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Vergessen um zu vergeben

Verfasst: Freitag 20. März 2009, 21:46
von Cyrion Sha´Ar
Fell schob sich in seine Nase, plusterte sich beim Atmen auf. Schwarzes Haar, sein eigenes, ergoss sich zauselig über sein Gesicht - er konnte gerade so Leah ausmachen, die mit verwirrt entsetzter Miene zurück gesprungen war. Der Blick flimmerte ihm von der Wucht, mit der er den mit weissen Fellen belegten Boden geküsst hatte. Es war so schnell gegangen, er hatte nicht genügend Zeit für eine Gegenreaktion gehabt, da hatte er schon Hände auf seinen Schultern gespürt und nur noch die Wände des Raumes zur Seite wegkippen sehen. Sein Arm, der verdreht unter ihm lag, wurde von seinem eigenen Körpergewicht zu Boden gepresst - er konnte ihn nicht heraus ziehen! Er versuchte sich zu erheben, mit einer Hand seinen Oberkörper hoch zu stemmen, das er seinen zweiten Arm frei bekam. Sein Oberkörper hoch sich, sein Arm zitterte, als er ihn durch zu drücken suchte. Das Gewicht auf seiner Körpermitte wurde verlagert, Hände legten sich fester auf seine Schultern, Gewicht presste seinen Körper die paar wenige Zentimeter, die er gewonnen hatte, wieder hinab. Sein Arm war immer noch nutzlos unter seinem Körper gefangen. >Nein...!< Er musste den Mann von seinem Rücken bekommen!
Jemand war in seinen Rücken gesprungen, während er mit Leah gesprochen hatte, ihr erklären wollte, was geschehen war, nachdem sie aufgrund von einhalb Kurzen Rum in zwei Teetassen allerdings mächtig einen im Tee hatte. Eineinhalb Kurze Rum, die ihn erkennen liessen, das sie nicht nur eine geringe Toleranz für Alkohol hatte, sondern überhaupt keine besass. Und das sie sehr vertraulich wurde, wenn sie einen im Tee hatte... Und heute morgen wohl grässliche Kopfweh... Ein Kater von eineinhalb kurzen Rum...
Ihr Gesichtsausdruck hatte ihn gewarnt, aber der Kater hatte auch ihre Reaktionen verlangsamt - der Mann war bereits von der Treppe auf ihn herab gesprungen; der Ellbogen, den Cyr bei ihrem Blick hin nach hinten durchgezogen hatte, die Beine, die sich unter den Körper zogen - es war alles um einen Bruchteil zu spät gewesen. Zu spät gewesen, um ihn wirklich zu erwischen; sein Ellbogen war an einem Lederharnisch abgeglitten, touchierte die Rippen des Eindringlings bloss, während des Gegners Stoss Cyr, der sich im Oberkörper mitgedreht hatte, um dem Ellbogen mehr Kraft zu geben, im wahrsten Sinn der Worte niederstreckte.
Einige der Kerzen, derer er reichlich verteilt hatte, um eine für die aufwachende Leah angenehme Stimmung zu schenken, wurden von seinen ausscherenden Füssen umgestossen - heisses Wachs ergoss sich über seine Zehen und er zog sie zischend hoch, das sie an den Rücken des Mannes stiessen. Eine Frau konnte es nicht sein, dafür war das Gewicht auf seinem zu schwer.
Eindringling... jemand war in seinen Keller eingebrochen! Er konnte nichts sehen ausser Leahs Gesichtsausdruck, aber der war deutlich! >Rahaler...!< schoss es ihm durch den Sinn. Doch wie kam es... Vaughain! Er musste seine Joker ausgespielt haben! Er kannte seinen Namen, wusste, das er für die schwangere Paladina und Gräfin von Hohenfels arbeitete. Er wusste, das er mit Khazkal in Kontakt stand - wussten sie von Khazkal, wo er wohnte?! Waren sie gekommen, sich eine leicht zu fangen geglaubte Beute zu holen, um sich weitere Informationen zu Darna zu besorgen?! Würden er und Leah erneut in ihren Kerkern landen?!
Sein freier Arm schoss nach hinten! Er würde sein Gesicht nicht erreichen können, aber vielleicht einen Arm wegreissen können oder... Eine Hand löste sich von seiner Schulter und er sog erneut scharf die Luft ein!
>Nein!<
Die Hand stiess auf ein Bein und schoss an diesem entlang - Cyr versuchte das Mannes Gemächt zu ergreifen und mal kräftigst dieses zu misshandeln, das einzige, was ihm in dieser Situation blieb, waffenlos wie er war. Wenn es sonst nichts gab, was jemanden auf die Knie brachte dann ein Angriff auf die Kronjuwelen.
Cyrion hatte keine Chance! Seine Hand wurde am Gelenk ergriffen und der Arm ihm auf den Rücken gedreht!
Schmerz zog durch seinen Arm - der Mann war stark! Und Cyrs Lage äusserst schlecht. Er konnte den verdammten Bastard nicht mal kratzen, weil er Handschuhe trug! Er konnte gar nichts tun!
"Lauf... Leah...!" Ächzte er, gerade so die Luft aufbringend, das er etwas von sich geben konnte. Wieder zehrte er an seiner Hand, versuchte sie frei zu bekommen. Was machte Leah?! Er hörte sie nicht wegrennen! Verflucht, sie war verkatert - Cyr hatte keine Ahnung, wie tauglich sie verkatert war! Was tat sie...?
Seine Augen weiteten sich, als er aus dem Augenwinkel einen Dolch aufblitzen sah. "Du wirst unvorsichtig. Nicht mal eine Waffe in deiner Nähe."
>Oh verdammt...!< Der Kerl kannte ihn! Ein alter Feind?! Verloren in den schwarzen Löchern der Amnesie?! Die Stimme sagte ihm nichts.... Rahaler und ein persönlicher Feind! Und Cyrs liebster Schatz war auch verkatert und unbewaffnet im Keller...! Wieder versuchte er sich los zu reissen, trat wuchtig mit den Füssen in seinen Rücken, auch wenn sein Kreuz dabei aufschrie - doch er traf er lediglich dem Kerl sein Hinterteil! Gab es denn nichts... Der auf ihm sitzende Mann grunzte leise, während Cyr ein dumpfes Pock! hörte. Ein Apfel fiel zu Boden und rollte davon, Kerzen umstossend, als wären es Kegeln. Wieder Ächzte er, versuchte Atem zu schöpfen. Leah warf Dinge... Das einzige, was sie werfen konnte in einem Raum, in dem es nicht viel ausser Kerzen, Handtücher, ein Kaminfeuer und ihr Frühstück gab... "Der Tee! Werf den Tee!"
Der Tee war heiss, frisch gebrüht - eine Kerze unter dem Teepot... Wenn sie ihm diese ins Gesicht warf, mochte die heisse Flüssig auch vor dem Leder nicht Halt machen... der Mann würde die Augen schliessen müssen - mindestens - vielleicht sogar von seinem Rücken vertrieben werden - dafür nahm Cyr gerne in Kauf, das sein Oberkörper - Hemdlos, hatte er noch keine Gelegentheit gefunden, sich etwas an zu ziehen, ebenfalls verbrüht werden würde - wenn sie nur die Oberhand gewannen! Tee, die heissen Kohlen vom Kamin, die Scheite vom Brennholz... solang er nur....
Kühl legte sich die Klinge an seine Kehle und die Worte, die er ihr hatte zurufen wollen, erstarben, bevor sie seine Lippen verliessen.
Sein Blick huschte zu der Hand, die das Messer hielt, sein Körper erstarrt, während er Leah leise ächzen hörte.
"Gütige..." Dem Tonfall nach wusste Leah nicht mehr weiter... Keine Waffen... Die Klinge an der Kehle... Schach Matt.
>Nein! Aufgeben ist keine Option! Aber was... Götter...< Was konnten sie jetzt noch nun? Leah auffordern, ihn trotzdem zu bewerfen - auf die Gefahr hin, das er ihm die Kehle aufschnitt...? Seine Gedanken rasten, suchten verzweifelt nach einem Ausweg, während er heftig in das Fell keuchte. Aber wenn er Rahaler war, wollte er sie gewiss lebend! Vielleicht konnten sie...
"Allein dieser Gesichtsausdruck war das wert." Amüsement klang in der harschen Stimme mit, fast glaubte Cyr, ein Lachen darin zu hören.
Der Dolch wurde von seiner Kehle gezogen, seine Schulter losgelassen, während der Mann zurück trat...
Wie von der Tarantel gestochen schoss Cyr davon, die Felle rutschten ein Stück nach hinten, schlugen Wellen, während er über die Schulter sah und abrupt verhielt. Der verwirrt gehetzte Ausdruck auf seinem Gesicht änderte sich schlagartig! Leah sackte mit einem leisen Stöhnen zu Boden, Unglauben in ihrem blassen Gesicht sichtbar - wie es auch auf seinen erkennbar sein musste.
"Störe ich gerade?" Die Stimme nun der bekannte Bariton, baumelte seine Balronmaske am Riemen von seiner Hand, die Arme verschränkt. Ein Schmunzeln lag breit auf den Zügen des Mannes, der sich Cyrs Blutsbruder nannte. Fassungsloser Zorn, Unglauben pulsierte in Cyr, siedete, brodelte hoch ob der Dreistigkeit Malachais, sie beide in Angst und Schrecken zu versetzen. Eben noch in der Rolle eines unbekannten Fremden, eines Eindringlings, der ihn und Leah bedroht hatte, setzte er sich nun auf die Treppen und liess die Beine baumeln, als ob nichts gewesen wäre.
"Ausgerechnet... heute... Hallo... Malachai." Er hörte Leahs angestrengten Tonfall... Leah, um die er eben noch solche Angst gehabt hatte, das er bereit gewesen war... Cyrs Kiefer pressten so hart aufeinander, das seine Kiefer knirschten!
"Kch... du.... du verdammter..." Malachai musste Cyrion, bleich und mit starren Blick, angesehen haben, das er nahe dran war, seinen Blutsbruder zu schlagen. Die Hände des Rabenkriegers zitterten im heillosen Zorn.
"Ich dachte mir, da ich ein paar Sätze von eurem Gespräch aufgeschnappt habe, gebe ich euch einen Grund, froh zu sein, dass der andere da ist...vorallem lebend."
Ein in Cyrions Augen selbstgefälliges Schmunzeln zog über seines Bruders Züge hinweg, bevor er in lässiger Geste den Überfall abwinkte.
"Nichts zu danken, Cyrion."
>Danken!?< Eine Muskel in seinem Kiefer begann sichtbar zu zucken. Dank war das letzte, was der im Zorn brodelnden junge Mann empfand! Er hatte viel mehr das dringende Bedürfnis, ihn zu prügeln! Schwer ging sein Atem und seine Finger krampften und entkrampften sich wiederholt, während er am Rande Leahs Worte wahrnahm, rauh ihre Stimme, die junge Frau merklich unangenehm berührt. Doch was sie sprach, ging irgendwie an ihm vorbei - er konnte sich später nicht mehr recht erinnern.
"Danken...!" Das Wort gerade zu ausstossend, verzog er die Lippen, einem Wolf ähnlich, der knurrte. Die Stimme leiser werden, tiefer werdend, gab er in einem scharf tönigen Ächzen wieder:
"Danken... Ich hab mir fast in die Hose gemacht, du Mistkerl..."
Tief atmete er ein, versuchte sich zu beruhigen - die Tatsache, das Malachai erneut breit am grinsen war, half nicht gerade, auch nicht sein "Dann lerne gefälligst, dich besser zu wappnen." Wappnen?! Er war in seiner Schlafhose! Wo sollte er im Keller, im Bad, bei einer kuschligen Nacht mit Leah vor dem Kamin eine Waffe verstecken?! Vielleicht in seinem Hosenbund?! >Ohja, seeeehr romantisch!<
"Götter..." setzte er an und wollte etwas scharfzüngiges erwidern, doch riss Leah Cyrs Aufmerksamkeit von Malachai fort.
"Verdammt...warum hast du mich nicht in die Wanne geworfen oder einen eisigen Kübel Wasser über mich geschüttet?!" Leahs Ton war scharf, scharf genug, um durch Cyrs Zorn zu schneiden. Der Blick in ihr wütendes Gesicht liess seinen eigenen Zorn verrauchen - die Erinnerungen an letzte Nacht brachen wieder über ihn hinein - und mit ihnen das schlechte Gewissen...
"Ich habe Angst vor dem, zu was Männer imstande sind, zu tun..." Den Satz hatte er noch am Vorabend gehört... Angst, die sie in der einen Nacht in Rahal entwickelt hatte. In der einen Nacht, wo die Wachen sie geweckt und begrabscht hatten.
>Ich hab nicht gegen ihren Willen gehandelt... Naja... gegen ihren nüchternen Willen schon...< Angetrunken hatte sie nichts dagegen gehabt, mit ihm zu schmusen. Angetrunken hatte sie keine Angst davor gehabt, das er sie berührte.... Etwas, das so verlockend für ihn gewesen war... Die Lippen zusammen pressend seufzte er schwer, wischte sich über das Gesicht. Das hier gerade zu biegen hatte deutlich Vorrang zu seinem Zorn auf Malachai...

Die Hacke auf den Boden klopfend, rutschte er mit dem Fuss gänzlich in den Stiefel. Tief einatment erhob er sich. Leah war nicht wirklich glücklich über ihren Zustand gewesen. Nun, wer mochte es schon, unverhofft mit Kater zu erwachen. Aus dem Fenster blickend, konnte er Leah und Malachai im Garten erblicken, wie sie auf den Stufen sassen und sich unterhielten. Unterhielten sie sich über ihn? Wahrscheinlich. Unterhielten sie sich über den Trank, den Malachai ihr brauen sollte, wenn er konnte - sehr gut möglich...
Sich vom Fenster abwendend, begab er sich die Stufen hinab. Er würde sehen, was werden würde, ob Malachai ihr helfen konnte, ob Leah ihm den Abend mit verwechselten Teetassen übel nahm und ob er wieder bis zum Hals in Schwierigkeiten steckte - Tendenz versinkend. Krustiger Schnee knirschte unter seinen Sohlen. Hier und da zeigten sich schon Grasflecken... In den geschützteren Orten am Waldrand konnte er die ersten fleischigen Blätter von Schneeglöckchen ausmachen. Der Frühling war im Anzug...
Wieder schweifte sein Blick zu Leah und Malachai...
>Ah... Sie unterhalten sich tatsächlich über den Trank...< Dachte er, als er aufschnappte, wie Leah über das Vergessen sprach. Aufmerksam hob sich seine Braue... Ob Malachai dazu imstande war, so einen Trank zu brauen - das interessierte auch ihn...

Verfasst: Samstag 28. März 2009, 16:48
von Malachai Schwarzmourne
Weiter sprodelte der Topf auf, wieder veränderte sich die Farbe von grau zu einem Lilaton.
Die eigenen Gedanken, vergessen zu lassen, war einfacher, als die eines fremden zu manipulieren...vorallem, wenn man keine eigene bildliche Vorstellung von dem hat, was vergessen werden soll.
Schon seit über einem Sonnenlauf hatte er in der Wildnis an diesem Trank gebraut, zu vergessen war einfach, zu ersetzen bereitete ihn mehr als Schwierigkeiten.
Er musste völlig anders an die Sache herangehen, als bei seinem damaligen. Er musste verstehen, welche Emotionen zu einer Sache entfernt werden müssen, damit die Erinnerungen, die damit verbunden sind, nicht wieder auftraten, doch es wollte ihn wenig gelingen.
Er schaute in seinen Beutel, das Drachenblut ging zu neige, viele Versuche hatte er nicht mehr.
Er seufzte und lehnte sich an den Baum, während das Gebräu weiter vor sich hinbrodelte und langsam ein grelles Gelb annahm.
Er konnte nichts riskieren hierbei, er musste sich absolut Sicher sein, dass der Trank wirken würde....die Nebenfolgen wären verherrend, wenn nur eine Zutat nicht stimmen würde: stetiger, bleibender Verlust von Erinnerungen, hervorhebung von Qualen, Alpträume...ja gar bis zum Tode könne diese Folgen reichen.
Er seufzte abermals, es waren auch zuviele Gedanken, die ihn durch den Kopf gingen:
Cyrions Probleme mit den Tiefländern, Sarahs erste Liebe und die weitere Suche nach ihrer Mutter, Arsens letzte Missetaten, Leahs Drang zu vergessen und vorallem Inara...und ihr Brief.
Er konnte keinen klaren Moment erfassen, um diese Sache Alchemistisch anzugehen. Nein...das lag sicherlich auch daran, dass er kein Alchemist war...nicht er...aber Arsen.
Er stand auf und kippte das Gebräu, welches nun Rot war und wie alte Kadaver stank, ins Meer und ritt davon.
Er würde Arsen beauftragen, seine Arbeit fortzusetzen oder zumindest das fehlende Mittel zu finden, was ihn bisher davon abhielt, mit Erfolg Leah einen Trank zubreiten zu können.

Verfasst: Dienstag 31. März 2009, 17:17
von Arsen Talmar
Geräusche des Nachts in der Akademie, welch erschreckende und sehr beunruhigende Erkenntnis für den alten Hausmeister, ein furchtloser Veteran aus unzähligen Schlachten. Die unzählige Narben, die sein Gesicht und seine Arme zierten waren Zeugen seiner heroischen Taten und er wurde nie müde die Schüler an seinen reichen Erfahrungen teilhaben zu lassen. Schön, die ausgefochtenen Kämpfe beschränkten sich auf Rangeleien mit seinem Kater und dem Reisigbesen seiner Frau, mit dem er jedes mal Bekanntschaft machte wenn er aus der Taverne zurückkehrte, aber es waren wirklich nett erzählte Geschichten. Alle lauschten ihnen andächtig, so wie ein Kind seinen Eltern lauscht, wenn sie von ihren guten Schulnoten erzählen, ihre Zeugnisse aber längst unter dem Kopfkissen ihres Sprösslings versteckt sind.

Jener Hausmeister näherte sich also mit zum Schlage erhobenem Reisigbesen, war jener die furchtbarste Waffe die er kannte wie seine vielen Narben doch Zeugnis ablegten, jenen beunruhigenden Geräuschen. Die drohende Haltung wirkte wirklich fast Furcht einflößend und veränderte sich nicht eine Sekunde, was wohl auch daran liegen mochte das unser Veteran vor Scheck zu Salzsäule erstarrte. Wer rechnet auch damit von einem Schatten in leisem Ton gefragt zu werden weshalb Reinigungsarbeiten zu solch später Stunde noch erforderlich seien, selbst wenn der Schatten sich als der ehrwürdige Rektor der Akademie zu erkennen gibt. Später halfen einige Gläser Branntwein dem alten Mann den Schreck völlig zu überwinden und vielleicht würde er nach einiger Zeit den Schülern von seinem heldenhaften Kampf mit dem schattenhaften Einbrecher erzählen, der Rektor würde es sicher nicht übel nehmen.

Arsen selbst vergaß den nächtlichen Besuch eigentlich auch sofort wieder, wichtigeres ging ihm im Kopfe herum. Auf dem Tisch der Alchemisten türmten sich Bücher und Notizen, dazwischen lag allerlei was man hätte zu Tränken verarbeiten können und seltsame Gerüche aus dampfenden Tiegeln und Flaschen lagen in der Luft. Diese Komposition aus Unordnung, Flaschengeklirr und verschiedenen Duftnoten war es auch die Selina Talmar, wie bereits bekannt Ehegattin Arsens und Konrektorin der Akademie, dazu veranlasst hatte ihrem heiß geliebten Ehegemahl nahe zu legen, er solle doch bitte damit nicht zu hause sein Unwesen treiben. Ihre Gnaden der Herr Graf ginge ihr schon genug auf die Nerven, da sollte Arsen nicht auch noch das seine dazu tun. Da der letzte Gewittersturm im Hause Talmar noch nicht völlig abgezogen war sollte nicht gleich der nächste nachfolgen und so wurde der freundlich bestimmte Ratschlag natürlich befolgt.

„...man lasse nun die schwarzen Pollen der Blüte in einem Gemisch aus...“ Arsen sah noch einmal in seine Notizen und die aufgeschlagene Buchseite „... dann seihe man das Gebräu durch ein gar seiden Tuch und füge den Sud dem fast fertigen Tranke hinzu...“ Fast schwarzer Nebel bildete sich über dem Glaskolben was einen skeptischen Blick zur Folge hatte, doch schließlich löste er sich auf und die Flüssigkeit nahm die erhoffte dunkelrote Farbe an, was ein zufriedenes Kopfnicken auslöste. Das ganze erinnerte an einen Golderntehofer Kirschwein, Jahrgang 250 wie Arsen mit Kennerblick feststellte und mit einigem Stolz konnte unser Giftmischer darauf hinweisen, dass auch der Trank ein leichtes Kirscharoma hatte und entsprechend gut zu trinken war. Der Trank war fertig allerdings noch viel zu heiß zum abfüllen, wie schnell schmerzhaft festgestellt wurde.

Also wurden schnell einige Zeilen aufgesetzt wie der Trank zu nutzen war. „Wer vergessen will mag sich noch einmal in aller Deutlichkeit an eben jene Ereignisse erinnern. Stehen sie ihm (oder ihr) deutlich vor Augen muss der Trank eingenommen werden und wird das seinige tun. Für eine kurze Weile wird er (oder sie) in Schlaf fallen und sein (ihr) Geist geöffnet sein, so dass es dir ein leichtes sein wird die Erinnerungen einzupflanzen die gewünscht werden.“ Nun noch die Unordnung beseitigt, auch ein Ratschlag der Frau Gemahlin, den zu beachten er sich peinlichst genau vorgenommen hatte, schließlich war die letzte Säuberungsaktion erst einige Tage vorüber, dann den Trank umgefüllt und sorgfältig verschlossen. Noch ein kurzer Brief geschrieben und einen Boten losgeschickt, dann ritt Arsen schnellstens nach hause, womit er dann auch den letzten Ratschlag Selinas befolgte und er sie nicht die ganze Nacht mit der gräflichen Nervensäge alleine lies.

Verfasst: Donnerstag 2. April 2009, 01:05
von Leah Katuri
Immer wieder vernahm man die eiligen gedämpften Schritte auf dem Teppich und sorgten mehr als einmal dafür, dass Schwester Oceana um die Ecke sah und mit strengem Blick prüfte, ob alles in Ordnung sei. Sie hatte gefühlte hundert Mal bereits die Regale abgesucht, die Buchrücken immer wieder gelesen und gesucht....gesucht nach Informationen. Irgendetwas, eine Kleinigkeit, eine einzige Nuance....was sie fand, war weniger als Nichts.Es schien, als würde die Klinge Temoras nur in den Aufzeichnungen des Bruderkrieges existieren. Kein Wort über Schwerthüter, keines über den Drachen, der allgemein als Kryndlagor bezeichnet wurde.

Die nächste Runde begann, als sie auf einmal ein Tippen auf ihrer Schulter fühlte. Die Anspannung platzte sofort und mit einem raschen Umdrehen wurde sofort der Bruder mit einem scharfen "Was?!" angefahren. Es dauerte nur Sekunden, um von Schwester Oceana einzukassieren, den sie hinnahm und gerade aus dem Raum rauschen wollte, als der junge Akoluth sie aufhielt, ihr einen Brief entgegen haltend. Unwirsch nahm sie ihm jenen ab und verzog sich. Einfach nur raus und hinaus... die eigene Frustriertheit musste erstmal wieder abkühlen und die Wut abebben. Ihr Weg führte sie direkt in die eigene Kammer, die nun schon seit einiger Zeit den perfekten Rückzug bot. Allein mit den Gedanken, Ruhe habend und keinem Blick begegnen zu müssen. Der Trubel der letzten Tage hatten einiges gefordert und sie mehr verwirrt als sicherer gemacht. Hier eine Planung eines Lazaretts, dort die Bedrohung des Drachen und mit dem nächsten Schlag auf einmal die Todesmeldung seiner Erlaucht. Der geöffnete Brief lag noch immer auf dem Tisch, darauf wartend, weitergeleitet zu werden auf die Wüsteninsel und zu Milady. Es war erstaunlich, wie schnell sie diese Aufgabe beiseite schieben und weiterhin stur ausblenden konnte, in ihrem Dienst zu stehen. Wichtig war, was sie für wichtige erachtete....und das war in diesem Fall erst einmal Distanz und die Sicherung der Stadt, im Besonderen den Kriegern, wenn sie sich verletzten im alles entscheidenden Kampf.
Mit einem Ausschnaufen fiel sie auf die Sitzfläche des Stuhles und fuhr sich mit der freien Hand durch den Haaransatz, während der Blick einmal durch den Raum ging. So sehr sie die Distanz als etwas Gutes empfand, hatte sie nach dem Dritten Tage allein in der Kammer das ordentliche Bett Miladys satt gehabt...abends wurde die Decke abgezogen und zur Seite geworfen, als sei jemand gerade aufgestanden, nur um morgens wieder ordentlich straff gezogen zu werden. Man konnte sich zumindest einreden, dass man nicht alleine war.

Erst nach einem Moment ging die Aufmerksamkeit zu dem Brief, den man ihr überreicht hatte. Sie rechnete wieder mit einer Information des Regiments oder jemand anderem. Hatte sie wieder irgendetwas vergessen? Stirnrunzelnd wurde das schwarze Siegel betrachtet und schließlich gebrochen.
"Das, was du wolltest, ist fertig. Du kannst es bei mir abholen.
Ich hoffe, du hast die Zeit aber genutzt, um dir alles noch einmal durch den Kopf gehen zu lassen.

Malachai"
Jeder Gedanke, der ihr einen Bruchteil zuvor in den Schopf hätte kommen können, wäre mit dem Lesen der Zeilen verflogen. Mitten in jeder wahrnehmbaren Bewegung innehaltend, blieb der Blick starr auf den Zeilen. Einmal, Zweimal...Dreimal huschte das Augenpaar über die Zeilen, um sicher zu gehen.
Sie wusste noch genau, wie sie an dem späten Nachmittag mit Malachai auf der Treppe gesessen hatte und die ersten Frühlingssonnenstrahlen dafür sorgten, dass sie sich noch schlechter fühlte. Kopfschmerzen hatten sich pulsierend ihren Weg von den Schläfen in den Nacken geebnet, während die Augen alles, was zu hell war, als grässlich empfanden. Bereits die lauteren Geräusche im Keller, als Malachai über Cyrion hergefallen war, hatten sie immer wieder zusammenzucken und kaum klar denken lassen können. Nur langsam begann der Trank, den Malachai ihr gereicht hatte, zu wirken. Die Gedanken zumindest waren nicht mehr so zäh und sorgten für den negativen Nebeneffekt, dass sie sich nach und nach an den Abend zuvor erinnerte.

"Ich habe Angst vor dem, zu was Männer imstande sind..."

Sie hatte Cyrion aufgesucht, um einer Bitte willen. Die Träume hatten sie nicht losgelassen, die Berührung, ob zufällig oder in einer Menschenmenge manches Mannes immer noch für Anspannung und Unkonzentriertheit gesorgt. Sie konnte nicht mehr....wollte auch nicht mehr. Die Nacht in Rahal hatte vieles losgelöst...und ihr Leben auf wieder neue Wege geführt und neue Prüfungen bereit gehalten. Doch jene war unlösbar. Sie sah nur eine Lösung...vergessen...um sich und allen anderen vergeben zu können. Die Last musste aus ihren Gedanken; genug war noch vorhanden, mit dem sie sich konfrontieren musste und dem sie sich zu stellen hatte. Cyrion sollte ihre Erinnerungen auffrischen, falls zu viel verloren gehen würde. Zu viel...

Wieder ging der Blick über die Zeilen, die Malachai verfasst hatte. Er hatte ihn also wirklich gebraut und war endlich fertig. Sie hatte es fast vergessen, so weit weg schien der Tag, an dem sie ihn darum gebeten hatte. Die Situation in Varuna, die Bedrohung durch den Drachen und die ständigen Konflikte, die sie umgaben, hatten ihr alles mögliche abverlangt....nur nicht die Zeit, über den nächsten Schritt nachzudenken. Langsam ließ sie das Pergament in den Schoß sinken und richtete den Blick auf die Tischplatte. Wollte sie wirklich verdrängen...statt sich zu stellen? Doch wenn sie den Kampf nie gewinnen würde, wie könnte sie Cyrion heiraten und ihn zu einem glücklichen Ehemann machen? Wie lange würde es dauern, bis ein Kuss wirklich unbefangen und frei von jeder Vorsicht sein würde? Sie hatte keine Wahl...und wenn, dann hatte sie sie getroffen. Das Pergament wurde zusammengefaltet und in die Westentasche gesteckt und alsbald hatte sie Papier und Kohle besorgt, um Malachai eine Antwort zukommen zu lassen.

Sie würde bald vergeben können...

Verfasst: Samstag 11. April 2009, 01:14
von Leah Katuri
Plätschernd fiel der Regen auf die sattgrünen Blätter in den Baumwipfeln und nährte ebenso den von Blüten und Büschen nur so sprießenden Erdboden.
Der Frühling hatte endlich den Winter vertrieben und außer halb Varunas und dem Kloster war es fast ein leichtes, zu vergessen, welche Gefahr derzeit drohte und dass die Schatten des Krieges und dieses Drachen immer wieder zurückkehren konnten.
Äste knackten unter den Sohlen ihres Schuhwerks, während sich hier und dort kleine Ästchen an dem Stoff des Umhangs festhakten und gleichzeitig abknickten. Sie hatte den braunen Stoff gewählt; der rote wäre zu schnell aufgefallen, wenn sie auf jemanden Fremden getroffen wäre…und eine weitere Nacht in einer Zelle wollte sie sich ersparen.
Allein das Armband schmiegte sich um ihr Handgelenk; durchzogen von einer feinen Stickerei, die verriet, dass sie zum Haushalt Miladys gehörte. Die Ärmel nachziehend und so das weite Hemd etwas mehr beanspruchend, wurden die Arme vor der Brust versteckt und mit festem Schritt stapfte sie weiter durch das Unterholz. Keine Rüstung, kein Metall schützte ihren Körper…es war für sie keine Selbstverständlichkeit, sie stets zu tragen und ‘eins‘ zu sein damit. Nur das braune Leder des Schwertgurtes verriet noch, dass sie nicht ganz unfähig mit dem Schwerte wohl war.
Kälte durchzog nach und nach die Leinenstoffe, als sie im Schritt verharrte und sich umsah. Ich seh bald den Wald vor lauter Bäumen nicht mehr! Zweifel kämpfte mit Trotz, kämpfte mit Unruhe. Eine ganze Stadt war in Aufregung, wurde geräumt und dann…versiegte auf einmal der Informationsfluss. Der Lazarettbau…es schien eine Aufgabe, die zu bewältigen war. Und dann…schon wieder versagt. Der Blick Helmines lag ihr immer noch im Nacken und ab und an kam ihr das Gefühl auf, es wurde ernsthaft über sie getuschelt unter den Akoluthen…oder sie redete es sich ein, machte jedoch die Situation nicht unbedingt besser. Die Stadt war geräumt und die Menschen nach Adoran gebracht…und doch wusste sie kaum, wie sie Leute wie Savea finden sollte. Oder Hoheit…oder…Milady. Unwillkürlich schluckte sie und nahm einen eiligeren Schritt auf, um dem Gedanken zu entfliehen. Zumindest weiß ich, wo_ sie_ ist!
Und zwar weit weg. Ein Moralapostel weniger, der ihr ein schlechtes Gewissen machen konnte. Unvermittelt änderte sie die Richtung und schlug auf einen kleinen Trampelpfad ein, der durch das Unterholz verlief. Der Regen war in ein feines Nieseln übergegangen, fand so den Weg hinab und hinterließ eine weit unangenehmere Nässe.

Denk nochmal darüber nach! Und dann gleichzeitig sagen, es sei meine Sache! Wenn Malachai etwas genauso gut kann wie sein Blutsbruder, dann verwirren! Ich fliehe doch nicht…ich laufe doch nicht weg! Ein Rascheln riss den Gedanken ab und ließ sie aufsehen. Automatisch fand sich die Rechte nahe des Schwertgriffs ein, als sie sich umsah. Ein weiteres Rascheln und ein Knacksen eines oder mehrerer Ästchen ließen jedoch keinen Zweifel der Stelle zu. Einen angespannten Moment nur und sie musste feststellen, dass das Kaninchen wohl doch mehr Angst vor ihr hatte, als sie jenes zu fürchten hätte.
Ich bin nicht eins mit mir… Schnaubend ging sie weiter. Kriege und Bedrohungen nutzen stets die Schwäche des Feindes aus. Doch wie sollte sie ihr Chaos im Kopf nur ordnen, wenn sie von allen abgeschnitten war, die ihr eine Art Beruhigung gaben? Es war Tage her, dass sie Cyrion gesehen hatte. Noch immer zeigte ihr Blick Unsicherheit und eine Verlegenheit, die er sicher nur zu gut deuten konnte; sofern sie denn einmal einen ruhigen Moment hatten. Er hatte nach ihrem Wissen her auch genug zu tun und in solchen Zeiten musste man eben aufeinander verzichten.

Muss man wirklich? Steht Liebe nicht über Hass? Freundschaft nicht über Feindschaft? Oder behindern uns Gefühle?
Sie hasste das Hadern zwischen Bauch und Kopf und dem Herzen in der Mitte. Und doch waren es stets die Bauchentscheidungen gewesen, die sie auch verantworten konnte. Dennoch…etwas war falsch. Ganz und gar. Sie wusste nicht was und wusste nicht, warum. Nur, dass da etwas war, was ihr ganz und gar nicht behagte. Und was in ihr eine Unruhe hinterließ.

Die Schritte verlangsamten sich, als die Wände des kleinen Häuschens in Erscheinung traten. Langsam streifte sie die Kapuze ab und ihr Blick wanderte einmal von der Dachspitze, über jeden einzelnen Giebel, die schlichten Verzierungen an den Türen und den wenigen Stufen zu jener. Ein Durchatmen und sie trat weiter darauf zu, um die Türe zu öffnen. Wärme umgab sie sofort und nistete sich wohltuend in ihr ein, kaum dass die Tür hinter ihr wieder ins Schloss gefallen war.
Geistigkeit…sie hatte mit dieser Tugend wohl mehr als zu kämpfen. Das Ankh strahlte, wie es stets schien, aus sich heraus und dämmte die Unruhe in ihr ein und dennoch wollte, nein, konnte sie nicht sofort ein beruhigendes Gebet aufnehmen. Der Blick fiel auf die Regale, die alten Buchrücken, die neben neueren eingereiht waren. Um einige Geschichten wusste sie noch aus den Erzählungen des Paters Sandrovals und den Worten, die ihr die Ordensgeschwister damals mitgegeben hatten. Und keine hatte von dem Drachen Kryndlagor gehandelt oder den Schwerthütern. Auch in dieser Sache war sie nicht weitergekommen. Ich suche mit Absicht an den falschen Stellen… Sie wusste um ihren eigenen Betrug und gleichzeitig versuchte sie, ihn zu vergessen. Ein Brief auf die Sonneninsel hätte gereicht. Einige Zeilen…die Augen schlossen sich, tief wurde die Luft durch die Lunge gesogen, als sie mit dem Ausatmen die Augen sich öffnend gen Ankh richtete: „Herrin…Ich sehe und sehe doch nichts… Und kann nicht einmal um Vergebung bitten.“

Sie suchte. Suchte eine Lösung, die vorhanden war und doch nicht greifbar. Sie floh...vor dem sich stellen und ihrer Verantwortung. Andererseits...wurde sie wirklich benötigt? Sie war einer der vielen Tropfen im Meer und nichtmal ein großer. Schwer stieß sie die Luft aus und überwand die wenigen Schritte bis zum Fenster in dem kleinen Raum. Der Regen hatte fast aufgehört und schuf einen feinen Übergang zu einem windigen Frühlingsabend. Die Sonne verkroch sich bereits hinters Gebirge. Sie hatte sich viel zu viel Zeit gelassen und es nicht einmal wahrgenommen. Und doch war es ihr auch teilweise bewusst, gar völlig gleich. Cassian wusste, das man sich nicht sorgen müsste und sonst gab es sicherlich keinerlei weitere Person, die sich sorgte. Ein weiteres Durchatmen vollzog sich bei dem Gedanken. Ist es wirklich so befreiend, diese ‘Freiheit‘ zu genießen? Rasch redete sie sich ein, dass es zu gefährlich sei, im Dunklen und ohne Pferd wieder den Weg zurück anzutreten. Wahr und dennoch Fluchtgedanke. Es beruhigte sie, einmal nicht von Akoluthen, Priestern und ständiger Warterei auf neue Nachrichten umgeben zu sein. Der Blick ging zurück zum Ankh und verharrte dort nachdenklich.

Wo ist der Wald? Wie wichtig ist der Baum? Die Unterlippe wurde malträtiert, als sie auf jener herumkaute und weiter das Ankh fixierte. Sie hasste jede Erkenntnis, die sich in einem Moment der Ruhe auftuen konnte und stellte sich ihr trotzdem. Langsam löste sie sich von dem Fenster, öffnete die Fibel des Umhangs und faltete den Stoff sorgfältig zusammen, um jenen neben sich abzulegen, als sie sich vor die Bodenplatte kniete und den Blick sinnend auf dem Ankh ließ. Die Hände lagen ruhig im Schoß. Sie ließ die Gedanken einfach fliegen, herauspurzeln und ungeordnet auftauchen. Gen Mitternacht, wenn sich jemand zum Schrein verirren würde, fände er eine junge Frau vor, schlafend den Kopf auf einen der Kissen und zugedeckt mit einem braunen Umhang, direkt in der Nähe des Ankhs, welches stets die Wärme ausstrahlte. Und half, Gedanken zu ordnen und eventuelle Lösungen zu offenbaren.