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Darna.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 01:58
von Rayrrak Rasakar
Dunkelheit, Rotation, feier Fall, ein Zischen in der Unendlichkeit des Raumes.
Schmerz durchdringt ihn plötzlich und aus einer Wunde, die er nicht sieht,
entfliehen rote Tropfen. Wie Kometen, roten Schweif hinter sich,
irren sie davon, drohen verschlungen zu werden. Er erreicht den Boden,
fühlt kalte, glatte Fliesen unter seinen nackten Sohlen.
Prompt zeichnen sich vier Wände ab, bieten den roten Partikeln ein Hindernis.
Und bald sind sie gesprenkelt damit. Sein Arm schmerzt, der Bolzen steckt in seinem Bauch.
Er erkennt Schrift, seine Schrift, die Flecken an den Wänden als Tinte nutzend.
„Darna“, „Darna“, „Darna“, überall, jeder Punkt formt den Namen.
Wieder dreht er sich und wie die Buchstaben im Geiste vorbei schnellen,
zeichnen sie bald, Schlieren ziehend, ein Gesicht, ihr Gesicht.
Er beendete den Traum und erwachte, wie erwartet, im Untergeschoss seiner Wohnung.
Das Feuer flackerte vor ihm im Kamin, warf schwaches Licht auf seine schwarze Rüstung.
Es war das sechste Mal „Darna“ in dieser Woche,
das sechste Mal, da sie ihn in der kurzen Zeitspanne heimsuchte,
die ihm sein polyphasischer Schlafrhythmus vier Mal am Tag erlaubt.
Niemand sonst, den er mit Feind betitelte, prägte sich jäh derart in seinen Verstand,
wenngleich es viele respektable Gegner gab, denen er begegnete.
Es war lange her. Er sieht sie noch immer deutlich vor sich,
die Szene des brennenden Rahals hinter ihr, einen Fuß auf die Stufen zum Tempel gelegt.
Kapitulation. Ein Wort, das ihm bis zu diesem Augenblick fremd gewesen war.
Und doch brachte er es über seine Lippen, erreichte ihr Ohr und fügte sich damit
der Schmach, die sie ihm zu Teil werden ließ – es war der Bruch in seinem Leben
und sie fester Bestandteil davon.
Obwohl ewige Rache geschworen, gelang es ihm bislang nicht,
solche auszuführen. An diesem Tag jedoch stand er kurz davor und eigenartig
ungewohnt, fühlte er die Vorfreude unter seinem gezeichneten Herzen.
Den Entschluss fasste er selbst, dessen Hintergrund im Vergleich zu persönlichen Gelüsten banal:
Informationen. Im Zuge kommender Offensiven war es unabdingbar geworden,
mehr über den Feind in Erfahrung zu bringen. Berichte, Listen, Pläne -
jede Art von Schriftgut erwartete er in den Händen eines Ihrer Heerführer.
Ein Bote wurde ausgesandt und gefolgt waren seiner Kunde genug,
um getroffenen Plan umzusetzen. Als einen Söldnertrupp, wie ihn viele die Lande durchstreifen,
würden sie sich ausgeben. Beeindruckt von den Taten der Oberst a.D.
- und aus verquerem Sichtwinkel war der Schauspieler Rasakar das tatsächlich -
sowie getrieben vom Eifer, ihr zu dienen,
sollten sie nur wenige Minuten nach der Zusammenkunft vor ihrem Anwesen stehen.
Den Trumpf, zwei gefangene Letharen, vorerst bewahrend,
pochte er, Burrhus, Anführer der „Roten Rächer“, höchstselbst an der Pforte,
im Einklang mit seinem raschen Puls. Schritte im Innern, eine Stimme – nicht ihre.
Eine ihrer Mägde öffnete und obwohl zweifellos talentiert,
genügten vorgetragene Worte nicht, ihr Vertrauen zu gewinnen.
Es wunderte ihn nicht. Unter dem Vorwand eines Geschenks, eben jenen Letharen,
gelang es ihm schließlich, auf mehr oder minder grobe Art benötigten Zutritt zu erhalten.
Und sobald die Türen erst einmal freigegeben und die Haushüterinnen beiseite gedrängt waren,
folgte der Strom seiner Begleiter – zur Entrüstung der ungewollt erhobenen Gastgeberinnen.
Die Farce nahm ein Ende, die Rollen waren bald abgelegt.
Befehle entwichen dem Mund des Ahads, die Mägde wurden gefesselt,
das Haus durchsucht; die Anwesenheit von Spähern trieb zur Eile.
Geschirr und Scheiben klirrten, Holz splitterte, die Verwüstung verselbstständigte sich
und gipfelte schließlich im Brand aller Gebäude, dessen Flammen allerdings
nichts im Vergleich zu loderndem Hass im Innern Rayrraks waren.
Sie war nicht da und nahe Hufschläge zwangen zur Flucht.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 02:38
von Tarja Lycron
Feuerteufel
Die lodernden Flammen züngelten sich durch das Haus.
Auf diesen Moment hatte sie wirklich gewartet.
Angefangen hatte es damit, dass sie den Akt planten.
Jeder hatte seine Rolle - seine ganz persönliche Rolle,
die dieses Theaterstück erforderte.
Letharen, die als Gefangene dienten.
Söldner, welche die Letharen ausliefern wollten.
Es ging schnell. Letharen wurden brutal hinterher gezogen.
Ohrfeigen wurden vergeben um die Glaubhaftigkeit zu unterstützen.
Ihre Finger gruben sich in den Oberarm des Letharens.
'Ich werde mir diesen Arm merken ...'
Sie traten ein. Widerwillens der Hausbesitzerin.
Tausend Fragen, viele Worte, bis sich der Nebel lüftete.
Die Rollen wurden getauscht, die Letharen triumphierend freigelassen.
Ein gehässiges, innerliches Grinsen.
Eine Freifrau, die gefesselt wurde. Angestellte ebenso.
Bücher, die zerfetzt wurden. Schränke, die durchsucht wurden.
Irgendwas musste gefunden werden. Beweise? Seltene Schriftstücke?
Und dann die züngelnden Flammen, von welchem das Haupthaus eingefasst wurde.
Erst im oberen Stockwerk, sollten sie sich doch langsam nach unten fressen.
Wie sehr sie sich darüber freute.
Wie schön sich die Flammen durch die Holzdielen fraßen und sämtlichen Stoff ergriffen.
Ein wunderschönes Bild. So voller - Zerstörung!
Ein klangvoller Tanz im Lied, dem sie sich hingab und die Flammen,
die sich weiterhin aus dem Boden fraßen, um weiter zu zerstören.
Weitere Flammen, die sich emporzüngelten und das Haus in Schutt und Asche verwandeln würde.
Darna von Elbenau und ihr Hofstaat.
- Vermutlich mussten sie sich eine neue Bleibe suchen.
Der sinnlose Angriff der Bruderschaft würde seine Runden ziehen.
Ein garstiges Lachen in ihrem Kopf.
Der Feuerteufel hatte Spaß daran, alles in Brand zu stecken.
Auch die umliegenden Gebäude.
Alles, alles, alles. Ein köstliches Spiel.
Welches viel zu schnell das Ende fand.
Doch die kindliche Freude über die Flammen - sie siegte.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 08:26
von Rafael von Arganta
Fassungslos blickte er auf das Feuer, den Zorn in ihm unterdrückend.
Nichts hatten sie tun können.
Gar nichts.
Rafael hatte eigentlich nur zur Adlerfestung reiten wollen, als man ihn informierte das etwas im Hause Elbenau nicht in Ordnung wäre.
Das Gestalten um das Haus schlichen.
Auf seine Frage hin ob das Regiment bereits informiert sei, bekam er ein Ja, und das sich einige um seine Hoheit herum bereits vor dem Tore sammelten.
Mehr brauchte er nicht.
Schon trieb er sein Pferd an und ritt zum Tor, wo Darna, Adrian, Mortys, Hudgar, Sethric und Cyrion schon standen.
Man erklärte ihm das die Gestalten bereits im Haus wären, und Rafael war nur froh das dort wohl kaum noch jemand wäre.
Undgeduldig wartete er darauf das Adrian das Zeichen gab zum Losreiten.
Er wollte nicht viel länger warten.
Ungeduldigt umfasste er immer wieder den Griff seines Schwertes.
Doch wollte man auf Cyr warten der nocheinmal eine andere Rüstung holen wollte.
"Muss er sie erst noch schmieden lassen"
Man wollte los. Bevor noch mehr geschah.
Weiteren Hilfe war eh nicht zu erwarten, sie hätte aus Adoran kommen müssen und das war weit.
Als Adrian endlich den Befehl zum Aufbruch gab waren wohl alle erleichtert.
Darna blieb nun doch zurück und Rafael war irgendwie froh darum.
Er hätte wohl eher Acht auf sie gegeben statt sich auf den Kampf zu konzentrieren.
Als sie im gestrecktem Galopp am Haus ankamen, brannte es bereits Lichterloh. Doch man sah die Gestalten noch davon gehen.
Ruhig, gelassen, als würden sie sich auf einem Spaziergang befinden.
Als hätten sie nicht gerade ein Haus einer Paladine angesteckt und als würde ihn nichts und niemand etwas antun können.
Voller Zorn in sich zog er das Schwert, gab den Befehl auch an seine Leute weiter, und stürzte in vollem Gallopp ersteinmal zwischen sie hindurch.
Doch alleine vermochte er eh nicht viel aus zu richten.
Die Unbekannten errichteten eine Wand die so grün schimmerte das er sein Pferd hart zügelte um nicht hindurch zu reiten.
Mit Adrian gemeinsam nahm er einen Umweg, ritt um das Haus herum, nur um zu sehen das die Gruppe durch ein Tor zu verschwinden schienen.
Noch einmal spornte er sein Pferd an, getrieben von seiner unbändigen Wut, das Schwert nach der letzten schlagend.
Die Klinge durchtrennte die Robe, ob er Fleisch traf, wusst er nicht, doch dann war auch die letzte durch das Tor getreten und sie hatten nichts!
Nichts mehr.
Durch das Tor folgen wäre dummheit gewesen.
So mussten sie unverrichteter Dinge wieder zum Hause der Elbenaus zurückreiten.
Hell stand es inzwischen in Flammen und diejenigen die hatten Löschen wollen waren zurückgetreten.
Hier gab es keine Hilfe mehr.
Sie waren zuspät gekommen. Viel zu spät.
Jetzt konnte man nur noch zusehen wie das einst so blühende Haus langsam in Schutt und Asche verfiel.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 11:47
von Adrian von Hohenfels
Um ihn herum ein Meer von Flammen. Die Häuser brannten lichterloh, kein Weg mehr irgendetwas zu retten und er schaufelte Schnee.... mit dem erstbesten was in seine Hand fand: Sein Helm. Erst als man ihn ansprach, der Baum wäre nass genug, er würde es auch so überstehen, blickte er realisierend auf. "Was tue ich hier eigentlich? Die Häuser brennen rettungslos und alles was mir einfällt ist Schnee auf eine Kastanie zu werfen?" Er zuckte nur die Schultern. Es war sinnlos und dennoch wusste er insgeheim, warum er dies tat, wo es doch sonst nichts zu tun gab als hilflos auf die Flammen zu starren.
Er wusste was Darna grad dieser Baum bedeutete. Und es bestätigte sich schließlich als sie selbst kurz hierauf eintraf, erst ebenso fassungslos, reglos wie sie alle auf die Flammen starrte, die eben ihr aller Zuhause vernichteten, um dann selbst eilig nach dem Baum sehen zu wollen. Er hatte sie aufgehalten, war einfach in den Weg geritten. "Er würde es überstehen. Würde er? Brannte er vielleicht doch schon und sollte sie ausgerechnet dies auch noch sehen? Den Baum brennen sehen, der das Symbol dessen war, was hier aufgebaut war und nun vernichtet? Die Antwort konnte nur nein lauten, er würde nach dem Baum sehen, wenn das Feuer ausgebrannt war. Und er hoffte dass er nicht auch noch hierüber schlechte Nachricht bringen würde müssen. Es war auch so genug, der schlechten Nachrichten.
Was war die Bilanz? Als später am Abend Darna mit Savea und Shaya zusammentraf und sicher mit Erleichterung feststellen mochte, dass auch ihnen nicht mehr zugestoßen war, als jedem anderen dieses Haushaltes, ein ungeahnt mächtiger Schock, zog er sich zurück und zog eben diese Bilanz. Sie alle waren am Leben.. auch wenn vieles verloren war. Als hätte sie es geahnt.. "Nein sie hat.. es waren ihre eigenen Worte" hatten sie das Haus bereits vor einer Weile evakuiert. Engten sich gegenseitig im Stadthaus ein, waren sich mehr als einmal auf die Füße getreten und konnten nun doch .. ein wenig erleichtert sein, diesen Schritt gegangen zu sein.
Viola... sie schien es am schlimmsten auch körperlich erwischt zu haben und doch, war sie zu stur freiwillig einen Heiler aufsuchen zu wollen. Nun.. Er konnte nur hoffen dass Cyrion sie finden würde und sicher heimbringen. Niemand machte ihr Vorwürfe, sie sollte dies nun nicht selbst. Jetzt hieß es umso mehr zusammen zu stehen. Ein Neuanfang stand ihnen wohl bevor.
Gleich morgen würde er nach dem Baum sehen!
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 12:22
von Qyl´zaox
Sie hatte mit dem Bogen auf ihn geschossen. Sie hatte es tatsächlich gewagt einen Pfeil in seine Schulter zu treiben! Sie hatte es wirklich gewagt den ohnehin etwas gereizten und vor allem gelangweilten Lethrixor zu reizen!
Das war zu viel für ihn gewesen und hätte in ihm nicht noch ein Funken taktisches Verständnis geruht, so hätte er diese Frau bis nach Rahal und zurück geprügelt, doch so blieb nur Zeit ihr ein wenig zu verdeutlichen, dass man sich niemals zwischen einen Lethrixor und sein Ziel stellt.
Diese Verletzung würde schnell ausheilen, auch wenn sie eine Ader getroffen hatte, die nicht unbedingt wenig Blut führte, was Qyl'zaox vielmehr in Rage brachte, war die Unnachgiebigkeit der Erhabenen.
Gerade als es drohte spannend zu werden, als Krieger kamen, die es wenigstens im Ansatz wert gewesen wären, getötet zu werden, gab es den Befehl zum Rückzug.
Es war ein frustrierender Tag, der, jedenfalls für Qyl'zaox, zwar mit Schmerzen, aber einer riesigen Befriedigung endete.
Noch tagelang wird man die Spuren seines Hiebes im Gesicht der Lethry sehen.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 12:58
von Nuria Mondin
Gedankenverloren betrachtete sie das Haarbüschel der Dienstmagd und legte es in die kleine Schatulle gleich neben ein Haar ihrer Herrin.
"Wenn er mir von jedem Raubzug ein kleines Andenken mitbringt, wird sich das auf Dauer als äußerst praktisch erweisen... und so unauffällig. Wer ahnt schon, wie sich diese kleinen Schätze mehren?"
Ein äußerst zufriedenes Lächeln lag auf ihrem Gesicht, von der warmherzigen Heilerin bei Tage war da nichts mehr zu finden - Berechnung und liebevoller Stolz auf diesen neuen, kleinen Schatz. Kein großer Fang - aber sicher noch lange nicht der Letzte.
Und leise flüsterte sie: "Gut gemacht, mein Schoßpanther."
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 14:13
von Viola Ser´Rhal
„Wie lange wart … ihr … da?“
„Und wieso … wann habt ihr … Hilfe geholt?“
„Und wieso nicht … eher?“
So oder ähnlich waren die Worte die Viola immer wieder im Kopf herumgeisterten. Es waren die Worte von Savea und sie hatten gewirkt wie ein Schlag ins Gesicht. Alles hatte an diesem Tag so ruhig angefangen und plötzlich drehte sich alles um 180° … erst die Erkenntnis das Darna schwanger war, dann der Angriff auf das Haus und das abbrennen eben jenes.
Von einem Moment auf den anderen hatte es geklingelt, ein ihr unbekannter stand vor den Toren und fragte nach Darna, <i> der schwangeren Darna</i>, und erw#hnte im gleichen Zug dass sich Vermummte vor ihrem Haus rumtrieben. Während er nach Darna suchte um Hilfe zu holen, war Viola vorgeilt um die Lage zu inspizieren.
Sie hatte die Gestalten gesehen die ins Haus gegangen waren, nun eher hatte sie zwei Stück erkannt und sie hatte auch Stimmen gehört, Saveas und Shayas Stimmen. Mit einem mal war sie hin und her gerissen, die beiden Mägde waren im Haus, zusammen mit diesen Unbekannten und wenn es tatsächlich Rahaler waren wie man ihr gesagt hatte, dann wusste Viola was den beiden blühen würde; sie konnte jetzt nicht fort, sie musste ein Auge auf das Geschehen im Haus werfen … sie musste sichergehen dass diese Menschen am Ende nicht Savea und Shaya töten würden.
Alles war dann plötzlich schnell gegangen, Cyrion der auftauchte und den sie auch fortschickte um Hilfe zu holen, die Lauten Stimmen von drin, ihr eigener Versuch, den einen oder anderen im Haus zu erwischen indem sie durch die Fenster feuerte … und dann ging plötzlich die Vordertür des Hauses auf. Mit einem mal sah sich Viola mit mehr als zwei Gegner konfrontiert und bei der Maße an Personen hatte sie nur eines getan; abgeschalten und gefeuert. Sie hatte einen Pfeil auf den erstbesten geschossen, ihn getroffen und dann war dieser Kerl plötzlich vor ihr, schlug nach ihr, raubte ihr kurze Zeit die Luft als sie zu Boden knallte. Dann hob er sie hoch, packte ihren Kopf und das letzte, was sie noch bei klarem Verstand mitbekam war, wie der Angreifer seinen Schädel gegen Violas schlug. Die Kopfnuss war hart aber schnell und mit einem Knacken machte ihre Nase klar, dass sie sich gerade in einen sehr unmöglichen Winkel gedreht hatte … und doch; am Ende blieb es dabei und zu mehr war es nicht gekommen, sie hatten Viola nicht abgestochen, wie sie es fast schon erwartet hatte.
Doch stattdessen hatten diese Bastarde etwas ganz anderes getan; sie hatten das Haus angefangen abzufackeln. Als Viola wieder halbwegs klar wurde, stand das gesamte Anwesen in Flammen, und vor ihren Augen ging der ganze frühere Traum einer Frau in Flammen auf, die damals noch den Namen Darna von Elbenau trug. Viola hatte miterlebt wie das Haus Stück für Stück gebaut wurde, wie Darna geplant hatte, wie sie förmlich aufgeblüht war indem sie ein Heim für sich und jene die ihr nahe waren, geschaffen hatte. Und nun brannte dieses Heim nieder, dieser Traum und Viola wusste dass ganz gleich wie schwer es sie oder andere treffen würde, Darna diejenige sein würde, die davon am Ende vielleicht K.O geschlagen werden würde.
„Wie lange wart … ihr … da?“
„Und wieso … wann habt ihr … Hilfe geholt?“
„Und wieso nicht … eher?“
Ja, wieso nicht? Weil sie die beiden Mägde schützen wollte … irgendwie, auch wenn sie in jenem Moment selbst nicht gewusst hatte, wie dies von Statten gegangen wäre. War es wirklich so wie man es ihr indirekt ins Gesicht geschmettert hatte? Hätte sie diesen Brand vielleicht verhindern können? Diese Frage kreiste lange und sie war wieder drauf und dran das zu tun, was sie in solchen Momenten am Besten konnte; flüchten. Sie hatte in ihrem Leben oft nach ihrem Instinkt und ihrem Bauchgefühl entschieden … und immer schien es doch irgendwie falsch. Wie viel Kummer hatte sie Darna früher schon gebracht und jetzt das? War es vielleicht nicht einfach besser aus ihrem Leben zu verschwinden? Sie und ihr werdendes Baby in Ruhe zu lassen und keinen Kummer mehr über sie zu bringen? Es konnte eigentlich nur besser für Darna sein.
Am Ende waren es zwei Männer gewesen, welche sie immerhin soweit gebracht hatten, wieder zurück zu gehen. Doch Darna sah sie an jenem Abend nicht mehr, und sie war sich auch nicht gänzlich sicher, ob das nicht auch besser so war. Und so hatte sie sich auf ihr Zimmer zurückgezogen, doch die Selbstzweifel, welche erwacht waren, ließen ihr keine Ruhe.
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 20:13
von Darna von Hohenfels
Die Tat
Sie hasste es, beiseite geschoben zu werden.
Da war ihr Haus, da waren Halunken, da waren womöglich Savea und Shaya in Gefahr, irgendwo tobte Viola herum... sie brauchte ihre Rüstung! - aber sie kam nicht. Sie hatte ihre Hand am Schwertgriff, saß auf dem Pferd, die anderen gerüstet bereit zum Aufbruch in ihrer Nähe - und es erschien kein silberhelles Metall, keine Gravuren von Adler und Schwert, kein Harnisch, kein Helm. Es war nicht die tiefe Unsicherheit verbunden mit dem Wissen, daß sie dieser Rüstung gerade nicht würdig war, wie es wenige Male der Fall gewesen war, es war kein schmerzliches Zweifeln an der göttlichen Nähe...
Es war das Gefühl, wie ein Kind mit einem milden doch bestimmten "Nein" vom Herd weggeschoben zu werden.
Ihr war kalt... kälter, als die Temperatur an Gefühl aufgenötigt hätte. Es war kalt, sobald sie in Richtung des Anwesens blickte. Spielten ihre Sinne ihr einen Streich, oder war selbst die Nacht dort dunkler? Furcht senkte sich eisig in sie, Furcht wie sie sie lange nicht mehr empfunden hatte. Sie kannte sie aber irgendwo her, hatte sie schon mal gespürt, aus einem bestimmten Grund.
"Ich muß da hin!
Ich darf da nicht hin..."
Unschlüssig zog sie immer wieder an den Zügeln, Irrwisch scharrte mit den Hufen und wusste selber kaum mehr, wo hin, kannte dieses hin und her von seiner Reiterin nicht. Blitz bellte und stob selber vor und zurück wie von einer Wespe gestochen.
Adrian versuchte, sie endlich dazu zu bewegen, ins Stadthaus zurückzukehren, bis schließlich ein Satz wie ein Hammerschlag endlich in ihre Wahrnehmung durchdrang: "Ich kann nicht auf mich achten, wenn ich in jedem Schritt befürchten müsste, dir stößt etwas zu."
Sie wusste, daß er recht hatte. Sie wusste es, weil sie es von sich selber wusste, und es wäre unfair und würde ihn gefährden, wenn sie nutzlos, aber stur hier blieb. Sie schluckte die Kröte und kehrte zurück.
Als es vorbei war, als es zu spät war, kam es zu einem der längst selten gewordenen Momente, in denen das Pferd sich den Weisungen seiner Herrin widersetzte und sich rückwärts bewegte, statt weiter auf die lichterloh brennenden Gebäude zu. Schwarzer Rauch wälzte sich über den weißen und teils matschig zertretenen Schnee, doch ihr Blick galt den Flammen auf dem Dach, galt den beiden Bannern dort, wo der nasse Stoff kaum mehr erkennbar hinter Dampf, Flammen und Qualm zischend verging... ihre Wappen. Sie verbrannten.
"Darna... sieh da nicht hin."
Ihr Blick war leer. Sie sah, wie Shaya und Savea im Schnee knieten, einander an den Händen haltend, zum Haus starrend, die Augen tränenblind. Es war nicht nur ihr Zuhause geworden. "Ich hab's gewusst. Befürchtet, geahnt... gewusst. Du hast mich gewarnt, vorher schon, bevor der Schlag kommt. Wie bei Andrey. Nicht so intensiv, aber..."
"...es ist ja auch nur Stein und Holz." War das ihre Stimme?
Sie hatte gewusst, daß der Ableger vom Baum nicht an seinem angestammten Ort blei... DER BAUM! Blindes Entsetzen ließ das Pferd nun zur Seite ausbrechen und über die Hindernisse des Spielplatzes jagen, der Hund hatte Mühe, hinterherzukommen, doch noch während ihr von der Seitenwand des Nebengebäudes die Hitze entgegenschlug, stand vor ihr ein Hindernis in Gestalt ihres berittenen Gemahls, eine scharfe Bremsung... Irrwisch hatte heute wirklich mit zu leiden.
Zu der Wegsperre gesellte sich keine drei Sekunden später Rafael, und beide hielten Darna davon ab, zu der Rosskastanie zu gelangen, wie Leute jemanden aufhielten, der sich zur Rettung in ein brennendes Haus stürzen wollte:
"Er steht. Adrian hat ihn gerettet! Er hat nicht einen Funken abbekommen", versicherte ihr Rafael.
"Er... wird es schaffen...", beschwichtigte Adrian sie, als spräche er von einem Schwerverletzten, Rafael benutzte daneben die übliche - und in diesem Freundeskreis meist notwendige wie auch erfolgreiche - Holzhammermethode: "Aber wenn du jetzt nicht heim reitest!! Fackel ich ihn persönlich ab!!!"
"Bitte stürz dich nicht auch noch mitten hinein.. geh heim..."
Als sollte es ihr noch verdeutlichenden Hohn sprechen, fing ihr Blick noch auf, wie das beschädigte Hirschgeweih an der Hauswand sich brennend vom Haken löste und herunterkrachte.
Es sollte ein in allen Belangen denkwürdiger Tag bleiben: sie gehorchte Adrian entgegen ihrer persönlichen Wünsche zum zweiten Mal binnen 24 Stunden.
Die Opfer
Zoe kam im Schlepptau von Luca zum Haus und sorgte für die erste Erleichterung, als Violas gebrochene Nase damit einer fachgerechten Versorgung entgegen sah. Sie war zuvor kaum zu verstehen gewesen:
"omm Da'a ... tu di da nih an..."
Savea und Shaya kamen, Cyrion konnte ein Auge auf sie behalten. Irgendwo dazwischen stand Rafaels Knappe Andreas. Im kleinen Vorgarten des Stadthauses sammelte sich der übliche... "Bienenstock", wie sie es nannte, und sie wusste, sie würde gleich wieder mitten drin stecken und diese ganzen Wogen um sich herum sprudeln lassen, alle Konzentration zusammenhalten, um hier wem was zu tun zu geben, dort jemanden ein bißchen woanders hin zu schicken, einige zigmal zu versichern, daß es ihr gut ging und sie nichts brauchte...
"Ich bring das Pferd weg", verschaffte sie sich mit abgestumpftem Ton noch etwas Luft und kratzte Authorität zusammen, um den anhänglichen Hund auf seinen Platz zurück zu schicken.
Dann hörte sie schräg hinter sich eine Stimme:
"Luca, zeig Viola und Frau de Velgy den Weg in den Keller, da ist es für die Versorgung sicher ruhiger" - Adrian. Ein Teil von ihr registrierte erneut, daß sie sich nicht in den Sturm stellen musste, weil er da bereits stand und... wenn sie nun an die Sache mit dem Baum zurückdachte... sie selber ein Teil der Wogen war, die er aufzufangen hatte.
"Ich verfrachte mich irgendwo beiseite, sammel mich und dann helf ich ihm", dachte sie betäubt und führte Irrwisch weg, rüber zu den Pfosten am Waffenübungsgebäude, und etwas weiter von der Straße weg als nötig. Nur zwei Minuten Ruhe, Stille, das Ventil für die Tränen einmal kurz öffnen und dann wär alles wieder okay.
Sie wollte den linken Arm gerade gegen das Pferd legen, um ihren eigenen Kopf dagegen zu lehnen, als eine Hand sich um ihren rechten Arm legte und sie mit sanfter Gewalt mit sich zog - wieder Adrian. Er kam ihr gerade vor, als wäre er an mehreren Orten gleichzeitig und erst verspätet registrierte sie, daß er sie fort vom Haus führte, zum Theater.
"Hier.. haben wir einen Moment Ruhe." Er brachte sie rein, steuerte sie zum erstbesten Sessel. "Setz dich bitte."
Sie lehnte die Stirn an seine Schulterplatte, doch der Drang, loszuheulen, war spurlos verschwunden. Wenige leise Worte wechselten: Man hatte von den Tätern kaum etwas sehen können, der Brand war nicht mehr zu löschen gewesen, sie hatte es leise geahnt, nahm es hin - geschmerzt, doch sie nahm es hin.
"Ich sollte nach Shaya und Savea sehen", meinte sie schließlich leise, doch war es schon eher eine Bitte an ihn - in Gedanken hatte sie nur immernoch dieses Bild vor sich, die beiden im Schnee, zu zweit und doch irgendwie allein... sie versuchten drei Leute, nach Hause zu scheuchen, doch zu den beiden hatte sie erst Cyrion bitten müssen.
Es waren ihre Mägde, ihre dienstbaren Geister, sie sollte nun da sein, hinter ihnen stehen... "Der ritterliche Mensch nimmt auch schreckliches Schicksal an und verzagt nicht im Angesicht der Not. An ihm wollen sich die wirklich Schwachen anlehnen, er soll sie im Namen der Göttin aufrichten, nicht einer der ihren werden."
"Du solltest dich jetzt erst einmal selbst schonen. Es ist zu viel..", Adrian verstummte einen Moment abrupt und meinte dann dumpfer sinnierend: "Alles wiederholt sich eben .. Es .. war auch Vorahnung .. mit dem Familiengrab nicht wahr?"
Sie senkte den Kopf. Hätte sie bloß die Klappe gehalten. Auf einem Spaziergang heute waren sie etwas Richtung Schloß gegangen und sie hatte plötzlich daran denken müssen, daß die Familiengruft dort nun wie ein "Fremdkörper" war, es war nicht mehr sein Schloß, sein Grund und Boden, die Stadt nahezu aufgegeben...
"Nein. Oder... es schoß mir nur als Frage durch den Kopf. Es wäre nichts Ungewöhnlicheres dabei gewesen. Eher mach... ich mir Sorgen um die Stadt. Aber das braucht keine Hellsicht."
Sie sah zu ihm. Irgendwas war los, irgendwas, das sie noch nicht ganz genau erfassen konnte, auch wenn sie wusste, daß die Gruft sein eigener Wunder Punkt, ein alter Stachel im Fleisch war. War es nur das?
"Du.. leg dich bitte hin. Auch.. wenn ich schon ahne.. dass das Familiengrab einmal mehr Bedeutung finden wird."
Sie zog die Brauen zusammen, der Blick wurde eine Mischung aus Frage und Sorge, Erschrecken. "Adrian...? Dir wird nichts geschehen."
"Nein.. vermutlich nicht.. ich bin besser darin, zuzusehen und zu Grabe zu tragen. Gleich.. ob groß oder.. sehr klein."
Sie begriff nun: Rebecca. Das ungeborene Kind Eileens, das dort ebenso in einem winzigen weißen Sarg ruhte. Er wurde die Angst nicht los, daß ihr das Gleiche geschah. Felicitas' Totgeburt, er hatte sie mit entscheiden müssen. Darnas eigene Sturheit, ihren Körper solange fordern zu wollen, wie es irgend ging.
"Bitte ruh dich aus."
"Ich bin nicht Eileen. Du wirst unser Kind nicht daneben legen müssen." - sie konnte es nicht sagen, sie hatte ihre Stimme nicht genug im Griff, um es zweifelsfrei nicht bloß nach Trotz klingen zu lassen, dann verließ er auch schon das Theater, um wie gebeten nach Savea und Shaya zu sehen.
Eine Weile saß sie alleine auf dem wuchtigen Stuhl der ersten Reihe und schaute auf einen unfixierten Punkt. Ja, es war viel. Sie gab sich keinen Illusionen hin, daß es auch viel bleiben würde. "Dieses Kind braucht jetzt schon ein dickes Fell." Doch wenn sie gegen etwas noch die Krallen ausfuhr, dann dagegen, Adrian einen zweiten Rodirian de Mena erleben zu lassen. "Es reicht." Oder ein zweites... tot...
"Nein. ES REICHT!"
Verfasst: Freitag 6. März 2009, 21:30
von Vaughain
Im Schnee stehen, frieren warten, die Hände in den Ärmeln verborgen, das Gesicht unter Stoffen verdeckt, warten, Geduld, jetzt noch nicht. Blicke über die funkelnde Weite des schneebedeckten Landes, Stille, nur das Heulen des Windes in den Ohren, die Worte des Ahas bestenfalls Beigeschmack, wichtiger seine Reaktion, seine Bewegungen, seine Taten.
Die Mädchen sind widerspenstig, sie sollen ihn nicht einlassen, er hätte es an ihrer Stelle wohl auch nicht getan, aber der Ahad gibt nicht auf, Worte waren nie seine Stärke aber der Plan war gut, er würde funktionieren.
Das „Geschenk“ war auf dem Weg, fluchende Kinder des Einen auf dem Weg zur Tür, er vor ihnen, tritt an die Seite seines Herren, wieder warten, gespannter diesmal, gleich würde es soweit sein.
Der Ahad tut es, dringt in das Haus, die Frauen einfach zur Seite geschoben, folgen, an den Mädchen vorbei, ein Blick umher, da eine Treppe.
Ein letztes Mal Geduld, der Ahad bricht die Maskerade, es kann beginnen. Ein Wink, wenige Worte, die Treppe hoch, die Klinge gezogen und fest in der Hand, die Haltung geduckt.
Sie alle müssen durchsucht werden, aber niemand zu sehen, die Mädchen waren allein.
Bericht an den Ahad, er schickt uns weiter, auf die Suche, so soll es sein.
Zurück in das Schlafgemach der Hausherrin, ein Schmunzeln auf den Lippen, endlich ein wenig Abwechslung.
Wühlen in den Schränken und Laden aber wie erwartet nichts brauchbares. Ein einsames Nachthemd neben dem Bett, ein Wunder dass es nicht auch aus Kettengliedern gemacht war, nach allem was er vernommen hatte. Aber unwichtig. Da ein Buch, interessant aber nicht bedeutsam, der Ahad wünscht es dennoch, er wird es erhalten. Weitere Suche , das Bad, die Kammern, nutzloser Tand, nichts von Bedeutung. Chaos da wo er gewandelt war, Besitztümer auf dem Boden verstreut, sollten sie ruhig erkennen dass Er alles gesehen hatte, dass nichts in dieser Kammer, in diesem Haus vor Seinem Zugriff sicher geblieben war.
Wieder hinab, zurück zu den Mädchen, ungeachtet der Geschosse welche die Fenster durchschlagen, hier kann ihnen niemand etwas anhaben, zu viele Mannen, zu viele Geiseln.
Ein hübscher Anblick, diese beiden Dinger, wie sie da gefesselt auf dem Boden liegen, durchaus reizvoll die Angst in ihren Augen zu sehen, zu erkennen wie sie vor Seiner Allmacht zurück schrecken , sich in ihr Schicksal beinahe schon fügen wollen.
Ein Lächeln, ein Name, gutes Mädchen.
Der Ahad ruft, Aufbruch, Fackel werden gereicht, das Haus soll brennen, das Haus wird brennen.
Zurück in ihr Gemach, die Kleider in Brand zu stecken, Gelächter, auch andere finden ihre Freude daran, den Zorn des Herren zu heller Glut zu entfachen.
Die Mädchen sollen bleiben, sollen brennen, bedauerlich, dabei wären sie hübsche Spielzeuge gewesen, so wandelbar, so formbar.
Eine Entscheidung, die Mädchen gepackt, hinaus in die rettende Kälte geworfen, um vor Ihm zu kauern, ihre Angst noch einmal zu durchleben, das Haus zu sehen, mit allem was lieb und teuer war, nun in Flammen , vergänglich, nichtig vor Seinem Antlitz.
Hübsches Haar, brauchbar, eine Strähne, nun war sie Sein, er würde sie benutzen, würde wieder kommen, das war sicher.
Aber nicht jetzt, Geduld, warten, wie es immer war.
Die Retter kommen, natürlich kommen sie, sie kommen immer. Aber zu spät, das Werk war Getan, die Botschaft überbracht.
Rückzug. Fort von hier.
Ein andermal wieder, nicht jetzt.
Geduld.
Und lächeln.
Verfasst: Samstag 7. März 2009, 15:54
von Savea Falkenlohe
Sie hatte die Tür geöffnet. Es kamen so viele im Zuge des Krieges, die an die Türen klopften und um ein wenig Brot baten, oder eine Nacht im Stall nächtigen zu dürfen. Andere bedurften aufmunternde Worte, oder offene Ohren, um ihre schrecklichen Kriegserlebnisse loswerden zu können, manche benötigten einen Heiler.
Dass dieser Abend Shaya und sie auf eine besondere Weise in den Krieg ziehen würden, hatte sie nicht erwartet, als sie mit dem Mann an der Tür sprach.
Seine Robe war mit Blutflecken bespritzt und zunächst dachte sie, er würde Hilfe benötigen.
Nach einer Weile jedoch stellte sich heraus, dass er nicht verletzt und sein Ansinnen ein anderes wäre. Dienen wollte er in diesem Krieg Darna von Elbenau. Er hätte einen Beweis dafür, es ehrlich zu meinen und nicht nur er würde sich in ihre Dienste stellen wollen, sie wären viele.
Savea versicherte, keine Anstellung dieser Art vermitteln zu können und sie sollten es bei der Garde versuchen, aber diese Nacht dürften sie gern trocken im Stall nächtigen.
Er ließ sich jedoch nicht davon abbringen, sie überzeugen zu wollen, so schien es.
Dann ging alles recht schnell… er kam zurück, nicht allein.. mit seiner „Beute“… Letharen, drängte sich ins Haus, schaffte Platz für die Nachhut.
Sie sollen die Letharen der Garde übergeben und Milady wollte gewiß keine der Blauhäute in ihrem Hause wissen, ob nun in Ketten, oder ohne.
Ehe sie sichs versah, funkelte eine Schwertspitze vor ihrem Hals und sie wurde in eine Ecke gedrängt und gefesselt. Auf dem Boden durfte sie dann Platz nehmen und bekam mit, dass es Shaya nicht viel besser erging.
Neben der Standuhr saß sie, während Shaya drei Meter entfernt auf dem Teppich lag, das Schwert der Frau immer im Blick habend. Von überall im Haus drangen die Geräusche zu ihnen.
Gebrüll, Schritte, aufgezerrte Schubladen, Türen knallen. Beinahe nichts mehr blieb an seinem Platz.
Es herrschte Chaos und nur langsam löste Begreifen die Überraschung der Überrumpelung ab und mit diesem kam die Angst.
Nur kurz darauf stellten die „Roten Rächer“ fest, dass es im Haus nicht mehr sonderlich viel zu holen gab und so begannen sie zu zerstören und Feuer zu legen. Hier leckten die Flammen über das Holz der Bücherregale in der Bibliothek, keinen Steinwurf von ihr entfernt, oben züngelten sie über den Stoff der Vorhänge.
Nicht mehr lange und das Feuer würde sich überall ausgebreitet haben. Todesangst schnürte ihr die Kehle zu, als die ersten nach draußen stürmten und es so aussah, als sollten Shaya und sie hier in den Flammen gezielt umkommen. Sie mussten hier raus!
Irgendwie schaffte sie es, sich an der Wand hochzuschieben und die kurze Entfernung zu Shaya zu überwinden. „Wir müssen raus.“ Nichts.. Shaya rührte sich kein Stück, sondern starrte in die Flammen, die sich gierig ihren Weg suchten und Savea wußte, sie würde dort stehen bleiben.
Sie gab ihr einen kleinen Stoß, als irgendein Kerl auf sie beide zukam, sie unsanft mit sich nach draußen riss und sie im Hof in den Schnee stieß. „Ihr bewegt euch nicht.“, lautete der knappe, aber deutliche Befehl, während auch das Nebenhaus Bekanntschaft mit Feuer machte.
Dann beugte sich der Kerl mit gezücktem Dolch zu Shaya herunter und griff ihr ins Haar.
Das war der Moment in dem auch Savea ihre Stimme wiederfand und schrie, während sie versuchte zu den beiden zu robben. Ein Reflex, mit dem Wissen zu spät zu kommen und ohnehin nichts ausrichten zu können.
Kein Gedanke mehr, kein Gefühl, als sie realisiert hatte, dass er Shaya eine Strähne ihres Haars abtrennte, statt ihr die Kehle aufzuschlitzen. Sie selbst schien davon nicht einmal etwas mitzubekommen und vermutlich war dies gut so.
Wie durch Nebel drangen Hufgeräusche an ihre Ohren, laute Stimmen… Stimmen des Aufbruches und Stimmen der Ankunft, während beide Häuser den hochschlagenden Flammen Nahrung gaben und Fräulein Viola plötzlich auftauchte, blutend und ihrer beider Fesseln durchtrennend.
Nein, sie könnte nicht mehr sagen, wer wann aufgebrochen war, wann Fräulein Viole da war und wann die anderen kamen um zu sehen, ob es was zu retten gab.
Es stellte sich jedoch recht schnell heraus, dass keines der Häuser so gelöscht werden könnte, dass mehr übrig blieb, als schwarze, verkohlte Mauern.
Eine Haarsträhne Shayas… sie wußte, was das bedeutete, bedeuten konnte… sie durften sie nicht behalten. Eine vage Idee nahm in ihrem Hinterkopf Gestalt an, noch nicht wirklich ausgereift, sie würde mit einigen Leuten sprechen müssen…
Verfasst: Sonntag 8. März 2009, 12:26
von Shaya Nyrloth
Verschnürt.
Während im ganzen Haus Chaos herrschte, Möbel verrückt wurden, Scheiben zu Bruch gingen, Türen knallten, Schrankinhalte verteilt und Bücher zerrissen wurden, konnten sie nur fassungslos zusehen. Überrannt von einer Horde verfluchter ... “Ihr da... gibt es einen Keller?“
„Kein Keller“ war ihre sofortige Antwort. Überrannt von einer Horde verfluchter, elender... „Bist du dir da vollkommen sicher?“ Es gibt keinen verdammten Keller in diesem Haus, warum fragst du da...
„Ob ich?“ Ein kurzes Aufkeuchen, als er sie am Haar packte. Verkniffen versuchte sie es noch mal mit der Wahrheit „Ich sagte doch...kein Keller!“
Haare frei.
Haare frei. Abstand. Abstand. Abstand. Stuhl. Verdammt!
Sie robbte mit zur Seite gezogenen Kopf fort, soweit es nur ging, nur weg. Und wurde nicht einmal einen ganzen Schritt weiter von einem Stuhl aufgehalten, der ihr wieder klar machte, dass es hier kein wegkommen gab, kein Entrinnen. Kein Entkommen!
„Hast du einen Namen?“ Angst. Panik. Nicht hinsehen. Habe nichts gehört...nichts gehört. Ich bin gar nicht hier. Der Stuhl...der... Symbiose. Ich bin ...der Stuhl. Ich bin der Stuhl. Ich bin der Stuhl.
„Na... oder muss ich noch mal fragen?“
Wie war die Frage? Egal, einfach irgendwas sagen. Sie sagte... irgendwas. Es funktionierte nicht. „Name... Mädchen ... dein Name.“ Nicht den Namen, auf keinen Fall den Namen. Ich habe keinen Namen. Ich bin der Stuhl. Ich bin der Stuhl. Knirschend ging er in die Hocke, faltete die Hände, sah sie an. Entsetzen. Immer noch Angst. Noch mehr Panik...ich bin der...ich...ich bin... Stuhl... ich bin... ich bin... ich bin...
„Shaya...“
„Glück gehabt...Mädel.“ Seine Worte nur ein Raunen, dass es ihr eiskalt den Rücken hinunterlief, gefolgt von einem zischeln ...Schlange ...ehe er die Hand nach einer Fackel ausstreckte und sich erhob. Irgendwo Gesprächsfetzen „ ...nettes Spielzeug...“, „...in der Tat...“, „...hätte sie gern behalten...“ Sie schauderte, schluckte bei seinen letzten Worten, bekämpfte aufkommende Übelkeit.
Moment...was war das?
Sie starrte auf die Fackel. Nein, nein, nein. Keine Fackel, keine Fackel, nicht entzünden, alles nur nicht... bloß kein, Temora Hilf, bitte kein...kein...
Feuer. Gierig leckten die Flammen nach dem Holz der Möbel, fraßen sich hindurch, suchten neue Nahrung, Rauch überall, Hitze. Starr sah sie auf die Flammen, jedweder Gesichtsfarbe beraubt. Nein, bitte kein...neeeeeiiiiin...Feuer.
Feuer
Feuer
Feuer
Feuer
Feuer...
Feuer...Feu...er ...Feu ...F ...F ...F.
Sie blinzelte, als Savea sie aus der Starre schüttelte „Wir müssen hier weg!“
Wann sind wir...wie sind wir...?
Das Anwesen brannte lichterloh, und das Nebengebäude konkurrierte mit ihm im Kampf um die höchsten Flammen. Wieder halbwegs bei Sinnen zappelte sie herum, bis Viola die Fesseln durchschnitt. Irgendwo die Hufe von Pferden und Stimmen, reges Treiben, während ihnen nichts weiter übrig blieb, als sich zu entfernen, und hilflos zuzusehen, wie das Anwesen nieder brannte. Zusammengesackt im Schnee, fassungslos bei den Händen haltend, die Kleidung nass und von Rauch verdreckt, die Gesichter vom Rauch geschwärzt, hustend, weil die Lungen brannten und das Atmen schwer fiel, mit Tränen in den Augen, von Qualm und anderem hervorgerufen.
Verfasst: Sonntag 8. März 2009, 13:08
von Savea Falkenlohe
Sie hatte eine nagelneue Kleiderbürste vom Barbier besorgt und strich noch penibler und sorgfältiger als sonst über Darnas Mantel. Gerade dem Kragen und der Schulterpartie maß sie besondere Aufmerksamkeit bei.
Immer wieder ein kontrollierender Blick auf die feinen Borsten der Kleiderbürste und immer mehr Kleidungsstücke stapelten sich auf dem Bett Miladys und seiner Hoheit.
Einige Zeit später, verstaute sie die Bürste sorgsam in einem Beutel, hängte alles wieder an seinen Platz und verließ das Stadthaus.
Sie sah gebannt zu, wie der Barbier fast jedes Haar einzeln aus der Kleiderbürste holte und auf seinem Tisch die feinen Haare langsam zu einer dünnen Strähne wurden, während sie mit ihm plauderte.
Er nahm sie am oberen Ende, strich mit den Fingern einmal die Länge ab und mit Hilfe heißen Bienenwachses sorgte er dafür, dass die Strähne am oberen Ende nun auch zusammenhielt.
Behutsam verstaute sie die Strähne wieder im Beutel und machte sich auf den Weg zur Bäuerin Yette, Einkäufe mussten getätigt werden.
Währenddessen war ein Herold unterwegs im alatarischen Reiche, um an jedem Haus ein Sprüchlein aufzusagen.
Verfasst: Montag 9. März 2009, 14:55
von Anastasia Swynedd
Genugtuung
Wie von kleine Blitze erfüllt, leuchtete die Abendluft. Es sirrte und flackerte, weswegen unerfahrene Portalreisende kaum direkt in Richtung des Tores blicken konnten. Es fühlte sich an, als würde sich die Netzhaut langsam aber sicher von dem eigenen Augapfel lösen und einen auf Grund dessen für immer in ewige Dunkelheit hüllen. Mit Sicherheit kostete es den ein oder anderen unerfahrenen Alatari viel Überwindung den letzten Schritt durch das, von der Lethra erschaffene, Portal zu tätigen. Doch natürlich sah man die verschiedenen, dadurch aufkeimenden Emotionen, keinem der tapferen Recken an. Person um Person schritt durch das Tor, Krieger um Krieger verschwand mit dem letzten Schritt in der all umhüllenden Dunkelheit der Wanderung zwischen verschiedenen Orten. Und schließlich stand auch Anastasia schweigend vor dem flimmernden Durchgang. Der Weg würde sie alle früher oder später direkt in Richtung des Hauses der ketzerischen Paladina führen. Die Luft, gefüllt von einer unbekannten Art der Spannung, zerrte zu jeder Sekunde an der zerschlissenen, gut verhüllenden Robe. Je nach Einwirkung der Luft zeichnete sich mal mehr, mal weniger die darunter liegende Rüstung ab. Die schweren Platten sollten unbemerkt während des Übergriffes den Leib der jungen Gardistin, für den Abend billige Söldnerin, schützen. Knirschend hob sich die Brustplatte ein Stück weit in die Höhe, als sie den letzten Schritt durch das Portal, in die Dunkelheit nahm. Es fühlte sich an, als würde Ihr jegliche Luft aus der Lunge gesogen. Die Lungenflügel schienen jegliche Spannung verloren zu haben und während des Eintrittes in die Dunkelheit nun eng geschnürt zu sein. So oft sie auch einen Atemzug nehmen wollte, das Organ schien sich nicht mehr zu regen. Keuchend starrte sie mit weit aufgerissenen Augen in die undurchdringbare Dunkelheit vor sich. Inzwischen hatten sie die Menschen und Letharen wieder um den schwarzen Marschall versammelt, erging es Ihnen auch so? Waren sie auch atemlos? Mit dem nächsten Schritt in Richtung der Ansammlung, kehrte Leben zurück in das unbewegte Organ. Blut strömte wieder pulsierend durch die Venen und langsam begannen auch die Lungenflügel sich wieder rythmisch zu bewegen. Einatmen, ausatmen, einatmen – dann wieder ein Schritt nach vorne. Erneut war die Luft erfüllt von einem Sirren und einer unsichtbaren Spannung, diesmal allerdings schien es um ein vielfaches an Intensität zugenommen zu haben. Schweigend und bemüht konzentriert, mit geordneten Gedanken, ordnete sich die Kriegerin wieder in die Reihe der anderen Alatari ein. Das nächste Portal schien allen weniger Sorge zu bereiten, immerhin stelle es einen Lichtblick in der Schwärze dar. Und doch war es der Ausgang, nach welchem das Spiel beginnen sollte. Verbündete Letharen sollten zu Gefangenen werden, alatarische Krieger zu billigen Söldner und sogar der Ahad sollte nach dem Schritt durch das Portal ein verschlagener Anführer des Söldnerhaufens werden. Ein Atemzug, noch einer, dann begannen die Schneeflocken wieder um die junge Kriegerin zu tanzen. Der kühle Abendwind zerrte an der weit geschnittenen Robe und das Atmen fiel Ihr so leicht wie lange nicht mehr. Das beklemmende Gefühl einer Portalreise, fiel wie eine Last von Ihren Schultern. Zurück auf sicherem Boden, bestehend aus bekannten Materialien wie Kies oder Sand, gab Ihr auch die sonst so sture Sicherheit zurück.
„Aufstellung annehmen.“, klang die so vertraute und doch zugleich ungewohnte Stimme des Ahad an Ihr Ohr. Er hatte sich bereits perfekt in seine Rolle eingegliedert, so dass er sich nicht nur bewegte wie ein verschlagener Anführer, sondern auch sprach wie ein Mann, der sich sein Leben lang durch krumme Geschäfte über Wasser gehalten hatte. Das Anwesen des Haushaltes von Elbenau erstreckte sich über einige Gebäude, angeordnet um einen schlichten Vorplatz. Doch bereit hier erste Anzeichen der Ketzer: Statuen der Hurengöttin, wie auch bläuliche Farben, die sich dem aufmerksamen Betrachter förmlich aufdrängten. Das Anwesen selber wirkte recht verlassen, weder vernahm man die Geräusche des geschäftigen Arbeitens, noch konnte man eine Menschenseele dort erblicken. Der Ahad und zwei von ihm ausgewählte Männer, sollten sich der Verhandlungsgespräche an der Haustüre mit möglichen Anwesenden annehmen, während der zweite Trupp formiert in Höhe des Stalls auf den Einsatz wartete. Eine Ewigkeit schien zu vergehen, sogar die einzelnen Schneeflocken hatten sich auf den Schultern der unbewegten Schauspieler inzwischen zu einem großen Ganzen zusammengefunden. Hier und da strich man sich mit der Hand den Schnee von den Schultern, immer mal wieder wurde das Gewicht des Körpers, wie auch der Rüstung langsam von hinten nach vorne und wieder zurück verlagert. Sie, Anastasia, stand kaum einen Schritt vor der Lethra, welche heute die Gefangene darstellen sollte. Ihre eigene Haltung war wachsam, während sie mit viel Mühe die langsam in die Glieder steigende Kälte niederrang. Man konnte von dieser Position aus, weder Gespräche, noch Bewegungen an der Eingangstüre des Anwesens wahrnehmen. Warteten sie umsonst? War das Spiel vielleicht schon durchschaut worden, noch bevor es begonnen hatte? Die gesamte Gruppe schien unruhig zu werden, so konnte man die zischelnden Stimmen der Letharen hören, wie aber auch das ungehaltene, doch unterdrückte Murren des ein oder anderen Kriegers. Mit Sicherheit überschnitten sich in diesem Moment der ein oder andere Gedankengang der Alatari. Wie würde es weitergehen?
Nur wenige Minuten später, man hatte sich wohl so eben mit der Situation der Stagnation abgefunden, kehrte der schwarze Marschall zurück: „Sie glauben uns nicht und möchten die Gefangenen sehen. Überbringt sie!“. Da kehrte Bewegung zurück in die Leiber. Die bewachenden Söldner führten die beiden gefangenen Letharen langsam und mit all Ihrem schauspielerischen Können nach vorne, wo sie bereits von den beiden Mägden des Haushaltes erwartet wurden. Sie schienen so sehr von sich selber eingenommen, dass sie weder die Farce erkannten, noch die eigene Naivität niederringen konnten. Mit nur wenigen Schritten drängte sich der schwarze Marschall noch sichtbar wohl gesonnen in das Anwesen, um den dazu gehörigen Altari den Weg auf aufdringliche Art und Weise zu ebnen. „Mit so vielen Gästen haben wir aber nicht gerechnet...“, stieß eine der beiden Frauen überrascht aus. Nein, sie hatten mit Sicherheit auch nicht mit einem derart nahtlosen Übergang gerechnet. Der gerade noch so handelswillige Anführer der Söldnerhaufens, erteilte plötzlich Befehle wie „Fesselt sie.“ oder „Durchsucht das gesamte Haus“ und so schnell sich die Alatari verteilten, um Ihren Aufgaben nachzugehen, so langsam beschlich die beiden Mädge der Verdacht, dass etwas nicht stimmte. Gefangene Letharen wurden zu Verbündeten der Söldner, welche sich als Anhänger Alatars entlarvten. Der Anführer, blieb Ihr Anführer, wenn er auch andere Intentionen als noch zuvor hatte. Amüsiert von diesem Treiben und den beiden Angestellten, die langsam aber sicher begriffen, was um sie herumgeschah widmete sich Anastasia einer der beiden: „Entweder Du hilfst mir jetzt, indem Du Deine Arme nach vorne streckst und Dich nicht dagegen wehrst, oder wir werden ein wenig Spaß miteinander haben. Auf meine Art und Weise.“, kühl bleckte sie der wesentlich älteren Frau die weißen Zähne entgegen. Und überraschenderweise arbeitet sie dort, in Ihre Ecke gedrängt, mit. Sie schien wütend zu sein und nährte mit dieser Emotion das Treiben Anastasias nur noch umso mehr. Es bereitete Ihr Vergnügen mit der Klinge ein Spielchen zu spielen, so dass sie jene immer wieder gefährlich nah an den Körper der Angestellten Savea führte. „Dort, auf den Teppich, neben Deine Freundin.“, zischte sie Ihr auf die Frage der Hausmagd entgegen. Ihre Züge waren wie immer unbewegt und nur schwer zu lesen und dennoch glitten die Augen entzückt immer wieder über die Gesamtheit des Szenarios hinweg. Eine zweite Angestellte saß bereits gefesselt und deutlich verängstigt auf dem blauen Teppichboden, während herumwühlende Alatari Ihre Spuren hinterließen: Bücher lagen verstreut auf dem Boden, Pflanzen wurden aus Ihrem Nährboden gerissen und Scherben bedeckten den Holzboden. Die Verwüstung nahm Ihren Lauf, noch während ein Krieger schließlich die vernichtende Waffe im Obergeschoß entdeckt hatte: Fackeln. Umso schneller schienen die beiden Angestellten nun zu verstehen: „Ihr wollt doch nicht ...“, kreischten sie. Der hochfrequentige Klang ließ die junge Kriegerin erschaudern, eine Welle der Erregung durchfuhr Ihren Leib. Diese Genugtuung... rasch nahm sie eine der Ihr dargebotenen Fackeln und entzündete sie knisternd an einem der Kerzenleuchter. Bald schon hatten mindestens drei Alatari eine der brennenden Fackeln in Ihrer Hand, während die Gesichtszüge von Verrücktheit, im normalen Fall wohl so bezeichnet, gezeichnet wurden.
Der Feuerteufel hatte sich in die Körper vieler Alatari geschlichen, weswegen in nur wenigen Momenten das Anwesen derer von Elbenau in ein Meer von Flammen verwandelt wurde. Die Farben des Feuers spiegelten sich in den entzückten, teilweise teilnahmslosen Mienen der Anhänger Alatars, während sie bereits eilige das brennende Haus verließen. Erneut erfüllt von Genugtuung blickte Anastasia zu den beiden Gefesselten, sie würden in Ihrem eigenem Haus zu Tode gekommen und selbst Ihre Hausherrin, die Paladina, würde nur mehr die verkohlten Leichname entdecken können. Ob sie die Aschehaufen noch auseinander halten konnte? Was war ein Möbelstück und welche Partikel des dort liegenden Aschehaufens mochten wohl Ihre Angestellten gewesen sein? „Hach, welch traurige Geschichte“, ging es Anastasia noch voller Ironie durch den Sinn, als auch sie als eine der Letzen das Anwesen verließ.
Die Rückreise durch das Portal stellte sich als weniger problematisch als noch die Hinreise dar. Ihr gesamter Körper war noch immer von dieser so anregenden Genugtuung erfüllt, dass kaum mehr Platz für andere Emotionen und Gedanken war. Äußerlich betrachtet ging es nicht vielen so wie Ihr, sie alle hatten bereits wieder Ihre recht unleserliche Maske aufgesetzt, während sie nun in Reih‘ und Glied vor dem Ahad, Ihrem Anführer standen. Einige Worte zu dem Übergriff, sie streichelten die Seele der jungen Gardistin und verschafften Ihr noch zusätzlich eine Art der seltene Befriedigung, dann allerdings kam mit einem wuchtigen Schlag die Ernüchterung: Die Gefangenen hatten das Haus verlassen können. Sie hatten es durch Hilfe eines Alatari verlassen können. Wie weggespühlt war die Befriedigung, die Genugtuung und die neue Welle brachte Enttäuschung, Wut und Unverständnis. Hatte etwa schließlich doch Mitleid in den Reihen der Alatari gesiegt?
Verfasst: Montag 9. März 2009, 17:54
von Darna von Hohenfels
(in der Nacht nach dem Brand)
Täter
Dunkelheit lag über dem Anwesen, umhüllte es wie eine diffuse Wolke, warnend, kalt. Sie sah dorthin und versuchte, den Nebel zu durchdringen. Was war da, das sie abgehalten hatte, was war das für eine Furcht gewesen, was hatte dort gelauert, daß sie nicht dort hin hatte gehen sollen, um ihr Heim und ihre Leute zu verteidigen, die ihr wie eine Familie waren?
Was?
Savea stand dort, und vor ihr stand eine andere Person: dunkel, schwarz, groß, deutlich größer als Savea, die zusammengeballte Verkörperung dessen, was über dem Anwesen gelegen hatte. Wieder wurde ihr kalt. Nach Rosen und Putzmittel sollte er gerochen haben, doch sie hatte mit der Information nicht anfangen können. Sie kannte eine solche Person nicht, er war ein Fremder, nicht? Er starrte Savea an und sein rechter Arm streckte sich aus, der Finger deutete auf ein Schild.
"Lady. von. Elbenau." Jedes Wort eine Forderung, als könne er die Genannte aus Savea herausschütteln. "Wo ist sie?"
Die Geste blieb starr. Seine Hand deutete anklagend zum Schild, zum Messingschild, das einst neben der Tür zu ihrem Büro gehangen hatte, eingravierte Lettern: "Oberst von Elbenau".
Sie hörte Savea wieder: "Lady von Elbenau. Er beharrte darauf. Er zeigte auch auf das Schild."
Darna sah wieder von dem schwarzen Handschuh mit dem ausgestreckten Zeigefinger zu dem Messingschild. Oberst von Elbenau. Es musste eh ein alter Feind sein, schon lange hatte sie schlicht nicht mehr persönlich und direkt Rahal auf die Füße getreten, die Gesichter verblassten...
doch da war der Hinweis.
"Er zeigte auf das Schild." Lady von Elbenau. Oberst von Elbenau.
DAS war der entscheidende Hinweis! Eine halbe Drehung, ein Ruck und sie saß senkrecht, starrte in das Zwielicht, das das Feuer vom Kamin im Keller verbreitete. Ihr war irgendwo klar, daß sie geschlafen hatte, dennoch glitten die Gedanken holprig mit der verwehenden Betäubung des Aufwachens durch ihren Kopf. Das war wichtig gewesen, nicht vergessen: das Schild.
Sie musste es auch gemurmelt haben, denn Adrian sah sie verwirrt an, doch ging er zunächst nicht näher darauf ein, verschwand nach oben, um etwas zu holen. Sie saß noch immer und blinzelte vor sich hin.
Das Messingschild. Das über der Vitrine...
gehangen...
hatte.
Die Stelle war leer.
Leer gewesen, als er im Haus gestanden haben musste. Er hatte nicht auf das Schild deuten können. Das lag sorgsam eingepackt unter ihren persönlichen Besitztümern. Kleckerweise meldete sich ihre Ratio zurück zum Dienst. Er musste das Hausschild gemeint haben. Übrig blieben eine ernüchternde Feststellung:
"Ich hab mich geirrt."
und Verwirrung. Es war ihr so wichtig vorgekommen...
Verfasst: Freitag 13. März 2009, 15:15
von Savea Falkenlohe
Eine Weile saß sie vor dem Feuer des Kamins und starrte nachdenklich auf zwei Haarsträhnen in ihren Händen, die sich derart ähnelten, dass sie selbst nicht hätte sagen können, welche Strähne echt und welche Strähne Fälschung war.
Der Barbier hatte ganze Arbeit geleistet, mit dem Auftrag ein kleines Haarteil in Form einer Strähne anzufertigen, welches dem Haar Darnas wie ein Ei dem anderen ähnlich sah. Eine Mischung aus feinem Ziegen- und Ochsenhaar und eine Menge Farbproben ergaben ein mehr als zufriedenstellendes Ergebnis.
Der Herold jedoch, den sie durch das alatarische Reich geschickt hatte, er kam unverrichteter Dinge zurück. Es war ein Versuch, dem sie hatte nachgeben müssen. Sie wußte, was es bedeuten konnte, wenn persönliche Dinge in Händen kranker Hirne sind. Sie hatte getan was sie konnte.
Beide Strähnen flogen ins Feuer und sie rührte sich nicht von der Stelle, bis auch nicht von einer Strähne ein Rest in der Asche blieb.