gnadenstoß- ihre belanglose Existenz der Gewalt fortzuführen.
Ich habe sie verschmälert, besiegt und- ihnen weiter der Qual überlassen,
der mich noch gedanklich zerstört. Doch ich fühlte keine Freude über diese Siege-
nein! Ich fühlte nichts- nein! Ich fühlte mit meiner Frau. Und als ich zurück kam und berichtete der Stadt, das man den Sieg davon getragen habe- allein-ohne die eurige Hilfe die man erwünschte,
doch nur ein Kopfschütteln empfang? O- ich wund're mich?!
Nicht zu leugnen, dass tapfre Streiter sich sammelten- doch es erforderte Handeln und kein sammeln. Und dann selbst vor Augen anderer eine Lehre erhielt, weil
2 Gesindel lediglich Boden betraten und ich eiligste handelte und sie sanktionierte-
erlaubt ihr es?!
Nein- ich bin zu reichstreu, dass es mir genügt wenn es gar ein halber wär-
den ich bekämpfen würde auf unsren Boden!
Ich erwartete keinen dank und ging fort. Schweigend. Entschuldigend.

Ja wohl wahr, ich habe überstürzt, weil mich meine Gefühle überstürzt handeln lassen.
Und sagt mir ein Mann, er würde jederzeit wissen was er täte- ich glaube ihm nicht.
Kein Mensch kann aufdämmernde Gefühle verbergen- es ist unnatürlich.
Und Zuhause angekommen, nach dieser Stellung, tröstete mich die Knappin sehr.
O-Eluive.

Nach den blutigen Tagen besuchte ich das Heilerhaus-
denn es sehnte mich nach meiner Tochter. Ich wollte sie nehmen, so wie man es mir "erlaubte"!
Und unvorbereitet sah ich sie, diese Einzigartigkeit.
Ein Geschöpf von Zärte, lieblich ringend mit den Tränen und mich nicht sehen konnte.
Qualen- wie ich vermutete und weiß! setzten ihr Lippenpaar blutig.
Sie verleugnete mich, ich sah es ihr an- und dass sie selbst damit nicht leben wollte.
Oft, so erzählte ich ihr, dachte ich an sie; dann: warum sie mir das antäte-
das ihr Selbstmitleid mir keine Schuld bürden dürfte und dass ich sie immer noch liebe.
Sie brach innerlich zusammen, forderte mein gehen, eiligst!
Ihre Augen leuchteten und sie erhob sich um fortzugehen. So erhob ich mich und versperrte ihr den Weg, so wie sie es sich doch gewünscht hatte. Ich kostete ihre Sehnsucht
und erfüllte von diesem lieblichen Wesen die Wünsche.
Sie sei eine Myrtol- dann warum! verleugnest du mich! Mein Herz schlug rasend.

Und ich besänftigte ihr Gemüt mit köstlichen Balsam,
dass mein Glück mein Geschenk an sie wäre,
und ihr Kummer und klaffender Pein ich ihr entwende- doch sie musste mir sagen,
was ihr fehlte- und selbst wusste die Antwort daraufhin, ohne etwas von ihr zu erwarten.
Ich schank ihr keine Umarmung- denn es bedrückte mich so sehr,
dass ich die Zeugen in Erwägung ziehen wollt' für offiziell.
Unnatürlich ruhig war ich, und sagte- sie dürfe unser Haus besuchen,
wann immer sie es beliebt- und mit mir reden. Und so nahm ich meine Tochter in die Arme,
weckte sie von ihren Schlummer, die mich mit einem Kuss und stürmischer Umarmung überfiel.

Mir war zum Weinen zumute. Nach all diesen Tod, der Nachricht, dass mein Freund seine Erinnerung in einem Kampf mit einem Hexer verlor, nach all dieser Zerstörung und Blutvergießen,
wollte ich diesmal vor Freude weinen. Meine Hand fuhr ihr behutsam durch ihr zartes Haar, blond. Meine Augen sahen ihre blauen Sphären an. Meine Lippen lächelten sie an und liebkosten ihre Stirn. Meine Tochter war bei mir, und nichts würde uns von diesen Augenblick an trennen!
O-Eluive! Rief ich schweigend aus. Sieh was du mir bescheret hast!
Wenn so viel eigengewobenes Glück mir so viel Wonne schenkt,
ihr Lächeln mir ein unwiederbringlichen Tag beschert, dann wieso schmerzt es umso sehr,
wenn ich soweit und doch so nah bin?

Ich nahm sie hinaus für ein Spaziergang, schenkte ihr eine Muschel und genoss
eine Stunde mit ihr Adoran. Diese Stadt die ich wertvoll schätze!
Ich gewillt bin dafür zu bluten! So wie ich gewillt bin dutzendfach mehr zu bluten für Tochter und Frau! Und während meine Tochter in ihrer Nachlässigkeit die Erinnerung doch hervorkam,
sehnte sie sich weinend nach Myra und Liliana. Es brach mir das Herz.

Ich presste die Lippen zusammen und legte meinen Frust in die Augen.
Es schimmerte für ein Augenblick, während ich Luftrangend ihr diese Gefälligkeit nachging-
kompromisslos. Und so, nach einem kurzen Besuch im leerstehenden Theater,
brachte ich sie ein wenig früher zurück. Ich übergab Kliara meine Tochter,
während sie sich dagegen wehrte unter den widerwilligsten Tränen mich fortzulassen, ihre Hände nach mir streckten. Wenn man Krankheit so definiert, dass Schmerzen so unvorstellbar
in der Seele pochen- dann war ich dem Tod sicher. Müßig verbarg ich meine Tränen vor ihr
und lächelte: denn es blieb mir nur übrig meiner überalles geliebten Tochter zu sagen,
dass ihr Vater sie nächsten Tages wieder sehen wird.
Jedes ihrer Laute wurden im Aufschrei lauter, umso mehr man sich entfernte.
Und auf dem Ritt nach Haus, brach ich zusammen am Tisch, und versuchte
mich beim Ziehen der Fische zu beruhigen. Als dann die Knappin mich aufsuchte
für eine Ruhephase, ließ ich sie eintreten- meine Freundin.
Und im Plausch über Minztee und Erdbeerquark, da ging die Tür offen. Ich erschrak,
ließ Luft meinen Platz kühlen, und wollte ihr Gesicht sehen!
Und es war sie- sie hat mich aufgesucht und meine Worte vernommen!
Doch sie schien weiter zu leugnen, denn es fehlte unser Ring! Ihren Ring an ihren Finger!
In mir wünschte ich so sehr, dass Leah nun gehen sollte- sie mochte mich, und ich mag sie.
Aber sie musste verstehen, dass ich mit Myra zu dieser Stund allein gehörten.

Und sie tat es nach einiger Zeit. Ich richtete mich meiner Gemahlin zu
und forderte eine Erklärung, dass sie trotz Zugeständnisses zu mir!
dennoch weiterhin leugnet. Sie erklärte mir ein Übel,
welches mich ekeln ließ! Eine elende Hure, die es wagte mein Engel zu entführen
und Pein auszusetzen! Eine elende Hure die es wagte, meine Frau den Ring zu entnehmen
und erst für ihre Hilfe- erlange sie nach getaner wieder zurück.

Ich glaubte ihr, und wir sprachen unsere Zugeständnisse von neut'.
Das Zimmer ähnelte in unsere Vorstellungen den Wasserfall,
an dem wir uns zum Erstenmale verabredet trafen.
Und umso näher wir uns kamen, bettete sie von selbst ihre Hand in die meine,
die schon sachte ausgestreck war. Wir whisperten. Und wir erlebten es neu,
die Begegnung, wie als wären wir dort, am Wasserfall vor 8 Monaten!
Schlucken taten wir beide,
denn als ich ihre Hand zärtlich umschloss und wir uns unserer ewigwährenden Liebe bestätigten,
küsste ich ihren Handrücken. Es war mir, so einfach danach.
Ein langer und tiefspürender Blick; wir durchdrangen uns selbst, wussten voneinander,
trotz der langen Trennung! Wir tasteten uns sachte heran und spürten uns wieder in einer innigen und nie trennendwollender Umarmung- und so es auch geschah- hörte man deutlich das Platschen des Wasserfalls. Sachte bewog ich mich hinab, und sie hinauf-
und wir küssten uns um Mitternacht.

Dieses so zarte Gefühl nun Hendrik, dieses wonach es dich immer dürstet,
wonach du eilst und hoffst, dass du nie satt wirst! Ich bete Eluive an,
dass mich nie der Abneigung mehr überkommt!
Einen so glücklichen Moment der Versöhnung war mir so lang erspart geblieben,
dass ich mich selbst beneide. Ich bin guter Dinge,
denn sie sind wieder bei mir. Innigere Bedürfnisse hege ich nicht mehr,
weil das Liebste bei mir ist.

Die Unvernunft, diese Qual und Benebelung meiner Sinne- sie sind fort.
Wie kann so ein Engel, so etwas reines wie sie- zornig sein? Unmöglich.
Ist es nicht die Liebe?
Und während sich in meinem Tal der Abendwind am Himmel herüberwiegt,
nehmen wir dran Teil- und es überkommt mich große Lebenswonne!
O- Hendrik! Setze der Unnatürlichkeit keinen Maß,
denn ihre Schönheit ist das gebosselte Bild der Menschheit.
Und so jeder Tag verstreicht,...

dann so, und nicht anders.
Ich bin so glücklich Hendrik.
Ich sitze unter unseren Apfelbaume und lächle ehrlich.
Es genügt jetzt aufzustehen und ins Haus mich zu begeben,
und eine Frau in meinen Armen zu begrüßen,
die mich liebt. Ein Knappe wie mich gibt's nirgendswoanders.

Meld dich bei mir mein Freund.
In freundschaftlicher Liebe,

Andreas Myrtol.

Verfasst: Montag 7. September 2009, 00:08
von Andreas Myrtol
07. Searum 252


Ein menschliches Gemüt,
ist an sich ein Gefäß, welcher sich prägenden Ereignisse
verinnerlicht und Gemeinsamkeiten, die er im Laufe seines Lebens mit anderen entdeckt,
beibehält. Er hält sie sich fest, diese Erinnerungen, wie ein Kapitel die Schrift.
Ungemerkt schleichen wir uns aus den Lichtkreis der Sonne,
und beginnen ein Leben unter einer schwarzen Wolke,
jene wiederum unter ihr ruht.
Und was dann geschieht ist bisweilen ein Verdrießen des Menschen,
Erquicklichkeit und Melancholie. Weinen und Lachen in einem gemeinsamen Klang,
wie Leben und Tod. Eine Flucht ist erdenklich für den Tor,
denn Freiheit bleibt gar für die erhabenen Freiherren eine betörende Prostituierte,
die unsere Fesseln lediglich fester zusammen zieht.

Genauso ergriff es mich, bloß dass ich seit längeren
die Einsicht gewann, dass die Wesentlichkeit auf das possierliche schmücken des eigenen Verließes beruht.
Ernüchternd, schämen sollten wir uns.
Dabei spielt es keinerlei große Bedeutung ob man sich dessen Gewahr ist,
oder verdrängt, denn wir verlieren zusätzlich die Kraft,
wenn der Henker uns die Neuigkeiten wie Kerker-Fraß auf den Boden schmeißt.
Und umso schlechter sie ausfällt, verfremdet sich deutlich
unser Geist oder auch Charakter? weil die Vernunft sich in eine Krankheit münzt.
Ein Kind ist gestorben Hendrik, und sie war vergänglicher als du und ich. Eluive.

Und werter Hendrik, ich kann darüber nicht mehr viel erzählen,
sie war aus meinem Bilde. Und nun bleibt der Sarg ihr Lächeln,
und das ich nicht verstehen kann warum es so ist.
And're traf es härter als ich, und and're hingegen blieben stumm.
Zischende Luft und Beklommenheit, denn ich verstehe wie man den Verlust spürt.
Es ist ein quälender Tag, an dem dein weltliches sich aus dem Schlafgemach zerrt,
deine Schritte dir jegliches Vorankommen behindert,
und deine Augenlider sich wie ein Vorhang schließen möchten.
Unbemerktes rufen: "bleib mir fern! Fern von dieser Ungerechtigkeit! Eluive."
Das Gefühl wie des eines schwebenden Tuches- ungewollt.
Und dann in einem Moment in den nächsten, zaubert sich dir ein kleines Lächeln,
weil die Gewohnheit dich in ein Zimmer treibe, und du das bekannte Gesicht
durch die Gängigkeit zu entdecken rechnest. Doch was in Wahrheit geschieht,
weißt du genauso gut wie ich. Ich verlor dieses Gesicht lange, and're nicht. Eluive.

Ich sehe mich außer Stande in Traurigkeit zu verfallen,
und doch dieses Schade und Warum. Ich war einer von denen,
die ihren Sarg in die Grube führten; mit jenen Manne,
der mir fremd und bekannt zugleich war, und an ihr mehr liebte,
als ich es je lieben konnte. Eluive. Und mit ihr begraben,
auch alle Versprechen. Eluive.

Was kann ich dir noch erzählen?
Ich bin fort von zuhaus'. O Hendrik,
ich vermiss' sie jetzt schon. Ich packte meine Wehr zusammen,
Waffenscheiden und ein kleinen Koffer mit wenigen Habseligkeiten.
Dieses kleine liebliche Geschöpf, meine Vivien,
mein Engelchen. Sie ist mir noch bedeutsamer geworden.
Ich streichelte behutsam ihre Wange und küsste ihre Stirn.
Ich mahnte sie liebevoll; sie sollte auf Mutter hören,
und brav bleiben. Für eine längere Zeit, spürte ich ihre
zierlichen Arme um meinen Hals. Eluive.
Ein letzter Kuss voller Wonne auf ihre Wange,
ehe ich mich zu meiner Holde wandte. Auch sie sollte brav sein, sagte ich.
Für eine längere Zeit, spürte ich ihre samtene Haut, ihre warmen Lippen
und eine liebevolle Umarmung. Und jene Umarmung unterbrochen wurde von die für mich
zu früh erscheinende Kutsche. Jene stand bereits vor meinem Hause,
die von mir bestellt wurde. Ja, es ging auf die Reise- Hendrik-
zu den Eltern meines Ritters. Dort soll' ich lernen für die Knapp'schaft
und wie das Sein eines Ritters zu pflegen gehört.
Ich schritt zur Haustür', drückte die Türe auf- ging zum Zauntor
und warf ein Blick zurück zu meinen Liebsten. Ich schenkte ihnen ein Lächeln,
aus der sie Hoffnung schöpfen sollten- und jene ihnen verriet:
dass ich ihnen vertraue. Wie ich sie liebe. Eluive. Mein Engelchen winkte mir zu.
Und ich musste geschlafen haben, denn freiwillig in die Kutsche zu steigen um meine Familie zu entfliehen wäre niemals mein begehren.
Und kurz bevor ich in die Kutsche einstieg,
zählte ich schon die verstrichene Zeit ohne sie.
Und ich bin nach Berchgard gefahren,
dort wo das Schiff auf mich wartete.
Mein Bester, ich werde dir schreiben,
doch nun ist's schwer wegen meiner ständigen Bewegung.
Und mein Trost: die Müdigkeit der Wolke würde irgendwann sie zu Bett führen, auf dass
das Licht der Sonne ihren Kreis auf meine Familie wirft. Eluive-
ich sehne mich schon nach dem Bild der Gemeinsamkeit.

Gehab dich wohl mein lieber Freund.

Andreas Myrtol

Verfasst: Montag 14. September 2009, 14:09
von Andreas Myrtol
Ein Bote erreicht spät das Hause Myrtol auf und wird 2 Briefe in den Postkasten werfen.

8. Searum 252

Mein liebster Engel,
ein leidiges Lächeln der and'ren verspricht mir wenigstens den herbeigesehnten Tag
den Anblick eurer: mein zweites Herz- welch' himmlische Anschaulichkeit mir nie verwehrt sein soll, und meinen Tag verschönert. So hoff' ich es geht euch gut?

Ich bin nach einer kraftraubenden Reise endlich angekommen.
Es verstrich ein ganzer Tag, so wurd' mir gesagt vom Schiffsmann,
nach unserer Reise übers Meer. Geduldig musste ich bleiben,
und als es soweit war und wir am Hafen angelangten,
wurde ich empfangen von einer adretten Kutsche.
O- mein Engel, gesehen haben musstest du! diese prächtigen Tiere.
Es waren Pferde, stolz und elegant. Gut gepflegt.
Zu viert waren sie, 2 Brauner und 2 Schimmel.
Und wenn du dein Blick auf die vorderen Braunen hattest,
glänzte ihr Fell beachtlich, als wär' jedes einzelne Haar aus Seide.
Von einem Diener der Arganta wurde ich in die Kutsche geladen,
und nach dem Eintritt haben wir auch keine weitere Zeit mehr verloren.
Die Zeit hat wohl hier ihre Bedeutsamkeit, sodass ich auch davon lerne.
Nachdem der ebenso gut gekleidete Diener das Zeichen gab,
fuhren wir bereits auch los. Er erzählte mir von dem beachtlichen Stück Land,
die edle Pferdezucht, gar Gestuet- daher die wunderprächtigen Tiere- von der Grafschaft derer von Arganta. Würde ich versuchen seine Worte als Aufdruck
zu verstehen, versuchte er mich die Fahrt über mit dem Besitz der Adeligen
zu imponieren; über die prachtvolle Burg und nicht ferner ihr beneidenswertes Anwesen.
Und seine Worte zeugten die des Kindes' Gier nach leckeren Hönig.
Seine höfliche Aufdringlichkeit nahm ich mit sanftem Lächeln in Begrüßung,
doch auch er lernte Schweigen als wir die Vorstadt erreichten.
Meine Sphären schauten vom Fenster die gemütlichen Fachwerkhäuser,
Karren, Handelsleute und Bürger. Es war ein Anblick als wäre
es Varuna's Sohn. Vor allem lebendig. Nachdem wir diesen Vorort verlassen hatten,
dauerte es eine Kleinigkeit und musste feststellen,
dass mein Begleiter der Diener, nicht gelogen hatte.
Die Burg war wundervoll, und will man meinen, wäre jeder Naturliebkosender
hier, würde er ausrufen es wär sein neues Heim.
Tatsächlich versuchte man dieser Burg ihre Massivität vom Schein zu nehmen,
dessen Beachtlichkeit nicht zu verschweigen ist! jedoch zu schmücken
mit wunderbaren Blattwerk. Meine Augen genossen diesen wohltuenden Balsam,
es war mir so friedlich hier- oder habe ich mich ganz an das Burgleben gewöhnt?
Mit einem Wink vom Diener zu den Wachen hoch, mit dem Ruf, dass ich hier wäre, ließen sie die Zugbrücke runter. Ich stieg rasch von der Kutsche und nahm meinen Koffer an mich,
obwohl weitere Angestellte mir entgegen eilten, beides junge Mädel.
Und wie sie mich begrüßten, mit edler Knappe und knicksten! hat mich ein wenig entzückt.
Sie waren töricht, waren verlegen- O- weh, Hals über Kopf sogar,
und ich ließ sie gewähren. Man führte mich in die Burg, und ließ meine Schritte lenken
zu Sir Michael und die Baronin Tiara von Arganta. Doch bevor ich sie erreichte,
ging es durch einen breiten und langen Flur, roter Teppich und beeindruckender
Dekoration- es lebten wahrlich hier die Adeligen- so prunkvoll,
und Bilder von dutzenden gezeichneten Pferden.
Eine breite und hohe Tür wurde für mich geöffnet, und zum Vorschein kamen sie.
Gebührend verbeugte ich mich, habe von dem Bruder meines Ritter gehört,
und er wäre krank. Ihre Baronin hatte, so glaube ich, einen guten Eindruck von mir gewonnen.
Ich könnte ellenlang so weiter schreiben, doch nach meiner Begrüßung,
zeigte mir eine Dienstangestellte, Magarete ihr Name, den Weg zu meinem Gemach,
danach dürfte ich anschließend- nach einer Erfrischung, für den ersten Abend mit den Adeligen speisen.
--
Ich komme gerade von dem Mahl und es scheint so, als wäre des Vaters Anwesenheit hier sehr rar. Ich schlafe im Gesindelhaus mit den anderen Angestellten und man werde sehen was ich zu tun habe. Es gibt wohl genügend für mich zu tun.

Ich hoffe es erreicht dich, dieser Brief, mein Engel;
denn so lieblich du mir bist, solch Gefühl nur mir Trost schenkt meines eigenen Herzschlages,
ich gewiss bin, der deiner gleicht.

Ich liebe dich.

Dein Andreas

____________

10. Searum 252

Mein liebster Engel,

ich vermisse euch. Es vermag keine Schnörkelei meinen Worten mehr Bedeutung geben,
denn ich vermiss deine zarten Lippen an den meinen,
deine Finger zwischen den meinen, und wenn ich sage- deine gänzliche Nähe.
Ich vermiss mein Engelchen, ihre blauen Augen und ihr erfreulichen quiken,
ihr Zauber, der mich wissen lässt- ich bin ihr Vater.

Es war heut' kein einfacher Tag.
Die Dienstfrau Magarete führte mich nur kurz in die Küche des Gesindelhauses,
ehe man nach einen kurzen Frühstück gedünkte,
mich den Mist der Pferde aufballen zu lassen. Keine Vorstellung der Tiere,
denn die machte ich persönlich während meiner Plackerei.
Die Mistgabel war heut' doch mein einziger Gesprächspartner,
von der früh bis beginnenden Mittag. Ab und zu schaute doch die Dienstfrau
vorbei, mahnte mich wegen dem Sir, er schaue ab und zu bei den Tieren vorbei.
Sie hatte auch recht, der Sir kam auch vorbei; ich grüßte ihn.
Er schwieg und wies mich auf die Heuballen, ich sollte sie stapeln
und anschließend die frischen Äpfel und andere Früchte in den Körben sortieren.
Und wäre dies getan, sollte ich ihn in seinem Arbeitsplatz aufsuchen.

Und ich tat es, und er fragte mich vorsichtig, warum ich Knappe wär?
Was mich dazu antreibe ein Ritter werden zu wollen?
Ich stutzte kurz ob seiner Frage, beließ es aber bei vollem Verständnis,
die Frage war auch berechtigt. Ich erzählte ihm offen,
meine Absicht- die Ordnung und den Frieden den Reiches zu ermöglichen.
Den Bürgern und gar das Menschenleben über den Linien hinaus
die Hilfe zu ermöglichen die ich geben kann. Das Reich spiele insofern
eine Bedeutsamkeit, dass jene Städte, die Temora's Lichtes Segen empfangen,
das göttliche Pantheon gar befürworten, ihre Säulen gestützt gehören.
Tatenlos? Mein liebster Engel, wie du den Menschen dein Wohlwonnen zeigst,
zeige ich meinen mit dem Schutz- und wie gewiss, ist es mir dutzendfach lieblicher
euch wohlbehalten zu sehen und zu wissen, dass ich mich darum sorge.
Auf meine Frage hin, antwortete er-
dafür müsste ich kein Knappe sein. Und ich kehrte in mich.

Es dauerte bis ich Worte fand, die lauteten-
er habe recht. Selbst wenn mein Knappenweg enden sollte,
ist diese Selbstverständlichkeit den Menschen den Schutz zu gewähren
auch eine ritterliche Tugend, aber kein Grund den Weg eines Ritters zu beschreiten.
Letztenendes, erzählte ich ihm, dass ein Ritter Vorbild ist.
Er genießt ein Ansehen, in der jeder Mensch behaupten darf,
sein Charakter entspreche den Tugenden, er beschütze den Manne, Kind und Frau,
und hat vor allem seinen Schwur für das Reich.
Und so gesehen wäre jeder einer, jeder von uns- sein eigener Ritter.
Und nur die, die das Privileg genießen Sir zu heißen-
versuchen das Beste zu ermöglichen, ehrenvoll und weise.
Aufopfernd und mit Mitgefühl, so sollte er sein.
Nein! Auch gerecht! Und als Vorbild schaffe man die Linie
für die anderen zu erhalten, auf dass das Reich und die Menschen
auf der wohlgewonnen Seite aufblühe. Und alles in einem,
ist es die Erfahrung die den Ritter ausmache.
Er blieb erstmal ruhig, ich schaute ihn schweigend an.
Er fragte mich woran ich glaube, und ich sagte an Träume.
Träume wofür? Träume um das zu erreichen, was ich liebe
und wofür ich kämpfe.

Er entließ mich, sagte mir, er würde mir in 2 Tagen das Tjosten zeigen.
Und ehe ich die Türe erreichte, wollte er mir auf den Weg mitgeben,
dass ich wie Sir Rafael wäre. Meine Naivität wäre etwas, woran ich festhalten solle.
Ich war skeptisch und bedankte mich.

Ich liege nun hier in meinem schlichten Bett,
und verliere den Gedanken nur an Euch, jeden Tag den ich hier verbringe.
Sei gewiss, von der Ferne nah, die nächtliche Stille und der Wind dich erreicht;
sagt ich's ihnen, lasset mein Engel wissen, meine Liebe zu ihr gedeihe selbst
in der stillsten Nacht, und finde mitnichten ihre Stillung.
Der Wind solle dich streicheln während dein Blick aus dem Balkon geht,
denn so oft du ihn spürst, ich dich in meinen Gedanken in den Armen halt'.

Ich liebe dich.

Dein Andreas.

Verfasst: Montag 14. September 2009, 21:59
von Myra Myrtol
Ein Brief wird einem Boten nach Arganta mitgegeben, die Schrift zierlich und filigran und dem papier entweicht ein bekannter Geruch

Mein Liebster Ehemann,

schon eine Weile bist du fort und es scheint als wäre die Zeit stehen geblieben und sie wartet nur bis du wieder da bist, damit sie weiterlaufen kann.
Wir vermissen dich sehr und hoffen das es dir dort gefällt, du aber trotzdem rasch nach Hause kommst, wenn deine Aufgaben da erfüllt sind.

So langsam schleicht sich der Herbst in die Lande und der Wind wird kühler, umso schöner wenn du bald wieder da bist um mit uns gemeinsam den Kamin zu entzünden und den herbst zu begrüßen.

Ein Erntedankfest ist auch am Ende des Monds und vielleicht werde ich Vivien dorthin entführen.
Derweil geht es uns beiden nicht so gut, ein bisschen erkältung und etwas Übelkeit plagen sie und mich.

Meine ganze Liebe entsende ich dir über das Meer hinweg. Auf dass unsere Begegnungen in den Träumen kein Ende finden und wir bald wieder vereint sind.

Deine Myra und Vivien.

Verfasst: Montag 21. September 2009, 10:33
von Andreas Myrtol
15. Saerum

Mein liebster Engel,

Die Zeit hier wird stetig aufwendiger, besonders das Tjosten ist mühsam;
wär es mir des innigsten Gefühls, ich würd euch begleiten zu diesen Fest.
So sehr die Erkältung euch plagt, ich sicher bin,
es wird euch baldigst wieder heil. Solang versprich mir,
dass du auf dich und Vivien achtest- wie sonst immer.
Ich lächle, auch wenn der Inhalt deines Briefes so bedrückend,
mich doch auch erfreuen lässt, mit dem Wissen, dass ich euch habe.

Wir sehr mir deine Liebe wichtig ist,
ich friedvoll und ungeduldig auf die Erlösung warte von hier fort zu kommen,
und euch in den Armen zu halten.

Ich liebe euch.

Euer Andreas.


---

17. Saerum

Mein lieber Hendrik,
guter Freund.

Ich bin endlich und vorallem gut angekommen und finde Zeit dir zu schreiben.
Lasse dir sagen, ich habe es nicht leicht hier.
Die Dienste die ich zu vollbringen habe, neben dem servieren des Mahls,
das Ausmisten des Stalles, wird mir zusätzlich von einem
edlen - gar hochadligen Sir, Bruder meines Mentors,
die körperliche Ertüchtung und besonders das Tjosten eingedrungen.

Schwer, schwer! Ich keuche selbst bei den Worten.
Besonders mein Sturz war unerträglich, bei den Übungen zu Pferd,
dass meine Arme kaum zu heben sind und mein linkes Knie doch
geschwollen ist. Der Sir mag diese Unanehmlichkeiten nicht spüren,
und ihm ist es egal, ob ich sie spüre. Wer sein Wort nicht befolgt,
verdient seine Befehle erst nicht. Und ich habe keine andere Wahl.

Im Gesindelhaus pflegte mich die Dienstfrau Magarete,
die ich eigentlich doch schon ins Herz geschlossen hab.
Eine liebe und nette ältere Dame. Sie machte es,
dass mein Knie weniger schmerzte und die Prellungen an meinem Leib
minder wurden. Die ehrenwerte Baronin vergnüge sich meist gegen Abend
am warmen Kamin, und einer von ihr bekannten Adeligen.
Sie lassen gemeinsam die Sonne mit einem Tee treiben,
jenen ich und die jungen Dienstangestellten zu zubereiten haben.
Die jungen Mädel zeigten mir doch wie zu servieren sei.
Auch wenn mir beigebracht wurde,
von links sei der Trunk abzustellen und rechts das Mahl,
gebe es hin und wieder mal andere höfische Formen.
Ich habe mein Wissen zu pflegen, und werde ihn versuchen zu erfrischen.
Nachdem ich ihren Rat dennoch verinnerlicht hatte für den Abend- gingen wir hinaus und servierten Tee an die Baronin und der Adelsdame,
deren Name ich nicht hinterfragt hatte.

Ich sollte kurz verharren, ich wär ja schließlich des Sohnes Knappen.
Eine Verbeugung vollführte ich, und begrüßte ihre Hochgeboren im Segen der Temora.
Die Baronin ist eine herzensgute Frau, wahrlich mütterlich.
Eigentlich sollt' ich bis Ende dieses Treffens servieren,
doch die edle Baronin wollte dass ich mich zu ihnen geselle,
auch wenn es nur kurz war. Wie es doch Gang und Gebe ist mein bester,
beantwortete ich schlicht und höflich ihre Fragen, ohne mehr einzuwerfen.
Die beiden Damen schauten mich intensiv an und erkannten meine feine Narben,
für die ich mich, du weißt es auch, gräme. Zu Anfangszeit meinen Übungen,
weiter in der Akademie, wurden durch häufige Stöße und Härte
meine Haut geschindet- ich ihnen so auch erklärte und lächelte. Die Adelsdamen wirkten
kurz schweigsam, ehe sie, miteinander, über ihre Gatten zu sprechen kamen,
an mein Thema anknüpfend. Man entließ mich; ich verbeugte.

Wahrlich mein Freund,
morgen früh will der Sir mich, nach der Pflege der Tiere, zu Schwertübungen verleiten.
Ich habe nicht nein zu sagen.

So gehab dich wohl mein Bester.

Andreas Myrtol

Verfasst: Montag 28. September 2009, 11:12
von Andreas Myrtol
22. Saerum


Lieber Hendrik,
Vergangenheit, ein letztes Bild mir wahre und hoffe
dass dieser sich nicht geändert hat.

Die Krankheit des Sir's schwankt
oft zu Unkummer und heftiger Schmerz. Solch ein Krankheitsbild ist mir völlig
unbekannt und ich fühle Mitleid. Wär' ein Mannes Herz weitere 100 Mannen gleich,
doch nicht genug um dessen Leib mit großen Inhalt zu führen.

Sir Michael ist mir ein lieber. Nicht oft, aber dann schickt er seine Dienstmädel hinaus
um mich hinein zu rufen. Während ich ihm Speis und Trunk ans Bett brachte,
forderte er mich auf in seinem Gemach zu bleiben. Wir unterhielten uns beide
über die Muse die er besaß, sie ihn dazu bestimmte Ritter zu werden und
sein Schwert sein dritter wurd'. Mit einem verzückten Lächeln horchte ich;
sprach er mit einer intensiven und zugleich ergreifenden Sprache über die Geschichte seines Vaters, seiner Familie, seinen Bruder.
Und mich ließ es begreifen, dass solch ein Inhalt wie er sie besaß, niemals zu tragen wäre-
ein guter Mann!

Er kenne sich gut mit seinen Körper aus, erzählte er mir,
und versicherte mir zugleich, übermorgen wäre ein weiterer Übungstag für mich angedacht-
Ausdauer und Kraft. Schwert- und Schild. Ausdauer und Kraft.

Wie in einem springenden Augenblick, seine Ruhe gewandelt wieder in die Strenge.
Ich sollte heute noch die 10 Pferde verpflegen und ihr Fell kämmen. Anschließend noch
Magerete zur Hand gehen bei der Küche und im Anschluss zu Herr Feuerlohn.
Ein Dienstältester der Burg, und ein wahrlich starker und Schwertschwingender Kämpfer-
und Ausbilder der Schwerter hier.

Verdutzt über diese Vorstellung, alles in einem Tag unterzubringen, entließ er mich kälter
als seine Begrüßung war. Als ich im Stall war und anfing die Körbe zu füllen,
erschien eine der jüngeren Dienstmädchen und ging mir zur Hand.
Anerkennend nahm ich ihre Hilfe in Anspruch, wobei sie mir erzählte
wie sie es schaffte in der Burg zu dienen. Ich horchte. Als junge Knechtin,
vom irgendeinen Hof, hat sie von jungen 9 Jahren gearbeitet. Ihre Eltern schickten sie fort
zu einem anderen Hof um dort ihre Arbeit fortzusetzen, worauf sie ungewillt einwilligte.
Nach dieser Widersprüchlichkeit wurde ein Aushang angebracht, die junge Dienst-Mädel
suche für die Burg. Und anschließend wäre sie hier. Neugierig beugte sie sich vor
und betrachtete meinen Ring. Ich lächelte - und bekam ihres zugesegnet.
Ihre Neugierigkeit stillte ich mit Fragen über mein Leben in Gerimor,
ehe es uns höflich auseinanderbrachte und ich zu Magerete musste.
Und in der Küche der Burg musste ich Kartoffeln schälen und anschließend
zu einem dicklichen Koch mit dünnen Schnurbart und stets verschwitzter Stirn.
Sein Name ist Hubert, der mich begrüßte mit seiner bärigen Stimme
und mit seiner Hand einlud ihn sogleich zu folgen. Er bat mich eines der Hühner im Gehege
zu fangen, jenes anschließend geschlachtet werden sollte.

Er verschränkte die Arme, als hätte er damit gerechnet das ich Zeit dafür benötigte.
Ich beschreibe hier nicht die Peinlichkeiten die meine Misserfolge zu tragen hatten,
denn nach meinen erfolgreichen Fang, war später eine Waschung von äußerster Dringlichkeit.
Und in der Küche angekommen, streckte Hubert den Hals des Huhns aus, jenes ich festzuhalten hatte. Das Tier ward rasch getötet, heiß abgeduscht, ausgerupft und geweidet, ehe man mich entließ. Nach einer kurzen Erfrischung suchte ich Herr Feuerlohn auf, wie auch
versprochen. Er stand abwartend vor mir; grüßten uns. Ich brachte den Wunsch des Sir's nahe,
und er verdonnerte mich tatsächlich, mit ihm Schwertübungen zu beginnen.
Grundbasis: linker Fuß vorbringen, prallalel der Schwertstreich- Schulter voran bringend- Hüfte kehrend; Einheitlicher Rückzug der Positionen, Schild voran bringen. Stand beachtend.
Aberwehr: Schild handflächebreit gespreizt vom Körper, Schwerthieb parrieren,
Schildstoß und Angriff mit überhand ausschwingenden Schwertstreich zum Nacken des Gegners.
Folglich letzter Schildstoß, anschließend Schwertstoß.

Zukommender schlag parrieren, zur seite fegend, klinge rückwärts-aufwärts führend zur Kehle.
Schildstoß und anschließender Schwertstoß zur Brust.

Am Ende war es doch 17 Uhr geworden und ich wollte zurück ins Bett, aus dem ich erwachte.
Doch ehe man gedenkte der Knappen in Ruhe zu lassen, musste ich noch den Tee an die Baronin servieren und ihrer Freundin. Nach kurzer Waschung und Müdigkeit verbergend,
entließ mich die Barnonin erneut früher- sie verlangte jedoch sie morgen gegen Vormittag zu begleiten. Ich gab mein Wort und verbaschiedete mich konform.

Nun ist das hier geschrieben mein Bester.
Der Tag verliert sich in der Nacht.

Andreas Myrtol

Verfasst: Montag 5. Oktober 2009, 10:09
von Andreas Myrtol
26. Searum

Ich geleitete ihre Erlaucht 1 Tag später als versprochen zur Stadt,
weil, wie ich vernahm sollte es ein Stadtfest geben und einen prächtigen Markt,
die Vorbereitungen dazu sich um diesen einzigen Tag verzogen hatte (ungewiss warum!). Dabei sei gewählt eine adrette Kutsche und dem Banner der Arganta würdigend, prachtvolle Edelpferde. Auch ihre Baronin war feinst gekleidet, in einem dunkelblauen Kleid, ihr Saum fein bestickt; mit sich führend ein Fächer. Sie erzählte mir,
wir wären auf direkten Wege zu den Märkten, die an diesem Tage rege seien.

Ich neigte mein Haupt und lächelte schlicht. Es war mir eine Ehre sogar
ihre Fragen, während der Fahrt, bezüglich ihres Sohnes Sir Rafael, in Ausführlichkeit zu beantworten. Doch ab der Frage,
ob ihr Sohn gedenke wieder die Grafschaft zu besuchen,
erkannte sie meine Ratlosigkeit zu dem Zeitpunkt. Sie streckte ein deut' ihren Kinn hoch,
schaute aus dem Fenster der Kutsche und fing von den Wolken das einbrechende Licht auf ihre zeitlichen Züge ein.
Man erkannte mehr in ihr die Mutter als die hochwürdige Gräfin, welches aber nicht zu verleugnen war.
Ich lehnte mich zurück in meinem Platz,
ließ sanfte Mine walten und lobte ihre Ansehnlichkeit.

Kein Schmunzeln, nur ihr Blick schweifte langsam von außen nach innen;
sie nickte und sagte wie wären nun bald da. Sofern die Kutsche anhielte
sollte ich den Korb von hinten an mich nehmen und ihr folgen. Wir hielten,
der Korb war an mir und wir mischten uns unter das Allgemeinvolk.
Vor uns erstreckte sich ein langer Pflasterweg, ein Zusammenlauf aller verschiedener
Menschen, die herbeigeströmt von verzweigten Wegen zu den Ständen flossen.

Die Händler und alle die ihre Erlaucht begegneten verneigten sich tief,
und machten uns frei. Und sie selbst antwortete mit einem sanften und erhabenen Lächeln.
Ich hingegen geleitete sie, erntete manch Blick, wobei mir alles in einem zu fraglich vorkam.
Sie schwank über nach links, ich mit ihr, zu den Stand eines Feinwerkers und betrachtete
sein Gut. Ein Kamm und eine Schere. Das war auch alles was wir einkauften.
Und so kurz wie wir auch da waren, so baldigst verließen wir wieder den Markt.
Nur unbescholtene drei kleine Mädchen versuchten uns'ren Weg ungemerkt mitzuschlagen.
Ihre Erlaucht reichte mir ihr Fächer über, jenen an mich nahm und mochte mir sagen,
dass sie diese Kinder gern' habe. Die Kutsche würde auf mich warten, ich sollt' den Kindern
süßen Honig kaufen und dann einsteigen. Wie sie wünschte wendete ich mich herum,
wobei die drei Mädel sich zu einem umarmenden Haufen vor Schüchternheit zusammenrückten,
ihre Händchen zu ihren Kinnen ballten und mich unschuldig zwischen ihren Wimpern fixten.
Ich stellte mich ihnen behutsam vor, lächelte- und versprach ihnen Honig.
Und eine nach der anderen gab mir ihren Namen preis, war mir bei der letzten der Name Alea gleich.
Bis sie dann bei Nachfrage wiederholte und Asamea hieß. Ich schluckte, und winkte den dreien zum Stand eines Bauern- mit einem kurzen Blick zur Kutsche, in jene die Baronin verharrte und mich beobachtete.

Mit einem niedlichen Knicks bedankten sich die jungen Mädel und entschuldigten zugleich, als sie den Honig annahmen.
Sie wendeten sich herum, liefen los, wobei das eine Mädchen doch inne hielt und zu mir schritt.
Ihren Namen habe ich vergessen- jedoch ergriff sie meine Hand.
Mir war bedrückt zumute, und stellte fest, wie sehr mir meine Tochter fehlte.
Ich lächelte, beugte mich zu ihr hinab und sah was sie in ihrer rechten festhielt.
Als haette ich dir niemals über meine Empfindungen zu Kindern auserwählt,
war ich über ihre Lumperei so entzückt, wie sie eine Münze mir in die Hand drücken wollt'.
Als haett' sie so was noch nie getan und wollte es an mir unbedingt ausprobieren.
Wir beließen es jedoch dabei, die Münze gehörte ihr, und Geschenke sind nicht zu kaufen.
Als dann ihre Mutter durch die Menge sich drängelte und ihre Tochter vorsichtig mir nahm,
entschuldigte sie sich mit hohen Herr und für die Unannehmlichkeit, die sie ihre Baronin verursachte.
Mir schien so, als wären wir die ganze Zeit beobachtet gewesen. Ich richtete mich auf, neigte mein Haupt und machte belanglos diese Belanglosigkeit. Beide wendeten sich ab,
die Kleine zuwinkend, ich zurück- und machte mich auf zur Kutsche. Eingestiegen nickte ihre
Erlaucht zufrieden, und fragte mich ob ich ein Kind hätt'. Ich bestätigte, und
erzählte ihr das Liebste, was ich liebe zu verkünden. Milde betrachtete sie mich.

Die Rückfahrt über war ich vernebelt, schaute mit ihr hinaus in den sonnigen Tag;
wohl an- waren die Wolken heute zu feige sich vor der Sonne zu wagen.
Ich schwieg, wie ich es meist tat vor ihrer Erlaucht- und sprach nur dann,
wenn ich gefragt wurde. Und ehe wir die Burg wieder erreichten,
bat sie mich das Eingekaufte Magarete zu überreichen,
und anschließend - ja anschließend; erwiderte ich- ich serviere ihr gern' den Tee zur späteren Stund'.
Ein sachtes Lächeln zierte ihre Züge.

Angekommen. Wir stiegen aus, und Herr Feuerlohn trat uns, für mich überraschend, entgegen.
Er berichtete, der Heiler sei nun angekommen und habe sich um ihren Sohn gekümmert.
Es sei ihm nun besser. Zufrieden schien Gräfin Tiara von Arganta, ehe man fortführte,
ihr Gatte würde wohl in 2 Wochenläufen eintreffen;
was wohl bedeutete, die Schwierigkeit würde soweit eingedämmt worden sein.
Fragend schaute ich, und ihre Erlaucht zog sich schlicht zurück,
worauf ich die Aufmerksamkeit des Hoftreuen Feuerlohns erntete.
Er erzählt' mir, die Aufgaben die ich sonst zu bewältigen hätt'
wären nicht mehr angedacht. Man wolle nun häufigst mit mir
das Kämpfen zu Ross und zu Fuß üben. Der Tjost selbst muss nun etwas zurückgestellt werden.
Ich stutzte ein wenig, und fragte was diese Änderungen nun hervorgerufen haben könnte; sodass er mir bekannt gab-
es seien am Ende des Landstrichs zu häuft Händler
getötet worden von handvoll Banditen und Räuber. Späher haben verkündet,
sie seien nicht gerade spärlich gerüstet und die Frage woher sie sich solch
Wehr bezogen hatten, ließ Sorge hier in der Burg und den hohen Ritter aufkeimen.
Jedenfalls, die Schubkarren der Händler wurden regelmäßig geplündert, sodass
sich kaum einer mehr traute, dass Land von Südwest zu betreten.
Man erachte nun deswegen das Eingreifen "unserer" Truppen, zu jenen ich gezählt werden sollte.
Auch nur eine handvoll. So man entscheide dass ich mitkomme,
wäre Vorbereitung nicht verkehrt. Ich nickte schlicht,
was nun hieße, die Übungseinheiten mit der schweren Kette einzuleiten.
Soweit geplant ist der Zug am 7. Goldblatt,
wenn auch der Sire zustimme und vermutlich auch mein Sir (der wohl bald darüber in Kenntnis gesetzt wird).

Herr Feuerlohn möchte sich persönlich meiner annehmen;
er habe die Soldaten genug beschäftig, meinte er. Ab morgen bliebe mir nicht mehr viel Zeit;
so habe ich zu üben- und ich hoffe, man erkennt meine Fortschritte.

Ich drücke meine Sorgen tot, aber sie erwachen immer wieder auf's neue, mein Lieber.
Am Liebsten wär’ mir schweigen. Wie ich sie vermisse.

Andreas Myrtol

Verfasst: Mittwoch 7. Oktober 2009, 09:57
von Andreas Myrtol
6. Goldblatt

Mein liebster Engel,

Sei die Gnade Eluive's meinen Wünschen treu, ich eure Unversehrtheit mir innigst verspür, und die Liebe, die ich unbeschreibbar in Wort' versuch zu fassen, für euch empfind'.

Wir stießen in der Grafschaft auf unerwartete Schwierigkeiten,
um jene wir uns zu kümmern haben.
Der Sire und mein Sir stimmten zu, und so werde ich morgen mit in einem Trupp ziehen gegen bescholtenes Gesindel, die manch Leben hier erschwerten und raubten.

O- wie sehr es einfach wäre zu sagen; mein Liebes, mach dir um mich keine Sorgen, ich versprech dir mein Heil. Ich lächelnd nur sage, mach dir Sorgen, so du bangen magst: ich bade mich in Wonne, sei mir Temora hold, wenn ich dann vor dir stehen werd' und umschließe. Entscheidungswille und Können sei ab Morgen gefragt, so sagt' unser Ausbilder.

Richt uns'rer liebsten Tochter aus, ihr Vater- oder wie lumpig und allerliebst Dada, sie misse. Und sei dies hier auch alles überstanden, auf meine Rückreise sei nicht mehr länger zu warten.

Ich liebe dich mein Engel.

Euer Andreas.

Verfasst: Freitag 9. Oktober 2009, 10:14
von Sarya Lenia Vhelvet
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