Seite 1 von 1

Verbindungen besonderer Art: Der Orden erwacht

Verfasst: Donnerstag 5. März 2009, 16:30
von Tarja Lycron
Funkelnde Diamanten

Es war interessant mit anzusehen, wie sie sich zerfleischten und sich gegenseitig nicht reifer behandelten als ein kleines Kind. Jeder schob dem Anderen den schwarzen Peter zu, nur um nicht derjenige zu sein, der dem Erwarteten nicht entsprach.

War es also wirklich Zeit, andere Verbindungen zu suchen? Verbindungen untereinander auszurufen, damit sie eine direkte Führung hatten?

Sie hatten ihre Lehre begonnen und sie würden ihre Lehren fortsetzen. Aber sie mussten geschliffen werden. Sie funkelten alle irgendwie, aber keiner war ein wirklich nennenswerter Diamant. Alle hatten ihre Feinheiten, aber diese waren noch lange nicht ausgeprägt.


Damals hatte sich Lucan um mich gekümmert...

Sie hatte ihn lange nicht mehr wirklich gesehen. Vielleicht war sie dem auch aus dem Weg gegangen, wer wusste das schon so genau. Mit den Fingerspitzen tippelte sie auf den Tisch in der Bücherei, während sie sich einige Bücher ansah.

Es würde eine Verbindung besonderer Art werden. Höchst explosiv und sobald sie ihn geschliffen hatte mit einem solchen Ehrgeiz und einer kompletten Körperbeherrschung, dass man ihn kaum wiedererkennen würde. Vielleicht würden die Anderen ihn bemitleiden. Sie hatten das Glück, das keiner ihrer Mentoren so explosiv war wie sie. Die hellen blauen Augen wanderten durch den Lehrsaal.


'Ich werde dich schon züchtigen.. du wirst der strahlendste und geschliffenste Diamant dieser Burg werden.'

Das Buch wurde zugeklappt. Am heutigen Abend würde die Zusammenarbeit losgehen. Sie war angespannt und nahezu neugierig darauf, was passieren würde. Edward war nun unter ihren Fittichen und er wusste vermutlich noch gar nicht, auf was er sich da einlassen würde. Eine interessante Verbindung von Lehrer und Schüler.

Es galt noch einiges vorzubereiten. Sie hatte ihn darüber in Kenntnis gesetzt sich vorzubereiten. Auch sie musste ihren Schein wahren und sich vorbereiten. Nach dem gestrigen Tage und der Übergabe ihres 'Geschenkes' an die Templer hatte sie Hoffnung in Edward gelegt. Er hatte es geschafft einen Hohepriester einzufangen und das mit der bloßen Wortgewandtheit. Nicht viele schafften das. Auch, wenn es Tarja Überwindung gekostet hatte Tithus nicht jeden Knochen einzeln zu brechen, sie hatte sich Mühe gegeben und hatte es geschafft. Der Wunsch danach ihn in Flammen aufgehen zu lassen, zu zerstückeln, ihm die gleichen Schmerzen zuzufügen - dieses Gefühl, diese Gedanken lösten in ihr ein wunderschönes Schauermärchen aus. Ein Raubtier, welches nahe daran war sich auf die Beute zu stürzen.


'Magistra, ich möchte etwas von euren Künsten sehen...'
Oh Edward, wie gerne würde ich dir diese zeigen.. ihn zerstückeln, ihn leiden sehen, so, wie er ihn hat leiden lassen..
Sie wischte die Gedanken weg und presste unter geschlossenen Lippen hervor, dass es nicht sinnvoll war sie auf ihn loszulassen. Sie würde ihm die Augen auskratzen und das wäre das Harmloseste gewesen, was sie hätte tun wollen. Sie mussten ihn wegschaffen, so, wie sie es vereinbart hatten. Sofort. Und dies geschah auch.

Wie man sah und wie man fühlte: Es wurde Frühling - und mit dem Frühling erwachte der Orden zu neuem Leben.

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 01:10
von Pavel Istor
Das Buch mit dem dunklen ledernen Einband klappte dumpf zu und wirbelte dabei eine kleine Staubwolke auf, die im flackernden Schein der Kerze auf dem Tisch umher stob. Erst verteilten sich die kleinen Funken in einer chaotischen Unordnung in der ganzen Luft, um dann im nächsten Moment in einer formvollendeten Figur still zu stehen, als habe „Zeit“ jede Bedeutung verloren. Pavel betrachtete dieses Spiel mit eher beiläufigem Interesse, die Finger seiner linken Hand fuhren nachdenklich die goldenen eingestickten Lettern des Buches nach.

„Einführung in die Geschichte Varunas“. Selten hatte er ein derart langweiliges Buch studiert und es kümmerte ihn kaum, dass er sich in der ganzen Zeit seiner Ausbildung nie damit beschäftigen hatte müssen. Doch die neue Aufgabe, die man ihm zugewiesen hatte, verlangte durchaus auch, sich mit unbequemen Dingen zu befassen, und er würde diese Aufgabe wie all die anderen mit Bravur bestehen, die man ihm aufgehalst hatte.

Er erinnerte sich gut an jene ersten Tage im Schoß der Gemeinschaft des Ordens. Die abschätzenden Blicke, mit denen er beobachtet wurde, vor allem die seiner Lehrerin, die ihm ohne Worte stets den stummen Rat mit auf den Weg gegeben hatte „Hüte dich, ich beobachte dich, Bauernsöhnchen.“. Allen zu beweisen, dass er fähig war, mochte er geschafft haben. Doch noch war er lange nicht am Ende.

Mit einem leisen Seufzer ließ sich der junge Magus in den Stuhl zurücksinken, einer der wenigen Momente, in denen er sich vollkommene Entspannung gönnte. Denn ein entspannter Körper schien ihm immer die Grundlage zu sein für einen wachen, biegsamen Geist. Der militärische Drill, die strenge Disziplin, die er sich im Laufe seiner Lehrzeit angewohnt hatte, die straffe, aufrechte Haltung, „Brust raus, Bauch rein“, die beinahe senkrechte Sitzhaltung bei offiziellen Anlässen – diese Rolle zu spielen war ihm leicht gefallen, solange er Zeiten für sich hatte.

Er kniff kurz die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. Nein, für belanglose Gedanken an die eigene Vergangenheit war noch keine Zeit, ebenso wenig für Schlaf. Das Gespräch mit seiner Schülerin beschäftigte ihn noch immer. Revale hatte ihn überrascht, das musste er sich eingestehen – obwohl ihr Auftrag noch nicht alt war, hatte sie bereits einen Plan geschmiedet, der funktionieren konnte, wenn sie sich gut genug vorbereitete. Überhaupt wurde er von allen Schülern, die der Orden derzeit hatte, am wenigsten aus Revale schlau. Im einen Moment abweisend und kühl konnte sie im nächsten Augenblick fast liebenswürdig sein – vergaß man die Tatsache, dass auch ihr eine gefährliche Macht innewohnte.

Das dünne Buch verschwand mit einem kratzenden Geräusch in einem der Bücherregale, die Pavel in seinem Zimmer hatte anbringen lassen. Vielleicht hatte er mit Revale keine schlechte Karte gezogen, sie war klug und gerissen und so manch anderer ihrer Schüler wäre an dieser Aufgabe womöglich gescheitert. Ihr räumte er zumindest eine Chance ein – und er würde sie darauf vorbereiten, so gut es ihm möglich war. Auch wenn sie ihn danach hassen mochte.

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 09:49
von Jana Layani Thyrmon
Das Kaminfeuer loderte leise, knisternd vor sich hin, während sie über so manch einem lehrreichen wie auch langweiligem Buch saß. Ihre Gedanken schweiften ab, der Blick richtete sich ins Feuer. Würde man sie sehen, hätte man nicht definieren können ob sie nun nachdenklich ist, sich auf irgendetwas konzentriert oder einfach nur das Bild der Flammen genießt. Doch in jenem Moment züngelten für ein paar Sekunden die Flammen gefährlich hoch. Mittlerweile war es ein Kinderspiel das Lied für seine Zwecke zu manipulieren und ein fast schon zufriedenes Lächeln legte sich auf ihre Gesichtszüge.

Yara sollte es also sein … noch unscheinbar, jedoch eine wissbegierige Schülerin, nun unter den Fittichen von Jana... es wird ein interessantes Zusammenspiel werden. Nur zeigt sie sich selten, sie scheint wohl eher untergründig zu arbeiten. Aber es war nicht sinnvoll, sich nur über Büchern den Kopf zu zerbrechen. Ja, es wurde langsam Zeit sie nach außen zu bringen. Yara sollte sich auf ihre Aufgabe konzentrieren und vor allem gut vorbereiten. Es würde nicht einfach werden, aber es lag eine interessante Grundlage darauf.

Selbst ihr Schein musste gewahrt werden, und selbst sie musste sich noch vorbereiten, es gab viel zu tun und das sollte möglichst bald geschehen.

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 13:24
von Adarzar Rabenstein
Mhhh.... seine Magistra, fähig ohne zweifel und mit der gewissen führenden Hand. Wahrlich hätte er sich keine bessere Leitung und unterstützung wünschen können, nun endlich war er in der Lage denen sein Können zu beweisen welche es für seine Zwecke dienlich waren. Mit einem sanften Lächeln auf den schmalen Zügen betrachtete er den Aushang eine Weile um dann jedoch zu dem Gefangenen zu stapfen und diesen mit bohrenden Fragen zu löchern...

war dies der Anfang einer Aufgabe die von den beiden mit Bravur gelöst werden würde? Die Zeit würde es zeigen. Vorerst jedoch musste alles in die Wege geleitet werden, vielleicht war es Schicksal das er just nach diesem Auftrag mit seiner Magistra losgezogen war um zusammen mit Rahal einen Messerstich in die Brust Varunas zu setzen, sie sollten sich nichtmehr sicher fühlen nichtmal mehr in ihren eigenen 4 Wänden. Doch jeh mehr er mit Tarja zusammenarbeitete und je mehr sie ihn an ihrer Kraft und ihrem Wissen teilhaben ließ, wuchs die Macht in ihm - sie war nicht länger nur seine Magistra, sie war zur Mentorin gewachsen, mehr noch zu einem Idol. Jeder Strauch, jedes Haus, jeder Stein in diesem Teil Gerimors wurde genau in Augenschein genommen wohl mit der Intention dem Elegido und der Maestra einen Bericht abzuliefern welcher das perfekte Harmonieren der Mentorin und des Schülers nur unterstreichen sollte.

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 20:56
von Nataley Julie Lorenz
Sie legte das Buch beiseite und zog die Decke nach oben bis zu ihrem Hals. Ihre Pläne mussten gut durchdacht werden. Es könnte über ihren Aufstieg oder ihrem Fall entscheiden.
Jeder Schritt könnte der Falsche oder der Richtige sein.

Pavel an ihrer Seite, war durchaus wichtig. Er würde im Notfall ihren Geist von einem zu engen Plan befreien können oder ihr Varianten aufzeigen können, die bisher noch nicht bedacht worden waren.

Aber alles im Allem würde sie Erfolg haben, dessen war sie sich sicher.

Verfasst: Freitag 6. März 2009, 23:50
von Tarja Lycron
Stein auf Stein. Stein auf Stein!
Das Häuschen wird bald fertig sein.
Oder auch nicht, denn es war zerstört.
Nahezu dem Erdboden gleich gemacht.
Viele Flamme, viele, viele Flammen!
Böses kleines Feuerteufelchen.

Sie hatte sich für den Abend die Begleitung von Adarzar gewünscht. Nun, was hieß gewünscht. Sie hatte es entscheiden lassen. Derjenige, der zuerst "Hier" gerufen hatte sollte die Ehre bekommen, sie zu begleiten. Gruße Dinge waren geplant. Und sie hoffte, Adarzar würde sie nicht enttäuschen.

... Schritt für Schritt ...


Sie hatten ihre Farben abgelegt, die sie sonst zu erkennen gegeben hatten. Adarzar blieb trotzdem meist an ihrer Seite. Immer einen kleinen Schritt hinter ihr. Fraglich war nur: Beschützte er sie oder suchte er hinter ihr Schutz?

... Befehl ist Befehl ...

'Du wirst ihm und seinen Befehlen heute folgen...'
Leise Worte in seinen Gedanken, als er sie fragend ansah. Kein Arkorither lies sich befehlen. Niemals. Aber heute war es von Nöten. Sie mussten alle funktionieren in dem kleinen Spiel.

... Der Weg ins Ungewisse ...

Schritt. Schritt. Vermeindliche Gefangene. Schritt, Schritt. Gleichschritt. Stapfen im Schnee. Es war seine Aufgabe, den schwarzen Marshall zu begleiten. Als Söldnertrupp wollten wir alle angeheuert werden. Listige Zungen, falsches Spiel. Es scheiterte. - Erstmal.

Aber es sollte klappen. Nur wenige Lidschläge später standen wir alle im Haus. Jap. Es war so einfach. Sie hatte ihren Schüler aus den Augen verloren. Er war vermutlich in seinem Element. Er konnte zerstören.

Erste Zusammenarbeit konnte also als erfolgreich verbucht werden. Alles weitere würde folgen.

Verfasst: Samstag 7. März 2009, 16:50
von Valterian de Valshess
Was ist die Rolle eines Mentors? Ist ein Mentor eine Person, die mit Rat und Tat seinen Schützling zur Seite steht? Dem lernenden Hilft die Ihm gestellten Aufgaben zu Lösen? Valterian überlegte eine längere Zeit was genau seine Rolle sein sollte. Ihm wurde Shalys zugewiesen. Doch die wahre Aufgabe eines Mentors liegt darin eine Leitfigur zu sein. Jemand der zum Denken anregt und inspiriert, dem Lernenden nur aufzeigt wie er selbst zu Lösung findet. Nicht aber sollte ein Mentor mit seinem Schützling gemeinsam zusammen in die Welt hinaus ziehen um Aufgaben zu Lösen dessen Antworten er bereits kennt. Der Lernende soll dadurch wachsen und gedeihen und sein Einfallsreichtum unter Beweis stellen. Er muss seinen nutzen für den Orden der Arkorither zeigen.

So war also für Valterian klar, er würde Shalys auf Ihren weg nur Indirekt begleiten. Valterian würde nur beratschlagend zur Seite stehen. Er würde ein wachendes Auge auf Sie halten. In ihrer nähe verweilen und beobachten. Doch aber so notwendig einschreiten, so sein Schützling in Situationen gelangt welche Shalys noch nicht allein in der Lage ist zu bewältigen. Zu viele Feinde besitzt der Orden welche nur darauf warten, dass ein Junger Studiosi der Arkorither in Ihre Falle tritt. Denn solange Sie noch schwach sind, kann man Sie leicht besiegen. Der Schlüssel zum Sieg liegt seit jeher darin, den Feind zu bezwingen bevor er zur wahren Stärke findet.

Die gaben eines Magi lassen es zu, dass man verborgen vor jenen bleibt die das wahre Gesicht einer Person kennen. Valterian folgte Shalys schon seid einigen Tagen auf Ihren Reisen. Sicher hatte Sie seine Anwesenheit nicht bemerkt. Valterian lernte schnell mit seinen neuen gaben umzugehen, allerdings nicht ganz so schnell wie Pavel und Jana. Doch am Ende wird stets die Person Siegreich sein die das meiste durchhalte vermögen besitzt. So traf Valterian sich mit Shalys in den frühen mittags Stunden. Es war an der Zeit ihre ersten schritte zu beratschlagen. Valterian machte nur Andeutungen und sein Schützling fand die Antworten auf seine Fragen schnell selbst. So wie es sein sollte. Shalys hatte keine leichte Aufgabe erhalten. Doch Valterian war sich sicher, sie würde es zu meistern Wissen und Ihn stolz machen.

Verfasst: Samstag 7. März 2009, 17:20
von Pavel Istor
Die scharfen Fänge schlugen in den Arm des Ungeheuers, rissen tiefe Wunden, die nie wieder heilen würden. Ein harter, mächtiger Schlag der klauenbewehrten Pranke, so stark, dass ein einfacher Mensch ihm nicht standzuhalten vermocht hätte - doch der Troll stand noch immer, geschwächt, wankend, aber den funkelnden Glanz des Dranges nach Leben im Blick. Mit einem wütenden Aufschrei riss er seine Waffe empor, sammelte all seine Kraft und ließ sie wuchtig auf den Schädel des Höllenhundes herabsausen, der sich nun in seine Wade verbissen hatte. Ein Moment verging - ein weiterer - und die Fänge lösten sich aus seinem Bein, ein schwaches, wehleidiges Winseln war das Letzte, was von seinem gefährlichen Gegner zu hören war. Kaum mehr als ein Funken Kraft war noch im Leib des Höllenhundes, sein feurig rotes Fell hatte mit einem Mal nur noch den matten Glanz verrosteten Eisens - und plötzlich verschwand der tote Körper in einer rauchigen Wolke, als sei er von einer höheren Macht aus der Wirklichkeit gerissen worden. Der Troll grunzte ungläubig, trat mit seinem breiten Fuß nach der Stelle, an der seine Beute gerade noch lag - sein Tritt ging ins Leere.

Die dunkle Gestalt am anderen Ende des Ganges nahm die Kreatur gar nicht wahr. Der Magus in der schwarzen Kluft seines Ordens wirkte den ganzen Kampf über unbeteiligt, ja fast gelangweilt, selbst, als sein treuer, loyaler Diener sein Leben für ihn gab. Ein weiteres Opfer auf den Pfaden seiner Studien - hätte er eine Liste all der Kreaturen gefertigt, die für seine Beobachtungen bereits sterben hatten müssen, sie wäre endlos gewesen. Doch wozu Rücksicht auf das schwache Leben nehmen? Dort, wo er herkam, gab es noch mehr seiner Art - weitere Geschöpfe des Feuers, temperamentvoll und stark, die sich seinem Willen unterwerfen und ihm bedingungslos und loyal folgen würden. Letztlich war es eine Ehre für sie, in seinem Schatten zu sterben.

Vielleicht war es ein Stein gewesen, den der Stiefel bewegt hatte. Oder eine kleine Regung im Halbdunkel des Höhlenganges? Der Troll kniff die Augen zusammen und erkannte endlich das wahre Ausmaß seines Dilemmas. Mit einem Mal - wenn auch dennoch unendlich langsam - wurde ihm klar, dass dieser Arkorither die Schuld an seinen Wunden trug. Er würde büßen für seinen Frevel, würde ihm als Abendmahl dienen und seine Zähne würden seinen Hals schmücken. Ein wütender Aufschrei und er trampelte auf seinen neuen Feind zu. Spät - viel zu spät - bemerkte er die Kälte in seinen Gliedern. Es war, als bilde sich in seinen Adern selbst das Eis, seine Schritte wurden schwer, sein Denken setzte aus - und er stand still. Der Magier hatte nicht einmal mit der Wimper gezuckt, doch unter der schwarzen Ledermaske erkannte er undeutlich die Züge eines Lächelns. Er hatte verloren.

Zurück in seinem Zimmer warf Pavel seine Handschuhe achtlos auf den Arbeitstisch und ließ sich auf sein Bett fallen. All die Wunden, das von Schmerz gezeichnete Gesicht seines Opfers, der tote Körper auf dem kalten Höhlenboden - Stück für Stück erlebte er sein Erlebnis noch einmal vor dem geistigen Auge. Es galt, sorgfältig zu sein - den Gegner zu kennen, bedeutete, seine Schwächen zu nutzen und seine Stärken zu meiden. Und das Vergnügen, den Feind leiden zu sehen, spielte natürlich auch eine Rolle. Das sachte Lächeln, das sich unwillkürlich auf Pavels Lippen schob, wirkte fast bösartig.

Der Schlüssel zum Sieg lag allein darin, das war offensichtlich. Den Feind zu sezieren, ihm Stück für Stück seine Geheimnisse zu rauben, sein Inneres zu erkennen, ihn wie ein offenes Buch aufzuschlagen. Revale würde dies realisieren müssen, würde ihre Studien minitiös und genau durchführen, um alle Schwachstellen zu erkennen, um dem Feind ein Gesicht zu geben - ehe der Orden es in Schmerzen entstellen würde. Pavel zweifelte nicht an ihrem Erfolg - vermutlich hielt er damit mehr auf ihre Fertigkeiten als sie selbst. Doch er würde keine Schwäche, keine Verzögerung und keinen Fehlschlag dulden - Perfektion und Loyalität waren die einzigen Gebote, die er als unumgänglich betrachtete, und als ihr Mentor würde er ihr diese Prinzipien eintrichtern, wenn nötig, mit allen Mitteln. Sie würde lernen, ein starker Teil des Ordens zu werden, auf den man sich verlassen konnte. Ein tröstlicher Gedanke - mit dem der Magus schließlich in einen ruhigen, dunklen Traum versank.

Verfasst: Samstag 7. März 2009, 18:12
von Angelina Tjorven
Ich will Euch nicht enttäuschen, Magus.

Die Worte waren entschlossen an ihn gerichtet. Vor allem, ich würde nicht im Geringsten den Orden enttäuschen wollen - weder die Anderen, noch die Maestra und den Elegido. Es war an der Zeit sich zu beweisen. Beweisen, das ich für den Orden eine helfenden Hand darbiete.

Ich schrieb mir sogleich einige Notizen auf Papier. Auf keinen Fall durften seine Worte in Vergessenheit geraten, denn sie waren viel zu kostbar. Hilfreich für mich und irgendwo bauten sie in mir auch den Ehrgeiz auf. Mein Inneres drang danach besser als die Anderen abzuschneiden und verkehrt wäre es wohl alle Male nicht. Auch wenn Cetus diese Aufgabe nicht als die Leichteste beurteilte, ich sah es als eine Chance - als eine sehr große Chance und ich musste diese mit all meiner Kraft und Intelligenz nutzen.
Cetus ist ein guter und aufmerksamer Schüler auch wenn er Pavel und Jana in manchen Dingen vielleicht noch unterlegen ist. Er weiß wie er an Allem heran zu gehen hat, überdenkt seine Vorgehensweisen genau und ich bin vollkommen sicher, mit ihm an meiner Seite werde ich nicht ins Leere tappen.


Ich werde mich sputen müssen. Meine Gewandung werde ich bedacht wählen, mich als etwas ausgeben das ich gar nicht zu sein scheine. Aber ich hoffe es wird mir bei meiner Aufgabe von großer Hilfe sein. Ich muss klein und hilflos aussehen, als neugieriges Mädchen mit großen wachsamen Augen durch die Gassen streifen. Die Aufmerksamkeit in Anderen wecken...


Mit der Macht kann man nicht flirten,
man muß sie heiraten...

Verfasst: Samstag 7. März 2009, 18:41
von Tarja Lycron
Schweres Atmen, als sie die Bücher aufschlug.

- Ja, wohl wahr. Sie würde die Aufgabe nicht für ihn lösen, dennoch würde sie ihm unter die Arme greifen. Sie würde seine unsichtbare Stütze sein, drohte er zu wanken. Merkwürdig, dass gerade die strenge Magistra ihre Aufgabe so ernst nahm. Die einzelnen Verbindungen von Mentor zu Schüler und umgekehrt hatten mit Sicherheit ihren Nutzen. Jede einzelne Verbindung brannte und stand unter Feuer. Die Eine mehr, die Andere weniger.

'Adarzar Rabenstein, sei auf der Hut..'
Sie wusste, was die Maestra für Anforderungen stellen konnte. Sie selbst wusste auch, dass selbst sie als Magistra nicht gerade wenig Anforderungen hatte, denen man - oder denen er, Adarzar, - gerecht werden musste.

Sie setzte ein Schreiben auf, in dem sie ihm nahelegte, sich um seine Aufgabe zu kümmern. Bedacht verfasste sie ihre Worte, die ihn nahezu antreiben sollten seine Aufgabe mit Bravur zu lösen. Ein selbstgefälliges Lächeln spiegelte sich auf ihren Zügen wieder. Nichts, aber auch gar nichts konnte sie für den heutigen Abend aus der Ruhe bringen. Es war nur eine Frage der Zeit, dass er auf sie zutreten würde, um die richtigen Fragen zu stellen. Die richtigen Fragen zur richtigen Zeit.

Man würde wirklich sehen, ob er im Stande war das zu erfüllen, was man von ihm erwartete.

Verfasst: Sonntag 8. März 2009, 14:59
von Acasas Merion
Acasas konnte in den letzten Tagen keine Ruhe finden. Alle Studiosus des Ordens hatten einen Mentor und eine persönliche Aufgabe bekommen, nur er hatte niemanden der ihm zugeteilt wurde. War es Absicht, weil er sich für Edward eingesetzt und sich somit selbst geschwächt hatte, oder hielt die Ordensführung es nicht für nötig ihm einen Mentor zu unterstellen, weil er so gute Fortschritte machte?

Der junge Magier zerbrach sich den Kopf darüber was genau der Plan des Elegido und der Maestra für ihn war. So hatten sie ihm einen geheimen Auftrag erteilt. Dies schien doch ein Zeichen von Vertrauen zu sein, doch ließ ihn das Gefühl nicht los, ausgegrenzt zu werden. Er musste dem ganzen auf den Grund gehen und herausfinden warum ihn die Ordensleitung auf eine so verstohlene Art und Weise zum Außenseiter machte. Doch würde er dies im Geheimen tun, lauschen und beobachten, das waren seine Stärken und diese würde er auch benutzen um der ganzen Intrige die seiner Meinung nach gegen ihn in Gang gesetzt wurde auf den Grund zu gehen.

Acasas sollte sich wohl noch mehr beweisen als alle anderen, der junge Magier hielt es einfach für selbstverständlich alles für den Orden zu geben, sogar sein Leben wenn es denn sein musste, aber Dankbarkeit konnte er wohl nicht erwarten, das war ihm auch egal, die Hauptsache ist doch berühmt oder berüchtigt zu sein. Im ganzen Land sollten sie seinen Namen kennen, ihn fürchten oder verehren, auch dies war im egal, auf die ein oder andere Weise würden die Leuten schon von ihm Gerüchte verbreiten, es schien ihm beides Recht zu sein.

Es erfüllte ihn immer mehr mit Stolz dem Orden der Arkorither anzugehören, grade jetzt wo er langsam aber steig zu alter Stärke aufblühte. Die Geschichten die er um und über den Orden gelesen oder gehört hatte beeindruckten ihn und der junge Studiosus war sich absolut sicher, dass der Orden seine einstige Macht die in ganz Alathair bekannt war zurückgewinnen könnte, wenn nur jeder an sich und am Orden arbeiten würde. Die kleineren Probleme die in letzter Zeit auftraten mussten gelöst werden. Die Zeit würde zeigen wie der Orden und vor allem wie sich Acasas entwickelten.

Verfasst: Sonntag 8. März 2009, 18:15
von Nataley Julie Lorenz
Vorran in den Spiegel blicken griff sie zur Bürste und begann mit langen fliesenden Bewegungen ihr Haar zu brüsten. Sie hätte nie geglaubt, dass ihr Äußeres ihr einmal zum Vorteil werden würde.
Eigentlich war sie so auffällig wie ein bunter Hund. Die blasse Haut, die schlottweisen Haare und vorallem ihr Gesicht, welches einer Puppe so ähnlich war, als hätte man es eigens aus Porzelan geförmt. Aber jetzt war es ihr Vorteil. Wenn diese Familie so aussah wie es ihr beschrieben wurde. Könnte sie sich ohne weiteres dort einniesten bis sie alle Informationen bekommen würde.
Aber das Einnisten würde schwierig werden. Sie konnte nicht einfach dort vor die Burg tretten anklopfen und sich vorstellen.
Es müsste viel geschickter sein, viel weitgreifender. Vielleicht könnte sie andere Quellen nutzen um dort einzusteigen. Doch wer in jenem Reich aus verweichlichten Temoraanhängern könnte ihr dort Einstieg verschaffen?
Ein Priester? NEin das wäre viel zu gefährlich.
Ein Krieger... nur welcher gehörte dort zum Gefolge.

Sie legte die Bürste beiseite und kratze sich unweigerlich an der Nase.
Sie müsste sich auch eine Berufung überlegen ob möglichst viel darüber raus zubekommen und es war ihr klar, dass sie nicht als Magierin auftretten konnte. Das würde sofort auffallen, sobald sie ins Lied eingreift.
Alchemistin wäre wohl ebenso zu auffällig.
Etwas anderes, etwas neugiriges was leicht nach zustellen war und jemanden Bewegen könnte viel herauszurücken.
Sie nahm ihre Haare und begann langsam zu flechten, wobei ihre Gedanken immer weiter ausstreiften, ihren Kopf durchforsteten bis sie plötzlich ihre Finger ruhen lies und zu ihrem Spiegelbild sprach.

Eine Chronistin!

Sie musste unweigerlich lachen und legte den Kopf in den Nacken.
Oh jene Idee würde Pavel gefallen, sie war sich sicher, er würde es nicht zeigen, aber er würde es sein.

Verfasst: Dienstag 10. März 2009, 15:09
von Pavel Istor
Eine einsame Flamme, der Schein einer halb abgebrannten, schmutzigen Kerze focht still und leise den Kampf gegen die Übermacht der Dunkelheit. Wie Raubkatzen, leise, geheimnisvoll und kaum auszumachen, schlichen die Schatten um den Feind herum, krochen aus ihren Ecken, den Spalten im Mauerwerk, schlüpften durch das Fenster in den Raum. Es war so leise, dass man selbst das leise Knistern des Feuers hören konnte, wie es sich Mut zusprach.

Der Magister saß regungslos auf seinen Knien vor einem kleinen einfachen Tisch, darauf die kleine rundliche Schüssel aus billigem Metall, in deren Mitte er eine alte Kerze mit etwas heißem Wachs angeklebt hatte. Es war mitten in der Nacht, in der Burg des Ordens rührte sich nichts mehr, es herrschten Dunkelheit und Stille in den Gängen und Räumen. Er gab ein seltsames Bild ab, der junge Magier - lediglich ein einfaches schwarzes Hemd sowie eine dunkle, pechschwarze Hose verhüllten seinen Körper, ein ungewohntes Bild, trug er doch sonst stets die Zeichen seines Standes, den kräftigen runenbewehrten Stab und die weite, wallende Robe, beide so schwarz, so dunkel, als wären es Schatten und Nacht selbst, die er mit sich trug. Von beidem war nichts zu sehen, es war, als wären sie mit der Dunkelheit verschmolzen.

Die schwache fahle Licht der Kerze flackerte tapfer, kämpfte gegen die Dunkelheit an, ein ebenso faszinierendes wie peinigendes Spiel, das der Magier mit ihm trieb, in der sicheren Gewissheit, dass die Nacht siegen würde. Doch er achtete gar nicht auf die Schönheit des Feuers, seinen Lebenswillen. Er hielt die Augen geschlossen und sein Geist war so weit fort, dass er gar nicht wahrnahm, wie Tropfen für Tropfen das Wachs zerrann. Kaum spürbar, vielleicht wie eine sanfte Brise, die durch eine Laute zieht, umspann und durchzog sein Geist die Klänge des Schöpfungsliedes. Es kostete ihn viel Anstrengung, seine Anwesenheit zu verbergen, dem Drang nicht nachzugeben, die Klänge einfach nach seinen Wünschen zu zerreißen und zu verändern. Viel zu viel Anstrengung, doch er übte nicht umsonst. Auf leisen Sohlen durchzog er den lautlosen Klang der Stille und näherte sich einem Ort, an dem die Melodien in einer wilden Sequenz auf und ab tosten, ein lebhafter, ein furchtloser Klang, gleich einer kleinen Kampfesmelodie - und doch verebbte dieses Spiel immer mehr, wurde leiser, schwächer, wie die Kerze, die einen Tropfen nach dem anderen abbrannte.

Pavel zog seine Kreise enger um den wilden Klang, der sich der Ordnung und Perfektion der Dunkelheit nicht unterordnen wollte. Dieser Klang stand nicht nur für das kleine Feuer, das ohne jede Hoffnung seinen Kampf zuende führen würde. Er erkannte darin den Instinkt der Menschen, ihren irrationalen Willen, das Unvermeidbare abzuwenden, den Tod nicht zu akzeptieren und sich zu wehren, wie aussichtslos es auch sein mochte. Es amüsierte ihn, er genoss dieses Schauspiel ohne entdeckt zu werden, sog die sterbenden Klänge in sich auf. Ohne, dass er selbst es merkte, legte sich selbst auf sein wahres Ebenbild ein Lächeln, kaum mehr als eine kleine Regung der Mundwinkel und doch mit einer Gefahr darin, die kaum zu übersehen war.


Der Kampf schien aussichtslos und doch gab die Flamme nicht nach, streckte sich weit in alle Richtungen, um dem Raum Licht und Wärme zu verleihen, ihn von der namenlosen Leere zu befreien. Die Schatten waren zahlreich, doch keiner von ihnen vermochte, sich der Flamme zu nähern, keiner von ihnen war stark genug.
Es geschah rasch, unerwartet und in einem einzigen Augenblick, ein Schnitt, eine Änderung. Die Klänge waren anders, unsortiert, es gab Chaos in der Ordnung. Wie in einer Blase gefangen schien die Zeit still zu stehen, das Feuer regungslos, unfähig, sich weiter zu bewegen. Ein Augenblick verging, ein zweiter folgte, dann hatten die Schatten ihre Möglichkeit gewittert. Wie eine erbarmungslose Armee drangen sie auf das Licht ein, fraßen es, füllten es, nahmen es in sich auf und machten es zu einem Teil der Nacht.


Die Flamme war erloschen und nur ein feiner rauchiger grauer Faden zeugte noch von der Lebendigkeit des Feuers vor einigen Sekunden. Der Magister öffnete seine Augen langsam wieder und es dauerte, bis er sich an die völlige Dunkelheit gewöhnt hatte. Mit beiden Händen drückte er sich vom Boden empor, ihn fröstelte. Ohne Hast nahm er wieder an seinem Arbeitstisch Platz. Ein erster Schritt war getan, seine Übungen nahmen ihren Lauf und er konzentrierte sich darauf, seinen eigenen Ansprüchen zu genügen. Und nicht nur er - seine Schülerin war auf dem richtigen Weg, sie würde ihm Auge und Ohr sein und selbst lernen, dem Feind entgegen zu treten. Es war spät geworden, und wieder einmal hatte er über seinen Studien und Versuchen die Zeit vergessen. Er würde ihr eine Nacht Ruhe gönnen, doch dann erwartete er Ergebnisse...

Verfasst: Dienstag 17. März 2009, 09:43
von Nataley Julie Lorenz
Es gab jedes Mal ein leises Platschgeräuch als das Blut hinab in die bereits vorhandene Pfütze tropfte. Wahrlich schade, dass es keiner hörte, so mancher würde sich daran erfreuen.

Der Tisch im kleinen Zugangsraum der Arkorither war zur Seite geschoben, die Stühle lagen umgeworfen daneben. Denn in der Mitte des Raumes war Platz geschaffen worden für etwas anderes.
Keiner hatte die schweren Nägel gehört, die in die Decke gehämmert worden waren. Auch keiner hatte den Mann gesehen, der mit der leblosen Frau über den Rücken in jenes Haus getreten war.
Aber jeder würde sehen, was es war, wenn er die Tür öffnete und ihn die Augen von Rival blau und starr ansehen würden. Die Lider waren festgenäht worden, sodass ihre Augen offen blieben. Der Effekt wäre wohl verloren gewesen, hätte sie die Augen zugehabt. Die weisen Haare waren schön in Locken gelegt über ihren Rücken und über ihre Schulter. Hier und dort hatten sich Blutspritzer darin verfangen und sprenkelten sie mit roten Flecken.
Auch das hübsche rosa Rüschenkleid was er ihr angezogen hatte, war durch und durch vorn mit Blut durchtränkt. Was musste auch ein Schnitt durch die Kehle, immer so viel Dreck machen?
Er hätte viel lieber eine saubere und reine Leiche gehabt. Aber sie zu vergiften, hätte nicht den Anblick gegeben welcher sich nun gab.
Eine Frau aufgehangen an dünnen Seilen, die sie wie eine Marionette an der Decke festhielten. Kein Tropfen Blut mehr im Leib, kein Zucken mehr und die Seele schwieg.
Sie war genau dass nun, was sie immer sein sollte. Selbst die Flucht hatte ihr nun nichts mehr geholfen.
An die Wand hatte er mit ihren Blut geschrieben: „Und sie gehört mir!“