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Die Elfen - Eine Sammlung kleiner und großer Geschichten
Verfasst: Samstag 28. März 2009, 10:31
von Ifirnion An´Uamen Heledir
Die Elfen
Eine Sammlung kleiner und großer Geschichten
Dies sind die Geschichten eines Volkes, das nur wenige Menschen je zu Gesicht bekamen. Einst voller Bedeutung für die Geschicke der Welt, leben die Elfen heute zurückgezogen in der verborgenen Stadt Ered Luin. Im Schutz hoher Bergen und umgeben von einem geheimnisumwobenen Wald, lauschen sie, stillen Wächtern gleich, der Melodie des Lebens. Sie sind die Hüter alten Wissens, geduldig harrend der Zeit, in der sie erneut aus dem Hintergrund der Welt treten, die Schöpfung zu bewahren.
Krynd'lagors zweites Erscheinen - Die Versammlung
Verfasst: Samstag 28. März 2009, 10:36
von Ifirnion An´Uamen Heledir
Krynd'lagors zweites Erscheinen
Die Versammlung
Viele Elfen waren am Abend der Versammlung im Theater zusammengekommen. Ifirnion erinnerte sich an die Zeit vor der Zerstörung, beim ersten Auftauchen Kryndlagors.
Gemeinsam mit den Edain hatten sie in Ered Luin Kriegsrat gehalten. Das Schwert Gelmirs, von den Edhil lange im Geheimen verwahrt, war geborgen worden und ein Mensch hatte das Ungetüm damit bezwungen. Bedauern, daran konnte Ifirnion sich erinnern. Bedauern darüber, dass nicht ein Maethor seines Volkes erwählt worden war, das legendäre Schwert zu führen. Die Göttin Temora hatte die Klinge, die einst von Elfenhand geschmiedet ward und für deren Schicksal im großen Kampf Gelmir bereitwillig sein Leben gegeben hatte, denen zum Geschenk gemacht, die sie tagtäglich verehrten.
Nachdem der dunkle Drache besiegt worden war, waren Ifirnion, Isdaniel, Shalaryl und vier Edain auserwählt, für dahin als Schwertwächter über das legendäre Schwert zu wachen. Drei aus dem alten Volk, vier Menschen. An diesem Tag hatte er erkannt, dass sein Volk aus der Geschichte der Welt beinahe verschwunden war. Er hatte die Edain immer gemocht, doch stehts für schwach gehalten. Unreif wie Kinder. Aber ihnen gehört die Zukunft, während edhelische Helden wie Gelmir nur noch in alten Liedern und Geschichten ihren Platz fanden. Echte Lilthameigol gab es schon lange nicht mehr unter den Edhil. Gleichzeitig mit dieser Erkenntnis, gelangte Ifirnion zu einer weiteren. Der Klang der Menschen im Lied der Schöpfung war laut und schnell. Es mochte noch lange so sein, aber er selbst würde Generationen von Edain überdauern. Die Kinder Eluives kämpften um die Menschen. Aber niemand mochte vorhersehen, welchen Ausgang dieser Kampf nehmen würde. Vielleicht würde einmal die Zeit kommen, in der sein Volk aus dem Hintergrund in die Welt tritt, um Eluives Werk zu retten. An jenem fernen Tag, an dem sein Volk in Gelmir Ancalimes Fußstapfen tritt, würden Ifirnion bereit sein.
Lamentinus Worte rissen ihn in den Moment zurück. Zuletzt ein untoter Schreckensdrache, schien Kryndlagor nun ganz und gar eine dämonische Qual der Schöpfung zu sein. Was man dagegen tun sollte, darüber waren sich die Edhil uneinig wie es in ihrem Volk sehr selten war. Ifirnion selbst wollte den Menschen beistehen. Mit Hilfe des Schwertes war es schon einmal gelungen, das Untier zurückzuschlagen. Aber die Waldelfen wollten nicht auf eine Waffe vertrauen. Überhaupt schien es dem Maethor, als würde das Schicksal der Menschen sie nichts angehen. Ihre Sorgen schienen sich ganz auf den Nebelwald zu beschränken. Erst nachdem ihnen deutlich gemacht worden war, dass der Wald und Ered Luin nur solange sicher waren, wie die dunklen Mächte ihre Aufmerksamkeit auf die Edain richteten, so schien es Ifirnion, waren sie überhaupt gewillt, sich auf einen Kampf gegen Kryndlagor einzustellen. Dass am Ende auch der alte Silberdrache Selina ihnen riet, diesen Kampf den Menschen zu überlassen, brachte ihm seinen alten Gedanken zurück: Die Zeit brauchte die Edhil noch nicht.[/u]
Verfasst: Samstag 28. März 2009, 14:24
von Eamane Eledhwen
Hastig rannte sie über den mit hellen Marmorplatten gefliesten Weg, den dunklen Holzstab fest in der Hand, ihre Locken wehten im Gegenwind. Als sie schließlich das gut besetzte Theater betrat, war sie außer Atem. Sie hatte sich verspätet, war so in ihre Arbeit vertieft, dass sie einmal wieder die Zeit vergessen hatte. Kurz warf sie Lamentinu einen entschuldigenden Blick zu, ehe sie sich möglichst unauffällig auf einer Bank am Rande der Sitzreihen niederließ. Sie atmete noch einmal kurz durch, ehe sie schließlich den Wechselworten der verschiedenen Sprecher lauschte.
Es ging um Drachen, um ein Schwert, ein Monster, Varuna, die Edain. Sie brauchte ihre Zeit, um sich in das Thema einzufinden, nur um dann bedauernd festzustellen, dass sie ihren Brüder und Schwestern und den Edain als Schneiderin wohl keine große Hilfe sein würde. Sicher, sie konnte die Rüstungen aus dem widerspenstigen Leder fertigen, doch an den Planungen konnte sie sich nicht beteiligen.
So saß sie also stumm da, lauschte den Meinungen, in der Hoffnung, wenigstens etwas für die Zukunft zu lernen. Doch schon bald machte sich ihre harte Arbeit bemerkbar. Wie ein Schlag ins Gesicht traf sie die Erschöpfung, sodass sie entschied, sich sofort wieder auf den Weg in ihr trautes Heim zu machen. Noch einen letzten sorgenvollen und verabschiedenden Blick ließ sie durch die Runde schweifen. Sie sah nirgends Estierian, war er vielleicht zu Hause?
Dieser Gedanke leitete ihre Schritte noch schneller durch das feuchte Gras, doch wurde sie enttäuscht, als sie zu Hause ankam.. Sie war allein, doch die Müdigkeit ließ ihr keine Zeit, sich weiter Sorgen darüber zu machen. Sie fiel in ihr Bett und schlief sofort ein, in Gedanken ihre Brüder und Schwester, die sich vielleicht schon bald der drohenden Gefahr stellen mussten.
Verfasst: Samstag 18. April 2009, 10:57
von Lamentinu Celebren
Die Reinigung und Sicherung Ered Luins
Einmal mehr hatte sie ihre Geschwister zu einer Versammlung gebeten. Ihrem Ruf gefolgt waren Yu'meth, Shalaryl, Ant'inrodon, Lu'araiel und Isdaniel. Nur kurz berieten sie sich, ehe sie mit dem begannen, was schon lange geplant war: Die Reinigung des Liedes von Ered Luin nach dem Angriff der Letharen sowie die Sicherung des Bodens in Hinblick auf weitere Überfälle durch die gefallenen Geschwister.
Lamentinu griff zu ihrer Harfe und begann, ruhige Klänge anzustimmen. Gebunden und weich webte sie die Melodie, so leise, dass sie geradezu unterschwellig erklang und sich unweigerlich mehr und mehr auch auf die Körper der Lauschenden übertrug.
Eine kurze Weile dauerte es, bis alle Elfen zur Ruhe gekommen und sich auf ihr Spiel eingelassen hatten, sich ihre Geister zu verweben begannen, geführt durch die Musik. Shalaryl ergriff nunmehr behutsam die Führung der Melodien, zu ihrem Bernstein greifend, welcher sich mit goldenem Licht füllte und jenes schließlich, während Lamentinu die Intesität der Harfentöne leicht intensivierte, in Resonanz zur Harfenmelodie zu strahlen begann. Als Lamentinu nunmehr ihre Stimme mit zartem Summen harmonisch die Harfenklänge ergänzte, wanderte die Geistmelodie Shalaryls langsam aus ihrem Körper. Ein feiner, goldener Strahl aus Licht drang aus dem Stein, wanderte, leicht im Takt des Spieles pulsierend gen Lamentinu.
Ein feines Lächeln huschte über ihr Antlitz, als sie die Präsenz der Schwester spürte, doch ganz konzentrierte sie sich auf ihre Aufgabe und webte weiter die sie verbindende Melodie. Sie schloss die Augen, als sie spürte, wie sich die Resonanzwelle der waldelfischen Geistmelodie, verwoben mit einer baumartigen Melodie großer Reinheit, sich über sie ergoss und mit den Harfentönen verwebte. Sie spürte die Berührung von Melodie und Licht, als sie einige Momente in jenem erschimmerte als wäre sie selbst ein kleiner Stern. Doch dann wanderte jenes zarte Gewebe weiter, von Elf zu Elf, jeden von ihnen einbindend, und jeder ließ, nach seinem Wissen und können, etwas in jene Melodie einfließen. Alte Worte, die Melodie des Wassers... und all jene Eindrücke nahm Lamentinu auf und ließ sie mit in ihre Musik fließen, integrierte sie durch kleine Facetten in ihr Spiel, sich ganz von jenem leiten lassend, was ihre Geschwister mit in den Klang verwoben.
Schließlich kehrte das Licht zurück zu seinem Ausgangspunkt, zu ihr. Ihr war nicht bewusst, was genau Shalaryl tat, doch sie spürte den starken Lichtimpuls, welcher durch alle Elfen hindurchfloss und sich in jenen brach, sich aufspaltete in ein feines Netz aus melodiedurchwobenen Lichtfingern, die sich alsdann in den Boden legte. Die Lichtstrahlen breiteten sich aus, durchwebten das Tal, spülten Dissonanzen in dem Lied fort, welche die Letharen zurückgelassen hatten. Gespeist durch die Kraft aller Elfen, zentriert und geleitet durch Shalaryl und ihrem Bernstein als Medium, hinterließen sie Reinheit und Ursprünglichkeit.
Lamentinu spürte instinktiv, dass nunmehr der Moment gekommen war, mehr noch in jene Melodie hineinzugeben. Sie ließ ihr Spiel anschwellen, gewann mehr und mehr an Klangfülle, ihre Finger glitten immer kunstfertiger und ausschweifender über die Harfe. Schließlich ergoss sich
ein wahres Feuerwerk sanfter Harfenklänge über das Tal, während Shalaryl die reinigende Melodie über die entlegensten Baumwipfel und Häuser im Tal lenkte, jeden noch so kleinen Winkel damit erfüllte. Jene Durchdrungenheit nutzend, wandelte Lamentinu ihr Summen in Worte, sie deutlich aus dem Harfenspiel hervortreten und einen runden, vollen Klang einnehmen lassend.
Süßer Klang an schönem Ort,
von dem Lied getragen,
führe von hier weit nur fort,
welche bringen Klagen
und Verdruss in dieses Tal,
indem sie verstehen,
dass, auch leuchtet unser Stern fahl,
wir niemals vergehen.
Sie ließ ihr Spiel anschwellen, vergrößerte noch seine Intensität in einem kurzen Zwischenspiel, ehe ihre Stimme erneut einsetzte, tiefere Töne nutzend.
Dunkler Störer, sei gewarnt,
willst den Klang durchdringen,
wird dein Ansinnen enttarnt,
werden Vögel singen,
wie dein Lied in dem verweht,
was du gerade fühlst.
Denn, wer falsche Samen säät,
auch wenn du dich verhüllst,
unerwünscht an diesem Ort
zu jeder Stunde ist.
Böser Schatten, wandre fort,
du ungebeten bist!
Einmal mehr modifizierte sie die Melodie, webte sanftere, friedvollere Töne in ihr Lied und entwickelte aus der eben noch zwar harmonischen, doch auch ein wenig beklemmenden Weise eine vollkommen harmonische Klangdichtung.
Hier der Vögel Frühlingslieder
klingen Tag und Nacht.
Hallen an den Bergen nieder,
während Blütenpracht
schimmert und erfreut das Herz,
schenkt uns süße Stunden.
Fernab wohl von Hass und Schmerz,
von dem Lied umwunden.
Abermals webte sie ein sehr kurzes Zwischenspiel, Frieden und Ruhe über das Tal verbreitend.
Schimmernd weiße Bauten heben
sich aus Grün und Bergmassiv.
Spiegeln sich, wenn wir sie weben
in den Seen, klar und tief.
Eng verwoben mit den Bäumen
jene Horte Ranken säumen,
welche bergend Elf und Tier
jene führen zu den Träumen.
Unser Tal auf ew'ge Zeit
wird der Melodien Schutz,
und in aller Ewigkeit
dies Lied nun des Bodens Trutz.
Nach und nach ließ sie ihr Spiel abebben, mehr und mehr zog sie sich aus der Verbindung zurück. Und auch Shalaryl ließ das Licht, nach einem Aufbäumen, einem Festigen ihres Liedes im Untergrund, sich zurückziehen, die Strahlen schwanden, bis nur noch der Bernstein leuchtete. Doch als der letzte Harfenklang im Wind verwehte, erlosch schließlich auch dessen Glimmen.
Eine Weile lang harrte sie erschöpft, ein wenig in sich zusammengesackt, aus. Ließ sich zur Seite fallen, als sie Shalaryls Worte hörte, undeutlich, sie zeugten auch von ihrer Erschöpfung: "Ist es geglückt?" Sie verharrte regungslos, lauschte in den Untergrund hinein. War dort ein leiser Nachklang? Sie war sich nicht sicher. Vielleicht war es auch nur ihre Erinnerung und ihr Wünschen, doch sie meinte, sehr leise im Grund die Melodie weiter klingen zu hören. Isdaniel und Lu'araiel hatten Recht: Die Zeit würde zeigen, ob ihre Bemühungen von dem gewünschten Erfolg gekrönt waren. Zumindest Dissonanzen konnte sie auf Anhieb im Tal keine mehr ausmachen.
Eine Weile sammelten die Elfen ihre Kräfte, harrten aus. Kaum ein Wort fiel, sie alle mussten sich etwas sammeln, insbesondere Shalaryl und Lamentinu zeigten deutliche Spuren der Ermüdung. Allerdings war ihre Aufgabe für den heutigen Abend noch nicht erfüllt. Eher widerstrebend erhoben die Elfen sich schließlich und brachen auf.
Auf den Spuren der Panther
Yu'meth hatte sich zurückgezogen, die ungewohnte geistige Belastung forderte ihren Tribut. Die verbliebenen Fünf begaben sich zu der Stelle, die Lu'araiel und Lamentinu schon in den frühen Abendstunden in Augenschein genommen hatten, für eine genauere Untersuchung allerdings keine Zeit mehr fanden. Im Süden von Varuna hatte Kryndlagor einen Hof überfallen und verwüstet. Doch ebenso trug der Wald Spuren - angesengte Bäume, verbrannte Tiere, die Schneise seines Treibens war nicht zu übersehen. Mehr jedoch galt das Interesse dem vermehrten Auftreten der Panther, welche sich dort offenkundig gesammelt hatten. Sie widmeten zunächst den Fußspuren ihre Aufmerksamkeit - doch sie waren schon recht verwischt und die Bardin ebensowenig eine begnadete Spurenleserin wie die Magier. Mit einem leisen Seufzen und einem resignierten Blick auf ihre Finger tat sie es Shalaryl gleich und verstärkte ihre Kräfte mit Elixieren, ehe sie erneut zur Harfe griff.
Sie wählte einen der Panther aus, um ihn mit lockenden, vertrauenserweckenden Tönen davon zu überzeugen, dass er selbst sie zu dem Ursprung ihres Auftauchens führen würde. Denn nur die Gier nach wehrloser Beute konnte sie kaum angelockt haben: dazu waren sie zu zahlreich. Mit Hilfe von Harfe und Gesang webte sie behutsam eine Verbindung zu dem Geist der Raubkatze.
Liebliche Katze, komm zu mir, komm her
lausche den lockenden Klängen.
Spüre wie deinen Geist kost mehr und mehr
das, was liegt in den Gesängen.
Führe mich, Panther, komm, führe mich fort.
Mein Geist zu forschen wohl giert
Von welchem fernen, verborgenen Ort
Euer Streifzug euch wohl führt.
Kätzchen, vertrau mir, erhöre mein Fleh'n.
Führe mich, woher du kamst.
Ich hör von ferne die Winde leis‘ weh'n,
zeig mir, was du mit dir nahmst.
Offenkundig war es ihr gelungen, den Geist des Panthers zu erreichen. Nachdem er zunächst einige Kreise um die Elfe gezogen hatte, bewegte sich jener nunmehr sehr langsam gen des Feuers. Sie ließ die elegante Raubkatze nicht aus den Augen und folgte ihr langsam. Doch schon bald hielt jene inne: sie umschrieb mit ihrem Körper einen Bogen um die heissen Flammen des Drachens. Einmal mehr hob sie die Stimme und intensivierte noch das Locken ihrer Klänge.
Panther, vertrau mir, ich werd dir nichts tun.
Keine Hand gegen dich erheben.
Doch, mein Geist unmöglich kann nunmehr ruh'n,
wenn ich nicht weiß was lenkt dein Leben.
Nunmehr setzte auch der Panther seinen Weg fort und wandte sich gen des Blutplatzes. Ihr Spiel nicht unterbrechend, folgte sie mit gebührendem Abstand. Die Flammen, welche dessen Eingang säumten, schienen auf besondere Weise mit der Katze verbunden. Einen Moment schienen sie aufzulodern, als jene zwischen sie trat, und die Raubkatze stimmte ein bedrohliches Fauchen und Knurren drang aus dessen Kehle. Lamentinu hatte genug erfahren und sie spürte, dass die Verbindung nicht mehr lange bestehen bleiben würde. Behutsam zog sie sich aus dem Geist des Tieres zurück.
Ich dank dir, mein Panther, du stolzestes Tier,
viel hat dein Zeichen uns gesagt.
Mächtig dein Fauchen im Flammenspalier,
du hast gesprochen, ich gefragt.
Noch während ihrer letzten Strophe erhob der Panther seine Pfote, um in der Wiese einen Krallenabdruck zu hinterlassen. Ein deutliches Zeichen. Die Elfe neigte respektvoll ihr Haupt vor dem Tier für seine Dienste, ehe sich jenes fortwendete. Matt ließ sie die Harfe sinken, aber sie erahnte schon, dass auch jetzt noch nicht die Zeit für ihre Ruhe gekommen war.
Nur kurz berieten sich die Elfen, doch sie waren sich einig: Jener Ort musste untersucht werden. Die Struktur des Liedes, vielleicht ein ehemaliges Portal? Sie redete Shalaryl gut zu, sah sie doch ihr Zögern und ihren inneren Kampf, zwischen die Flammen zu treten. Lysira trat noch hinzu, eine weitere Stütze für Shalaryl. Lamentinu atmete einmal tief durch und tat das, was sie am besten konnte: Musik machen. Einmal mehr webte sie sanfte Harfenklänge, gleichsam beruhigend wie die Konzentration erleichternd.
Zunächst brach ein leichtes Chaos heran, als Shalaryl ihre Untersuchung begann: sämtliche Panther in der Umgebung wurden wild und zornig, fielen die Elfen an. Es blieb ihnen nichts anderes übrig, als sie in das Lied übergehen zu lassen. Lamentinu webte eisern ihr Harfenspiel fort, Shalaryl hingegen musste unterbrechen ob eines sehr direkten Angriffes. Doch sie erleichterte ihr die Rückkehr zur vorherigen Ruhe.
Die Untersuchung dauerte lange. Eng war die Verbindung der beiden so unterschiedlichen Schwestern bezüglich ihrer Geistesmelodien. Und mehr und mehr ging die Forschung in die Substanz. Lamentinu vermochte nicht zu sagen, was genau Shalaryl herausfand - doch sie spürte genau ihre Regungen. Angst - und etwas Mächtiges, auf das sie stieß, das konnte sie ausmachen, denn es zerrte derart an Shalaryls Kraft, dass Lamentinu ihren Körper gnadenlos überanstrengte, um ihr das zu geben, was sie brauchte, um die Untersuchung fortführen zu können.
Schließlich, Lamentinu war bereits dem Zusammenbruch nahe - zog sich Shalaryl zurück. Sie spürte es, Erleichterung erfasste sie, gerade wollte sie die Melodie zum Ende führen - da wurde mit einem Male Shalaryls Geist fortgezogen. So unvermutet kam jene Regung im Geistesgefüge, dass Lamentinu beinahe in die Flammen vor sich hineingestolpert wäre. Mit all ihrer verbliebenen Kraft versuchte sie, Shalaryl zu stärken, verzweifelt, ein geistiges Zerren und ziehen, doch sie waren zu schwach. Ihr Geist wurde fortgezogen und sie spürte den Schrecken und die Gewalt. Doch nicht lange - ehe er so aprupt in ihren Körper zurückkehrte, dass Lamentinu rücklings ins Gras fiel, das Spiel und damit ihre Verbindung zu Shalaryl von einem Moment zum nächsten unterbrechend. Ant'inrodon und Lysira kümmerten sich um sie. Wie durch einen Nebel nahm sie noch wahr, wie Shalaryl auf der anderen Seite der Flammen am Boden lag und Lu'araiel sich um sie kümmerte.
Die Männer trugen die beiden Frauen mit Hilfe der Geister heim und betteten sie. Schnell fiel Lamentinu in tiefen Schlaf. Erst am nächsten Morgen würde sie, mit starken Kopfschmerzen geplagt, den Zustand ihrer aufgesprungenen Fingerkuppen erkennen können sowie mit einer leichten Heiserkeit zu kämpfen haben. Ganz zu schweigen von dem roten Film ihres eigenen Blutes auf der Harfe, die genau wie Rilya in dieser Nacht neben ihr im Bett schlief.
Verfasst: Samstag 18. April 2009, 23:34
von Shalaryl Di'naru
Und wer da berühret die Flamme wird sich brennen, denn wisse, die Hitze
sei Warnung deinem Fleische und Geiste nicht zu ergründen die Tiefen im
vergorgenen Schatten jenseits des unsteten Flackerns deiner Augen.
Sie hatte mit Kopfschmerzen gerechnet und sie auch bekommen, die nur
allzu logische Konsequenz zweier großer Anstrengungen im Gefüge des
Liedes in so kurzer Zeit. Sie hatte sich Tränke zurechtgelegt, sich vorberei-
tet wie es ging...aber dennoch kam unerwarteter Weise einiges anders.
Die Reingung und Stärkung der Strukturen Ered Luins verlief noch wie
geplant, mit aller Mühe tränkte sie den Boden mit all den Wünschen und
Hoffnungen aus den Seelen beider Völker, auch wenn sie sicher war, durch
die Hilfe des Bernsteines und ihre Reaktion auf Lamentinus Erwähnung von
Grün und Bäumen ein wenig zuviel...waldelfischen Anteil mit eingeflossen
haben zu lassen. Nun, die Zeit würde zeigen, ob mehr Bäume als Marmor-
bauten gedeihen würden... .
Unerwartet kam der Besuch der Brandmarken des Drachens...dessen
generelle Aktivität war ihr zwar schmerzlich bewusst, doch dass sich die
elfische Gruppe direkt den brennenden Überbleibseln annehmen würde...
das kam wirklich unerwartet.
Und wie sollten sie sich irren...nach der Vermutung, vom Panther zu einem
Portal geführt worden zu sein, dessen resonante Echos zu seiner anderen
Seite man erorschen sollte, bevor sie verklingen, musste sie sich wohl
oder übel der Hitze des Feuers stellen. Keine andere Elfe konnte Portale
öffnen, die Ebene der Resonanzen betreten...also musste sie noch ein-
mal alle mentalen Kräfte ausschöpfen.
Den Wirbel aus Chaos und Reinheit im Boden erkannte sie, auch wenn
sie nicht gedacht, nicht erwartet hätte eine solche Kakophonie hier,
überhaupt noch irgendwo anders als am Ort, da sie solche Klänge das
erste Mal vernahm, zu finden. Die Verwunderung brachte Neugierde und
panischen Eifer zum Wirken, den neuen Tönen die am fragilen Gleich-
gewicht zerrten musste sie nachgehen...eine Erkenntnis und ein Fehler
zugleich. Sie fand den Ursprung der Veränderungen, doch dieser auch
sie. In diese Augen zu blicken, wenn man seine eigenen, körperlichen
benutzte war schon schlimm genug gewesen damals, doch nun mit dem
Geist ihre volle Seelenspiegelung zu umfassen, erzwungen und hingezerrt,
das war noch weit entsetzlicher... .
Die Kopfschmerzen kamen, doch war sie gewisser Maßen froh, sie zu
spüren, ein Beleg dafür, dass ihr Geist da war, wo er hingehörte. Und
zumindest gab es auch gute Aspekte...sie wusste nun, was der Drache
beabsichtigte und es sollte daraus ergründbar sein, was folgen würde.
Sobald sie nicht mehr das Gefühl hatte, ihr Kopf wolle in alle Richtungen
gleichzeitig wegfliegen und sich davor mit sich selbst darum raufen, wo
es lang geht, würde sie auch mit einigen Menschen reden müssen... .
Verfasst: Sonntag 19. April 2009, 21:57
von Lu'araiel
Die Nacht war vorbei, langsam wanderte die Sonne über das Meer im Osten hinauf,
glutrot färbte sich das Wasser im Morgengrauen, es war ein schöner Morgen,
die Luft sirrte von den ersten Sonnenstrahlen, der frische Tau tropfte von den Blätter.
Hier und da zwitscherten die ersten Vögel und es war still in Ered Luin,
heimisch und ruhig, Lu'araiel war wach. Er saß immer noch still neben Shalaryl,
die er in der Hängematte wiegte,
„Arme kleine Feya'jah, noch so jung und schon soviel lastet auf ihren Schultern“,
dachte Lu'araiel bei sich. Wenigstens im Schlaf wirkte sie noch unbeschwert,
ein geringer Trost, Lu'araiel hatte viel gesehen,
er gestand sich ein das seine Gedanken oft auch trübere Wege gingen.
Das aber Shalaryl schon so viele Schrecken erlebt hatte,
stieß ihm immer wenn er darüber nachdachte säuerlich auf.
Mit einem Handstreich um ihre Wange,
erhob er sich von der Kante der Hängematte um durch das Gras zu streichen,
bis seine Füße vom Morgentau genässt waren.
Langsamen Schrittes entfernte er sich von der Hängematte,
um durch das unerwachte Ered Luin zu schlendern,
es schien wirklich als hätte alles geklappt wie sie es versucht hatten.
Die Wachen die zur Wachablösung aus dem Nuya'tan hinauf in die Stadt gekommen waren
kamen ihm entgegen und das zufriedene Lächeln,
auf den Gesichtern dieser Elfischen Krieger war bezeichnend.
Sie hatten viel erlebt viele Kämpfe und Konflikte,
aber endlich wie seit dem Angriff der Dunklen nicht mehr,
konnten sie Lachen und Scherzen, kurzum sich wieder sicher fühlen.
Lu'araiel wurde ein Lächeln zuteil und ein freundlicher Gruß, bevor sie einander passierten.
Nach einem kleinen Fußweg war Lu'araiel dort angekommen wo er hin wollte,
den Pass am Berg hinauf, so stand er oben auf der Plattform,
von der aus er das ganze Tal überblicken konnte.
Hier oben fühlte sich die Sonne ein Stück wärmer an,
hinter ihm lagen die Höhlen der großen Urweisen Wesen,
die dort ihr Zuhause gefunden hatten.
Gemächlich ließ sich der alte Elf nieder und verschränkte die Beine im Schneidersitz,
die Handflächen offen auflegend, schoss er die Augen.
Seine Konzentration wuchs, nicht unlängst davon begünstigt das dieser Ort
ohnehin eine gute Quelle zur Konzentration bot.
Wie Shalaryl es ihm vorgemacht hatte,
began er langsam und vorsichtig seine Seele wandern zu lassen,
anfangs kaum weiter den seine Formen es zuließen, doch mit zunehmender Konzentration,
wanderte sie mehr und mehr.
Mutiger traute sie sich schon ohne die Verbindung allerdings ganz zu lösen,
das Umfeld zu ergründen. So ließ Lu'araiel sich vom Wind tragen,
der weich und zart durch seine grün-weißlichen Haare streifte,
ergründete das Tal auf den Wegen folgend die am Vortag begangen wurden.
So ließ er sein Gespür leiten von dem was ihm vertraut war,
der Harmonie die nun in Ered Luin wieder eingekehrt war.
Wie ein Vogel glitt er durch das Tal, sah es vor seinem Geistigen Auge,
fühlte die Melodie mit seinem Herzen und ein durchdringendes Gefühl
von innerer Einigkeit durchströmte ihn. So sehr genoss er dieses Gefühl,
das sogar seine dunkelsten Gedanken zu vertreiben vermochte das für Momente
der Pfad zwischen Seele und Körper ganz dünn wurde,
bevor sich Lu'araiel besann und zurück in seinen Körper einkehrte,
um den Sonnenaufgang meditierend dort zu verweilen....