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Ein neuer Freund und so viele neue Gefühle

Verfasst: Freitag 20. März 2009, 18:58
von Sarah Schwarzmourne
Malachai war nun schon eine ganze Weile auf seinen Reisen, auf der Suche nach Sarahs Mutter, auf der Suche nach Ihrer Vergangenheit. Auch wenn es Sarah hi und da gelang ihn zu finden, zu spüren dass es ihm gut ging, sie vermisste ihn doch sehr. Er hatte in den letzten Monaten viel Zeit mit Sarah verbracht, versucht ihr so viel beizubringen wie es in der Zeit möglich war um sie vor den Schmerzen der Geburt zu schützen die bei Selina anstand. Aber sie waren auch viel Jagen und Sarah lernte auch andere Dinge dabei und genoss es immer mehr in seiner Nähe zu sein. Vielleicht lag es ja daran dass sie instinktiv spürte dass sie ihm vertrauen konnte auch wenn sie noch nicht wusste dass er ihr grosser Bruder war, vielleicht lag es aber auch nur daran dass er sie nicht wie andere behandelte, sie als das sah was sie war und sich nun immer mehr abzeichnete. Eine heranreifende junge Frau. Natürlich musste sie noch vieles lernen, lernen zu verstehen, lernen dass es bei den Menschen oft anders war als bei den Tieren, aber Sarah war keineswegs dumm und bei Ihm wurde sie auch nicht so behandelt.
In der Akademie herrschte langsam auch wieder reges treiben, immer mehr neue Schüler finden den Weg dahin unter anderem auch einer der ganz besonderes Interesse bei Sarah weckte. Ein junger Krieger mit grünen Augen und rotem Haar der auf den Namen Perrin hörte. Ein fleissiger junger Mann der anscheinend auch Spass daran fand mit Sarah ein wenig zu trainieren. Rasch haben beide erkannt dass sie keine Chance hatte gegen ihn wenn er das Schwert welches eigentlich seine Waffe war führte und Sarah den Holzkryss doch sobald auch er mit dem Kryss umging schien es fast ausgeglichen und beide konnten recht gut üben. Ja es machte wirklich großen Spass und Sarah genoss es regelrecht bis an die Grenzen ihrer Kräfte zu gehen, nach Lücken zu suchen aber auch draufzukommen wo sie immer wieder Lücken für seinen Kryss bot. Aber selbst nach den Übungen sassen die beiden oft beisammen, tranken Tee und unterhielten sich, lernten sich langsam kennen.
Perrin erzählte auch immer wieder von einem Jagdgefährten, ein gewisser Kyle der mit ihm in alle möglichen Höhlen ging diese auszuforschen und so manchen Kreaturen gegenübertraten. Sarah hörte ihm gerne zu wenn er von seinen Erlebnissen erzählt und auch Perrin war gerne bereit ihr so manche Fragen zu beantworten wenn sie wieder etwas neues hörte dabei das sie nicht kannte oder nicht verstand. Es schien selbstverständlich und Sarah dachte bald schon nicht mehr darüber nach ob es angebracht war zu fragen oder sie jenes für später merken sollte um Arsen oder Selina danach zu Fragen. Es gab zwar immer wieder das eine oder andere Missverständnis da Sarah sich manchmal noch recht ungeschickt ausdrückte bei der Fragestellung oder auch einiges anfangs falsch verstand aber meist gab gerade das neuen Grund gemeinsam zu lachen und das taten sie wirklich öfter.
Es verging einige Zeit und Arsen erzählte Sarah dass am Abend wieder neue Schüler kommen würden, Perrin hätte da wohl einen Freund und eine junge Frau die gerne bei uns lernen wollten. Sie dachte wohl gleich an diesen Kyle von dem sie doch schon einiges hörte und war schon sehr gespannt auf ihn und am Abend war es dann auch soweit. Leider hatte Sarah wieder einmal die Zeit im Wald vergessen und kam viel zu spät, Kyle war schon an der Akademie eingeschrieben und saß mit Arsen, Selina, Fandor und auch Perrin am Feuer im Garten. Rasch hockte sich Sarah dazu und beobachtete wie üblich alle eine weile still. Immer wieder huschte ein kurzer Blick zu Perrin und freute sich für ihn dass sein Freund nun auch hier war und sich offenbar alle wohlfühlten. Die junge Frau war nicht gekommen, vielleicht ist ihr auch nur etwas dazwischen gekommen, aber daran dachte Sarah keinen Moment lang nach wenn Sie in Perrins nähe war. Es war schon irgendwie eigenartig, Sarah fühlte sich wirklich wohl bei ihm und verbrachte gerne Zeit mit ihm, immer wieder musste sie zu ihm hinsehen und wusste nicht mal weshalb, aber da war auch noch etwas anderes, sie fühlte es, es war seltsam, ein gutes Gefühl, ein Gefühl das sie noch nicht einordnen konnte, irgendetwas war da aber sie wird schon noch dahinter kommen was es genau war. Was genau alles am Feuer gesagt und besprochen wurde bekam Sarah nur halb mit, sie hörte auch nur halb hin aber irgendwann stand Perrin vor ihr und fragte ob sie auch wieder mit ihm trainieren wolle. Rasch packte sie ihren Fisch wieder weg den sie kurz zuvor auspackte und einige Stücke davon naschte und folgte den jungen Männern zur Arena. Kyle durfte gleich gegen Fandor antreten, aber dem ging es nicht anders als es Sarah das erste mal mit Perrin erging als er das Schwert führte, danach trat Perrin gegen Fandor an. Sarah musste etwas schmunzeln als sie sah dass er auch bei ihm das Schwert führte und ahnte schon dass Fandor auch diese Runde nicht weit kommen würde. Perrin rief schon zwischendurch dass er die nächste Runde mit Sarah üben wollte und Sarah rief noch scherzhaft zurück dass Fandor ihn durch den Ring jagen sollte dass er müde war wenn Sarah gegen ihn antrat. Als es soweit war tauschte Perrin sofort sein Holzschwert gegen den Kryss und auch diesmal hatte Sie das Gefühl dass es mehr Spass als training war doch weshalb das so war da kam sie erst drauf als Perrin gegen Kyle antrat. Die beiden waren sich fast ebenbürdig, beide gaben alles mit den Schwertern und Sarah zuckte öfter zusammen wenn Kyle wieder einen kräftigen hieb mit dem Holzschwert landen konnte aber als er Perrins Lücke nutzte und ihm mit dem Schild erst aufs Bein schlug und beim nachsetzen seinen Kopf traf dachte Sarah ihr Herz bliebe stehen.
Rasch war sie bei ihm als er in der Ringecke etwas zusammensackte und blickte ihn besorgt an, sie hielt seinen Kopf in ihren Händen und versuchte was sie noch nie bei einem Nichtschatten tat, sie versuchte herauszufinden ob er verletzt war, doch so sehr sie sich auch anstrengte und versuchte sich zu konzentrieren es gelang ihr einfach nicht. Ob es nun an der Sorge um ihn lag oder an den Handschuhen die sie immer noch trug konnte sie nicht sagen, aber sie konnte es einfach nicht erfühlen. Dafür fühlte sie etwas anderes, eine Angst und eine Sorge um einen jungen Mann wie sie es noch nie zuvor fühlte. Ja natürlich hatte sie auch Angst um Mala, Arsen, Selina und Sienara als der Dämon da war ebenso wie sie sich oefter Gedanken und Sorgen um sie machte aber es war anders, nicht so intensiv, sie konnte es sich nicht erklären und wohl auch nicht beschreiben, es war einfach nur anders.
Kyle bekam dann wohl noch eine Lektion von Selina doch davon bekam Sarah nicht mehr allzu viel mit, Perrin hatte sich zwar Augenscheinlich erholt und stand wieder neben ihr am Rand des Ringes doch war der Schreck wohl doch grösser bei Sarah und sie blickte kaum noch auf die Übenden.
Nach und nach legten sich alle hin nur Kyle, Perrin und Sarah waren noch da und nach einem kurzen Rundgang durch die Akademie und gleichzeitiger Führung für Kyle haben die drei sich noch zu einem abschließenden Tee im Haupthaus zusammengesetzt. Zumindest Sarah und Perrin tranken Tee wärend Kyle wohl einen wirklich großen durst hatte und sich an das Bier machte welches am Tisch stand. Sie unterhielten sich recht lange und nach einiger zeit hatte wohl auch Kyle nicht mehr so große mühe Sarah zu verstehen, was vielleicht auch am Bier lag welches nun auch Perrin trank. Es kam dann auch die Sprache auf andere Getränke, und Sarah packte eine Flasche Rum für Kyle auf den Tisch. Dieser bekam große Augen und auch Perrin sah sie kurz an als ob sie eine Riesenmuschel auspackte die man nur ganz selten fand. Sarah fand diese Flaschen immer wieder mal wenn sie den Strand abging und sich ein paar Fische fing aber alleine der Geruch lies sie schaudern und so fanden die ganzen Flaschen ihren Platz bei den Getränken in Arsens Haus. Es brauchte keine Überredungskünste bei Sarah dass sie davon noch rasch einige Flaschen holte, alleine das strahlende lächeln von Perrin war ihr Freude genug und so eilte sie auf Marrous Rücken rasch zum Haus und wieder zurück mit weiteren Flaschen, so viele wie sie heil tragen konnte. Die Männer tranken aus Bechern den Rum und alle drei unterhielten sich weiter bis Kyle plötzlich von seinem Stuhl hochsprang und meinte er müsse gehen weil er ja am nächsten Tag zum Appell müsse. Irgendwie war es schon seltsam und auch recht unerwartet so mittendrin, aber Sarah verstand ohnehin nicht immer alles und dachte da auch nicht weiter drüber nach. Sarah wollte ihm noch den Weg zeigen wie er aus der Akademie kam und auch wieder herein und ging schon die Treppe hoch als Perrin Kyle nochmals zurueckrief. Sarah wartete oben geduldig und nutzte die Zeit um nochmals kurz nachzusehen welche Betten oben noch frei waren und ein wenig ihre Gedanken zu Ordnen. Die Zeit zerrann ohnehin wie im Flug und so konnte Sarah nicht mal sagen wie lange sie gewartet hat, und zeigte Kyle dann noch wie er rauskam. Rasch ging sie zurück zu Perrin und setzte sich zu ihm an den Tisch.
Perrin wirkte etwas nachdenklich auf sie, aber das schob sie doch auf den Genuss von Bier und Rum aber sie hakte da doch etwas nach und es stellte sich dann herraus dass Kyle wohl sein einziger Freund war und er sich oft alleine fühlte. Perrin sah sie anders an als bisher und die Stimmung war nicht mehr die gleiche wie zuvor und als er dann auf Sarahs Frage ob er Einsam wäre ins Grübeln kam und dieses nach einem kurzen Zweifel ob man es so nennen konnte dieses auch bejahte gab es Sarah regelrecht einen Stich. Kann es wirklich sein dass er sie wie Merrick sieht? Sah er auch den Wald vor lauter Bäumen nicht? Sarah konnte keinen klaren Gedanken mehr fassen und als er dann auch noch zu erklären versuchte dass er noch eine weile einsam sein musste weil er ja erst noch viel üben musste um dann jemanden zu beschützen um nicht gleich wieder einsam zu sein war es ganz aus.
„Sarah ich mag dich wirklich sehr gerne“ sagte er dann noch zu Ihr doch sie wollte nicht abwarten bis auch der nächste Satz kam der meist mit einem aber begann nach dieser Erklärung, rasch legte sie einen Finger auf seine Lippen und schüttelte sacht den kopf, ihn bittend ansehend nicht Weiterzusprechen. Rasch trank sie dann ihren Tee aus und verabschiedete sich, nur noch ein Gedanke war in ihrem Kopf, raus hier, abkühlen, nur nicht warten bis er diesen Satz beenden kann und so verließ sie rasch die Akademie.
Sie stand noch eine Weile im Schatten und blickte zur Türe, weshalb passierte das immer und immer wieder, weshalb tat es diesmal so weh? War sie keine Frau? War an ihr etwas anders als an anderen Frauen? War sie einfach nicht gut genug? Langsam ging sie Marrou holen und ritt einfach drauf los, sie wusste nicht mal wohin bis Marrou irgendwann stehen blieb. Sie blickte sich kurz um und fand ganz in der nähe ein Rudel Rehe und Hirschen. Die kamen wie gerufen und nachdem sich Sarah den prächtigsten Hirschen auskuckte surrte auch schon der erste Pfeil in seine Richtung. Es dauerte eine Weile, es ganz und gar nicht einfach ihn nicht aus den Augen zu verlieren und weitere Pfeile zu landen aber irgendwann war es dann geschafft, völlig außer Atem und am Ende Ihrer Kräfte kniete sie vor dem prächtigen Tier und ganz ungewohnt bahnten sich einige Tränen ihren Weg nach unten.

Verfasst: Samstag 21. März 2009, 11:33
von Malachai Schwarzmourne
Wie eine Umarmung, legte sich der Schatten, der aus dem nichts in der Dunkelheit von einem Baum kam um Sarah.
Es mag für Sie Anfangs ein Schreck sein, vielleicht versucht Sie für den Bruchteil einer Sekunde sich dieser Umarmung der dunklen Gestalt zu erwähren, doch sie spürt, wie vielleicht so oft, wer der Mann ist, der Sie im Arme hält.
Wie eine geisterhafte, schelmische Gestalt, als ob es surreal wäre, ein Traum. Doch er bemerkte ihren Kummer.
Er streichelte ihr sanft einmal über den Kopf, ehe er leise flüsterte:
"Es liegt nicht an dir. So sind die Menschen und man braucht Zeit und Gedult, ehe man jenen fürs Leben findet. Du bist nicht alleine und wirst auch niemals alleine sein. Gedulde dich, dann wird sich der Mann für dein Leben offenbaren, dann, wenn du es am wenigstens erwartest."
Malachai war zwar oft auf Reisen, doch immer, wenn er in eine weitere Sackgasse schlüpfte, brauchte er ruhe und Zeit. Es war eher ein Zufall, dass er Sarah durch den Wald laufen sah, ihre Emotionen sah, die Traurigkeit, die sich in ihr aufbereitete.
Sie war seine Schwester und es gab zur Zeit sovieles neues, was Sie vielleicht nicht ganz verstand. Er war für Sie da. Er würde für Sie da sein, so wie es Arsen und Selina immer sind, Sie unterstützen und über den Weg, der sich Leben schimpft, begleiten.
Ja, er war da, dann, wenn Sie ihn vielleicht brauchte. Einfach nur im Arme halten und ihr zeigen, dass alles nur halb so schlimm ist, wie es vielleicht wirkte.
Wer weiß, wielange Sie da sanden, in der Stille, wie lange er Sie tröstend im Arme hielt, schweigend. Doch irgendwann, wenn Sie den Kopf drehte zu dem toten Tiere, das Sie erlegte, löst sich die Umarmung mit einem Kuss auf ihre Wange und wie ein Windhauch verschwindet die schwarze Gestalt, motiviert, seine Suche nach ihrer Mutter fortzusetzen.
Ja, für Sie war es Trost, für ihn war es neue Kraft. Ihm wurde wieder bewusst, warum und für wen er das alles tat und er ging weiter, unbeirrt und mit neuer Hoffnung in der Dunkelheit auf der Suche nach der Frau, die ihre Mutter war.

Verfasst: Samstag 21. März 2009, 16:31
von Perrin Catheres
Verwirrung machte sich in ihm breit, das war wieder eine dieser Situationen, die er nicht verstand, die er nicht beherrschte. Manchmal wünschte er sich, er hätte das Talent wie Kyle, genau zu wissen, was er sagen müsste um eine Frau zufrieden stellen zu können. Aber er war nicht Kyle, er wollte nicht Frauen mit Worten verführen und sie dann zerbrechen, auch wenn er es in einer geselligen, lustigen Runde selbst oft praktizierte, so sah er es selber als Spaß und verdeutlichte den Scherz seiner Meinung nach auch offensichtlich genug. Er hatte keine solche Erfahrung, die Kyle wohl das Herz gebrochen haben muss und er nun scheinbar gefühllos jeglicher Bindung entgegen sieht.
Wenn Perrin Sarah in die Augen sah, wollte er ihr erklären, wie er selbst fühle. All die Jahre hatte er keine Bindung, keine Freunde, nur Kameraden für eine Situation die dann ihrer Wege gingen oder ihn gar nur ausnutzten. Der erste Freund, war dieser Gaukler, der ihn auf seinen Reisen mitnahm, zumindest dachte er erst, er wäre ein Freund, doch etwas seltsames geschah und nun war Perrin wieder allein, allein in einem ihm fremden Land.

Wie konnte er Vertrauen, lieben und sich gebunden fühlen, wenn er zeitlebens nur ein Vagabund war, der tat was nötig war um zu überleben, um das zu tun, was ihm in dem Sinn stand?
Er konnte es ihr nicht erklären, konnte er es nichteinmal sich selber und nun sah sie ihn mit diesem entzückenden, faszinierenden und ehrlichen Blick an. Eine Hoffnung strahlte sie ihm gegenüber aus, dass er es mit der Angst zu tun bekam. Die Angst, ihr nicht gerecht zu werden, die Angst sich zu binden und Verantwortung zu tragen. Diese Gedanken streiften ihn aber nur am Rande, war er gerade nicht fähig genug, klar zu denken, und er sagte ihr indirekt, dass er noch nicht bereit sei, dass er noch nicht der richtige wäre. Ohja Gefühle waren für diese junge Frau da, die vor ihm saß. Ungewöhnlich war sie, schön und, was ihn seit jeher auszeichnete, schien ihn ihre Art, ihre Redeweise nicht zu stören. Er fing sogar an, Gefallen daran zu finden, ihr aufmerksam zuzuhören, zu versuchen zu entschlüsseln was sie sagte, wenn es komplizierter wurde und ihr behilflich zu sein, neue Wörter zu lernen.

Und so tat er es, er sagte jene dummen Worte und als er merkte, dass er sie sichtlich verletzte bereute er die Worte, etwas in ihm begann zu rumoren, aufzuschrein. Er „wollte“ nicht, dass sie Schmerzen empfand, er wollte, dass sie ihm vertraut und dass er sich ihr anvertrauen kann. Er hatte in letzter Zeit schon Bindungen aufgebaut, die er selbst als ungewöhnlich empfand. So hatte er nie einen so engen Freund wie Kyle und er machte sich auch Sorgen um Hanna, verband sie beide doch ein gleiches Schicksal. Aber bei Sarah..war es mehr, er wollte sie bei sich wissen und doch wusste er, dass er selber sehr schwierig sein würde und dass sie mit ihm ein schweres Los ziehen würde. Er unternahm den verzweifelten Versuch, sie vor ihm selbst zu schützen und gleichzeitig seine Zuneigung auszudrücken. Er sagte ihr, dass er noch viel üben musste und auf ihren Schmerz hin, um ihn zu lindern, sagte er ihr auch, dass er sie sehr gern habe, sehr mag. Sehr widersprüchlich waren seine Worte, so wie seine Gefühle und scheinbar schien sie es anders aufzunehmen, als er es gar vermutete. Sie nahm es auf eine Art hin, die er nicht verstand, auf eine Art, die er nicht zu deuten mochten. Was sollte er noch sagen, nachdem er ihr diese Worte, die ihm mühsam, aber gerne über die Lippen kamen, noch sagen? Er mochte sie..aber was? Was dachte sie, was er ihr noch sagen würde? Er würde sie nicht aufgeben, nur weil er noch nicht bereit war, später würde er ihren Schutz anbieten, seine Fürsorge, seine Liebe. Er überlegte, Liebe, er wusste nicht ob er dazu fähig war, doch wenn er Sarah anschaute, wurde ihm wärmer und er wollte es so gut wie möglich probieren, versuchen und Hoffnung darin haben.

Er sah ihr mit gemischten Gefühlen nach, als sie traurig ging. Seine Miene verfinsterte sich als die Tür hinter ihr zuschlug und er schalt sich selbst einen Narren. Er ging hoch ins Schlafzimmer und legte sich angezogen auf sein Bett, aber er konnte keinen ruhigen Schlaf finden und er griff nach seinem Rüstzeug, seine Wut, seine Unruhe, seinen Zorn auf sich selber musste er Luft verschaffen. Was war er nur für ein Dummkopf? Er sah, dass sie ihn mochte, er wusste, dass er sie mochte und doch sagte er so etwas dummes. Er wollte sie vor sich selber beschützen? Er beglückwünschte sich auf zynische Weise gedanklich selber bei ihm, dass er ihr nun dabei solch einen Kummer und Schmerz antat, den er zu vermeiden suchte.Schutz nannte er das, Narr!

Plötzlich stand er vor Varuna, wohl hatte er in Gedanken die Reise angesetzt und war nun soweit seinen Unmut auf brutalste Weise Luft zu machen. Da begegnete ihm Kyle abermals und jener bemerkte wohl trockenen Tones, dass es wohl nicht so gut gelaufen sei. Trotz all des Zorns, konnte Perrin nicht böse auf Kyle sein, war er es doch, der ihm die Möglichkeit bot, alleine mit Sarah zu sein. Auch war er nicht der Narr, der nicht wusste, dass man klar über seine Gefühle sein sollte. So gingen sie in die Höhlen und töteten alles, was ihnen in den Weg kam, kaum eine Kreatur konnte entfliehen und selbst der dort hausende Dämon erlag den zornigen Hieben.

Einigermaßen beruhigt kehrte er wieder zurück, erstaunt über seine und Kyle's Fähigkeiten. Die Übungen zeigten Früchte und beide zeigten eine gewisse Stärke. Wohl hatte er übertrieben, dass er nicht bereit sei, zu schützen, dennoch gab es noch viel zu lernen. Beruhigter ging er dann aber zu Bett, der Gedanke, der ihm vor dem erlösenden Schlaf noch kam, war, dass er mit Sarah nocheinmal reden müsse, ihr nun klar sagen müsste, was er fühlte und endlich mal Verantwortung zeigen und Mut, jemanden Gefühle zu schenken.

[Fortsetzung folgt...]

Verfasst: Montag 23. März 2009, 16:24
von Perrin Catheres
Konzentriert starrte er auf die Klinge des großen Zweihandschwertes, das er fest im Griff hielt. Sein rechtes Bein war vorgeschoben, das linke etwas nach hinten versetzt. Die Klinge war nach vorn ausgerichtet und ein Seitenblick reichte, um zu sehen dass er genauso stand, wie Laina. Sein Blick schweifte dann zu ihren Händen am Griff und er korrigierte den seinen, entsprechend ihres Vorbilds. Er führte die rechte Hand direkt unter der Parierstange und die linke fast am Ende des Knaufes. Ein Schweißtropfen lief seine Stirn herunter, als er konzentriert das schwere Schwert hielt. Ungewohnt war es und noch traute er sich nicht zu, es wirklich zu führen. Er hob das Schwert sodann weit an, den Blick immer kurz zu Laina werfend, damit er es genau wie sie machte und letztendlich hielt er das Schwert so hoch, den Knauf über der Stirn, als wollte er gleich jemanden den Schädel spalten. Er beobachtete, wie sie den Knauf fest vorstieß, wohl sollte dieser Stoß betäuben und lähmen, eine Technik, die nicht zum Tode führt. Ihm fiel ihre Schönheit und ihre Anmut auf und er schalt sich in Gedanken sich zu konzentrieren. Er fühlte für Sarah, er wollte einen Fehler korrigieren und nicht gleich der nächsten schönen Frau hinterrennen, auch wenn Laina nicht nur schön, sondern auch insgesamt bewundernswert war. Auch hatte er ihr gegenüber eine gewisse Verbundenheit, doch hatte er darüber nicht weiter nachgedacht und er zwang sich, langsam wieder Zorn sich selber entfachend, zur Konzentration und stieß, wie Laina, allerdings zu wuchtig, das Schwert mit dem Knauf voran nach vorne, so wuchtig, dass er es nicht mehr halten konnte und ihm aus der Hand flog. Er atmete tief durch, wohl wieder ruhig werdend. In letzter Zeit war er so erregbar, schoss es ihm durch die Gedanken, die allgegenwärtige Ruhe war in letzter Zeit dahin. Die Frage warum das so sei, schoss ihm weiter durch den Kopf, doch fand er keine Antwort. Er dachte an Sarah, wie enttäuscht sie gestern von ihm war und entschlossen griff er nach Ruhe. Er würde heute versuchen, ihr zu erklären, warum er das tat und das er wirklich für sie fühlte, schließlich ging sie ihm langsam nicht mehr aus dem Kopf. So tat er es und hob sein Schwert, die Bewegung wieder durchführend. Konzentriert diesmal, keinen Fehler zeigend, keine Unsicherheit, nicht vor Laina. Er hat sie in Gefahr gebracht und gleichzeitig geschützt, er durfte ihr keine Schwäche zeigen, musste stark sein. So hüllte er sich in Ruhe und Konzentration und führte einen sauberen Stoß durch, wofür er ein Lob von Laina bekam, über dass er sich mehr freute, als er sich eigentlich zugestehen wollte.
Die wärmenden Strahlen der Sonne, die die kleinen Schweißtropfen auf der Stirn zum Glänzen brachten, wurde immer weniger und er stellte erschrocken fest, dass er zu spät zum Unterricht kommen würde. Er verabschiedete sich verlegen von Laina, tat es ihm doch Leid, sie so schnell zu verlassen auf einmal, doch schien es ihr nichts auszumachen. Sie schien über etwas anderem zu grübeln, besorgt betrachtete sie ihn. Doch konnte er sich jetzt nicht damit befassen, das würde später Zeit haben müssen und er eilte im Dauerlauf los, auf zur Akademie! In Gedanken kommentierte er noch trocken, dass er nie gedacht hätte, dass er sich auf die Schule so freuen würde.

Die Luft brannte ihm wie Feuer in den Lungen, als er vor den Toren der Akademie ankam. Die ganze Zeit war er gerannt und gönnte sich nur auf der Fähre eine Ruhepause. Auch jetzt gab er seinen gequälten Lungen keine Möglichkeit, sich zu entspannen und stürzte die Treppe hoch und brachte unter Keuchem und schweren Atem seine Entschuldigung hervor, bevor er dann tief Luft holte und sich erstmal beruhigte. Langsam wieder zu Atem findend, schaute er sich in dem Raum um, wohl hatte der Unterricht noch nicht begonnen, stellte er erleichtert fest. Sein Blick erfasste Severine, eine junge Frau, die er noch nicht einschätzen konnte. Die Bäuerin der Akademie, aber auf irgendeine Art und Weise machte sie ihm Angst, irgendwie schien unter ihrer lieblichen Oberfläche etwas dunkles zu lauern, was er lieber nicht kennenlernen wollte. Dann sah er noch Fandor, der junge Feuerschopf, der wohl so gerne mit Feuer spielt und ein ausgezeichneter Schütze ist und sich immer versucht zu beweisen. Er mochte ihn ganz gut leiden, aber musste er noch durch die verrückten Schrullen von ihm durchsehen, die ihn manchmal wirklich verwirrten.

Sein Blick wendete sich nunmehr den leeren Stühlen zu, suchend, noch nicht diejenige findend, der er heute so gerne begegnen wollte und vor der er sich gleichzeitig fürchtete. Würde sie ihm noch eine Chance geben oder war alles vorbei? Ein ungutes Gefühl machte sich in seiner Magengegend breit, als er sie nicht erblicken konnte und was für einen Stich verschaffte es ihm in der gleichen Gegend, als Arsen ihn fragte, wo jene Person denn sei. Denn er, war schließlich derjenige, der sie als letztes sah. Er gab nur vage die Auskunft, dass er es nicht wisse und sie nach Hause gelaufen sei und versuchte, so ruhig wie möglich erscheinen, war er innerlich doch sehr aufgewühlt. Besorgnis, Angst und Zweifel ob der gestrigen Ereignisse und ob er Sarah etwas so schlimmes angetan hat, dass sie ihm nun aus dem Weg gehen würde. Betrübt, aber versuchend, sich zu beherrschen, setzte er sich etwas weiter hinten auf eine Bank. Arsen begann dann seinen Unterricht, doch da ging die Tür auf und sie trat hinein. Sie, auf die er wartete, die er so sehnlich sehen wollte und doch wieder wegrennen wollte. Sie entschuldigte sich bei Arsen und setzte sich vor ihm. Er lächelte, war er doch erleichtert. Wieder verhielt er sich närrisch, warum sollte sie wegen ihm abhauen, sich etwas antun? Er bildete sich langsam wirklich zuviel ein. Aber nun war er froh, dass sie da war, hier, vor ihm gesund und munter, auch wenn etwas „wild“ anmutend mit ihrem unordentlichen Haar und der Müdigkeit, die ihr Gesicht zeichnete. Verwirrt schaute er auf, als Arsen ihn aufforderte, den Inhalt der letzten Stunde wiederzugeben und er gab ihn wieder, in der kürzesten Form, die möglich war. Er versuchte dem Unterricht zu folgen und soviel mitzubekommen, wie er konnte, wie die Gedanken an die junge Frau vor ihm zuließen. Oft ließ er ihr einen Blick zukommen und bemerkte auch Blicke von ihr. Was dachte sie wohl gerade? Zumindest schenkte sie ihm noch Aufmerksamkeit, auch wenn er spürte, dass eine gewisse Enttäuschung dahinter steckte. Er konnte es selbst fühlen, jeder Blick, der ihn traf, war wie ein Stich für ihn, wie eine Anklage.

Der Unterricht ging quälend langsam voran und doch zu schnell. Fandor und Severine machten einige Witze, die er nur halbherzig mitmachte oder garnicht, irgendwann war er auch etwas davon genervt. Er konnte nicht gleichzeitig Dem Unterricht folgen, seinen Gedanken nachhängen und dem Chaos der anderen folgen. Aber das hatte bald ein Ende und sie saßen alle beisammen am Tisch auf den gemuetlichen Stuehlen. Sarah machte etwas Tee, und sein Blick haftete oft auf ihr, wie sie ihn zubereitete. Er hoerte kaum Arsen und Andreas, der zu Besuch kam, zu und wie versetzte es ihm wieder einen Schlag, als Sarah ihm lächelnd einen Tee brachte sich dann aber weiter weg setzte.
Er seufzte. Was hatte er erwartet, dass sie ihn noch immer strahlend anlächelte? Vor einer Stunde bildete er sich noch ein, dass sie wegen ihm fortgelaufen sei.
Als er in den Becher des Tees gepustet hatte, setzte er ihn wieder an die Lippen, einen Schluck trinkend und setzte ihn rasch wieder ab. Wieder war es geschehen und er hatte sich an dem heißen Tee verbrannt. Wie konnte er nur so unkonzentriert sein, das war er sonst nie. Aber das war das zweite Mal und das zweite Mal in der Gesellschaft von Sarah.
Irgendwann als er seinen Becher ausgetrunken hatte, fragte ihn Sarah, ob er denn noch eine Tasse haben wolle und er erhebte sich verneinend. An alle gerichtet meinte er leise, dass er wohl Schafe scheren gehen werde. Die verwunderten Blicke der anderen störten ihn nicht sonderlich. Er konnte hier nicht bleiben, er konnte weder mit Sarah in der Gegenwart der anderen reden, noch konnte er es ertragen, die fragenden, enttäuschten Blicke von ihr zu spüren.

Das entrüstete Schafsblöken machte ihm nichts aus, als er ein Schaf nach dem anderen am Halse mit einem Arm umgriff und ihre Wolle abschor. Vorsichtig ung sorgfältig schnitt er die Wolle und verstaute sie in einem großen Lederbeutel. Seine Gedanken hingen noch immer bei Sarah und er stellte sich die Fragen, die ihn die ganze Zeit plagten. Wie kann er mit ihr reden? Würde sie ihm noch eine Gelegenheit zur Entschuldigung, zur Erklärung geben?
Sein Blick striff durch das Gatter und irgendwie packte ihn Enttäuschung, als er wohl alle Schafe ihres Pelzes entledigt sah. Würde er wohl die Hühner aufscheuchen müssen, was er auch prompt tat und sie ein wenig jagte, fern von ihren Eiern und Federn. Zugegeben, etwas rabiat, aber es tat gut.
Auch diese Aufgabe war erledigt und was sollte er nun tun? Wieder hochgehen, sich wieder ihr aussetzen, ohne dass er mit ihr reden konnte? Nein, es musste noch etwas anderes geben! Sein Blick fiel auf dem Rückweg auf die Bienenstöcke oben auf den Ästen der Bäume. Ja, das war eine Gelegenheit, die auch noch Zeit in Anspruch nahm. Sein Blick schweifte kurz durch die Bäume, hoch zum Haus, dort wo Sarah ungefähr sitzen musste. Sarah...wie hatte sie den Honig aus den Bienenstöcken geholt? Sie kletterte hinauf und schwupps tat er ihr es gleich. Freilig, weitaus ungeschickter als sie kletterte er den Baum hinauf, hier und da abrutschend, aber er kam dann auf dem Ast zu sitzen, rittlings, auf dem auch der Bienenkorb angebracht war.

Einen Pfeil. Er brauchte einen Pfeil, aber er hatte keinen. Also zog er seinen Dolch und betrachtete jenen. Zu kurz. Der Dolch würde ihm wohl nicht helfen. Er zog seine Handschuhe daraufhin an und versuchte mit der Hand, die böse summenden Bienen abzulenken, schon darauf eingestellt, mit vielen Stichen davon zu kommen. Da hielt er in seiner Bewegung inne und betrachtete de Pfeil, der etwas versteckt im Geäst lag. Er griff danach, lag er doch in seiner Reichweite und nickte zufrieden, damit würde es wunderbar gehen. Im Hinterkopf stellte er sich noch die Frage, warum er den Pfeil nicht vorher gesehen hätte. Aber tat es wohl gleich damit ab, dass er wohl nicht richtig geschaut hätte. Mit dem Pfeil lenkte er die Bienen ab, die nun zornig summten und den armen Pfeil attackierten. Er griff indessen mit der behandschuhten Hand in den Bienenkorb und holte eine Wabe heraus und schalt sich gleich selbst einen Dummkopf, dass er noch keinen Topf herausholte, wo er den Honig hineinfüllen konnte. Da kam plötzlich vom anderen Baum die Frage, ob jene Person dort gemeint sei und ein wenig erschrocken richtete er seinen Blick auf und sah Fandor, wie er an den ästen hing und versuchte die Bienen mit Honig abzulenken. Er schüttelte den Kopf und sah nocheinmal kurz zu ihm hin. Warum war er ihm gefolgt? Wollte er ihn ausspionieren oder war ihm nur langweilig? Er wurde schon paranoid und darüber ärgerte er sich langsam. Der Bursche war ein guter Kerl und nur, weil er selbst ein Narr war, musste er andere nicht verurteilen und Untaten unterstellen. Seinen Blick wieder auf den Bienenkorb wendend, legte er die Wabe vorsichtig ab und holte einen Topf heraus, wo er dann den Honig aus der Wabe abfließen ließ. Er steckte vorsichtig die Wabe wieder zurück und verabschiedete Andreas mit der erhobenen Hand zum Abschied. Daraufhin verstaute er den Topf mit Honig und kletterte den Baum wieder herunter. Kurz vor dem Boden rutschte er mit dem Fuß von der Borke ab, fiel hinunter in die Hocke und legte sich dann von der Geschwindigkeit des Aufpralls auf den Boden hin. Er lachte leise und schaute dann hoch zu Arsen, der mit recht ernster Miene meinte, dass Fandor und er mi Honig verschmiert seien und sich waschen sollten. Ein wenig schmunzelnd wendete er sich sodann zum Teiche und wusch seine Hände und sein Gesicht darin und er setzte sich dann in das Gras, den Blick auf den Teich richtend.

Die Stimme Sarahs schreckte ihn aus seinen Gedanken der altbekannten Fragen heraus und er lächelte ihr zu. Wie konnte er nicht freundlich zu ihr sein und ihr gegenüber durfte er sich erst recht nicht grummelig zeigen, war es doch seine Schuld. Sie erzählte ihm, dass in dem teich viele Fische lebten und auf seine ungläubige Miene hin, zog sie ihre Schuhe aus und watete in das Wasser hinein und erhob die Arme, in den Teich starrend. Mit gespannter Miene verfolgte er ihr tun und war umso überraschter, als sie plötzlich in das Wasser griff, einen großen Fisch herauszog und jenen an Land warf. Sie brachte ihn zu ihm und der durchdringende Fischgeruch stieg in seine Nase und er blickte sie erstaunt und anerkennend an. Er lobte sie dafür und sie lächelte. Wunderschön. Ein Lächeln von ihr erfreute sein Herz und hellte sein Gemüt auf und vertrieb die dunklen Gedanken. Hoffnung stieg in ihm auf und er forderte Sarah auf, sich hinzusetzen und griff sogleich nach einem ihrer Füße. Er holte ein Tuch heraus und begann ihre glitzernden, mit Wassertröpfchen übersäte Haut, die einige Kratzer und Risswunden, die am verheilen waren, aufwiesen, abzutrocknen und abzurubbeln. So recht wusste er nicht, warum er das tat, aber es war ein schönes und richtiges Gefühl und er musste grinsen, als sie anfing zu lachen während er ihre Fußsohlen rieb. Sie war kitzlig? Sehr interessant. Als der erste Fuß trocken war, griff er sogleich nach dem zweiten, den er auf sein linkes Bein legte und begann ihn abermals vorsichtig, aber sorgfältig abzutrocknen und abzurubbeln. Als er auch mit diesem endete, streichte er erheitert lächelnd mit einem Finger über ihre Fußsohle und es erfreute sein Herz, dass sie so herzhaft lachte und er hörte damit auf, als sie ihn bat, damit aufzuhören, weil sie völlig außer Atem wäre wegen des Lachens. Er lächelte ihr fröhlich zu und half ihr beim Aufsetzen, da sie sich vor Lachen im Gras gewälzt hatte. Dann kam die alles vernichtende Frage für ihn, das Aus, das Ende. Sie fragte ihn, ob er auch kitzlig wäre und schnell, und wohl nicht ganz überzeugend schüttelte er den Kopf. Das durfte nicht passieren, er war doch so kitzlig und er starb immer fast dabei. Doch schien sie kein Erbarmen zu haben und begann ihn unter den Achseln zu kitzeln. Er begann fast sofort zu lachen und versuchte sich ihren Händen zu entziehen, indem er sich immer weiter weglehnte. Er konnte jetzt schon nicht, rang noch Luft und lachte ohne Pause. Da fiel er in das Gras und sie lag gewissermaßen auf ihn drauf, ihn lachend anschauend. Eigentlich hätte er diese Position als sehr peinlich angesehen, doch empfand er es jetzt als normal und als er sich etwas beruhigte, stupste er mit dem Finger auf ihre Nase, was sie bei ihm gleichtat.

Lachend zogen sich die beiden aneinander hoch und kamen wieder ins Sitzen. Sie wirkte wieder fröhlicher, da war wieder dieses Lächeln, dieser Blick, den er von ihr gewohnt war. Nicht dieser tiefgründig traurige und er war erleichtert, vom Herzen seiner Seele und auch er war froh, eine wärme umgab ihn, wenn er sie so betrachtete. Und so begann er dann langsam seinen Fehler von gestern wieder gut zu machen und ihr zu erklären, wie er fühlte, wie er dachte. Er sagte ihr, dass er sie mochte, dass es dabei kein aber für ihn gebe. Sie hinterfragte ihn noch einige Male und er beantwortete ihre Fragen, ihre Gedanken mit der Stimme seines Herzens. Seine Gedanken hatten gestern alles zunichte gemacht, seine Zweifel und seine Sorgen. Er wollte nun für sie da sein, ohne wenn und aber und er würde dafür sorgen, dass ihr nichts passiere. Sie sagte, dass sie alleine auf sich aufpassen könne und er stimmte ihr zu. Wenn sie nicht, wer sonst? Aber er würde dennoch wachen, auf sie aufpassen, alles Übel abwenden, was ihr widerfahren könnte und er unterstrich seine Gedanken, seine Worte mit einem einfachen Satz, den er unbewusst in ihrer Redeart widergab.

„Perrin mag Saa.“

Verfasst: Montag 23. März 2009, 18:09
von Laina Celeste
Endlich konnte die erste Unterrichtsstunde beginnen.
Lange hatten Perrin und Laina diese verschieben müssen, standen doch andere, wichtigere Dinge an der Tagesordnung, die zunächst erledigt werden wollten.
Nicht zuletzt die prägenden Ereignisse der letzten Tage belasteten Körper und Geist gleichermaßen; zu stark, als dass ein ausgiebiges Training hätte stattfinden können.
Ihr Schüler erwähnte oft, wie wichtig ihm der Kampf sei, und enttäuschen wollte sie ihn deswegen - bei der initiierenden Übungseinheit - erst recht nicht.

Das Dach des Bankgebäudes zu Bajard bietete zwar nicht unbedingt den besten, dafür aber einen zweckmäßigen Ort - und für das Einstiegsthema ausreichend Platz - um die Übungen zu starten; das dachte sich die junge Kriegerin zumindest.
Die hauseigene Eingangshalle, als Übungsplatz geradezu prädestiniert, kam ihr zu spät in den Sinn.
"Beim nächsten Mal", dachte sie sich abschließend, den Gedanken vorerst verwerfend.
Sie selbst war sich in ihrer Position als Lehrmeisterin nicht allzu selbstsicher, zumal sie erst vor Kurzem ihre eigene, intensive Ausbildung bei Xantia beendet hatte.

Nach und nach erfüllte sie der Anblick ihres eifrigen Schülers jedoch mit Stolz, mit Freude, ließ ihr Selbstvertrauen regelrecht aufblühen; lächelnd lobte sie ihn bei jedem noch so kleinen Fortschritt - angefangen bei der richtigen Haltung seines Zweihänders, bis hin zum erfolgreichen Ausführen der gezeigten, finalen Stoßbewegung.
Der Gedanke, einem jungen Kämpfer zu helfen, den sie mittlerweile nicht nur als ihren Lehrling sehr zu schätzen wusste, sorgte ebenfalls dafür, dass sie nach langer Zeit endlich wieder das wohlige Gefühl verspürte, gebraucht zu werden.

Seltsamerweise deutete ihr Herz in seiner Nähe ein weiteres Zeichen an - zumal ein kühleres Verhältnis zwischen Lehrmeisterin und Schüler durchaus vorteilhafter wäre, wie sie sich dachte.
Es war Wärme - das Gefühl von Geborgenheit, jemandem nahe zu stehen, der sie verstand, sie zugleich trösten und mit ihr lachen konnte.
Oft wurde sie in der Liebe enttäuscht, betrogen, verletzt, einfach verlassen.
Mit äußerster Vorsicht genoß sie somit jedes schleichende Gefühl, dass sie näher ans 'Verliebt-Sein' brachte.
Sie hatte einfach zu große Angst, erneut mit dem Schmerz des Verlustes, der beißenden Einsamkeit konfrontiert zu werden, wie es häufiger der Fall war, wenn sie sich einer Person anvertraute, sie liebte.

Dass sie, während der Übungseinheit, ihre Gedanken nicht durchgehend bei der eigentlichen Kampfestheorie hatte, bewies hin und wieder ihre gedankenverlorene Art.
Auch die Tatsache, dass sich bereits weitere Neugierige auf dem Dach der Bank versammelt hatten, um der Lektion zu folgen, irritierte sie etwas.
Sie war zwar glücklich, zumal sich Fremde plötzlich für ihre Unterrichtsart zu begeistern schienen, allerdings konnte sie sich des heimlichen Wunsches nicht entledigen, die Zeit vorzugsweise nur mit Perrin zu verbringen.

Spielten ihre Emotionen bereits dermaßen verrückt, dass sie sich eher nach einer romantischen Zweisamkeit sehnte, als ihrem Schüler die versprochenen Trainingseinheiten zu widmen?
Nein, sie wollte weiterhin aufpassen - bloß nichts überstürzen, bloß nicht erneut enttäuscht werden.

Eine kurze Einweisung in die Kampfeslehre hatte Perrin nach der knappen Stunde erhalten. Doch obwohl sie einerseits glücklich war, ihrem Schüler etwas Wichtiges beigebracht zu haben, konnte sie sich der beunruhigenden Gedanken nicht erwehren, die Zeit mit ihm wiedermal genossen zu haben - vielleicht ein wenig zu sehr.

Verfasst: Dienstag 24. März 2009, 17:23
von Sarah Schwarzmourne
Kurz erschrak sie als sie von hinten etwas wahrnahm und rasch war ihre Hand am Kryss den sie mittlerweile immer bei sich hatte, doch noch bevor sie diesen aus der Scheide ziehen konnte spürte sie auch schon wer es war und blieb still in seinen Armen stehen. Krampfhaft bemüht sich wieder unter Kontrolle zu bringen und die Tränen die noch kaum jemand bei ihr sah versiegen zu lassen. Sie standen wohl einige Zeit so da, ja sie genoss es jetzt nicht alleine zu sein und zu wissen dass ihr grosser Bruder bei ihr war. Einfach umarmt zu werden und nähe zulassend, ja in diesem Moment war es das richtige für sie. Sie standen wohl eine ganze weile so da, doch genauso unerwartet und plötzlich wie er da war, war er auch wieder verschwunden als ihr blick wieder auf den Hirschen fiel und ihr bewusst wurde dass es noch einiges an arbeit damit gab.
Mit recht geübten Griffen wurden die Lederstücke abgezogen und die schönsten Fleischstücke herausgetrennt und im Rucksack verstaut. Doch je mehr Zeit verstrich und die Arbeit sich dem Ende neigte umso rascher kamen diese Gefühle und viele Gedanken wieder hoch.
So sind die Menschen. Ja er hatte sicher recht und eigentlich suchte sie ja auch gar nicht, aber bei Perrin war das etwas anderes, dieses Kribbeln im Bauch wenn sie bei ihm war, selbst wenn sie nur an ihn dachte und das war doch sehr oft.

Wieder blickte sie sich um, versuchte sich ein wenig zu orientieren und obwohl die Sonne schon wieder aufging schien sich für Sarah gerade alles zu verdunkeln. Schon seltsam, gerade die dunklen Nächte mochte Sie, sie hatte keine Mühe selbst wenn es noch so dunkel war alles zu sehen, wahrzunehmen und sich sicher in der Finsternis zu bewegen. Doch auch das schien sich mit diesem einen Satz von Ihm geändert zu haben. Wieder waren ihre Gedanken bei ihm, ja sie hörte dass er hochging in den Schlafsaal ehe sie losritt, ob er schon tief und fest schläft? Ob er noch mal runtergegangen war um den Rum zu verstauen? Ob er auch an Sie dachte?
Rasch schüttelte sie den Kopf, weshalb sollte er auch, es lag nicht an den anderen, es lag sicher an Ihr. Ja auch Mala konnte sich irren.
Nach Hause wollte sie auf keinen Fall, sie brauchte noch etwas Freiraum und so suchte sie sich rasch einen Baum in der nähe aus der besonders hoch in den Himmel ragte und nachdem auch Marrou halbwegs versorgt war mache sie es sich so gut es ging in der Baumkrone bequem. Angestrengt blickte sie sich um, war er noch da? War er überhaupt da? Bildete sie sich jetzt gar schon dinge ein die gar nicht passierten?

Es war eine sehr lange Nacht die die wenig Schlaf zuliess und so packte sie am Nachmittag erneut ihre Sachen zusammen und ritt langsam los. Viel zu lange lies sie Marrou einfach laufen und hing ihren Gednanken nach, versuchte sich dieser neuen Gefühle klar zu werden, versuchte rauszufinden weshalb es diesmal so anders war und so weh tat. Denn als sie sich erneut umblickte bemerkte sie wie hoch die Sonne schon stand, oder war sie gar schon wieder am untergehen? Ach herrje, Arsen hatte sie doch noch am Tag zuvor erinnert, so gefreut hatte sie sich drauf, zu lernen und vor allem zu üben, ja Arsen sagte doch dass wir uns gegenseitig Bandagen anlegen sollten und nachdem am ersten Tag des Unterrichts ja nur Perrin und sie da waren…. Sie schüttelte die Gedanken rasch ab, sie musste zur Akademie, sich warten schon alle auf Sie und wenn sie sich gerade so ganz und gar nicht sicher war ob sie ihn überhaupt sehen wollte im Moment, ritt sie so rasch Marrou es schaffte zur Akademie.

Wo war denn das junge Fräulein? Schallten ihr als sie in den Raum reinkam die Worte von Arsen entgegen. Sein forschender Blick, seine Stimme, war er böse? Sie konnte es nicht einordnen, zu durcheinander war sie noch und von ihr kam bloss ein Wort zurueck: Jaagen.
Rasch überflog sie die Tische, Fandor, Sev und ja da sass auch Perrin. Rasch versuchte sie ihre Gedanken zu ordnen und entschied sich den Tisch vor ihm, statt den neben ihn zu nehmen. Flink wurden die Lederlagen neben dem Tisch abgelegt, die Taschen und der Rucksack dazugestellt und sie liess sich auf die Bank nieder. Kurz huschte ihr blick zu Selina und Elira die heute auch da waren bevor sie auf Arsen sah der mit dem Unterricht begann. Natürlich mit einer Wiederholung des letzten Unterrichts und auch wenn sie ganz froh war dass er sie nicht weiter fragte war sie sich auch nicht sicher was sie nun tun sollte als er Perrin aufforderte das gelernte zusammenzufassen. Nein sie konnte so nicht sitzen bleiben, Arsen Blick und selbst der von Seli waren heute so richtig bohrend, zumindest kam es ihr so vor und so drehte sie sich auf der Bank um und blickte Perrin nun an.
Auch er wirkte etwas müde, angespannt und nervös, wusste er nicht mehr was wir gelernt haben? Sie lächelte ihn etwas an, da war sie wieder diese eine kleine Strähne die immer wieder über seine Stirn rutschte. Ja eigentlich brauchte sie ihn gar nicht ansehen, immer wieder hatte sie ihn beobachtet, jedes Grübchen, jede Mimik und jedes lächeln versucht einzufangen. Und als er dann auch noch zu ihr sah war es auch wieder da, dieses Gefühl als wollte der Dämon mit seinen Tentakeln ihr das Herz herrausreissen.

Sie war froh dass er so kurz wie möglich die Zusammenfassung hielt und auch wenn sie sich bemühte sich auf den neuen Unterrichtsstoff zu konzentrieren es wollte ihr heute nicht wirklich gelingen, immer wieder warf sie einen verstohlenen Blick nach hinten. Versuchte herauszufinden ob auch er sie ansah. Dabei rutschte sie immer weiter zur Seite, saß fast schon schräg auf der Bank um ihn besser sehen zu können und doch ihren Blick auf Arsen gerichtet halten könnend. Nein sie passte wirklich nicht sehr gut auf heute und die Witze die manche der Anwesenden von sich gaben nahm sie nicht als solche wahr und war doch zeitweise recht verwirrt über das gehörte. Als Fandor dann auch noch Andreas mitbrachte und sie an ihr letztes zusammentreffen in Bajard dachte war es mit der Aufnahme des Unterrichtes ganz aus für Sarah. Immer öfter blieb ihr Blick länger hinten als sie es vorhatte, sie musste sich regelrecht zusammennehmen um Arsen nicht wirklich ganz den Rücken zuzukehren und sie war heilfroh als der Unterricht an dem Abend zu Ende war. Sev musste schon etwas früher heim, sie hatte wohl auch keine ruhige Nacht und wirkte noch müder als alle anderen.
Langsam gesellten sich alle zum Tisch an dem Seli und Andreas saßen und auch Perrin nahm Platz. Was tun? Sollte sie sich verabschieden und wieder in den Wald oder nach Haus, versuchen etwas schlaf zu finden? Nein sie wollte noch bleiben, wollte ihn zumindest beobachten können, wollte herausfinden weshalb es bei ihm so anders war.

Langsam ging auch sie zum Tisch und fragte erstmal leise ob jemand Tee möchte. Andreas, Arsen und auch Perrin wollten einen und so machte sie sich erstmal still daran frisches Wasser aufzustellen und die Becher mit etwas Honig vorzubereiten. Den Stimmen etwas lauschend, doch worum es in dem Gespräch wirklich ging bekam sie nicht mit war sie mit ihrem Blick und ihren Gedanken doch nur bei einem am Tisch. Sie erschrak förmlich etwas als das Wasser langsam zu kochen begann, so sehr war sie mit ihren Gedanken wieder an dem Abend davor. Rasch nahm sie den Kessel vom Feuer und lies die Kräuter etwas ziehen ehe sie die Becher füllte und die ersten beiden Andreas und Arsen brachte. Kurz danach stand sie mit den beiden letzten Bechern bei Perrin, sie stellte ihm ohne Wort den Becher hin und blickte kurz überlegend auf den Stuhl neben ihn. Gestern noch hätte es keinen anderen Platz für sie gegeben, doch sie fand es für diesen Abend besser ihm schräg gegenüber, an Arsens Seite zu sitzen. Zum einen wollte sie etwas Abstand, zu groß war die Angst etwas Falsches zu tun oder zu sagen und mittlerweile war ihr doch bewusst dass sie ihn zumindest als Freund nicht verlieren möchte. Sie wollte in seiner nähe sein, weiter mit ihm trainieren und vielleicht konnte sie sich auch später wieder mit ihm unterhalten. Vielleicht bekam er ja gar nicht mit dass dieser eine Satz sie so sehr traf, ja er lächelt sie immer wieder an, es könnte klappen wenn sie nur diese seltsamen Gefühle in den Griff bekam und herausfand was sie bedeuteten.

Still trank sie ihren Tee und beobachtete ihn weiter, kaum etwas mitbekommend von dem was am Tisch gesprochen wurde und so war sie dann doch etwas überrascht als Perrin nachdem er seinen Tee austrank aufstand und meinte er geht die Schafe scheren. Sie fragte noch rasch ob er denn nicht noch eine Tasse wollte doch dieses verneinte er und ging dann doch recht rasch hinunter. Sarah blickte ihm still nach und sprang dann ebenfalls von ihrem Stuhl auf, aber nicht um ihm zu folgen sondern nur ihn weiter beobachten wollend und so fand sie ihren Platz in dem kleinen Übergang neben dem Fenster. Sehen aber nicht gesehen werden, ja das konnte sie ganz gut mittlerweile, und so beobachtete sie ihn wie er die Schafe schor und doch recht ruppig die Hühner durch die Gegend scheuchte um an ihre Eier zu kommen und die Federn einzusammeln die sie dabei verloren. Als er unter der Brücke verschwand wollte sie schon zurückeilen zum Tisch doch bemerkte sie noch rechtzeitig dass er noch nicht zurück kam und an den Bäumen stehen blieb in denen die Bienenstöcke waren.
Flink verschwand sie fast ganz im Schatten der Gildensteine und blickte ein wenig übers Gelände gebeugt zu ihm runter. Hoffentlich sah er sie nicht noch, aber sie konnte einfach nicht ihren Blick abwenden, er versuchte tatsächlich an den süßen Honig zu kommen, ohne Leiter kletterte er hinauf, anerkennend nickte sie sacht, gar nicht so schlecht für jemand der es noch nie versucht hat. Als er dann verzweifelt nach etwas zum ablenken der Bienen suchte konnte Sarah nicht mehr hinsehen, rasch versuchte sie einen Pfeil von oben im Baum zu platzieren, in der Hoffnung er würde ihm nicht direkt auf dem Kopf oder einer Hand landen lies sie ihn vorsichtig hinterm Bienenstock gerade runter. Und tatsächlich es klappte und er fand ihn auch noch rechtzeitig ehe die Bienen ihn als Feind erkannten.
Immer wieder hielt sie kurz den Atem an, wollte ihm mehr als einmal zurufen doch besser aufzupassen, aber er schaffte es auch ohne Sie, als dann auch noch nach und nach mehr Zuseher auftauchten drückte sie sich wieder in den Schatten der Steine. Arsen blickte kurz zu ihr hoch, sah er sie? Bemerkte jemand seinen Blick? Ihr Herz stand fast still doch es schien doch nur ihre Angst gewesen denn nach und nach verabschiedeten sich alle und Perrin kam ebenfalls vom Baum herunter. Es schien fast als hätte er den Halt verloren, doch wie er unten ankam…., sie musste ihn einfach weiter beobachten.

Nachdem alle weg waren saß Perrin nachdem er sich gewaschen hatte am See und blickte in diesen hinein. Sarah wollte nicht mehr länger warten, sie wollte bei ihm sein und so ging sie leisen Schrittes hinunter und stand kurze Zeit hinter ihm.
Perrrin allleiine? Fragte sie leise und blickte ihn abwartend an. Er schien sie nicht bemerkt zu haben und erschrak etwas doch rasch verneinte er und sie blieb bei ihm stehen, nach ein paar Worten über die Fische im See beschloss sie ihm einen zu fangen und stellte sich in das kalte Wasser, regungslos stand sie da und wartete geduldig bis ein schöner Fisch vor ihr war, rasch schnappte sie ihn und er flog auf die Wiese. Sarah folgte ihm rasch und hielt ihn fest, dass er nicht gleich wieder hineinrutschte, war er doch sehr nah am Rand des Wassers gelandet.
Perrin sah sie anerkennend an und sie lächelte ihm wieder zu, stolz und voll Freude dass er sie wieder wie vorher ansah. Rasch hockte sie sich zu ihm und vergrub die kalten Füße etwas in der Wiese, doch dann kam etwas unerwartetes, langsam griff er nach einem Fuß von ihr begann diesen mit einem Tuch trockenzureiben. Verwirrt und unsicher blickte sie ihn an, lies ihn aber gewähren und hielt den Fuß so ruhig es die Kälte zuließ. Und schon passierte wieder etwas neues, er rieb sacht über ihre Fußsohle und sie musste anfangen zu lachen, sie wusste nicht weshalb, aber das war so ein Gefühl an den Fußsohlen das sie einfach dazu zwang. Herzhaft kicherte sie los und das schien ihn noch mehr dazu zu animieren mit dem Finger nun direkt über ihre Sohle zu streichen. Sie konnte sich nicht mehr halten und bat ihn aufzuhören was er für diesen Moment auch tat. Nachdem er dann meinte dass da jemand doch sehr kitzlig sei wollte sie natürlich wissen ob er es auch ist. Ja sie wusste dass Seli an der Seite auch etwas kitzlig war und vorsichtig versuchte sie Sie auch ihn zu kitzeln, auch wenn er es verneinte, zu rasch verneinte so wie sie immer zu rasch schmerzen verneinte und oftmals aufflog dadurch.
Lachend lies er sich dann nach hinten fallen und nachdem sie immer wieder nachsetzte lag sie fast auf ihm, laut mit ihm mitlachend.

Beide zogen sich dann gemeinsam hoch und es wurde noch eine sehr lange Nacht, sie sprachen, sprachen über ihre Gefühle und nach und nach kam auch heraus dass kein aber dem Satz am Vorabend folgen sollte. Kein aber, er war nicht wie alle anderen, sie wusste es und wurde durch dieses lächeln das sie so gerne sah darin bestätigt. Ja sie war bei ihm und sie sprachen über alles mögliche, langsam kamen sie sich etwas näher und er legte einen Arm um sie. Der Morgen hatte schon lange begonnen als sie so wie sie saßen einschliefen.

Verfasst: Freitag 27. März 2009, 19:39
von Perrin Catheres
Die ersten sanften Strahlen der Morgensonne kitzelten sein Gesicht, und er kräuselte sacht seine Nase. Er fror etwas, war das weiche Grase doch noch kühl und klamm, doch blieb er noch ruhig liegen, den Blick gen Himmel gerichtet. In seinem Arm, den Kopf an seine Schulter gelegt, lag friedlich schlafend Sarah. Es war schönes Gefühl, von ihr gewärmt zu werden und sie gleichsam zu wärmen und zu schützen. Dennoch ungewohnt. Lange Zeit vertraute er nie jemanden richtig und dann begab er sich so schnell in ihre Nähe, wollte für sie da sein, wollte gebraucht werden und er merkte auch, dass er sie gerne in seiner Nähe hatte, sie brauchte. Vorsichtig entwand er sich dann aus ihrer Umarmung, sie öffnete kurz die Augen, aber er lächelte ihr sanft zu und sie fiel wieder in den Schlaf. Er legte den Umhang wieder um sie, sodass sie nicht frieren musste und er erhob sich, den Tag gutgelaunt angehend.

Es waren einige Tage vergangen, seit er mit Sarah dieses Missverständnis ausgeräumt hatte, doch trafen sie sich oft auf die gleiche Weise wie an diesem Abend und schliefen praktisch im Sitzen ein, solange unterhielten sie sich.
Erfreut erblickte er Jepp, als er in der Herberge vor Bajard ankam. Sie hatte etwas angefertigt, was er noch abholen wollte. Sie gab ihm auch gleich die Kette, mit diesem wunderbaren Stein, den er zuvor noch nicht gesehen hatte, von dem er nur Geschichten hoerte. Es war ein Stein, der an sich eher langweilig wirkte, aber sobald er in das Spiel des Lichtes kam, funkelte er in allen Farben und glitzerte, glaenzte und strahlte. Er betrachtete den Stein eine Weile fasziniert, bis er wieder in die Gegenwart durch die amüsierte Stimme Zoljanas gerissen wurde. Sie musste nocheinmal die Frage wiederholen, ob er ihr erzählen wollte, für wen die Kette denn ist. Verlegen wirkte er, wollte er doch noch nicht von Sarah erzählen. Er mochte sie gerne, in ihm sagte eine Stimme, dass das untertrieben wäre, aber er konnte sich noch nicht mit dem Gedanken abfinden, sein Herz wirklich und richtig verschenkt zu haben an eine Frau, die er als seine Gefährtin vorstellen konnte. Doch er vertraute Zoljana, Jepp wollte sie ja genannt werden, half' sie ihm doch schon so oft und sorgte sich um ihn. Da konnte er sich ja ein Herz fassen und es ihr erzählen und irgendetwas sagte ihm auch, dass es richtig wäre, wenn er sich nun entscheiden würde, ob er nun ernsthaft eine Beziehung mit Sarah eingen wollen würde oder nicht. Doch bevor er ihr das erzählen konnte, kamen plötzlich andere Menschen, wie so üblich bei der Herberge, dazu und er unterbrach sich selber. Er wollte es nun nicht gleich allen erzählen, kostete es ihm schon Überwindung, es Zoljana allein zu berichten. Es gab dann auch einige Turbulenzen, als jemand ihm unbekanntes, der sich ihm als Xarek dann vorstellte, über die Geschehnisse vom gestrigen Abend erzählte, als der Exerzierplatz vor Varuna angegriffen wurde. Ihn schüttelte es bei diesem Gedanken. Ein Drache soll jenen angegriffen und verflucht haben. Er wusste, dass es schlimm war, war er doch selbst dabei.
Zoljana saß dann schnell und besorgt auf ihrem Pferd auf, wollte sie doch auf ihrem Hof nach dem rechten sehen. Die Geruechte hatten schon begonnen zu kochen und viele Fakten wurden verdreht. Letztendlich hatten ganze Gutshöfe und varuna selbst gebrannt. Er versuchte diese Gerüchte einzudämmen und diejenigen, die da waren zu erklären, was wirklich geschehen war. Aber es hatte keinen Sinn, zu fest waren diese Gedanken nun in den Köpfen verankert. Er seufzte und er ging mit Andreas, der ebenfalls hinzustieß in die Herberge. Jener befragte Perrin nach seinem Wohlbefinden und er versicherte ihm, dass er sich, den Umständen entsprechend, wohl fühle. Perrin erzählte noch die Ereignisse, die Kyle ihm in der Taverne kurz nach dem Ereignis berichtete. Dass die Paladina von Hohenfels den ort untersucht habe, zusammengebrochen wäre und nun der Befehl zur Evakuierung der Stadt ausgesprochen wurde. Andreas dankte ihm für die Information.

Es stießen dann noch einige andere Personen hinzu, Myra und Kanubio und einige neue Gesichter. Und Kanubio begann von dem Drachen zu erzählen, wie jener einst schonmal Varuna angriff und dann von einem Schwertträger, dessen Schwert Temora selbst gebracht haben soll, vertrieben wurde.

[→ Varuna oh mein Varuna]

Mit einem Blick zum Fenster erschrak Perrin dann doch etwas, es war schon spät. Er wollte sich doch mit Sarah treffen. Auf keinen Fall wollte er sie warten lassen. Er sprang auf, verabschiedete sich von den Verbliebenen in der Herberge und reiste nach Lameriast, so schnell es ging. Er musste etwas mit dem Schiffskapitän verhandeln und es wechselten auch einige beträchtliche Summen Gold den Besitztümer, aber dann erklärte sich der Kapitän zumindest bereit, sofort abzulegen und loszusegeln.

Er schritt dann, Ruhe fassend, über das weiche Gras, seine Stiefel drückten es nieder und hinterließen Abdrücke. Der Regen hatte den Boden aufgeweicht und es war etwas schlammig. Das vermochte ihm die Stimmung aber nicht zu senken, denn die Abendsonne brach wieder durch die Wolken und erhellten das Gelände der Akademie wieder und es wurde gleich noch etwas strahlender als er sie erblickte. Sarah kam mit einigen Fischen in einem Beutel vom Ufer des Meeres und lächelte ihn dann erfreut an, als sie ihn sah. Sie setzten sich an das große Feuer, wo immer jemand dafür sorgte, dass es brannte und die Stämme waren auch einigermaßen trocken von der Hitze der Flammen. Sie bot ihm Fisch an, den sie gebraten hatte und dankbar nahm er ein Stück. Er aß zufrieden, die Flammen des Feuers wärmten wohlig und er war wieder in ihrer Nähe. Damit war alles gut. Sie blickte zu ihm und lächelte und fragte ihn, ob er denn jagen war und wie er den Tag verbrachte. Er erzählte ihr alles ruhig, dabei lächelnd. Es freute ihn, dass sie sich für sein Leben interessierte. Ebenfalls lächelnd bot er ihr wieder an, zusammen mit ihr zu jagen und sie schien begeistert darüber und er fragte immer weiter nach, bis er darauf kam, dass sie ganz gerne sofort jagen würde. Lachend erhob er sich dann mit ihr und sie besorgten noch Ausrüstung und Verpflegung, bevor sie sich aufmachten, einigen Ogern, Trollen und Zweiköpfen im Osten Lameriasts einen Besuch abzustatten.

Sie kamen dort an, Perrin in volller silbener Rüstung. Die Riemen waren fest angelegt und das Metall quietschte kaum, war gut gepflegt, hatte aber hier und da schon einen Kratzer und eine kleine Delle. Er müsste Gondros mal wieder aufsuchen, der sie ihm wieder richtete. Sarah war in einer Lederrüstung gekleidet, diejenige, die sie immer trug. Nur den Zierrat legte sie ab und sie spannte ihre Bogen, den Köcher bereit legend. Sie sah schön aus, jung, zierlich aber bereit wie eine wilde Katze sofort loszuschlagen und zu töten. Er bewunderte ihre Gestalt, ihr Auftreten und ihre Haltung. Er selbst war nur ein Klotz, ein Metallhaufen, der zwar wuchtig und schwer war, aber die Eleganz von ihr nie erreichen würde. Und so begann die Jagd und es machte ihm viel Freude. Er selbst hatte das Zweihandschwert gezogen und schlug wuchtig auf die beleibten Monster ein, zerschmetterte Knochen, riss klaffende Wunden und die Pfeile von Sarah sirrten knapp aber zielsicher über ihm vorbei in die massigen Gestalten. Er machte sich keine Sorgen darum, dass sie ihn treffen könnte. Er vertraute ihr blind. Die Riesen fielen einer nach dem anderen und sie machten sich dann daran, die Truhe zu öffnen. Sie suchten gemeinsam nach Fallen und Perrin entschärfte jene dann auf unkonventionelle und brachiale, aber effektive Weise, in dem er den Mechanismus einfach zerschlug und Sarah begann geschickt das Schloss zu öffnen. Er schaute ihr lächelnd zu, wie sie konzentriert daran arbeite und freute sich mit ihr, als es ihr gelang, jenes zu öffnen. Die Wachen tauchten auf und sie zerschlugen sie beide, nur der verfluchte Hund machte etwas Probleme, auch wenn sie ihn dann doch besiegten ohne zu fallen.

Entspannt gingen sie zu Sarahs Haus. Sie wollte es ihm gerne zeigen und er freute sich darauf, es zu sehen. Es lag näher als die Akademie und so bot es sich an. Sie zeigte ihm das Haus, es war klein aber gemütlich eingerichtet und sie zeigte ihm dann auch den Keller mit Bad und ihrem Schlafplatz, der aus gemütlichen Fellen und Kissen bestand. Irgendwie hätte er es sich denken können. Auf einem normalen Bett würde sie kaum schlafen, dafür war sie die Wildnis zu sehr gewohnt. Sie flüsterte leise und deutete dann zu einem Bett in der Ecke, dass sie besser hochgingen um niemanden aufzuwecken. Aufwecken... Ihm wurde schlagartig bewusst, dass ja auch Arsen und Selina mit ihrer Tochter wohnten, seine beide Lehrer. Er lief rot an, Schuldbewusstsein und Reue überkamen ihm. Er hatte nicht einmal daran gedacht und so begab er sich schnell wieder hoch und Sarah folgte ihm ebenso rasch. Er setzt sich dann auf ihre Bitte an den Tisch und Sarah brachte ihm Rum und Milch, ws er dankend annahm. Sie setzte sich auch gleich dazu und es war gemütlich. Der Kamin prasselte beruhigend, eine wohlige Wärme spendend, während draußen die kalte Nacht begann und er lehnte sich zurück, sich etwas von dem Rum in einen Becher gießend. Er bemerkte wohl, dass Sarah die Nase kräuselte und er lächelte sanft. Sie mochte den Geruch ja nicht, stimmt. Er bot ihr dann den Becher an, sie ermutigend es einmal zu probieren und nach einigem Zögern und schnuppern daran probierte sie auch gleich davon. Die Reaktion, die sie darauf zeigte, war eigentlich nicht überraschend, aber in dem Ausmaße wohl doch etwas. Sie begann sich Luft zuzuwedeln und trank schnell viele Schlucke Milch. Er wickelte schnell etwas von dem im Tuch gelagerten Fisch aus und reichte ihr ein Stück. Das würde das Brennen beruhigen. Er beobachtete sie dann besorgt, wie sie an dem Fisch herumkaute. Er hätte ihr das nicht geben sollen, er selbst war schon zu gewöhnt daran und bedachte nicht, dass andere es nicht so leicht vertrugen.
Er schob den Becher fort und zog sich selber einen Krug Milch heran, er nahm sich vor, in ihrer Gegenwart sich mit dem Alkohol zurückzuhalten. Doch protestierte sie etwas dagegen, dass er ruhig davon trinken könnte, doch blieb er bei seinem Entschluss.

Die Zeit verging etwas und sie blickten sich lächelnd an. Er fühlte sich von ihr hingezogen, nicht nur auf gedanklicher Ebene, nein auch körperlich. Er war ein Mann und sie eine schöne junge Frau. So hebte er nach einigem Zögern seine Hand und griff nach einer ihrer Strähnen, die ihr im Gesicht hangen. Sie betrachtete ihn im flackernden Schein des Kaminfeuers und jenes umspielte ihre Züge, machten sie noch viel schöner und er war hingerissen von ihrem Anblick. Die Strähne schob er sanft hinter ihr Ohr, dabei berührten seine Fingerspitzen ihre Wangen und streichelten jene. Es war eine schöne Berührung und sie schien es sichtlich zu genießen. Sie erwiderte die Geste, indem sie ihm eine Strähne aus der Stirn strich und er umfasste dann ihre Hand, jene sanft in seiner haltend. Der Blick in ihre Augen wurde immer tiefer und langsam, fast schon von selbst, beugte er sich vor und sie küssten sich. Ein Kuss war es, der kurz war, aber ein Feuerwerk in seinem Magen veranstaltete. Er genoss jenen kurzen Augenblick, so als würde er eine Ewigkeit andauern. Es war, als würde er auf Wolken schweben und sein Blick versank dann in den ihren wieder. Sie schauten sich lange so an, nichts weiter machend. Sie genossen die gemeinsame Nähe, diesen Augenblick und er fühlte etwas anderes, ein Gefühl, dass er selten genoss und das nie so ausgeprägt war. Er war glücklich. Doch langsam stellte sich auch die Müdigkeit ein und er nahm erfreut das Angebot von Sarah an, dass er hier vor dem Kamin übernachten konnte. Die Nacht war weit vorangeschritten und draußen regnete es kalt. Da war der Gedanke, hier vor dem Kamin zu schlafen, weitaus angenehmer. Er legte sich auf die Felle und Sarah brachte ihm noch einige Decken, mit denen er sich zudecken konnte. Sanft lächelte er ihr nocheinmal zu und wünschte ihr eine gute Nacht, bevor er dann schnell einschlief. Diese Nacht schlief er gut und er seinem Gesichtsausdruck nach, hatte er schöne Träume.

Verfasst: Samstag 28. März 2009, 00:28
von Sarah Schwarzmourne
Früh am Morgen hörte Sarah die kleine Elira greinen, ja sie war immer die erste die wach wurde und lautstark kundtat dass sie Hunger hatte und frische Windeln benötigte. Rasch ging Sarah leise zu ihr und nahm sie vorsichtig hoch damit Selina und Arsen noch weiterschlafen konnten. Sie wollte vorher alleine hoch, ihn wecken und alles wegräumen. Doch als sie hochkam war er schon nicht mehr da. Schmunzelnd blickte sie auf die ordentlich zusammengelegten Decken welche sie rasch wegpackte bevor sie sich dran machte Elira zu versorgen.

Wieder gingen Tage und Nächte ins Land, fast jeden Tag trafen sie sich und saßen zusammen, immer mehr erzählte sie ihm von sich selbst eines ihrer größten Geheimnisse, auch wenn es Anfangs nicht beabsichtigt war, erzählte sie ihm von ihrem Bruder. Ja sie hatte sich verplappert doch er versprach ihr es für sich zu behalten und sie wusste dass sie ihm vertrauen konnte. Wenn er bei ihr war oder auch nur an ihn dachte waren auch die Bienen da. Ja viele kleine Bienen die in ihrem Bauch tobten. Ein sonderbares aber auch wunderbares Gefühl.

Wieder machten sie einen Ausflug, liefen durch die Wälder, nicht groß ein Ziel verfolgend, bis sie auf eine kleine Lichtung kamen. Ein Flecken Erde in dem der Frühling seinen Anfang gefunden haben musste. Rundum Blumen, in allen Farben und Formen und mittendrin ein Baum der schon wieder einen grossteil seiner Blätter trug. Oben in den Ästen war ein Nest mit ein paar Eiern drin. Ja ein wunderschöner Platz. Wieder traf ihr Blick sich und sie versank regelrecht in seinen grünen Augen. Sanft strich sie ihm wie so oft eine kleine Strähne aus der Stirn und er nahm sie sanft am Hinterkopf und erneut trafen sich ihre Lippen für einen Moment zu einem Kuss. Und da waren sie wieder und feierten in ihrem Bauch, diese vielen kleinen Bienen tobten als wäre ein hungriger Bär in der Nähe. Schmunzelnd griff sie kurz an ihren Bauch und er blickte sie etwas verwirrt an. Doch nachdem sie ihm erklärte dass die Bienen immer da sind meinte er lächelnd dass er diese Bienen auch spürt und es ein sehr gutes Gefühl sei.

Aber sie saßen bei weitem nicht nur herum oder liefen Ziellos durch die Gegend, nein oft trainierten sie zusammen oder gingen jagen. Bevorzugt gingen sie den Trollen und Ogern einen Besuch abstatten, aber sie waren auch öfter zu dritt unterwegs. Kyle war nicht nur Schüler der Akademie, nein er war auch einer von Perrins Freunden und sie wusste dass es ihm viel bedeutete mit ihm jagen zu gehen. So auch an jenem Tag, sie waren recht lange in den Höhlen hinter Varuna und wollten abschließend noch etwas trinken und so führte sie ihr Weg nach Bajard wo sie auch Trixie trafen und diese dann mitkam. Perrin besorgte ein paar Getränke und alle unterhielten sich recht gut. Sarah hatte ihr Wasser vor sich und es war schon recht spät als die Türe aufging und ein gerüsteter nicht allzu großer Mann hereintrat.

Still musterte er alle kurz und ging dann zur Wirtin sich ein Getränk holend. Sarah fixierte ihn regelrecht, er strahlte etwas aus das ihr ganz und gar nicht gefiel. Auch die Zeichen auf seiner Kleidung und Rüstung, ja sie sah sie schon und jeder der sie sah hielt abstand. Er verhieß nichts Gutes und als er sich dann ihnen gegenüber setzte hielt sie kurz den Atem an. Sarah nahm ihre Hände vom Tisch und griff kurz nach dem kleinen Dolch in ihrem Stiefel, doch lies sie ihn an seinem Platz und umgriff wieder ihren Wasserkrug.
So sehr sie sich auch bemühte sich nichts anmerken zu lassen schien doch sein Interesse gerade auf ihr zu liegen. Nach ein paar Worten zu den Herren und einer Aufforderung Trixie klar zu machen dass es gesünder für sie sei zu schweigen begann er mit einem seltsam freundlich aufgesetztem Ton seine Fragen zu stellen. Wohl sah er an Sarahs Kleidung die Insignien der Akademie welcher seine ersten Fragen galten. Was sie bedeuten und wo sie hingehörten, auf Sarahs knappe Antwort: „Schuule“ fragte er sofort nach was dort gelehrt wird und wieder fiel Sarahs Antwort so knapp als möglich aus: „Siingt, Schniitzt, Flaaaschen maacht, soowas aaalles“
Er schien über ihre Antwort wohl etwas irritiert oder nahm es als Beleidigung auf denn die nächste Frage kam etwas schroffer. „Bist du verrückt oder einfach nur betrunken Mädchen?“ Worauf sie ihm einfach nur still ihren Wasserkrug hinschob, ihn weiter fixierend und seine Bewegungen genau beobachtend.
Nachdem er daran schnupperte und Alkohol ausgeschlossen hat fragte er nun wieder etwas freundlicher wie lange sie schon hier war. Auch dies beantwortete sie ihm so gut sie konnte und er verstand wo ihr Problem der Sprache lag. Er fragte so vieles doch nur bei einer einzigen Frage stellte sie eine Gegenfrage: Wie ist dein Name Mädchen? Saaa, uund deiiin Naame? Er schien wohl etwas überrascht aber nach kurzer Zeit nannte er auch seinen. Endlich hatte der Fremde einen Namen: Vaughain.
Nachdem er der Reihe nach auch Perrin, Trixie und Kyle seine Fragen stellte schob er dann den Krug der vor ihm stand beiseite und stand wieder auf. Ruhig als hätte er alle Zeit der Welt ging er wieder zur Türe, dort hielt er noch mal inne und fragte wo die Schule war. Nachdem er auch diese Antwort hatte verlies er das Gasthaus wieder wie er es betreten hatte. Ruhig und ohne hektik.
Sie saßen nicht mehr allzu lange beisammen denn es war wirklich spät geworden und Sarah kämpfte schon sehr damit sich wach zu halten und aufzupassen. Und nachdem sie Perrin versprach nur hoch zu Malachai zu laufen und bei ihm zu schlafen heute tat sie dieses auch nach einer kurzen Verabschiedung.

Am nächsten Tag trafen sie sich wieder, ja Sarah suchte seine Nähe und es schien als fühlte er sich bei ihr genauso wohl. Immer öfter schien sie in seinen Augen förmlich zu versinken und sie saßen einfach nur still beieinander sich gegenseitig in die Augen zu blicken. Es war am frühen Abend als sie beschlossen noch einmal hoch zu den Ogern zu gehen. Rasch waren die wichtigsten Sachen dafür gepackt und sie traten ihren Weg an. Sie haben kaum begonnen die ersten Wachen des Lagers ausser Gefecht zu setzen als Selina auftauchte, ja sie hatte wieder ihre alte Form, geschickt setzte sie ihre Krallen ein und half den beiden sich bis zur Kiste vorzuarbeiten. Sie lies Sarah die Kiste öffnen, wusste sie genau dass das Mädchen noch viel Übung brauchte und während sie vorsichtig den Dietrich im Schloss bewegte hörte sie wie noch jemand sich ihnen näherte. Arsen kam hinzu und erfuhr sogleich dass Selina Perrin zum Abendessen einlud. Dass er daraufhin nur vor sich hingrummelte war für Sarah nichts neues, so war er eben, aber was dann beim Abendessen folgen sollte war alles andere als einfach zu versehen für sie.
Selina servierte einen einen wunderbaren Fisch mit einer Zitronensouce, es duftete wunderbar und der Tisch sah wirklich wunderbar aus, sie hatte alles wunderbar hergerichtet. Arsen hielt Elira im Arm und alles was er sagte waren einsilbige Antworten oder Bemerkungen. Doch dann fragte Selina ob Perrin gut geschlafen hat am Kamin. Beide horchten etwas erschrocken auf, er ging extra früh und Sarah hatte alles Weggeräumt ehe die beiden hochkamen. Aber es schon irgendwie klar, beide hatten keinen allzu festen Schlaf und Elira war auch noch öfter in der Nacht munter, auch wenn Sarah sie meist hörte, Selina war sofort wach. Auch wenn Selina meinte er könne jederzeit im Haus schlafen und es machte überhaupt nichts Arsen sah ihn an wie sein nächstes Opfer und seine Worte waren auch mehr als eindeutig. Selina versicherte Perrin zwar immer wieder dass ihm in diesem Haus nichts passieren würde, aber Arsen hakte immer wieder nach und Sarah war wirklich erleichtert als die beiden dann nach unten gingen um Elira hinzulegen.

Perrin sah sie unsicher an und leise sprach er zu ihr, er versuchte ihr klarzumachen dass es nicht an ihr lag und sehr gerne bei ihr war, aber er konnte einfach nicht in diesem Haus bleiben. Sarah konnte ihn nur allzu gut verstehen und so packte sie rasch einiges zusammen und folgte ihm zur Akademie. Ständig ging in ihr nur eine Frage im Kopf herum, weshalb war Arsen so anders? Was war so schlimm dass er Perrin derart verschrecken wollte? Was lief nur falsch? Sie verstand es einfach nicht.

Verfasst: Mittwoch 8. April 2009, 00:07
von Malachai Schwarzmourne
Ein neuer Freund. Ein Mann, der Sie glücklich machte und ihre lange Suche und dem Wunsch, ein neues Rudel zu gründen, beenden würde.
Erfahrungen über die Liebe, verstehend nun, was es heisst, sich einer Person voll und ganz hinzugeben. Entlich began Sarah wohl zu begreifen. Ja, sie lebte auf ihrer Wolke 7, übermannt von diesen neuen Empfindungen. Doch was Sie nicht wusste, war, dass all diese Abhängigkeit für eine Person auch zu bitteren Schmerz führen könnte.
Schlagartig, wie eine Faust, die sich durch den Brustkorb rammt und das Herz mit leichtigkeit seinem Körper entriss und darauf rumtrampeln würde.
Ja, Malachai kannte diese Gefühle zu gut und er wusste, wie sehr ein Mensch daran brechen kann, wie weit es einen in die Verzweilfung treiben kann, wie sehr es einem die Sehnsucht nach dem Tode bringen kann.
Er war ihr Bruder, er wollte sich um Sie kümmern, auf Sie aufpassen und schon began Sie flügig zu werden, die ersten Schritte richtung eines eigenen Weges mit einer eigenen Familie zu gehen.
Seine Gefühle und die von Arsen waren normal, seine Abneigung gegen diesen Manne begründet:
Sie wollten Sie nur schützen.
Sicher, alle Brüder und Ziehväter wollen es, doch Sarah, das wussten Sie, war etwas besonderes. Wie ein kleines Kind, began Sie nach und nach die Welt zu entdecken und die schönen Seiten zu erleben. Doch wie auch bei einem kleinen Kind kann ein Sturz schlimmer und gravierender sein als wie für einen erwachsenen Menschen.
Sie wollten verhindern, dass etwas, dass Sie so sehr nun genoss, ihr die größten Schmerzen bringen würden.
Und dann noch Perrin, jener, den Malachai als Schüler aufnahm, jener, dem Malachai die Akademie empfahl.
Ja, er brachte IHN zu IHR...umso mehr würde er darauf acht geben.
Er musste bestehen, er musste sich beweisen. Er ist ein guter Mann, jung und unerfahren, doch im Grunde gut.
Er müsse sich seiner Angst stellen und selbst erkennen, dass er Sarah so sehr liebte, dass er sogar für Sie sterben würde.
Rituale, die Rangeleien um Aufmerksamkeit, Respekt und Vertrauen sind nichts besonderes unter Völkern und Gruppierungen.
Einige Männer müssen erst die Gunst des Vaters gewinnen, ehe Sie um die Gunst der Frau werben dürfen.
Andere müssen einen unerträglichen Muntschatz aufweisen, ehe Sie dann erst die Hand der Geliebten vor den Altar führen dürfte.
Andere wiederrum müssen Monster erlegen, um zu beweisen, welch Kraft Sie besitzen und somit ihr Weib zu beschützen.
Und Perrin musste an den wohl schlimmsten Männern vorbei, die sich ein junger, verliebter Narr wohl vorstellen kann:
Einem Schattenmeister und einem Schattenlord.
Männer, die Menschen mit leichtigkeit umbringen, die weder Reue noch Mitleid empfinden können, die so Dominant in ihrer Umgebung sind, dass Sie nicht zulassen, dass irgendwer Schmerz unter ihren Liebsten auslösen würde.
Malachai war vielleicht rabiat, er erkannte, wie sehr er Sarah enttäuscht hatte, doch er verlor nie die Hoffnung.
Er griff Perrin unter dem Vorwand eines Übungskampfes an, unbewaffnet liess er den jungen Knaben mit seinem Holzschwert und Schilde auf ihn zustürmen. Es dauerte nicht lange, bis er Perrin auf den Boden gerissen hatte, die Faust vor seinem Gesicht und die Worte aussprach, die er ihm nur sagen wollte. Leise, in sein Ohr hauchend:
"Wenn du meiner Schwester Leid zufügst, werde ich dich jagen und finden und dir eine Welt der Folter präsentieren, die du dir in deinen schlimmsten Alpträumen nicht vorstellen kannst. Ich werde dir Dinge antun, die die Foltermethoden der Pantherbrut in den Schatten stellen und selbst Rabendiener erzittern lassen, solange, bis du um den Tod und die daraus erfolgende Erlösung bettelst...doch im Gegensatz zu den anderen, verspüre ich keine Reue und kein Mitleid."
Perrins Zorn war ihn wie in die Augen genäht, er fragte in seinem Übermut, ob Sie kämpfen oder reden würden. Eine Frage, die Malachai schnell beantwortete, als er die Hand mit dem Schwert von Perrin ergriff und die Klinge gen seines Halses drückte.
Er verliess die Arena ohne ein weiteres Wort. Seine Aufgabe war getan, nun war Perrin dran, zu beweisen, wie weit er für die Liebe gehen würde.
Würde er ein Narr sein und Dummheiten anstellen?
Würde er fliehen vor diesen Verrückten mit ihren Drohungen, wissend, dass Sie das, was Sie sagen, auch tun werden?`
Oder wird er all seinen Mut zusammen nehmen und Arsen und Malachai in die Augen sehen und ihnen beweisen, dass er diese junge Frau, die Sie beschützen wollen, vom ganzen Herzen liebt und er, so wie die beiden, alten Männer, ebenso schützen würde und sei es, auch sein Leben für Sie geben.
Malachai blickt in die Ferne, der Abend war noch zu frisch, doch er merkte, wie Sarah ihn nicht verstand, vielleicht abneigung gegen ihn empfand, für das, was er tun musste.
Doch es war ihm recht, er würde die Rolle des Bösen annehmen, wenn dafür Perrin, wie auch Sarah erkennen, was für Gefühle Sie haben und somit gestärkt in eine Beziehung gehen könnten.
Ja, abermals würde er der alte, griesgrämmige und böse, schwarze Mann sein, abermals würde er sich hassen lassen...doch so war er und für den Schutz seiner Liebsten, würde er sein Leben lassen...das fand er vor vielen Jahren selbst heraus.

Verfasst: Sonntag 19. April 2009, 19:19
von Perrin Catheres
Er presste sich mit seinem ganzen Gewicht gegen den schweren eichernen Schrank, der nur langsam und Millimeter für Millimeter sich von der Stelle bewegte. Das dunkle Holz, an dem schon an einigen Stellen der Zahn der Zeit nagte, schrammte über den steinernen Boden und gab einen unheimliche Klang, ein Knarren und Kratzen, in dem nun mittlerweile leeren Kellergewölbe von sich. Von dem Störenfried in der Ruhe aufgescheucht, suchten die einstigen Bewohner des Haus ein neues Versteck. Dort rannte quiekend eine Maus über den Kellerboden, das Klackern der Krallen war überdeutlich zu hören und Spinnen und Kellerasseln suchten sich neue, dunkle Verstecke. Perrin seufzte innerlich auf. Er hatte noch viel zu tun und das Ungeziefer loszuwerden war eine Aufgabe, die schwer und langwierig werden würde, aber für die weitere Verwendung des Hauses unerlässlich war. Seine Augen glitten sodann über den Schrank und über die Stelle, die er seit Jahrzehnten schon verbarg. Er lag richtig in seiner Vermutung, dass an dieser Stelle die Mauer porös geworden war und dort ein Eingang für Ungeziefer jeder Art offenstand. Seine Hand glitt über den Stein und über das große Loch. Es war feucht, wohl befand sich einigen Metern ein unterirdisches Fluss oder Bach. Vielleicht war es auch schon das Wasser des Meeres und wenn der Keller etwas tiefer gebaut worden wäre, wäre vielleicht der Boden der Insel durchgraben worden und Lameriast wäre in den Fluten untergegangen. Was auch immer der Grund war, Ungeziefer kam herein und er musste es abdichten. Vielleicht ließe sich dieses Wasservorkommen noch nutzen um vielleicht das Wasser nicht ständig hier herunterzuschleppen. Er ging wieder die Treppen hinaus und raus aus dem großen Raum, der hoffentlich bald viele Menschen sehen würde und raus an die frische Luft. Die Sonne schien warm und sanft auf ihn herab und der Wind strich durch die Baumwipfel und sein Haar. Es war ein herrliches Wetter, in dem er eigentlich nicht in einem Keller rumwerkeln sollte, aber er musste ja anfangen, von alleine tat sich die Arbeit nunmal nicht. Er griff nach einigen Steinen, die er tags zuvor schon auf Feldern und im Walde gesucht hatte und nahm sie mit hinunter und versuchte jene mit einem Hammer und Meißel anzupassen, sodass sie in die Lücken passte.

Bei dem ständigen hin und her probieren, ob der Stein passte oder eben nicht, schweiften seine Gedanken wieder zu den Dingen, die ihn schon seit einigen Tagen beschäftigten.

Er hatte ein Gespräch mit Malachai geführt. Jener finstere Mann, der einerseits sein Lehrmeister war, andererseits aber auch der Bruder von Sarah. Er wurde aus ihm nie ganz schlau. Von einer Sekunde zur anderen konnte er seine Laune wechseln und Perrin gewöhnte sich an, ständig auf der Hut zu sein, selbst wenn er nicht anwesend war oder er scheinbar ungefährlich und freundlich. Jedenfalls lehrte ihn dieses Gespräch das, die Erinnerung daran verpasste ihn immernoch einen Stich. Malachai erklärte ihm, warum er Perrin mit dem Tode drohte, warum er ihn so hart herannahm. Er war schließlich der Bruder Sarah's und wollte sie schützen vor einem Manne, der ihr wehtat und sie ausnutzte. Doch wie er selber sagte, hatte sich Perrin bewiesen und er erkannte Perrin als Gefährten seiner Schwester an. In jenem Augenblick, als Malachai dies sagte, fiel etwas von der Anspannung ab, der Perrin wochenlang ausgesetzt gewesen war und Erleichterung stellte sich ein. Endlich wurde er angenommen und er musste nicht ständig damit rechnen, von Malachai und Arsen ermordet zu werden, weil er nicht in ihr Bild passte. Und diese Erleichterung wurde sein Verhängnis, Malachai wollte einen spaßigen Scherz treiben mit den Frauen am Feuer des Akademiegeländes und Perrin, noch immer erleichtert von der Wende der Einstellung Malachais willigte ein, obwohl ihm die Art des Scherzes dann doch schon zu Denken gab und er sich fragte, ob das wirklich so gut sei. Und er erkannte später an den enttäuschten und schmerzerfüllten Augen Sarah's, dass dieser Scherz gründlich daneben ging und am Ende sich nur dieser dunkle Witzbold darüber amüsierte. Malachai hatte ihn dazu gebracht, etwas zu tun wovor er ihn eindringlich warnte, dass er es nie wagen sollte. Er hatte Sarah wehgetan, und zwar tief Schmerz bereitet. Dieser Gedanke ließ ihn bisher nicht los und er verfluchte sich jeden Tag selber dafür. Sarah mochte ihm vergeben haben, aber er selbst tat sich den Gefallen nicht. Und dachte er doch daran, Malachai verzeihen zu können, dass er und Arsen ihn schikanierten all die Wochen, war es seit jenem Augenblick dann doch wieder vergessen. So wie er sich selber dafür hasste, diesen Scherz getrieben zu haben, hasste er Malachai wieder, der ihn dazu brachte. Doch er war niemand, der solch bösen Gefühle offen zeigte oder gar nachging. Er behielt sie für sich und teilte sie niemanden mit, weder Sarah noch Kyle. Es zerfraß ihn selbst, sich nicht verzeihen zu können, aber es war geschehen und er würde damit leben müssen.

Während er abermals einen Stein zur Seite warf, weil er etwas zu wuchtig darauf einschlug und jener dann in mehrere Teile zersplitterte, schweiften seine Gedanken zu einer weiteren Sorge. Kyle.
Er hörte von ihm seit einiger Zeit nichts, er nahm zunächst an, dass er viel zu tun habe im Regiment und keine Möglichkeit fand', sich zu melden oder sich zu zeigen. Aber dafür war nun zuviel Zeit vergangen und er schlug sich nicht mehr nur mit Gedanken herum, sondern reiste durch Gerimor, nach Bajard und Varuna, die Augen immer offen nach ihm Ausschau haltend. Doch er fand' ihn nicht. Immer wenn ihn jemand fragte, was oder wen er denn suche, wich er jener Frage damit aus, Handwerker und Bauern zu suchen für das Haus, dass er und Sarah wieder herrichteten. Und tatsächlich, er fand seinen Weg zu diversen Lieferanten und bestellte Dinge, wo er nicht wusste, ob er davon soviel brauchte oder nicht. Er wollte seine Sorge nicht weiter verbreiten und suchte im Stillen. Doch sollte er nicht in nächster Zeit fündig werden, würde er im Regiment nachfragen. Sie würden ganz sicher wissen, wo er steckte, so hoffte er.

Er setzte den Stein nun in das Loch und nickte zufrieden, als er gut hineinpasste. Die Lücken stopfte er mit einem klebrigen gelb-gräulichen Gemisch ab, wie ihm angeraten wurde, dass sich in ein paar Tagen verfestigen sollte und den Durchmarsch der Insekten und Nager verhindern sollte. Die Arbeit in dem Hause tat ihm gut, auch wenn sie anstrengend war. Sie lenkten ihn etwas von seinen betrüblichen Gedanken ab. Sarah selbst war nur selten im Hause und meistens auch nur nachts zum Schlafen. Sie traf sich oft mit ihrer Familie. Sie sagte es nicht so offen, aber er bekam es mit. Er kannte viele in Bajard und Umgebung und sie wurde mit Arsen, Selina und Malachai oft gesehen. Seine Gedanken kreisten darum, was sie wohl besprachen ohne ihn davon wissen zu lassen. Einerseits sagte er sich, dass sie halt unter sich sein wollten und er ja nicht alles wissen musste. Außerdem war er ja auch froh, nicht ständig in der Nähe von Sarahs fragwürdiger Familie zu sein. Aber es versetzte ihm einen Stich, dass es anscheinend Geheimnisse gab, die tunlichst vor ihm verborgen gehalten wurden. Sarah hatte in der letzten Nacht auch Schmerzen. Er merkte es, wie sie versuchte, sich unbemerkt aus dem Bett zu schleichen, damit er ihre schmerzgepeinigte Stöhne und Zusammenkrampfen nicht bemerke. Er tat so, als würde er davon nichts mitbekommen und stellte sich weiterhin schlafend, was er ziemlich gut beherrschte. In seinem Leben hatte er gelernt, sich verstellen zu können, sei es nun zum Schaden oder zum Nutzen. Doch sie brachte am Abend selbst das Gespräch darauf und er versuchte ihr klarzumachen, dass sie mit ihrem Schmerz, bei dem er immernoch nicht nachvollziehen konnte, wie er kam, nicht allein zu bleiben brauche und dass er gerne da sei um ihn mit ihr zu teilen, für sie da zu sein und sie zu trösten. Doch schien sie das nicht für gut zu betrachten und wollte ihn damit nicht belasten. Es versetzte ihm innerlich einen Stich, dass sie ihn nicht „belasten“ wollte. War er ein Weichei, war er nur zum Küssen gut und sonst nichts? Wer wäre er, wenn er nicht das Leid seiner Geliebtejn auf sich nehmen würde um sie zu schützen? Perrin kam sich dabei so nutzlos und hilflos vor und er hoffte, dass er sich wirklich vor ihr beweisen konnte. Dass er ihr zeigen konnte, dass er fähig war, sie zu beschützen und dass er ihrer würdig war. Eine Beziehung macht doch schließlich mehr aus, als nur zusammen zu leben, Geschenke zu machen und sich zu küssen. Für ihn war es auch eine Sache des Vertrauens und der Zugehörigkeit und wenn er sich eben jenes noch erkämpfen musste, würde er dies tun. Sollte ihm das nicht gelingen, was für eine Rolle würde denn seine Partnerschaft bedeuten?

Er schüttelte seinen Kopf um den Gedanken zu vertreiben und stieg die Kellertreppen wieder hoch, wobei er genau darauf achtgab wohin er trat. Einige Stufen waren schon arg abgetreten und rutschig und ein Geländer war auch nicht vorhanden. Wenn man hier ausrutschte und herunterfiel, kann es wahrlich den Tod bedeuten.
In den letzten Sonnenstrahlen des Abends setzte er sich nun auf seine Bank und ließ seinen Blick über das große Haus schweifen, dass nun und Sarah's eigen war. Er hatte noch nie soviel besessen und immer von einem kleinen Kämmerchen geträumt, wo er übernachten konnte, aber dies übertraf all seine Erwartungen. Dennoch, seine beunruhigenden Gedanken ließen Entspannung und Zufriedenheit nicht zu und während er so auf der Banke saß und das Haus vom Garten aus betrachtete, sank die Sonne endgültig und er fühlte sich auf einmal sehr alt.