Seite 1 von 1
des nachts... [Schwerthüter, Nevyn, Rabeya, Yarin]
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 17:31
von Der Erzähler
(für die eingesetzten Schwerthüter wahrnehmbar)
"Ich habe gesehen", klingt es durch das graue Nichts, formt sich in elfischen Gedanken zu einem "Tirannen", eine bekannte Stimme für fünf Lebewesen, eine von sieben. Dann formt sich der graue Schleier zu Bildern:
(für die Schwerthüter, Nevyn, Rabeya und Yarin wahrnehmbar)
Eine Halle, dunkel, eine Ahnung von Statuen stolzer Krieger und Waffen, aberdutzenden Waffen, über allem ein rötliches Glühen, viel zu intensiv, und Schatten lebendiger Wesen, die beobachten. Nichts von allem scheint genau erkennbar, bis eine Stimme erklingt, die Rabeya als ihre eigene erkennen können wird. Doch sind es nicht Worte, die sie spricht, sondern die bereits gesprochen wurden. Jedenfalls zu einem Gutteil, einiges scheint verfälscht. Mit den ersten Silben schält sich aus dem Dunst eine lange steinerne Tischplattform, wie sie vor zwei Tagen in der Kirche benutzt wurde. Sieben Kerzen darauf, doch sehen die Kerzen ein wenig anders aus, als die, die in Adoran benutzt wurden: sie sind breiter, und jede trägt aus schwarzem Wachs gezeichnet das Symbol einer der Tugenden Temoras.
"So wollen wir uns zusammenfinden, um den Segen zu sprechen", wird hallend und wie von weit entfernt Rabeyas Stimme hörbar, auch für jene beobachtenden Schatten. Die meisten von ihnen setzen sich in Bewegung, treten jeweils hinter eine der Kerzen. Einer bleibt auf Höhe einer Kerze stehen, doch noch weiter entfernt als die anderen. Wie vor zwei Tagen bei der Andacht geschehen, nähert sich eine weitere Gestalt in Akoluthenrobe von vorne den Kerzen, mit einem brennenden Zündholz - Yarin, wie jenen klar wird, die ihn kennen.
"Temora, wir bitten dich, lass uns Mitgefühl aufgehen." Rabeyas Stimme, und Yarin nähert sich der Kerze, um sie zu entzünden, doch eine schlanke Gestalt, das Gesicht weiter im Verborgenen, streckt eine feingliedrige Hand hütend über dem Docht aus, die Kerze brennt bereits. "Ich bin hier", bekundet die melodische und doch männliche Stimme.
"Temora, so segne deine Hüter mit Tapferkeit." Yarin nähert sich der Kerze, um sie zu entzünden, doch unter dem metallischen Schaben der Rüstung tritt die nächste Gestalt an das Steinpodest, steckt die Hand über die schon brennende Kerze. "Ich bin hier", ertönen die Worte durch eine weibliche Stimme zum zweiten Mal.
"Gib ihnen die Gerechtigkeit, zu jeder Zeit zu urteilen, was richtig und was falsch ist." Beharrlich setzt Yarin seinen Weg fort, doch wieder scheint der zu leisten wollende Dienst unnötig: wieder spiegelt sich das Licht im Metall einer Rüstung, doch war die Bewegung des Kriegers kaum zu hören, eine schlanke kräftige Hand hütet die dritte brennende Kerze. "Ich bin hier", die klingenden Worte.
"Temora, gib ihnen den Willen zur Opferbereitschaft, wenn sie von ihnen verlangt wird." Zum herantretenden Akoluthen gesellt sich von der anderen Seite des Tisches mit leisem Rascheln eine weibliche Gestalt, über die Flamme schiebt sich hütend eine im Licht grünlich schimmernde schmale Hand, die Stimme hell und weiblich: "Ich bin hier."
"Ehre, wem die Ehre zu recht gebührt, soll auch nicht fehlen." Inzwischen mag man dem herantretenden Akoluthen doch ein leichtes Zögern unterstellen. Die Kerze brennt nicht, das Zündholz nähert sich, doch von dem gerüsteten Krieger, welcher weiter fort im Hintergrund verblieb, hindert die Entschlossenheit dessen Stimme Yarin daran, fortzufahren: "Ich werde da sein!"
"Segne uns mit Demut und lass uns nicht mit Tugendhaftigkeit prahlen, denn nur wer schweigend in den Tugenden lebt, ist wahrhaft tugendllich in deinem Sinne." Leises Rascheln von Stoff, als eine weibliche Gestalt gegenüber Yarin nähertritt, doch hebt sich über die bereits brennende Flamme ein silberheller Plattenhandschuh: "Ich werde da sein", die kurz widersprüchlich wirkenden Worte der weiblichen Stimme.
"Und segne uns mit der Geistigkeit, unser Wissen zu mehren und abzuwägen." Wieder tritt der Akoluth näher, keine Gestalt tritt an die verloschene Kerze, und doch hält er inne. Unsicherheit und Warten, welches jeder verspürt und zwei Personen in den Roben der temorianischen Priesterschaft, auf die sich beobachtend Blicke richten.
(für die eingesetzten Schwerthüter wahrnehmbar)
Während die Szenerie erstarrt zu bleiben scheint, wird wie von weiter fort Darnas Stimme hörbar, ein Gespräch zwischen ihr und Rabeya, als würde man lauschen und es anderswo stattfinden:
"Der Herrin Waffe ist nicht nur ein Segen, sie ist auch ein Fluch."
"Dies sehe ich genauso wie Ihr, daher bin ich im eigentlichen gegen eine Waffe im Sinne eines Schwertes, um gegen den Wyrm anzugehen."
"Doch wurden die nötigen Vorkehrungen getroffen, wird das Schwert dort hin gelangen, wo er am
schlimmsten wütet. Und eine Gefahr beim Wyrm ist leider, daß es tödlich sein mag, erst andere Dinge 'auszutesten', ob sie ihm schaden können."
"Wir wären machtgierig, werte Paladina, würden wir nicht über Alternativen nachdenken, denn der einfache Weg ist nicht immer der beste, daher verstehe ich Eure Worte nur zu gut."
"Es ist gut... wenn Ihr Euch alle Mühe gebt, die Waffe nicht in Anspruch nehmen zu wollen, Hochwürden. Das ist sogar von überragender Bedeutung, wenn es hart auf hart kommt."
"Ich habe gesehen", klingt es durch das graue Nichts, formt sich in elfischen Gedanken zu einem "Tirannen", und damit endet der Traum, wie er begann, bleibt in klarer Erinnerung der acht Lebewesen, als sie aufwachen.
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 18:00
von Sorcha Llastobhar
Sie schrack mit einem male auf, die Augen aufgerissen, Schweiß hatte sich auf der Stirne gesammelt und die vereinzelten Tropfen suchten nun ihren Weg hinab zum Kinn. Die warme Nachtluft wehte durch ein geöffnetes Fenster und für einen Moment schloß sie ihre Augen wieder um sich durch das Gesicht zu fahren. Der Traum, sofern er ein Traum war, hatte sovieles Bekanntes mit sich gebracht. Erinnerungen begannen aus den hintersten Winkeln ihres Geistes zu kriechen und für einen Moment musste sie auf die Brandnarbe an ihrem rechten Handrücken starren. Der Moment würde kommen, und nur Temora höchstselbst wusste, wann genau das Schwert vor ihnen erneut erscheinen würde, wann es wieder nötig sein würde jene Waffe gegen die drohende Gefahr einzusetzen.
Ein letzter Blick aus dem Fenster, ehe sie sich aufrichtete und rüstete, die Plattenrüstung anlegte, die Rüstung einer Ritterin der Herrin. Und in der gleichen Nacht noch verließ sie die Schwertwacht und ritt gen Kloster; es galt zu beten und Menschen aufzusuchen … denn Sorcha wusste, sie war nicht die einzige welche diesen Traum gehabt hatte.
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 18:24
von Rabeya Travier
"Und segne uns mit der Geistigkeit, unser Wissen zu mehren und abzuwägen."
Sie formte im Schlaf die Worte leise mit, die sie noch vor einigen Tagen in der Kirche zu Adoran gesprochen hatte.Sie richtete sich wie in trance auf, als die Bilder schwanden und sie saß einfach nur still in dem dunklen Schlafraum, die Nacht hing noch über dem Kloster und doch war ihr Geist nun so wach, wie als würde die Sonne glühend auf ihr Haupt strahlen.
Sie dachte an die Worte im Traum zurück, sie waren noch so in ihrem Geist manifestiert gewesen bevor sie zu Bett gegangen war. Denn immer wieder dachte sie darüber nach, ob es Worte wahren, die die Herzen erreicht hatten. Denn immerhin saßen dort Ritter zusammen mit Bürgern, eine Paladina zusammen mit einer Freiin und alle mussten sie nun ihren Teil zu einem großen zuzollen was noch so im dunklen Lag.
Nun begegneten ihr die Worte in jenem Traum wie als hätte sie sie selbst in jenem Raum gesprochen. Als wäre es keine Traum Illusion gewesen, sondern die Realität die sich gerade abgespielt hatte.
Sie entzündete die Kerze auf dem Nachttisch und strich sich über die holen Wangenknochen.
Die Seherin hatte sie mit jenem Traum beseelt, jenes war nicht von der Hand zu weisen. Doch was hatte jener Traum zu bedeuten im genaueren. Sie lies einige Bilder vor ihrem Auge nochmals Auftanzen. Die Hände, die sich über die Kerzen schoben. Die Personen die für die Tugenden standen. Die jene Flamme mit ihrer Macht schützen würden... die jenes Schwert welches im Raum prangerte wie ein Mahnmal, mit den Tugenden schützen würden.
Doch wo war jener Schützer der Geistigkeit... eine Person fehlte.
Erneut fuhr sie sich über ihr Gesicht.
Sie erinnerte sich an die Worte von Darna am Vortag. An jenes Gespräch welches Wendungen und Rückschritte hatte und doch sich immer darum drehte das Schwert zu schützen, es vor falschen Händen zu schützen und vor sich selbst.
Es würde sie wohl den ganzen Tag noch beschäftigen, was jener Traum zu bedeuten hatte. Aber eines war klar, jene Personen die sie in jenem Traum im Schatten sah, jene Konturen, jenen Hände. Sie waren es, die das Schwert schützen.
Sie mussten die Schwerthüter sein.
Und einer von ihnen, wandelte nicht mehr auf jener Welt.
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 19:39
von Yarin von Wolfenfels
Yarin wachte recht abrupt aus seinem Schlaf auf. Ungewöhnlich für ihn, hatte er normalerweise einen ruhigen, wenn auch nicht sehr tiefen, Schlaf. Und obwohl die Nacht kühl war und obwohl der Traum nicht gefährlich oder negativ war, rann ihm der Schweiß über Gesicht und Rücken. Er schüttelte den Kopf und erhob sich auf dem Bett. Mit den Gedanken bei diesem Traum führten ihn seine Schritte in Richtung des Bades. Wasser rann ihm nun über den Rücken, wusch den Schweiß von seiner Haut. Es war doch eine gute Entscheidung gewesen sich dieses bisschen Luxus zu können. Und mit dem gleichmäßigem Prasseln des Wassers fiel es ihm noch etwas leichter sich an den Traum zu erinnern.
Sechs brennende Kerzen. Der Traum war ruhig, erinnerte an die Messe vor einigen Tagen. Nur war es nicht das Zündholz Yarins, welche die Kerzen entzündeten sondern andre Personen. Personen die in Schatten verhüllt waren, Personen deren Stimmen er nicht zuordnen konnte. Zum Schluss war eine der Kerzen nicht entzündet. Den Worten Rabeyas zu Folge war es jene die für die Geistigkeit stand.
Geistigkeit, das Streben nach Wissen, das Streben danach immer etwas Neues zu lernen, etwas Neues zu erfahren. Sowohl Rabeya als auch Yarin standen vor der verloschenen Kerze. Eine Kerze, die aber schon einmal gebrannt haben musste. Warum auch immer, er erinnerte sich jetzt an dieses Detail. Der Docht war angebrannt und erloschen. Ein Sinnbild dafür, dass die Tugend der Geistigkeit vernachlässigt wurde? War es wirklich ein Hinweis der Göttin gewesen dieser Tugend mehr Aufmerksamkeit zu schenken? Vielleicht auch deswegen sein Umweg über die Laufbahn des Magiers.
Der Traum lies aber noch andere Deutungen zu. Sieben Tugenden für sieben Kerzen. Und sieben Menschen, nein sieben Wesen waren es, die die Kerzen entzündeten. Es war nicht ein Mensch, der alle Kerzen entzündete, so wie es Yarin bei der Messe tat. Es waren mehrere Menschen. Und wieder ein Hinweis darauf, dass die Last der Welt auf mehreren Schultern lag. Er erinnerte sich daran. Er hatte seiner Mentorin diesen Ratschlag gegeben. Temora verteilte ihre Lehren ebenso auf sieben Menschen, nicht auf einen Menschen. Ein Lächeln huschte über die Lippen des Akoluthen und er genoss die morgendliche Stille der Stadt.
Es war ein angenehmer Traum, eine Hinweis den er danken annehmen würde.
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 22:16
von Isdaniel Nifar
Solche Träume erlebte Isdaniel selten. Noch immer war er deutlich in seiner Erinnerung. Dabei stand die Sonne bereits lange über dem Horizont. Das Bild war ihm bekannt, noch immer waren die Erinnerungen an den Raum in seinem Geist wach. Sieben Kerzen, sieben Hüter. Zwei Kerzen sind inzwischen erloschen, zwei Kerzen müssen entzündet werden.
Eine Stimme und ein Gesicht - zwei für die Kerze der Geistlichkeit. Es scheint das die Tochter eine erste Wahl getroffen hat. Eine Wahl zur rechten Zeit. Die Zeit wird zeigen warum zwei Personen. Es war nicht an ihm zu hinter fragen, das Ergebnis zählte.
Erstaunt erinnerte er sich jedoch an die Kerze der Ehre. Sie brannte noch nicht, aber auch hier schien eine Gestalt gewählt zu sein.
So gilt es nun die Stimme und das Gesicht zu finden und vorzubereiten.
Verfasst: Mittwoch 8. April 2009, 09:31
von Nevyn Silberhand
Weit östlich von Gerimor in einem Feldlager öffnete Nevyn die Augen.
Wieder solch ein Traum, wieder dieses dumpfe Gefühl der Gefahr...
Der Krieg hier verlief schlecht, der Feind hatte erst gestern einen strategisch wichtigen Hügel eingenommen und die Truppen des Barons zum Rückzug gezwungen.
Und nun sah sich der Paladin in einer moralischen Zwickmühle, einerseits wollte er den Verbündeten weiterhin helfen, auf der anderen Seite konnte man diesen Traum als einen direkten Befehl Temoras auffassen.
Wer war er, dass er sich dem verschliessen könnte?
So kam es denn, dass man noch am selbigen Morgen eine in einen roten Mantel gehüllte Gestalt auf einem grauen Mustang das Lager verlassen sah, mit direktem Weg zur nächstgelegenen Hafenstadt.
Eine Woche würde der Weg nach Gerimor dauern.
Eine Woche...hoffentlich war es dann noch nicht zu spät...
Verfasst: Mittwoch 8. April 2009, 14:03
von Darna von Hohenfels
Die Andacht am Sonnentag hatte vieles aufgewühlt. Isdaniel hatte ihr vermittelt, daß er ihre Botschaft erhalten hatte - und damit auch den Hinweis, daß sie von den Elfen erbat, sich unter den Menschen umzusehen, um jemanden zu finden, der das Erbe der Geistigkeitskerze antreten konnte und den sie in ihrer Mitte akzeptieren würden.
Das war nicht leicht, bei aller Gewogenheit war sie von den hohen Ansprüchen der Elfen überzeugt und sah es als eines dieser vielen Dinge, die Segen und Fluch zugleich sein konnten. Es musste endlich ein Nachfolger gefunden werden, musste!
Schuldgefühle packten sie regelrecht, wenn sie an all die verpassten Gelegenheiten dachte. Nie hatte sie wirklich Zeit gefunden, sich mit Ifirnion als Krieger unter den Elfen näher auszutauschen, seine sicher ganz eigene Art zu kämpfen kennenzulernen... nie hatte sie sich von allen Pflichten Zuhause losgesagt, um Shalaryl endlich die Lehren Temoras näherzubringen - das, was für die Waldelfe so selbstverständlich war, so aufzuzeigen, wie Menschen es nahegebracht werden musste. Kompliziert, doch hatte der Gedanke sie auch immer gereizt, herausgefordert.
Und neben diesen eher sozialen Möglichkeiten gab es dienstliche Pflichten... und auch diese waren vernachlässigt worden. Einmal im Jahr hätten sich alle zusammenfinden sollen, um das Schwert vom immer wieder wachsenden Einfluß des Panthers zu reinigen; sie wusste nicht, wie es nun um die Waffe stand, sie wusste nur, es war nicht geschehen und schon länger als ein Jahr her. Nach wohl etwa fünfzig Jahren hatte damals die Waffe einen Grad an Verderbnis erreicht, daß seine Ausstrahlung sogar begann, den Nebelwald zu beeinträchtigen. Bislang war alles gut gegangen, und doch erschien ihr der Bund als eine träge Masse, der keine Bewegung aus sich selbst heraus entwickelte. Ein Ärgernis? Vielleicht war es gut so, es vermied Aufmerksamkeit möglicher Feinde draußen. Aber es war gefährlich.
Nevyn hatte noch immer nicht rituell aufgenommen den Platz von Andrey übernommen, dabei hatte er sie sogar beim ersten Aufsuchen des Schwertes begleitet, die Gewölbe das erste Mal seit langem wieder geöffnet und lediglich andere Verpflichtung dann verhindert, daß er am späteren Ritual der Reinigung teilnahm und somit einer der sieben wurde. Damit hatte er stets von den innersten Geheimnissen gewusst und war doch nicht einer der ihren. Sie grämte sich über diese Verwicklung nicht. Andrey hatte über das Vertrauen der Herrin seinen Frieden mit sich gefunden und Nevyn erschien ihr dabei als etwas wie eine stille Reserve von Beginn an, inzwischen war er Paladin... aber es hätte schon längst erledigt sein können, die Kerze der Ehre durch ihn wieder zu entzünden.
Doch die Kerze der Geistigkeit... hatte ihr lange Sorge bereitet. Sicher, ein Priester bot sich an, doch musste es ein Priester sein? Wenn sie die Statuen der ersten Hüter betrachtete, schien der Gedanke abwegig. Sie schienen alle verschiedene Charaktere gewesen zu sein, doch nirgends hatten die Räumlichkeiten bislang Aufschluß darüber gegeben, was für Menschen bislang all die Generationen von Schwerthütern gewesen waren. Die Festigkeit des Glaubens war wichtig - was im Grunde dann jeden Priester würdig sein ließ. Doch dieser seltsam schmale Grad, etwas mit dem Leben zu schützen, zu dem so viel Distanz wie möglich gehalten werden musste, das man nicht begehren durfte...
Die Andacht am Sonntag in Adoran war für sie wie ein Schlag vor den Kopf. Fast schon zufällig nur hatte sie die Kunde darüber auf Menek'Ur erreicht, eine kurze Rückkehr nach Gerimor sich doppelt angeboten, und dann...
saß sie da auf den vorderen Bänken vor dem Altar und beobachtete Rabeya und Yarin bei einem rituellen Vorgehen, daß schon nahezu an das Ritual der Reinigung herankam, nur daß nicht sieben jeder eine Kerze entzündete, es nicht um das Schwert ging. Doch verfügte die Herrin Temora über einen Zaunpfahl, bekam Darna ihn gerade um die Ohren gedroschen.
Die beiden da vorne ergänzten sich. Wer käme in Frage? Yarin? Rabeya? Beides hielt sie für möglich, und es mochte noch weitere würdige geben, doch hier waren zwei, auf die sie die Elfen aufmerksam machen konnte, die Suche zu erleichtern. Yarin kannte sie - manches Mal hatte er trotz seiner fragwürdigen Profession als Beschwörer temoragläubiger gewirkt als manche Akoluthen. Für diszipliniert genug, das Schweigen zu wahren, hielt sie ihn ebenso.
Sie beobachtete Rabeya nachdenklicher. Sie kannte sie weniger, und doch entwickelte sie sich in den Phasen, wo seine Eminenz an andere Pflichten gebunden nicht im Kloster weilte, scheinbar zu einem der Zugpferde, die Kirche weiter aktiv zu vertreten und zu repräsentieren. Aber hatte sie die charkaterlichen Qualitäten?
Einen Tag und ein Gespräch unter vier Augen später war sie sich sicher, daß es lohnte, Isdaniel und die anderen auf Rabeya aufmerksam zu machen, doch sie musste zurück nach Menek'Ur, in eine fragwürdige Sicherheit. Und wieder einmal verfluchte sie die Nachteile ihres Zustandes im Stillen. Sie konnte hier nicht untätig rumsitzen, sie musste nach Gerimor, was tun! Sie musste die anderen kontaktieren. Musste sich mit ihnen treffen... ein kalter Schauer lief ihr über den Rücken, als sie dabei es als nicht geringe Gefahr erachtete, nicht nur von Freunden ständig beobachtet zu werden. Wenn dann bemerkt wurde, mit welchen Elfen genau sie sich traf...
Sie starrte vor sich hin. Langsam begann sie, Leonhards paranoides Mißtrauen zu verstehen und ihn zu bedauern. Sie konnte Isdaniel nicht genauso einfach und verschwiegen informieren, wie er ihr eine kurze, aber umso aussagekräftigere Botschaft geschickt hatte, über alle Grenzen und das Meer hinweg... sie seufzte leise. "Temora hilf..."
...
Eine Nacht und einen Traum später neigte sie deutlich aus dem Konzept gebracht dazu, zaghaft anzunehmen, daß die Herrin tatsächlich geholfen hatte. War die Lage so ernst, daß es Wunder bedurfte? Es beruhigte und beunruhigte sie zugleich. Und dennoch gab es so viel zu bereden und zu tun, daß sie sich wünschte, persönlich mit ihnen zu sprechen. Und in Momenten, in denen ihre Gedanken in düstere Tiefen fielen und sie wieder an Jall und andere Begebenheiten dachte, die sie als Gefahr für sich und das Kind betrachtete, fragte sie sich, ob es nicht noch dazu kommen würde, daß auch ihre Kerze neu entzündet werden musste, bevor auch nur...
die Teppiche in der ihnen überlassenen menekanischen Behausung waren dick und sehr schön, aber sie drohten dieser Tage, auf einer Strecke von vier Schritt auf, vier Schritt ab, durchgelaufen zu werden.
Verfasst: Donnerstag 9. April 2009, 23:14
von Isdaniel Nifar
Ein Gesicht und eine Stimme - es war schwer unter den Menschen ein bestimmtes Gesicht und eine Stimme zu finden, selbst wenn die Auswahl begrenzt war auf eine Dienerin und einen Diener der Schwester. Er kannte selbst nur wenige Priester und seit Lucenius hatte er das Kloster nicht mehr betreten. Zu einem Gesicht sollte sich ein Name finden lassen, bei einer Stimme war es bereits schwieriger. Bei einer Stimme würde ihm der Zufall helfen müssen.
Wohl war es auch der Zufall durch den er Quarius auf der Straße nach Bajard traf und wohl auch sein Glück das Quarius ihm zu der Beschreibung des Gesichtes einen Namen geben konnte. Yarin Wolfenfels. Der Name war ihm nicht unbekannt, vielleicht kam ihm deshalb das Gesicht doch irgendwie bekannt vor. Er hatte ihn in Varuna im Konvent des Phoenix getroffen - aber es wäre ein weiter Weg zu einem Diener der Temora. Vielleicht vertauschte er auch Namen und Bilder.
Rabeya fand er Tage später ebenfalls mit Hilfe des Zufalls. Sie hielt ihr Pferd an und unterhielt sich mit einem Kämpfer der Allianz, als er ihre Stimme erkannte. Sie wusste viel, mehr als es selbst für eine Dienerin Temoras typisch war. Sie schien sich bereits viel mit dem Schwert und dessen Geschichte befasst zu haben und sie musste bereits ein Gespräch mit einem der anderen Hüter gehabt haben. Vorsichtig machte er hier und da eine Andeutung, bestärkte sie auf ihrem Weg und bestätigte ihre Vermutungen. Warum die Tochter Rabeya als Lehrerin und Yarin als Schüler erwählt hat, wusste er nicht - aber es war auch nicht von belang für ihn.
Die siebte Kerze musste leuchten und so würde er auch noch das Gespräch mit Yarin suchen und jenes mit Rabeya vertiefen,sollte es notwendig sein. Es wurde Zeit das die Hüter wieder versammelt sind und damit das Schwert bereit ist. Bereit für die Aufgaben die kommen werden. Zudem wird es wohl bald Zeit werden, erneut über den Weg zu entscheiden.
Noch lange sass er in einem kleinen Wäldchen unweit des Klosters und starrte in einen nahe liegenden Strauch.
Verfasst: Dienstag 21. April 2009, 14:09
von Quarius Lore
Zu dieser Abendstunde, als er Isdaniel Nifar, den hoch weisen Elfen sah, hatte er sich auf den Weg gemacht um zurück in die Abtei des Klosters zu begeben. Ihm gingen in der letzten Woche viele Gedanken durch den Kopf. Eines ansprechend, dieses Ungetüm Kryndlagor. Er hatte die letzte Begegnung mit Ihm nicht vergessen. Wie er damals die Dächer Varunas in Brant setzte und Menschen umher warf, als wären sie kleine Spielzeugpuppen. Er selbst hatte dieses Gefühl gehabt-
Sei es so, Isdaniel gab ihm einige Ratschläge, welche Verhaltensregeln nun angebracht werden. Welche die nächsten Schritte man einleiten müsste. Ein Rufer ist die Quelle dieses Wyrms. Alleine hätte dieses nicht wieder aufstehen können. Damals hatte Thelor dieses Tier mit einem heiligen Schwert gerichtet, oder war es jemand anders gewesen? Er wusste dieses nicht mehr genau, jedoch konnte er einige Gesichter zu Personen zuordnen, welche Isdaniel von Nöten hatte, diese aufzusuchen.
Quarius selbst jedoch wusste nach dem Gespräch nicht was er tun sollte. Den Rufer suchen? Das wäre alleine zu verrückt. Den Wyrm suchen? Das wäre noch verrückter.
Was blieb, war also beten und hoffen das Temora ihm den rechten Weg zeigte. Die Chance jedoch, dass Kryndlagor ihm zuvorkam war enorm größer…