Schatten im Sand - ein Pilger unter Eluive
Verfasst: Mittwoch 1. Juli 2009, 23:42
Das bisherige Leben - in Grau
Als er sich zuletzt zurückersann, kam ihm sein Leben wie ein unwirklicher Schleier vor. Von allem etwas zu sehr distanziert, war sein Leben bisher verlaufen, als sei er lediglich der Dritte, der etwas zu weit abseits vom eigentlichen Geschehen nur die Handlungen eines Menschen mit dem Namen Tael beobachtet hatte, ohne ihn zu beeinflussen oder seine Taten und deren Folgen zu bewerten. Als er in jener ruhigen Minute der Vergangenheit, dem Vergangenem und dem Vergehen schlechthin seinen Tribut zollte, war es, als böte er seinen Erinnerungen frei Ideen, Begierde und Wunschverlangen als Nahrung für Ausläufer stetig wachsender, sich immer verdichtender Gedanken, um sie dann aus Unvorsichtigkeit gedeihen zu lassen... Um in ihnen zu versinken...
Da war der Fluss, mit dessen Überschreitung Tael für sich ein Kapitel seines Lebens aufgeschlagen hatte, dessen Tenor sehrviel dumpfer und monotoner war, als alles, was vorangegangen war. Als nächstes formten sich unklare Erinnerungen an den alten Thrillom, der ihn seinerzeit in die Geschicke seines neuen Weges einführte, der ihn lehrte, wie man dem Raben jenen Tribut zollte, der der Ausgleich seien sollte, für die Macht, die ihm, Tael, überlassen ward. Da war Gabriel. Noch heute war der Name ihm so klar in Erinnerung, als stünde er noch immer in der kalten Grabeskammer, in der die am boden wabernden Nebel, die Kleidung binnen Sekunden klamm werden ließen; in der ein Schritt wiederhallte, als hätte man eine Kathedrale betreten, bei deren Erbauung das einzig das einzige Kriterium gewesen war, dass ein jeder Schritt, ein jeder Laut nur tausendfach wiederhallen möge; da der spärlich beleuchtet Raum voll vermummter Gestalten, die Leiche auf dem Tisch und das Ritual begleitet von der schaurigen Präsenz, die den ganzen Raum erfüllte. Fürwahr, die Erweckung Gabriels, des Alkas, war für Tael das erste Ritual, dessen Hergehen und Wirkung er nicht, wie er es gewohnt war, analytisch untersuchen und beurteilen konnte. An jenem Abend hatte er sich in eine Liturgie ergeben, wie er es nie für möglich gehalten hatte.
Es bedurfte einiger Zeit, um seine Gedanken von den reichhaltigen Erinnerungen an jene Nacht abzuwenden, ihnen den Boden für weitere Ausläufer entziehen, um den Faden, den er in Form seiner Erinnerungen sponn, etwas weiter aus dem dunklen Brunnen "Vergessen" hinauf zu folgen, in Richtung des hellen Loches "Gegenwart". Da waren die Erinnerungen an jene Dienerin des Raben, die als Vorbotin des Drachen auftauchte und die Gemeinschaft der Diener darauf einschwor, den Drachen zu erwecken. Selten hatte er davor oder danach einen Diener gesehen, der eine solche Erfülltheit und Ergebenheit dem Seelenfresser erbot, wie es diese Frau getan hatte. Und die Macht, die sie umgab, war beinahe spührbar... Die nächsten Erinnerung, die durch sein Gedächtnis zuckten, malten ihm helle Sandsteine, lichtdurchflutete Gänge, trockene Luft und eine erstickende Wärme in die Gedanken. Es war die Bibliothek der Academia Leviathan, die er seinerzeit aufgesucht hatte, um soviel als möglich über den Drachen in Erfahrung zu bringen. Er wusste um die Art und das Verhalten der Magii und darum, was sie als gewöhnlich und was als bemerkenswert erachten würden. Und so blieb sein Besuch in der Menekanischen Bibliothek ohne größeres Aufsehen darauf zu lenken, was er war, wem er diente und für welchen Zweck er eben jenes Wissen benötigt hatte.
Die jüngsten Erinnerungen, die als fester gedanklicher Knoten in seinem Seil verankert waren, hatten abermals den Drachen zum Gegenstand. Er ward beim ersten Mal von den Dienern gerufen und hatte für ungekannte Vernichtung gesorgt. Letztlich wurde er, so zumindest war es Tael zugetragen worden, durch ein Schwert Temoras in die Flucht geschlagen worden. Bedauern war hier vollkommen unangemessen, der Drache und seine Erscheinung hatten soviele Leben gefordert, dass der Raben sich noch einige Zeit an dem Seelenfressen würde ergötzen können. Und nun - nun war der Drache zurück, Rahal als kleines, erfurchtsvoll-kriechendes Häufchen unter einer seiner massiven Schwingen, auf dem Zug gegen Varuna. Seit der Alka diese Stadt nicht mehr führte, hatte sie einiges ihrer Schlagkraft und ihrer Zielgerichteten Führung eingebüßt. Jener Alka, den sie - die Dienerschaft - wiedererweckt hatten..
Und so fühlte sich Tael, wo immer er auch ankam, als durchlebe er eine Erinnerung. Die Angst vor dem Drachen, die Aufruhrstimmung, die Verteidigungspläne des Reiches, die Angriffspläne Rahals, und über allem lag ein unbeständiges Grollen. Kein Drachengrollen - sondern ein gieriges,.. schmatzendes.. Grollen.
Als er sich zuletzt zurückersann, kam ihm sein Leben wie ein unwirklicher Schleier vor. Von allem etwas zu sehr distanziert, war sein Leben bisher verlaufen, als sei er lediglich der Dritte, der etwas zu weit abseits vom eigentlichen Geschehen nur die Handlungen eines Menschen mit dem Namen Tael beobachtet hatte, ohne ihn zu beeinflussen oder seine Taten und deren Folgen zu bewerten. Als er in jener ruhigen Minute der Vergangenheit, dem Vergangenem und dem Vergehen schlechthin seinen Tribut zollte, war es, als böte er seinen Erinnerungen frei Ideen, Begierde und Wunschverlangen als Nahrung für Ausläufer stetig wachsender, sich immer verdichtender Gedanken, um sie dann aus Unvorsichtigkeit gedeihen zu lassen... Um in ihnen zu versinken...
Da war der Fluss, mit dessen Überschreitung Tael für sich ein Kapitel seines Lebens aufgeschlagen hatte, dessen Tenor sehrviel dumpfer und monotoner war, als alles, was vorangegangen war. Als nächstes formten sich unklare Erinnerungen an den alten Thrillom, der ihn seinerzeit in die Geschicke seines neuen Weges einführte, der ihn lehrte, wie man dem Raben jenen Tribut zollte, der der Ausgleich seien sollte, für die Macht, die ihm, Tael, überlassen ward. Da war Gabriel. Noch heute war der Name ihm so klar in Erinnerung, als stünde er noch immer in der kalten Grabeskammer, in der die am boden wabernden Nebel, die Kleidung binnen Sekunden klamm werden ließen; in der ein Schritt wiederhallte, als hätte man eine Kathedrale betreten, bei deren Erbauung das einzig das einzige Kriterium gewesen war, dass ein jeder Schritt, ein jeder Laut nur tausendfach wiederhallen möge; da der spärlich beleuchtet Raum voll vermummter Gestalten, die Leiche auf dem Tisch und das Ritual begleitet von der schaurigen Präsenz, die den ganzen Raum erfüllte. Fürwahr, die Erweckung Gabriels, des Alkas, war für Tael das erste Ritual, dessen Hergehen und Wirkung er nicht, wie er es gewohnt war, analytisch untersuchen und beurteilen konnte. An jenem Abend hatte er sich in eine Liturgie ergeben, wie er es nie für möglich gehalten hatte.
Es bedurfte einiger Zeit, um seine Gedanken von den reichhaltigen Erinnerungen an jene Nacht abzuwenden, ihnen den Boden für weitere Ausläufer entziehen, um den Faden, den er in Form seiner Erinnerungen sponn, etwas weiter aus dem dunklen Brunnen "Vergessen" hinauf zu folgen, in Richtung des hellen Loches "Gegenwart". Da waren die Erinnerungen an jene Dienerin des Raben, die als Vorbotin des Drachen auftauchte und die Gemeinschaft der Diener darauf einschwor, den Drachen zu erwecken. Selten hatte er davor oder danach einen Diener gesehen, der eine solche Erfülltheit und Ergebenheit dem Seelenfresser erbot, wie es diese Frau getan hatte. Und die Macht, die sie umgab, war beinahe spührbar... Die nächsten Erinnerung, die durch sein Gedächtnis zuckten, malten ihm helle Sandsteine, lichtdurchflutete Gänge, trockene Luft und eine erstickende Wärme in die Gedanken. Es war die Bibliothek der Academia Leviathan, die er seinerzeit aufgesucht hatte, um soviel als möglich über den Drachen in Erfahrung zu bringen. Er wusste um die Art und das Verhalten der Magii und darum, was sie als gewöhnlich und was als bemerkenswert erachten würden. Und so blieb sein Besuch in der Menekanischen Bibliothek ohne größeres Aufsehen darauf zu lenken, was er war, wem er diente und für welchen Zweck er eben jenes Wissen benötigt hatte.
Die jüngsten Erinnerungen, die als fester gedanklicher Knoten in seinem Seil verankert waren, hatten abermals den Drachen zum Gegenstand. Er ward beim ersten Mal von den Dienern gerufen und hatte für ungekannte Vernichtung gesorgt. Letztlich wurde er, so zumindest war es Tael zugetragen worden, durch ein Schwert Temoras in die Flucht geschlagen worden. Bedauern war hier vollkommen unangemessen, der Drache und seine Erscheinung hatten soviele Leben gefordert, dass der Raben sich noch einige Zeit an dem Seelenfressen würde ergötzen können. Und nun - nun war der Drache zurück, Rahal als kleines, erfurchtsvoll-kriechendes Häufchen unter einer seiner massiven Schwingen, auf dem Zug gegen Varuna. Seit der Alka diese Stadt nicht mehr führte, hatte sie einiges ihrer Schlagkraft und ihrer Zielgerichteten Führung eingebüßt. Jener Alka, den sie - die Dienerschaft - wiedererweckt hatten..
Und so fühlte sich Tael, wo immer er auch ankam, als durchlebe er eine Erinnerung. Die Angst vor dem Drachen, die Aufruhrstimmung, die Verteidigungspläne des Reiches, die Angriffspläne Rahals, und über allem lag ein unbeständiges Grollen. Kein Drachengrollen - sondern ein gieriges,.. schmatzendes.. Grollen.