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Reise der Vergangenen
Verfasst: Dienstag 28. April 2009, 06:40
von Adrian von Hohenfels
Nachdenklich durchschritt er, wie dieser Tage so oft, den Eingang des Familiengrabes. Die Bedrohung des Drachens und derer die ihm gewiss so allzugern folgen würden, die Stadt untergehen zu sehen, war jeden Tag allgegenwärtig und er wich nur selten aus der Stadt. Stets den Blick gen Himmel richtend, das schlimmste erwartend und doch ging nichts recht voran, obgleich die Zeit so knapp wurde.
Zumindestens jedoch an diesem Morgen, war alles vorbereitet. Die Lebenden längst abberufen in nur oberflächliche Sicherheit, verweilten die Toten, die Vergangenen seiner Familie, noch immer hier, ständig bedroht von düsteren Vorahnungen, wie Darna sie auf so beunruhigende Weise beschrieben hatte. Konnte all das nur ein Traum gewesen sein? Die Hoffnung darauf schwand allein in der Tatsache, der Entwicklungen um die Stadt. Sie würden kommen und sollten sie dann noch die sterblichen Überreste seiner Familie hier finden, was würde sie dann abhalten sie für ihre Zwecke zu missbrauchen? Gewiss nichts.
Um so erleichterter war er, als der Bote an diesem Morgen die Nachricht überbrachte, dass die Silberdrachen, ganzer Stolz der Drachenflotte bereit stand, die Seereise anzugehen und auf dem Schiff alles für die Aufbarrung der Toten vorbereitet war. Schon stand die Eskorte, nebst Trägern bereit, die Leichen und verstauten Grabbeigaben entsprechend gen Schiff zu verbringen. Einzig der Segen für die Reise würde noch gesprochen werden müssen. Und so harrte man auf das Eintreffen ihrer Hochwürden Travier.
Verfasst: Dienstag 28. April 2009, 09:10
von Rabeya Travier
Ihre Hochwürden waren wie zumeist auf den Glockenschlag pünktlich an dem Tor des Klosters angekommen. Seufzend streckte sie ihren Rücken durch, jener lange Weg nach Varuna zu Fuß hatte seine Wirkung gezeigt. Aber sie war nicht die Art von Priesterin, die sich für jeden Weg eine prunkvolle Kutsche holen lies. Sie war immer noch im Herzen eine einfache Frau mit tiefen Glauben, welche sich nicht besser als das Volk heben wollte. So lief sie die meisten Strecken und ritt nur wenn es dringend nötig war.
Die Wachen ließen sie am Tor rasch ein und man begleitete sie bis zu der Grabstätte.
Sie hatte den Raum noch vor ihren innerlichen Augen bevor sie hinab stieg.
Es war eine ernste und wichtige Aufgabe die sie hier erwartete und sie hatte sich möglichst gut darauf vorbereitet. Denn ein so großer Segen bedürfte mehr als nur ein paar Worte. Sie müssten den Schutz über die Leichen legen, die körperlichen Rückbleibsel der Lieben des Grafen vor allem beschützen was auf der Reise auf sie zukommen würde.
Eine kurze Rede war vorbereitet und nachdem sie den Graf begrüßt hatte und sie einen Moment sich noch darüber unterhielten, dass alles vorbereitet war und auch die Priesterschaft der jeweiligen neuen Aufbahrungsorten bereit waren die Leichen neu in das Reich der Toten zu geleiten.
Sie stellte sich in der Mitte des Raumes auf und erhob das Wort. Ihre Stimme hallte in dem kleinen engen Raum wieder und verlieh ihr noch etwas mehr Ausdruck.
>> Temora mag bei uns sein in jenen Arten Tagen. Sie mag in unseren Herzen sein und auch in unserem Geist. So bitten wir sie heute darum die die wir Lieben zu retten vor den dunklen Scharen des Brudermörders.
Eine lange Seereise liegt vor ihnen wo die Seelen ungeschützt sind und ihr Geist ruhelos ist.
So flehen wir nach deinem Beistand Temora, segne jene Körper und behüte sie vor allem übel auf jener Reise.<<
Geleitet von ihren Worten zerstreute sie etwas Erde des heiligen Baumes über den Särgen. Die heilige Erde sollte sie beschützen als wären sie im Boden beigesetzt und keiner könnte jenen geheiligten Boden durchbrechen um die Leichen zu rauben.
Einen Moment lang leuchtete die Erde bläulich auf als die Priesterin abschließend den Segen über die Särge sprach.
Verfasst: Dienstag 28. April 2009, 10:49
von Adrian von Hohenfels
Es war soweit. Der Segen war gesprochen und mit einem angemessenen Dank an ihre Hochwürden Travier, verneigte er sich. Die drei Fuhrwerke, eigens beordert für den Transport gen Berchgard waren vorgefahren. Zwei Größere Fuhrwerke je für den Sarg Eileens nebst Grabbeigaben, sowie den bedauerlicherweise noch immer leeren Sarg Anaras nebst den ihren Grabbeigaben, als auch ein kleineres Fuhrwerk für den Sarg der kleinen Rebecca nebst Grabgeschenken, als auch die edlen Grabsteine selbst.
Alles wurde beflissentlich aufgeladen und gesichert, auf dass es an ihrem Bestimmungsort wieder in selber Weise Aufstellung finden würde. Eileen und Rebecca würden ihren Weg gen Drachenfels finden, sowie der leere Sarg und die Grabbeigaben Anaras in die Hauptstadt des Reiches Alumenas zu verbringen waren.
Adrian selbst trug den Drachen mit der ewigen Flamme, jenes elfische Artefakt welcher neben dem Segen einen weiteren Schutz darstellen würde. Ein jeder mit düsterem Gedankengut, welcher wagte sich den Särgen zu nähern, so war ihm gesagt worden, würde durch den Flammenstoß des Drachen betroffen werden. So sollte auch er diesen Aufbruch begleiten und mit gen Hauptstadt verbracht werden. War der Sarg Anaras nun auch leer, so war doch der Drache eine Grabbeigabe für seine Schwester gewesen und sollte somit auch eben diesen Sarg begleiten.
Ein dankendes Nicken erging gen Oberst Kabo und Oberstleutnant van Tilianas, welche eine angemessene Eskorte aufgebracht hatten, die ohnehin vorhandene Eskorte zahlreicher kampferprobten Mannen, welche auf der Silberdrachen ihren Dienst taten, tatkräftig zu unterstützen.
So machte sich der Tross in eifrigem Tempo auf gen Berchgard.
Verfasst: Sonntag 3. Mai 2009, 13:09
von Marlan Kabo
Nachdem alles Aufgeladen war, und die Anwesenden Soldaten den Überresten den nötigen Respekt erwiesen haben gab Adrian das Kommando zum Abrücken.
Die Männer des Trupps formierten sich um den zu schützenden Transport, eine Reihe von Schützen direkt um die beiden Fuhrwerke, außenherum die Soldaten mit ihren schweren Schildwällen und die Reiterei welche die ganze Zeit um den Trupp herumzieht und mit den Spähern welche vorrausreiten scheint eine beachtliche Macht zusammengetrieben zu sein.
Nun setzte sich der Trupp in Bewegung, die Wachsamen Augen der Soldaten immer ihre Umgebung im Auge behaltend sobald Varuna verlassen war. Weiss man in den heutigen Tagen doch nie von wo aus ein Angriff ergehen konnte. Doch noch scheint alles ruhig, auch die Späher melden kein Feindkontakt bis zum Berg hinter der Allianz. Es erschien den Männern beinahe schon zuruhig , hatte man doch eine beachtliche Streitkraft aufgeboten den Transport zu sichern. Doch auch bis Berchgard sollte nichts geschehen und so erreichte der Transport ohne einen Zwischenfall das Hafengebiet.....
Verfasst: Montag 4. Mai 2009, 11:01
von Adrian von Hohenfels
Schweigsam und in sich gekehrt war er dem Tross gefolgt. Langsam näherten sich die Fuhrwerke dem Stadttor und ihm wurd mit jedem Schritt ein Stück mehr bewusst, was hier geschah. Nicht, dass es ihm nicht ohnehin bewusst war, doch wurde es nun nur umso deutlicher. Wenn bereits die Toten selbst die Stadt verliessen, hegte man noch Hoffnung auf eine Rückkehr?
Hegte er noch wirklich die Hoffnung, an der er sich selbst zu halten so stur auferlegt hatte in all diesen Tagen? Suchte nicht längst auch er, wie ein Ableger eines Baumes, nach neuen Wurzeln? Wie konnte er, waren sie doch hier?
War er noch etwas wie ein Ableger derer von Hohenfels, der die Vergangenheit seiner Familie zurückliess um neue Wurzeln zu schlagen? Oder war es jenes Kind, welches Darna unter dem Herzen trug und er der alte Baum, der hier mit der Stadt unterging, wie die Kastanie vor dem abgebrannten Anwesen? Die Antwort hierauf würde sich gewiss bald finden, er vermochte nur nicht zu sagen ob es ihm gefallen würde.
Als sie das Tor durchschritten liess er seinen Blick zurückwandern zu den hohen und wehrhaften Mauern. Doch auch Mauern vermochten nicht jeden fernzuhalten, solang sie niemand verteidigte. Es war nicht der letzte Blick zurück, auch wenn es ihm in diesem Augenblick so vorkam. Möglicherweise würde der letzte Blick zurück jedoch bald nötig werden, sollte er nicht doch der alte Baum sein, der lieber unterging als sich noch versetzen zu lassen, wissend dass er dann doch vertrocknete und einging.
Temora sei Dank verlief der Marsch gen Berchgard ruhig. Sie konnten die sterblichen Reste seiner Familie unbehelligt auf das Schiff bringen. Es blieb zu hoffen, dass jene Seereise eben so sicher verlaufen würde. Nochmal nahm er Abschied, strich über die Särge. Würde er sie an ihrem Zielort wieder erblicken können? Die Zeit musste es weisen. Schweren Herzens und doch willens, dem Kommenden nun entgegen zu sehen, verliess er das Schiff, das sogleich Segel setzte. Baum oder Ableger.. welche Rolle ihm auch auferlegt war, er würde sie annehmen.
Verfasst: Montag 4. Mai 2009, 12:15
von Liliana van Drachenfels
Lilianas Eilbotschaft hatte indessen auf Drachenfels hektische Betriebsamkeit ausgelöst. Die Arbeiten waren weit fortgeschritten. Ein kleines Heer von fleißigen Handwerkern hatte direkt neben der Burgkappelle ein Grabmahl in den harten Fels getrieben, daß den Angehörigen ihres Lehensherren würdig war. Es war ein recht detailgenauer Nachbau der Grabkammer in Varuna erbaut worden, innen war es mit Ornamenten die an Götter des lichten Phanteons erinnerten, schlicht aber dennoch sehr geschmacksvoll geschmückt.