Eine aussergewöhnliche Bestellung
Verfasst: Montag 23. März 2009, 00:04
Es war nun schon einige Tage her dass der Herr, der sich Viridian nannte, im Kontor war und seine Bestellung nach zwei Lauten aufgab. Die eine nahm er gleich mit doch für die zweite hatte er sehr spezielle Wünsche.
Bei seinem ersten Wunsch konnte Gregor sich ein Grinsen nicht verkneifen aber er wollte nicht überheblich wirken. So war der Wunsch ein Instrument zu erhalten welches von feinster Bauart mit einenm ebenförmigen Hohlkörper sein sollte. Er sollte sich und seinem Kunden beweisen dass bei ihm nur feinste Arbeiten zu bekommen wären und dazu gehört natürlich auch ein Resonanzkörper der den bestmöglichen Ton erzielt.
Eigentlich hätte sich der Kunde ein Instrument aus Buchenholz gewünscht doch wuchs jenes nicht auf Germior und es einzuführen barg neben den Kosten auch die Gefahr feucht gewordenes Holz zu bekommen. So fiel die Wahl für das Instrument auf das Birkenholz. Leicht im Gewicht und geduldig in der Verarbeitung brachte es für ein Instrument eine weitere gute Eigenschaft mit: einen hellen Klang.
Nun wurden sein Wünsche konkreter. Es sollten dunkle Einlegearbeiten in die Rückseite des Resonanzkörpers eingelassen werden. Nachdem Gregor ihm einige Holzstücke zeigte entschieden sie gemeinsam ein Walnussholz dafür zu nehmen. Um den Resonanzkörper und die Decke sollten sich Schnitzereien in Form von Weinreben ranken die über den Hals bis zum Wirbelkasten gehen sollten, welchen er sich in der Form eines Eichenblattes vorstellte. Der Hals würde aus zwei Hölzern bestehen, auf der vorderen Seite Birken- und auf der Rückseite Walnussholz.
[img]http://www.lautenmusik.net/images/laute-1.gif[/img]
So setzten sie gemeinsam die Zeichnung auf die jetzt vor ihm lag. Und er begann danach das Holz zusammenzusuchen. Die besten Bretter ohne Astlöcher und mit gerader Maserung. Dann begann er aus dem Birken- und dem Walnussholz die Rippen für den Resonanzkörper zu fertigen die er in warmer Seifenlauge einlegte.
Während die Rippen einweichten begann Gregor aus einem Birkenstamm die Decke als ganzes herauszusägen, zu schmiergeln und zu glätten. Sie wurde völlig ebenmässig und so war es ein einfaches die Rosette auszuschneiden. Nun konnte er die eingeweichten Teile wieder aus dem Wasser nehmen und so zurechtbiegen wie es die gewünschte Stelle am Instrument erforderte. So lagen zur Mittagszeit an die 40 verschiedene Rippen in Schraubstöcken fixiert vor der Esse zum trocknen.
Nun konnte Gregor sich daran machen für den Hals die beiden Hölzer zurechtzuschneiden und miteinander zu verleimen. Auch der Hals wanderte nun vor die Esse zum trocknen. Als nächstes griff er zu seinem kleinen Schnitzmesser und einem kleinen Block Walnussholz den er nun begann zu einem Blatt zurechtzuschnitzen. Doch ein Versuch nach dem anderen landete mit einem Wurf über die Schulter in der Esse hinter ihm. Erst nach vielleicht acht Versuchen hatte er eine Form gefunden die den Anforderungen des Wirbelkastens in Form eines Eichenblattes gerecht wurde und er die Halterungen für die sechs Chöre mit den einzelnen Saiten an den Seiten des Wirbelkasten befestigte.
Nun konnte er die Schraubzwingen von den einzelnen Rippen entfernen und begann mit dem Puzzlespiel welche Rippe an welche Stelle des Resonanzkörpers passte. So fügte er im Wechselpiel Birken- und Walnussholzrippen zusammen, welche er zuvorderst zurechtsaegte um sie genau passen dzu setzen bevor er anfing sie zusammenzuleimen. Den geleimten Resonanzkörper legte er wieder vor die Esse. Von dort nahm er sich nun den geleimten Hals um jenen völlig glatt zu schmirgeln. Als dies erledigt war nahm er sich ein neues Stück Walnussholz und saegte aus diesem die Bünde, den Sattel und den Knüpfsteg. Die Bünde wurde im Abstand von fünf Zentimetern auf den Hals geleimt und der Sattel ans obere Ende. An den Sattel kam nun der Wirbelkasten, zwar auch geleimt aber mit vier Eisenstiften verstärkt um den Zug der Chöre zu verkraften.
Nun glat es die verblieben Teile miteinander zu verbinden. Weder die Decke noch den Hals konnte er mit mehr fixieren als Leim denn jeder Fremdkörper wie zum Beispiel ein Nagel würde den Klang der LAute stören. So wurde zuerst die Decke auf den Resonanzkörper geleimt und mit viel Druck zum Trocknen gelegt. Einige Stunden später fixierte er auf ähnlichem Wege den Hals mit all seinen Teilen. Als letztes fand der Saitenhalter seinen Weg auf die Decke.
Als nun zuletzt alle Teile den Weg zueinanderfanden blieb Gregor nur noch der Teil mit den Verzierungen. Mit einem feinen Schabeisen fuhr er behutsam die vorgezeichneten Linien ab. Um die Rosette herum über die untere rechte Ecke der Decke wand sich die Weinrebe mit kleinen Blättern und nicht grösseren reben bis zum Ansatz des Halses. Von dort sollte sich der Strang noch einmal um den Hals winden bis zum sattel doch diesmal nur angedeutet. Die Rillen der Verzierung zog er nur halb so tief wie um den Resonanzkörper herum damit sie beim Spielen nicht stören würden.
Mit den Fingerspitzen strich er über die Verzierungen und über die Verbundstellen der zwei Hölzer. Zufrieden lächelte er, man spürte nichts. So nahm er sich die bereitliegenden Schafsdärm, die er schon zu Saiten verdreht hatte. So spannte er je Fünf Chöre mit zwei Saiten und den Chor mit dem höchsten Ton mit einer Saite. Am Saitenhalter knotete er die Saiten fest und legte sie dann in die Halterungen mit denen er die LAute dann auch spannte. Der Klang war sehr schön und er hatte sich keine Fehler erlaubt. So war er sich sicher dass Herr Viridian mit seiner Arbeit zufrieden sein würde. Er nahm eine mit Stoff ausgelegte Holzbox aus dem Regal und legte die Laute vorsichtig hinein.
Nun galt es nurnoch eine kleine Notiz zur Bank von Bajard zu schicken und auf den Herren zu warten.
http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?p=289468
Bei seinem ersten Wunsch konnte Gregor sich ein Grinsen nicht verkneifen aber er wollte nicht überheblich wirken. So war der Wunsch ein Instrument zu erhalten welches von feinster Bauart mit einenm ebenförmigen Hohlkörper sein sollte. Er sollte sich und seinem Kunden beweisen dass bei ihm nur feinste Arbeiten zu bekommen wären und dazu gehört natürlich auch ein Resonanzkörper der den bestmöglichen Ton erzielt.
Eigentlich hätte sich der Kunde ein Instrument aus Buchenholz gewünscht doch wuchs jenes nicht auf Germior und es einzuführen barg neben den Kosten auch die Gefahr feucht gewordenes Holz zu bekommen. So fiel die Wahl für das Instrument auf das Birkenholz. Leicht im Gewicht und geduldig in der Verarbeitung brachte es für ein Instrument eine weitere gute Eigenschaft mit: einen hellen Klang.
Nun wurden sein Wünsche konkreter. Es sollten dunkle Einlegearbeiten in die Rückseite des Resonanzkörpers eingelassen werden. Nachdem Gregor ihm einige Holzstücke zeigte entschieden sie gemeinsam ein Walnussholz dafür zu nehmen. Um den Resonanzkörper und die Decke sollten sich Schnitzereien in Form von Weinreben ranken die über den Hals bis zum Wirbelkasten gehen sollten, welchen er sich in der Form eines Eichenblattes vorstellte. Der Hals würde aus zwei Hölzern bestehen, auf der vorderen Seite Birken- und auf der Rückseite Walnussholz.
[img]http://www.lautenmusik.net/images/laute-1.gif[/img]
So setzten sie gemeinsam die Zeichnung auf die jetzt vor ihm lag. Und er begann danach das Holz zusammenzusuchen. Die besten Bretter ohne Astlöcher und mit gerader Maserung. Dann begann er aus dem Birken- und dem Walnussholz die Rippen für den Resonanzkörper zu fertigen die er in warmer Seifenlauge einlegte.
Während die Rippen einweichten begann Gregor aus einem Birkenstamm die Decke als ganzes herauszusägen, zu schmiergeln und zu glätten. Sie wurde völlig ebenmässig und so war es ein einfaches die Rosette auszuschneiden. Nun konnte er die eingeweichten Teile wieder aus dem Wasser nehmen und so zurechtbiegen wie es die gewünschte Stelle am Instrument erforderte. So lagen zur Mittagszeit an die 40 verschiedene Rippen in Schraubstöcken fixiert vor der Esse zum trocknen.
Nun konnte Gregor sich daran machen für den Hals die beiden Hölzer zurechtzuschneiden und miteinander zu verleimen. Auch der Hals wanderte nun vor die Esse zum trocknen. Als nächstes griff er zu seinem kleinen Schnitzmesser und einem kleinen Block Walnussholz den er nun begann zu einem Blatt zurechtzuschnitzen. Doch ein Versuch nach dem anderen landete mit einem Wurf über die Schulter in der Esse hinter ihm. Erst nach vielleicht acht Versuchen hatte er eine Form gefunden die den Anforderungen des Wirbelkastens in Form eines Eichenblattes gerecht wurde und er die Halterungen für die sechs Chöre mit den einzelnen Saiten an den Seiten des Wirbelkasten befestigte.
Nun konnte er die Schraubzwingen von den einzelnen Rippen entfernen und begann mit dem Puzzlespiel welche Rippe an welche Stelle des Resonanzkörpers passte. So fügte er im Wechselpiel Birken- und Walnussholzrippen zusammen, welche er zuvorderst zurechtsaegte um sie genau passen dzu setzen bevor er anfing sie zusammenzuleimen. Den geleimten Resonanzkörper legte er wieder vor die Esse. Von dort nahm er sich nun den geleimten Hals um jenen völlig glatt zu schmirgeln. Als dies erledigt war nahm er sich ein neues Stück Walnussholz und saegte aus diesem die Bünde, den Sattel und den Knüpfsteg. Die Bünde wurde im Abstand von fünf Zentimetern auf den Hals geleimt und der Sattel ans obere Ende. An den Sattel kam nun der Wirbelkasten, zwar auch geleimt aber mit vier Eisenstiften verstärkt um den Zug der Chöre zu verkraften.
Nun glat es die verblieben Teile miteinander zu verbinden. Weder die Decke noch den Hals konnte er mit mehr fixieren als Leim denn jeder Fremdkörper wie zum Beispiel ein Nagel würde den Klang der LAute stören. So wurde zuerst die Decke auf den Resonanzkörper geleimt und mit viel Druck zum Trocknen gelegt. Einige Stunden später fixierte er auf ähnlichem Wege den Hals mit all seinen Teilen. Als letztes fand der Saitenhalter seinen Weg auf die Decke.
Als nun zuletzt alle Teile den Weg zueinanderfanden blieb Gregor nur noch der Teil mit den Verzierungen. Mit einem feinen Schabeisen fuhr er behutsam die vorgezeichneten Linien ab. Um die Rosette herum über die untere rechte Ecke der Decke wand sich die Weinrebe mit kleinen Blättern und nicht grösseren reben bis zum Ansatz des Halses. Von dort sollte sich der Strang noch einmal um den Hals winden bis zum sattel doch diesmal nur angedeutet. Die Rillen der Verzierung zog er nur halb so tief wie um den Resonanzkörper herum damit sie beim Spielen nicht stören würden.
Mit den Fingerspitzen strich er über die Verzierungen und über die Verbundstellen der zwei Hölzer. Zufrieden lächelte er, man spürte nichts. So nahm er sich die bereitliegenden Schafsdärm, die er schon zu Saiten verdreht hatte. So spannte er je Fünf Chöre mit zwei Saiten und den Chor mit dem höchsten Ton mit einer Saite. Am Saitenhalter knotete er die Saiten fest und legte sie dann in die Halterungen mit denen er die LAute dann auch spannte. Der Klang war sehr schön und er hatte sich keine Fehler erlaubt. So war er sich sicher dass Herr Viridian mit seiner Arbeit zufrieden sein würde. Er nahm eine mit Stoff ausgelegte Holzbox aus dem Regal und legte die Laute vorsichtig hinein.
Nun galt es nurnoch eine kleine Notiz zur Bank von Bajard zu schicken und auf den Herren zu warten.
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