Seite 1 von 1
Sieben Tugenden... Sieben Schwerthüter
Verfasst: Sonntag 28. Juni 2009, 11:51
von Rabeya Travier
Langsam wurde das Schwert in den Schlitz geschoben, Stück für Stück arbeitet es sich weiter in den Stein hinein. Und die Tore zum ewigen Schutz des Schwertes öffneten sich für jene Sieben die um Einlass baten.
Es war ein großer Kampf der ihnen heute bevorstehen würde, denn keiner wusste, wie weit sich Alatars Einfluss auf der Schwert schon ausgebreitet hatte. Und man konnte nur bei Temora hoffen, dass es noch nicht so viel war, als dass sie es nicht von ihm reinigen könnten.
Der Weg durch den mit Rätseln und Fallen gespickten Tunnel war weit und kostete sie sicher gut eine Stunde der kostbaren Zeit jenes heutigen Abends. Erst als sie vor den Statuen standen, war die Erleichterung in den Gesichtern der Sieben deutlich zu lesen.
Jeder nahm seine Position ein, die Statuen schauten auf sie hinter wie Mahnmale ihrer Aufgabe.
Mikhail Eldremon schaute mit strenger Mimik zu Rabeya hinab sie erinnerte sich nur noch zu gut daran, wie ihre letzte Begegnung ausgegangen war.
Nerwyn Capriné Gesichtszüge wurden von den lächelnden von Shalaryl empfangen.
Umbrik von Dragonsklamm, schaute so nüchtern wie auch Ifirnion zu ihm hinaufschaute.
Darna sah zu Sighelm von Bransbach in strenger disziplinierter Manier hinauf.
Viburn Rawenin und Nevyn wurden in ihrem Blick eins und man sah ihre Verbundenheit im Raum nur zu deutlich.
Isdaniel einer der drei Elfen legte seine Hand auf die Statue Sigiswart van Elcin auf und wartete.
Feodred d'Imbre Sorchas Statue bildeten den Schluss und die Vereinigung der sieben Schwerthüter der Vergangenheit und nun der Zukunft waren perfekt.
Mit einem lauten knirschen von ewig altem Stein öffneten sich die Tore ins Innere des Heiligtums und man roch die alte Luft die so viele Monate dort schon gestanden hatte.
Rabeya musste einen Moment innehalte, denn die alten Bilder von vor einigen Monaten traten in ihren Kopf zurück.
Jene alten Bilder die sie schon beinahe vergessen hatte und nun wieder in ihrem Gedächtnis nach vorn rutschen...
Verfasst: Sonntag 28. Juni 2009, 11:52
von Rabeya Travier
Eine Halle, dunkel, eine Ahnung von Statuen stolzer Krieger und Waffen, aberdutzenden Waffen, über allem ein rötliches Glühen, viel zu intensiv, und Schatten lebendiger Wesen, die beobachten. Nichts von allem scheint genau erkennbar, bis eine Stimme erklingt, die Rabeya als ihre eigene erkennen können wird. Doch sind es nicht Worte, die sie spricht, sondern die bereits gesprochen wurden. Jedenfalls zu einem Gutteil, einiges scheint verfälscht. Mit den ersten Silben schält sich aus dem Dunst eine lange steinerne Tischplattform, wie sie vor zwei Tagen in der Kirche benutzt wurde. Sieben Kerzen darauf, doch sehen die Kerzen ein wenig anders aus, als die, die in Adoran benutzt wurden: sie sind breiter, und jede trägt aus schwarzem Wachs gezeichnet das Symbol einer der Tugenden Temoras.
"So wollen wir uns zusammenfinden, um den Segen zu sprechen", wird hallend und wie von weit entfernt Rabeyas Stimme hörbar, auch für jene beobachtenden Schatten. Die meisten von ihnen setzen sich in Bewegung, treten jeweils hinter eine der Kerzen. Einer bleibt auf Höhe einer Kerze stehen, doch noch weiter entfernt als die anderen. Wie vor zwei Tagen bei der Andacht geschehen, nähert sich eine weitere Gestalt in Akoluthenrobe von vorne den Kerzen, mit einem brennenden Zündholz - Yarin, wie jenen klar wird, die ihn kennen.
"Temora, wir bitten dich, lass uns Mitgefühl aufgehen." Rabeyas Stimme, und Yarin nähert sich der Kerze, um sie zu entzünden, doch eine schlanke Gestalt, das Gesicht weiter im Verborgenen, streckt eine feingliedrige Hand hütend über dem Docht aus, die Kerze brennt bereits. "Ich bin hier", bekundet die melodische und doch männliche Stimme.
"Temora, so segne deine Hüter mit Tapferkeit." Yarin nähert sich der Kerze, um sie zu entzünden, doch unter dem metallischen Schaben der Rüstung tritt die nächste Gestalt an das Steinpodest, steckt die Hand über die schon brennende Kerze. "Ich bin hier", ertönen die Worte durch eine weibliche Stimme zum zweiten Mal.
"Gib ihnen die Gerechtigkeit, zu jeder Zeit zu urteilen, was richtig und was falsch ist." Beharrlich setzt Yarin seinen Weg fort, doch wieder scheint der zu leisten wollende Dienst unnötig: wieder spiegelt sich das Licht im Metall einer Rüstung, doch war die Bewegung des Kriegers kaum zu hören, eine schlanke kräftige Hand hütet die dritte brennende Kerze. "Ich bin hier", die klingenden Worte.
"Temora, gib ihnen den Willen zur Opferbereitschaft, wenn sie von ihnen verlangt wird." Zum herantretenden Akoluthen gesellt sich von der anderen Seite des Tisches mit leisem Rascheln eine weibliche Gestalt, über die Flamme schiebt sich hütend eine im Licht grünlich schimmernde schmale Hand, die Stimme hell und weiblich: "Ich bin hier."
"Ehre, wem die Ehre zu recht gebührt, soll auch nicht fehlen." Inzwischen mag man dem herantretenden Akoluthen doch ein leichtes Zögern unterstellen. Die Kerze brennt nicht, das Zündholz nähert sich, doch von dem gerüsteten Krieger, welcher weiter fort im Hintergrund verblieb, hindert die Entschlossenheit dessen Stimme Yarin daran, fortzufahren: "Ich werde da sein!"
"Segne uns mit Demut und lass uns nicht mit Tugendhaftigkeit prahlen, denn nur wer schweigend in den Tugenden lebt, ist wahrhaft tugendllich in deinem Sinne." Leises Rascheln von Stoff, als eine weibliche Gestalt gegenüber Yarin nähertritt, doch hebt sich über die bereits brennende Flamme ein silberheller Plattenhandschuh: "Ich werde da sein", die kurz widersprüchlich wirkenden Worte der weiblichen Stimme.
"Und segne uns mit der Geistigkeit, unser Wissen zu mehren und abzuwägen." Wieder tritt der Akoluth näher, keine Gestalt tritt an die verloschene Kerze, und doch hält er inne. Unsicherheit und Warten, welches jeder verspürt und zwei Personen in den Roben der temorianischen Priesterschaft, auf die sich beobachtend Blicke richten.
Verfasst: Montag 29. Juni 2009, 21:13
von Isdaniel Nifar
Sein Blick ruhte noch auf Statue von Sigiswart van Elcin, dabei steht er bereits in dem Raum. Jener Raum den er nun bereits mehrmals betreten hatte und der selbst ihn noch immer in Verwunderung versetzte.
Der rote Schimmer gab diesem Raum ein seltsames Aussehen. Doch was in verwunderte war nicht mit den Augen zu sehen. War er gewohnt das Lied deutlich und klar zu vernehmen, so erklang es hier dennoch reiner. Wie frisches Quellwasser, sprizig - lebendig. Aber deutlich waren auch die Dissonanzen zu hören. Schräg und Schrill - aber noch leise. Es war wieder an der Zeit. Ein wundersames Spiel, nach jeder Reinigung verschwand der schräge Ton - wurde selbst für ihn - fast unhörbar leise. Doch verging die Zeit, gewann er an Kraft zurück. Er hatte keinen Ort - er war hier in diesem Raum - hier einfach überall.
Langsam wanderte sein Blick durch den Raum. Deutlich konnte er die anderen Erkennen. Ein jeder wirkte vertieft. Wieder glitten auch seine Gedanken ab.
Es war nicht seine Aufgabe das Schwert zu ergründen und zu verstehen. Ein Leben konnte man damit wohl zubringen. Seine Aufgabe war - das Gleichgewicht zu wahren und dafür galt es das Schwert selbst zu bewahren. Eine Stimme klang in sein Bewußtsein: "Temora, wir bitten dich, lass uns Mitgefühl aufgehen." und holte seine Gedanken zurück in jenen Raum. Beinahe wie ein Schatten trat er einen Schritt hervor, blickte herab auf die große Kerze - welche stetig auf ihn zu warten schien. Langsam streckte er seine Hand aus und hörte sich selbst sprechen "Das Mitgefühl ist bei dir", worauf sich die Kerze entzündete - selbst ohne das er das Lied berührte. Es war ein sanfter verspielter Ton, welcher ihn anlachte, umgab und einhüllte. Plötzlich erfüllte ihn der Ton und aus dem Ton wurde ein Orchester. Er hätte sich wehren können - aber er ließ sich treiben - sog das reine, kristallklare Lied in sich auf und reihte sich damit selbst ein in das Orchester, ergänzte seine Töne - Töne voller Mitgefühl.
Verfasst: Dienstag 7. Juli 2009, 17:46
von Darna von Hohenfels
Es war erschreckend, wie schnell die Jahre verflogen waren, seit sie das erste Mal diesen Raum betrat und am Ziel war, an einem Ziel ihrer Träume: Das Schwert von Gelir, ihrem Helden seit Kindheitstagen. Wie lange hatte sie nach dieser Waffe begehrt? Sie einmal sehen zu dürfen? Nun stand sie hier, in einem Raum, der vollgestopft war mit Klingen unterschiedlichster Art und Form, alles "Schwerter"... sie schmunzelte mild, als sie sich an die erste Verwirrung der sieben Personen erinnerte, die hierher gefunden hatten.
Ein wenig Wehmut stellte sich ein: es waren schon jetzt nicht mehr die gleichen, die es damals gewesen waren. Doch das von Isdaniel angestimmte Gefühl schmiedete sie gerade wieder zusammen.
Sie nahm diese Ruhe und Verbundenheit einige Augenblicke auf. Seltsamerweise fühlte sie sich hier Zuhause. "Zuhause" in einem anderen Sinne: sie spürte, hier war ihr Platz. Hier durfte sie Temora dienen, ihren Helden nahe sein, hier hatte sie den höchsten ihrer Eide geleistet, hier hatte ihr Sein einen Sinn. Und hier hatte sie akzeptiert, wie ihr Streben nach der Waffe erfüllt sein konnte, obwohl die Waffe etwas unerreichbares blieb.
Es war Zeit für ihren Part. Sie senkte den Kopf, schloß die Augen.
"Herrin Temora, hier sind wir, jene die du als würdig erachtet hast, zu hüten, was von dir und deinem Bruder berührt wurde. Eine Klinge, die nicht mehr den Sterblichen zugedacht sein soll, und doch gewährst du die Gnade, sie in Zeiten höchster Not einem Würdigen zu überlassen.
Nastad e-goth, wir wissen um die Last, die auf dir ruht. Wir klagen über den Krieg, welcher auch zu deinem Schicksal wurde. Wir fürchten den Teil des Erbes, das vom Brudermörder an dir klebt und keiner hier begehrt nach dir. Wir erkennen unsere Pflicht und wir dienen, auf daß die Gier des Panthers nach mehr, als einem zusteht, nicht in dir überhand nehme. Wisse, so lange die Verderbnis in dir wütet, sollst du in niemandes Hand gelangen, niemandem Schaden zufügen. Deine Bestimmung war, eine Hilfe zu sein, und so soll es auch bleiben."
Ihre Stimme, die mal bedauernden, mal aufrecht bestimmenden, zumeist ehrfürchtig andächtigen Klang beinhaltet hatte, gewann nun eine Qualität, in der zu hören war, wie die Paladina beiseite trat und sich selber und die Anwesenden den Händen einer höheren Macht zu überlassen gewillt war:
"Herrin Temora, wir bitten dich: Hilf uns, dieses Werk in deinem Namen zu vollenden, unserer freiwilligen Pflicht gerecht zu werden, bis es erneut Zeit sei."
Die Kerze mit dem Symbol des gekrümmten Hirtenstabes der Demut entzündete sich, und in dem Schein, der sich zu Isdaniels Licht hinzugesellte, schien über einem marmornen Podest zwischen all den anderen Waffen nun jene sichtbar zu werden, wegen derer sie hier waren.
Nastad e-goth.
Verehrt und gefürchtet.
Heilig und unheilig.
Schutz und Gefahr.
Verfasst: Freitag 17. Juli 2009, 20:56
von Nevyn Silberhand
"Ehre, wem die Ehre zu recht gebührt, soll auch nicht fehlen." Inzwischen mag man dem herantretenden Akoluthen doch ein leichtes Zögern unterstellen. Die Kerze brennt nicht, das Zündholz nähert sich, doch von dem gerüsteten Krieger, welcher weiter fort im Hintergrund verblieb, hindert die Entschlossenheit dessen Stimme Yarin daran, fortzufahren: "Ich werde da sein!"
"Ich versprach zu kommen und hier bin ich, Herrin."
Fest war die Stimme des Paladins, als er vor die Statue Viburn Rawenins trat und die gepanzerte Hand ruhig über die Kerze führte.
"Was einst rein und edel war, wurde vom Makel des Panthers befleckt.
Die heilige Klinge darf niemals in die falschen Hände geraten und aus niederen Motiven heraus benutzt werden.
Die Tugend der Ehre und die Ritterlichkeit als solche, soll all jene mahnen, die daran auch nur denken, denn groß wäre das Unglück, dass dadurch entstände.
Herrin Temora, wir bitten Dich, Deinen Blick auf jene Klinge zu lenken.
Nastad e-goth, Deine Bestimmung ist es, jenen eine Hilfe zu sein, die der gerechten Sache dienen, das Leben und diese Welt zu schützen.
Der Makel ist ein Teil von Dir, doch darf er niemals die Oberhand gewinnen.
Dies zu gewährleisten ist die Aufgabe der Hüter und ich werde die Flamme der Ehre behüten, bis es an der Zeit ist, den Platz zu räumen.
Temora, wir erbitten Deinen Beistand, das Schwert zu reinigen, auf das der Makel zurückgetrieben wird, wie es auch in der Welt geschehen mag, bis dereinst kein Diener des Brudermörders mehr seine gierigen Hände danach ausstreckt.
Gepriesen seiest Du, oh Herrin!"
Mit gesenktem Haupt verharrte er neben der Statue, während die Kerzenflamme flackernd zum Leben erwachte, behütet und beschirmt von seiner Hand.
Temora mochte wissen, dass jene Last und Verantwortung, die auf allen Versammelten in dieser Krypta lag, manch schwaches Gemüt wohl leicht in Versuchung geführt hätte.
Doch die sieben, die hier standen, würden bestehen und den Makel des Schwertes zumindest für eine Weile tilgen...
Verfasst: Donnerstag 6. August 2009, 11:47
von Sorcha Llastobhar
Es war nicht das erste mal, dass sie vor jener Kerze stand. Nicht das erste mal, dass ihr all diese Gedanken durch den Kopf irrten und unwillkürlich blickte sie hinab zu der Brandnarbe auf ihrem rechten Handrücken, die in diesem Moment leicht zu schmerzen schien; eine Erinnerung an diesen Ort und ihre damalige Unvorsicht. Die Augen hatten sich während des Weges in diesen Raum immer mehr an die Dunkelheit gewöhnt und fast war es der Adlerritterin so, als würde sie beobachtet werden, das gleiche Gefühl, dass man sie beobachtete, ihr klar machte, dass ihr Tun in diesem Moment etwas Wichtiges und Notwendiges war.
Ihre Augen richteten sich auf den Docht vor sich. Schon damals hatte sie davor gestanden, doch damals nervös und unsicher. Heute waren die Züge Sorchas älter, von Erfahrung gekennzeichnet und vom Leben geprägt. Sie hatte dies alles bereits einmal durchgemacht, sie hatte die Höhle mit all ihren Tücken beschritten und nun waren es ein paar Worte, die sie an die Herrin zu richten hatte; Worte, von denen sie beim ersten mal dachte, sie müssten wohl überlegt sein, doch am Ende kamen sie auch, wie heute, einfach aus ihrem Herzen.
„Herrin, wie viele Prüfungen hast du mich bestehen lassen, wie viele steinige Pfade bewandern lassen, nur um mir zu zeigen, dass nicht der einfache Weg der richtige ist, sondern jener, der steinig und hart ist? Wie oft hast du mir mit deinen Tugenden und Lehren gezeigt, dass nur jene, die nicht nur für sich selbst, sondern auch für andere streiten, tatsächliches Glück erleben? Und vor allem; wie oft hast du mir gezeigt, dass wir selbst in dunkelster Stunde nicht unseren Mut verlieren mögen? Dies sei meine größte Erkenntnis aus all deinen Lehren; selbst in auswegslosen Situationen verliere niemals deinen Willen und deinen Mut, und dafür danke ich dir.“
Die Augenlider schlossen sich für einen Moment, es waren wenige Sekunden, in denen sie komplett in sich gehen konnte um zu wissen, dass sie das Richtige getan hatte, ihr Leben lang. Und ohne wirklich hinsehen zu müssen, wusste sie ganz genau: Die Kerze der Tapferkeit vor ihr, begann zu brennen. Als sie die Augen öffnete, gestattete sie sich ein schwaches Lächeln. Es war an der Zeit das Schwert erneut von seinem immer weiter wachsenden Makel zu reinigen … Zeit ihre Pflicht zu erfüllen.
Verfasst: Dienstag 11. August 2009, 12:26
von Ifirnion An´Uamen Heledir
Zu dem Bund der sieben Schwertwächter zählte auch der edhelische Krieger Ifirnion. Nun fand er sich zum zweiten Mal ein, die ihm angetraute Aufgabe zu erfüllen. Und obgleich er seit Anbeginn Zweifel hegte, ob es klug sei, ach so kurzlebige Menschlein als Wächter für die edelste edhelische Klinge zu bestimmen, lag es ihm fern, gegen den Willen einer Göttin zu begehren.
Wie aus weiter Ferne drang das Ritual an sein Ohr, als er in den Gedanken an die ruhmreicheren Tage seines Volkes schwelgte. Vor Jahrhunderten, als das Schwert von edhelischer Hand geschmiedet und von dem edelsten der edhelischen Krieger in die Schlacht geführt wurde.
Dann war die Reihe an ihm. Er zog seine geschwungene Klinge aus der Rückenscheide hervor und reckte sie in die Höhe.
"Temora, Botin von Recht und Gerechtigkeit. Das Blut des Brudermörders klebt an Nastad e-goth. Von edhelischer Hand geschaffen, von edhelischem Mut zu Felde getragen und unter Aufopferung edhelischen Lebens in deine Hände gegeben, soll die Macht dieser Klinge nicht versiegen, ehe nicht der Gerechtigkeit genüge getan, ehe nicht das Übel aus dieser Welt getilgt. Dafür bitten wir um deinen Segen."
Der Elf senkte die Klinge und deutete mit der Spitze auf die mit einer Waagschale verzierte Kerze. Einen Wimpernschlag später ward auch diese Flamme entzündet.
Verfasst: Sonntag 23. August 2009, 02:30
von Shalaryl Di'naru
Sechs kleine Funken, gewachsen zu sechs warmen Lichtern der Hoffnung.
Einer fehlte noch...Aufopferung. Die Waldelfe hatte die Tugend erwählt,
weil sie sie nicht verstand. Es stellte für sie keine Besonderheit, sondern
die alltägliche Regel dar, das Selbst zu geben um anderen zu helfen, sei
es im Kleinen oder im Großen. Dank...war dazu nicht nötig. Sie tat, was
ihre Seele als das definierte, was sie tun sollte und so hielt es auch jeder
andere ihres Volkes. Es war ihr Wesen, sich für den Wald und das Lied
aufzuopfern, wenn es nötig war - so elementar verwoben im Geiste, dass
sie einfach nicht verstand, warum es eine "Tugend" sein musste...wahr-
scheinlich war aber eben dieser Umstand der Grund ihrer Erwählung gewe-
sen. Keine Zweifel. Kein Hadern. Kein Hinterfragen. Nur Handeln.
Ruhig lauschte sie den Worten der anderen, doch schweiften ihre eigenen
Gedanken immer wieder ab, drehten sich in Kreisen und Spiralen um die
Frage: Und was sage ich? Schließlich, nur knapp bevor die vorletzte Kerze
entflammte, fand sie eine Antwort: Es gab keine Worte, in keiner der ihr
bekannten Sprachen, die auszudrücken vermochten, was sie mitteilen wollte.
Es gab nur die Essenz des Gefühles, das sie zur Wahl der Tugend geleitet
hatte, den reinen Klang in der Resonanz der Melodie ihres Volkes und
Handelns, das Echo eines Selbst, das nicht zögern würde etwas loszulassen
um damit anderen zu helfen.
Aus der Stille um die Waldelfe wogte sacht, einem fernen Hauch am Rande
des Vernehmbaren, ein Flüstern am Ohr des angestrengt Lauschenden,
nach und nach ein Klangmuster herauf, trug mentale Reminiszenzen aus
Bildern des Waldes, der Lebewesen darin, vergangenen Taten, die der
Tugend wohl entsprechen würden, als Echo der Seelenmelodie durch den
Raum, eine sanfte Klangfolge, die sich schließlich auf den wartenden Docht
fokussierte, in einer Verdichtung der Töne zu einem wabernden Schimmern
der Luft führte, aus dem sich schließlich ein warmer Schein materialisierte -
die brennende Kerze der Aufopferung.