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Tote Grafen leben länger
Verfasst: Donnerstag 26. März 2009, 07:05
von Arsen Talmar
Der Auftrag
Der eisige Wind, der um das Haus streift übertönt fast das prasselnde Feuer im Kamin, vor dem ich es mir mit einem Glase Absinth gemütlich gemacht habe. Noch ist es nicht Zeit nach unten zu gehen dorthin wo Selina mit unserer kleinen Tochter schläft. Zu vieles geht mir noch durch den Kopf nach den letzten Stunden. Ich würde mich nur unruhig hin und her wälzen und damit Selina aufwecken, endlose, bohrende Fragen wären die Folge, Fragen die mehr als unangenehm wären. Nein, erst einmal zur Ruhe kommen, zur Ruhe … war das überhaupt noch möglich bei dem was ich in Begriff war zu tun? Hielt ich doch eine Fackel in der Hand die einen Weltenbrand entzünden und damit auch meine kleine Familie und mich auslöschen könnte, falls ich nicht verdammt vorsichtig war!
Dabei hatte doch alles so harmlos begonnen. Ja gut harmlos für Leute die meiner Art von … Geschäft nachgehen. Einer meiner verschwiegenen Boten hatte an der üblichen Stelle einen Brief für mich hinterlassen: Man hätte einen Auftrag für mich und ich sollte mich zu einer bestimmten Stunde in einem abgelegenen Heuschober mit dem Auftraggeber treffen. Die Reaktion Selinas, die mich begleitet hatte, beschränkte sich auf einen vorwurfsvollen Blick. Abgesehen davon dass sie schon immer etwas gegen diese Art Beschäftigung hatte fand sie nun als Vater einer Tochter sollte ich mit derlei Geschäften endlich aufhören. Sie gab mir einen Kuss und die Mahnung ich solle ja bloß vorsichtig sein mit auf den Weg bevor sie brummend nach Hause ging und ich mich zu dem wartenden kleinen Fischerboot in der entlegenen Bucht aufmachte.
Die Überfahrt verlief stürmisch, geradezu ein Omen für die Dinge die kommen sollten, aber für solcherlei abergläubischen Firlefanz hatte ich noch nie ein Gespür gehabt, vielleicht sollte ich das ändern, blieben mir wohl einige Schwierigkeiten erspart in Zukunft. So jedenfalls wartete ich wenige Stunden nachdem ich den Brief geöffnet hatte im Schatten verborgen in dem besagten Heuschober. Natürlich war ich zu früh, Leute meines Schlages könne sich gar nicht erlauben zu spät zu kommen, die Gefahr in eine Falle zu laufen wäre gewaltig. Außerdem sehe ich gerne was auf mich zu kommt. In diesem Falle war es eine vermummte Gestalt, die sich reichlich Mühe gab zerlumpt und gebrechlich zu wirken. Der Vorsatz mochte ja gut sein, aber erstens waren die Kleider so sauber als hätten sie noch nie auch nur ein Krümelchen Dreck gesehen und zweitens passte der Ring an der rechten Hand so richtig gar nicht zu einem zerlumpten Bettler. Wie wichtig diese Beobachtung war sollte mir erst viel später bewusst werden.
Mit unruhigem Blick sah sich mein Auftraggeber um, er war sichtlich nervös und zuckte nicht schlecht zusammen als ich mich durch einen Zuruf zu erkennen gab. Natürlich wurden keine großartigen Höflichkeiten ausgetauscht, jemand der nervös einen Mord ausgeführt haben möchte ist alles andere als höflich. Ich sollte einen unbequemen, gar lästigen Grafen aus dem weg räumen. Alleine schon das Wort „Graf“ lies sämtliche Alarmglocken bei mir ertönen, denn in meiner Vorstellung gab es nicht viele Grafen die mir bekannt wurden und ein jeder würde ziemlichen Ärger bedeuten. Und als dann auch noch jene beiden Worte fielen, die ich so richtig gar nicht hören wollte stockte mir fast der Atem, zum Glück konnte mein Gegenüber mich nicht sehen wie ich kurz nach Luft schnappte … von Arganta, ich sollte tatsächlich Rafael von Arganta verschwinden lassen. Wundervoll, meine Frau wollte ihn besuchen und unsere Tochter vorstellen und ich sollte genau das unmöglich machen. Ich glaube in jenem Moment dachte ich wenig an Allianz, Reichsritter oder wer auch immer Jagd auf mich machen würde sondern mehr daran das Selina mich für diese Tat umbringen würde. Einen schlimmeren Jäger als sie konnte ich mir gar nicht vorstellen und trotzdem nahm ich den Auftrag an, begann das Spiel mit dem Feuer, dass eigentlich mehr ein Tanz auf brodelndem Vulkan war.
Der Absinth ist leer, das Feuer im Kamin niedergebrannt. Ich sollte also Rafael von Arganta verschwinden lassen, sicherlich kein leichtes Unterfangen aber auch nicht gänzlich unmöglich. Schön, ich musste noch einiges vorbereiten und ich würde wohl auch nur einen Versuch haben mit großer Aussicht dabei mein Leben zu verlieren, aber solcherlei Spiele mit hohem Einsatz haben mich schon immer gereizt. Einzig mein Stern macht mir Sorgen, ich hoffe ich schaffe es sie ahnungslos zu lassen, ansonsten … nein lieber gar nicht dran denken was sonst passiert … das sind die letzten Gedanken bevor ich vor dem Kamin einschlafe.
Verfasst: Donnerstag 26. März 2009, 16:08
von Arsen Talmar
Die Vorbereitung
Großartig an Schlaf war natürlich nicht zu denken gewesen, dafür sorgten schon Elira mit ihrem Geschrei und der kleine Welpe, der nichts Besseres zu tun hatte als Arsens Gesicht abzuschlecken. Bevor er aber losfluchte fiel ihm ein dass ein Wecken durch Selina sicherlich unangenehme Fragen mit sich gebracht hätten und so konnte er immerhin vorgeben er wäre schon in der Küche um Frühstück zu machen. Nun kann der Leser sicherlich einwenden das solcherlei männliche Küchenaktivität eine Frau erst recht misstrauisch machen würde, in diesem Falle aber war so etwas schon öfters passiert und solange war ja Selinas Schwangerschaft auch nicht vorbei dass der Ehegatte vergessen hatte welch zauberhaftes Lächeln solch Rücksichtnahme auf ihr Gesicht zaubern würde. Also ran ans Werk!
Die Gedanken allerdings, welche die Frühstücksvorbreitung umkreisten wie kleine Monde ihren Mutterplaneten, passten so richtig gar nicht zu liebevoller Rücksichtnahme.Würde zumindest der Graf von Arganta einwerfen, wenn er gewusst hätte was Arsen auszuführen gedachte. Jener lies sich durch solcherlei Einwände natürlich nicht beirren, genauer gesagt verschwendete er nicht eine Minute an Überlegungen dieser Art. Vielmehr reihten sich viele kleine Steinchen zu einem Gesamtwerk zusammen, und als Selina das vom Ehegatten zubereitete Frühstück wie erhofft mit einem strahlenden Lächeln bedachte, war aus den vielen Steinchen ein prächtiges Mosaik geworden, so prächtig dass manche Kirchenältesten das ganze liebend gerne als Kirchenfenster genommen hätten. Kirchenfenster .. an was erinnert uns das nur.
Nach dem ausgiebigen Frühstück sowohl von Selina als auch von Elira, Arsen verzichtete darauf hatte doch der Absinth von gestern frühzeitig zu erkennen gegeben, dass er zum momentanen Zeitpunkt nicht gedachte die Leere des Magens mit irgendwelchen Feststoffen zu teilen, brach die junge Mutter zur Akademie auf um nach langer Zeit endlich wieder Ordnung in das Chaos zu bringen, wie sie es nannte. Arsen dachte kurz seufzend daran wie nun all der liebevoll angehäufte Staub verschwinden und die sich malerisch entfaltenten Schriftstücke nun in strenger Ordnung stapeln würden, entscheid sich aber gegen einen Widerspruch und nutzte die gönnerhafte Laune seiner Frau um später nachzukommen und nun erst einmal durchs Unterholz des Waldes zu streifen auf der Suche nach etwas ganz bestimmten. Dabei machte er einen Lärm der diesen Kurzbeinen in ihrem Berg Ehre bereitet hätte, aber er fand was er suchte und schnell verschwand das Objekt der Begierde in einem mitgebrachten Sack, welcher so sorgfältig ausgesucht war das er nicht das kleinste Loch enthielt. In solchen Dingen war Arsen wirklich pingelig.
Der Rest des Tages bedarf keiner weiteren Aufmerksamkeit, er würde lediglich ein Kitzeln in Nase und Rachen verursachen, denn Selina war wirklich sehr gründlich beim Chaosbeseitigen. Sie fegte nicht oft wie ein Wirbelwind durch die Akademie, aber wenn sie es tat dann vertauschte selbst der Dozent der Kriegerklasse das Schwert ohne Widerspruch mit Besen und Lappen, Frau Konrektorin war in solchen Dingen als sehr unnachgiebig bekannt. So zog der Tag schnell vorbei und als Selina sich bald nach dem Abendessen mit ihrer Tochter zum Schlafen bereit machte gab sie ihrem Mann noch die guten Ratschläge mit auf den Weg, sollte er in der Nacht noch das Haus verlassen solle er erstens sehr vorsichtig sein und zweitens beim heimkommen die Füße abputzen und keinen Lärm machen, zwei Ratschläge die Arsen sich vornahm sehr sorgfältig zu beachten.
Der zerlumpte Bettler, der Stunden später in Bajard von Bord des Bootes ging, hatte nur noch wenig mit jenem Arsen zu tun den wir kennen, eigentlich nur noch die Tatsache dass die Person in diesen mit herzhaften Düften behafteten Lumpen eben jener Arsen war, der Rest .. nun der Rest wäre ein wundervolles Beispiel für den Auftraggeber des Mordes gewesen wie man nun richtig sich in Lumpen bewegte. Aber das lies sich ja vielleicht einmal nachholen, schließlich gab Arsen als Rektor der Akademie gerne seinen reichen Erfahrungsschatz an wissbegierige Schüler weiter. Der Bauernjunge, welchen dieser zerlumpte und reichlich duftende Bettler nun zum Grafen schickte tat dies dann auch nicht so sehr wegen der Münze die er erhielt, sondern in dem festen Vorsatz eben jenen Gerüchen zu entgehen. Arsen war sich sicher das der Graf der kleinen Aufforderung an einen bestimmten Ort zu kommen folgen würde, das kleine herrlich platzierte Wörtchen „Raben“ würde schon dafür sorgen. Ritter waren wunderbar ordentliche und zuverlässige Leute, wenn es um private Feindschaften ging und der Graf war ein wahres Musterbeispiel dabei. Gar fröhlich pfeifend wurden die Lumpen abgestreift und auf einen Misthaufen geworfen, Arsen hätte fast schwören können dass dieser die Stofffetzen wie alte Freunde begrüßt hatte, und dann machte sich der Attentäter auf den Weg dorthin wo er gemütlich warten würde bis Ihro Gnaden mit Zornesröte im Gesichte anstürmen würde.
Verfasst: Donnerstag 26. März 2009, 22:37
von Rafael von Arganta
Die Tasche war gepackt, eine leichte Lederüstung angelegt, und Rymis stand bereit.
Das es spät am Abend war, störte ihn nicht.
Das Schiff würde am frühen Morgen auslaufen und er wollte noch einige Schreiben fertigen und feilte an der Rede vor Adoran, das dieser ihn sofortig wieder entließ und er heimreisen konnte.
Den Prinzregenten ob seines Befehles nur mit einem Brief ab zu speisen, das traute selbst er sich nicht.
Er zog Rymis gerade den Gurt nach, als ein Junge herangerannt kam.
Vollkommen ausser Atem stammelte dieser nur und Rafael hatte einige Mühe ihn zu verstehen.
"Seine Hoheit ... " keuchte der Junge. "Bajard ... eine .. Gefahr ... Raben ... Rabendiener."
Rafael wurde blass wie er wohl blasser vorher nie gewesen war.
Adrian !!!!
Adrian war in Gefahr. ihm durfte aber nichts geschehen. Nicht IHM!
Was würde Darna sonst machen, oder ... er musste seinem Freund, Bruder helfen!
"Wo?" fragte er noch einmal überflüssigerweise, und sprang schon fast in den Sattel
"Bajard!" keuchte der Junge noch einmal und Rafael nickte dabei versuchend Ruhe zu bewahren was ihm sichtlich schwer fiel.
"Sag den Rittern bescheid... der Garde! Egal ... wen du findest!"
Befahl er noch barsch bevor er im vollen Galopp nach Bajard sprengte.
Der Junge indess sah ihm nur erleichtert nach, dabei nach der Geldbörse fassend, um entgegen Rafaels Befehl einfach sich um wandte und heimwärt schlenderte.
Verfasst: Freitag 27. März 2009, 16:36
von Arsen Talmar
Die Ausführung
Frühling, das Erwachen der Natur nach ihrem langen Winterschlafe, die Zeit da Barden frohlockend durch Blumenwiesen hüpfen und sich Blütenkränze ins Haar flechten. Eigentlich verabscheuten zumindest männliche Barden dieses Getue, zog es doch gewissen Anspielungen auf das Vorhandensein femininer Neigungen mit sich. Aber seid vor langer Zeit eine Bardin so geschmückt, natürlich ohne gewisse Anspielungen, großen Erfolg mit ihrer Darbietung erreichte wurde von den Oberen der Zunft der Barden dass ganze als Berufskleidung in die Satzungen aufgenommen. Worauf sich bei männlichen Barden die Erkenntnis durchsetze dass sie das Opfer weiblicher Verschwörung waren und Frauen einfach nur Ärger bedeuteten.
Unser Attentäter hatte für solcherlei Frühlingsgefühle und rum Gehüpfe natürlich keinerlei Sinn, saß er doch seid Stunden auf dem harten Ast eines Birnbaumes, ertrug Regen und kalten Wind, den Grafen mit jeder Minute mehr verfluchend. Arsen war eh der Meinung das Frühlingsanfänge nur eine nasse Form von Winter waren und gefälligst schnellstens in Sommer übergehen sollten, womit er bei der Göttin Eluive aber auf taube Ohren stieß. War jene doch der Ansicht Blumen sehen hübsch aus also hat Frühling stattzufinden. Götter und Menschen sind selten einer Meinung und so saß Arsen im Regen auf dem harten Ast eines Birnbaumes ... aber das erwähnte ich ja bereits. Die Augen wanderten schon umher auf der Suche nach einem etwas trockeneren Platz, machte sich doch langsam die Befürchtung breit Ihro Gnaden könnten sich verspäten, als endlich aus der ferne Hufgeklapper zu hören war… erwähnte ich schon das Ritter sehr verlässliche Leute sind? Während sich der Graf nun schnell näherte stellte Arsen mit zufriedenem Brummen fest das sich Arganta für diesen Ritt aus seiner zweiten Haut genannt Rüstung geschält hatte, was die Durchdringungskraft eines Dolches doch sehr erhöhte. In Gedanken strich Arsen einige kleinere Vorurteile gegen Ritter und Grafen durch, schließlich sollte man soviel Entgegenkommen auch wohlwollend honorieren.
Mit sicherem Griff wurde nun die mitgebrachte Schlange aus der Dunkelheit des Sackes befreit und vor die Füße des Rosses geworfen, worauf des Reptil aus purer Dankbarkeit die ihr zugewiesene Rolle mit vollem Eifer ausfüllte und sich in fast voller Größe vor dem anstürmenden Vierbeiner aufrichtete. Pferde und insbesondere Pferde von Grafen sind sehr ästhetische Tiere und der Anblick dieses geschuppten Etwas vor den Füßen war für des Pferd so was von schockierend, dass es mit aller Gewalt bremste und vor Angst das Ding zu berühren sich auf die Hinterbeine stellte. Uns bietet sich ein wundervolles Bild ... die Schlange vor dem auf den Hinterbeinen stehenden Ross, der Graf der sich in geradezu malerischer Pose im Sattel hält, das ganze durch einen herabzuckenden Blitz ins richtige Licht gesetzt. Genießen wir einen kurzen Moment jenes Bild denn schon duckte sich unser Attentäter zum Sprunge, prallte gegen den Reiter, welcher verständlicher Weise nicht auf die Unterbrechung der Bildeinstellung gefasst war, stieß die Klinge des Dolches in die Seite des Grafen und warf ihn zu Boden. Der darauf folgende Schmerzensschrei wurde durch einen Felsbrocken verursacht, der sich partout weigerte den beiden Fallenden auszuweichen, eigentlich sehr unhöflich aber Steine sind nun mal erschreckend stur in solchen Dingen.
Fluchend erhob sich Arsen, ein aufmerksamer Zuhörer hätte nun viel lernen können, kannte unser Held doch sehr viele durchaus kreative Flüche, und wandte sich dem Grafen zu. Jener hatte durch den Sturz das Bewusstsein verloren und würde es auch so schnell nicht wieder erlangen, dafür sorgte schon das Gift an der Dolchklinge. Die Wunde war weder sehr tief noch stark blutend, dafür hatte Arsen den Dolch sorgfältig ausgewählt, schließlich hatte er nie vorgehabt Ihro Gnaden zu seinen Ahnen zu schicken. Es würde so schon genug Ärger mit Frau Talmar geben den wollte Arsen nicht noch vergrößern in dem er dem Tod einen guten Bekannten seiner Frau zum Teekränzchen vorbeischickte . Nein, der Graf sollte einfach verschwinden bis der Auftraggeber gefunden war, welcher nun wieder dann eine Einladung zum Tee erhalten würde. Und der Gastgeber legte Wert darauf dass solche Einladungen auch peinlichst eingehalten wurde, Verspätungen wurden nicht akzeptiert, was bei dem sehr ausgefülltem Terminplan des Todes allzu verständlich ist.
Die Schlange hatte inzwischen beleidigt das Weite gesucht, sie selbst hielt sich für ausgesprochen hübsch und fand das Gehabe des Grafenpferdes völlig daneben, andere würde ihre makellose Schönheit schon zu schätzen wissen. Der Vierbeiner dagegen bedachte Arsen nun mit einem vorwurfsvollen Blick, schließlich hatte es ja einen Ruf zu wahren und ein herhabfallender Graf konnte dem schaden, aber auf die Versicherung hin es würde niemand erfahren hielt es still während Arsen den Bewusstlosen auf seinem Rücken festband. Der anschließend gemeinsam unternommene Spaziergang zum wartenden Fischerboot verlief schweigend, was erstens daran lag das Pferde ziemlich stille Zeitgenossen sind und zweitens an der Tatsache, dass sich ein ziemlich ungutes Gefühl in Arsens Magengrube breit machte bei dem Gedanken an die liebreizenden Worte der Frau Gemahlin, wenn er mit dem Bewusstlosen auftauchte. Das Gewitter, welches das kleine Boot auf seiner Fahrt dann mächtig schaukeln lies, das Pferd des Grafen hatte hierfür gar kein Verständnis und tat dies auch lautstark kund, nun das Gewitter fürchtete Arsen würde nur ein laues Lüftchen sein gegen jenes das zu Hause auf ihn wartete …
Verfasst: Sonntag 29. März 2009, 11:55
von Rafael von Arganta
Als er erwachte brauchte er einen Moment um wirklich zu sich zu kommen.
Er wusste kaum was passiert war, doch als die Erinnerung des Überfalles, mit Macht zurückkehrte war er es der sofort auffuhr.
Der Kopf wollte ihm schier zerplatzen doch die Gefahr war allgegenwärtig im Moment.
Erst als er Selina sah entspannte er sich. Wo immer er auch war, so war sie eine gute Bekannte, Freundin gar und er war wohl in Sicherheit.
Glaubte er.
Denn ihre Geschichte klang so verwirrend das er lieber jetzt als später zu Hause wäre.
Jemand hatte den Auftrag gegeben ihn um zu bringen?
Oh derlei gab es Viele. Obwohl die Information das es wohl wer aus dem Schlosse war interessant war. Man wollte herausbekommen wer es war, und deswegen sollte er hier bleiben.
Rafael hätte fast aufgelacht.
Hier bleiben, Däumchen drehen während Ador auf ihn wartete, oder der Drache Varuna abbrannte. Unmöglich.
Er ließ sich nicht aufhalten, stand direkt auf und fuhr Arsen an, dann Selina die hinter ihn getreten war, ohne das er merkte das sie ein Kind auf dem Arm trug.
Natürlich hatte er dieses nicht gesehen, aber wollte sie damit ihn beeinflussen das er ruhiger war? Einsichtiger?
Konnten sie nicht einsichtig sein das ihn solch Drohung nicht scheuen ließ? Das er seine Verpflichtungen höher ansah?
Selina fauchte ihn nun langsam auch an. Sie wollten nur sein Bestes.
Sein Bestes und vor allem IHR Bestes war ihn gehen zu lassen! Bevor es nur noch mehr Ärger geben würde. Noch während er sich mit Selina darüber stritt, schien ihr Mann eher handeln denn reden zu wollen.
Er schien erkannt zu haben das man mit einem dickschädeliegem Ritter wohl kaum mit Worten mehr weiter kommen würde.
Rafael spürte noch einen kurzen Stich im Nacken, dann knickten ihm die Beine ein und sofort sich in der Dunkelheit des Schlafes verlierend, brach er zusammen.
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Eine wilde rote Mähne umrahmte sein Gesicht ... ein Kopf eines Löwen? ... eine Frau. Aber wer war sie? Er wusste nur das er jetzt am liebsten zu ihr wollte. Er streckte die Arme nach ihr aus, wollte sie zu sich ziehen, doch das Bild verschwand, wechselte und er sah einen Drachen der Feuerspeiend eine Brandspur legte und er stand daneben und betrachtete das Schauspiel als würde es ihn nichts angehen, obwohl alles in ihm schrie das er das Schwert in die Hand nehmen und kämpfen sollte.
Stattdessen ergriff er die Hacke wieder die neben im lehnte und begann weiter das Beet um zu graben.
Furche um Furche zog er für die neuen Setzlinge, um danach Knochenhand für Knochenhand in den Boden zu setzen und diese zu zu schieben mit gutem Mutterboden. Die Erde die um seinen Acker, durch den Drachen verbrannt war beachtete er gar nicht.
Sich die Hände abklopfend, griff er wieder nach der vermeintlichen Hacke die inzwischen ein großes Juwelenbesetztes Schwert war, und seltsamerweise wusste er es zu schwingen.
Doch wie sollte er damit den Acker umgraben.
Irritiert wich er zurück, als der Boden unter ihm zu leben begann.
Der Boden bewegte sich. Hände die sich nach oben reckten nach ihm griffen, nach ihm und einem kleinen siebenjährigem Kind das neben ihm stand und mit Papa Papa hilferufend nach ihm schrie.
Er wusste das Schwert zu benutzen. Er spürte den Zorn in sich als er es nutze er musste durch diese Hände hindurch er musste zu diesem Drachen. Er musste nach Hause, doch in dem Moment da er sich dem Ausgang näherte, tauchte der Drache wieder auf, er sah den Feuerstrahl auf sich zukommen, das Schwert erhoben, spürte die Hitze des Feuers als es auf ihn traf und ihn umwarf ihn verbrannte und mit einem lauten Schrei wachte er auf, fuhr auf um sich blinzelnd um zu sehen.
Eine Frau an seinem Bett die ihn mitleidig ansah.
Doch ... wo war er?
Vor allem aber ... WER war er.
Verfasst: Montag 30. März 2009, 21:20
von Hudgarr Stolzenfels
Nachdem Hudgarr von Selina erfahren hatte was mit Rafael passiert war machte er sich auf allen weiß zumachen das Rafael tot war und der Attentäter sein ziel erreicht hätte.
Hudgarr musste aufpassen das er keinem zuviel sagte und vor allem nur musste er vorsichtig sein das nur Personen eingeweiht wurden denen er vertaute.
Als es dann schon begann zu dämmern und die beginnende Nacht hereinzubrechen holte er Rehya aus der Feste der Alianz, er hatte sie bewusst über alles im unklaren gelassen, ihr nur gesagt das er sie in Sicherheit bringen soll von ihrem Vater aus.
Beide ritten verhüllt unter Masken und umhängen nach Lameriast zu dem Haus in dem Rafael versteckt wird. Hudgarr machte schnell, er wollte keine zeit verlieren, er gab Rehya bei Selina ab und legte Rafael das Buch neben sein Kopfkissen. Rehya erklärte er noch schnell was mit ihrem Vater los war und warum er im Versteck bleiben musste ob er will oder nicht, dann machte er sich auf den weg zur Küste wo die Gezeiten wartete, das Schiff der Baronie Stolzenfels. Mit dem Schiff machte sich Hudgarr auf den weg in die Hauptstadt, die überfahrt ging schneller als gedacht, der wind meinte es mehr als nur gut mit ihnen, anscheint wusste Eluive wie wichtig sein Auftrag war und es kam einen vor als würden sie förmlich über das wasser fliegen.
Schon nach nur 2 Tagen traf die Gezeiten in der Königsstadt ein, obwohl die reise normal 1 bis 2 Wochen gedauert hätte. Sofort nach der Ankunft ging Hudgarr zum Schloss und versuchte beim Zeremonienmeister vorzusprechen um ihm das schreiben von der Gräfin vorzulegen und um dann bei Ador vorzusprechen, ihm alles unter 4 Augen zu erklären.
Dann übergab Hudgarr Ador das Schreiben von Adrian welches Versiegelt war.
Verfasst: Montag 30. März 2009, 21:38
von Thelor von Reensdorf
Lehrer, Mentor, Freund und Leiche ?
So saß er nun von Außen an die Tür zum Arbeitszimmer im Schloß gelehnt.
Den Kopf in die Hände gestützt , landete er dort , den Kummer nach dem Gewissheit bringen dem Gespräch mit der Gräfin nicht mehr zurückstellen könnend.
Wie ….. , wieso…..Rafal, wieso…… jetzt, wieso ….er …………….!
Alles Fragen die eine antwort verlangten , alles zu einem ungünstigem Zeitpunkt und alles so Plötzlich
So saß der Reichsritter eine Weile an jener Tür ehe er soweit gefasst war das Gespräch mit der Gräfin zu Realisieren.
Nun stand er von jetzt auf Gleich vor der Tatsache, Rafael Tod , er dessen Aufgaben und ein Haufen voll neuer Verantwortung.
Am liebsten wäre er gleich ins Kloster Geritten , hätte seinem Freund wenigstens diese Ehre noch erweisen können, doch nun Trug er Verantwortung für viele, das durfte er nicht Vergessen, aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben und wenn er zu seines Freund Totenbett Reitet, so braucht er Zeit, aber nun konnte er nicht alles schleifen lassen, Rafael hätte ihm sonst was erzählt.
So begann er di ersten Briefe zu verfassen ……………
Verfasst: Dienstag 31. März 2009, 12:48
von Selina Talmar
Sie saß mit Elira unter dem Apfelbaum im Garten und Blickte über das Meer in die untergehende Sonne. Stunden war es schon her das sie den Keller wieder verlassen hatte und Hudgar da gewesen war. Doch sie hatte kein Bedürfnis hinunter zu gehen. Und hier konnte sie ihren Gedanken nachhängen. Elira war mittlerweile in ihrem Arm eingeschlafen. Sie war noch nie vor irgendetwas davon gelaufen warum tat sie es jetzt?
Die Sonne schien sie als Antwort zu verhöhnen, denn sie färbte in diesem Moment den Horizont und das Meer Blutrot. Ja sie würde einen Mord begehen, würde sie bleiben, sie wusste es. Und sie würde nichts bereuen. Sie hatte zugestimmt Rafael in das Haus zu bringen um ihn zu schützen, doch war er es überhaupt wert geschützt zu werden?
Sie hatte Arsen fast den Kopf abgerissen, als sie es erfuhr. Selbst Elira in ihrem Arm hatte nicht dafür sorgen können das sie die Beherrschung behielt. Sie war so wütend wie selten in ihrem Leben.
Arsen war seit Tagen nervös gewesen und sie kannte ihn gut genug um zu wissen, es war mehr als ein einfacher Auftrag, mehr als sonst. Und so rückte sie ihm zu Leibe. Sie wusste er verbarg etwas vor ich.
Doch die antwort war es ist nichts Außergewöhnliches.
Ja das merket sie. Nichts Außergewöhnliches und deswegen hatte er Sorgen im Gesicht, die selbst ein Fremder gesehen hätte.
Sie Fauchte sie Schrie, sie war sogar soweit ihm zu drohen, bis er endlich mit der Sprache rausrückte. Er tat ihr einen Gefallen damit. Mit diesem Gefallen brachte er nur sich selbst, seine Frau und seine Tochter in Lebensgefahr. Und wofür?
Rafael sollte ermordet werden, also sollte er aus dem weg. Sie schnappte nach Luft.
Sicher sie schätze ihn, aber ihr Leben riskieren?
Sie hatten nur keine andere Wahl, außer Rafael sterben zu lassen. Also schwieg Selina einige Augenblicke um sich soweit zu beruhigen, dass sie klar denken konnte.
Sie mussten jemanden einweihen, der Rafael nahe stand.
Ihr fielen nur zwei Menschen ein. Hudgar Stolzenfels und Adrian. Sie konnte unmöglich zu Adrian gehen und sagen. “ Euer erlaucht wir haben Rafael bei uns zu Gast, weil jemand seinen Tod möchte” Nein so direkt wie sie war, das konnte sie nicht tun.
Also musste sie Hudgar einweihen. Doch bis sie die Gelegenheit bekam, vergingen zwei Tage.
In der Zeit war Rafael bereits bei ihnen und aufgewacht.
Er drohte ihnen mit dem Tod, fauchte und drohte wieder. Beschwor Selina auf Grund der Freundschaft ihn gehen zu lassen und hörte kein Wort.
Selina fauchte ihn ihrerseits an und meinte wenn er sich den Tod wünsche, könne sie gerne nachhelfen, aber sie würde nicht zu lassen, dass er ihre Familie in Gefahr brachte.
Als er Selina schließlich mit dem Kind auf dem Arm schubste reichte es ihr.
Sie blickte zu Arsen und kurz danach traf der Pfeil Rafael im Genick und schickte ihn schlafen.
Dann trafen sie endlich Hudgar in Varuna und berichteten ihm die Lage, auch er war der Meinung Rafael müsse eine Weile verschwunden bleiben und man musste an seinem Tod glauben.
Gesagt getan. Hudgar handelte und die beiden zogen sich unauffällig zurück. Der Rest lag nicht mehr in ihrer Hand und dennoch raubte ihr die Sache den letzten Nerv.
Es nahm alles seinen eigenen Lauf. Und dennoch Rafael glaubte ihnen kein Wort. Und drohte weiter, selbst als Rehya von Hudgar zu ihnen gebracht worden war.
Sie war hinausgegangen, als die Tirade wieder anfing, welche Strafe darauf stand.
Rafael würde diesen Gefallen noch Bezahlen, da war sie sich sicher. Sehr sicher sogar. Denn diese Mühe war sein Leben einfach nicht wert.
Sie merkte wie sich eine Hand auf ihre Schulter senkte.
Er schläft. Diese beiden Worte, waren das Zeichen, dass sie wieder ins Haus konnte ohne sich aufzuregen.
“ Geduld Sternchen, er bleibt nicht mehr lange” raunte ihr Arsen zu als sie ins Haus ging.
Verfasst: Mittwoch 1. April 2009, 06:46
von Adrian von Hohenfels
Tot!!! Die Nachricht, die er so wenig glauben wollte, lag schwarz auf weiss vor ihm schriftlich auf dem Tisch. Viel zu spät hatte es ihn erreicht, als dass er noch zu der kurzfristig anberaumten Trauerfeier hätte erscheinen können. Es konnte doch nicht sein, durfte nicht sein. Wie oft hatten sie einander das Leben zu retten gewusst? Er mochte es garnicht mehr zählen.. und nun, so plötzlich so sinnlos? Auch wenn er ihn oft genug neckisch als solchen gescholten hatte, Rafael war kein Wirrkopf, den man einfach so überrumpelte... wie konnte dies sein?
Er musste nach ihm sehen! Mit diesem Ziel verliess er am Morgen das Haus. Garvagh spürte seine schlechte Stimmung bereits als er sich näherte. Und wie üblich schien er sich pflichtschuldig anzupassen. Ihnen jetzt zu begegnen war gewiss kein vergnügliches Erlebnis. Und doch, blieb es Hudgarr nicht ersparrt, der ihn auch noch mit den Worten aufhielt, er müsse reden. Nach Reden war ihm wahrlich nicht, doch die Ankündigung Hudgarr wolle recht kurzfristig Gerimor verlassen um Ador selbst aufzusuchen, liess ihn doch aufhorchen. "Was um alles in der Welt will er nun von Ador? Es bedarf keines Leibwächters die Kunde von Rafael's Ableben in die Hauptstadt zu tragen."Die Vehemenz, mit der er auf ein Gespräch unter vier Augen bestand, liess ihn schließlich einwilligen. Er kannte Hudgarr inzwischen gut genug zu wissen, dass er nicht zu Rafael gelangen würde, bevor dieses Gespräch geführt worden war.
Das Haus bot längst nicht mehr den Raum sich dort zum Gespräch niederzulassen, so wurde kurzfristig der einzig noch bewohnbare Keller für eben jenes gewählt und er hiess Hudgarr Platz zu nehmen, während er ihn auffordernd anblickte, endlich vorzubringen, weswegen er gekommen war.
"Rafael lebt und es geht ihm gut." Die knapp gewählten Worte waren hervorragend ihm die Beine wegzuziehen, gut dass er schon saß! Alles was er hervorbrachte war ein knappes "Bitte?" Wenn er lebt und es ihm gut geht, was soll dann dieser ganze Unsinn? Und wen bitte soll ich jetzt erwürgen, dich, ihn.. wen?
Es schien mehr aus der Ferne zu erklingen, als Hudgarr langsam weitersprach: "Die Leiche ist von dem Attentäter, der versuchte Rafael zu töten. Rafael wurde leicht verletzt, aber er ist versorgt. Nur ist der Auftraggeber noch frei. Der Auftraggeber ist entweder am Hofe Adors oder Valentinas, das konnten wir herausfinden. Und Rafael sollte vor Ador erscheinen."
Ein zweites mal wurden ihm gewissermaßen die Füße weggezogen. Sollten die Hintermänner möglicherweise gar wagen, sich an Ador selbst zu vergreifen? So sie es vermochten, ihm direkt nahzukommen, musste man mit allem rechnen. So er selbst jemanden das Leben Adors und auch seines Bruders Isidors vorbehaltlos anvertraute, dann gewiss nur jenen Menschen, die er persönlich sehr gut kannte. Und wen kannte er schon besser als die Menschen, die seit Jahren um ihn herum waren. Er selbst sah sich nun in der Entscheidungsnot. Sollte er Hudgarr selbst nach einigen Klärungen folgen, um Ador und Isidor zu beschützen? Noch vor wenigen Tagen hatte er sich selbst geschworen, eher wieder Äpfel zu essen als Varuna zu verlassen und dem Untergang preiszugeben. Nun stand er vor der Entscheidung, eine sterbende offensichtlich ohnehin nur noch von wenigen würdig erachtete Stadt zu schützen oder die spärlich gesähten Überreste seiner Familie. War es toter verlassener Stein wert, sich dafür noch einzusetzen, wenn die Familie in Gefahr schien? Die Antwort konnte nur nein lauten.. und doch schmerzte die Erkenntnis.
Eilig war ein persönliches Schreiben an Ador aufgesetzt, in welchem er seinem Neffen das unumstössliche Vertrauen kenntlich machte, welches er in Hudgarr legte und ihm riet im Zweifelsfalle seinem Leibwächter ebenso einzig und vorbehaltlos zu vertrauen. Es war ihm bewusst mit welcher Pflicht er Hudgarr belegte... mit welcher Sorge zudem. Er wusste nicht einmal ob Hudgarr selbst dies bewusst war, doch wenn das Reich und jene die es präsentierten in Gefahr waren, bedurfte es manch seltsamen Schrittes. Und manches mal mochte ein der Etikette nicht immer bewusster Mann, manches mal wie ein Bollwerk wirkte, die letzte Rettung sein.
Ihm selbst war es auferlegt den Schein zu wahren... wenngleich er Rafael gern persönlich die Ohren langgezogen hätte, es war nicht aus Hudgarr herauszubekommen, wo Rafael sich versteckt hielt.. oder versteckt wurde? Er kannte Rafael gut genug, dass ihn dort zu halten, gewiss nicht leicht würde.
Den Schein wahren... dies wurde wahrlich auf die Probe gestellt, als er ausgerechnet in Begleitung des Knappen Andreas nun zum Kloster aufbrach. Der junge Mann hätte die Wahrheit zu erfahren verdient. Er würde sich für seine kalte Vorgehensweise zu gegebener Zeit zu entschuldigen haben. Das Leben Rafaels und der beiden Neffen zu schützen, hatte im Augenblick Vorrang.
Darna... es fuhr ihm durch die Gedanken. Nicht auszudenken, auch wenn sie in Menek'ur weilte, vermochte sie auf Umwegen vielleicht doch die Kunde von Rafael's Tod zu erreichen. So brach er kaum dass es gescheitert war, die aufgebarrte Leiche am Kloster aufzusuchen um den viel beschworenen Schein zu wahren, eilig in das südliche Reich auf, um Darna persönlich die Wahrheit zu überbringen, bevor sie sich noch genötigt sah, zurückzueilen und sich in all diesem Irrsinn auch noch in Gefahr zu begeben. Die Gedanken jedoch auch auf Rafael's Knappen richtend, welchen er so kaltherzig scheinend einfach hatte vor dem Kloster zurückgelassen. Er würde später die Entscheidung treffen, ob er diesem, die Wahrheit noch mitteilen würde. Es war ein Risiko, je mehr Menschen darum wussten, um so leichter konnte das Wissen darum in die falschen Ohren geraten.
Verfasst: Mittwoch 1. April 2009, 20:14
von Valentina von Sternwall
An den Hof Adors war er entsandt... sie schnaubte unwillig. Nun hatte sie alle Kontakte die sie vielleicht noch hätte nutzen können zumindest zeitweilig verloren.
Nun ja es war wohl zu seinem Besten... sie sollte ihre eigenen Interessen im Zaum zu halten wissen. Die Finger zerknüllten ein Stück Pergament und dennoch unwirsch warf sie es in den neben dem Tisch stehenden Korb.
Ihre Gedanken sollten um den Drachen kreisen.
Sie versuchte sich zu sammeln. Es war alles vorbereitet, dennoch keine Spur von dem Ungetüm. Wäre er hier würde sich sicher alles schneller voran bewegen.
SCHON WIEDER!
Ein tiefes Seufzen entrang sich ihrer Kehle. Sie musste lernen mit anderen Dingen auszukommen. Nicht auszudenken das was Herr Stolzenfels ihr ganz zu Anfang berichtet hätte der Wahrheit entsprochen.
Die Vermutung lag nahe das er dem Täter näher war als irgendwer sonst.
Wiederum ergriff sie die Feder und begann ein Schreiben an Ador zu fertigen.
Eine kleine geheime Kritzelei die wohl nicht jeder zu deuten wusste, sich aber in der Regentschaft als eigene Art der Sprache verfestigt hatte.
"Bote!", kam es dann streng "Bringt dieses Schreiben an den Hof... eilt!"
Ador würde wissen was sie damit meinte, er würde Herrn Stolzenfels in jener Sache freie Hand lassen..
Und je eher dies geschah.. desto eher...
Sie lächelte...
Verfasst: Mittwoch 1. April 2009, 22:13
von Malachai Schwarzmourne
Langsam zog er sich die Lederrüstung von seinem Körper und betrachtete sich im Spiegel.
Seine Haut war verziert mit vielen Narben und ebenso viele Erinnerungen beinhalteten seine alten Wunden.
Eine langgezogene Narbe über seinen Bauch, das Ergebnis einer Klinge auf dem Schlachtfelde zu Eisenwarts Zeiten.
Eine kürzere, aber breitere kreuzte eben jene, die Taten eines Dämons, der eine Freundin und Gefährtin über lange Zeit bedrohte.
Dann eine große, rund wirkende, die Erinnerung an die Pest, die seine Schützlinge sterben liessen.
Viele Kleine an Armen und Beinen, die ungewollt von Getier oder niederen Monstern, auch aber von Menschen kamen.
Ja, die Zeit hinterliess seine Abdrücke, am Körper wie auch im Geiste. Verbittert, gepeinigt, geprägt und verletzt...all diese Attribute, die aus ihm jenen Mann machten, der er nun war.
Allen vorran, die Schwertstreichnarbe an seinem Auge.
Nach all den Jahren schmerzte es immer noch, Sie zu sehen, zu wissen, woraus Sie resultierten und was geopfert werden musste, damit es bei dieser Narbe blieb.
Wissend, das jener, der ihn damit kennzeichnete, nicht nur in der Vergangenheit ruhte, sondern auch nach seinen schändlichen Taten weiter began, ihn vernichten zu wollen.
Der größte Feind, so oft gedacht, er wäre Tot, doch selbst in seinem fast erbärmlichen, toten Zustand vermochte er es noch, Unheil über sovielen Menschen zu bringen, allen vorran Malachai selbst, indem er das alles von ihn trieb, was ihm wichtig war.
Doch, es waren Zeichen der Vergangenheit, die die Geschichte in seiner Haut erzählte, Wunden, die soweit verheilt waren.
Die Gedanken kreisten nun nicht mehr um das Alte, nein, sondern um das Hier und Jetzt.
Rafael...er wurde vor einem Anschlag bewahrt, von jenen, der ihn ausführen sollte...und was der Dank ist, ist unzüchtiges benehmen gegenüber seinen Gastgebern und Errettern.
War sein alter Freund wirklich so geblendet, dass er die Gefahr der Situation nicht erkannte, die Gefahr, in die sich Arsen und seine Familie, mittlerweile auch Malachai ´s Familie, brachte, indem er den ehrenwerten Hintern von Rafe rettete?
Verstand er nicht, dass, sollte der Auftraggeber von seinem Verrat erfahren, er Rache schwören würde?
Vielleicht nicht.
Aber was Selina ihn in der kurzen Zeit sagte, beunruhigte ihn.
Er ging zum Schrank und öffnete ihn, nahm eine schwarze Robe hinaus und streifte sich jene über.
Er würde den Auftraggeber finden...und ihn töten. Er würde nicht zulassen, dass wieder Schatten unter seiner Führung als Schattenlord sterben würden...und noch weniger, würde der Malachai, der unter jener Maske schwebte, zulassen, dass jemand seinen Freunden, seiner neugewonnenen Familie, ein Haar krümmen würde.
Egal ob es Spinner, Gottesfanatiker, Adelsmenschen oder sonst wer war, er würde nicht zulassen, das gutmütige Taten bestraft werden, weil die Menschheit weiter ihre Kriege führen müssen.
Verfasst: Donnerstag 2. April 2009, 10:55
von Arsen Talmar
Grafen leben gefährlich! Diese Einsicht war an sich nichts Neues für Arsen schließlich waren sie es ja Leute wie er die eben das Gefährliche für Grafen waren. Aber das sich nun auch noch die Hausherrin des Hauses Talmar in die Liste der Warteliste der Mord lustigen eintrug war nun doch sehr bedenklich für Ihre Gnaden. Wenn sich Selina was in den Kopf gesetzt hatte pflegte sie den selbigen auch durchzusetzen und da Arsen ja nun nicht immer Kindermädchen spielen konnte und auch gar nicht wollte, schließlich ging ihm dieses Gerede von Ehre und Pflicht selbst mächtig auf die Nerven, verringerte sich die Lebenserwartung des Gastes von Tag zu Tag mehr. Worauf man schon den Jubel derer hörte, die sich Hoffnungen auf die freiwerdende, sehr gut bezahlte Stelle als Reichsgraf machten.
Dabei gab sich Rafael de Arganta nicht mal sonderlich Mühe solche Mordgedanken zu schüren. Er schaffte es immer sofort nach dem ersten Satz, der auch nicht wirklich fantasievoll war sondern nur darauf hinwies das auf Festhalten eines Grafen eine hohe Strafe stand. Nicht das sich die Talmars jemals viel aus Gesetzen und Drohungen gemacht hatten, Selina selbst hatte es früher zu wahrer Meisterschaft gebracht anderen Leute ihre schweren Lasten abzunehmen, vorzugsweise die schwere Last ihrer Goldbörsen und der Ehegatte, nun ja wir wissen ja inzwischen welchen Berufszweig der Schurkenlaufbahn er gewählt hatte. Die beiden erachteten es einfach als unhöflich und undankbar das seine Gnaden lieber mit einem Drachen zu Abend essen wollte als mit ihnen, wobei unerheblich war das der Graf das Abendessen eben jenes Drachen sein würde.
Nachdem nun an jenem Abend Hudgarr Fräulein Junggräfin samt eines parfümierten Briefes vorbeigebracht und wieder verschwunden war, der Graf mittels des uns nun schon bekannten Satzes die Ehegattin wieder zum träumen brachte, wie reizvoll es doch wäre nachzusehen ob Grafen wirklich blaues statt rotem Blut hätten, da fand Arsen dass es nun wirklich an der Zeit wäre eine doch eindringlichere Konversation mit seinem Gast zu führen. Eigentlich tat er das nur damit man später nicht sagen konnte er hätte nicht wenigstens versucht das unvermeidliche abzuwenden, aber wider erwarten schien man in Adelskreisen doch tatsächlich solche Dinge wie Vernunft und Einsicht zu kenne und manchmal sogar anzuwenden, immerhin begann sein Gast nachzudenken. Man kann sich denken dass sich Arsen fühlte sich als hätte er in der Lotterie den Hauptgewinn gezogen.
Es ist allerdings sehr wahrscheinlich das dieses Wunder durch zwei Briefe ausgelöst wurde, wovon einer das selbe Parfum ausströmte wir jener den Hudgarr mit gebracht hatte. Da nun langsam zu viel Besucherverkehr bei dem kleinen Haus herrschte kam dem Hausherrn nun der zweite Brief doch sehr gelegen, war doch sein Auftraggeber so entzückt über des Grafen Ableben, wer konnte auch angesichts einer Trauerfeier im Kloster daran zweifeln, dass er sich umgehend mit dem erfolgreichen Jungunternehmer in Sachen Mord treffen und ihm eine angemessene Belohnung zukommen lassen wollte. Dies wiederum freute nun seine Gnaden, würde dies doch seinen Aufenthalt verkürzen und das Abendessen mit dem Drachen näher bringen, wovon er einfach nicht ab zu bringen war. Er willigte nun ein im Hause Talmar geduldig zu warten, allerdings unter der Bedingung das der Hausherr jenen Auftraggeber lebendig mit bringen würde. Da er nicht explizit andeutete wie lebendig willigte nun Arsen seinerseits in den Handel ein worauf sich seine nervensägliche Gräflichkeit schlafen legte und die Dame das Hauses zwar brummend aber doch etwas beruhigt ins Haus zurückkehrte.
Als sich Arsen nun einige Zeit später auf den Weg machte war ihm zwar nicht besonders wohl in der Haut Selina mit Rafael alleine zu lassen, schließlich wollte er bei der Rückkehr keinen toten Grafen vorfinden, aber die Aussicht den Gast endlich loszuwerden hatte den Blutdurst seiner Frau etwas gemildert so das Rafael doch gute Chancen hatte Arsens Abwesenheit zu überleben. Derlei beruhigt ging Arsen Stunden später in einer entlegenen Bucht an Land um diesen inzwischen doch lästigen Auftrag abzuschließen. Das Gold hatten sich die Talmars inzwischen mehr als redlich verdient.
Verfasst: Donnerstag 2. April 2009, 22:57
von Hudgarr Stolzenfels
Hudgarr's Nachforschungen gingen recht gut voran. Sobald Ador und sein Bruder sicher in ihren Privatgemächern waren oder schliefen sammelte er Informationen. Die beiden Brüder hatten sofort den ernst der Lage erfasst nachdem Hudgarr ihnen alles berichtet hatte und entsprachen dem Wunsch ihres Onkels, das Hudgarr sie nun überall mit hinbegleiten solle. Einige am Hofe zeigten sich verwundert über das neue Gesicht an der Seite der beiden. Zahlreiche Höflinge tuschelten offenbar ungehalten, dass ein Fremder in den Farben der Alianz neben und oftmals auch leicht vor dem Kronprinzen Aufstellung nahm. Auf Frage die eines zur Audienz Geladenen, warum Hudgarr leicht vor Ador stünde antwortet Hudgarr, nach Erlaubnis Adors, das er seine königliche Hoheit gewiss nicht beschützen könne wenn er hinter ihm stehen würde oder in irgend einer Ecke des Raumes . Worauf hin die Frage fiel, wovor seine königliche Hoheit in seinem eigenen Schloss geschützt werden müsse? "Vor jedem, der sich mit finsteren Absichten nähere." lautete Hudgarr's knappe Antwort.
Einige der Ritter machten ihren Einspruch kund, mit welchem Recht ein außer Dienst stehender Hauptmann sich anmaße seine königliche Hoheit unter seinen Schutz zu stellen, sei dies doch die Aufgabe und Pflicht der Ritterschaft.
Darauf hin erwiderte Ador
"Es sei lobenswert, dass die Ritterschaft ihre Pflichten so offensichtlich erkenne und so werde ein jeder Ritter diese gewiss mit ebensolchem Eifer zu erfüllen wissen. Ich habe darüber hinaus entschieden, dem Wunsche meines Onkels zu entsprechen, diesem Manne an meiner Seite hierüber hinaus mein uneingeschränktes Vertrauen zu schenken und so mag dies auch die Ritterschaft. Man hege gewiss kein Mangel an Vertrauen in dem Urteil eines Ritters und Grafen des Reiches, welcher in unstreitbarer Treue zu meinem Blute stehe, teile er es bekanntermaßen."
Verfasst: Freitag 3. April 2009, 00:38
von Arsen Talmar
Arsen hatte den Heuschober endlich erreicht. Es war der selbe in dessen Schatten er vor Tagen den Auftrag angenommen hatte den Grafen de Arganta verschwinden zu lassen. Auch dieses mal war er wesentlich früher als vereinbart zur Stelle, doch er ging nicht hinein. Er beobachtete zwar aufmerksam, aber er rührte sich nicht von der Stelle. In dieser Nacht war etwas anders, er war nicht allein, das spürte er mit jeder Faser seines Leibes und er wusste nur zu gut wer sein Begleiter war.
„Hat sie dich geschickt oder will der Lord seinem Schattenmeister bei der Arbeit zusehen?“
„Noch stehen deine Prüfungen aus, aber es ist wohl etwas von beidem.“ Malachais Gestalt schob sich aus dem Schatten und trat neben Arsen. Auch er beobachtete mit wachen Augen den Heuschober, wozu hätten sich die beiden Männer auch ansehen sollen. „Hältst du es wirklich für eine gute Idee Selina mit ihm alleine zu lassen?“
„Was kann schon passieren außer das sie einen neuen Reichsgrafen brauchen werden?“ Arsen zuckte mit den Schultern. „In ihr brodelt ein Vulkan so wie er sich benimmt. Es wäre schlimmer würde sich der Besuch noch länger hinziehen, denn dann bringt sie ihn wirklich um.“
„Vermutlich“, war Malachais kurze Antwort, dann schwiegen beide und näherten sich mit sicherem Schritt dem Heuschober um wenig später mit den Schatten zu verschmelzen.
Wie lange sie dort im Dunkel ausharrten wussten beide später nicht mehr zu sagen, eine Stunde oder zwei, was machte das schon aus. Kein Wort fiel, Leute ihrer Art sind stumm wenn sie auf die Jagd gehen, vor allem wenn es um solche Beute ging wie jene, die sich endlich dem Heuschober näherte. Malachai deutet Arsen kurz an das er sich neben der Tür postieren würde, dann war er auch schon verschwunden und wenig später öffnete sich die Tür einen Spalt weit und eine gebückte Gestalt schob sich hindurch. Die selben Lumpen wie das letzte mal, kein Zweifel der Auftraggeber des Mordes war erschienen.
„Ihr seid nahe genug!“
„Mein Kompliment ihr habt gute Arbeit geleistet, vor allem schnelle Arbeit.“
„Womit ich mir wohl meinen Lohn verdient habe.“
Mit einer fast widerwilligen Handbewegung wurde ein Beutel in Arsens Richtung geworfen, was diesem die Gelegenheit gab ein zweites Mal den Ring an der Hand seines Gegenübers zu betrachten.
„Weshalb eigentlich diese Mühe? Wollt ihr seinen Platz einnehmen oder ist im Schloss so sehr die Langeweile ausgebrochen dass man sich mit solcherlei Belustigung die Zeit vertreibt?“
Man hörte deutlich wie Luft schreckhaft die Lunge verließ, dann wandte sich die Gestalt auch schon um und wollte den Heuschober verlassen, doch Malachais Stoß warf sie zurück.
„Ihr wollt uns doch nicht etwa schon verlassen? Wir sind wissbegierige Leute und es drängt uns Antworten auf einige Fragen zu erhalten!“
Die Schmerzgrenze eines jeden Menschen ist eine andere und die ihres Gefangenen nötigte Arsen und Malachai doch einen gewissen Respekt ab, doch schlussendlich wussten sie was sie wissen wollten, ja sie hatten es sogar in schriftlicher Form in Händen. Dass der doch sehr mitgenommene Höfling wenig später sein Leben aushauchte war zwar bedauerlich aber auch kein Grund eine Gedenkminute einzulegen. Das Augenmerk der beiden galt anderen Dingen wie dem Ring oder jener eigenartige Tätowierung auf dem Handrücken.
„Sieht nicht wie nach einem aus einer Weinlaune heraus gestochenes Bild aus.“
Malachai nickte.
„Du hast recht, das sieht mir nach mehr aus. Wird Rafael vermutlich sehr interessieren!“
Wenig später verließen die beiden mit einem kleinen blutige Bündel den Heuschober und machten sich auf den Weg zum wartenden Fischerboot. Arsen machte sich nicht einmal die Mühe zurück zusehen als er die Fackel über die Schulter zurück ins trockene Stroh warf, wozu auch, er wusste ein brennender Heuschober aussah.
Die Rückfahrt nach Lameriast nutzten beide um ein wenig Schlaf zu finden und die Fischer hielten wohl weislich soviel Abstand wie sie konnten, schließlich kannten sie die beiden Männer nun lange genug um zu wissen dass man sie jetzt nicht ohne Gefahr für Leib und Leben stören sollte. So kamen beide einigermaßen ausgeruht am Hause der Talmars an, wo ihnen Selina auch sogleich die Tür öffnete. Ein kurzer Kuss für den Ehemann, ein langer Blick dann schob sie beide zur Treppe nach unten, wo der Graf gerade wieder in einem der parfümierten Briefe las.
„Hier, ich hoffe ihr könnt damit was anfangen! Leider wollte uns der Besitzer der Hand nicht hierher begleiten“ Arsen warf ihm das blutige Bündel in den Schoss, aus dem die Hand des Toten mit Ring und Tätowierung sich abzeichnete, und das Pergament neben Rafael aufs Bett, es folgte ein kurzer Blick und ein Nicken zu Malachai, das jener erwiderte, dann entfernte sich Arsen wieder nach oben zu Selina und ließ die beiden dort unten alleine.
Verfasst: Samstag 4. April 2009, 23:42
von Malachai Schwarzmourne
Wut stieg wieder durch seinen Körper, hinauf in seinen Kopf, als er in das Gesicht seines alten Freundes blickte.
Wieder liess er das Geschehene Revue passieren, es noch einmal vor seinem geistigen Auge abspielen.
Wie Er und Arsen auf den Auftraggeber warteten. Wie verwundert er drein blickte und dann verängstigt, als er erkannte, dass man ihn verraten hatte.
Wie standhaft er der Folter war und wie Trickreich und sadistisch Arsen und Malachai vorgehen mussten.
Ja, er empfand Angst, sein Leben zu verbürgen, wenn er sprechen würde. Doch je tiefer die Folter ging, umso weniger war der Gedanke dabei, am Leben zu bleiben. Nein, mehr und mehr bettelte er danach, es zu beenden, zu sterben und so den Frieden zu erlangen.
Man könnte glatt meinen, er lächelte und schaute zu frieden, als seine Augen sich schlossen und sein geschwächter, nun toter Körper zu Boden sackte.
Und unter all dem Ärger, all den Gefahren, sass dort sein Freund, der Dreh und Angelpunkt aller Sachen, wohl unbewusst, wie rau und abartig Sie vorgehen mussten, um all die Informationen zu erhalten, nur damit jener, der umgeben von einem Reich und einer Armee war, nicht sein Leben verlieren würde.
Malachai hätte ihn am liebsten eine Reingehauen, doch das würde bei weitem die Situation nicht besser machen und er sagte sich immer wieder selber, dass er, wenn er die wahl gehabt hätte, sicherlich nicht gewollt hätte, bei den Talmars im Keller zu sitzen.
Dennoch, gebietet es einem Gast eine gewisse Art von Höflichkeit zu bewahren und dankbar für das zu sein, was man ihm gab, ob gewollt oder nicht.
Malachai trat näher, ihn tief in die Augen blickend, als würde er versuchen wollen, in dem Kopfe von Rafael einzudringen und zu erkennen, was jener wohl denken würde.
Es mag einige Zeit vergangen sein, wer weiß das schon, wo sie schweigend standen und ehe Rafael nun das Wort erheben konnte, sprach Malachai frei heraus.
"Der Handlanger ist tot, ich hoffe, du setzt nun alle Hebel in Gange und jagst jene, die so sehr nach deinem Leben trachten."
Es mag ein Nicken angedeutet werden, doch Malachai sprach weiter, nun änderte sich seine, erst gleichgültig wirkende Stimme in eine feste, ernste Tonlage, die jeder, der Malachai nur halb so gut kennt, erahnen lässt, das man das, was man nun hört, sich tief ins Gewissen einprägen lässt.
"Und nun etwas von mir. Selina und Arsen haben dein Leben gerettet, egal ob du es wolltest oder nicht und dadurch, dass Sie nicht das getan haben, wofür Arsen beauftragt wurde, haben Sie sich in Gefahr gebracht, einschliesslich ihrer Tochter...meinem Patenkind. Und wenn auch nur einer von deinem Adelsstamm auf die kleine Idee kommt, den beiden irgendetwas anderes entgegen zu bringen, als Respekt und Annerkennung für das, was Sie taten, dann wird die Jagd auf deinen Mörder nichts im Vergleich zu dem, was und wie ich jagen werde. Denn im Gegensatz zu anderen, bin ich nicht an irgendwelche Eide, Kodexe oder Ettiketten gebunden und kann frei heraus handeln."
Wieder schien es, als wolle Rafael etwas sagen, wieder erhob Malachai zuerst das Wort.
"Es ist keine Drohung gegen dich, dafür solltest du mich zu gut kennen alter Freund. Aber du weißt, das gesprochenes von man immer für bare Münze nehmen sollte und ich lasse nicht zu, dass Menschen, die mir wichtig sind, auch nur ein Haar gekrümmt werden. Besser verläuft es sicher, wenn keiner aus deinen Kreisen erfährt, was genau geschehen ist, wenn Sie sonstiges glauben, wie immer. Die beiden da oben sehnen sich nicht nach Annerkennung, sie tun das, was Sie für richtig halten und du als ihr Freund, bist ihnen eine menge Schuldig. "
Er wandte sich ab, sein Geist schien sich beruhigt zu haben und er ging einige Schritte auf die Treppe zu, hielt inne und drehte halb den Kopf zu Rafael, so dass jener gerade noch seine Seitensilloutte erkennen konnte mit der Narbe an seinem Auge.
Seine Hand erhob sich, streifte jenes Brandmal der Vergangenheit einmal.
Wieder die Gedanken, dieser Schmerz, den dieses kriegerische und zerstörerische Land stetig bringte. Wieder die Erkenntnis, das man stetig in Gefahr ist, egal ob man sich einmischt oder nicht.
"Finde diese Bastarde, du hast einen Hinweis und die Tätowierung lässt sich sicherlich identifizieren und wenn du Sie hast, zeige keine Gnade oder kein Erbarmen. Hoffe nicht, dass irgendein Richterspruch und anschliessendes Gefängnis Sie aufhalten würde. Töte Sie, erbarmungslos und denke immer daran, was Sie dir und vorallem deinen Liebsten antun würden."