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Stand und Dünkel

Verfasst: Sonntag 29. März 2009, 16:02
von Valentina von Sternwall
Sie seufzte... Manchmal verfluchte sie den Tag an dem man ihr dieses Amt auferlegt hatte. Immer diese Streitereien um Macht und Dünkel anstatt das zielstrebige erreichen eines Ziels.

Seit der Bedrohung durch dieses Drachen kam sie kaum noch zur Ruhe. War es vorher schon nicht leicht gewesen eine Gemeinsamkeit im Reich herzustellen ohne hin und wieder säubernd mit der Faust auf den Tisch zu hauen, machte die Panik die um sich Griff eine permanente Sicht und Beobachtung der Dinge nur noch dringender.

Nun hatte sie auch noch diese Zeilen empfangen. Er war gen Hof beordert worden. WAS konnte derart wichtig sein, dass Ador ausgerechnet JETZT den Sprecher der Ritterschaft abzog. Sorgenfalten machten sich auf der Stirn breit die sie versuchte mit einer Hand wegzuwischen, dabei in ihr wirr liegendes rotes Haar geriet und diese mit einem Ruck versuchte heraus zu ziehen.

Ein kläglicher Schmerzlaut überkam sie und nachdem sie sich befreit hatte und die rote Strähne die dabei in ihren Fingern hängengeblieben war entfernt hatte, griff sie zur Feder.


Ein Anschreiben an Sir Rafael von Arganta mit der Bitte ihr wenigstens einen nachfolgenden Ansprechpartner für die Zeit der Bedrohung zu nennen ging in die Hand eines Boten mit der Bitte sich zu eilen und es an den Hof von Ador zu senden.

Missmutig starrte sie auf den leeren Schreibtisch nachdem der Bote gegangen war. Wenigstens zwei drei persönliche Zeilen hätte sie sich gewünscht.

Ein Seufzer -eher bestimmt als traurig- irgendwie waren sie alle gleich....

Was hatte sie auch erwartet!

Sie straffte sich und warf das Haar nach hinten... alle gleich... mit dem Gedanken an einen Picknickkorb verließ sie das Büro in Richtung Garten, etwas frische Luft sollte sie auf andere Gedanken bringen.

Verfasst: Dienstag 31. März 2009, 10:10
von Valentina von Sternwall
"Abberufung vertagt"... "Aufgrund der Geschehnisse in der Grafschaft?".... sie ließ die Zeilen sinken und die Stirn runzelte sich. Wieso? Und was geschah hier?

Ein Klopfen.... der Leibwächter... Eine Nachricht...

Schwindel... Blässe... dann nach weiteren Worten ein Aufatmen...

Nun saß sie an einem dicken grauen Buch und versuchte einige Gedanken zu Papier zu bekommen. Persönliches an etwas persönliches.

Etwas um Ruhe zu geben in unruhigen Zeiten. Ein Schmunzeln ging über ihre Lippen als sie in Gedanken beim Empfänger war. Sorgfältig wurden die letzten Tintenspuren getrocknet als es auch schon klopfte.

Der Bote sicherlich... Das fleischgewordene Subjekt trat ein. "Ihr kennt den Ort?" als Antwort ein stummes Nicken... "Ihr bleibt unsichtbar?", wiederum ein Nicken. Einige blanke Taler wechselten den Besitzer ebenso wie das Buch.

Genauso wie er erschienen war, verschwand er wieder.

Nicht ganz so edle Gedanken zogen durch ihren Kopf. Gut, dass das Subjekt bereits keine Zunge mehr hatte.... Gut auch, dass der Kapitän wusste wen er an passender Stelle über Deck zu befördern hatte.

Es war ein teures Buch geworden... Dennoch es war es wert. Immerhin waren es nun nur goldene Taler auf dem Meeresgrund.

Mit einem kleinen undeutbaren Lächeln, begab sie sich an ihr Tagwerk.

Verfasst: Freitag 3. April 2009, 16:28
von Rafael von Arganta
Der Brief in seiner Hand spendete ihm etwas Ruhe ... aber auf der anderen Seite auch ein Gefühl von ... Verlangen?
Nein anders, das Verlangen etwas aus zu sprechen was lange versagt war. Das Verlangen einfach nur sie zu sehen.
War es wahrlich sie die diese Zeilen geschrieben hatte?

Ein Lächeln auf den Zügen, faltete er das Pergament und verstaute es gut, ehe Rehya es zu sehen bekam und viel zu viele Fragen stellen würde.
Obwohl Fragen die auch in ihm brannten.
Kurz nur dachte er weiter, dachte an das "Was wäre wenn" doch verschob er diesen Gedanken wieder. Er kam sich eher vor wie ein Schuft.
Hatte er sich damals doch fest vorgenommen gehabt, jene Gräfin gar nicht erst zu mögen, die kam um seinem Besten Freund und Bruder die Grafschaft aus der Hand zu nehmen.
Und nun?
Wie sollte? Würde es weitergehen?
Lange, viel zu lange schon neckten sie einander eher, stritten und vertrugen sich, doch niemals... niemals war da auch nur das vermögen mehr zu sagen.
Die Etikette .... Temora wie er diese in diesen manchen Fällen hasste.

Was war verkehrt daran eine Frau die man mochte in den Arm zu nehmen?
Nein! Keine unzüchtigen Berührungen, und dazu zählte schon ein Handkuss bei dem man ihr in die Augen sehen würde.
Kein wirkliches allein sein mit ihr.
Nicht mehr als ein Tanz, drei währen gar unschicklich.
Und gerade Valentina wurde klar immer der Etikette gerecht.
Ein erster Kuss erst vor dem Altar?
Rafael grauste es nun doch irgendwie. Eigentlich hatte er niemals vor gehabt je wieder zu ehelichen.

Nach Angelina... Feli ... jemanden der ... wie sollte er es nennen, er fuchtelte wild mit den Händen inder Luft herum. Eben nicht diese Leidenschaft besaß was manche Dinge anging.
Obwohl woher wollte er es wissen?
Verrannte er sich da nicht in etwas?
Er wollte es sich eh niemals eingestehen das er etwas empfand, aber "seine" Ritter stichelten eh schon wo sie nur konnten.
Murrend strich er sich mit der Hand durch sein Haar, er würde alles einfach auf sich zu kommen lassen.
Jetzt waren eh eher andere Dinge viel wichtiger.

Verfasst: Samstag 4. April 2009, 00:52
von Rafael von Arganta
Sie spielte mit ihm ... oder etwa nicht?
Er war sich nicht wirklich mehr sicher. Ob sie wirklich nicht wusste was sie mit ihm tat. Wie sehr sie ihn durcheinander brachte.
Sie war ein ziemliches Biest... manchmal.
Manchmal Löwin manchmal Katze oder alles in einem?
Der Brief den sie ihm geschickt hatte, hatte ihn dazu verleitet, vor seiner Abreise zu ihr zu gehen.

In Allianzkleidung mit Allianzring, war es einfach gewesen in die Stadt hinein zu kommen und den Geheimgang ... kannte kaum jemand, geschweige denn das er gut und abgelegen lag.
So war er direkt ins Arbeitszimmer hinauf gegangen, und hatte dort gewartet bis sie kam.
Hinter der Tür war es ein Leichtes vor zu schnellen sie zu umgreifen und ihr die Hand auf den Mund zu legen, doch bevor er sich wirklich erklären konnte, schlug und trat sie um sich.
Fluchend zog er seinen Fuß zurück lockerte so den Griff, er wollte ihr ja auch nicht weh tun, doch genau jener Umstand konnte sie nutzen um ihren Degen zu ziehen.
Rafael sprang zurück, riss seine Kapuze herab das sie ihn erkennen konnte, und sie stockte, ließ den Degen fallen, und in ihrem blick lag auf einmal ein Ausdruck von Verwundbarkeit.
So hatte er sie noch nie gesehen, und so zog er sie fast automatisch in seine Arme, und als sie für den Moment ihr Gesicht an ihrem barg, war es als wäre es das normalste von der Welt.
Als wäre sie keine Gräfin, keine auf Etikette bedachte Frau.
Als wäre es das natürlichste auf der Welt duzten sei sich gar, und als er ihre Fingerspitzen sacht wie ein Windhauch an seiner Wange spürte, blitzen seine Augen wohl wirklich voller Glück auf.
Er hatte sich nicht geirrt, sie fühlte etwas für ihn.
Oder etwa nicht?
Jetzt da sie sich umdrehte ihn einfach stehen ließ sah er ihr fast verstört nach.
Sie hatte eben doch noch zugegeben das sie ihn vermisst hatte und jetzt ließ sie ihn einfach stehen.

„Du bist also nur gekommen um mir zu sagen das du wieder fortgehst?“
Er nickte, zögerte bevor er ihr dann doch erklärte das er gekommen war um gerade nach ihrem Brief sie noch einmal vor seiner Abreise zu sehen.
Einfach auch aus Furch sie könnte später wieder die Frau Unnahbar sein, die Löwin wie vorher auch. Er hatte nach ihrer Hand gegriffen und sie entzog sich ihm nicht.
Für einen Moment waren sie sich nah, sprachen fühlten und necktend sich.
Rafael hatte sich lange nicht so wohl gefühlt, wissend das er das richtige tat, bis sie sich umdrehte von ihm zurücktrat.
Verunsichert hatte er ihr nachgesehen. Er sprach davon das er sich ohne ihren Brief niemals gewagt hätte sich ihr weiter zu nähern. Worauf sie fast anklagend meinte „Ihr habt es gewagt mir fern zu bleiben, und das ist nicht duldbar Sir Rafael.“
Sie verwirrte ihn immer mehr. Wen hatte sie vermisst? Den Ritter, den Mann oder den Kriegsherren in ihm. Er war sich nicht mehr sicher.
„Ihr werdet einen Tribut zahlen müssen so ihr fortgeht.“ Ließ sie sich vernehmen.

Er ging langsam auf sie zu, umrundete sie. „Soso ... einen Tribut.“ Er nähert sich ihrem Ohr und wispert „Und ich fordre einen Pfand.“
„Was schwebt euch vor?“ hackte sie nach und er tat einen Moment so als müsse er überlegen bevor er ausweichend meint. „Vielleicht nur ein Stück eures Umhanges für den Griff meines Schwertes als Pfand oder aber ...“ nun trat er wieder von ihr zurück, und sie drehte sich zu ihm und hackte nach. „oder aber?“ ihr Blick suchte jedoch den seinen und er ahnte das sie wusste was er vor hatte. „Oder aber...“ nun zögerte er doch ob der Worte die folgen sollten fügte dann jedoch gefasst an. „Oder aber eurer Erlaucht gewähre mir die Gunst eines Kusses.“
Rafael war es als getraute er sich nicht einmal zu atmen doch für Valentina schien es als hätte sie auf diese Worte gewartet. Sie trat an ihn heran, mit den Worten „Nun den sollt ihr haben.“
Und Rafael schien man wohl seine Verblüffung an zu sehen, die jedoch gleich schwand als er den Arm um sie legte als sie sich zu ihm beugte. Sein Herz schlug in Erwartung schneller als sie kurz ihre Wange an die seine schmiegte, ihm dann einen Kuss auf selbiger gab und von ihm zurücktrat.
„Eurer Pfand und mein Tribut, Sir.“ Ließ sie sich wohlgefällig vernehmen und hinterließ einen wohl absolut fassungslosen und verwirrten Rafael.
Einen Kuss hatte er gefordert, einen Kuss hatte er bekommen. Was hatte er erwartet?
Sie war eine Gräfin .. .nein nicht eine. DIE Gräfin, von der er geglaubt hatte sie wäre wie Darna.. irgendwie.
„Oder hattet ihr an einen anderen Gedacht?“ fragte sie, ihn damit aus den verwirrenden Gedanken reißend.

Sie war jetzt schon wieder so weit weg von ihm, das es ihn verunsicherte.
Weiß Temora, Adrian konnte immer besser mit Frauen umgehen als er. Er hätte sicherlich weiter gewusst.
Er fühlte sich im Moment wie ein glatter Anfänger der lieber die Flucht angetreten hätte, als das er wusste was er weiter tun sollte.
So beeilte er sich zu versichern, „Nein nein .. natürlich nicht. Das wäre doch ... Unschicklich!“
„Unschicklich. Ja in der Tat.“ Bestätigte sie ernst, doch klangen in dem Moment wohl eher beide nicht sehr überzeugend.
Vielleicht hatte sie gar wirklich noch niemanden so richtig geküsst, und diese Vermutung ließ er nun auch verlauten.
„Ihr“ begann er. „ich meine du hast ... sicher noch nie.. ich meine so wirklich jemanden...“
Sie trat wieder zu ihm, fasste nach seiner Hand, und ihre Gestik, wie ihre Worte entflammten ihn erneut. Mit jedem Wort küsste sie sanft eine seiner Fingerspitzen.
„Was ich habe, wirst du vielleicht eines Tages erleben.“ Mit diesem Worten ließ sie ihn stehen, drehte sich um und ging auf ihren Schreibtisch zu, lapidar meinend „Sir Rafael
Euer Lehen sollte um diesen Schmutz bereinigt werden. Ihr solltet sobald als möglich abreisen. Meine Erlaubnis habt ihr!“
Er musste sich zusammenreißen, wusste nicht ob er weinen oder lachen sollte, obwohl ihm eher zu letzteren zumute war. Irgendwie war es ihm gerade als hätte er einen Eimer Wasser über den Kopf geschüttet bekommen.

Wie schaffte sie das nur. Was war das? Ein Spiel? Oder nur die Folge der Vernunft? Das was man ihr gelehrt hatte?
Aber hatte sie nicht recht? Musste der Etikette nicht genüge getan werden?
Oh wie er das hasste.
Seufzend schüttelte er den Kopf. „Ich weiß nicht ob ich euch nicht doch manchmal... Biest nennen sollte!“ meinte er die Kapuze wieder über den Kopf ziehend.
Sie machte eine kleine fauchende Geste bevor sie sich ganz hinter ihren Schreibt sich setzte und lapidar meinte. „Ihr schuldet mir noch ein Picknick“ und sich, mit diesen Worten und noch einem kleinen Nachsatz, der ihn sehr ins Grübeln brachte, wieder in ihre Arbeit vertiefte.
Ganz so als wäre es das normalste von der Welt und nichts, aber auch gar nichts zwischen ihnen vorgefallen.

Äußerst verwirrt, verließ er das Schloss wie er gekommen war.
Es würde nichts mehr sein wie vorher wenn er ihr das nächste Mal begegnete oder vielleicht doch?
Er wusste es nicht. Er wusste nur das sie ihn durcheinander brachte, und er war nicht sicher ob sie sich selber im klaren darüber war.

Verfasst: Sonntag 5. April 2009, 18:21
von Valentina von Sternwall
Er war Wohlauf... wenigstens DAS hatte sie sehen können.

Er kam doch tatsächlich um sich zu vergewissern?

Sie schmunzelte... kurzerhand einige Gedankengänge weiter erstarb ihr Schmunzeln in einer eher sachlichen Mimik.

Einen Pfand.. sie brummelte unverständliches... was hatte er erwartet? Das sie sich ihm an den Hals warf? Kurzerhand wurde der Nacken gestrafft und die Haltung wieder recht förmlich.

Was hatte er erwartet? Er kam um ihr zu sagen, dass ihn Aufgaben zurück ins Lehen beordern. Tja.. so sollte er gehen. Sie hatte hier ebenfalls genug Aufgaben, die auf sie warteten.

Trotzdem war es schön gewesen ihn zu necken. Sie errötete leicht. Ob sie zu weit gegangen war?

Einige Minuten hing sie ihren Gedanken nach und ihr Blick nahm den jener seltenen Minuten an, die sie sich gönnte einmal nur sie selber zu sein.

Vielleicht würde er irgendwann verstehen... wie kostbar.. so überaus kostbar..

Der Kopf wurde geschüttelt...

WACHEN!.... MEIN PFERD!


Sie musste nach Adoran, es war zu gefährlich hier als Speise auf das Untier zu warten!

Alles weitere würde die Zeit zeigen.....

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 19:23
von Valentina von Sternwall
Alles weitere würde sich zeigen...... ging es ihr durch den Kopf.

Sie wusste nicht ob sie schreien oder weinen sollte. Hatte sie es nicht von Anfang an gewusst? Wieder einmal hatte sie versucht ihr Herz nur ein minmales Stückchen zu öffnen... und es war wie immer!

Kaum das ein Mann einen Bruchteil einer Minute die Hand berührt hatte, meinte er schon, er könne sich anmaßen ihre Aufgaben zu übernehmen, gegen Regeln verstoßen und damit der Krone gegenüber nicht loyal zu sein! Im Grunde: Sie zu missachten!

Die Hände krallten sich in die Laken... dieser dumme Unsinn weshalb sie nun ans Bett gefesselt war macht sie schier wahnsinnig. Die Beine trampelten stereotyp gegen die Bettpfosten und die Sohlen begannen zu brennen. BUM, BUM, BUM... es war egal es hörte ohnehin niemand... BUM, BUM...

Währenddessen diese Gedanken... sie würde niemals auf etwas vertrauen können... NIEMALS!

Sie hatte die gesellschaftlichen Lastem zu tragen: Sie war eine Frau, sie war Regentin und sie war leidenschaftlich in dem was sie tat.

Zuviel für nur einen Mann...

Wütend blickte sie nach links zu Ihrem Spiegel... was sie dort erblickte war eine verwuschelte Person mit geröteten Wangen vor Zorn an der einige Tränen entlang liefen...

Schnell straffte sie sich, wischte sich die dummen Spuren weg... Richtete sich auf und flocht den Zopf neu..

EINEN Mann... wozu wenn es so viele im Reich gab!

Verfasst: Freitag 17. April 2009, 21:01
von Rafael von Arganta
Fast wütend blickt er vor sich. Warum waren Frauen nur so ... so... Schwierig. Zickig? War Angelina je so?
Natürlich fühlte er sich immer noch Schuldbewusst wegen dem Schlag den er ihr zugefügt hatte und der sie nun verletzt ans Bett fesselte.
Aber warum schlich sie sich auch so an ihn heran ...
Rafael seufzte abgrundtief.
Nein nicht warum. Es hatte ihn eher gefreut das sie einmal nicht Gräfin war.
So wie es ihn immer freute, er sich gar danach sehnte, das sie einmal einen Funken zeigte wer sei wirklich sein konnte.
Leidenschaft doch auch Sanftheit. Ein Blick eine Berührung wenn sie nur Frau war, der ihn sofort gefangen nahm.
Ganz anders als die Gräfin. Doch sie musste die Form wahren und das tat sie... zumindest 99 Prozent, nun ja 90 Prozent ihres Zusammenseins.
Fast wie Feli. Sie war Baronin und manchmal Harfnerin gewesen... und die Baronin hatte er manchmal geh... nicht gemocht.
Wollte er wirklich noch einmal so etwas eingehen? Aber war es nicht für einen Rückzug zu spät? Sehnte er sich nicht schon zu sehr auf ein einfaches Zusammensein, in dem sie nur Belanglos miteinander reden konnten. Vielleicht gar ein berühren der Hände. Unverfänglich und doch so zart gewollt.

Er wischte sich mit beiden Händen übers Gesicht. „Eluive hilf, was mach ich nur.“
Eine Woche nun sollte sie das Bett hüten, aufgrund dessen das er sie für einen Angreifer gehalten und mit dem gepanzerten Ellenbogen nach ihr geschlagen hatte.
Nun gut das hatte ihm wenigstens einen Besuch in ihren Schlafräumen eingebracht.
Ganz ohne Arglist natürlich. Dennoch hatte er sich neugierig umgesehen. Davon abgesehen das von ihrer Erlaucht anfangs fast nichts als die Nasenspitze zu sehen gewesen war.
Fast hätte es Rafael amüsiert, aber er blieb ernst, genoss beim Abschied das er ihre Wange berühren, zart streichen konnte, und ihre Hand dabei auf der Seinen.
Fast wähnte er sich im Glück doch dann der heutige Tag.

Sie hatte geschäumt vor Wut. Zorn sprühte aus ihren Augen.
Ja, wenn sie etwas tat, tat sie es mit aller Leidenschaft.
Wirklich alles?
Rafael verwarf den Gedanken und stand auf.
Auch in ihm fand sich Zorn.
Er war Kronritter, nur dem Königlichen Blut unterstellt und er folgte stets freiwillig ihren Befehlen ihren Bitten, und das er keinen Reichsbann für die Verbrecher aussprechen durfte, gerade wo er sie auch noch verfolgt hatte, und es ganz klar darauf hinauslaufen würde,
fand in seinem Sturrem Kopf keine wirkliche Akzeptanz.
Aber gut sie fühlte sich übergangen, das hatte er vielleicht auch, aber hatte er denn nun gar nichts mehr zu sagen? Waren es nicht Kriegszeiten?
Er trat den Stuhl der vor ihm Stand aus dem Weg.
Fakt war das sie ihn lautstark zurechtgewiesen hatte, ihre Augen dabei Funken sprühten und sie eher eine Furie glich denn einer ... Gräfin oder einer Frau der er liebend gerne Nahe sein wollte.
Sie verwies ihn des Hauses. Wies ihn an zu gehen.
Und er folgte Tonlos, genauso wütend in dem Moment wie sie es wohl war.
Zum Glück hatte er noch genug Arbeit und würde wohl sein Schwert schwingen können, um sich ab zu lenken, und wenn es nur gegen arme unwissende Gardisten oder Allianzler sein würde, die seinen Unmut ausbaden durften.

Verfasst: Sonntag 3. Mai 2009, 20:24
von Rafael von Arganta
Wo waren die Grenzen ... was war noch erlaubt, und wo nahm er sich zuviel heraus?
Er lag auf dem Bett, Rehya neben sich und blickte hinauf gen Decke, sich daran erinnernd wie er das Picknick vorbereitet hatte.
Den Tag vorher hatte Valentina ihn noch so sehr gereizt das er wutentbrannt das Haus verlassen hatte, die Tür zugeworfen und am liebsten irgendwo in den nächsten Tisch gebissen.
Dann jedoch hatte er das Picknick vorbereitet. In ihrem Haus, in ihrem Arbeitszimmer.
Heimlich sich hineingeschlichen und Blumen ausgestreut, den Korb vor dem Kamin abstellend, doch dann kam ihm ein Alarmruf in die Quere und er musste alles stehen und liegen lassen.
Er hoffte nur das Valentina niemanden dort hineinführte, denn dann wäre sie in Erklärungsnot gekommen.

Als er dann irgendwann wiederkam war das Zimmer leer.
Alle Blumen fort, der Korb ebenso und nichts deutete mehr drauf hin was er geplant hatte.
Ob sie es fortgenommen hatte? Natürlich wer sonst aber hatte sie erkannt was seine Absicht gewesen war?
Sie hatte!
Denn einige Tage später war sie es die ihn überraschte.
„Umdrehen!“ befahl sie ihm einfach und als er absolut verdattert ihrem Befehl folge leistete, schlang sie einen Schal um seine Augen, fasste ihn bei der Hand und führte ihn durch das Esszimmer zu ... ja wohin?
Als sie ihm die Augenbinde abnahm, glaubte er kaum was er sah.
Im Garten ihres Hauses am Ufer... stand sein Picknickkorb, doch alles war mit weißem Fell ausgelegt, und der Garten abgeteilt mit einem Vorhang.
Vor Überraschung dauerte es einige Minuten bis Rafael überhaupt ein Wort hinausbringen konnte, dann jedoch ließ er sich einladen.
Neben ihr nahm er Platz und langsam fast vorsichtig begannen sie das Gespräch.

Das Essen wurde langsam aber sicher eher zur Nebensächlichkeit.
Hier waren sie nicht Graf und Gräfin sondern einmal wirklich nur Valentina und Rafael. Weit ab von jenen strengen Regeln und Etikette.
Jene Minuten, Stunden waren ihm kostbar geworden so rar wie sie gesät waren.
Brachten sie ihm doch Valentina, wie sie wirklich war näher.
Denn noch immer scheute er sich davor wirklich ernsthaft über eine Verbindung nach zu denken. Zu sehr noch erinnerte er sich an Felicitas, die er als Frau wahrlich geliebt hatte, doch wo er vor der Baronin abstand gesucht hatte.
Noch immer war er sich nicht sicher wie Valentina sein würde, sein konnte.
Doch als sie hier dann... Vertrauensvoll ihren Kopf auf seinen Bauch legte, um ihm frei aus ihrem Leben zu erzählen, gab sie ihm einen Einblick darin wie es sein konnte.
Vertrauen ... gemeinsame Zeit des wahren Kennen Lernens, erste zarte Bande waren Grundlagen für jede Liebe die mit Sehnsucht beginnt.
Rafael ersehnte sich mehr dieser Zeit, denn auch hier war sie viel zu schnell vorbei, als die Alarmglocken durch Adoran schallten.
Varuna wurde angegriffen so hieß es, und er musste gehen.
Sich erhebend sahen sie sich in die Augen und zum ersten Male berührten sich ihre Lippen. Zart ... unschuldig einer flüchtigen Berührung gleich.
Dies war sein Pfand für diesen Kampf und gar ein Versprechen auf mehr .. irgendwann?
Vertrauen, Hoffnung, Sehnsucht auf ein wenig mehr Zeit in dem sie einander wahrlich kennen lernen konnten.
Nicht als Regentin und Ritter, sondern als das was sie waren.
Zwei Menschen die sich zueinander hingezogen fühlten.
Und Rafael wusste, hoffte das es ihm half sich zu entscheiden.

Verfasst: Sonntag 24. Mai 2009, 19:00
von Rafael von Arganta
Du machst nur sie und dich Unglücklich ... hatte Darna gesagt und die Tür vor ihm zugeschlagen.
Was hatte sie damit gemeint? Er hatte doch gar nichts gesagt, oder sah man es ihm schon an?
Sofort hatte er geklopft, die Tür aufgerissen um sie zu fragen und erntete ein sofortiges, schockiertes „RAAAUS“
Sie war gerade dabei gewesen ihren Sohn zu füttern.
Sofort ohne nach zu denken gar war er umgedreht und hinaus gegangen, sich später noch die schelte darüber von Adrian abholend.
Dann war er zurück in sein Gästezimmer gegangen.
Valentina schlief schon, und so wollte er sie auch nicht wecken. Sanft an den Tag vorher denkend, als er sich selber ins Bett legte.
Lange hatte er dieses Gefühl nicht zugelassen es gar beiseite geschoben.
Wo sich doch bereits die gesamte Ritterschaft verschworen haben schien um ihn mit ihr zusammen zu bringen.
Aber der gestrige Abend ließ es einfach nicht mehr zu das er sich selber vor seinen eigenen Gefühlen verschloss.
Zu lange schon bandelten, neckten sie einander, waren sich zugetan ohne wahrlich zu weit zu gehen und doch war in ihm die Sehnsucht lange schon erwacht, die er immer wieder verschwieg.

Doch gestern hatte sie Aaryon gesehen, und man konnte ihr ihre Trauer ansehen darüber das sie keine eigenen Kinder hatte.
Valentina liebte Kinder, das wusste er lange schon.
„Ich will eine Frau an meiner Seite, keine Regentin...“ hatte er ausgesprochen was ihn quälte, ihn fürchten ließ, und sie hatte es ihm keinesfalls übel genommen, ihn verstanden und sie redeten lange miteinander.
Das erste Mal lang im Fell am Ufer ausgestreckt, sie in seinen Armen. Angezogen verstand sich.
Und das erste mal das sie sanfte, vorsichtige Küsse tauschten, und in Rafael schwand nun der einmal gefasste Entschluss sich nie wieder zu verlieben.
Er genoss diesen Abend wie lange schon keinen mehr, und sie trennten sich erst als es zu Gewittern begann und sie hinein gingen.
Jeder, so wie es die Etikette verlangte, in sein Zimmer, und als ihr „Gute Nacht“ durch die Wand klang, erwiderte er den Gute Nacht Gruß mit einem sanften Lächeln.
Er war lange nicht mehr so glücklich gewesen und fühlte das er nicht mehr alleine war.