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Rahal rüstet sich
Verfasst: Mittwoch 13. Mai 2009, 00:53
von Mor Varnos
Müde rieb Mor sich die Augen, während sie die Schreibfeder neben einem Stück Pergament, was eine grobe Zeichnung samt Beschriftung aufwies, niederlegte. Die Kerze war schon weit heruntergebrannt und durch die Fenster fiel der fahle Schein des Mondes, der in dieser klaren Nacht am Himmel stand.
Momentan gab es viel zu tun und sie steckten in arger Zeitnot. Der alte Wyrm, Kryndlagor, drängte unerbittlich und allzu lange sollte man seine eh schon üble Laune nicht weiter herausfordern. Es galt nun nochmals alle Kräfte zu sammeln, zu bündeln und dann - endlich! - Varuna fallen zu sehen und den Verblendeten damit einen Schlag zu versetzen.
Andererseits hatte Mor bei ihrem letzten Erkundungsritt in Richtung Varuna und an der Mauer entlang - wieder einmal verkleidet und dieses Mal das Aussehen einer, nunja, verwegenen, rothaarigen und langmähnigen Abenteuererin (und sie kam sich in dieser wahrlich noch fremder vor, als in der Verkleidung als Schmiedin oder blinde Pilgerin) wählend - festgestellt, dass es dort ruhiger geworden war. Verlassene Häuser und Gehöfte, die Tore und Mauern bei weitem nicht so bewacht, wie man es erwarten würde, als wenn sie die Stadt schon aufgegeben hätten. Selbst Kriegsgeräte hatte sie auf den Mauern vermisst, sprich eine Möglichkeit, Rahal wenigstens auf dem Weg einen Schlag zu versetzen.
Leicht schüttelte sie den Kopf. Eigentlich, ja, eigentlich hätte sie in dieser Situation Adoran als lohnenswerter erachtet. Aber es lag nicht an ihr, die Entscheidungen der Höheren in Frage zu stellen und so tat Mor eben ihr Werk, wie aufgetragen.
Einen Blick aus den müden Augen warf sie hinab zu der schlichten Skizze vor ihr. Zeichnen war nie ihre Stärke gewesen, aber es war zumindest halbwegs erkennbar, was sie damit bezweckte - das Doppeltor Rahals war zu sehen mit seinem markanten "Schlund Alatars". Grobe Zeichnungen befanden sich auf den angedeuteten Mauern, daneben in schlichten Lettern Worte wie "Katapulte", "Steinmunition" oder "Pech" geschrieben.
Am morgigen.. sie warf einen Blick hinaus zu dem Mond und korrigierte.. am heutigen Tage stand eine Besprechung mit den Handwerkern an. Rahal war mit solchen Menschen mengenmäßig nicht unbedingt gesegnet und so hoffte sie, dass ihr Aushang noch etwas bewirken würde. Neben der Bezahlung mochte auch die Aussicht auf den Dienst im Sinne des Herrn hoffentlich Anreiz genug sein, aber manches Mal schien es, als wäre es um das Befolgen der Gebote eh nicht mehr so bestellt, wie es sein sollte.
Im Bedarfsfall hatte sie zudem noch die Garde hinter sich. Die Lansknechte, die vornehmlich am Tor ihren Wachdienst verrichteten, hatte sie schon angewiesen, den Handwerkern zur Hand zu gehen, sobald sie die Einzelteile anliefern würden. Auch war es nötig, Palisaden zu bauen, um die Katapulte, die für den Feldzug gegen die alte Stadt der Verblendeten gedacht waren, vor dem Zugriff Unbefugter zu schützen.
Rohstoffe mussten unter Umständen noch besorgt werden, sofern die Handwerker nicht genügend hatten und dann der Bau an sich von allem, was angedacht war. Mor würde selber ebenso mit zu Hand gehen müssen, doch das war nichts, was ihr Kopfschmerzen bereitete. Es war allein die knappe Zeit, die ihr im Nacken saß.
Leise gähnte sie auf, eine Hand vor den Mund legend, ehe sie sich mit schweren Gliedern erhob und sich auf den Weg ins Schlafzimmer machte. Wenigstens seine Nähe wollte sie noch auskosten, denn auch das würde bald ein vorläufiges Ende haben.
Verfasst: Mittwoch 13. Mai 2009, 19:57
von Anastasia Swynedd
Leise murmelnd bewegten sich die Handwerker hinter der Soldatin her. Einige hielten die Hände vor Ihren Mund, um leise mit Ihrem Nebenmann zu sprechen, andere hielten respektvollen Abstand gegenüber der jungen Trabantin der Garde: „Ich glaube nicht, dass uns etwas Gutes erwartet.“ „Nein, das glaube ich auch nicht. Schau' Dir doch nur einmal Ihren Gesichtsausdruck an.“, flüsterten der junge Ronald und sein Kumpan. Tatsächlich enthielt die sonst so unbewegte Miene einmal eine emotionale Regung: Ungeduld. Sie hatte die Augen verengt und starrte missbilligen vor sich, während sie das Stadttor durchschritt und zielstrebig die staubige Straße entlang marschierte. Je weiter sie sich mit den sechs Handwerkern von der Stadt entfernte, umso leiser wurde es um sie herum. Irgendwann vernahm man nur mehr das eintönige, regelrecht monotone Scheppern Ihrer schweren Rüstung und den Gesang einiger munterer Abendvögel. Die kleinen Staubwolken welche sich unter Ihren schweren Eisenschuhen in die Höhe bewegten, waren nach einigen Schritten die letzten Zeugen Ihrer Anwesenheit. Je schneller sie wurde, umso eher beschleunigten auch die inzwischen recht eingeschüchterten Handwerker Ihre Schritte.
Mittlerweile verabschiedete sich auch der letzte, schwache Sonnenstrahl am Firmament und machte den dunklen Wolken Platz, welche die Abendstunden einläuteten. Es würde nicht mehr lange dauern, und man würde nur noch schwer die eigene Hand vor Augen sehen. Entsprechend Ihrer eigenen Gedanken hob sie die gepanzerte Hand in die Höhe und drehte sie von einer, zur anderen Seite. Ihnen blieb kaum noch Zeit: Erst würde es dunkel werden, dann kämen die Ketzer und irgendwann würde das Loch in der, die Stadt umgebenden, Palisade entdeckt werden. Nein! Nicht mit Ihr, es war Ihre Aufgabe die Stadt vor möglichen Angriffen zu schützen. Die Zeit sollte kein Hindernis für sie darstellen und doch ... ein Blick über die Schulter zu den recht jungen, eingeschüchterten Handwerkern und sie entließ ein Seufzen von Ihren Lippen. In diesen düsteren Zeiten war es alles andere als einfach willige und fähige Handwerker für diese Aufgabe zu finden. Viele hatten Ihre Lager abgebrochen und sich auf in sicherere Gebiete gemacht, andere waren zu alt um den Dienst außerhalb Ihrer Werkstätte aufzunehmen und wieder andere sahen keinen Sinn darin eine Palisade um die heilige Stadt zu ziehen. Knirschend schoben sich Ihre Zähne übereinander hinweg, so dass sich dieses Geräusch rasch mit dem Scheppern der Rüstung mischte. Hier und da wechselten die besorgten Handwerker einen Blick miteinander, bevor sie das Augenmerk wieder stumpfsinnig nach vorne richteten. Sie war wütend, zeigte nicht einmal Verständnis für all diejenigen die sich nicht verpflichtet fühlten mit Ihrer Arbeit die Stadt zu schützen und trotzdem schöpfte sie aus dieser Wut Ihre Kraft für kommende Aufgaben. Ja, es war tatsächlich Ihre Aufgabe aus diesen eingeschüchterten Handwerkern, Männer zu machen die bereit waren Ihre gesamte Energie und Zeit in Rahal zu investieren. Sie würden Ihnen auf die ein oder andere Weise klar machen, was Ihre Arbeit für die Stadt und Ihre Bewohner bedeuten würde..
Nachdem sie die Straße verlassen hatten, kamen sie in Höhe der massiven Felswand zum Stehen. Als würde sie hier eine Reihe junger Soldaten vor sich haben, reihten sich die sechs Handwerker vor Ihr auf und senkten den Blick ein Stück weit. Sie hatten Respekt und zumindest wirkte es so, als wären sie bereit den Anweisungen Ihre Aufmerksamkeit zu schenken. Anastasia ließ den Blick aus Ihren hellen Augen von Antlitz zu Antlitz springen, um in den so verschiedenen Gesichtszügen lesen zu können. Sie las Angst, Respekt, Ungeduld und wagte sogar die Vermutung anzustellen Entschlossenheit erkennen zu können. Letztendlich korrigierte sie Ihre eigene Haltung und legte wie gewohnt die Hand an den Knauf des scheinbar allgegenwärtigen Schwertes. Einen Augenblick später erhob sie Ihre relativ dunkle Stimme so, dass sie an der steinernen Mauer hinter sich widerhallten: „Handwerker der Stadt Rahal! Ich habe Euch hierher beordert, um Euch mit einer Aufgabe höchster Priorität vertraut zu machen. Hinter Euch seht Ihr das Ende der Rahal umgebenden Palisade.“, sie schwenkte die Hand ausladend nach vorne, um über die Schultern der nun aufmerksamen Handwerker zu deuten. Hier und da erntete sie durch diesen Deut ein Nicken, dann richteten sich die Augenpaare wieder interessiert in Ihre Richtung. „Wie Ihr aber ebenso unschwer erkennen könnt, schließt die Palisade nicht an die Bergkette an, sondern endet mitten im Feld. Ein Umstand der so schnell wie möglich geändert werden muss! Und genau das soll Eure Aufgabe sein.“. Sie legte nun bewusst eine längere Pause ein und begnügte sich erneut mit der Musterung der Gesichter. Der Funke Entschlossenheit, welcher zuvor nur in dem Augenpaar eines Handwerker zu entdecken war, schien nun von einem, zum anderen Antlitz überzuspringen. Und auch Ihre Miene glättete sich bei diesem Anblick wieder, so dass nur mehr die bekannt unbewegte Maske zurückblieb, welche der Soldatin einen unnahbaren Eindruck verschaffte. „Ich möchte, dass Ihr – Ronald, Stefan, Björn, Sebastian, Jasper und Mikael – diese Aufgabe gewissenhaft und vor allem zügig erledigt. Die benötigten Holzstücke liegen bereits entlang der Palisade aufgeschichtet und zum Abtransport bereit. Benutzt Eure eigenen Arbeitsgeräte und scheut Euch nicht Anfragen an die Garde, oder direkt an mich zu richten. Ich versichere Euch, dass Euch die Garde in allen Bau und Wachschutzfragen bei Seite stehen wird. Lasst die Palisade genau hier an die Felswand anschließen und gebt Acht, dass Ihr den kleinen See dort drüben weitgehend unbeachtet lasst. Er soll weiträumig mit der Palisade umgangen werden.“. Ein weiterer, abschätzender Blick über die nun verstehend nickenden Handwerker, dann hob sie die Hand auch schon zu einem raschen, militärischen Salut an die Stirn heran. „Für Rahal. Möge der All-Eine seine Pranke über Euch halten.“. Zustimmendes Gemurmel und Verabschiedungsfloskeln drangen noch an Ihr Ohr, als sie sich bereits wieder in Bewegung gesetzt hatte. Es gab noch viel zu erledigen...
Verfasst: Donnerstag 14. Mai 2009, 00:13
von Mor Varnos
"Ich werde das schon in Erfahrung bringen, wenn der Brief sie nicht erreicht."
Die Augen der Trabantin waren deutlich verengt, während sie dem Burschen direkt in seine sah. Etwas in ihrem Blick liess ihn sogar innerlich etwas zusammenzucken - es war diese Eiseskälte, die sie sich mehr und mehr zugelegt hatte und die nun deutlich offenbar wurde. Dazu dieser lauernde, unangenehme Unterton in der Stimme. Rasch griff er zu dem Brief, salutierte etwas unbeholfen und eilte los in Richtung Sumpfinsel.
Einen Moment sah sie ihm nach, während der Blick, wie auch die gesamte Miene sich wieder wandelte. Mor fühlte sich für diesen Moment angenehm unbeobachtet und so konnte sie etwas Müdigkeit zeigen. Müdigkeit nicht nur, weil sie bei Wind und Regen dem Kriegsrat beiwohnend stehend in gebührlichen Abstand zur Ritterin van Lilienhayn verbracht hatte, sondern auch ob der Fülle an Erledigungen, die noch vor ihr lagen. Alleine würde sie das nicht schaffen, doch sie wusste um ein paar wenige, treue und gute Personen, die ihr helfen würden.
Rasch wandte sie sich um und ging im Geiste alles durch, was noch zu tun war. Das Gespräch mit Frau Daran und Herrn Dvelor war gut verlaufen - beide zeigten den Willen, etwas zu tun, was in diesen Tagen selten war in der Stadt des Herrn. Sie hatte sich mit den beiden in der Taverne am Marktplatz getroffen, mit ihnen besprochen, was sie benötigte und was davon die höhere Priorität hatte, ehe sie dann mit den beiden Handwerkern das Doppeltor aufgesucht hatte. Hier zeigte sie ihnen die Stellen, wo die Katapulte stehen und das übrige Material gelagert werden sollte. Mor hegte gute Hoffnungen, dass die beiden zumindest die Katapulte für den Feldzug schaffen würden.
Doch nun, nach dem Gespräch mit dem Drachen, war noch etwas nötig - ein Rammbock.
Zu Hause wieder angekommen, schnappte sie sich sogleich wieder ein Pergament sowie Feder und Tinte und begann nun noch ein Schreiben an Herrn Dvelor aufzusetzen. Mit seinem Einfluss auf die Landsknechte dürfte es für ihn zumindest ein Leichtes sein, um genug Mannen für diese doch recht grobe Arbeit zu bekommen.
Des Einen Segen, Rüstmeister Dvelor!
Verzeiht, dass ich nicht persönlich bei euch erscheine, doch derzeit gilt es noch vieles zu tun, ehe wir siegreich in den Feldzug gegen die Verblendeten ziehen können.
Ich hätte noch eine Bitte an euch - Kryndlagor verlangt nach einem Rammbock. Da ich es nicht wagte, vorzuschlagen, einen Anguren zu nehmen, möchte ich euch bitten, einen stabilen Rammbock anzufertigen, sofern die Zeit noch reicht.
Ich denke, mit eurem Einfluss auf die Gardisten, werdet ihr über genügend Arbeitskraft für diesen Auftrag verfügen. Nötigenfalls sucht noch nach Tagelöhnern.
Gebt mir bitte Bescheid, ob ihr noch zusätzlich in der Lage wärt, auch diesen Auftrag zu schaffen.
Der Eine möge euch segnen, auf dass eure Kraft und euer Wille nie versiege,

Etwas Löschsand streute Mor noch über die feuchte Tinte, kippte ihn zurück in den Behälter und faltete das Blatt, dass wie stets einen schlichten, blauen Wachsklecks als schmuckloses Siegel erhielt. Danach machte sie sich noch spät am Abend selber auf den Weg, um den Brief bei Sindram in den Postkasten zu werfen.
Verfasst: Donnerstag 14. Mai 2009, 14:10
von Muireall van Lilienhayn
Zornig trieb die junge Ritterin ihre Blutsklinge bis zum Heft in den aufgedunsenen Leib des Trolls. Sein letzter markerschütternder Schrei erstarb mit einem verhallenden Echo von den zerklüfteten Wänden der Höhle. Scharf zog Muireall die Luft durch ihre Zähne ein, während sie sich wieder aufrichtete und die Klinge mit einem schmatzenden Geräusch aus dem leblosen Körper riss. Eines Zitterns gleich durchfuhr der gierig bebende Zorn ihren Körper bei dem Gedanken, dass es sich ebenso um den Körper eines Ungläubigen handeln könnte, welcher vor ihr in einer Lache aus Blut lag. Nur noch wenige Tage…
Mit ruhigeren Schritten verließ Muireall die Höhle, ihre Unruhe war etwas gedämpft worden von dem Kampf. Während sie in ihrer Blut bespritzten Rüstung in Richtung der heiligen Stadt ging, dachte sie über die letzten Entwicklungen nach. Der Plan war gut durchdacht, alle Eventualitäten ausgekundschaftet, die Vorbereitungen fast abgeschlossen. Immer wieder ging sie im Kopf den genauen Zeitplan durch, versuchte Lücken in der Planung des Kriegsrates aufzudecken, überdachte jeden Schritt der Vorbereitungen. Hatte sie etwas übersehen?
Kurz vor dem Schlund Alatars hielt sie inne, um die schon fortgeschrittenen Bauten der großen Katapulte zu betrachten. Einige Male umschritt sie die Gerätschaften und beobachtete die Handwerker und Gardisten, die sich dem Aufbau angenommen hatten. Schließlich erging von der Ritterin ein zufriedenes Nicken und sie spazierte durch das Maul des Panthers nach Rahal hinein. Die Stadt erschien ihr noch ebenso prächtig wie bei ihrem ersten Schritt hinein. Dunkle Türme drängten gleichsam aufragenden Speeren in den Himmel, die massiven Mauern schienen sich geradezu trotzig in die Erde zu verwurzeln und selbst die Pantherstatuen auf ihren schwarzen Säulen wirkten wie lebende Wächter, welche die Stadt und seine Bewohner mit glühenden Augen überblickten. Der Zorn dieser Stadt war entfesselt worden, Muireall konnte die Spannung spüren wie sie durch die Luft zuckte. Einen Augenblick verweilte sie, um die Augen zu schließen und sich voll und ganz jener Kraft hinzugeben, die noch so verhüllt, noch so geflüstert und sich doch brodelnd und gierig direkt unter der Oberfläche regte. Fest umfasste sie den Griff ihres Schwertes bis das Knarzen des Leders erklang, dann öffnete sie ihre Augen wieder und setzte mit einem grausamen Lächeln auf den Lippen ihren Weg fort. Sie hatte noch einige Schreiben aufzusetzen…
„Oh, gewiss, es gibt viele Dinge, die entziehen sich unserem Verstand. Die Jahre verstreichen zu Hunderten und Tausenden und jeder Mensch sieht in seinem Leben nur einige Sommer und einige Winter. Sie betrachten die Berge und nennen sie ewig, so scheint es auch – aber im Laufe der Zeiten erheben sich Berge und stürzen zusammen, die Flüsse ändern ihren Lauf, Sterne fallen vom Himmel und große Städte versinken im Meer. Alles verändert sich. Doch eines, mein Kind, wird für ewig bestehen und über alles gebieten: die Macht Alatars.“
Adhamh van Lilienhayn, Vater Muireall van Lilienhayns.
Verfasst: Freitag 15. Mai 2009, 11:03
von Sindram Dvelor
Verschwitzt und an sämtlichen sichtbaren Stellen, wie auch an den meisten nicht sichtbaren voller Staub und Dreck durch die momentan Plackerei, schickte er sich an, das Lager für die Nacht vorzubereiten.
Es sollte jedoch im Gegensatz zu den üblichen Tagen nicht sein Bett werden, sondern nahe der Esse im Freien eine einfache Bettrolle samt Decke werden, waren die Nächte doch noch recht kühl.
Eingesetzt hatte er einige Gardisten, vier an der Zahl vorerst, um die groben Arbeiten an sie zu übergeben. So bekamen sie vor allem die Aufträge, Holz und Kohle herbeizuschaffen, aber auch die Pechvorräte aus dem Hafen einzuziehen. Einer der Gardisten gewann noch an diesem Abend eine Wacheinheit an der Esse, um Sindram alle zwei Stunden wecken zu können. Er hatte ihnen gezeigt, wie die Glut heiß blieb, doch war der Auftrag trotz der einfachen Materialien zu wichtig, als daß es Unterbrechungen geben durfte.
Die Achsen waren bereits gegossen und auch die Naben für die Räder vorgefertigt. So konnte er sich nun nach dem bisherigen Verlauf daran machen, einige Kessel anzufertigen, doch würde dies erst wohl am letzten Tage zu einem Ende kommen, war diese Arbeit doch eher mühsam, sollte der Kessel haltbar sein.
Daher wurden die anderen drei Gardisten angewiesen, sich um den Transport der Achsen, Brennmittel und Pechvorräte zu kümmern, damit sie stetig an ihren vorbestimmten Ort gebracht werden konnten.
Wenn auch nicht als schwächlich bekannt, war doch auch für ihn dieser Aufwand an Arbeit erschöpfend, und nur zu gern rollte er sich auf dem harten Boden in die Decke ein, ehe die knappen zwei Stunden um waren und er beginnen würde, die Glut der Esse erneut zu begutachten, um auf diese Weise seinen Teil dazu beizutragen, den Sieg gegen die Stadt zu erringen.
Verfasst: Freitag 15. Mai 2009, 22:56
von Sindram Dvelor
Einige dreckige Fingerabdrücke zieren das Pergament, als er es geöffnet hatte. Saubere Hände waren derzeit ein Luxus, den er sich kaum gönnte, bestenfalls zu den Stunden des Schlafes noch. Doch tagsüber…?
So las er die Zeilen von Trabant Varnos, und die Mundwinkel zogen sich nun doch etwas nach unten. "Als wenn es nicht schon genug Arbeit geben würde", zog es ihm als erstes durch den Kopf. Doch kurzerhand wandte er sich ab, und hinterließ den kräftig arbeitenden Gardisten die Nachricht, daß sie ihn an der Kommandantur finden würden, wenn etwas anstünde.
Dort angekommen dauerte es nicht lange, bis er einige der dienstfreien Landsknechte und Trabanten gesammelt hatte. Eine Eiche sollten sie fällen, nicht zu alt und vor allem keine vertrocknete, damit sie nicht gleich bricht, wenn sie ihre Aufgabe erfüllt.
So wurde der Befehl recht schnell gegeben, sehr zum Leidwesen der ausgewählten Gardisten, doch war er selber nicht im geringsten bereit, sich mit solchen Aufgaben herumzuschlagen, hatte er noch genug zu tun, wie auch mit dieser Aufgabe wieder etwas bekommen, das wohl keiner der Anderen hätte übernehmen können.
So schickte er sich an, die Esse weiterhin am laufen zu halten, um nunmehr Ringe und Rammschädel anzufertigen. Bald würde sein Siegel nicht nur auf den Rüstungen prangen, auch würde sein Name ganz vorn gegen die Tore der Ketzerstadt schlagen, obwohl er nur ein einfacher Handwerker war…
Noch ehe er sich abwandte, fiel ihm ein, daß einer der Gardisten Trabant Varnos die Nachricht überbringen solle, das sich der Rüstmeister nun um alles kümmern würde, doch für neue Aufgaben auch die Zahl der Gardisten nicht reichen würde. Von daher sollte gut überlegt werden, ob es weitere Aufgaben geben solle.
Verfasst: Freitag 15. Mai 2009, 22:58
von Mor Varnos
Tiefe Zufriedenheit stand in Mors Zügen geschrieben, als sie sich an diesem Abend erschöpft aufs Bett legte, lediglich eines der Bücher, welches die Widegreins für sie angefertigt hatten, zur Hand noch nehmend.
Die Arbeiten am Tor schritten zügig voran - die Katapulte würden damit am Tage der Schlacht einsatzbereit sein. Einige Bäume hatte sie noch am heutigen Tag mit einer Handvoll Landsknechte gefällt und sie zu Palisaden umgearbeitet, die nun die Katapulte, die für die Schlacht bestimmt waren, vor unbefugten Zugriff halbwegs schützen würden. Weitere Punkte hatte sie ebenso am heutigen Tag abhaken können, so dass das meiste nun erledigt war.
Einen Moment blickte sie in ihr Buch, während sie rücklings auf dem Bett lag und einen Arm unter dem Kopf gelegt hatte, doch so wirklich konzentrieren konnte sie sich nicht auf die geschriebenen Zeilen. Vielmehr schweifte ihr Blick zur Decke und sie dachte an die Gespräche, die sie heute geführt hatte. Ein leichtes Lächeln umspielte die Züge, die hier, im Schutze des Hauses, nicht mehr diese maskenhafte, eisige Ernsthaftigkeit zur Schau trugen.
Mochte Rahal auch über weniger treue Untertanen wie die Verblendeten verfügen, so hatten sie dennoch ihre Mittel und dieses Mal würden sie Früchte tragen... müssen.
Auf Versagen steht der Tod!
Das Lächeln verebbte, als die Stimme des schwarzen Marschalls in ihren Gedanken erklang und für einen längeren Moment machte sich in ihr eine leichte Unruhe breit.
Nein, es musste gelingen. Dieses Mal musste Rahal siegreich zurückkehren.
Verfasst: Samstag 16. Mai 2009, 10:58
von Tluth´Xarlor
Mit ausdruckslosem Gesicht verfolgte er die Arbeiten an den Palisadenwällen vor Rahal. Lediglich sein Blick verriet eine Spur von Skepsis. Ob der Feind dieses Mal denselben Fehler machen würde? Selbst wenn, so wäre es ihm vermutlich gleich. All diese Vorbereitungen führten vielmehr dazu, dass seine innere Unruhe wuchs. Die erfolgreichsten Schlachten wurden ohnehin durchweg improvisiert ausgefochten. Allein das Werkzeug sollte hinreichend geschärft sein. Ein boshaftes Lächeln zog über seine nachtblauen Lippen, als er mit der Linken über seinen Waffengurt fuhr. Und natürlich der Wille ... der Wille jeden Sprössling, jede Frau und jeden Mann, ob jung ob alt, ob kräftig oder hilflos, auszulöschen. Es würde keine Gefangenen geben. Diesmal nicht.
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2009, 14:06
von Sindram Dvelor
Mitten im Schlaf ruckte Sindram hoch. Wieso hatte er nicht eher drang edacht? Wieso konnte er sowas vergessen? Er schüttelte nur den Kopf noch und rief die Landsknechte zu sich, die ihm seit einigen Tagen bei den Vorbereitungen halfen.
Schnell waren sie angewiesen, sämtliche verfügbaren Tongefässe zu beschaffen. Fluchend macht er sich daran, als dies geschehen war, sich eine Schöpfkelle zu beschaffen, damit er alsbald noch das Pech abfüllen konnte. Wenn schon kein Krieger, dann wollte er zumindest mit dieser Unterstützung seinen Teil dazu beitragen.
Kurz darauf wurde einer der Landsknechte losgeschickt, Trabant Varnos die Nachricht über die Pechbehälter zu bringen, die er gedachte, mit auf den Weg nach Varuna zu senden als feurige Hilfe beim Vernichten der Stadt.
Verfasst: Sonntag 17. Mai 2009, 17:02
von Shai'naira
Als das Mädchen durch Rahal ging, betrachtete sie die Arbeiten. Täglich ging es voran, dieFortschritte waren nichrt zu übersehen. und dennoch ging es langsam voran. Zu langsam.
Sachte schüttelte sie den Kopf. Sie mussten sich ebenfalls vorbereiten. Das heilige Volk zog in den Kampf. Viel zu lange war es her, daß sie für den Vater in einer großen Schlacht einstanden und so seinen Willen in großem Umfang ausführten.
Ihr Weg führte sie vorwärts, tief hinab unter die Erde, in die Hallen des heiligen Volkes. Auch sie würde ihren Dienst tun, den Vater ehren. Sie hatte noch nicht so viel Erfahrung, doch dies war zweitrangig. Sie würde beweisen, daß sie würdig war. Vor allem dem vater, doch ebenfalls denjenigen ihres Volkes, welche in ihr nur das Kind sahen. Sie war mehr. Und wie würde es beweisen oder vernichtet werden.
Bei jenen Gedanken war sie in ihrer Höhle angekommen. Ohne weiter darüber nachzudenken setzte sie sich an den Tisch, welcher über und über mit alchemistischen Gerätschaften bedeckt war, und begann zu brauen. Ihre Geschwister würden diese Dinge brauchen.
Und wenn sie diese erste Aufgabe vollendet hatte, dann würde es soweit sein.
Blut sollte fließen. Für den Vater, für seine Ehre.
Mit jenen für ein Kind sehr ungewöhnlichen Gedanken, doch dabei ruhig und sichtlich entschlossen, häufte sich nach und nach ein Trank nach dem nächsten neben dem Tisch auf.
Bald... bald würde es so weit sein...