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Kühe und andere Banditen

Verfasst: Freitag 27. März 2009, 13:21
von Filya
Der Kapitän des Schiffs betrachtete mit glasigen Augen eine Gestalt, die vorsichtigen Schritts die feucht-glitschige Bohle hinab ging, die das Schiff mit dem Steg des kleinen Ortes verband. Er sandte ein innbrünstiges Stossgebet zu seinen Göttern, daß diese Gestalt sein Schiff nie wieder finden oder gar betreten würde.
Das hilflose und orientierungslose herumsuchen der Gestalt, in deren Händen eine kleine flackernde Kerze kaum genug Licht spendete, die eigene Hand vor Augen zu sehen, machte da aber durchaus Hoffnung, so das der Kapitän sich schliesslich zufrieden zurücklehnte und sich eine genüssliche Pfeife zu stopfen begann.
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Filya, so der Name der Gestalt, war verwirrt. Es war dunkel wie in einer Höhle und es regnete, zwar nicht stark, aber völlig ausreichend um die Laune weiter absinken zu lassen. Mit der kleinen Kerze in der Hand ( die der Kapitän des Schiffs ihr fast schon hinterhergeworfen hatte, nachdem sie ihm beim Abschied nehmen etwas...also wirklich nur ein kleines bisschen...Wachs über die Hand gegossen hatte ) versuchte sie sich zurechtzufinden. Im Schein der kleinen Flamme tauchten Hauswände auf, Kies schien Wege zu bedecken, Zäune säumten offenbar Grundstücke.
Ein kleines Dorf, dem Geruch nach ein Fischerdorf. Sie rümpfte kurz prüfend die Nase. Ihre Tasche...wo mag die wohl sein...sie musste sie verlegt oder gar vergessen haben. Wie ärgerlich, darin befanden sich ihr Bogen und ihre Pfeile...und das wichtige Paar Ersatzhandschuhe. Sie wischte sich das Wasser aus dem Gesicht und folgte einem Weg, gesäumt von grossen dunklen Häusern. Wieso kam die Bewohner des Ortes nicht auf die Idee, einige Fackeln aufzustellen? Brummelnd ging sie weiter, bis eine Stimme sie ansprach und etwas wie "n´abend" murmelte.
Sie blieb stehen...sah sich um...versuchte im Schein einer Kerze, die kaum dafür ausreichte die eigenen Füße zu erkennen, jemanden zu sehen. Nach weiteren Worten und einem Pfiff fand sie schliesslich eine Lady, sitzend auf einer Bank unweit von ihr. Filya hob die Kerze weiter, konnte aber ausser den Konturen und einer rötlichen Hose wenig erkennen. Nach einigen Wirrungen ( Filya wunderte sich, wollte ihr die Lady wohl offensichtlich die Bank schenken...Bitte nehmt Platz...aber die war doch viel zu schwer zu tragen ) setzte sie sich zu der Lady, erfreut, endlich einmal jemanden zum reden zu haben.
Also redete sie...und hörte zu, was die Lady zu sagen hatte. Zeigte ihr den Brief, den sie irgendwo abliefern sollte...Und hörte zu, versuchte anhand der Worte der Lady zu verstehen, wo sie sich befand und was sie nun am besten tun sollte.
Sie schien nett, auch wenn sie wohl der Meinung war, Filya könnte noch ein bisschen Körperliches Training vertragen ( ich werde Euch etwas auf sie Sprünge helfen ), aber das war Filya egal...sie freute sich, hier in dieser Dunkelheit jemanden gefunden zu haben.
Immer wieder schienen Leute vorbeizugehen, kurze Grüße waren hörbar, aber der Schein der Kerze reichte nichtmal so weit, um auch nur einen davon erkennbar werden zu lassen.
Plötzlich wurde die Lady neben ihr unruhig...irgendjemand sprach in einem zischenden Tonfall zu ihr. Filya konnte nichts erkennen und lauschte angestrengt. Es schien um Geschäfte zu gehen, die Lady hatte ihr erzählt, das sie von einer Insel käme und Schneiderin sei. Vielleicht ein Kunde? Das Gespräch hörte sich aber eher bedrohlich an und eine zweite Gestalt schien auch noch da zu sein. Wieder lauschte Filya und tat völlig unbeteiligt, denn eine Situation, in der Du nichts siehst, solltest Du ignorieren...so hatte ihre Mama immer gesagt. Die Lady neben ihr sprang auf und schien voller Sorge zu sein. Wie gerne hätte Filya ihr irgendwie beigestanden, aber sie wusste nicht um was es ging und konnte absolut nichts erkennen...diese blöde kleine Kerze..
Eine Gestalt eilte den Weg entlang und hielt eine grosse Fackel in der Hand. Diese beleuchtete endlich einmal den ganzen Weg und tauchte zwei dunkle Gestalten in langen Kutten in ein kurzes, difuses Licht. Filya erschrak, das sah nicht wie ein Kundengespräch aus...eher wie ein Überfall...vor allem die langen Schwerter, die in den Händen aufblitzten, machten wenig Mut.
Durch das Licht aufgescheucht, stiessen die Gestalten noch einige Drohungen in Richtung der neben der Bank stehenden Lady aus und verschwanden in der Dunkelheit. Filya machte sich Sorgen, die Lady schien ausser sich vor Zorn und Wut.
Zwei mal schon hat mich diese Kuh ausgeraubt!
Eine Kuh? Filya war verwirrt...aber das waren doch...Filya erinnerte sich daran, das Menschen oft etwas anders meinen als sie sagen und versuchte die Lady etwas aufzuheitern
Auch Kühe geben gutes Leder!
Die Lady lachte kurz grimmig. Filya wollte sie schon auf die gerade geschehenen Dinge ansprechen, aber die Gestalt mit der Fackel war ja immer noch da und tanzte um Filya herum. Sprach sie an, verwirrte sie. Dabei wollte sie doch gerne mit der Lady reden. Diese wurde aber noch zorniger und sprach etwas von einem Hemd, das Filya nun so garnicht verstand. Schliesslich verschwand die Lady mit den worten, wieder auf ihre Insel zurückkehren zu wollen.
Filya war bestürzt, sie wollte der Lady gerne beistehen, etwas Gold hatte sie ja noch, vielleicht würde das der Lady helfen. Sie lieh sich eine Fackel von dem Mann, der immer noch um sie herumtanzte und ihr gleich noch einen Bogen über die Schulter hing...komischer Kauz...und begann die Lady im Ort zu suchen. Leider erfolglos...
Eine Lady auf einem Pferd konnte Filya schliesslich den Hinweis geben, das eine Frau zum Schiff gegangen sei und sehr zornig ausgesehen habe...also folgte Filya und wagte sich auf die Schiffsreise zu dieser Insel...mit dem Berg in der Mitte...und diesem komischen Namen...La...Lame...irgendsowas
Jedenfalls erreichte sie diese Insel und begann ihre Suche nach einer Frau, deren Namen und Äusseren sie nicht kannte...und die sie wohl garnichtmehr sehen wollte. Aber Filya konnte stur sein und würde sie schon finden...hoffentlich dann am Tage