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Varuna oh mein Varuna
Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 07:12
von Rafael von Arganta
Vor dem großen Haus wehte das Banner der Allianz. Einige seiner Mannen saßen dort in dem hastig hergerichteten Not... Heerlager, schleiften grimmig, entschlossen aussehend ihre Schwerter oder versuchten gar zu schlafen.
Andere wiederum striffen durch die nun menschenleere, einstige Hauptstadt der Grafschaft.
Juwel, Festung.. oftmals hart umkämpft
Wie viele treue Soldaten hier schon ihr Blut ließen mochte Rafael kaum noch zu sagen.
Wie oft er selber hier schon gekämpft hatte ...
Unzählige Mahle.
Und jetzt?
Kryndlagor war wieder da.
Man war sich sicher das der Drache erneut zugeschlagen hatte, und zuschlagen wüde.
Seine Drohung Varuna damals gegenüber war noch nicht in allen Köpfen verklungen.
Er würde wieder kommen. Dessen war er sich sicher.
Die Zwerge hatten ihr kommen zugesichert.
Zähe kleine Kampfmaschienen... aber gegen den Drachen ?
Hier waren Schwerter, Äxte ... Waffen überhaupt, unnütz. Kryndlagor war dagegen gefeiht.
Hier konnte nur das Schwert der Temoras helfen, und Rafael hoffte das es sich ihren Träger bald suchte.
Es war ihm fast egal wer es führte, solange es nicht Darna war.
Er machte sich Sorgen um die Paladina und das Kind das sie erwartete.
Damals war es Thelor der auserwählt war und Kryndlagor verletzte das es sich zurück ziehen musste.
Heute? Würde es Gerangel darum geben?
Rafael hoffte es nicht. Er hätte Farion das Schwert anvertraut wenn es nach ihm ginge.
Ein Paladin würde doch sicher vom Schwert angenommen?
Er schüttelte den Kopf.
Während der Schwertträger wohl so ziemlich auf sich allein gestellt war. Konnten die Restlichen Streitkräfte nur versuchen Feuer zu löschen oder die Drachlinge zu erschlagen die meist mit dem Drachen erschienen.
Sie bereiteten sich vor.
Während das Regiment die letzten Bürger aus der Stadt geleiteten, sicherte die Ritterschaft das Umland Varunas.
Abwechselnd Ritten die Reichsritter mit ihren Knappen Streife.
Zuversichtlich dreinblickend obwohl jeder wusste wie es stand.
Aber jetzt zeigen das man sich Sorgte, würde den Menschen sicherlich keine Hilfe sein.
Langsam ritt er auf einen der Gardisten zu.
„Richtet bitte dem Offizier aus, das auch die Häuser aus dem Umland evakuiert werden müssen. Die Höfe sind ebenso gefährdet. Dazu sollen noch mehr Löschtonnen mit Wasser in die Stadt geschleppt werden. Wir werden sie sicherlich benötigen.“
Dann erst ritt er langsam weiter.
Den Blick immer wieder gen Himmel richtend als erwartete er die Flügelschläge bereits.
Kryndlagor würde kommen.
Jetzt konnte man nur noch warten und hoffen Varuna eine Hilfe zu sein.
Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 13:32
von Kanubio Bunjam
Als Kanubio nach längerem wieder nach Bajard kam, erfuhr er vom den seltsamen Geschehnissen und einem Brand in der großen Stadt.
“Was war los in Varuna? Wie kann Stein brennen?“ erkundigte er sich.
„Varuna wurde auch nicht angegriffen, sondern der Exzerzierplatz vor den Westtoren“, erwiderte Perrin. „Es war ein seltsames Feuer und die Elfen und Paladina von Hohenfels sagten, dass der Ort verflucht sei. Es ist von einem Drachen die Rede.“
Kanubio zuckte zusammen, atmete tief ein und hielt die Luft an, wobei er eine ganze Spur blasser wurde.
“Kyle und ich hörten das Gebrüll noch, wir kamen kurz nach dem Angriff dort an“, berichtete Perrin weiter, das Gesicht ebenso blass, während seine Finger nervös mit der Tischdecke spielten.
„Er kommt wieder“, kam es von Kanubio mit belegter Stimme.
„War also an dem Gerücht, dass Rahal sich einen Drachen züchtet, doch etwas dran“, warf Xarek ein, worauf Perrin erwiderte: „Das ist nur ein Gerücht, und hoffen wir es, dass es eines bleibt.“
“Er wurde damals nicht getötet, sondern nur vertrieben und entschwand Richtung Rahal“, sagte Kanubio leise.
Ein junges Mädchen, noch recht neu im Land meinte dazu: „Das kann ich nicht glauben … Drachen züchten … sie sind doch so edle Geschöpfe.“
„Es ist kein Gerücht!“ entfuhr es Kanubio schroff und hart schlug er mit der Faust auf den Tisch.
Die Runde in der Herberge bei Jepp fuhr erschrocken zusammen. “Sie haben damals tatsächlich so ein Wesen zum Leben erweckt,“ fuhr Kanubio etwas ruhiger fort. „Ganz Gerimor half zusammen, um dieses Untier zu bezwingen.“
Nachdenklich meinte Perrin: „Das wusste ich nicht, jeder tat es als Gerücht ab.“
Kanubio erzählte weiter: „Ich selbst, damals noch ein junger unvernünftiger Krieger, erlebte dies. Es war ein ruhiger Tag wie dieser. Plötzlich hörte man, dass sich um Varuna Wesen zusammenrotteten. Sam, ein Waldläufer, und ich gingen hin, sahen nach. Es war grauenhaft. Zuerst schlugen wir uns wacker, doch dann wurden diese Wesen ... alle nur denkbaren bekannten und unbekannten Arten von Monstern ... mehr und mehr, bildeten bald eine undurchdringliche Wand. In Varuna selbst wüteten Riesenschlagen. Die Tore wurden versperrt. Ich schlug mich draußen im Wald durch ... kämpfte wohl so vier, fünf Stunden, dann schien es vorbei.“
Gespannt lauschten ihm die Anwesenden, während Kanubio heftig schluckte ob der Erinnerung an jenen denkwürdigen Tag. Er erzählte weiter:
„Man traf sich vor dem Südtor Varunas ... Rafael und etliche andere, die im Kampf sich schlugen. Und plötzlich schwebte ein riesiger Schatten über unseren Häuptern ... da kam er ... da landete er ... dieser riesige Drache. Ich dachte nur eines: Drauf! Ich zog mein Schwert, hieb auf seinen Bauch ein, doch es war sinnlos. Der Drache beachtete mich nicht einmal und ging einfach in die Stadt. Ritter waren da, Tiefländer, sie alle versuchten sich gegen ihn, doch blieben sie mehr oder weniger verletzt in den Straßen von Varuna liegen.
Dann, hinten beim Heilerhaus hielt der Drache inne. Eine Frau erschien, sie hielt ein Schwert. Ein ganz besonderes. Sie gab es Thelor ... der heute Thelor von Reensdorf heißt. Damals war er noch ein einfacher Mann. Manche sagen, es sei Temora selbst gewesen. Mit diesem Schwert und ohne Rüstung am Leib vertrieb er den Drachen in einem schweren, blutigen Kampf. Er entschwand über die Mauer in die Richtung der Berge um Rahal und ward seitdem nie wieder gesehen.“
Mit einem Blick in die Runde schloss Kanubio seine Erzählung.
Die Anwesenden, die ihm gebannt und schweigend gelauscht hatten, erholten sich langsam aus ihrer Starre. Doch nun wussten jene, dass die Gerüchte um den Drachen keine waren und tatsächlich große Gefahr drohte.
Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 23:08
von Isdaniel Nifar
Noch lange betrachtete Isdaniel den Baum. Es war kein besonderer Baum, es war einfach jener Baum der direkt vor ihm Stand und so seinen Blick gefangen hielt, während seine Gedanken wanderten. Noch klangen die Melodien in seinem Kopf.
Vor seinem Auge leuchteten die alten Bilder und Erzählung aus jener Zeit als Krynd'lagor den falschen Weg wählte und schließlich besiegt wurde, aus jener Zeit als Krynd'lagor wieder erweckt wurde und abermals geschlagen werden konnte. Ein Kreislauf. Aber war das alte Volk wirklich noch Teil des Gleichgewichts, war seine Macht nicht zu groß. Wenn die Hoffnung auf nur einer Waffe ruht, war dies gefährlich. Würde die Wut Krynd'lagor blind genug machen?
Es wird Zeit, dass das Schwert vorbereitet ist. Sollte es gebraucht werden - sollte es bereit sein.
Langsam erhob sich Isdaniel von seinem Platz, nahm seinen Stab auf und Schritt langsam den kleinen Hügel nach oben. Es wird Zeit zu den Menschen zu reisen und den Orden aufzusuchen, doch vorher sollte er Ifirnion finden.
Verfasst: Donnerstag 26. März 2009, 22:12
von Rafael von Arganta
Rafael glaubte er las nicht richtig.
Zornesrot zerknüllte er den Brief in der Hand und warf ihn gepfeffert in den brennenden Kamin.
"DAS DARF DOCH ALLES NICHT WAHR SEIN!!!"
brüllte er das es wohl noch oben im Schloss zu hören war, in dem zum Glück in dem Moment niemand war der sich getraut hätte nach zu fragen was denn los wäre.
Man beorderte ihn fort.
Jetzt.
IHN!
Den ersten Brief des Kronrates mit dem Befehl sich sofortig in der Hauptstadt zu melden hatte er zum jetzigem Zeitpunkt glattweg für einen Witz gehalten.
Mit dem Hinweis auf die Gefahr die hier drohte, und darauf das er zum Wohle Varunas und dem Volke Hohenfels nicht abkömmlich wäre, hatte er diesem Befehle widersprochen und um Verschiebung gebeten.
Doch darufhin kam erneut eine Depesche aus der Königstadt.
Erneut der Befehl sich sofortig auf die Reise zu begeben. Seine Anwesenheit würde dringlich benötigt werden.
Unterschrieben war dieser Brief nicht vom Kronrat wie zuvor, sondern von Ador persönlich.
Ador dem sein eigentlicher Eid galt.
Diesen Befehl konnte er nicht ignorieren.
Egal was hier geschah und doch ...
Varuna ...
Rafael spürte den Stich in seiner Brust.
Konnte er hier wirklich alles stehen und liegen lassen?
Wütend zerknüllt er den Brief und warf ihn gen Kamin.
Ob er wollte oder nicht, war nicht gefragt.
Es galt einem Befehl des Prinzregenten zu folgen und jener hatte Vorrang.
Es gab hier genügend guter Männer und Frauen die alles geben würden um Varuna zu sichern.
Und er würde nur so lange fortbleiben wie es dauerte, Ador zu überzeugen das er in diesem Moment nach Hohenfels gehörte.
Zu seinen Freunden gehörte.
Währenddessen in Rahal...
Verfasst: Freitag 27. März 2009, 09:43
von Mor Varnos
Leise kratzte die Feder auf dem Pergament, während noch etwas feuchte, schwarze, halblange Strähnen fast selbiges berührten, so tief beugte sich Mor hinab, mit der Zunge einen Mundwinkel angespannt befeuchtend. Sie war nie eine großartige Zeichnerin gewesen und doch saß sie nun über dieses Abbild der großen Karte, welche auf der Mitte des Tisches lag und Gerimor sowie die umliegenden Inseln abgebildet hatte. Sie selber jedoch hatte auf manches Detail verzichtet - Menek'Ur, Fuachtero und Lameriast fehlten, dafür prangte ein Quadrat in der Mitte des Pergaments, an dessen Seite mit schmucklosen Lettern "V A R U N A" prangte. Im Gegensatz zur großen Karte hatte sie einige Details weggelassen, einige Zahlen hinzugefügt - "1" dort, wo sich die Festung der Allianz des Lichts befindet, "2" an der Stelle des Ordens der Temora, "3" stand für das Schloss und den Rat Varunas, "4" für das Haus des Grafen von Hohenfels und noch einige mehr. Hier und da deutete sie mit wenigen Strichen Wälder und Gebirgszüge an, während Mor ihren Gedanken nachhing.
Ihre Aufgabe hatte ihr leichter gefallen, als sie gedacht hatte. Die Verkleidung als einfacher Schmiedelehrling hatte offenbar zu ihrer Statur gepasst, allein das Kribbeln ihrer Kopfhaut hatte ihr manches Mal am Abend halb den Verstand gekostet - die blonde Farbe hatte sich wie ein dichter Film auf ihre Haare gelegt und ihr nun viel Mühe gekostet, ihn wieder abzuwaschen. Hinzu kam der Dreck des Kohlestaubs, das Fett, was sie sich manches Mal in die Haar geschmiert hatte, um sie ungepflegter wirken zu lassen, ganz als Kontrast zu ihrem sonst üblichen Auftreten. Das Bad hier in Rahal hatte sie so sehr genossen wie noch nie in ihrem Leben, ebenso die saubere Kleidung und auch die vertrauten Grußformeln im Namen ihres Herrn, als sie die Stadt betreten hatte.
Lehrreich war ihr Auftrag jedoch in mehrfacher Hinsicht. Eine kleine Weile hatte sie sich unters Volk des Feindes gemischt und sich bemüht, neben seinen Wehranlagen, ihn zu studieren. Interessant war dabei der Knappe, den sie gleich zu Anfang in Varuna getroffen hatte. Andreas Myrtol war sein Name gewesen, ein Knappe des Ritters von Arganta. An den Ritter selber konnte sie sich nach all der Zeit durchaus noch erinnern, war sie selber doch noch dabei gewesen, als der Graf von Hohenfels die Gebeine der verstorbenen Königin und einen Letharen eingetauscht hatte für den Ritter und einem weiteren Mann, die sich einst in Rahaler Gefangenschaft befunden hatten. Dieser Knappe nun hatte ihre Neugier geweckt. Zu gerne hätte Mor ihn befragt, wie sich seine Knappschaft im Reiche Alumenas gestaltete, doch diese Frage wäre einer einfachen Schmiedin schlichtweg nicht angemessen gewesen. Dann noch sein Aussehen - ob er damit etwas bezweckte oder ob es üblich war, sich als Knappe so zu kleiden. Hätte sie das hier in Rahal gewagt, hätte es spätetens von Clericus Anastra wieder einmal harsche Worte gehagelt. Reduzierung auf das Wesentliche und auf dessen Zweck. Vermutlich eine Denkweise, die bei den Hohen im Reich Alumenas weniger gepflegt wurde - und vielleicht am Ende ihr Verderben?
Andererseits hatte sie am letzten Tag auch noch einen Angehörigen des Hohenfelser Regiments angetroffen, der ihr auf eine eigenwillige Art und Weise gefallen hatte. Diszipliniert hatte er gewirkt, als würde er sich um stete Kontrolle über sich selber bemühen - ein Zug, der ihr gefiel und irgendwo bedauerlich, dass dieser Mann, Kyle Shalazar sein Name, seine Seite wohl schon gefunden hatte.
Es waren Tage der Verstellung und Verkleidung gewesen. Wie oft hatte sie ihre Hilfe beteuert und abfällig über die "Pantherbrut" gesprochen? Dir zu dienen heißt sich in der Sprache zu schulen, denn ein wohl gesprochenes Wort vermag Wälle einzureißen, die jeder Armee getrotzt hätten.
Einen gedankenverlorenen Moment lang wanderte Mors Blick ziellos über die Kopie ihrer Karte, ehe sie blinzelte und die Gedanken an die vergangenen Tage abschüttelte. Diese Aufgabe hatte sie geschafft, das ein oder andere in Erfahrung gebracht - nun galt es sich auf ihre aktuellen Aufgaben zu konzentrieren. Der schwarze Marschall verlangte einen Bericht sowie Skizzen und sie wollte seine (vermutlich eh nicht besonders strapazierfähige) Geduld nicht auf die Probe stellen. Danach wartete die nächste Aufgabe auf sie...
Verfasst: Freitag 27. März 2009, 14:53
von Perrin Catheres
Er war selbst dabei, als er mit Kyle die Alarmglocken Varunas hörte. Ein böses Knurren und Fauchen drang noch an ihre Ohren, dass sich entfernte. Sie sahen die hohen Flammen lodern und brennen, alls verzehrend, was in ihre Reichweite kam. Der stickige, übel riechende Nebel und Rauch verschleierte die Sicht. Ein bestialischer Gestank überzog den Platz und Hitze schlug ihnen entgegen. Perrin hielt eine Hand vor dem Mund um sich etwas vor dem Rauch zu schützen. Dunja und Andreas erschienen dann auch zugleich und zusammen suchten sie die Gegend ab, ob sich irgendwo noch ein Gegner versteckte, ein Feind, der dies anrichtete. Einen Feind suchten sie, doch waren es nicht direkt Perrin's Feinde. Er half aus Freundschaft zu Kyle und zu Andreas und er würde an ihrer Seite kämpfen. So schnell ließ er sich in einen Krieg hineinziehen, aus dem er sich doch heraushalten wollte. Diesen Gedanken schob er dann aber beiseite, es gab im Augenblick wichtigeres zu erledigen, als sich Gedanken zu diesem Krieg zu machen und welche Rolle er darin spielte. Wachsam ließ er seinen Blick über die Umgebung schweifen und er konnte nichts erkennen, keinen Feind, keine verdächtige Gestalt. Wären die heißen Flammen und der beißende Rauch nicht über den Ruinen des Platzes gewesen, hätte es kaum ein Anzeichen für einen Angriff gegeben. Keine marodierenden Banden, kein Heer der Rahaler.
Mittlerweile fanden sich auch mehr Menschen ein, Adel und Soldaten und sogar einige Wald- und Hochelfen. Die Situation hatte etwas skurriles, verschrobenes in seinem Eindruck. Der Rauch und der Gestank war widerwärtig, so wie er war, als er kurz nach dem Angriff den Platz erreichte. Und diese Adligen und hohen Ämter von und zu hatten nichts besseres zu tun, als zu diskutieren, was sie nun unternehmen würden. Edler Adel, Ha! Pompöses Gesocks, das nicht sieht, dass ein Feuer zu löschen ist, wenn es vor einem lichterloh brannte. Also schritt er selber aus, noch immer in Rüste, sich aber alle Teile, die störend waren, abband und zur Seite in einen Busch war. Die konnte er schließlich später noch wiederholen. Kyle schickte sich an Eimer zu holen und dann begannen siie zu viert Eimer mit Wasser zu füllen und es auf die Flammen zu werfen. Ja, werfen, anders konnte man es nicht nennen. Das Wasser verdampfte schon im Flug zum größten Teil und sich nah genug heranzubewegen, dass es auch wirklich ankam, war eine Qual, eine Tortur. Die Flammen ließen sich nicht löschen, nur kleine Erfolge waren zu sehen. Nach einer Weile hörten sie auf, wischten sich über ihre ausgetrockneten und erhitzten Gesichter und betrachteten das zu heiße Feuer, als das es normal sein konnten. Es breitete sich nicht aus. Es blieb wo es war und die Funken entzündeten sich nicht, fraßen nicht von der Nahrung, auf die sie landeten. Erschöpft von den vergeblichen Mühen traten sie einige Schritte zurück und Perrin bedachte den Elfen, der irgendwie als einziger noch da war mit einem Blick. Alle waren verschwunden, bis auf ihn. Er kam gerade von einem Baum, schien sehr erschöpft und war dem Fallen nahe. Kyle und Perrin traten gleichzeitig vor um ihm ihre Hilfe anzubieten, die er dann doch ablehnte und er richtete sich auf. Er sprach von einem Fluch, dass dieses Land verloren sei. Der Ort sollte schnellstmöglich verlassen werden. Überall sei es sicherer als hier. Er wirkte auf eine gewisse Art besorgt, gar beängstigt. Soweit er die Elfen kannte, hatten sie ihre Gefühle gut unter Kontrolle, dass er dem Elfen nun solche Gefühle ansah, so gering sie auch sein mochten, war ein deutliches Alarmsignal für ihn. Doch hielt er sich dann aus dem Gespräch heraus, Andreas erschien wieder und ein Oberstleutnant des Regiments, der sich später als Marlan Kabo vorstellte. Sie besprachen die Einzelheiten und Perrin verfolgte das Gespräch nur bruchstückhaft. Seine Gedanken schweiften zu dem Wesen, was der Waldelf als Drache bezeichnete, und sein Blick wanderte oft zu den brennenden, unlöschbaren Flammen herüber. Langsam gewöhnte er sich an den Geruch, doch verursachte er ihm noch immer Übelkeit und er wäre längst weggegangen. Aber er wartete. Wartete auf Kyle. Er war sein Freund und er würde ihm beistehen, auch wenn ihn selber die Pläne und Sorgen Varunas, des Adels und des Regiments nichts angingen. Es war ihm nicht egal, die Menschen in Varuna würden schreckliches durchmachen und er würde seine Hilfe anbieten jene zu retten. Nicht um einen Vergeltungsschlag gegen Rahal oder den Drachen zu führen. Er würde jene beschützen, die wehrlos waren und langsam erkannte er, wofür er gemacht wurde. Er fühlte sich erfüllt, er sah den Sinn darin zu helfen. Er sah zum ersten Mal in seinem Leben das, wonach er immer suchte. Etwas, wofür er sich einsetzen konnte, Schutz gewährleisten und helfen.
Das Gespräch mit dem Elfen war geendet und Perrin wurde dem Oberstleutnant vorgestellt und jener dankte ihm persönlich für seine Hilfe und seine Einsatzbereitschaft und bot ihm gar einen Platz im Regiment an. Mit diesem Gedanken spielte Perrin dann doch nur sehr kurz und schob ihn weit von sich weg. Er würde kein Soldat werden, das war nicht das, was er wollte und es widersprach seinem Lebensweg, den er bisher führte, bis ins Extreme. Doch dankte er, freute sich innerlich anerkannt zu werden. Auch Andreas lobte ihn und gab ihm zu verstehen, dass er viel von ihm halte und dass solche Männer wie Perrin gesucht würden. Auch darüber freute er sich sehr, doch langsam stellte sich eine beklemmte Verlegenheit ein. Noch nie wurde er so anerkannt und er wusste nicht, wie er darauf reagieren sollte. Er beschräntke sich dann langsam nurnoch auf's Nicken und Lächeln, dass er mittlerweile so gut beherrschte. Meistens war es ehrlich, aber manchmal diente es nur als Maske um seine wahren Gefühle zu verbergen. Wie jetzt. Er wollte nicht als verlegener Trottel dastehen und lächelte, lächelte um zu zeigen, dass er dankbar war, aber nicht zu überschwänglich. Kompliziert dieser Gedanke, er verfolgte ihn dann auch nicht weiter. Er bot dennoch seine Hilfe an, wo sie gebraucht werde und er war erleichtert, als Andreas ihm anbot, dass er Kyle unterstützen könnte, wo jener ihn brauche. Das war es was er wollte. Er wollte nicht mit irgendwelchen Soldaten durch die Gegend patrouillieren, er wollte nur helfen und wenn er dabei Kyle half, konnte er seinen Freund unterstützen und an seiner Seite kämpfen, wenn es dazu kommen sollte. Er wusste selber, dass er sein Leben geben würde, um ihn zu beschützen, so stark war die Freundschaft zu ihm mittlerweile herangewachsen.
Später in der Taverne, an ihrem Stammtisch, versicherte Perrin Kyle auch seine Hilfe und dass er ohne wenn und aber mit ihm zusammen gegen seine Feinde kämpfen würde. Er verdeutlichte ihm, dass keine Widerrede dabei galt. Er dachte in dem Augenblick an Sarah. Er wollte für sie da sein, die Gefühle für sie wuchsen immer mehr, auch wenn er sich das nicht so recht erklären konnte. Aber es war ein gutes Gefühl. Dennoch machte ihm dieser Umstand nun sorgen. Wenn er in eine Schlacht geraten sollte, was nun sehr warscheinlich war, dann könnte er sein Leben verlieren und sie alleine lassen. Er wusste, dass sie viel für ihn fühlte und er wusste, dass sie sehr unglücklich wäre, wenn er fiele. Er wusste auch, dass sie sehr unglücklich darüber wäre, wenn sie wüsste, was er Kyle versprach und er nahm sich vor zu überlegen, wie und ob er es ihr sagte. Mit diesem Zwiespalt ging er dann auch irgendwann zu Bett und wälzte sich noch lange herum, kaum Schlaf findend.