Seite 1 von 1
Rätselhafte Ereignisse
Verfasst: Dienstag 24. März 2009, 02:26
von Tajara Nair
Der erste Schluck Met war ja noch in Ordnung, der Zweite war widerlich.
Nach dem vierten schluck musste sie aufbringen und Tajara erbrach sich in der Ecke des frisch errichteten Lagers der Schwesternschaft und übergab die Überreste eines Mittagessens und des Mets der Erde.
Seit einigen Tagen nun befiel sie diese Übelkeit, meistens Morgens, gefolgt von einem seltsamen Heißhunger auf Fisch.
Fisch
...hatte sie immer gehasst, noch dazu jedoch kam, dass dies auf ihre Stimmung schlug.
Eine äußerst mieserable Stimmung wohlgemerkt.
An diesem Abend wurde das neue Lager mit Met begossen und Tajara konnte diesen Abend kaum genießen. Alleine schon der Gedanke an früher, Xinthras Worte versetzten Tajara in Wut. Die Tatsache, dass man sich über ihren neuen Bogen lustig machte, die Tatsache dass hire dinge besprochen wurden, die nie passieren würden, die Tatsache....
Innerlich ballte Tajara die Fäuste. Heute übergab sie sich, und es schien nicht besser zu werden. Sie empfand nur Wut und Zorn, gepaart mit einer gewissen Amüsiertheit über sich selbst, welche sie bald darauf schon wieder unbesorgt sein ließ, nachdem die Übelkeit verstrichen war.
Eine seltsame Krankheit, irgendwas hatte sie sich eingefangen, nur dass es nicht weg ging.
Sie überhörte dabei dezent die Mutmaßungen der Schwestern, wohl ein geschmackloser Scherz für den sie noch büßen würden.
Tajara wollte fließen, doch ließ man sie nicht. Schlimmer noch, man begoss sie mit kaltem Wasser und machte sich nur weiter über sie lustig.
Tajara wäre, wenn sie eine Fuchtlerin geworden wäre am Liebsten zur Feuerdrachin mutiert und hätte im Lager gewütet vor Wut.
Das war alles Andere als komisch!
"Vielleicht ist sie ja schwanger..."
Verfasst: Dienstag 24. März 2009, 15:37
von Tajara Nair
Der nächste Tag war kaum besser als der Vorhergehende. Das Frühstück fand seinen Weg in den Magen.... und bald darauf wieder heraus. Seltsam war ja eher, dass sich Taja nicht direkt krank fühlte. Für sie war es eine lästige Übekleit die sie rasend machte. Der Umstand dass ihr heißgeliebtes Bier nicht mehr in ihre Kehle rann, ja dass selbst sein Geruch in ihr bereits Brechreiz a auslöste, dafür aber Fisch, Himbeerkompott und Apfelmuß scheinbar so verlockend dastanden, dass sie es am liebsten sogar durcheinandergefuttert hätte machte ihr gewaltige Sorgen.
"Vielleicht ist sie ja schwanger."
Sie verdrängte diesen Gedanken mit aller Wehemenz.
Nein, nicht jetzt, nicht ausgerechnet jetzt wo alles so gut läuft!
Sie irrte den ganzen Tag umher und begab sich auf die Jagd. Wenn es etwas gab, das Tajara weniger behagte als ein Rudel wildgewordener tollwütiger Orks dann war es dieser eine Satz.
Unmöglich, nicht jetzt!
Obwohl ihr klar war, dass gerade ihre Bindung zu den Schwestern dafür sorgte, dass sie nicht allein war - Eldir hatte es deutlich übertrieben, so schien es. Dieser verdammte Bartstoppelkopp hätte....
Die Gedanken brachen ab. Am Abend waren sie beinahe vergessen - ebenso die Übelkeit, und als sie das neue Lager betrat fand sie Torina an der Schmiede.
Sie erkundigte sich nach Tajas Wohlbefinden und Taja sprach von irgendeiner Art neuartigen Bauchgrippe. Irgendwas, was der Frühling mit ins Land brachte.
Doch die harte Realität holte sie ein als Torina jene vernichtenden Worte sprach.
"Es sieht so aus, als wärst du tatsächlich schwanger."
Verfasst: Mittwoch 25. März 2009, 18:17
von Tajara Nair
Ein weiterer Tag verging in denen Tajara die Welt nicht mehr verstand. Torina irrte sich sicher, sagte das nur um sie zu ärgern - was sollte es auch anderes sein?
Zorn brodelte wieder in ihr auf, nachdem sie ihr Honigbrot großzügig dem Erdreich zurückgab und den Boden damit düngte. Zorn über die Tatsache, dass es doch nichts anderes war als eine lästige Grippe, irgendwas, das Cyn mit irgendeiner billigen selbstgestampften Plörre wieder wegbekommen würde, irgendetwas, das ekelerregender War als eine Probe Orkpisse - irgend....
VERDAMMT!
Tajara griff nach ihrem Bogen und begann in der Nähe des kleinen Zweikopf-Forts wahllos diese großen dummen Viecher abzuschlachten - irgendetwas, das sie von der Tatsache her ablenkte, dass sie irgendeine Krankheit ausgebrütet hatte.
Am späten Abend kam Cynthia, ihre kleine Schwester, nach Sturmwipfel. Sie versprach, sich Tajaras Leiden mal anzusehen, aber allein die Worte "Also wenn es wahr ist, dann zieh ich ans andere Ende der Welt" waren schon außerordentlich beängstigend.
Tajara machte sich frei, begann an seltsamen Kräutern zu kauen um Cynthias Fragen so zu beantworten...
"Schmeckts?"
"Naja, es schmeckt wie ein Stängel Sauerampfer."
"Hast du in letzter Zeit heißhunger auf seltsame Sachen?"
"Naja, ich ess in letzter Zeit sehr viel Fisch und kann mein heißgeliebtes Bier nicht bei mir behalten."
"Hast du seltsame Launen?"
"Was soll diese scheißfrage jetzt? Willst du mir helfen oder mich mit Fragen löchern???"
"Aaaaalles klar.... Und sag, wann hast du das letzte mal.... öhm.... ich meine.... Naja.... wann bist du das letzte Mal ausgelaufen..."
"Ich war heut Morgen pinkeln."
"Nein... ich meine..... geblutet..." - Sie war Heilerin aber so derart beschämt bei dieser Frage?
"Öhm.... um ehrlich gesagt... ich bin überfällig."
Etwas schien in Cynthia KLICK zu machen. Sie stand auf, hielt Tajara an, sich wieder anzukleiden und schritt nach draußen. Tajara fluchte etwas vor sich her als sie endlich ihr Rüstwerk wieder angelegt hatte. "Scharlatanin, Quacksalberin..... Heiler - labern alle denselben Mist."
Als sie nach draußen kam, laberte Cynthia mit Xin. "Ich weiß was ihr fehlt. Aberbitte, tritt vor mich hin. Diesen Gesichtsausdruck müssen wir uns in Erinnerung halten."
Tajara wusste nun nicht so recht, was das zu bedeuten hate, aber Cynthia schien ein ziemliches Brimborum drumherum zu machen. War es vielleicht doch ernster als gedacht?
"Tja, Tajara - ich weiß was dir fehlt." (Tajara stämmte die Hände ungeduldig in die Hüften) "Deine Symptome sind für gewöhnlich Anzeichen einer sehr seltenen fast unheilbaren Form der Pest." (Die Farbe wich aus Tajaras Kopf.... NEIN!) "Aaaaaber," fügte Cyn rasch hinzu, "es gibt auch noch ein anderes Indiz dass es widerlegt - und ich weiß jetzt was dir fehlt."
"JETZT SAG SCHON" fauchte ihr Tajara zu.
"Tajara.... Du bist schwanger."
Ein Moment verging wo sie gar nichts tat. Tajara erstarrte zur Salzsäule.
zwei Sekunden....
drei Sekunden...
vier Sekunden....
"Oh.... Das.... erm, ist..."
Tajara ließ sich auf den Baumstamm fallen und grub ihr Gesicht in die Hände. Es war also wahr...
"Ach.... Scheiße!"
Verfasst: Mittwoch 22. April 2009, 00:50
von Tajara Nair
Es war nun ein guter Mondlauf seit der - nunja mehr oder weniger erschreckenden Neuigkeit.
Tajara wurde also Mutter. eldirs Reaktion war weitestgehend überraschend. Er tanzte um das Feuer herum - und was fast noch eigenartiger war diese plötzlich aufkommende, wenn auch von Unbefangenheit nur so strotzende Fürsorge. Er legte etwas an den Tag was sie nun nicht erwartet hatte. Vermutlich machte es das noch schwerer.
Der seltsame Appetit, die Kotzerei und die gefühlsausbrüche wurden zeitweilens wirklich schlimm. Kein Tag verging an dem Tajara nicht wegen irgendeiner Banalität Rotz und Wasser heulte. Sie konnte nun nicht mehr so einfach ins Kampfgeschehen eingreifen. Sie hatte ein neues Leben in sich, das sie schützen musste. Auch wenn sich Tajara ja immer ein Kind gewünscht hatte. Sie fand für den Umstand der Schwangerschaft keine Worte.
Da wuchs ein Leben in ihr heran, ein Leben das auf sie angewiesen war und sie bald "mama" nennen würde. Und genau das rührte sie irgendwie zu tränen.
Natürlich - Tajara wollte eine bessere Mutter sein als es die ihre war, auch wenn man hier sagen musste, dass Layla nair nun keine schlechte Mutter war. Sie zog drei Kinder groß - von drei verschiedenen Vätern. Schlimmer och waren die gravierenden Unterschiede. Die nair-Schwestern hatten in diesem Belang nun wirklich nicht viel von ihrer Mutter geerbt sondern wohl eher von ihren Vätern.
Dirk nair, der Mannn den layla geheiratet hatte war ein stolzer Krieger. Vermutlich vollbrachte seine Tochter die heroischeren Taten und vermutlich auch die einzig nennenswerten in der unscheinbaren Geschichte einer unscheinbaren Familie. Und vermutlich war keine Frau so viel mann wie Tajara
Gleichwohl war es nun an ihr, dieses Leben in sich auszutragen. Eine Tochter? Ein Sohn? Gleichwohl. Dieses Kind würde eine bessere Kindheit haben als so manch anderes. Großgezogen von vielen Tanten. Ein Vater auf den man getrost stolz sein konnte und eine hoffentlich gute Mutter. In dem Punkt war sie zuversichtlich.
Doch viele konnten es nicht glauben. Dieser Wildfang von Frau, die sofort die Fäuste ballte und jeden Mann zusammenschlug der es auch nur wagte ihr auf den Hintern zu starren war schwanger. Sie sollte Mutter werden.
In gewisser Hinsicht konnte es selbst Tajara noc nicht richtig glauben.
Aber es war gut, so wie es war.
Verfasst: Samstag 2. Mai 2009, 22:06
von Tajara Nair
Der Frühling war ins Land gezogen und bis auf kurze warme gewittige Schauer war das Wetter ausnehmend schön. Die kurzen Schauer die auf den mit Bärlauch überwucherten Waldboden fiel reinigte die Luft und verlieh ihr diesen süßlich-herben Duft, jener Moment nach dem Regen der ein Gefühl vermittelte: Alles ist gut.
Obwohl die Krampfadern und Wasserbeine Tajara fast um den Verstand brachten, die morgendliche Übelkeit zur Routine wurde und kein Tag verging, an denen ihre Tränendrüsen nicht aus irgendeinen banalen Grund Wasser ließen fühlte Tajara zunehmend eine innere Zufriedenheit. langsam beruhigte sich ihr Körper, der sich mit dem Umstand wohl abgefunden hatte, dass da ein zweites Leben in ihr heranwuchs.
...doch die Arbeit ging weiter.
Beunruhigend schwarze Wolken hingen am Himmel über Lameriast und wie vor einem Gewitter vor Ladung geschwängert so war ein drohender neuer Konflikt nun in Greifweite. Da war eine schwangere Tiefländerin, außer sich vor Zorn. Alleine das bedeutete schon nichts Gutes. Eisenwart die den Feind förmlich nach Lameriast lockten.
Wie konnte Tajara dieser Bedrohung Herrin werden wenn es ihr versagt war zu kämpfen? Wie konnte sie sich aus Kämpfen heraushalten wenn ihr doch schmerzlich bewusst war, dass sie kämpfen würde müssen, wenn es denn soweit war.
Alles in Allem kamen jedoch auch noch die Träume hinzu. Schwangere, so sagte man, träumten viel. Und ab und an hatte sie Albträume.
Kaltes rieselndes Wasser und sie konnte nicht hinaus. Ein dunkler enger Raum.... gefangen wie ein Tier und das unabdingbare Gefühl, dass es kein Traum sondern eine Erinnerung war. Tagsüber erinnerte sich Tajara an solche Träume nicht mehr. Nur das Gefüphl blieb zurück, dass ihr Schlaf durchwoben war von dunklen Gedanken, dass man ihr das Kind aus dem Leib gerissen haben könnte und so befühlte sie ihren Bauch.
Er schwoll bereits leicht an. Noch nicht dass man etwas erkennen könnte. Aber Tajara fühlte es. Etwas wuchs darin heran. Etwas, das irgendwann aus ihr hinaus wollte, dachte, fühlte, geliebt werden musste. Ihr Kind...
Wie - so fragte sie sich immer wieder - konnte eine geborene Kriegerin und Hüterin der Insel ihren Pflichten nachkommen wenn sie Mutter würde?