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Die Ankunft

Verfasst: Samstag 29. Oktober 2005, 17:00
von Leanne
Wie seit einigen Tagen jeden Morgen, erwachte sie aus tiefem, traumlosen Schlaf. Sie setzte sich auf und begann, in Gedanken versunken, sich rasch anzukleiden.
Nur wenige Tage waren seit ihrer Ankunft in Bajard vergangen und gleich am ersten Tag war ihr dieses Schild an dem verlassenen Hof aufgefallen. Seither führte sie ihr erster Weg nach dem Aufwachen zunächst zum nahegelengenen Fluss, um sich etwas von dem kühlen Nass ins Gesicht zu spritzen, und dann gleich zum Hof, damit sie auf keinen Fall verpassen würde, wann er zur Pacht freigegeben würde und sie den Preis erfahren konnte.
Sie arbeitete hart, was ihr nichts ausmachte, schließlich war sie seit frühester Kindheit daran gewöhnt.
Ihre Eltern, arme Kleinbauern, waren auf ihre Hilfe angewiesen um zu Überleben. Trotz all der harten Arbeit, fand ihre Mutter, eine kluge und warme Frau, die Zeit, ihr frühzeitig das Lesen und Schreiben beizubringen.
Sehr ungewöhnlich, wie sie schnell merkte, war sie doch gemeinsam mit ihrer Mutter und ihrem Vater, die einzige im Dorf, die diese Kunst beherrschte.
Letztendlich war es auch ihre Mutter, die sie frühzeitig mit dem Gedanken vertraut machte, ihre Heimat zu verlassen.
Es war eine arme Gegend, aus der sie stammte, Land gehörte dem Adel, sowie die Menschen, die es bewirtschafteten.
Und genau das war der Grund, warum ihre Mutter darauf bestand, dass sie fortging, wenn die Zeit gekommen wäre. Sie wollte ihrer Tochter ersparen, Besitz von jemandem zu sein, jemandes Willkür völlig ausgeliefert, wie ihre Eltern es waren.
So war sie denn vor einigen Tagen, ausgerüstet mit ein paar Münzen für die Überfahrt, ein wenig Proviant für die ersten Tage, auf das Schiff gestiegen, das sie fort von ihren geliebten Eltern in eine ungewisse Zukunft bringen würde.
Aber sie besaß etwas Wichtigeres als materielle Güter, sie hatte den nötigen Ehrgeiz und den Fleiß, es zu etwas zu bringen.
Ein Hof, ein eigener Hof, das war ihr Ziel und das würde sie schaffen, eines Tages!
Mit diesem Gedanken im Kopf, stand sie entschlossen auf, packte die Axt in den Rucksack, winkte Selina kurz zu und machte sich auf den Weg in den Wald um ihr Tagwerk für heute zu vollbringen.