Seite 1 von 1

Eisgekühlt...

Verfasst: Donnerstag 11. Juni 2009, 22:23
von Yette Symar
Nun verbrachte Yette schon viele Tage hauptsächlich in ihrem Keller aus Angst vor dem bösen Drachen, nur wenn sie den Schutt ihres Hofes, nein, eigentlich war es schon eine halbe Ruine, verräumte, war sie immer ein wenig im Freien.
In der Zeit, die sie im Keller verbrachte, hatte sie viel Zeit um nachzudenken und zu überlegen.
So hatte dieser Moment auch etwas Positives, die Ideen sprudelten nur so.
Langsam nahm eine ihrer Ideen feste Form an, nur wie sollte sie das anstellen?
So kam ihr der Zufall zu Hilfe.
Antonio war endlich, nach sehr, sehr langer Zeit, nach Hause gekommen, er hatte seine Reise in die Ferne abgeschlossen, und wollte nun wieder in Gerimor bleiben.
Es war schön, dass er endlich wieder zu Hause war, bei ihr...;
Schnell erzählte sie ihm von ihrer Idee, und, wie immer wenn Yette ratlos war, wusste er, was zu tun war.
Er meinte nur, "nimm dir einen warmen Mantel mit und so viele Kübel wie wir tragen können und komm mit, vertrau mir einfach."
Yette vertraute Antonio blind links, also schnappte sie ihren warmen Ledermantel, bepackte für die Pferde mit leeren Kübeln und folgte ihm.
So marschierten sie beide Richtung Bajard und von dort ging es mit dem Schiff weiter.
Sie wusste nicht, wohin er mit ihr reisen wollte, aber sie ließ sich einfach überraschen.
Als das Schiff angekommen war und ihr eisige Kälte entgegenschlug, als sie ausgestiegen waren, ahnte sie, wohin er sie gebracht hatte...nach Fuachtero.
Warum war sie bloß selbst nicht darauf gekommen. Er hatte wohl vor, von hier Eis zu holen, Schnee und Eis, welch geniale Idee!

Gesagt, getan.
Bald waren die leeren Kübel voll gefüllt mit diesem eiskalten Etwas und noch schneller versuchten sie nun zum Schiff zu kommen. Jede Stunde, nein jede Minute ließ das Eis zu Wasser werden, und das wollten sie ja tunlichst verhindern.
Auf dem Schiff beobachtete Yette ihre Eiskübel mit Argusaugen, und seufzte im Stillen, als ein Teil vom Schnee zu schmelzen begann.
Endlich in Bajard angekommen, trieben sie die Pferde an, nun war wirklich Eile geboten, sonst hatten sie zu Hause nur mehr Wasser, und das sollte so ja nicht sein.
Am Hof wurden die Kübel nun hastig von Antonio und Yette in den Keller geschleppt, und endlich am Ziel angekommen, nickte sie nun zufrieden, sie hatte doch einen Großteil des Schnees erhalten können.
Nun hieß es noch abwarten, ob der Keller kalt genug war.
Die letzten zwei Tage galten nun der Beobachtung, und Yette hatte mit jedem Tag ein besseres Gefühl, der Keller war kalt genug, sie konnte ihre Idee vollenden.
Endlich hatte sie wieder etwas zu tun, und musste nicht immer nur herumsitzen und warten.
Sie legte ein Holzbrett auf den Tisch und begann die Erdbeeren zu waschen und dann zu zerkleinern, danach stampfte sie die zerschnittenen Früchte fest mit einem Holzstößel, bis sie zu einer breiigen Masse wurden. Nun nahm sie frische Milch, vermischte alles und füllte dies in die kleinen Holzschälchen, welche sie in den eiskalten Schnee stellte. Nach kurzer Zeit wurden die Früchte zu einem gekühlten Mus.
Dann nahm sie einen Löffel und steckte die erste Kostprobe in den Mund. Wie lecker war dieses eisgekühlte Etwas….
Das würde bestimmt vielen Leuten an sonnigen heißen Tagen gut schmecken, mit verschiedenen Früchten zubereitet und immer so gut gekühlt.
Und Yette hatte endlich wieder eine Aufgabe, die ihr Spaß machte, bis sie in Adoran ihr neues Haus errichten konnte. Die Wartezeit würde nun bestimmt um einiges kürzer werden.