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Blutrausch

Verfasst: Dienstag 10. Februar 2009, 05:54
von Tarja Lycron
Sie schlug die Augen auf. Jeder einzelne Muskel in ihrem Körper schmerzte, aber es war ihr sowas von egal. Schmerzen konnte man ignorieren oder mit ihnen umgehen - zumindest dann, wenn man dies gelernt hatte.
Der Hass, der in ihr schürte wurde nur weiter angeheizt durch diese Göttersklaven. Der Drang danach, den Orden auf den richtigen Weg zurückzuführen und wieder aus dem Nichts aufzutauchen war größer als die Rücksicht auf ihre Umstände, die sie umgaben. Die Sucht nach Blut und dem Tod nahm nahezu Überhand von der jungen Arkoritherin. In ihren Augen spiegelte sich der Zorn, die Wut und all die Anspannung legte sich auf ihren Körper. Es ist an der Zeit, Arkoritherin. Es ist an der Zeit.

Der Pakt war geschlossen. Es gab kein Zurück für sie. Niemals. Sie würde nicht weichen, bevor sie nicht Blut an ihrer Klinge sehen würde. Alte Rituale wurden aufgenommen, zum Leben erweckt. Ihr Brustkörper bebte von der pulsierenden und panischen Atmung. Behalte deine Nerven und zügel deine Sucht.
Sie keuchte. Sie wollte ihren Zorn und die Sucht nach Blut nicht zügeln. Sie sühnte nach dem, was vor ihr lag. Sie senkte ihren Blick und schloss die Augen, um sich zu konzentrieren. Die Ruhe um sie herum war erdrückend und als sie ihren Blick wieder anhob zeigte er vollkommene Leere. Blutrausch konnte zu etwas Unberechenbarem werden.

Hörst du immer noch die Stimme
Die ganz leise zu dir spricht?
Siehst du manchmal deine Träume
Wenn deine Welt zusammenbricht?

Bist du bereit für eine neue Zeit?
Es ist ganz leicht, komm,
du musst nur lauter sein.

Hey, Hey, Hey....
Komm lass uns Helden sein
Reiß deine Mauern ein.


[ Unheilig - Helden ]

Die Tradition verlangte von ihr, dass sie die Klingen in Blut tränkten. Und so geschah es auch. Es war finster und kalt draußen. Das Atmen würde jedem weh tun, der jetzt noch draußen war. Die Natur hatte ihren kältesten Tag erreicht. Nichts, was sie davon abhielt sich im Keller um das zu kümmern, worum sie sich kümmern musste. Ein Schnitt und das Blut lief über ihren Arm hinweg. Ich werde dir eine gute Kriegsmagierin sein, Korow. Für dich und die Erben. Die Klinge wurde benetzt und in das schwarze Laken eingehüllt. Ihre Gedanken tanzten und ihre Gefühle bebten. Ihr Puls pochte bis zum Hals empor, ihr Herz war süchtig nach dem Adrenalin. So entschlossen wie heute war sie lange nicht mehr gewesen. Blut würde an ihrer Klinge haften und würde sich mit dem Blut der Gefallenen vermengen. Es war an der Zeit die Verbindung mit Rahal zu stärken. Sie senkte ihre Lider erneut herab und verfiel in eine weitere Phase der höchsten Konzentration. Leise, flüsternde Worte überkamen ihre Lippen - danach war es still.

Verfasst: Sonntag 15. Februar 2009, 14:25
von Tarja Lycron
Sie straffte ihren Körper und lies ihren Blick daran hinab gleiten. Das Ergebnis war erschreckend und sie seufzte resignierend. Hierhin gehend war es vorteilhaft eine Magierin zu sein. Illusionen spinnen zu können und diese um den eigenen Körper zu weben. Sie hatte oft genug mit ihm zu kämpfen, musste sich oft genug aus Dingen heraus halten, aus denen sie sich zuvor sonst nie herausgehalten hätte.

Bandagen wurden um die Knöchel gewickelt, um diese vor stärkeren Verletzungen zu schützen. Wobei sie selbst genau wusste, dass es recht wenig bringen würde. Ihre Knöchel würden so oder so aufplatzen, das Blut würde so oder so über ihre Knöchel hinab fließen. Nicht, das sie das in irgendeiner Art und Weise interessieren würde.

Die Fäuste wurden geballt und die Konzentration wurde gesammelt. Sie wusste, welche Schrittfolge sie zu setzen hatte, um dem Ganzen einen perfekten Ablauf zu geben. Einmal, zweimal, dreimal. Und wieder von vorn. Immer wieder, bis sie erschöpft in den feinen Sand sank. Das Blut lief an ihren Händen hinab, tränkten die Bandagen in dunkles Rot. Dein Kampfgeist ist bewundernswert.
Kampfgeist hatte sie seit eh und je gehabt. Hätte sie sich nicht bewiesen wäre sie heute nicht so weit gekommen. Sie presste die Lippen aufeinander und stand wieder auf. Keuchend drehte sie sich um die eigene Achse, um sich weiteren Übungen hinzugeben. Einmal – zweimal – dreimal. Man musste gut vorbereitet sein, den Körper austesten, wie weit man gehen konnte. Sie war noch nie einfach gewesen, hatte sich schon immer Ziele gesetzt, die sehr hoch gesteckt waren. Aber sie hatte ihre Ziele erreicht. Sie knurrte. Auch dieses Mal würde sie ihr Ziel erreichen. Sie schloss die Augen und nahm eine weitere Runde in Angriff. Selbst wenn sie schon geschwächt war durch die stundenlangen Übungen – sie musste weiter kämpfen. Sich und ihren eigenen Körper schulen. Der Rest war in diesem Moment egal. Sei vorsichtig ...
Vorsicht konnte sie jetzt nicht walten lassen. Sie konnte Glück haben oder eben nicht, alles andere war unwichtig. Viel wichtiger war es den innerlichen Hass, die innerliche Wut und die Sehnsucht nach Zerstörung und Tod zu schüren. Ein Rausch, wie es einen Drogenabhängigen überkommen würde. Ein Rausch, der nach etwas ganz Besonderem dürstete. Ein Zittern überkam ihren Körper und Gänsehaut verteilte sich auf jenem, ließ die kleinen, feinen Härchen auf ihren Armen zu Berge sehen.

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Der Blick wurde erhoben, die blutenden und schmerzenden Hände außer Acht gelassen. Sie atmete die eiskalte Luft schwer ein, der stechende Schmerz in ihrer Brust stachelte sie nur dazu an, weiter zu gehen. Die Absätze ihrer schwarzen Stiefel hallten auf dem Pflaster der Ruinen. Die Robe zog sich kratzend hinter ihr her auf dem Boden und die gesenkte Klinge in ihrer Hand kratzte hinter ihr her. Ein widerliches Geräusch.

Ganz allein versteinert er
während er seinen Atem fast bis zum Tod anhält.
In Panik was sich darin befindet
um sein Leben zu retten
Flüchtet er wie ein Wurm vor dem Vogel


Wut war seit eh und je eine sehr heftige Emotion gewesen und sie verspürte diese impulsive und aggressive Reaktion in einer noch viel extremeren Art und Weise durch das verstärkende Element des Feuers. Sie konnte ihren Zorn kaum zügeln und musste es dennoch versuchen. Sie musste es für den Moment aufheben, an dem ihre getränkte Klinge den Feind treffen würde. Wut zerstört blindlings, aber dafür war die Wut auch genüge. Sie musste die kurzzeitigen Wutanfälle unter Kontrolle bringen, den völligen Verlust ihrer Kontrolle um ihre Sucht zu befriedigen einzudämmen.

Nachdenklich führt ihn der Weg, flüsternd
Er muss wohl verrückt sein
Mittägliche Irreführung indem es aus seinen Gedanken gestoßen wird
Seine Gedanken machen ihn verrückt


[ The Used - The Bird and the worm ]

Sie würde vorbereitet sein. Es dürstete sie nach Blut. Und diesem Durst musste sie solange widerstehen, wie sie ihm widerstehen konnte. Dieser Durst musste für ihren Feind aufgehoben werden.