Am Ende des Weges wartet der Tod
Verfasst: Sonntag 12. Juli 2009, 22:33
Die Nacht hüllte das Land langsam in Dunkelheit. Nebelschwaden lagen wie ein Leichentuch darüber. Kein Wind, nicht einmal ein kleiner Windhauch war zu spüren. Die grauen Umrisse der Bäume und Büsche waren nur schemenhaft zu erkennen. Nicht ein Laut war zu hören, selbst die Vögel saßen regungslos im Dickicht. Es war so still, dass man sogar das leise murmeln des weit entfernten Baches vernehmen konnte. Langsam schritt Jana durch den gewaltigen Eingang der Burg, den Weg zur Bibliothek eingeschlagen.
Ein eigenartiges Gefühl überkam sie, als sie sich der Bücherwand zuwandte. Die hohen Regale standen an einer Innenwand, und sie wusste, dass dahinter noch ein weiteres Zimmer lag. Es erschien unmöglich, dass der Luftzug durch die Regale wehte, doch hatte die Flamme vor den Büchern am stärksten geflackert.
Aufmerksam beobachtete sie das schwache Licht und bewegte sich langsam vorwärts. Ihre grauen Augen verengten sich und die Kälte in ihrem wachen Blick war unergründlich.
Als sie näher an die Bücherregale trat, begann die kleine Flamme am Docht auf und nieder zu tanzen und wollte fast verlöschen.
Man muss wissen, wie man mit ihr umgeht.
ertönte eine raue von Sarkasmus geprägte Stimme. Seine Augen musterten sie, als sie in voller Größe ins Licht trat. Als er die Augen hob, lag ein Lächeln auf seinem Gesicht. Eine große, schwarz gekleidete Gestalt eines Mannes saß am Schreibtisch der Bibliothek, lässig zurückgelehnt. Akkurat in Ordenstracht gekleidet. Acasas. Jana fixierte ihn mit ihren Augen, die Augenbrauen hoben sich zu seinen Worten und langsam drehte sie den Kopf einwenig zur Seite, während sie antwortete:
Du hast es endlich gelernt, die Kräfte des Feuer zu kontrollieren, doch ist es besser für dich, wenn du dich weiterhin sorgfältig deinen Studien widmest.
War er doch zu einem wachsamen Schüler geworden, trotzdem schien es oftmals, als wäre er nicht ganz bei der Sache. Im Unterricht war er meist mit den Gedanken woanders. Sie konnte in seinen Kopf springen und ihn lenken, doch leider nicht hineinsehen.
Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln, als er sie abermals musterte.
Was das anbetrifft, haben sie sicherlich recht, Madam.
Galant ergriff er ihre Hand und küsste ihre kalten Finger wie auch die Lippen ihres blassen Mundes. Dann hob er den Kopf wieder an und sah Jana in die Augen. Spott, einzig allein herausfordernder Spott war darin zu lesen. Für einen Augenblick hatte Jana das Gefühl, als stünde die Zeit still. Sie war unfähig in diesem einen, winzigen Moment die Augen von Acasas zu wenden. Zorn flackerte in ihren Augen auf, vermischt mit eisiger Kälte. Es schien fast so, als wolle er ihre Seele ergründen, er ging zu weit. Zu nah trat er an sie heran. Er, ein kleiner nichts nützender Schüler nahm es zu leichtfertig, ihr, seiner Magistra mit Spott gegenüber zu treten. Jana ging einen Schritt näher auf ihn zu, ihre Augen funkelten gefährlich, dann hauchte sie ihm folgende Worte dicht in sein Ohr:
Wie wäre es mit einer kleinen Übungsstunde, der Studien willen, Die Rangordnung war noch nie deins?!
verlockend, geprägt von Ironie drang ihre Stimme an sein Ohr, doch war ihre Frage keine Frage, er wusste, das dies mehr der Befehl einer Magistra sein mochte. Acasas erkannte das überlegene Lächeln auf ihrem Gesicht. Er wusste, dass das, was er getan hatte, falsch war.
Ihre Schritte hallten wieder auf dem harten Boden, in der steinernen Halle. Dunkelheit umgab sie, das nur das schwache Licht der Kerzen durchbrach. Außer ihren Schritten war nichts zu hören, gespenstische Stille umgab diesen Ort. Ihr Blick ruhte unbarmherzig auf der Dunkelheit während sie den direkten Weg zum Übungsplatz ansteuerte. Dort angelangt trat er mit zitternden Händen und weichen Knien ins schwache Licht, welches den Übungsplatz einhüllte. Für einen Augenblick schien es als würde sie sich umdrehen um zu gehen. Hatte er sich in ihr getäuscht, würde sie ihn doch verschonen.
Acasas atmete auf. Der funken Hoffnung kehrte in ihn zurück.
Doch er hatte sich getäuscht.
Ihre Hand, darin ein blutroter Dolch von Runen geziert, die ihm mehr als bekannt waren, schoss hervor und bohrte sich in Acasas’ Brust. Erschrocken starrte er sie an, seine Gedanken suchten eine Erklärung, für das, was so eben geschehen war.
Ein Schmerz durchbohrte seinen Körper, seine Knie gaben nach und er hatte das Gefühl zu Boden zu sinken. Doch ihre Hand stoppte seinen Fall, denn der Dolch steckte in seiner Brust, den sie immer noch in der Hand hielt. Immer noch sah er sie an, entsetzen lag in seinen Augen, während sich in ihren nichts regte. Kalt waren sie, gefühllos, so als weideten sie sich an seinem Schmerz. Der Schmerz hämmerte in Acasas’ Kopf der sich leer anfühlte als er fragte:
Warum?
Seine Stimme war nur noch ein Flüstern, in der sich großer Schmerz widerspiegelte. Er fühlte sich kraftlos, sich ihr hilflos ausgeliefert.
Weil du es nie lernen wirst, deine Gabe zu nutzen, du bist zu schwach um noch weiter unter uns weilen zu dürfen … selbst ein kleiner Dolch macht dir zu schaffen… sieh dich an, wie jämmerlich du an meiner Hand hängst … war ihre Antwort, ohne Mitleid. Ohne jegliches Gefühl. Alles an ihr war fremd, geheimnisvoll, und doch faszinierend.
Nach wie vor starrte er sie weiter an und blieb ihr die Antwort schuldig.
Mit einem kräftigen Ruck zog sie den Dolch aus seiner Brust. Ein Drehen, ein Schnitt. Kein Laut kam über seine Lippen, doch sah man ihm an, dass ihm der Schmerz zu schaffen machte, dann sank er zu Boden. Seine Augen waren weit aufgerissen, sagen konnte er nichts mehr, nur erstaunen machte sich auf seinem Gesicht breit. Das Licht der Fackeln, um den Übungsplatz flackerte leicht und verschmolz dann wie aus Geisterhand mit der Dunkelheit.
Jana hielt Acasas’ Herz das sie ihm aus der Brust geschnitten hatte in ihren Händen. Angewidert sah sie es an bevor sie es auf den staubigen Boden fallen lies, neben seinen toten Körper. Dann drehte sie sich um und verließ den Platz.
Ihre Schritte hallten wider von den Wänden der Burg und ihre Robe bewegte sich mit leisem Rascheln bei jedem Schritt um ihren zierlichen Körper und sie verschwand in ihren eigenen Räumen.
Ein eigenartiges Gefühl überkam sie, als sie sich der Bücherwand zuwandte. Die hohen Regale standen an einer Innenwand, und sie wusste, dass dahinter noch ein weiteres Zimmer lag. Es erschien unmöglich, dass der Luftzug durch die Regale wehte, doch hatte die Flamme vor den Büchern am stärksten geflackert.
Aufmerksam beobachtete sie das schwache Licht und bewegte sich langsam vorwärts. Ihre grauen Augen verengten sich und die Kälte in ihrem wachen Blick war unergründlich.
Als sie näher an die Bücherregale trat, begann die kleine Flamme am Docht auf und nieder zu tanzen und wollte fast verlöschen.
Man muss wissen, wie man mit ihr umgeht.
ertönte eine raue von Sarkasmus geprägte Stimme. Seine Augen musterten sie, als sie in voller Größe ins Licht trat. Als er die Augen hob, lag ein Lächeln auf seinem Gesicht. Eine große, schwarz gekleidete Gestalt eines Mannes saß am Schreibtisch der Bibliothek, lässig zurückgelehnt. Akkurat in Ordenstracht gekleidet. Acasas. Jana fixierte ihn mit ihren Augen, die Augenbrauen hoben sich zu seinen Worten und langsam drehte sie den Kopf einwenig zur Seite, während sie antwortete:
Du hast es endlich gelernt, die Kräfte des Feuer zu kontrollieren, doch ist es besser für dich, wenn du dich weiterhin sorgfältig deinen Studien widmest.
War er doch zu einem wachsamen Schüler geworden, trotzdem schien es oftmals, als wäre er nicht ganz bei der Sache. Im Unterricht war er meist mit den Gedanken woanders. Sie konnte in seinen Kopf springen und ihn lenken, doch leider nicht hineinsehen.
Sein Gesicht verzog sich zu einem breiten Lächeln, als er sie abermals musterte.
Was das anbetrifft, haben sie sicherlich recht, Madam.
Galant ergriff er ihre Hand und küsste ihre kalten Finger wie auch die Lippen ihres blassen Mundes. Dann hob er den Kopf wieder an und sah Jana in die Augen. Spott, einzig allein herausfordernder Spott war darin zu lesen. Für einen Augenblick hatte Jana das Gefühl, als stünde die Zeit still. Sie war unfähig in diesem einen, winzigen Moment die Augen von Acasas zu wenden. Zorn flackerte in ihren Augen auf, vermischt mit eisiger Kälte. Es schien fast so, als wolle er ihre Seele ergründen, er ging zu weit. Zu nah trat er an sie heran. Er, ein kleiner nichts nützender Schüler nahm es zu leichtfertig, ihr, seiner Magistra mit Spott gegenüber zu treten. Jana ging einen Schritt näher auf ihn zu, ihre Augen funkelten gefährlich, dann hauchte sie ihm folgende Worte dicht in sein Ohr:
Wie wäre es mit einer kleinen Übungsstunde, der Studien willen, Die Rangordnung war noch nie deins?!
verlockend, geprägt von Ironie drang ihre Stimme an sein Ohr, doch war ihre Frage keine Frage, er wusste, das dies mehr der Befehl einer Magistra sein mochte. Acasas erkannte das überlegene Lächeln auf ihrem Gesicht. Er wusste, dass das, was er getan hatte, falsch war.
Ihre Schritte hallten wieder auf dem harten Boden, in der steinernen Halle. Dunkelheit umgab sie, das nur das schwache Licht der Kerzen durchbrach. Außer ihren Schritten war nichts zu hören, gespenstische Stille umgab diesen Ort. Ihr Blick ruhte unbarmherzig auf der Dunkelheit während sie den direkten Weg zum Übungsplatz ansteuerte. Dort angelangt trat er mit zitternden Händen und weichen Knien ins schwache Licht, welches den Übungsplatz einhüllte. Für einen Augenblick schien es als würde sie sich umdrehen um zu gehen. Hatte er sich in ihr getäuscht, würde sie ihn doch verschonen.
Acasas atmete auf. Der funken Hoffnung kehrte in ihn zurück.
Doch er hatte sich getäuscht.
Ihre Hand, darin ein blutroter Dolch von Runen geziert, die ihm mehr als bekannt waren, schoss hervor und bohrte sich in Acasas’ Brust. Erschrocken starrte er sie an, seine Gedanken suchten eine Erklärung, für das, was so eben geschehen war.
Ein Schmerz durchbohrte seinen Körper, seine Knie gaben nach und er hatte das Gefühl zu Boden zu sinken. Doch ihre Hand stoppte seinen Fall, denn der Dolch steckte in seiner Brust, den sie immer noch in der Hand hielt. Immer noch sah er sie an, entsetzen lag in seinen Augen, während sich in ihren nichts regte. Kalt waren sie, gefühllos, so als weideten sie sich an seinem Schmerz. Der Schmerz hämmerte in Acasas’ Kopf der sich leer anfühlte als er fragte:
Warum?
Seine Stimme war nur noch ein Flüstern, in der sich großer Schmerz widerspiegelte. Er fühlte sich kraftlos, sich ihr hilflos ausgeliefert.
Weil du es nie lernen wirst, deine Gabe zu nutzen, du bist zu schwach um noch weiter unter uns weilen zu dürfen … selbst ein kleiner Dolch macht dir zu schaffen… sieh dich an, wie jämmerlich du an meiner Hand hängst … war ihre Antwort, ohne Mitleid. Ohne jegliches Gefühl. Alles an ihr war fremd, geheimnisvoll, und doch faszinierend.
Nach wie vor starrte er sie weiter an und blieb ihr die Antwort schuldig.
Mit einem kräftigen Ruck zog sie den Dolch aus seiner Brust. Ein Drehen, ein Schnitt. Kein Laut kam über seine Lippen, doch sah man ihm an, dass ihm der Schmerz zu schaffen machte, dann sank er zu Boden. Seine Augen waren weit aufgerissen, sagen konnte er nichts mehr, nur erstaunen machte sich auf seinem Gesicht breit. Das Licht der Fackeln, um den Übungsplatz flackerte leicht und verschmolz dann wie aus Geisterhand mit der Dunkelheit.
Jana hielt Acasas’ Herz das sie ihm aus der Brust geschnitten hatte in ihren Händen. Angewidert sah sie es an bevor sie es auf den staubigen Boden fallen lies, neben seinen toten Körper. Dann drehte sie sich um und verließ den Platz.
Ihre Schritte hallten wider von den Wänden der Burg und ihre Robe bewegte sich mit leisem Rascheln bei jedem Schritt um ihren zierlichen Körper und sie verschwand in ihren eigenen Räumen.