Und jetzt bist du Erwachsen
Verfasst: Dienstag 7. April 2009, 12:54
Es war bereits zur späten Stunde als Viola die Dorfgrenze nach Bajard überschritt, die Schritte in eine ganz bestimmte Richtung gelenkt. Ihre Blicke wanderten nur sporadisch hin und her, es interessierte sie wenig was in diesem Dorf geschah, sie kam hierher weil sie ihre Ruhe wollte und während sie langsam die Taverne ansteuerte, zog sie den feinen Siegelring mit den Initialen des Haushalts von ihren Fingern und ließ ihn in einem kleinen Beutel verschwinden; sie würde keinem dahergelaufenen Rahaler einen Grund geben Streit anzufangen, nicht heute Abend.
Die Taverne war erstaunlich leer, nur einige Seemänner fanden sich vorne bei der Wirtin, ihren Schnaps saufend und als Viola ihr ein paar Münzen hinlegte, bekam sie im Tausch eine Flasche ausgehändigt, der Abend konnte beginnen.
Wie lange war es nun schon her, dass sie sich mit einer Flasche in einer Tavernenecke wie hier verkrümelt hatte? Es war lange her, aber etwas in ihr wollte heute Nacht den Geschmack von Alkohol im Mund haben, die Sinne betäubt und all die Gedanken die sie plagten ertränkt in einem süßen Nebel der Leichtigkeit.
Die Flasche wurde an die Lippen geführt, eine leichte Hebung und der Inhalt floss in ihren Mund, legte einen eigentümlichen Geschmack auf ihre Zunge und ran dann mit einem angenehmen Brennen ihre Kehle hinab. Hatte sie es vermisst? Nein, vermisst nicht, aber im Moment war es einfach nur ein willkommenes Gefühl.
Mit der Zeit wurde die Flasche leerer, der Blick glasiger, die Gedanken trüber … wieso war sie hergekommen? Es brauchte eine Weile bis sie die Gedankenfetzen wieder ordnen konnte, aber dann war alles wieder da, zwei Begriffe; Baby und Luca. Sie war heute Morgen im Kloster gewesen, hatte Schriften angefertigt für Darna und dabei war er ihr immer wieder ins Blickfeld gekommen; der große runde Bauch Darnas welcher ihr vorführte, dass Nachwuchs auf dem Weg war, der zeigte dass ein Kind in naher Zukunft in den Alltag treten würde.
Doch als ob dem nicht schon genug war, so wurde beim Frühstück auch noch außerordentlich tüchtig über das Kind gesprochen, wer alles auf das Kind aufpassen würde …dieses Kind ... und Viola wusste sie würde dies auch irgendwann tun, sei es aus ihrer Freundschaft zu Darna oder aus ihrer Pflicht heraus. Je mehr sie an das ungeborene Leben in Darnas Bauch dachte, desto mehr stieg ein heißes und flammendes Gefühl in sie auf, welches sie gleich noch einmal zur Flasche greifen ließ.
Das Kind würde kommen, und es würde alles ändern … alles irgendwie zerstören … Viola wusste das.
Doch nicht nur das Kind war es gewesen, seit neustem war es auch Luca. Er war jünger als Viola, sicher gute sechs bis sieben Jahre und bisher war er einfach nur der Junge gewesen den Darna aufgenommen hatte weil sie glaubte ihn ändern zu können … und sie hatte Recht. Luca hatte sich verändert, er hatte sein Benehmen verbessert und er war förmlich auf Darna fixiert … er war der Erfolg den Darna an Viola niemals verbucht hatte, er würde sich noch weiter bessern …. und er würde immer mehr Darnas Nähe suchen, Nähe die von ihr soweit abgerückt war.
Die Flasche war fast leer als sie den nächsten Schluck nahm. Das Brennen im Hals war nun kaum mehr zu spüren, stattdessen legte sich Unmut auf ihre Seele, drückte alles so tief hinab, weckte Aggressionen wo sonst keine waren.
Wieso diese Gedanken gegen Luca und das kommende Kind? Sie hatte sich diese Frage immer wieder gestellt, woher diese Eifersucht kam, denn etwas anderes war es nicht, es war die pure Eifersucht auf beide. Und jetzt, wo sie hier saß, den Alkohol intus und der Verstand auf das Minimalste reduziert, da wusste sie es irgendwie. Es war als würde ein kleiner Film vor ihren Augen ablaufen, wichtige Szenen aus ihrer Kindheit … dazwischen die Gedanken an das Kind, Bilder von Luca … dann wieder ihre eigene Zeit.
Kindheit, Jugendlichkeit … es war dabei ihr zu entrinnen, es entrann ihr etwas, was sie viel zu spät genießen durfte und was sie noch nicht bereit war aufzugeben aber man fragte sie nicht. Und für einen kurzen Moment schien es ihr fast so, als würde auf dem Platz ihr gegenüber die junge Viola von damals sitzen, das kurze, schwarze Haar, das dreckige Gesicht und die zerlumpte Kleidung … und in jenem Moment wusste sie eines: sie war nun Erwachsen, sie war kein Kind mehr, keine Jugendliche … sie war eine erwachsene Frau geworden, und genau deswegen hasste sie dieses Kind, deswegen hasste sie es, Lucas Fortschritt zu sehen den sie niemals erbracht hatte … deswegen hasste sie in diesem Moment die gesamte Welt.
Schweigend richtete sie sich auf, leerte die Flasche mit einem letzten Zug und trat schwankend hinaus in die Dunkelheit, denn mittlerweile war es späte Nacht geworden. Das Ziel war im Moment unklar, einfach irgendwohin wo sie die Übelkeit einholen würde und sie den ganzen Alkohol aus ihrem Körper speien konnte, ihr war es egal.
Die Taverne war erstaunlich leer, nur einige Seemänner fanden sich vorne bei der Wirtin, ihren Schnaps saufend und als Viola ihr ein paar Münzen hinlegte, bekam sie im Tausch eine Flasche ausgehändigt, der Abend konnte beginnen.
Wie lange war es nun schon her, dass sie sich mit einer Flasche in einer Tavernenecke wie hier verkrümelt hatte? Es war lange her, aber etwas in ihr wollte heute Nacht den Geschmack von Alkohol im Mund haben, die Sinne betäubt und all die Gedanken die sie plagten ertränkt in einem süßen Nebel der Leichtigkeit.
Die Flasche wurde an die Lippen geführt, eine leichte Hebung und der Inhalt floss in ihren Mund, legte einen eigentümlichen Geschmack auf ihre Zunge und ran dann mit einem angenehmen Brennen ihre Kehle hinab. Hatte sie es vermisst? Nein, vermisst nicht, aber im Moment war es einfach nur ein willkommenes Gefühl.
Mit der Zeit wurde die Flasche leerer, der Blick glasiger, die Gedanken trüber … wieso war sie hergekommen? Es brauchte eine Weile bis sie die Gedankenfetzen wieder ordnen konnte, aber dann war alles wieder da, zwei Begriffe; Baby und Luca. Sie war heute Morgen im Kloster gewesen, hatte Schriften angefertigt für Darna und dabei war er ihr immer wieder ins Blickfeld gekommen; der große runde Bauch Darnas welcher ihr vorführte, dass Nachwuchs auf dem Weg war, der zeigte dass ein Kind in naher Zukunft in den Alltag treten würde.
Doch als ob dem nicht schon genug war, so wurde beim Frühstück auch noch außerordentlich tüchtig über das Kind gesprochen, wer alles auf das Kind aufpassen würde …dieses Kind ... und Viola wusste sie würde dies auch irgendwann tun, sei es aus ihrer Freundschaft zu Darna oder aus ihrer Pflicht heraus. Je mehr sie an das ungeborene Leben in Darnas Bauch dachte, desto mehr stieg ein heißes und flammendes Gefühl in sie auf, welches sie gleich noch einmal zur Flasche greifen ließ.
Das Kind würde kommen, und es würde alles ändern … alles irgendwie zerstören … Viola wusste das.
Doch nicht nur das Kind war es gewesen, seit neustem war es auch Luca. Er war jünger als Viola, sicher gute sechs bis sieben Jahre und bisher war er einfach nur der Junge gewesen den Darna aufgenommen hatte weil sie glaubte ihn ändern zu können … und sie hatte Recht. Luca hatte sich verändert, er hatte sein Benehmen verbessert und er war förmlich auf Darna fixiert … er war der Erfolg den Darna an Viola niemals verbucht hatte, er würde sich noch weiter bessern …. und er würde immer mehr Darnas Nähe suchen, Nähe die von ihr soweit abgerückt war.
Die Flasche war fast leer als sie den nächsten Schluck nahm. Das Brennen im Hals war nun kaum mehr zu spüren, stattdessen legte sich Unmut auf ihre Seele, drückte alles so tief hinab, weckte Aggressionen wo sonst keine waren.
Wieso diese Gedanken gegen Luca und das kommende Kind? Sie hatte sich diese Frage immer wieder gestellt, woher diese Eifersucht kam, denn etwas anderes war es nicht, es war die pure Eifersucht auf beide. Und jetzt, wo sie hier saß, den Alkohol intus und der Verstand auf das Minimalste reduziert, da wusste sie es irgendwie. Es war als würde ein kleiner Film vor ihren Augen ablaufen, wichtige Szenen aus ihrer Kindheit … dazwischen die Gedanken an das Kind, Bilder von Luca … dann wieder ihre eigene Zeit.
Kindheit, Jugendlichkeit … es war dabei ihr zu entrinnen, es entrann ihr etwas, was sie viel zu spät genießen durfte und was sie noch nicht bereit war aufzugeben aber man fragte sie nicht. Und für einen kurzen Moment schien es ihr fast so, als würde auf dem Platz ihr gegenüber die junge Viola von damals sitzen, das kurze, schwarze Haar, das dreckige Gesicht und die zerlumpte Kleidung … und in jenem Moment wusste sie eines: sie war nun Erwachsen, sie war kein Kind mehr, keine Jugendliche … sie war eine erwachsene Frau geworden, und genau deswegen hasste sie dieses Kind, deswegen hasste sie es, Lucas Fortschritt zu sehen den sie niemals erbracht hatte … deswegen hasste sie in diesem Moment die gesamte Welt.
Schweigend richtete sie sich auf, leerte die Flasche mit einem letzten Zug und trat schwankend hinaus in die Dunkelheit, denn mittlerweile war es späte Nacht geworden. Das Ziel war im Moment unklar, einfach irgendwohin wo sie die Übelkeit einholen würde und sie den ganzen Alkohol aus ihrem Körper speien konnte, ihr war es egal.