Die stählerne Kralle entfesselt das dunkle Heer
Verfasst: Montag 18. Mai 2009, 10:38
Es war mitten in der Nacht, als die kleine Gruppe aus Rahal aufbrach. Madlene, die junge Lebenskünstlerin, Criss, seines Zeichens Freibeuter und Madlenes Gefährte, Sarya eine junge Schülerin des mächtigen Magierordens, Gry'laox, ein Ritter aus dem dunklen Volk der Gotteskinder und sie, Michelle, die junge Kriegerin, die sich entschlossen hatte, eine Soldatin Alatars zu werden.
Sie alle waren vermummt, als sie die Grenze des heiligen Reiches überschritten. Unter dunklen Tüchern verbargen sie schwere Hämmer und Äxte. Madlene trug ein gläsernes Fass bei sich. Michelle kannte sich in der Alchemie nicht aus, aber die Gefährtin hatte ihr verraten, dass man die Flüssigkeit darin nur in Glas verschlossen halten konnte und sie solle sich hüten, damit in Berührung zu kommen.
Im Schutze der Nacht eilten sie zu Fuß durch die Grafschaft, auf das Gebirge zu. Michelle war zuvor noch nie in diesem Land gewesen, aber Madlene und Criss schienen den Weg zu kennen. Im Mondlicht erhoben sich die hohen Mauern der Reichshauptstadt. Auf der anderen Seite der Straße kamen sie an verkohlten Hofruinen vorbei. Brandgeruch lang längst nicht mehr in der Luft. Alles schien friedlich. Morgen würde ihr Frieden vorbei sein, dachte Michelle. Morgen würden sie die geballte Macht Rahals entfesseln und diesen Landstrich von der Plage der Temoradiener, von der Herrschaft der Decadence befreien.
Spät in der Nacht erreichten sie das Vorland Berchgards. Am Fuß des Unheilsberges versperrte ein Tor den Eingang in das geschichtsträchtige Bergesinnere. Davor erkannte Michelle im Fackelschein zwei Reichsgardisten, die man hier draußen abgestellt hatte, jenes Tor zu bewachen. Sie waren bereits dem Tod geweiht.
Der Mond war hinter den Wolken verschwunden und der Hügel vor ihnen in tiefe Dunkelheit getaucht. Madlene hatte sie zu einem uralten Herrschergrab geführt, dessen Eingang aus verwitterten Steinen gemauert war. Moose und Ranken verbargen ihn fast vollständig. Seltsamerweise strömte noch immer der kalte Hauch des Todes aus den Katakomben. Langsam stiegen sie die groben steinernen Stufen hinab. Unten angekommen, entzündeten sie eine Fackel - doch was sie sahen, ließ Michelle beinahe das Blut in den Adern gefrieren. Wankende, teils schemenhafte, teils verweste Gestalten bewegten sich aus den Gängen auf sie zu, als zöge der Fackelschein sei an. Nein, nicht der Fackelschein, dachte Michelle, es war ihr Blut.
Als sie die Untoten überwunden hatten und erschöpft auf hölzernen Särgen saßen, betete Michelle, dass der Kampflärm nicht bis zu den Soldaten gedrungen war. Müde errichteten sie zwischen den Särgen ihr Lager und teilten Wachschichten ein. Michelle legte sich, ohne ihre Rüstung abzulegen, rücklings auf einen verschlossenen Sarg. Der Hauch des Todes, der nicht vergehen wollte schien die Soldaten der stählernen Kralle Alatars nicht am Schlafen hindern zu können - Michelle wusste nicht, was die Vergangenheit der anderen geprägt hatte, aber die Nähe des eigenen Todes war ihr lange Zeit gegenwärtig gewesen.
Quälend langsam verging der nächste Tag. Wie eine Ewigkeit schien es den Getreuen Alatars, bis ein Grollen den Boden der Katakomben erschütterte und Kampflärm von draußen ertönte. Das Brüllen des Drachen ließ sie zum Eingang stürmen. “Das ist unser Zeichen,” rief Madlene, “auf, stählerne Kralle, es ist an uns!”
Bewaffnet mit ihren schweren Hämmern und Äxten, stürmten sie über die am Boden liegenden Wachen hinweg. Madlene öffnete das gläserne Fass und spritzte die Flüssigkeit auf die Scharniere des Gittertores. Es zischte und stinkender Rauch stieg auf, wo sich die Säure in das Metall fraß. Mit den Äxten schlugen Madlene und Michelle auf das Tor ein, während die anderen die Straße nach Berchgard im Auge behielten. Hinter dem Tor warteten bereits hungrig die Diener Kryndlagors auf ihre Freiheit. Eine Zwergenwache, von dem Lärm angelockt, hauchte bereits ihr Leben aus. Dann brach das Tor unter Donnern aus den Angeln.
Dicht an dicht drängten sich die Schlangenkörper ans Tageslicht. Ihnen blieb nur wenig Zeit, gemeinsam mit dem Drachen ihr Werk zu betrachten. Denn jetzt bei Tage waren sie gezwungen die Straßen zu meiden - dennoch wollten sie rechtzeitig zur Heerschau wieder in Rahal sein. Es hatte begonnen. Der Auftrag war erfüllt.
Sie alle waren vermummt, als sie die Grenze des heiligen Reiches überschritten. Unter dunklen Tüchern verbargen sie schwere Hämmer und Äxte. Madlene trug ein gläsernes Fass bei sich. Michelle kannte sich in der Alchemie nicht aus, aber die Gefährtin hatte ihr verraten, dass man die Flüssigkeit darin nur in Glas verschlossen halten konnte und sie solle sich hüten, damit in Berührung zu kommen.
Im Schutze der Nacht eilten sie zu Fuß durch die Grafschaft, auf das Gebirge zu. Michelle war zuvor noch nie in diesem Land gewesen, aber Madlene und Criss schienen den Weg zu kennen. Im Mondlicht erhoben sich die hohen Mauern der Reichshauptstadt. Auf der anderen Seite der Straße kamen sie an verkohlten Hofruinen vorbei. Brandgeruch lang längst nicht mehr in der Luft. Alles schien friedlich. Morgen würde ihr Frieden vorbei sein, dachte Michelle. Morgen würden sie die geballte Macht Rahals entfesseln und diesen Landstrich von der Plage der Temoradiener, von der Herrschaft der Decadence befreien.
Spät in der Nacht erreichten sie das Vorland Berchgards. Am Fuß des Unheilsberges versperrte ein Tor den Eingang in das geschichtsträchtige Bergesinnere. Davor erkannte Michelle im Fackelschein zwei Reichsgardisten, die man hier draußen abgestellt hatte, jenes Tor zu bewachen. Sie waren bereits dem Tod geweiht.
Der Mond war hinter den Wolken verschwunden und der Hügel vor ihnen in tiefe Dunkelheit getaucht. Madlene hatte sie zu einem uralten Herrschergrab geführt, dessen Eingang aus verwitterten Steinen gemauert war. Moose und Ranken verbargen ihn fast vollständig. Seltsamerweise strömte noch immer der kalte Hauch des Todes aus den Katakomben. Langsam stiegen sie die groben steinernen Stufen hinab. Unten angekommen, entzündeten sie eine Fackel - doch was sie sahen, ließ Michelle beinahe das Blut in den Adern gefrieren. Wankende, teils schemenhafte, teils verweste Gestalten bewegten sich aus den Gängen auf sie zu, als zöge der Fackelschein sei an. Nein, nicht der Fackelschein, dachte Michelle, es war ihr Blut.
Als sie die Untoten überwunden hatten und erschöpft auf hölzernen Särgen saßen, betete Michelle, dass der Kampflärm nicht bis zu den Soldaten gedrungen war. Müde errichteten sie zwischen den Särgen ihr Lager und teilten Wachschichten ein. Michelle legte sich, ohne ihre Rüstung abzulegen, rücklings auf einen verschlossenen Sarg. Der Hauch des Todes, der nicht vergehen wollte schien die Soldaten der stählernen Kralle Alatars nicht am Schlafen hindern zu können - Michelle wusste nicht, was die Vergangenheit der anderen geprägt hatte, aber die Nähe des eigenen Todes war ihr lange Zeit gegenwärtig gewesen.
Quälend langsam verging der nächste Tag. Wie eine Ewigkeit schien es den Getreuen Alatars, bis ein Grollen den Boden der Katakomben erschütterte und Kampflärm von draußen ertönte. Das Brüllen des Drachen ließ sie zum Eingang stürmen. “Das ist unser Zeichen,” rief Madlene, “auf, stählerne Kralle, es ist an uns!”
Bewaffnet mit ihren schweren Hämmern und Äxten, stürmten sie über die am Boden liegenden Wachen hinweg. Madlene öffnete das gläserne Fass und spritzte die Flüssigkeit auf die Scharniere des Gittertores. Es zischte und stinkender Rauch stieg auf, wo sich die Säure in das Metall fraß. Mit den Äxten schlugen Madlene und Michelle auf das Tor ein, während die anderen die Straße nach Berchgard im Auge behielten. Hinter dem Tor warteten bereits hungrig die Diener Kryndlagors auf ihre Freiheit. Eine Zwergenwache, von dem Lärm angelockt, hauchte bereits ihr Leben aus. Dann brach das Tor unter Donnern aus den Angeln.
Dicht an dicht drängten sich die Schlangenkörper ans Tageslicht. Ihnen blieb nur wenig Zeit, gemeinsam mit dem Drachen ihr Werk zu betrachten. Denn jetzt bei Tage waren sie gezwungen die Straßen zu meiden - dennoch wollten sie rechtzeitig zur Heerschau wieder in Rahal sein. Es hatte begonnen. Der Auftrag war erfüllt.