Wenn das Abentuer lockt
Verfasst: Sonntag 1. Februar 2009, 17:16
Da saß sie nun erschöpft, der linke Arm blutete, die neue Lederrüstung verschmiert von Blut und noch mehr. An dem „mehr“ wollte sie lieber keine Gedanken verschwenden, jedenfalls sah es nicht sehr appetitlich aus, was da an den Stiefeln klebte.
Die Worte Liliens“ Gebt auf Euch acht damit ich nicht das letzte Mal Eure Grüße ausrichte!“ hallten noch in ihrem Kopf, als sie frohen Muts und voller Tatendrang Neues zu erkunden, aufgebrochen war. Sie hatte alles bei sich, diesmal sogar die Elixiere sorgfältig beschriftet, damit sie nicht aus Versehen wie beim letzen Mal den Inhalt der falschen Flasche schluckte um dann am Boden mit einem schweren Kopf und Schmerzen im Bauch wieder aufwachte.
Nein, diesmal war alles bestens und sorgfältig vorbereitet.
Auch die Pfeile hatte sie mit einer Flüssigkeit behandelt, die sie auf deren Wirkungsweise und Effizienz testen wollte. Noch ahnte sie an dieser Stelle nicht, was da so alles auf sie zukommen sollte. Fröhlich sprang sie nach einem Gespräch mit dem alten Fährmann, dem sie so einige schaurige Geschichten über die Bewohner des Meers erzählt hatte, auf den Steg. Noch einmal winkte sie ihm zu und an seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass er irgendwie heilfroh zu sein schien, dass die kleine Person nun endlich an ihrem Ziel angekommen war.
„Sonderbar“, dachte sie noch, doch schnell verwarf sie die Gedanken an den alten Mann, so aufgeregt war sie, was da nun sie erwarten würde. Genau genommen war sie nicht tapfer, aber sie liebte das Abenteuer, das Neue. Rahel ihr Bruder hatte immer Angsthase zu ihr gesagt. Was sie mit Gleichmut hinnahm. Ja, sie war ein Angsthase, aber einer der verdammt schnell laufen konnte und auch Hacken schlagen, das hatte sie von klein auf gelernt. Schon beim kleinsten Anzeichen von Gefahr hatte Rahel immer einen bestimmten gellenden Pfiff ausgestoßen, das Zeichen für schnell weglaufen. Das beherrschte sie.
Sicherheitshalber hatte sie den neuen schnellen, biegsamen und leicht zu spannenden Langbögen griffbereit in der Rechten, den anderen schweren, der viel Kraft beim Spannen kostet hängte sie einfach über den neuen Köcher.
Sie war bereit und alles schein sicher zu sein. Es war kalt und es schneite. Dabei fiel ihr ein, dass sie den mit Wasser gefüllten Lederbeutel vergessen hatte. Was soll's, mit der Zunge konnte sie die Schneeflocken auffangen, was sie liebte. Alleine schon des Gefühls wegen, die zarten Flocken auf dem Gesicht zu fühlen und zu spüren, wie sie nach und nach zu Wassertropfen wurden. Das aber würde sie sich später gönnen, sie wollte weiter. Nach einer langen Wanderung durch die Wälder dieses Landstrichs sah sie das Gebirge in der Ferne
und freute sie sich.
Vielleicht gibt es da einige Höhlen, wo man eine kurze Rast einlegen könnte und die Finger an einem Lagerfeuer erwärmen konnte? Als sie endlich näher kam, konnte sie weit und breit aber keine Höhle erkennen, nur eigenartige unbekannte Geräusche aus der Ferne waren zu vernehmen. Die Laute der tumben Untoten kannte sie bereits, das waren sie also nicht.
Aber was dann?
Die Frage wurde schneller beantwortet, als Chaya lieb war. Entsetzliche Gestalten schlurften bei ihrem Anblick auf sie zu. Man konnte sie einfach nur Biester nennen. Den ersten streckte sie zur Warnung der anderen mit Hilfe der Essenz auf den präparierten Pfeilen zu Boden. Aber das schien die anderen kaum zu beeindrucken.
Euer Gefährte liegt da! , rief sie ihnen zu. Helft ihm doch!
Aber die Worte schienen auf diese Biester keine Wirkung zu zeigen, also machte Chaya das, was sie am besten kannte, sie lief im Zickzack an ihnen vorbei.
Die halten mich nicht auf! Ich will mir doch nur diesen Gebirgspfad ansehen!
Als sie dann noch diesem dicken Anführer, der ihr noch einige gebrüllten Worte in einer fremden Sprachen sowie einen Feuerfunken nachwarf, entkam, atmete sie tief auf.
So das wäre mal geschafft!
Zu mehr Worten kam sie dann nicht mehr, als hinter einem Felsvorsprung eine Person mit einer beachtlichen entblößter Oberweite sie böse anfunkelte.
Was zum….. Jetzt war ihr bei diesem Anblick klar, wieso die Krieger immer so gerne trainierten. Bei dem Anblick! Was danach kam also diese Frau dann vollends in ganzer Pracht vor ihr stand, brachte die sonst so überschäumende Chaya zum Schweigen. Eine Vogelfrau! Noch nie hatte sie ein derartiges Wesen gesehen. Gehört wohl in Geschichten ihres Volks, aber sie dachte immer das wäre erfunden gewesen.
Diesmal hast du dich getäuscht, Chaya! Was macht man aber mit einer halbnackten Vogelfrau, die nicht bereit was mit einem zu sprechen, sondern wütend mit beiden Krallenfüssen auf einem zusprang?
Laufen, Chaya!
Mit einem raschen Sprung hinter einem Felsen konnte sie dieser wutentbrannten Kreatur gerade so entkommen. Nur eine Kralle streift den Oberarm und das tat sehr weh, als diese durch das weiche Leder drang. Aber es war keine Zeit darüber nachzudenken, sie musste rasch diesem schamlosen Weib entkommen. Gehetzt rannte sie los und blickt immer wieder hinter sich zu der Vogelfrau, die auch nicht übel laufen konnte. Noch immer irritiert von dem Aussehen dieses Wesens, stolperte sie unachtsam, über etwas, was da am Boden lag. Eine Schlange, und was für eine! Ein Riesending! Sie wollte sich bei dem Tier noch entschuldigen, als bereits das nächste Malheur passierte und sie mit dem Stiefel in etwas trat, was ein sehr unangenehmes krachendknirschendes Geräusch verursachte. Als sie den Stiefel leicht anhob, sah sie diese zähflüssige, schleimige Flüssigkeit, dabei drehte sich ihr leicht der Magen einmal im Kreis herum.
Nein, nicht das auch noch!
Sie war in ein Schlangennest getreten und hatte ein Ei dabei zertreten. Wie entsetzlich!
Dieses Geräusch war auch nicht unbemerkt geblieben, denn aus dem Nest und hinter Felsbrocken wanden sich nun unzählige Schlangen, die nur auf Rache aus waren. Hier konnte sie nicht vorbei und Entschuldigungen halfen wohl auch nicht viel, also musste sie zurücklaufen, hinter sich nun einen gemischten Rudel aus Vogelfrauen, Schlangen und auch eine Spinne hatte sich dazugesellt. Woher die kam, war ihr unklar, aber das war nun nicht gerade der geeignete Augenblick, um darüber nachzudenken. Sie mochte Spinnen eigentlich, und das war eine ganz besonders schöne, die sie gerne näher erforscht hätte, aber das ging nun nicht. Leider! Sie musste weg von hier, vorbei an dem dicken Häuptling dieser Biester, der ihr noch brüllend irgendwelche Drohungen nachwarf. So vermutete sie, denn erfreut war er nicht gerade, als sie wieder am ihm vorbei flitzte im Schlepptau eine Horde von Wesen, die nur nach ihrem Leben trachteten. Wie der Wind lief sie einfach weiter, immer weiter bis das Gebirge hinter ihr lag und sie auf dem Stein im Wald nun saß und den Lederschutz vom Arm löste, um die blutende Wunde, die diese Kralle verursacht hatte, zu versorgen.
Is fhearr teicheadh math na droch fhuireach*, murmelte sie leise und drückte das mit einer heilenden Substanz getränkte Leinentüchlein auf den Arm, bereit für das nächste Abenteuer. So schnell gab eine vom fahrenden Volk, besonders wenn sie Chaya hieß, nicht auf.
*Besser ein guter Rückzug, als ein schlechter Standpunk
Die Worte Liliens“ Gebt auf Euch acht damit ich nicht das letzte Mal Eure Grüße ausrichte!“ hallten noch in ihrem Kopf, als sie frohen Muts und voller Tatendrang Neues zu erkunden, aufgebrochen war. Sie hatte alles bei sich, diesmal sogar die Elixiere sorgfältig beschriftet, damit sie nicht aus Versehen wie beim letzen Mal den Inhalt der falschen Flasche schluckte um dann am Boden mit einem schweren Kopf und Schmerzen im Bauch wieder aufwachte.
Nein, diesmal war alles bestens und sorgfältig vorbereitet.
Auch die Pfeile hatte sie mit einer Flüssigkeit behandelt, die sie auf deren Wirkungsweise und Effizienz testen wollte. Noch ahnte sie an dieser Stelle nicht, was da so alles auf sie zukommen sollte. Fröhlich sprang sie nach einem Gespräch mit dem alten Fährmann, dem sie so einige schaurige Geschichten über die Bewohner des Meers erzählt hatte, auf den Steg. Noch einmal winkte sie ihm zu und an seinem Gesichtsausdruck konnte sie erkennen, dass er irgendwie heilfroh zu sein schien, dass die kleine Person nun endlich an ihrem Ziel angekommen war.
„Sonderbar“, dachte sie noch, doch schnell verwarf sie die Gedanken an den alten Mann, so aufgeregt war sie, was da nun sie erwarten würde. Genau genommen war sie nicht tapfer, aber sie liebte das Abenteuer, das Neue. Rahel ihr Bruder hatte immer Angsthase zu ihr gesagt. Was sie mit Gleichmut hinnahm. Ja, sie war ein Angsthase, aber einer der verdammt schnell laufen konnte und auch Hacken schlagen, das hatte sie von klein auf gelernt. Schon beim kleinsten Anzeichen von Gefahr hatte Rahel immer einen bestimmten gellenden Pfiff ausgestoßen, das Zeichen für schnell weglaufen. Das beherrschte sie.
Sicherheitshalber hatte sie den neuen schnellen, biegsamen und leicht zu spannenden Langbögen griffbereit in der Rechten, den anderen schweren, der viel Kraft beim Spannen kostet hängte sie einfach über den neuen Köcher.
Sie war bereit und alles schein sicher zu sein. Es war kalt und es schneite. Dabei fiel ihr ein, dass sie den mit Wasser gefüllten Lederbeutel vergessen hatte. Was soll's, mit der Zunge konnte sie die Schneeflocken auffangen, was sie liebte. Alleine schon des Gefühls wegen, die zarten Flocken auf dem Gesicht zu fühlen und zu spüren, wie sie nach und nach zu Wassertropfen wurden. Das aber würde sie sich später gönnen, sie wollte weiter. Nach einer langen Wanderung durch die Wälder dieses Landstrichs sah sie das Gebirge in der Ferne
und freute sie sich.
Vielleicht gibt es da einige Höhlen, wo man eine kurze Rast einlegen könnte und die Finger an einem Lagerfeuer erwärmen konnte? Als sie endlich näher kam, konnte sie weit und breit aber keine Höhle erkennen, nur eigenartige unbekannte Geräusche aus der Ferne waren zu vernehmen. Die Laute der tumben Untoten kannte sie bereits, das waren sie also nicht.
Aber was dann?
Die Frage wurde schneller beantwortet, als Chaya lieb war. Entsetzliche Gestalten schlurften bei ihrem Anblick auf sie zu. Man konnte sie einfach nur Biester nennen. Den ersten streckte sie zur Warnung der anderen mit Hilfe der Essenz auf den präparierten Pfeilen zu Boden. Aber das schien die anderen kaum zu beeindrucken.
Euer Gefährte liegt da! , rief sie ihnen zu. Helft ihm doch!
Aber die Worte schienen auf diese Biester keine Wirkung zu zeigen, also machte Chaya das, was sie am besten kannte, sie lief im Zickzack an ihnen vorbei.
Die halten mich nicht auf! Ich will mir doch nur diesen Gebirgspfad ansehen!
Als sie dann noch diesem dicken Anführer, der ihr noch einige gebrüllten Worte in einer fremden Sprachen sowie einen Feuerfunken nachwarf, entkam, atmete sie tief auf.
So das wäre mal geschafft!
Zu mehr Worten kam sie dann nicht mehr, als hinter einem Felsvorsprung eine Person mit einer beachtlichen entblößter Oberweite sie böse anfunkelte.
Was zum….. Jetzt war ihr bei diesem Anblick klar, wieso die Krieger immer so gerne trainierten. Bei dem Anblick! Was danach kam also diese Frau dann vollends in ganzer Pracht vor ihr stand, brachte die sonst so überschäumende Chaya zum Schweigen. Eine Vogelfrau! Noch nie hatte sie ein derartiges Wesen gesehen. Gehört wohl in Geschichten ihres Volks, aber sie dachte immer das wäre erfunden gewesen.
Diesmal hast du dich getäuscht, Chaya! Was macht man aber mit einer halbnackten Vogelfrau, die nicht bereit was mit einem zu sprechen, sondern wütend mit beiden Krallenfüssen auf einem zusprang?
Laufen, Chaya!
Mit einem raschen Sprung hinter einem Felsen konnte sie dieser wutentbrannten Kreatur gerade so entkommen. Nur eine Kralle streift den Oberarm und das tat sehr weh, als diese durch das weiche Leder drang. Aber es war keine Zeit darüber nachzudenken, sie musste rasch diesem schamlosen Weib entkommen. Gehetzt rannte sie los und blickt immer wieder hinter sich zu der Vogelfrau, die auch nicht übel laufen konnte. Noch immer irritiert von dem Aussehen dieses Wesens, stolperte sie unachtsam, über etwas, was da am Boden lag. Eine Schlange, und was für eine! Ein Riesending! Sie wollte sich bei dem Tier noch entschuldigen, als bereits das nächste Malheur passierte und sie mit dem Stiefel in etwas trat, was ein sehr unangenehmes krachendknirschendes Geräusch verursachte. Als sie den Stiefel leicht anhob, sah sie diese zähflüssige, schleimige Flüssigkeit, dabei drehte sich ihr leicht der Magen einmal im Kreis herum.
Nein, nicht das auch noch!
Sie war in ein Schlangennest getreten und hatte ein Ei dabei zertreten. Wie entsetzlich!
Dieses Geräusch war auch nicht unbemerkt geblieben, denn aus dem Nest und hinter Felsbrocken wanden sich nun unzählige Schlangen, die nur auf Rache aus waren. Hier konnte sie nicht vorbei und Entschuldigungen halfen wohl auch nicht viel, also musste sie zurücklaufen, hinter sich nun einen gemischten Rudel aus Vogelfrauen, Schlangen und auch eine Spinne hatte sich dazugesellt. Woher die kam, war ihr unklar, aber das war nun nicht gerade der geeignete Augenblick, um darüber nachzudenken. Sie mochte Spinnen eigentlich, und das war eine ganz besonders schöne, die sie gerne näher erforscht hätte, aber das ging nun nicht. Leider! Sie musste weg von hier, vorbei an dem dicken Häuptling dieser Biester, der ihr noch brüllend irgendwelche Drohungen nachwarf. So vermutete sie, denn erfreut war er nicht gerade, als sie wieder am ihm vorbei flitzte im Schlepptau eine Horde von Wesen, die nur nach ihrem Leben trachteten. Wie der Wind lief sie einfach weiter, immer weiter bis das Gebirge hinter ihr lag und sie auf dem Stein im Wald nun saß und den Lederschutz vom Arm löste, um die blutende Wunde, die diese Kralle verursacht hatte, zu versorgen.
Is fhearr teicheadh math na droch fhuireach*, murmelte sie leise und drückte das mit einer heilenden Substanz getränkte Leinentüchlein auf den Arm, bereit für das nächste Abenteuer. So schnell gab eine vom fahrenden Volk, besonders wenn sie Chaya hieß, nicht auf.
*Besser ein guter Rückzug, als ein schlechter Standpunk