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Eisenwart - Ein Leben für den Burgherrn
Verfasst: Freitag 27. März 2009, 21:43
von Alexyos Rachus
"Kemail aus dem Hause der Ifrey... Das ist ein Spiel auf Eisenwart, mit Schneebällen zu werfen", sprach der Herr ohne den menekanischen Hauptmann des Sturmwipfels dabei anzusehen, da ihn das Fischen nach einigen Weintrauben von dem kleinem Tisch neben den Thron beschäftigte.
Hätte die Gestalt seiner Dienerin eine eintönige Farbe besessen, hätte man sie für eine weibliche Statue neben dem Thron geglaubt. So stand sie mit monotonem Gesichtsausdruck da, bereit sich blitzartig aus ihrer Versteinerung zu lösen und einem möglichen Attentat zuvor zu kommen. Verrückte Frau.
Während formelle Erklärungen zwischen dem Hauptmann und dem Burgherrn ausgetauscht wurden, sah Alexyos auf den Menekaner, doch war dieser nur der Ruhepol für seinen müden Blick, um sich in seine Gedankenwelt zurückzuziehen...
Der einschüchternde Audienzsaal, die kalte Halle, die mächtige Burg, der mit Skelettköpfen ehemaliger Verräter beschmückte Innenhof, der lange äußere Ring, die gewaltige Burgmauer, das große Tor... welches offen stand... wieso stand es offen? Vorsichtig stapfte Alexyos voran, als müsse doch irgendwo eine Gefahr lauern.. er spähte hinaus und erblickte eine idylische Landschaft, die der Lameriasts nicht gleich war. Das von ungewohnt kräftigen Farben geprägte Bild vor seinen Augen verschwomm ein wenig. Bei jeder Bewegung seines Körpers wackelte diese Welt, wellenartig aus der Mitte des Bildes gingen ründliche Schwinungen heraus... gleich einer ruhigen Wasseroberfläche, in der plötzlich ein kleiner Stein geworfen wird. Er schlug sich durch den Wald den Weg frei oder besser ausgedrückt... der Weg schlug sich ihm frei; Zweige, aus dem Boden austretende Wurzeln und Gesteine neigten sich oder rollten zur Seite, um Alexyos ungehindert passieren zu lassen... Er fühlte sich eingeladen von diesem Phänomen. Er betrat eine runde Lichtung, in welcher kein Laut zu vernehmen war. In der Mitte dieses ruhigen Platzes ragte aus dem Boden ein großer hölzerner Speer, an dessen Griff, welcher zum Himmel zeigte, die grüne Fahne der Sturmkrähen befestigt war. Sehnsucht überkam ihn und er streckte vorsichtig seinen Arm nach dem Speer aus. Als er diesen umschliessen wollte, grief es ins Leere. Es verwirrte ihn gar nicht, denn er wusste dass dies nicht wirklich war. Doch er genoss es und ließ sich vom Traum weiter in die Vergangenheit befördern...
Plötzlich hörte er Gekicher... irgendwo hinter den Bäumen... er stapfte hin zu der Stelle, wo er das Geräusch zu orten glaubte und siehe da... hinter einem Gebüsch konnte er den wunderschön geformten Nacken erkennen, welcher einer Frau in einem eleganten roten Ballkleid gehörte. Erneut gab sie ein Kichern von sich und jetzt identifizierte Alexyos den Klang: Suesann Knox, seine große Liebe.
"Sue", hauchte er, denn die Stimme versagte unerwartet. Sie rannte voraus und er wollte folgen, doch die Rüstung, die er bislang für nicht vorhanden geglaubt hatte, da diese gewichtlos gewesen war, unterdrückte seine Ausdauer und ließ ihn nicht mehr mit ihr Schritt halten. Der Tatsache bewusst, sie verloren zu haben, kam er langsam aber sicher wieder zum Stillstand. Doch ungewöhnlicher Weise stimmten ihn diese Verluste nicht traurig... Er wusste, dass es so kommen würde... Denn er hatte sich ja entschieden...
Er spazierte weiter und nach einiger Zeit endete der Wald und ein kleines gemütliches Haus tauchte in seinem Blickfeld auf. Die Sonnenstrahlen fielen symbolisch auf das rote Dach und der verführerische Duft von guter hausgemachter Speise drang aus den kleinen geöffneten Fenstern zu ihm durch. Er näherte sich... seinem Elternhaus. Langsam, um ja nicht die Bewohner dieses Hauses von seiner Ankunft zu warnen, hob sich der rechte Arm von der Körperseite ab und wurde Richtung Türgriff geführt. Er wollte danach schnappen als...
"Legionär Rachus.", hörte er hinter sich Khazkal sprechen und drehte sich ruckartig nach diesem um, welcher mitten in der Graslandschaft auf seinem Steinthron saß. "Mein Herr.", wie üblich neigte Alexyos tief sein Haupt. "Legionär Rachus. Zum Dienst antreten.", erklang die befehlerische Stimme seines Meisters, ... "Sehr wohl, mein Gebieter.", Alexyos verneigte und wandte sich ab. Er sah noch einmal über die Schulter Richtung Haus. Lebe wohl, Vergangenheit.
Wieder geistig im Audienzsaal angekommen erklang die genervte Stimme Khazkals: "Begleitet Kemail Ifrey vor die Tore." Der Befehl wurde sofort ausgeführt. Kein Widerwille regte sich in ihm. Niemals. Er hatte seine Entscheidung getroffen - Sein Leben für den Burgherrn.
Verfasst: Samstag 28. März 2009, 17:19
von Rowan
Warum sie dorthin ging wußte sie nicht mehr. War es intuitiv?
Rowan wollte eigentlich nur zu einem Kunden, einige letzte Details besprechen, bevor sie den Auftrag beenden würde.
Doch sie kam nie bei ihm an, nein, ihre Füße trugen sie zu ihrem Elternhaus.
Halb versteckt hinter einem Busch betrachtete sie den Hof. Viele Erinnerungen überfluteten sie. Ihre Augen glitten über das Haupthaus, die vielen Nebengebäude, nichts hat sich verändert.
Es waren auch sehr viele Menschen zugegen. Komisch, schnell überlegte sie, ob eventuell jemand Geburtstag hätte. Da, ihre Mutter kam vor die Tür, weinend verabschiedete sie sich von Leuten. Ihr weißes Taschentuch in der Hand leuchtet förmlich vor ihrem schwarzen Kleid. Rowan machte einen Schritt rückwärts, sie überkam ein Gedanke, den sie nicht zu Ende denken wollte. Sie erschrak, als sie plötzlich hinter sich gegen etwas stieß.
Langsam drehte sie sich um und sah in das Gesicht ihres Bruders.
Mit verschränktem Armen stand er da, drei Köpfe größer als sie. Grimmig war sein Gesichtsausdruck, als er begann zu sprechen: "Was wollt I...?"
Er brach mitten im Satz ab, das Grimmige verwandelte sich in Überraschung, dann Skepsis. "Rowan?", fragte er leise. Seine Augen glitten an ihr herab, dann wieder zurück zu ihren Augen. Sie schaute ihn nur an, sagte nichts. Er packte sie mit beiden Händen an den Armen und begann sie zu schütteln. "Verdammt Rowan, wir dachten zu seist Tod.", er schrie es ihr förmlich ins Gesicht. Sie biss sich dabei auf die Lippe. "Habt ihr deswegen dieses Theater inszeniert?", kam es nur trocken von ihr. Fest bohrten sich seine Finger in ihre Arme. Mit einem Ruck drehte er sie um und zerrte sie mit sich. Das Gebüsch zerkratze ihre rechte Gesichtshälfte, ihr Umhang blieb daran hängen. "Lass mich los, du Idiot.", fauchte sie ihn an und stemmte sich dagegen.
Die Leute vor ihrem Elternhaus hoben die Köpfe um zu sehen, woher das Geschrei kam. Ihre Mutter war schon sehr blass, aber nun war sie vollkommen weiß, als sie erkannte, wen ihr Sohn da mit sich führte.
"Bei Temora, du bist es.", auch ihre Mutter konnte es nicht fassen. Rowans Bruder zerrte sie vor ihre Mutter. "Ein Burgler.", "Eisenwart.", hörte sie tuscheln. Mitleidige Blicke trafen ihre Mutter.
"Kind, was hast du getan?", sie deutete auf Rowans Sachen. "Wenn dein Vater das wüßte." Erneut brach sie in Tränen aus. Eh sie antworten konnte, versuchte ihr Bruder sie ins Haus zu ziehen. Rowan war wütend, sie ballte die Fäuste. "Du lässt mich augenblicklich los, ansonsten hast einen Dolch in der Seite, ich schwöre es dir." Er ließ sie los, sie funkelten sich böse an. "Wie kannst du es wagen, mich so zu behandeln, elender Mistkerl!" Hände wurden vor den Mund genommen, erstaunte Blicke ausgetauscht. "Du bist es nicht wert anders behandelt zu werden. Weißt du wieviel Kummer wir wegen dir hatten? Vater ist vor Gram gestorben. Er liegt dort aufgebahrt. Geh hin und schau ihn dir gefälligst an." Kleine Spucktröpfchen trafen sie ins Gesicht, während er die Worte hinausschrie und in das Haus deutete.
Angewidert trat sie einen Schritt zurück. "Schrei mich nicht an und wähle deine Worte klug, geliebtes Bruderherz. Dein Vater hat sein Leben versoffen und es geschieht ihm recht. Soll er schmoren, dort wo er jetzt ist. Und dort wirst auch du landen.", sie zeigt auf ihn "Und du auch." Der Finger geht Richtung Mutter. "Wie konntest du nur?" kam es nur wieder von ihr. "Was konnte ich?"
Sie entfernte sich drei Schritte, sah alle nacheinander an und sprach:
"Ich bin Rowan. Schneiderin der Burg Eisenwart zu Lameriast. Ergebene des Burgherrn Khazkal Deslon. Mein Leben und meinen Tod gab ich in seine Hände." Stolz steht sie da, ihr Daumen berührt während dieser Worte ihren Siegelring. Ihre grünen Augen funkeln, ein Lächeln umspielt ihre Lippen.
"Heil der Eisenwart!", mit diesen Worten drehte sie sich um und ging.
Ihr Bruder wollte hinter ihr her, aber ihre Mutter hielt ihn davon ab. Sie hatte verstanden. Sie wußte auch warum Rowan damals einfach ging.
Tränen rannen über ihre Wangen, aber nicht nur wegen ihres Mannes, nein auch wegen dem Verlust ihrer einzigen Tochter. Rowan würde nie wieder kommen, sie hatte keine Familie mehr, das wußte ihre Mutter und ging gebeugt ins Haus.
Rowan schaute nicht zurück. Für sie war die Vergangenheit nun passé. Endlich zahlt der Alte für seine Vergehen an ihr.
Wieder zu Hause auf der Burg, wollte sie sich an ihre Arbeit machen, als es hieß, sie soll zu Frau Shartir. Rowan wußte sie hatte sich eigentlich zu weit aus dem Fenster gelehnt. Hatte sie sich Shessidyr Shartir erneut zur Feindin gemacht? Dabei hat sie ihr nur durch die Blume mitgeteilt, dass ihre Frisur schrecklich ist und sie keinen Sinn für Farben, Stoffe und Schnitte hätte. Sogar ihre Hilfe hat sie angeboten. Rowan grinst. Oh was war Frau Shartir wütend abgerauscht. Krachend flogen die Türen der Schneiderstube zu. Sie mußte so lachen, sogar Tränen waren ihr gekommen. "Du und deine große Klappe.", murmelte sie auf den Weg durch die Burg. Ehrlich gesagt liebte Rowan diese kleinen Machtgeplänkel, auch wenn sie den Kürzeren zog. Ein letztes schelmisches Grinsen, bevor sie die Katakomben der Eisenwart betritt.
"Frau Shartir, Ihr wolltet mich sprechen?"
Verfasst: Dienstag 31. März 2009, 19:06
von Kaim
Wie lange war er jetzt schon im Dienste des Burgherren? Wie lange war er schon ein Deslonit? Kaim wusste es nicht mehr. Es schien ihm als hätte er sein Leben lang noch nichts anderes gemacht, er wusste kaum mehr Einzelheiten von seinem früheren Dasein. Doch was gab es schon wichtigeres als Khazkal Deslon jeden Wunsch zu erfüllen?
Als Deslonit wurde er immer mit den heikelsten Aufgaben betraut. Sei es Spionage, Ermordungen und sein Lieblingsgebiet... Folter.
Sein letzter Auftrag lag schon einige Wochen zurück, und so ging Kaim nur den "gewöhnlichen" Tätigkeiten eines Legionärs nach. Wache am Tor und auf den Mauern, Übungen im Kampf und Jagen. Es war zwar nicht so aufregend wie seine sonstigen Tätigkeiten, aber auch dafür war er sich nicht zu schade. Schließlich diente all sein Handeln, jeder Atemzug den er tat nur dem Wohle der Eisenwart und ihres Regenten.
Eines Abends war es schließlich soweit. Ein Legionär löste Kaim bei seiner Torwache ab und sagte ihm er solle sich unverzüglich bei Frau Shartir in den Katakomben melden. Plötzlich war er hellwach. Seine Nackenhärchen stellten sich auf und er fühlte wieder dieses Kribbeln. Shessidyr Shartir verkörperte den Willen seines Herrn Khazkal Deslon, und ihr zu dienen hieß dem Burgherrn zu dienen. Von ihr kamen auch immer die 'besonderen' Aufträge. So schnell wie möglich packte er seine Sachen und spurtete zur Eingangshalle der Burg. Kurz vor der Kellertreppe verlangsamte er sein Tempo und atmete ein paarmal tief durch. Sie sollte nicht wissen dass er gerannt war. Langsamen Schrittes ging er nun die Stufen hinab. Nur wenige Fackeln spendeten dort Licht und irgendwie war es dort sehr unheimlich, so unheimlich wie Shessidyr selbst es war.
Wie üblich stand sie hinter dem Altar, und wie üblich bezog Kaim 2 Schritte davor Stellung und nahm seine militärisch Straffe Haltung an. Natürlich ging es wieder um einen Auftrag. Bei Shessidyr musste man seine Worte sehr sorgfältig wählen, und deshalb sagte Kaim auch nie viel. Sie war leicht reizbar und ihre Laune wirkte sich unmittelbar auf die Laune des Burgherrn aus.
Aventius...
Es ging also um Aventius. Er war schon lange vor Kaim der Burg Eisenwart beigetreten und war auch schon seit Beginn ein Deslonit. Nun war er seit vielen Wochen verschollen und hatte auch keine Nachricht hinterlassen. Dies war sehr ungewöhnlich für ihn, schließlich war er einer der treuesten Untergebenen der Burg.
Wirklich keine leichte Aufgabe, denn konnte er überall sein. In jedem verdammten Kerker dieser Welt oder sogar schon tot, die Überreste von den Tieren des Waldes abgenagt.
In der Vergangenheit wurden Kaim einige schier unmögliche Aufgaben zugeteilt und bisher konnte er sie alle meistern, doch diesmal hatte er seine Zweifel. Seis drum. Der Burgherr wollte dass er Aventius fand, und das würde er ohne jeden Zweifel auch tun.
Verfasst: Mittwoch 1. April 2009, 02:23
von Shessidyr Shartir
Sie erwachte.
Wo war sie. Es... tat weh. Was war es?
Arme bewegen... geht nicht? Autsch... Schmerzen.
Augen... öffnen... Schmerzen!
Was... war das...? Ihre Augen waren *zugenäht*!
Nach einer Weile schaffte sie es, sie einen Spalt zu öffnen.
Was... wo war sie?
Sie fand sich mit langen, rauhen pfeilartigen Gebilden an einen kalten metallenen Pfeiler genagelt. Als wären diese langen Stangen eines mit dem Pfeiler. Der Geschmack von Blut klebte an ihren Lippen. Eigentlich... überall. War sie tot?
Dunkelheit. Dunkelrotes Licht. Und... andere Pfeiler...?
Was war das? Um sie waren noch mehr dieser... Pfeiler.
Bekannte Gesichter. Waren das... ja... es waren Kaim... und Asedya...
Sie waren ebenfalls wie Strohpuppen mit diesen grausig aussehenden armlangen Nägeln an diese Gebilde angenagelt.
Sie sah Asedya noch mit weit aufgerissenen Augen... wie im Moment eines gewaltvollen Todes... zucken.
Vor ihr lag etwas auf dem Boden. Eine menschliche Gestalt. Sie musste tot sein, da die Glieder unwirklich verformt und lasch an der leblosen Hülle hingen wie abgeknickte Grashalme.
Vor ihr stand etwas. Lag es nicht eben noch? Eine menschliche Gestalt. Sie musste tot sein, da die Glieder unwirklich verformt und lasch an der leblosen Hülle hingen wie abgeknickte Grashalme.
Aventius?! War er es? Er kam auf sie zu. Er war so weit weg von ihr. Seine Augen glühten wie das tiefe blau von Saphiren. Wie die Augen von... der Hohe Herr Rayrrak Rasakar. War er es...? Was tut er hier?
Der Meister stand vor ihr. Sein Gesicht in zwei Hälften geteilt. Er sah sie aus beiden in unwirklichen Positionen liegenden Augen wütend an. Oder war er es überhaupt?
"Komm zu mir... Shessidyr... ich befehle es dir", sagte er. Und sie würde folgen. Wie immer. Doch es ging nicht. Sie war noch immer an diesen Pfeiler genagelt. Die metallenen Schäfte brannten wie Säure, ihr Blut auf der Haut wie kochendes Pech. Sie zog. An was überhaupt? Sich selbst? Es schmerzte. Doch egal... der Meister ruft. Sie darf ihn nicht enttäuschen.
Er war weg. "Meister! Wo...?". Wo war er? Er war weg. Wo war er?
"Du hast mich enttäuscht, Shessidyr!!!"
NEIN! Sie wollte diese Worte niemals mehr hören. Sie waren immer mit Schmerz verbunden. Sie durfte ihn nicht enttäuschen. Aber doch waren sie hier. "Du hast mich enttäuscht, Shessidyr!!!". Wieder und wieder. Wie ein Echo in ihrem Kopf. Und sie konnte sich nicht einmal die Ohren zuhalten. "Du hast mich enttäuscht, Shessidyr!!!"
*KLATSCH*
"Frau Shartir!!!"
Schallend hallte die Ohrfeige durch die Katakomben der Eisenwart, als Rowan ein Tabu brach und ihre Hand auf Shessidyrs Wange schlug. Was war das? Jemand hatte sie festgehalten.
War das nur wieder ein weiterer Abschnitt dieses Alptraumes? Ihre Wahrnehmung normalisierte sich jedoch. Sie fand sich wieder am Boden der eisigen Katakomben der Eisenwart wieder. Der Geruch von verbrannten ölgetränkten Fackeln, vermischt mit feuchter Kälte und Moder, drang in ihre Sinne ein und liess sie eindeutig spüren, dass sie wieder wach war.
Hatte sie es eben tatsächlich gewagt, sie zu schlagen? Rowan sagte irgendetwas... Torben war auch dort, aber ihre Ohren nahmen es nicht wahr. Ihre Gedanken waren noch zu sehr mit diesem schrecklichen Alptraum beschäftigt. Es war so wirklich. Selbst die Schmerzen glaubte sie noch zu spüren.
Jedoch war es nicht ihrer Position angemessen, auf dem Boden herumzuliegen und sich von den niedrigsten Dienstgraden schlagen lassen zu müssen. Sie würde dafür noch bezahlen - eines Tages. Doch vorerst schuldete sie der großmäuligen Schneiderin ihren Dank, dass sie sie aus dieser grauenhaften Vision heraus holte. Vielleicht... war dieses Mädchen doch zu mehr zu gebrauchen, als sie anfangs dachte.
Eine halbe Stunde später standen sie vor ihr, begierig und doch still auf neue Anweisungen wartend. Sie musste sie nur rufen lassen und sie waren sofort bei ihr. Asedya. Kaim. Diejenigen, die den Willen des Fürsten erfüllten. Und dieses zuverlässig. Ihre Wahl war also eine gute, als sie die Diener ihres Meisters aus den Reihen zog und sie einem neuen Zweck zuführte.
Und bald würde wieder Blut fließen. Denn sie alle hatten ein neues Ziel, welches in den Augen Shessidyrs dem Ruhm und Willen Eisenwarts mehr Schaden als Nutzen brächte. Und es würde leiden. Und sterben... für den Meister.
Verfasst: Mittwoch 8. April 2009, 11:16
von Kaithlyn Dashara
Nun diente Kaihtlyn schon recht lange dem Burgherrn der Eisenwart und ... hatte es nie bereut. Im Gegenteil, sie hatte noch hohe Ziele innerhalb der Legion - es würde noch recht lange dauern, bis sie sich selbst für fähig genug erachtete, diese zu erfüllen.
Sich selbst gegenüber musste Kaithlyn zugeben, wie naiv sie gewesen war, als sie den Eid ablegte. Damals... hatte sie nichts mehr zu verlieren gehabt und war schlicht in den Dienst dieser Burg getreten, hatte einem Herrn, der sie beeindruckt hatte, einen Eid abgelegt und damit... ihr Leben in seine Hände gelegt.
Doch im Laufe der Zeit, die sie im Dienst des Burgherrn verbrachte, lernte sie ihn besser kennen und ihre Hochachtung, sowie ihr Respekt vor ihm stieg an bis hin zur Verehrung. Nie würde sie den Tag vergessen, an dem er sich die Zeit genommen hatte, ihr seine Lebensgeschichte, die mit der Geschichte der Burg eng verbunden war, zu erzählen. An diesem Tag konnte sie ein wenig hinter die allgemeine Maske von Härte sehen, die er gemeinhin trug. Sie sah einen Mann, der viel erlitten hatte, mehrfach verraten wurde und doch... niemals aufgab, allem zum Trotz seinen Traum verwirklichte... einen Mann mit einer aussergewöhnlichen Persönlichkeit, der Autorität aufgrund seiner eigenen Erfahrungen ausstrahlte, einen Mann, der durchaus auch im Stande war, Gnade walten zu lassen, auch wenn er im ersten Moment wohl auf niemanden diesen Eindruck machte. Von diesem Tag an begann sie tiefen Respekt und Verehrung für ihn zu empfinden. Im Laufe der nächsten Zeit, die Kaithlyn in den Diensten des Burgherrn stand, vertieften sich diese Gefühle noch - heute... würde sie ihr Leben geben, um seins zu retten.
Kaithlyn diente gern auf der Burg und konnte sich gar nicht vorstellen, diese jemals zu verlassen. Dann trat sie eine längere Reise an... und erfuhr nach ihrer Rückkehr von einer fremden Frau, der Burgherr sei geflohen vor einiger Zeit. Kaithlyn kannte ihren Herrn viel zu gut, und wusste, dass er niemals fliehen würde - egal wovor. Sich taktisch zurückziehen, ja - aber fliehen? Niemals! Alles was diese Frau erzählte klang aber auch recht konfus und Kaithlyn informierte sich daraufhin genauer über das, was geschehen war und verstand: Eine unter Zwang unterschriebene Kapitulation... sie musste innerlich fast lachen, wäre es nicht so traurig gewesen - für die Gegenseite. Jene, die mit dem Gruss 'Stoiz und Ehre!' auf den Lippen durch das Land ritten, hatten ihre Ehre vergessen und sich eines Magiers bedient, um des Burgherrn habhaft zu werden. Hatten ihn dann mit vorgehaltener Waffe gezwungen, etwas zu unterschreiben, niederträchtig und hinterhältig. Sie schüttelte immer noch leicht den Kopf, wenn sie daran dachte, wie tief diese einst so stolzen Tiefländer gesunken waren, sich im Krieg einer Macht zu bedienen, die sie selbst hassten: der Magie.
Und dieser Magier, was war mit dem? Waren die Magier dieser Welt so tief gesunken, dass sie sich als Söldner verdingen mussten? Welchen Vorteil sonst hätte ein Magier von ausserhalb, den Tiefländern und dieser ehemaligen Schwester der Nyame zu helfen, wenn nicht Gold? Bisher hatte Kaithlyn Magier immer geachtet, doch nun war sie sich nicht mehr so sicher, was sie davon halten sollte... Oft noch dachte sie über diese Vorfälle nach und kam zu keinem schlüssigen Ergebnis.
Und die Tiefländer? Wie sollte sie jemandem mit Achtung begegnen, der solche Mittel anwandte und nur für den Sieg die eigene Ehre aufgab? Nun, sie hoffte, dass sie so schnell keinem Tiefländer aus den Clans begegnen würde...
Krieg war immer eine blutige und schmutzige Angelegenheit, doch... man kann ihn ehrenhaft oder feige und unehrenhaft führen und gewinnen. In Kaithlyns Augen hatte die Burg an Ehre gewonnen in diesem letzten kurzen Krieg und jene, die mit Hilfe Aussenstehender erzwangen, was sie aus eigener Kraft nicht zu erlangen vermochten hatten an Ehre gewaltig verloren. Die Zukunft wird zeigen, ob sie einen Teil davon zurückzugewinnen vermochten.
Kaithlyns eigene Zukunft lag im Dienst am Burgherrn - und nur darin...
Verfasst: Donnerstag 9. April 2009, 16:52
von Kaim
Es war wieder an der Zeit. Als Jagdmeister der Eisenwart war es Kaims Aufgabe regelmäßig größere Jagden zu veranstalten. Die letzte Jagd lag schon einige Zeig zurück und die Legion brauchte Beschäftigung. Was wäre ein guter Ort dafür? Es gab viele junge unerfahrene Legionäre, also sollte es nicht zu gefährlich sein. Andererseits...
Wie sollten sie etwas lernen wenn sie gegen einfache Skelette oder dumme Oger kämpften? Die Legion hatte immer noch eine Schlagkraft mit der es nur wenige Gegner aufnehmen konnten. Es musste etwas sein das die Legion wieder motivieren würde, und die Männer und Frauen nach noch größeren Taten streben lassen würde.
Schließlich fiel seine Wahl auf Korags Labyrinth. Dort sollte Gerüchten zufolge sogar ein finsterer Drache hausen, genau das richtige um die Macht der Legion auf die Probe zu stellen.
Und so machte sich Kaim daran ein Schreiben aufzusetzen und es am Burghof anzubringen. Die Jagd sollte am Abend des siebten Tages der Woche stattfinden, also noch genug Zeit für jeden sich vorzubereiten.
Den Köcher prall gefüllt, die Taschen voller Tränke und Bandagen. Die beste Rüstung angelegt und den ganzen Tag ausgeruht. Kaim war perfekt auf die heutige Jagd vorbereitet und wie sich zeigen sollte war dies auch bitter nötig.
Es dämmerte bereits, aber noch hatte Kaim etwas Zeit. Langsamen Schrittes ging Kaim zur Burg. Der Wald war seltsam still, nur ab und zu hörte man einen Vogel zwitschern oder einen Wolf knurren. So mancher mochte diesen Wald unheimlich nennen, schließlich war ganz Lameriast eine wilde ungezähmte Insel. Doch Kaim wusste dass ihm hier nichts geschehen konnte. Er war schon fast in Sichtweite der Burg, und niemand der bei Verstand war würde versuchen ihn ausgerechnet hier zu überfallen. Selbst die wilden Tiere schienen sich in Acht zu nehmen.
Schließlich durchschritt er das Burgtor, und wie ihn dieser Anblick erfreute! Eine große Anzahl an Legionären war schon anwesend, voll ausgerüstet und in der Halle versammelt. Kaim hatte kaum gegrüßt so wurde ihm auch schon eine zusätzliche Ration an Tränken in die Hand gedrückt. Die Eigeninitiative einiger Legionäre war durchaus lobenswert, und was noch viel besser war, der ehrenwerte Burgherr Khazkal Deslon selbst beschloss der Jagd beizuwohnen.
Auf ein kurzes Kommando hin stellte sich die Legion wie gewohnt blitzschnell und diszipliniert in einer Linie auf, noch ehe der Burgherr seine Schreibstube verlassen konnte.
Den Burgherrn schien der Anblick zufrieden zu stellen. Wie immer ging er die Reihe ab, begutachtete jeden seiner Mannen peinlichst genau um irgendwelche Mängel festzustellen, doch war jeder gut vorbereitet und es gab keine Beanstandungen. Die Inspektion beendet ließ der Burgherr schließlich Legionär Mares (ehemals Tribun) austreten und verkündete feierlich dass dieser fortan Zenturio sein solle.
Heil der Eisenwart! Heil Zenturio Mares!!
schallten die Rufe durch die Burg.
Kaim war durchaus zufrieden damit. Armoran Mares war immer schon mehr als fähig gewesen, und als Zenturio vermochte er seine Fähigkeiten noch besser zur Geltung bringen.
Als er an Deck ging atmete er tief ein. Die frische Meerluft konnte den Gestank der vom Dorf herüberwehte nicht überdecken. Kaum hatte der letzte Legionär den Landungssteg betreten ertönte auch schon die dröhnende Stimme des Zenturios die befahl Formation einzunehmen. Wie zu erwarten dauerte es abermals nur wenige Sekunden und die Legion bildete eine perfekt ausgerichtete Linie.
Eine Übung? Ja eine Übung. Die Bank soll im Sturm genommen und gesichert werden!
"AUSFÜHREN" waren die letzten Worte des Zenturios ehe sich die Legion wie ein Mann umwandte und in die Bank stürmte. Der Vorraum? Gesichert! Keller? Gesichert! Dach? Gesichert! Hauptraum? Gesichert. In nicht einmal einer halben Minute war die Bank besetzt, alle Türen gesichert und Schützen auf dem Dach platziert. Wäre es ein Ernstfall gewesen hätte man sie nur mehr schwer von dort vertreiben können.
Der Burgherr ließ sich durch diese Vorstellung militärischen Könnens ein zufriedenes Nicken abringen und befahl den Abmarsch.
Endlich...
Die Jagd!
Kaim hielt sich dabei stets im Hintergrund. Die Krieger standen Seite an Seite, bildeten mit ihren Turmschilden einen unüberwindbaren Wall aus Diamant, Pyrian, Coelium. Unermüdlich hackten sie sich durch Horden von Gegnern. Zu Anfangs gab es für die Schützen wenig zu tun. Kaithlyn Torben und Kaim hielten sich stets im Hintergrund, doch wann immer ein Gegner die schwarzblaue Mauer überragte und ein Ziel bot dauerte es nicht mal eine Sekunde und schon schnellten mehrere Pfeile auf diesen zu. Oger, Titanen, verschiedenste Elementare, Höllenhunde und Drachlinge. All diese Gegner wurden von der Macht der Eisenwart ohne Gegenwehr zermalmt. Schier ohne Pause stürmten sie ins Herz des Labyrinths, auf der Suche nach einem Gegner der sich mit ihnen messen könnte.
Und die Suche sollte auch nicht mehr lange dauern. Ein schriller Schrie kündigte es an, und geübt wie die Legion war zogen alle die Köpfe früh genug ein als ein Schwall aus Feuer über die Mannen hinwegschwappte.
Verluste? .... KEINE!!!
ANGRIFF
Sie teilten sich auf, versuchten den Wyvern in die Irre zu führen, und vor allem versuchten sie nicht zu sterben ehe es der Burgherr ihnen befahl. Kaim selbst hatte noch nicht einmal den kleinsten Spritzer Blut abbekommen und war noch ausgeruht. Wie von einem fremden Willen gesteuert legte er einen Pfeil nach dem anderen auf und ließ ihn mit einem sirrenden Geräusch auf seinen Gegner fliegen. Langsam wurde es eng. Lag Certhan da am Boden? Er konnte nicht erkennen wer es war, aber der Verletzte wurde bereits von seinen Kameraden in Sicherheit gebracht. Eine beachtliche Leistung wenn man das Gewicht einer solchen Plattenrüstung bedenkt. Aber auch der Wyvern blutete schon aus mehreren Wunden und flog mehr schlecht als recht durch die Höhlen. Was sollte das? Mindestens 5 Pfeile hatte er ihm schon mitten ins Herz gejagt. Wo hatten Wyvern das Herz überhaupt? Immerhin blutete es stark aus den Wunden, und trotzdem flog es direkt auf Kaim zu. Er konnte sehen wie es tief einatmete, als wolle es wieder Feuer speien. Kaim griff mit gewohnter Lässigkeit in seinen Köcher und holte einen Pfeil heraus. Einen konnte er noch abfeuern ehe....
RUMMS!!!
Es polterte laut als der leblose Körper des Wyvern zu Boden fiel. Was war geschehen? Kaim wusste es nicht, er wusste es nicht bis sich ein zufrieden grinsender Armoran unter dem Kadaver hervorquälte und anschließend versuchte seinen Speer aus dem leblosen Körper zu ziehen. Mit einem Schulterzucken legte Kaim den Pfeil zurück in den Köcher und rief aus tiefstem Inneren "Heil der Eisenwart!!!"
Hervorragend. Der Wyvern tot, die Legion bis auf wenige leichtere Schrammen und Verbrennungen voll kampfbereit. Also drang die Legion tiefer vor. Im Vergleich zum letzten Kampf gestaltete sich der Rest des Weges wie ein Waldspaziergang. Bis...
Ein erneuter Feuerschwall, doch diesmal ungemein heftiger. Was sollte das? Noch ein Wyvern?? Oder zwei? Doch wie sich herausstellte war das was ihnen auflauerte viel schlimmer als ein Wyvern. Bereits der erste Feuerschwall stellte die Legion auf eine harte Probe, doch so einfach ließen sie sich nicht schlagen. Die Verwundeten zogen sich zurück, jene die noch kämpfen konnten gingen weiter vor. Und was sie dort zu Gesicht bekamen war definitiv kein Wyvern mehr. Es war größer, viel hässlicher und bestimmt auch schwerer zu töten. Doch warum Spekulationen anstellen? Und so ertönte neuerlich das laute Sirren welches jedes Mal in einem metallisch klingendem Aufprall endete. Woraus waren die Schuppen dieses Tiers? Schier undurchdringlich. Unermüdlich schleuderte es Feuerbälle durch die Katakomben, und jedes Mal hörte man lautes Scheppern als einer der Legionäre versuchte in letzter Sekunde in Deckung zu gelangen.
Es musste ihnen dringend was einfallen. Es fiel ihnen immer schwerer den endlosen Angriffen des Wyrms auszuweichen, und der Wyrm selbst schien kaum beeindruckt von den Angriffen der Legion. Alexyos begann schließlich den Wyrm mit verschiedensten Fläschchen zu bewerfen, und wie es aussah gefiel ihm das gar nicht. Wenn Kaim auf eine Stelle schoss die kurz vorher von der Flüssigkeit der Phiolen benetzt wurde ertönte der Aufprall diesmal eher dumpf, und man konnte deutlich erkennen dass die Pfeile tiefer eindrangen. JA! So konnten sie ihn besiegen. Und diese Wende im Kampf kam keineswegs zu früh, denn Kaims Köcher war schon deutlich leichter geworden und würde bald zur Gänze leer sein.
Pfeil um Pfeil, Pfeil um Pfeil. Niemand konnte mehr sagen wie lange sie gekämpft haben. Es zählte nur eines. Khazkal Deslon wollte das Monster tot sehen, und sie würden seinen Willen ausführen. Die Finger schmerzten ihn schon, seine Augen tränten, und seine Haare waren angesengt.
Er schoss, er schoss und er schoss. Plötzlich hörte er Geschrei.
"Heil der Eisenwart! Heil Khazkal Deslon!"
Er schoss, und er schoss noch mal. Er musste blinzeln, irgendetwas...
Geschafft! Der Wyrm lag auf dem Boden und nur der Dampf der vom Körper aufstieg verriet dass er kürzlich noch am Leben war.
"Heil der Eisenwart!" kam es schließlich auch über Kaims Lippen
Ein Leben für den Burgherren
Eine Nachtwache
Verfasst: Sonntag 12. April 2009, 16:33
von Viridian
Die rote Sonne versinkt am westlichen Horizont. Im Osten ist es bereits finster, ein beeindruckender Anblick, dieser Wechsel vom Tag zur Nacht. Ich bleibe an den Baumstamm gelehnt sitzen, taste mit den Händen durch das Gras, fühle es nachgeben, kleine Steinchen kitzeln meine Fingerspitzen, weiche warme Erde. Am Fuß des Hügels kräuseln sich aus den Schornsteinen der zwanzig Häuser, aus denen Fryngweiler besteht, Rauchsäulen in den wolkenlosen Frühlingshimmel. Die Gerüche von Erde, Blumen, Tieren und Abendbrot vermischen sich zu dem, was ich nur den Duft des Frühlings nennen kann. Ich sollte hinuntergehen… Viridian… ich stehe auf, klopfe meine Kleider ab… he… die Sonne geht wieder auf… Legionär Viridian… es wird hell, blendend hell, wo ist das Dorf…
Das Licht der Laterne blendet mich so sehr, dass ich die Augen zusammenkneifen muss.
„Legionär Viridian, dein Wachdienst beginnt gleich, mach dich bereit.“
„Ja… danke, Kamerad.“
Ich schüttle die letzten Spuren des Schlafs ab und schlüpfe aus meinem Schlafgewand in die Uniform. Als ich die Plattenteile der Rüstung an den Oberarmen zurechtrücke und am Brustpanzer festmache, haben meine Augen sich an die Umgebung gewöhnt. Ich stehe im Schlafsaal der Burg Eisenwart, außer der Lampe, die mein Kamerad – wer war es eigentlich, der mich weckte, wahrscheinlich Kaim – neben meinem Bett zurückgelassen hat, ist es dunkel aber ich höre das Atmen der Andern, deren Weckruf noch erfolgen wird. Nun, das hat mich nicht zu kümmern, vor mir liegen erst einmal vier Stunden Dienst auf der Mauer. Ich rücke den Wappenrock zurecht, dann lege ich den Waffengurt an, überprüfe den Sitz der beiden Schwerter an meiner rechten und der Kriegskeule an meiner linken Hüfte mit der Selbstverständlichkeit jahrelanger Gewohnheit. Danach streife ich die Plattenhandschuhe über, welche ich nach meinen Wünschen anfertigen ließ, wie ich sie aus meiner Heimat kenne, im Prinzip ein lederner Handschuh, auf den über jedem Fingerknochen ein Metallplättchen genäht ist und der zusätzlich von einer starren Metallplatte umschlossen ist, die bis über die mittleren Fingerknöchel reicht und dann nach unten abknickt, wodurch man auch größere Gegenstände noch recht problemlos greifen kann. Die Lampe in der Rechten, den Schild ohne ihn festzubinden in der Linken tragend, begebe ich mich zur Tür.
Die Nächte sind um diese Jahreszeit immer noch eisig kalt, besonders, wenn man aus der Wärme des Bettes kommt, aber auch daran bin ich mittlerweile so gewöhnt, dass ich es kaum noch wahrnehme. Auf dem Burghof ist es still und wenn ich nicht wüsste, dass dort auf den Mauern in der Dunkelheit meine Kameraden patrouillieren, könnte ich fast meinen, alleine zu sein. Schnellen Schrittes bewege ich mich auf den zentralen Nordturm zu, wo ich die Laterne lösche, da er mit Fackeln ausgeleuchtet ist. Zwei Leitern später stehe ich im oberen Wachraum. Kaim ist dort und Kaithlyn ist dort, Kaithlyn wirkt etwas erschöpft, sie ist es, die ich ablösen werde.
Ein Handschlag, Der Mauer Schutz, sie geht, ich bleibe.
„Besondere Vorkommnisse, Kamerad?
„Alles ruhig, Viridian“.
Ich nicke Kaim zu.
„Wer hat sonst noch gerade Wachdienst?“
Kaim nennt mir die Namen, auch dieser Vorgang ist Routine, über dreihundert Mal habe ich ihn wiederholt, seit ich Khazkal Deslon zum ersten Mal den Eid leistete. Er ist mir so vertraut, wie mir die Bretter des Wehrganges vertraut sind, die kleinen Einmaligkeiten der Zinnen, das eingeritzte Kreuzchen hier, die Mulde, von unzähligen sich abstützenden Händen gegraben, dort.
Dies ist meine Mauer, mein Wehrgang, meine Burg, meine Aufgabe, mein Leben.
„Legionär Viridian beginnt mit seiner Patrouille:“
Das Fläschchen wird entkorkt, der Trank schmeckt wie immer fad, wie Brot, das man ohne Salz und Gewürze gebacken hat. Aber er wirkt. Die Schatten der Nacht weichen zurück, die Gegenstände erhalte ihre scharfen Konturen zurück, da ist der Wald, ein Reh späht zwischen den Büschen zur Mauer auf, ich setze meinen Weg fort.
Mehr als ein Jahr ist vergangen, seit ich Khazkal Deslon zum ersten Mal begegnete, damals in Bajard, in der Taverne. Damals war ich auf der Flucht vor meinen Zweifeln, ich suchte nach einem Halt, fand ihn in diesem Menschen, der Pläne hatte, Ziele, die aber zu groß waren für einen Menschen alleine. Für mich, der keine Pläne, keine Ziele hat, der nur zweifelt an allem, besonders an sich selbst, war es verlockend gewesen, den Eid abzulegen.
Durch den Eid tauschte ich meine eigene Entscheidungsfreiheit, vor allem aber all das Zweifeln gegen Gewissheit und Sicherheit. Die Sicherheit, dass ich nicht länger der Herr meines eigenen Schicksals war, dass ich endlich, nach all den Jahren wieder das war, was ich damals bei den Einsamen Wölfen war: Ein Soldat. Ein guter Soldat weiß, dass er nichts als ein Grashalm ist, mit dem der Wind spielt, wie es ihm beliebt, der Wind, der auch zum Sturm werden kann und Halm um Halm knickt. Ein guter Soldat weiß, dass das Leben eines Soldaten in der Schlacht ohne Belang ist, darum kann er in der Schlacht töten ohne zu hassen. Ein guter Soldat hasst seinen Feind nicht, er tötet, solange es ihm befohlen ist.
Und wenn das Töten fürs Erste vorbei ist, dann begräbt er die Toten, die Freunde und die Feinde und er trauert nicht um die Feinde und er trauert nicht um die Freunde, denn um Soldatenleben trauert man nicht. Und es ist wichtig, nicht zu trauern, denn würde man trauern, müsste man hassen, aber ein Soldat darf den Feind nicht hassen, denn ein Soldat, der hasst, kann nicht mehr aufhören zu kämpfen, wenn es ihm befohlen wird und dann ist er kein guter Soldat mehr.
Aber gedenken darf der Soldat, nein, gedenken muss der Soldat, aller Toten, der Freunde und der Feinde, denn die Namen der Toten dürfen nicht vergessen werden, denn solange sie nicht vergessen sind, leben sie weiter in dem, der ihrer gedenkt.
Auf Wache hat man viel Zeit, um nachzudenken. Als die Sonne sich träge über dem Land der Clansmänner erhebt, werde ich abgelöst. Meine Beine, schwer vom Stehen, tragen mich zu dem kleinen Friedhof. Wie jeden Tag. Ich stelle mich an eines der Gräber, ohne zu wissen, wessen Grab es ist, es spielt keine Rolle, im Tode sind wir alle gleich und dann gedenke ich.
„Den Toten zu Ehren“
Ein neuer Tag bricht an, mein Leben geht weiter.
Verfasst: Samstag 18. April 2009, 11:52
von Torben Blamont
Torben tratt zum Nachtdienst an da sich keiner für diesen gefunden hatte.
Er eielte den Burgwall nach oben und schaute wachsam an den Zinnen herab. Seine Augen wanderten prüfend durch die Wälder. Torben rückte den Köcher etwas auf dem Rücken und griff zum Bogen und zog ihn vom Buckel. Sein Magen machte komische Geräusche als er an die Sache in der Taverne dachte und dann fing es noch an zu regnen. Torben verdrehte die Augen und zog sich die Kaputze über den Kopf. Die Regentropfen prasselten auf der Rüstung auf und zersprangen. Die Nacht war kalt, düster und dunkel. Langsam öffnete er sein Mund und ein lautes gähnen kam aus diesem hervor als er leise zu sich sagte.
Immer ich muss diese blöde Nachtwache schieben verdammt wie ich so etwas hasse. Dieser Kerl in der Taverne mhh nein er war es nicht oder doch. Na ja die Größe stimmt und diese Stimme die kam mir auch sehr bekannt vor. Wenn er der Täter ist so hätten wir ihm den Kopf von den Schultern abgeschlagen und nicht nur den Arm. Mit einem Arm kann man immer noch morden. Nein wir hätten in alles abgetrennt die Beine und die Arme. Aber wieso streitet er es ab ich verstehe diesen Kautz nicht erst springt er mich von hinten an und dann schlägt er mich zu Boden das ist schon feige genug aber das er es noch wagt den Fürsten zu beschwindeln da bleibt mir schon die Spucke weg. Ein Verräter der Eisenwart ist das ja ein Verräter so etwas sollte am Galgen baumeln aber unser Burgherr war wirklich zu gütig und hat im das Leben geschenkt. Wenn ich diesen Assassine nochmal mit einer Klinge sehe werde ich ihm eigenhändig den anderen Arm abschlagen und ihn mit einem Ruck die Kehle aufschneiden damit er an seinem eigenen Blut sich beköstigen kann. Niemand erhebt die Klinge gegen mich und schon auf keinen fall gegen die Eisenwart.
Torben lachte leise vor sich hin doch verstumme es nach einer weile und ein knurren kam aus seinem Mund. Er ballte eine Faust und Schlug vor Wut auf einen der Steine die am Wall befästigt sind. Er Stelle seine Füße dicht nebeneinander auf und nam eine stramme Haltung ein. Der Bogen war geschultert und seine Brust streckte er weit raus wie ein Legionär stand er auf dem Wall wachsam und lauernt starrte er in den Wald vor sich. Die Zeit zog sich dahin und die ersten Sonnenstrahlen kamen zum Vorschein. Torben war ganz verspannt und es fehlte ihm an Schlaf. Langsam lockerte er sich und ging von den Zinnen herunter. Seine Beine fühlten sich schwach an und in seinem Gesicht spiegelte sich die Erschöpfung wieder. Sein Weg führte zu einem Wachmann der seinen Posten ohne wiederspruch folge leistete und auf den Wall hochflitzte um dort seine Wache zu schieben. Torbens schwacher Körper ging auf die Tore der Burg zu. Er drückte langsam die Tür auf und tratt in die heiligen Hallen der Burg. Er suchte sich ein Bett im Schlafsaal aus und warf sich in eines der vielen Betten rein. Sein Kopf war viel zu viel überfragt. Seine Augen schlossen sich nach einer weile und er versank im Reich der Träume
Verfasst: Samstag 18. April 2009, 23:01
von Rowan
Müde, ein Gähnen unterdrückend schloß sie den Laden ab. Sie hätte nicht gedacht, dass doch einige ihren Weg zu ihr finden. Manche sogar einmal öfter.
Rowan mochte ihre Kundschaft. Von allem etwas dabei, jeder Wunsch unterschiedlich. Auch ein paar skurrile Wünsche hat sie schon erfüllt.
Aber wenn es in ihren Möglichkeiten lag, warum nicht?
Auch war sie keine Schneiderin, die um jeden Preis Sachen an den Mann bzw. die Frau bringen wollte. Wenn einem Kunden etwas nicht stand, dann sagte sie das auch in ihrer liebenswürdigen Art. Genauso hielt sie es mit Freunden und Kameraden. Frei heraus und von der Leber weg.
Selbst Frau Shartir mußte da durch und ja, sie würde selbst dem Burgherrn ins Gesicht sagen, wenn er sich modisch vergriffen hätte.
Sie band das Pferd los, stieg auf und ließ es Richtung Hafen traben.
Kurz vorm Steg versperrte eine Frau den Weg. Ganz in schwarz gekleidet, verhüllt. Nun gut, es hätte auch ein Mann sein können, aber wenn jener solche Rundungen besäße, nun ja. Für Rowan war es eine Frau. Auch noch eine mit schlechtem Geschmack. Sie vernahm, nachdem sie fragte, ob sie vorbei könne, das Wort "Eisenwurst".
Ah ja, ein Krathori. Aber Rowan hatte keine Lust auf irgendwelche dummen Sprüche, denn mehr erwartete sie von ihr nicht, was sollte da schon intelligentes kommen. Sie führte das Pferd dicht an ihr vorbei zum Schiff nach Hause zur Burg.
Dort flogen dann erstmal Umhang und Stiefel in eine Ecke der Schneiderei. Sie fütterte ihren Kater und kraulte ihn gedankenverloren.
"Meine Güte, man ist einfach zu oft von Idioten umgeben, die meinen sie seien was besseres. Und wenn sie dann noch aussehen wie der letzte Husten... ." Rowan schmunzelte. Sie hatte sich seit ihrer Kindheit geschworen, sich von keinem, egal um wieviel größer er war als sie selber, an den Karren pinkeln zu lassen.
Man sieht sich mindestens zweimal im Leben.... .
Verfasst: Sonntag 19. April 2009, 16:07
von Kalisha Deslon
Wacher Schlaf
Immer früher kitzelten die ersten Sonnenstrahlen die Baumgipfel der Wälder. Die ersten Vögel suchten sich schon einen geeigneten Partner für die kommende Paarungszeit. Blumen sprießen aus den Boden und es lag ein Duft der Veränderung in der Luft. Die „tote“ Jahreszeit war vorüber und der Frühling hielt Einbruch ins Land.
Auch in der Burg wurde dies bemerkbar, die kalten Gemäuer wurden wärmer. Die Geräusche in der Burg nahmen zu. Die Natur und das Leben erwachte aus dem Winterschlaf. Eine jedoch wurde noch in den schlafenden Händen des Winters gehalten. Nur selten sah man sie durch die Gemäuer der Burg gehen, mit gewohnter ruhe und unberechenbaren kühlen Blick. Dann verschwand sie wieder. Manch einer auf der Burg kannte sie noch gar nicht, nur von Erzählungen wussten sie, dass der Burgherr eine Frau hatte.
Am Fenster ihres Gemachs lies sie den Wind durch das feuerrote Haar fahren. Die hellbraunen Augen, lagen auf den noch etwas schläfrig wirkenden Getummel im Burghof. Es wurde gerade hell. Manche behaupteten, sie würde sich nicht mehr für die Burg interessieren, nur vor sich her leben und alles an sich vorbei gehen lassen. Es stimmte, die diamantenen Ringe ihrer Kettenrüstung lagen schon lange nicht mehr auf ihrer Haut. Ihr Degen hatte schon ewig kein Blut mehr geleckt und ihr Bogen spannte sich das letzte Mal gegenüber einen Dämonen. Doch sie bekam alles mit. Jede politische Tat ihres Mannes. Alle wichtigen Entscheidungen. Kalisha war des Lebens müde geworden. Sie war eine Meisterin im Handwerk mit dem Bogen, also warum jagen gehen? Alles was sie brauchte, besaß sie schon. Die Zeit in der ihre Entscheidungen noch etwas bedeutet hatten war vorüber, nun wurden die Legion stärker und hatte eine Führung die sich mehr um sie kümmern konnte als sie es tun konnte. Sie bat ihren Mann darum jemanden zu finden der sie führen würde. Und als er endlich einen Zenturio benannte, ruhte Kalisha.
Töricht waren jene die dachten sie bliebe fort.. denn sie hielt den Schlaf den sie benötigte um bald wieder neben ihm zu stehen. - In voller Blüte: Eine Burgdame mit rasselnder Kettenrüstung, Narben des Kampfes, feuerroten Locken und kühlem Blick.
Verfasst: Montag 27. April 2009, 10:35
von Kaim
der letzte Deslonit
Allein, allein stehe ich hier am Schrein des Burgherrn Deslon. Früher waren Shessidyr und Aventius die einzigen die man hier häufiger antraf. Aber was geschah? Aventius, seit Monaten verschollen und es ist meine Aufgabe ihn zu finden. Der letzte Auftrag den mir Shessidyr gab bevor sie endgültig den Verstand verlor. Jeder konnte es sehen. Sie hat bestimmt Wochen nichts gegessen, und auch kaum geschlafen. Ich sagte ihr sie solle etwas essen, schließlich ist sie lediglich ein Werkzeug des Burgherrn und hat kein Recht darauf die Nahrungsaufnahme zu verweigern. Ein Werkzeug muss funktionieren, sonst muss man es entsorgen. Und Shessidyr hat nicht mehr funktioniert...
Wenigstens konnte ich den letzten Auftrag den ich von ihr bekam zu Ende bringen, wenn auch auf schmerzliche Weise. Ich sollte Aventius finden. Und ich fand ihn auch, am Strick baumelnd vom Lastenaufzug der Burg. Auch er hat versagt. Selbst ermordet? Es gibt kaum eine schlimmere und feigere Form des Eidbruchs. Nur der allmächtige und unfehlbare Khazkal Deslon verfügt über das Leben der Legionäre, und nur er entscheidet ob du lebst oder stirbst. Nimmst du dir selbst das Leben so beraubst du Khazkal um sein Eigentum. Mir jedoch wird so ein Frevel nicht passieren, und so werde ich ihn auch nicht tolerieren. Mir blieb also nichts übrig als den Balken des Krans entlang zu klettern und das Seil durchzuschneiden. So fiel der Körper welcher eben noch sanft im Wind schaukelte zu Boden und zerschmetterte, was ihn noch unansehnlicher machte als er ohnehin schon war.
Trotz des Eidbruchs. Aventius ist ein Teil der Legion, und deshalb habe ich ihn auch auf dem kleinen Friedhof hinter den schützenden Burgmauern begragebn. So wie Aventius im Leben die Mauer geschützt hat, so wird die Mauer ihn weiterhin im Tode schützen. Wie es der Eid verlangt.
Und so stehe ich hier allein. Allein und beschämt durch die Verfehlungen der anderen Desloniten. Jene die von sich behaupten die treusten Diener des Herrn zu sein. So bleibt mir uns eins zu tun.
Weiter zu leben und den Willen des Meister zu verbreiten wo immer dies möglich ist. Vielleicht wird es mir sogar gelingen ein wenig der Schande wieder gut zu machen.
Verfasst: Montag 27. April 2009, 21:18
von Rowan
Gähnend legte sie ihre Arbeit zur Seite. Sie sollte aufhören bis spät in die Nacht zu arbeiten und morgens dann gleich weiterzumachen.
Wenn Rowan wenigstens schlafen könnte... .
Aber die Sache mit Vaughain wollte ihr nicht aus dem Kopf. Meinte er es ernst oder wollte er sie veräppeln?
Sie zerbrach sich oft den Kopf darüber. Über seine Worte, seine Gestik.
Nicht, dass sie den Gedanken nicht irgendwie anziehend finden würde.
Sie schüttelte den Kopf. "Man Rowan, hör auf zu träumen." Sie erhob sich und trat vor die Tür. Ihre Katze huschte gleich mit hinaus. "Aber es wird nicht vors Tor geschissen!" rief sie ihr hinterher. Die Wache auf den Zinnen lachte. "Hey Rowan, sowas liebenswürdiges möchte ich auch mal nachgerufen bekommen." Sie drehte sich um und schaute hinauf. "Tja Schätzchen, dann mußt du auch mal so elegant aus meiner Schneiderstube flitzen." Lachend ging die Wache wieder in seinen Turm. Rowan schmunzelte und begab sich dann zu den Schafen. "Mal schauen, ob sie schon wieder Wolle angesetzt haben." Sie ging am Pferdestall entlang und vernahm dann auch schon das Blöken der Schafe. "Na Mädels, wie sieht es aus?" Sie lehnte sich an den Zaun und betrachtete die Tiere. Leider mußte sie feststellen, das sie aus dem bißchen Wolle, welche die Tiere bedeckte noch nicht viel anfangen konnte. "Na gut, aber ich komme wieder." Es war schon schön warm heute, die Sonne stand schon ziemlich hoch. Sie ging in die andere Richtung gen Lagerhütte weiter. Noch etwas frische Luft. bevor sie endlich weitermachen mußte.
Beim Friedhof blieb sie stehen. Was war den das?
Sie trat an die Mauer der Burg und schaute auf den Boden. Ein seltsamer Schatten, welcher sich hin und her bewegte. Sie hob den Kopf, die Hand wurde zum Schutz gegen die Sonne an die Stirn gelegt. Sie kniff die Augen zusammen. Was war denn das?
Sie ging rückwärts, nahm die Hand von der Stirn und schlug diese vor den Mund. Nein... .
So schnell sie konnte lief sie zum Tor, drückte jenes auf. Sie durchquerte eilig die Burg, die Treppen ganz hinauf bis auf das Dach. Kurz vorm Lastenkran stoppte sie. Ihr Herz schlug ihr bis zum Hals, der Atem ging schnell. Langsam ging sie auf den Haken zu. "Nein." flüsterte sie. Sie trat auf die Erhöhung und stellte sich an den Rand. Mit einer Hand hielt sie sich am Holzbalken fest, mit der anderen versuchte sie ihn zu fassen. "Nein." "Los komm schon." "Ich schaff es nicht allein." Hektisch sah sie sich um. Niemand in der Nähe. Die Wache war auf der anderen Seite, er würde sie nicht hören.
Der Wind wehte ihm sein Haar ins Gesicht. Die Sonne schien auf seinen schwarzen Ledermantel. Er wiegte seicht hin und her.
Es war ein stiller, ja fast schon friedlicher Moment dort oben.
Mit hängenden Schultern stand sie da. Was sollte sie machen, es war zu spät.
"Egal wo du jetzt bist Aventius. Ich hoffe es geht dir dort besser."
Rowans letzte Worten an einen Kameraden, der sicher seine Gründe für diese Tat hatte.
Langsam ging sie wieder hinunter. Sie ging in ihre Schneiderstube, holte Pergament und Tinte hervor.
Sie verfasste einen kurzen Text, der den Burgherrn darüber informiert, dass sie Aventius Vandokir erhangen vorgefunden hat.... .
Verfasst: Montag 27. April 2009, 21:35
von Aventius Vandokir
Schweigen...
...Verräter...
...Nichtsnutz...
...Kerker...
...Shessidyr... Vogelfrei...
Die Worte, jene Aventius sich immer wieder vor Augen hielt...
Die Wahrheit mit jene er sich konfrontiert sah...
Lug und Trug bespickten sein Lebensziel.
Enttäuschung war sein Lohn, für die Zeit die er diente;... treu diente.
Letzendlich sein Leben für den Fürsten zu geben...
Er vertraute auf die Beraterin des Fürsten. Blind in den Tod sogar. Sie hatte damals alles in die Wege geleitet für den Fürsten. Um seinen Willen hin, verstand sich natürlich. Doch so sollte es nicht mehr länger sein.
Shessidyr verprach gegen das Gesetz. Gegen die Gesetze des Fürsten. Ein Deslonit, zumindest sprach jene selbst sp über sich, verhalf dann auch noch Shessidyr zur Flucht.
Flucht!
Niemals sollte jemand Fliehen der den Fürsten nicht Wohl gesonnen war.
War sie überhaupt gegen den Fürsten?
Nein, niemals. Das wäre nicht so.
Dennoch hat sie gegen die Gesetze verbrochen. Sie floh. Und somit auch vor dem Eid dem sie mit ihrem eigenen Blut unterzeichnete.
Der Fürst jeddoch vertraute ihr nicht mehr. Und so auch nicht mehr den Desloniten. Selbstverständlich ist das nicht unverständlich. Die Deslonitenführerin und ein Deslonit setzen sich gegen den Befehlen des Fürsten. Was wenn der Fürst nun jeden Desloniten als Feind ansehe. Als Kult der sich gegen ihn aufzulehnen versuchte. Ein Kult die nach seinem Leben lechze und auf seine Macht besitzergreifen wolle.
Nein!
So war es nicht!
Jedenfalls nicht von Aventius aus. Doch was könne er nun noch tun?
Es gibt keinen Ausweg. Wenn selbst Shessidyr für Vogelfrei erklärt werden würde, so wohl auch ihn. Er war schließlich ihre Rechte Hand.
Und warum sollte der Fürst nun noch Aventius glauben schenken wenn er schon von ihr verraten wurde? Aventius hätte davon wissen müssen, so ist es nur Logisch.
Der Fürst wird nun wohl auch sein Leben fordern.
Sicher wird er das. Sobald die Legionäre der Burg ihn finden werden, werden sie ihn zum Fürsten bringen und hinrichten. So es sich gehört.
Aventius Sinn ist auf dieser Welt zuneige gegangen. Sein Platz ist des Todes nächster Halt. Das ist Gewiss.
So will es der Fürst, sicherlich!
Bevor nur Legionäre mich hinrichten, zeige ich dem Fürsten welch wahre Treue in meinen Worten lagen. Lasset mich nun durch Taten beweisen.
Mein Fürst, nun wird es besiegelt werden durch meiner Hand, die euch stets so treu untergeben war. Dies ist der dort an dem sich mein Leben zuende begeben wird.
Dies ist der Ort an dem ich Sterben werde...
Schweigen, für jegliche Zeiten.
Dies sei mein letzter Auftrag und meine letzte Busse, mein Fürst.
Und so trat Aventius auf eine hölzerne Stufe. Die letzte Stufe welche er jemals noch betretten würde...
Der Haken...
Das Seil...
Sterben für dem Fürsten.
Verfasst: Dienstag 28. April 2009, 12:04
von Shessidyr Shartir
Endlich von diesen Verrätern befreit. Wie konnte das nur passieren?
Die Eisenwart selbst lehnt sich gegen den Willen des Meisters auf. Dieses durfte nicht geschehen.
Die Nacht legte sich wie ein dunkler Mantel über die Insel Lameriast, als sie noch immer in den Wipfeln der Bäume saß. Sie würde wohl die Nacht dort verbringen müssen. Es wurde kalt. Sie würde ein Feuer... nein. Der Wille des Meisters der Eisenwart benötigt kein Feuer, der Dienst an ihm gibt ihr alles, was sie wünscht. Wärme, Macht, Nahrung...
Ein mittlerweile viele Tage verstecktes Magenknurren protestierte gegen den letzten Gedanken lautstark, als sie sich tiefer in ein Nest eines Adlers kuschelte. Die Küken waren bereits aus dem Nest geflogen, was an den vielen Eierschalen zu erkennen war. Eines lag jedoch tot und halb skelettiert am Rand des Nestes. *Wie in den vertrauten Mauern...*, dachte sie sich.
Die Schwachen sterben.
Die Starken überleben.
Alleine das Überleben zählt.
Ihre silbergrauen Augen betrachteten die Eierschalen nachdenklich und schwenkten zwischen dem skelettierten Adlerküken und den Schalen hin und her. Sollten die Küken der Eisenwart auch endlich erwachsen sein? Bereit zu fliegen? Immerhin haben sie sich das erste Mal erfolgreich gegen den Willen des Fürsten - sie - durchgesetzt.
In den langen Jahren der Warte auf der "Kriegsinsel", Lameriast, hatte die stolze Festung Eisenwart vieles durchlebt. Neue Gesichter kamen und gingen. Manche tötete sie selbst. Doch immer bewies die Festung, dass sie nicht zu Boden zu bekommen war und selbst aus den widrigsten Situationen stärker als zuvor auferstand.
Der eilige Hufschlag eines Pferdes liess ihren Herzschlag für einen Moment aussetzen, jedoch beruhigte sich der angespannte Körper rasch wieder, als der Reiter sich als ein Kavallerist der Festung heraus stellte, welcher zu ihrer Freude einen dieser ekelhaft schmeckenden Tränke getrunken hatte, mit denen die Nacht zum Tage wird, da er selbst Nachts sein Reittier mühelos zwischen all den Wurzeln und Unebenheiten hindurchführte. Jedoch hatte er den wichtigsten Punkt vergessen... die Hufe einzuwickeln.
Ihr Vater, Armoran Mares, einer der vielschichtigsten Mitglieder der eisernen Warte, hatte einst mit ihr darüber gesprochen, wie man am besten beritten Flüchtlinge einfängt. Sie hatte Pferde schon immer gehasst, da sie oftmals aus dem Sattel fiel, sobald das Untier lospreschte, daher liess sie die Pferde Pferde sein und verließ sich viel mehr auf ihre eigenen Hufe... äh, Füße.
Sie hielt den schadenfrohen Gedanken, dass die Legion wohl immer noch nichts dazu gelernt hat, sich selbst nicht regend, zurück, bis der Wachmann weiter geritten ist. Denn sie kannte die Taktiken der Legion. Oftmals haben sie dich bereits gesehen und geben vor, dich nicht entdeckt zu haben. Und sobald du dich in Sicherheit wiegst, schlagen sie plötzlich zu. Sie hatte diese Taktik oft genug erlebt um nicht selbst darauf herein zu fallen.
Als dann einige Zeit verstrichen war, bemerkte sie erst, dass sie ihren Atem abgeflacht hatte, bis er nur noch in siebensekündigen Intervallen leise und schnappend ging. Ein tiefer Luftzug der würzigen Nachtluft des Myriadenwaldes weckte ihren Körper und ihren Geist wieder, als ihre Gedanken plötzlich unabwendbar bei ihren tüchtigen Untergebenen waren.
Sie kannte diese Gedanken nicht, da sie sich bisher nur um wenig Sorgen machte... und noch weniger um Menschen. Doch diese Menschen waren etwas besonderes.
Sie dienten dem Herrn der Eisenwart völlig ohne persönliche... menschliche... Schwächen wie Machtgier, Einfluss und Belohnung. Sie taten es, um dem Meister zu gefallen, seinen Willen zu erfüllen. Nicht wie diese Schwachköpfe der Legion, der sie diese Situation zu verdanken hatte.
Ein Diener des Meisters, er nannte sie einmal treffend "Desloniten", dient, um den Willen des Meisters zu erfüllen. Ohne "wenn" und "aber" und Fragen.
Kaim war das beste Beispiel dessen. Wenn sie ihn rufen liess, war er sofort zur Stelle und erkundigte sich wissbegierig nach der Aufgabe, die ihm zuteil werden würde. Und in allen Fällen kam er mit Erfolg und zumindest zufriedenstellenden Nachrichten zurück.
Oder Aventius. Selbst nach vielen Mondläufen unbekannten Schicksales kam er wieder zurück in die Festung, stärker und selbstbewusster als zuvor. Sie wusste nicht warum, aber irgendetwas verband sie mit ihm. Schließlich war er es immer, der ihr mit gutem Rat und Eifer zur Seite stand, als es einst eine Krise zu bewältigen gab und führte dieses auch zuverlässig fort.
Asedya... wie es ihr wohl geht? Asedya war die einzige, die in dieser Situation noch klar dachte und sie befreite, als diese hirnlosen Legionärsverschnitte ihre kranken Fantasien an ihr auslebten. Zu zweit haben Viridian und Torben sie festgehalten und noch in Angesicht dieser Übermacht wehrte sie sich vehement, dass dieser Feigling nichts besseres wusste, als sie bewusstlos zu prügeln. Ihrer Kleidung und Uniform beraubt wachte sie auf - angebunden wie ein wildes Tier. Alleine der Gedanke, was in der Zwischenzeit passiert sein könnte, bescherte ihr Übelkeit. Als dieser wertlose Überläufer Alexyos sie dann noch verhöhnte, war es klar, sie musste fliehen. Und nur dank der Entschlossenheit Asedyas war dieses möglich.
Sie warnte sie noch, dass sie nicht zur Festung zurück kehren sollte, doch in ihrer naiven und sorgenfreien Art versprach sie ihr noch, dass ihr nichts geschehen würde. Dummes Mädchen. Sie wusste, wie die Legion funktioniert... Asedya würde sicherlich längst im Kerker sitzen und irgendein Perverser würde seine Gewaltfantasien an ihr ausleben.
Zum ersten Mal seit langem war sie erfüllt von Sorge und hoffte, dass wenigstens Kaim und Rowan aus dieser Verschwörung herausgehalten würden und Kaim, ihr treuester Untergebener, Rowan, die zwar starrsinnig aber effizient, die nötigen Lehren und das erforderliche Bewusstsein weitergeben würde.
Sie schüttelte erschrocken den Kopf und starrte mit weit aufgerissenen Augen in die Dunkelheit, als sie aus einem kurzen Schlummer erwachte. Ihr Herz raste. Anscheinend hatte die Flucht und das tagelange Verstecken im Wald doch seinen Tribut gefordert. Erneut knurrte der Magen in einer Art, wie man es vielleicht von einem quengelnden Kind kennen würde.
Die linke Hand wanderte langsam unter die ledernen Lagen des Mantels und kam mit einem Stück Dörrfleisch zurück. Sie betrachtete das trockene Fleisch und innerlich begann, eine Art Hass aufzukochen. Hass, dass SIE, der Wille des Burgherren, wegen inkompetenten Soldaten fliehen musste. Dass ein wichtiger Auftrag für eine Persönlichkeit mit des Meisters ähnlicher Macht erledigt zu sein hätte. Dass SIE, die all dieses lenken und führen sollte, niedergeschlagen wurde.
Bevor die Wut aufkochte, schlang sie das Stück Fleisch schnell herunter und zwang sich dazu, dieses auch zu behalten, auch wenn der Magen es sofort wieder abstoßen wollte.
Es gab noch vieles zu tun... sie könnte auch noch auf dem Festland schlafen. Doch zuerst musste sie den Hafen erreichen ...
Verfasst: Montag 4. Mai 2009, 23:33
von Alexyos Rachus
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Regado... Weldwaibel... Vater der Dirnen, Tavernenstammkunde und doch einer der treusten und diszipliniertesten Soldaten. Ewiger "Ja"-Sager... kaum war ein Befehl ausgesprochen, schon wurde dieser unverzüglich, ohne Aufschub, ohne Widerspruch, welcher weder äußerlich noch innerlich stattfand, ausgeführt...
Diego... Leutnant... alter Freund... mein Dicker... ewige Jungfrau... der treuste meiner Mannen. Nie von meiner Seite gewichen. Das elende Schicksal, welches ihm widerfuhr, mit Humor und Gemütlichkeit ertragen. Nie mehr als das nötigste getan... Müde geworden, durch die Arbeiten, die er liegen ließ
Suesann Knox... meine ehemalige Geliebte und treue Beraterin. Hinausgeeckelt habe ich dich. Mit Arroganz und bitterem Humor versuche ich in deiner Anwesendheit die Sehnsucht nach dir zu verdrängen... dein liebliches Gesicht... deine mörderischen Hände... ich sehne mich danach, du machst mich in jenen Momenten, wo Stille und Ruhe mein Umfeld beherrschen, nachdenklich... Hand in Hand mit den Erinnerungen geht die Sehnsucht einher... verzeih mir, ich hoffe es ist nicht zu spät...
Gregor Dagonare... Oberstleutnant... der Militarismus in Person. Hättest du dich nur als Offizier wieder bei mir in der Eisenwart eingefunden! Gnadenlos, konsequent und gehorchsam wie du warst... du hättest Knechte und Bauern zu einer Legion emporgeprügelt... wieso bist du mir nicht gefolgt? Waren die Sturmkrähen die Grenze, die deinem Horizont gesetzt wurde? Gregor...
Xenon Xares... mein Feldwaibel... wichtiger als das.. mein bester Freund! Wo bist du hingegangen? So kurz warst du da, und dennoch reicht ein Kapitel von dir in meinem Buch des Leben nicht aus... dich habe ich bevorzugt, habe den Argwohn meiner Leute auf mich gezogen... für dich habe ich die Proteste erstickt, mit aller Gewalt... und nun bist du weg...
Habe ich für meine Fehler bezahlt? Was wird noch folgen?
"Ihr seid ein sehr fähiger Mann, Hauptmann Rachus, seht Euch als willkommener Dauergast auf Eisenwart an. Sollte Euch einer meiner Mannen nicht respektvoll grüßen, streckt diesen nieder." - Khazkal Deslon
"Hauptmann Rachus ist einer der wenigen, die einen Letharen bezwingen konnten. Auch dem Burgherrn gelang solch ein Sieg vor Bajard..." - Ayane Tarun
"Ein ausgezeichnter Plan, Hauptmann. Mein Meister wird diesbezüglich begeistert sein. Auch der Alternativplan spricht für Euch" - Shessidyr Shartir
Lob, Glanzleistungen, Anerkennung... all dies wurde ihm zuteil. Ein Mensch, der priviligiert war zu erfahren, was Macht und dessen Verlust, Freundschaft und deren Verwehung, Liebe und deren Verglühen bedeuteten. Er sah das Leben wie es war und nicht wie es sein sollte. Und das schöne, um es kurz zu fassen, war das Privileg leben zu dürfen. Er bückte sich und hob einen Stein auf, welchen er auf ausgebreiteter Handfläche betrachtete. Er schlug mit der freien Faust auf den kleinen Stein.
Du spürst nichts, ich kann dir nicht weh tun...
Er beleidigte den Stein.
Deine Gefühle sind nicht verletzt...
Er blickte nachdenklich auf die leblose Materie.
Egal ob Schmerz oder Freude, du hast nicht das privileg zu Leben und diese Gefühle wahrzunehmen. Solange ich lebe, habe ich mich nicht zu beschweren... Seine Handfläche schloss sich, er umfasst den Stein, sah gen Himmel und ließ bei seinem Anblick den Stein zu Boden fallen.
"Wie kannst du nur so diszipliniert sein und dennoch dein Leben geniessen? Woher nimmst du die Motivation, mein Süßer?", sah ihn Sue an, ihre Hand glitt über seine muskulöse wohldefinierte Brust. "Disziplin benötigt keine Motivation. Wenn du keine Motivation hast, hast du keine Disziplin, nicht andersrum, wie jeder Narr zu wissen glaubt.", antwortete er, wobei die verspielte jugendlich wirkende Mimik augenblicklich dem Ernst Platz machte. "Mit Disziplin kannst du alles erreichen. Es ist ein Versprechen, dass du dir selbst gibst und haltest. Disziplin erlaubt keinen Aufschub."
"Du bist seltsam, mein Süßer!", flüsterte sie ihm noch zu, ehe sie ihren Kopf auf seine Brust legte und den Schlaf erwartete.
Und du... versteht mich leider auch nicht.
"Sohn... wieso willst du uns vergessen. Deinen Bruder... willst du uns nie wieder sehen?" - "Nein, Vater, ich diene dem Burgherrn. Ich habe mich entschieden. Mein Leben ist in seinen Händen sicher. Hier ist mein Zuhause..." - "Sohn, was erhoffst du dir? Willst du schlussendlich versagen? Einsam sterben?" - "Versagen? Ich habe alles erreicht, was sich ein Mann zu träumen wagt. Einsam, pah! Ich besitze alles... Wissen, Geschick, Talent, Reichtum, Respekt, Ausrüstung, Macht..." - "Doch dies bedeutet nichts mein Sohn. Es ist belanglos.. schlussendlich." - "Belanglos, Vater? All diese Dinge und Eigenschaften füllen mein Leben aus!"
"Leider mein Sohn, leider. Sie füllen dein Leben aus und lassen für jene Sachen und Personen keinen Platz mehr." - "Hm? So sag mir alter Mann, der mich nicht schätzt, was sind das für Sachen und Personen, die deiner Meinung nach zu wenig Platz in meinem Leben hatten? Kenn ich diese überhaupt?", meinte Alexyos nach außen verächtlich, innerlich jedoch erschüttert von Zweifel.
Vater Rachus nahm einen Stein und warf diesen in den Teich vor ihnen.
"Spring wohl und schwer gerüstet in dieses Wasser. Und du wirst ertrinken... Im jenem Moment, wo du ertrinkst, wirst du dich augenblicklich, ohne nachzudenken, an jene erinnern, die dir am teuersten waren, und du vernachlässigt hast."
Vater Rachus ging und ließ Alexyos am Teich.