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Die Grenze

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 15:01
von Scartyz Blutfaust
Es klopfte. „Ihr wolltet mich sehen, Mylord?" Stumm doch fest nickte der Ritter. „Weckt die Krallen. Es wird Zeit." – „Auch das Frischfleisch?" hakte der Waffenmeister nach – „Vor allem das Frischfleisch!".

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Es war eine eisige Winternacht. Die Männer waren im Hof angetreten, gähnten, fluchten ob der Kälte und klapperten mit den Zähnen. Doch als die schwere Holztür zum Innenhof mit einem lauten Knall ins Schloss fiel, verstummten plötzlich alle und das einzige was noch zu hören war, waren die im Schnee knarzenden Schritte des Mannes, der nun ruhigen Ganges vor sie trat. Sein langes Haar wehte ebenso wie sein Umhang im Wind und seine schwarze Rüstung glänzte im Mondenschein. Er legte die Hände hinter dem Rücken ineinander und begann mit klarer, tiefer Stimme zu sprechen.

„Ein Bürger Rahals, ein… Holzfäller, sprach kürzlich vor dem Rat. Er sagte, er wurde Zeuge der Ketzerei, auf unserem Boden. Doch dem nicht genug, auch er wurde beleidigt und bedroht, auf unserem Boden… und er wurde angegriffen. Der Ritter senkte die Stimme und leises Geflüster machte sich in den Reihen der Männer breit, ehe er donnerte „Auf unserem Boden!" – nicht wenige der Männer zuckten vor Schreck zusammen. „Zu den Waffen, wir ziehen aus." Endete er schließlich und wandte sich zum Gehen.

„Ihr hab seine Lordschaft gehört!" sprach nun der Waffenmeister und die Männer verschwanden zügigen Schrittes in die Waffenkammer, ehe er sich an seinen Lord wandte „Ihr werdet uns begleiten, Sire?" , dieser nickte. „Diese Hunde werden immer dreister. Wir müssen ihnen wohl ein paar Zähne ziehen, bevor sie auf die Idee kommen zu beißen. Der Waffenmeister nickte bedächtig.

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„Warum tragen wir des Nachts stets Roben über unseren Rüstungen?" erklang die Stimme eines Frischfleischs, mit einem leicht klagenden Unterton in der Stimme. „Damit wir länger leben du Grünschnabel!" höhnte eine Kralle und eine andere stimmte mit ein „Hast du nicht den Lord im Hof gesehen? Bei so einer sternenklaren Nacht bist du in bloßer Rüstung das reinste Irrlicht!" Der Grünschnabel nickte apathisch, während er eine Fackel in seinen Rucksack steckte. Eine andere Kralle riss sie ihm jedoch aus der Hand, schleuderte sie über die Schulter hinfort und gab ihm eine Ohrfeige. Der Grünschnabel protestierte, Schmerz verzerrtem Gesicht. „Du willst uns wohl wirklich alle umbringen, hm? Wer hat dich hierher geschickt? Temora persönlich?" Stumm rieb sich der Geohrfeigte die Wange. „Keine Fackeln! Sie lassen dich vielleicht zehn Schritt weit in die Ferne blicken, aber für deinen Feind bist du auf mehr als tausend Schritt sichtbar! Und wenn sie erlischen bist du Nachtblind! Bringt euch der Waffenmeister denn gar nichts mehr bei?!"

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Schweren Schrittes warteten die Männer durch den tiefen Schnee entlang der Grenze des Heiligen Reiches. Zu allem Überfluss schneite es nun auch noch. Keiner von ihnen sprach ein Wort. Die Krieger bewegten sich versetzt von einander, doch hielten sie nur so viel Abstand, dass jeder den anderen noch sehen konnte.

Voran schritt der Lord....