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Die Bannung des koboldischen

Verfasst: Dienstag 19. Mai 2009, 17:04
von Savira
Lange schon war jener schicksalhafte Tag vergangen, an dem sie eine neue Erfahrung machen mußte, sie, und ihre Schwester.
Genaugenommen waren es zwei Erfahrungen.

Zum Ersten war sie mehr als baff erstaunt, daß ein solch nutzloses Wesen wie ein Kobold überhaupt in der Lage war, die feinen Strukturen im Lied zu überwinden, die der HERR zum Schutze auf ihre Roben legte.
Mächtigste Magie, ja selbst die Präzenz halbgottartiger Wesen fanden in der Macht da ihr Ende, wo die eines anderen Gottes begann.
Dieses nutzlose kleine Flügelwesen, zu kaum mehr in der Lage als Schabernack und Tollheiten jedoch war vielleicht grade deswegen dazu in der Lage.
Es kümmerte ich nicht um Macht, es kümmerte sich ebenso wenig darum, welchen Nutzen seine Liedveränderungen bewirkten - und konnte vermutlich grade deswegen Dinge vollbringen, die weit jenseits dessen lagen, was ein machtversessener Arkhoriter je würde vollbringen können.

Zum Zweiten war festzustellen, daß auch ein Kobold sterblich war.

Jedoch waren nun ihre Roben eben von einer Farbe, die Ästhetiker in Gelächter ausbrechen ließ, als sei es von Bedeutung. Der Schutz an sich, den konnte auch der Kobold nicht brechen, vermutlich, weil in seiner verqueren Logik von machtloser Macht Zerstörung nicht im Rahmen seiner Möglichkeiten lag.
Es war nicht mehr als ein Ärgernis, allerdings eines der Sorte, daß Außenstehenden anzeigen würde, daß sich eine Dienerin des HERRN einem Kobold beugen würde, was natürlich ein falsches Signal gewesen wäre.

Viel hatte sie fachmännischen und fachfrauischen Rat gesucht, Magiere, darunter jene Liedverzerrerin der Blauhäute, die den vermeidlich besten Rat gab: Rohe Gewalt.

Sie hatte vermutlich nicht unrecht, Savira konnte schon seid Wochen spüren, daß die Struktur der Farbe und ihr Widerstreit zur Segnung schwächer wurden, vermutlich weil der Kobold gestorben war.
Irgendwann würde diese Farbe langsam verblassen, nur hatte sie nicht die Zeit eines Elfen oder Zwergen in dieser Welt.

Rohe Gewalt. Bedeutete der noch vorhandenen Weihe des HERRN jede erdenkliche Hilfe zu geben das Werk der Bannung selbst zu vollenden.
Rechter Ort: nur ein Ort auf dieser Welt kam dazu in Frage, jener, an dem die Macht des Herrn ohnehin am ausgeprägtesten war.
Rechte Zeit: jene Zeit, in der die Macht des Herrn am Stärksten war - Vollmond.
Und dann.. Blut.. der Saft des Lebens, ihres eigenen Lebens, jener Beweis für die absolute Unterwerfung an den vom HERRN bestimmten Schicksal seiner Diener. Ihr Leben - und auch ihr Tod lagen in SEINER Hand.