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Gefundenes Glück und alte, aufplatzende Narben
Verfasst: Montag 24. Oktober 2005, 02:20
von Viola Ser´Rhal
Ein warmes Bett, eine voller Magen und warme Kleider. Viola hätte sich niemals erdacht, dass so etwas jemals eintreten würde. Das junge 13 jährige Straßenkind hatte am heutigen Tag wahrlich die Bedeutung des Wortes „Glück“ erfahren dürfen. Eine Gruppe von Leuten hatte sie auf der Straße in Varuna angetroffen und sie fast schon fürsorglich und freundlich aufgenommen und sie gut behandelt. Erst hatte sie noch etwas angst gehabt vor den Fremden Gestalten, doch als Viola ihre guten Absichten erkannt hatte, verschwanden die Ängste immer mehr und es blieb nur eine gewisse Scheu zurück. Doch diese würden vergehen, da war sie sich sicher. Sie hatte sich selten so glücklich gefühlt wie heute.
Es war nun Nacht und sie lag in dem Gästebett jener freundlichen Leute. Doch sei hatte keinen ruhigen und friedlichen Schlaf. Ihr Körper zuckte immer wieder umher, sie wimmerte leise im Schlaf und in ihren Träumen konnte sie alles erneut erleben.
Sie saß am Boden, sie fühlte sich völlig erschöpft und starrte auf eine Gestalt vor sich. Ein junger, hochgewachsener Mann welcher eine Doppelklinge bei sich führte. Er sah seelenruhig auf sie hinab und sprach zu ihr. Nur langsam drangen die Worte in ihren Kopf. „Es ist wie jedes mal … du willst es nicht aber du wirst es tun. Wen willst du eigentlich belügen? Dich selbst?“ der Mann hob eine Braue an und sah sie schweigend eine ganze Zeit nur an. „Es ist eine Krankheit, ja … du weißt es, ich auch aber was ist mit dem Rest? Denkst du sie glauben dir? Denkst du sie werden verständnisvoll mit dem Kopf nicken wenn du es ihnen erklärst? Denkst du überhaupt jemand würde es dir abkaufen? Oh natürlich, du kannst dagegen ankämpfen … aber dann? Denkst du, du hältst es ewig aus? Es ist so etwas wie eine Sucht, nur sie ist nicht heilbar. Wir beide sind davon befallen … nur du bist schwach … ich nicht. Versuch es ihnen zu sagen … sie werden dich auslachen. Sie werden mit Fingern auf dich zeigen und wegjagen … gewöhne dich an dein Schicksal. Du wirst immer eine Ausgestoßene sein“
Immer wieder hallte diese eine Szene vor ihrem Kopf, jenes Gespräch vor knapp drei Jahren. Jenes Gespräch, wo er es ihr sagte, was sie vorher nie verstand. Er hatte einen Namen dafür, er nannte es Kleptomanie. Die Krankheit des Stehlens. Und so war es auch. Viola war besessen davon, wenn sie über einen längeren Zeitraum nichts klaute oder unerlaubt an sich riss, wurde sie nervös, konnte an nichts anderes mehr denken und ihr Schädel begann zu schmerzen. Sie war nun bei diesen Leuten und sie wollte sie auf keinen Fall enttäuschen, sie würde es nicht tun. Wenn es eine Krankheit war, dann konnte sie ihr entgegentreten, doch sie würde niemals das Vertrauen dieser herzensguten Menschen brechen. Sollte sie es ihnen sagen? Das konnte sie nicht, sie würden es nicht verstehen und sie vielleicht wirklich fortjagen. Sie wollte nicht weg, nicht jetzt wo sie einen Ort gefunden hatte, an dem sie zum ersten mal für kurze Zeit Ruhe fand. Sie würde dagegen ankämpfen. Schweiß war ihr auf die Stirne getreten und sie wälzte sich immer wilder im Bett. Immer wieder wimmerte sie leise im Schlaf … und es hielt noch die ganze Nacht hinüber an.
Verfasst: Montag 24. Oktober 2005, 02:36
von Erinna Hinrah
Immer wieder erhob sie sich vom Feuer und schlich zu Vio in den Raum. Im fahlen Mondlicht sah sie den Schweiss auf Vio's Stirn und wischte ihn mit einem Tuch sanft weg.
Sie schlief die Nacht mal wieder nicht, sie sah das Vio Alpträume hatte und sowas kannte sie nur allzu gut. Hin und wieder setzte sie sich eine Weile zu Freia ins Lager, solange wie jene arbeitete und noch nicht schlief.
Leise unterhielten sich die beiden, es klang fast schon wie ein Gespräch unter zwei erwachsenen Frauen. Erinna gestand ihr ihre Anfängliche Eifersucht, die aufkam, als sie sah wie sanft alle Vio umsorgten, aber sie sagte auch gleich, das sie nicht mehr eifersuechtig sei.
Sie hatte gesehen das es Vio gut tat und sie musste sich an sich selber erinnern, als sie in den Clan kam und wie unglaublich gut es ihr damals getan hatte als alle lieb und sanft zu ihr waren, was sie auch heute noch alle sind.
Sanft deckte sie Vio immer mal wieder zu und wischte weiterhin immer wieder den Schweiss weg. Sie brauchte kein Kerzenlicht, der Mond reichte ihr voellig aus, um zu sehen wie Vio sich im Schlaf quälte.
Ihre Gedanken schwiffen immer wieder in ihre eigene Vergangenheit zurück. Die ganze Nacht über nippte sie an einer einzigen Flasche Met um wachzubleiben. Sie wollte nicht schlafen, wärend die fast gleichaltrige Vio sich im Schlaf quälte.
Als die ersten Vögel sangen, wurde Vio ruhiger und Erinna ging nach oben, ihre eh schon sehr helle, fast weisse haut, wirkte eine spuhr noch blasse vor Muedigkeit und leise ein "schlaft weiter" vor sich hinmurmelnd kroch sie leise zu Falk und Cailly in die Felle, angezogen und schlief fast auf der Stelle ein.
Verfasst: Montag 24. Oktober 2005, 21:14
von Viola Ser´Rhal
„Es ist wie jedes mal … du willst es nicht aber du wirst es tun. Versuch es ihnen zu sagen … sie werden dich auslachen. Sie werden mit Fingern auf dich zeigen und wegjagen … gewöhne dich an dein Schicksal. Du wirst immer eine Ausgestoßene sein“
Die Worte hallten und hallten in ihrem Kopf wider, immer und immer wieder. Sie lag wach und starrte die Decke an. Wie oft würde sie die Worte noch hören? Aber immer hatte er Recht gehabt. Es war schwer und beinahe glich es Qualen die sie durchmachte. Ihr Kopf schmerzte seit einiger Zeit ein wenig und sie mochte nicht richtig essen. Es war nun gerade mal vier Tage her seit ihrem letzten Diebstahl und doch wurde das Verlangen immer stärker. Sie hatte schon öfters die Chance gehabt im Hause der Familie zu klauen, und sei es nur eine Kleinigkeit. Doch jedes Mal hatte sie sich angestrengt, hatte sich zur Ordnung gerufen und sich selbst fast schon befohlen es nicht zu tun. Ihre Gedanken kreisten nun umher, immer wieder stiegen ihr Bilder von Gegenständen in den Kopf, welche sie heute gesehen hatte und welche nun schutzlos dastanden oder nur mit weniger Mühe zu ergattern sein würden.
Ihre Augen kniffen sich leicht zusammen und sie biss sich auf die Lippen, bis der Schmerz sie zur Vernunft rief.
Ihre Blicke blieben für ein paar Sekunden noch an der Decke, dann wanderten sie zu ihren Fingern und sie verzog das Gesicht. Sie hatte nicht schlafen können und hatte wieder mit den Fingernägelkauen angefangen. Je länger sie wach blieb und je länger sie nachdachte, desto mehr hatte sie an ihren Fingern herumgekaut und nun waren die meisten bis zum Fleisch runter abgekaut und einige ihrer Fingerkuppen bluteten sehr leicht. Es tat ein wenig weh aber es tat seine Wirkung in vollster Weise, sie konzentrierte sich auf andere Dinge.
Heute hatte sie immerhin einen guten Anstoß gefunden, diesem ganzen Teufelskreis zu entgehen. Sie war in die Werkstatt der Familie geleitet worden und durfte dort den Schneiderinnen etwas zusehen und auch in den Kisten mit den Materialien herumsuchen, ob dort etwas wäre was ihr Interesse wecken würde. Sie hatte dort handgeschnitzte Sachen gesehen und ihre Neugier war geweckt gewesen. Sie sollte eine Shaja aufsuchen, welche ihr zeigen sollte wie es ging, doch erwischte Viola sie leider nicht mehr.
Auch ansonsten dachte sie über all die anderen Bewohner nach. Jene welche teilweise schon hünenhaft waren und die Viola bei weitem überragten. Doch so einschüchternd sie anfangs wirkten, Viola hatte noch nie solche freundlichen und fürsorgliche Menschen getroffen, und sie würde sicher auch nirgends sonst solche Menschen finden. Auch hatte sie Vertrauen zu ihnen gefasst, besonders zu der Tochter der einen älteren Frau. Der Name ihres Kindes war Erinna und Viola hatte eine gewisse Zuneigung zu ihr entdeckt, sie sah in ihr etwas wie eine Freundin, jemand bei dem sie sich sicher fühlte. Und schon aus diesen Gründen würde sie niemals jene Menschen enttäuschen oder beklauen.
Ihre Augen schlossen sich sehr langsam und sie versank in ihren Schlaf, welcher nicht frei von Träumen und Bildern war. Aber es war ein Kampf, der es wert war, gekämpft zu werden.
Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 03:58
von Erinna Hinrah
Wieder versuchte sie wachzubleiben, immerhin hatte sie ja den halben Tag lang geschlafen.
Wieder beobachtete sie Viola im fahlen Licht des abnehmenden Mondes, dass silbern durch die kleinen Fenster schien.
Zwischendurch stand sie auf und löschte die Fackeln und Kerzen der Festung, ehe sie sich wieder an Violas Bett hockte.
Sie erinnerte sich daran wie oft die anderen bei ihr gesessen hatten, als sie schlecht geschlafen hatte und wie sicher und geborgen sie sich in der Naehe von anderen gefuehlt hatte. Vielleicht fuehlte Viola ebenso und das war es Erinna Wert weniger zu schlafen, eigendlich viel zu wenig.
Sie sah noch wie der morgen langsam graute, als sie auf den Fellen, neben Violas Bett, einschlief. Sanft ging ihr Atem, ein wenig flach wegen ihrem Brustkorb, auch sie träumte nicht sehr gut.
Wieder sah sie im Schlaf die berittenen und auch sah sie die zwei Steine die ihr wie leuchtende Augen vorkamen.
Da lagen zwei junge Maedchen im Gaestesaal die sich beide mit Alpträumen herumschlugen, ganz dem Spruch
"geteiltes Leid ist halbes Leid"
Verfasst: Dienstag 25. Oktober 2005, 14:40
von Caillean Hinrah
Sie wusste Erinna wuerde sich um Viola kuemmern wie um eine juengere Schwester. Die dunklen Schatten unter ihren Augen war ihr wohl aufgewallen. Es waermte ihr Herz, dass Erinna sich um Viola kuemmerte. Das war eine Aufgabe nur fuer Erinna. Natuerlich wuerde der Rest des Clanes sich ebenfalls um seinen Gast kuemmern.
Die haertesten Nuesse waeren wohl Falk und Aisling. Aisling war jedem misstrauisch gegenueber und Falk hatte sie schon einmal gefragt warum sie so ein weiches Herz haette und immer wieder streuner aufsammelte.
Viola war nicht schwaechlich noch eine Last. Und ihre Mutterinstinkte die schon frueh in ihr erwacht waren noch bevor sie eigentlich verheiratet war mit Falk, und durch Erinna sich gefestigt hatten. Jene Instinkte schlugen zu als sie Viola auf dem Markt gesehen hatte... ein duerres dreckiges Kind, kaum vierzehn, das mit starren Gesicht den Sack Salz anstubste beim Stand von Hooriya.
Erinna war zu schuechtern um das Strassenkind anzusprechen. So ging sie beherzt hinter Viola her, tippte sie freundlich von hinten an und sprach mit sanfter stimme.
"he.. du wart mal..."
in dem Moment wo sie sie beruehrte stach Angst in ihre Augen und sie wirbelte herum wehrte verzweifelt ab etwas gestohlen zu haben.
Schmerzlich zog sich ihr grosses Mutterherz zusammen und sie ueberollte die arme Viola mit Freundlichkeit, vielen Fragen und dem Angebot zu bleiben ueber den Winter.
Erinna und Freia waren eifrig in ihrer Hilfe und waren derselben Meinung.
Ein warmes Laecheln strahlte ueber Cailleans Gesicht, als sie an Freias selbstverstaendliche Zustimmung dachte der Duerren etwas warmes zum Anziehen zu machen. Erinna hat sich auch tadellos benommen und ihr Wink auf den Welpen der alleine auf der strasse herumstreunte,k hatte sie sehr wohl verstanden doch noch nichts dazu geaeussert.
Erstmal wuerde Jung-Viola lernen muessen zu vertrauen... etwas das schwerfiel fuer jemanden wie sie.
Und sie wuerde mit Falk reden... ohja das wuerde sie... und wenn er einen Streit haben will ueber Viola... wuerde sie bei ihrer Meinung bleiben.
Wie eine Woelfin wuerde sie sich vor Viola stellen mit Erinna zusammen...
Kurz flammte heisser Trotz auf Falk auf in ihren Herzen, der friedelich und
sie eng umschlungen hielt, vor sich hin schnarchte. Doch mit seiner koerperwaerme schlich sich Sehnsucht in ihre Mitte. Erinna schlief jetzt schon zwei tage bei Viola...schoss es ihr durch den kopf
Ein beharrliches Ziehen das nach Saettigung verlangte...
Sie rollte sich herum in seinen armen und streichelte sanft sein gesicht, schmiegt sich auffordernd an ihn und seufzt sehnsuchtig. Sie beobachtet ihn bis sein Blick schlaefrig doch mit klarem Instinkt in den Wolfsaugen auf sie fiel und er mit hungrigem und woelfischem Laecheln nach ihr griff.
Ein wohliges knurren entstieg seiner Kehle als sie zueinanderfanden und sie verschob ihre ueberlegungen entschieden auf spaeter....
Wie liebte sie diesen hochgewachsenen wildanmutenden krieger mit dem sanften herzen. noch mehr da er erinna als seine Tochter anerkannte. Wenngleich nicht erbberechtigt, doch seine tochter. aye.. und die ihre... immer die ihre.
Wieder in der gleiche positiion aneinandergekuschelt - er an ihren ruecken geschmiegt sie von der tuer abgeschirmt mti seinem koerper - fuehlte sie sich zufrieden im herzen und gluecklich.
Nachher werd ich mich um viola kuemmern.. sie brauch ein warmes bad.
Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2005, 01:43
von Viola Ser´Rhal
Nacht. Die Zeit des Grübelns, so war es doch eigentlich oder? Viola lag inmitten einiger weichen Felle und spürte den warmen Leib des kleinen Hundewelpen an ihrem Körper. Es war schon ein seltsames Gefühl, dass sich ein anderes Wesen so sehr um ihre Nähe mühte wie dieser kleine Kläffer, der Viola von Erinna geschenkt wurde. Erst hatte sie gar nichts mit dem Tier anfangen können und wenn sie ehrlich war, so hatte sie immer noch ihre gewissen Probleme mit diesem Tier, aber jetzt gerade genoss sie seine Wärme und Nähe.
Heute war sie baden gewesen, hatte ihren Körper seit ewigen Zeiten gereinigt und danach mit den anderen Mitgliedern des Hauses am Feuer gesessen und sie musste zugeben, sie fühlte sich hier von Tag zu Tag wohler. Trotz allem hatte sie immer noch ihre Fingernägel bis aufs Fleisch hinabgekaut und gerade beim Baden mit der Seife spürte sie schmerzhaft, wie empfindlich ihr Fleisch doch eigentlich war. Doch Schmerzen waren es allemal wert, nicht in Versuchung zu geraten.
Ihre Augen waren geschlossen und die letzte Zeit hatte sie nun auch nicht mehr jene immer gleich bleibenden Wortfetzen mehr im Kopf, nein immer wieder träumte sie von vergangenen Ereignissen, lies diese passieren und betrachtete sie. Gestern hatte sie von einem angenehmen Tag mit ihrer Schwester geträumt, eine der wenigen Tage in ihrem früheren Leben, welche wirklich erheiternd und schön waren. Doch diesmal schien sich der Traum näher zu befinden ... nicht so weit zurückliegend.
Sie saß am Boden, um sie herum das Gekreische vieler Kinder. Weinen, Lachen, Zittern, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit. All das lag an jenem ort so dicht beieinander, dem Waisenhaus. Nur einmal in ihrem Leben war sie in einem derartigen Heim gewesen, und in jener Stadt, war es wohl gerade das falsche gewesen. Die Kinder wussten immer, jedesmal zum Ende der Woche war die gleiche Routine inne. Sie alle mussten stillstehen, sie alle wurden bewertet, bewertet nach der Arbeit, welche sie die ganze Woche über erledigen sollten. Dabei war es egal wie schwach jemand war oder ob er etwas gut oder schlecht konnte, Rücksicht wurde hier nicht genommen.
Und Viola erinnerte sich an diesen einen Tag, der Tag nach der letzten Bewertung. Sie saß immer noch still da und schaut auf den Boden, ehe sie in der Ferne schwere Schritte hören konnte. Zwei Männer gingen auf sie zu. Ihre Stiefel hallten wieder in dem kleinen Raum, der nun vollends still geworden war. Direkt vor Viola blieben zwei große Männer stehen, und deuteten mit den Daumen hinter sich. „Na los ... mitkommen!“ brummte einer der beiden und sie folgte. Sie verließen das Waisenhaus, sie durchquerten die engen Strassen und egal wie oft sie in diesen Momenten an eine Flucht gedacht hatte, ihre Beine wollten nicht wie es ihr Kopf wollte. Sie traten immer weiter, bis sie vor einem kleinen Wachturm stehen blieben, einen jener Türme, die den Untergrund des wachpersonals miteinander verbanden. Das war der Ort, der Ort an dem sie die brachten, die nicht zufriedenstellend arbeiteten, jener Ort an dem sie einen Tag verweilten und dann nie wieder schlecht bewertet wurden. Alle Kinder munkelten über diesen Platz, aber keiner wusste wirklich was hier geschah; sie würde es rausfinden.
Die beiden Gardisten deuteten stumm auf eine Tür, welche sie aufstießen. Die ganze Zeit warfen sie dem jungen Mädchen keine Blicke zu, gingen nur stumm die Wendeltreppe hinab, und durch die dunklen und nassen Gänge. Ihre Schritte wurden langsamer, ehe sie an einer Tür mitten im Gang ankamen, welche sich nach rechts erstreckte. „Da rein ... Maul halten und tun was man dir sagt!“ die wirsche Stimme kläffte sie an. Viola nickte nur stumm und öffnete die Tür, trat hindurch und kurz was sie umgeben von eisiger Dunkelheit. Sie konnte Schritte hören in dem Raum direkt vor ihr und dann grellte etwas fahler Kerzenschein auf, welcher die Sicht auf ein paar Geräte preisgab, geräte wie man sie nur aus Folterkammern kannte. Ihr Herz vereiste und sie jappste nach Luft. Eine Gestalt stand an einer der Wände gelehnt, die Stimme wie ein eisiger Hauch. „Keine Angst meine Kleine ... diese Geräte da, sind nur für wirklich harte Vergehen ... doch dir“ er lächelte schief und gackerte kurz kichernd auf „dir wollen wir doch nur etwas mehr Arbeitswillen näherbringen, nicht wahr?“. Sie wusste was folgte, sie presste die Augen zusammen, der Kerl kam immer näher, hatte sie fast erreicht und dann ...
Mit einem gellenden und markerschütternden Schrei richtete sie sich auf, und zog sich instinktiv zurück in die erste Ecke. Sie schrie noch zweimal, ehe sie ein leises Winseln wahrnahm, was zu ihren Füssen ertönte und sie den kleinen Welpen sah, welcher sich an sie randrückte und ihr mit seiner Zunge über das Bein strich. Ihr ganzer Körper zitterte und mit einem mal lies sie all ihre Last, all die Ängste über sich ergehen und weinte bitterlich, ohne Hemmungen, während sie den tröstenden und weichen Körper des kleinen Welpen an sich drückte.
Vergangenheit ... sie würde sich niemals wiederholen.
Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2005, 02:03
von Erinna Hinrah
Vor Schreck fiehl Erinna fast die Stufen hinunter, auf denen sie gesessen hatte und den Sternenhimmel betrachtet hatte. Die Sterne hier waren nicht anders als die Sterne im Wald.
Wie ein geölter Blitzt wetzte sie stolpernd in die Taverne und riss die Tuere zum Schlafsaal auf. Sie glaubte erst im ersten Moment es wäre etwas schreckliches passiert und irgendetwas wäre mit Viola geschehen.
Trotz ihres zarten alters empfand sie das erstemal in ihrem Leben wirklich einen Instink des Beschuetzends, nur in Caillys Nachthemd gekleidet hockte sie sich zu Viola in die Ecke, behutsam und vorsichtig, als würde sie sich einem verängstigstem Tier nähern.
Sacht streckte sie ihre Hände aus und versuchte Viola in ihre Arme zu ziehen, sie weinen und zittern lassend, aber ihr leise beruhigend brummend, unbewusst genauso wie eine Wölfin ihr Junges beruhigt, ein Gefuehl der Sicherheit gebend.
Langsam strich sie Viola durch das Haar. Sie wusste nicht was das jüngere Mädchen geträumt hatte, aber es musste grausam gewesen sein. Das spürte sie in ihrem Herzen und sie hielt sie einfach nur in ihren kleinen, zierlichen Armen.
Der kleine Welpe, der wohl merkte das jemand jetzt da war bei seiner neuen jungen Herrin, rollte sich in Violas Schoss zusammen und döste. Die halbe Nacht sass Erinna in einer unbequemen Haltung. Erst als Viola wieder einschlief in der Ecke, zog sich Erinna nach einigem zögern das Nachthemd aus und legte es wie eine Decke über Viola.
Ihr war es egal, ob sie frohr, oder krank werden könnte. Ihr war wichtig das das kleine dürre Mädchen spürte das sie da war, so wie sie immer gespürt hatte wenn Freia, Falk oder Cailly naehctelang bei ihr sassen, wenn sie alpträume gehabt hatte.
Ihre Gedanken schweiften ab, wärend sie Viola im Arm haltend dasass. Sie erinnerte sich daran wie sie geschrien hatte in ihren Träumen, von ihrem eigenen Schrei wachgeworden. Die Bilder des Hauses schossen durch ihren Kopf. Sie sah wieder Marla bei lebendigen Leib verbrennen. Sie sah die Reiter hinter sich herjagen, die versuchten nach ihr zu greifen.
Sie wich die ganze Nacht nicht von Violas Seite. Erst als sie sicher war, das Viola nicht mehr schlecht schlafen würde, gönnte sie sich ein wenig Dösen.
Verfasst: Donnerstag 27. Oktober 2005, 14:10
von Freia Hinrah
... dort stand er. Groß gewachsen und kräftig ... die Statur eines Krieger und das rauhe Aussehen eines Nordmannes. Jenes Mannes dessen Abstammung von den Inseltrollen man deutlich sehen konnte wie bei fast jedem Bunjam unddoch wusste nur der Kundige was ihm die Gestalt verlieh. Doch dies war es nicht, was ihre erst ihre Zuneigung und dann ihre tiefe Liebe entflammen liess, sondern die Augen ... die Augen und das etwas verschmitzte jungenhafte und doch so sanfte Lächeln zu das dieser gewaltige Mann fähig war, ein Lächeln das Sicherheit und Geborgenheit versprach, eines indem man alle Sorgen die sie hatte vergessen konnte ... und mit genau jenen sah er sie im Moment an ... Die Luft soweit in den Bergen hier oben war dünn und kalt, nur spärlich war die Vegetation noch und die Strasse vor ihnen war steinig und rutschig und verdammt schmal. Längst waren die Hänge und Wege mit Schnee und Eis bedeckt nur zu ihrer linken tobte unter einem steilen, todbringenden Abhang noch das gewaltige Rauschen unzähmbarer wilder Fluten. Sie wollte diesen Weg nicht gehen. Schon vor einigen Tagen am wärmenden Lagerfeuer der Nacht, hatte sie eine dunkle Vorahnung ergriffen. Doch sie konnte die Entscheidung ihres Vaters verstehen. Der Winter war nah und wenn sie diesen Pass nicht vor beginn jenes überschritten hatten, würden die Berghänge zuschnein und unpassierbar werden. Dann hätten sie einen ganzen harten Winter hier bleiben und sich vor den Orkstamm der ihnen auf den Fersen war verstecken oder sich ihm stellen müssen. Die Winterlandschaft bot nicht viel Deckung und eine Schlacht auf offener Flur währe nicht nur Ungewiss sondern würde in jedemfall ein hohen Blutzoll von den verbleibenden 25 Männern und Frauen fordern. Zuviele hatten sie schon auf der harten Reise verloren und wenn sie nur diesen Pass überquert hatten würden ihnen die Orks nicht mehr folgen kö ... Sie kam nicht mehrdazu den Gedanken zuende zu führen. Im Lächeln ihres geliebten Mannes versunken hatte sie nur einen Moment nicht aufgepasst, ein Moment der ausreichte um einen falschen Tritt zu machen und bevor sie sich versah, spürte sie wie das Geröll unter ihrem Tritt nachgab und sie langsam die Klippe hinabrutschte. Ihre Lippen öffneten sich zu einem Mark erschütterten Schrei ... doch es war nicht ihre Stimme sondern die von ... Viola!? ...
Kerzengerade richtete sie sich von ihren Fellen auf und rieb sich müde den Schlaf aus den Augen und lauschte in die Stille der Nacht. Hatte sie das Mädchen ebend schrein hören oder war dies alles nur ein Traum gewesen? Noch ehe sie völlig zur Besinnung kam fand sie sich das Fell von ihren Körper schiebend wieder und kleidete sich in ein dünnes Hemd und einen Fellumhang. Barfüssig wie sie war tapste sie die hölzernen Treppen hinunter und strich sich einige vorwitzige Strähnen ihes langen Haares zurecht. All ihre Sinne lösten sich langsam vom Schock des Traumes und des erwachens und so kehrte die Erinnerung an den gestrigen Abend zurück, an dem sie immer wieder zu Viola ins Zimmer geschlichen war un den Schlaf des jungen Mädchens gehütet hatte. Sie wusste nicht, weshalb sie soviel Zuneigung für das kleine junge Mädchen empfand. Oft hatte sie sich eingeredet es war einfach nur Mitleid mit einem Kind das es im Leben nie leicht gehabt hatte. Auch bei Erinna hatte sie dies zuerst so empfunden bis es sich in eine tiefe familäre Liebe gewandelt hatte, die sie mittlerweile mit der jungen Frau verband wie es sonst wohl nur unter Geschwistern geben würde. Doch irgendetwas war anders. Noch ehe sie dem Gefühl eine Bedeutung zumessen konnte tapsten ihre nackten Füsse über das kalte feuchte Gras Grimwoulds und ehe sie es sich versah überzog eine feine Gänsehaut ihren Körper bevor sie in die Wärme und Geborgenheit des Tavernenzimmers trat. Das jeden Tag neuaufgelegte Holz des Feuers war um die Zeit nicht mehr, als ein Haufen glühender Asche, welche aber noch immer Wärme spendete.
Sofort wandte sie den Blick zu der Gästezimmer Tür, sich noch immer fragend ob dies alles nicht nur die Wirkung des schlechten Traumes war bemerkte sie, wie die Tür einen Spalt weit offen stand. Vorsichtig tapste sie darauf zu und verbreiterte den kleinen Spalt um hinein zu treten. Ihr Blick glitt die fast leeren Betten hinab bis er auf das eine fiehl, indem Viola normalerweise hätte liegen sollen. MIt Verwunderung jedoch stellte sie fest das es leer war und trat nun fast erschrocken wirkend ganz ein bis ihr Blick auf Erinna und Viola fiehl. Der Anblick des zitternden und weinenden kleinen Mädchens das von Erinna tröstend in den Arm genommen wurde wärmte ihr das Herz aufs tiefste. Jegliche Kälte und gar Müdigkeit wich aus dem Blick ihrer eisblauen Augen, sodass jene im klammen Mondlicht und mit den zurückgehaltenen Tränen der Rührung wie 2 Edelsteine funkelten. Leise nahm sie ihren Fellumhang ab und tapste nach einer Weile zu den beiden Mädchen hin und legte ihn sehr vorsichtig und fürsorglich über Erinnas nackte Schultern. Sie wollte verhindern das die kleine kleine erschrack als sie sich zu den beiden Mädchen hockte und sehr vorsichtig beiden durch ihr Haar strich. "Ist schon gut ... " flüsterte sie "alles wird wieder gut". Nur in dem dünnen Nachthemd bekleidet, verharrte sie genau wie Erinna die Nacht über an Violas Seite und hütete zusammen mit ihr den restlichen Schlaf des Mädchens, geradeso als könnte ihre Anwesenheit und zärtlichen Gesten die sie Viola zukommen liessen allein jeden bösen Traum vertreiben.
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 01:43
von Viola Ser´Rhal
Ein weiterer Tag war vergangen, weitere Erlebnisse hatten sie heute besucht und sie war hundemüde. Dabei hatte sie heute doch eher weniger getan, gut sie hatte Freia beim Holzschleppen geholfen aber ansonsten hatte sie heute nur geredet und war im Heim der Hinras gesessen. Aber wahrscheinlich fanden sich die Gründe für ihre Müdigkeit in der gestrigen Nacht. Sie hatte geschrien, erbärmlich geweint und gezittert. Weinen ... es zeugte von Schwäche, dass wurde ihr oft genug gezeigt und man sollte es nicht tun. Es zeiget am Ende nur wie Hilflos man wirklich war. Gestern Nacht hatte sie geweint und dass nicht zu wenig, aber diesesmal musste es sein. Ihr Gesicht brannte die ganze Zeit vor Scham, aber es musste raus. Sie hatte auch die Nähe Erinnas und später auch Freias Nähe gespürt und es war auf eine Art seltsam. Erst hatte sie sich gewünscht sie würden fortbleiben, sie einfach nur alleine lassen und sie einfach dasitzen lassen sollen, doch je mehr sie die Nähe der beiden gespürt hatte, desto weniger wollte sie jene Nähe missen und auch nie wieder hergeben. Sie hatte die ganze Zeit über gar nichts gesagt, sie hatte geschwiegen und einfach nur die Augen zusammengepresst, bis der Schlaf und die Erschöpfung sie einholten, am nächsten Morgen wachte sie dann wieder alleine in ihren Fellen auf.
Vielleicht hatte sich ihr Körper von gestern einfach nicht erholt. Oder machte es ihr zu schaffen dass sie Freia es gestanden hatte? „Ich muss stehlen ... ich kann einfach nicht anders. Es ist ... wie eine Sucht“, das waren ihre Worte gewesen, dass hatte sie ihr gesagt und sie schämte sich zutiefst, aber irgendetwas in ihr wollte es sagen und endlich nicht mehr in sich vergraben. Sie hatte danach recht schnell vorgetäuscht müde zu sein und hatte sich in ihr Bett gelegt und nachgedacht. Immer wieder kam der kleine Welpe zu ihr, der ihr geschenkt wurde, doch Viola konnte sich gerade nicht sonderlich für das Tier begeistern. Ihr Herz war schwer und sie wünschte sich mehrmals es Freia doch nicht gesagt zu haben. Auch wenn sie Freia mochte und auch alle anderen, es war Schwäche. Jedes Wort das sie über sich erzählte, gab sie sich mehr den anderen hin und machte sich zum Teil abhängig von ihnen ... das durfte man nicht. Jahrelang hatte man es ihr eingebleucht, niemals soetwas zuzulassen, niemals zu nahe an jemanden zu kommen. Ihr wurde immer gesagt wie falsch zu große Nähe und zu viel Vertrauen war. Doch sie fragte sich, ob das hier auch der Fall war? Waren die Hinras auch so? War es falsch ihnen gegenüber zu zeigen dass sie dies alles doch irgendwie mochte? Wenn sie sich selbst zuhörte, und auch nicht flunkerte, so hatte sie es genossen, wie man sich um sie gekümmert hatte. Sie hatte es genossen auf den Schoss von Falk zu sitzen und das Haar durchgekämmt zu bekommen, sie genoss die Nähe von Caillena, Freia und auch von Erinna und sie fühlte etwas, was sie vielleicht nur als kleines Baby einst verspürt hatte; Geborgenheit.
Sie drehte sich leicht in den warmen Fellen. Heute Nacht schlief sie nicht wie die anderen Tage im Gästezimmer. Nein heute Nacht schlief sie in den Fellen von Freia, die große Frau hatte sich nahe an sie gelegt um ihr Nähe zu spenden. Sie atmete tief ein und dachte nach, wie fühlte sie sich gerade? Und die Antwort war einfach; sie fühlte sich Wohl und zwar so sehr, wie sie sich noch nie wohl gefühlt hatte. Vielleicht war dies auch der Umstand gewesen, dass sie wie verzweifelt überlegte, ob dies alles wirklich Echt sei. Immer wieder erwartete sie das grausige Erwachen, eine Wendung oder Überraschung aber sie kam nicht und dieser Umstand weckte genau jetzt enorme Glücksgefühle in ihr. Sie schmiegte sich etwas an Freia und drückte die Augen fester zu.
Die Träume der letzten Nächte blieben weitesgehend aus, sie träumte nur kurze Fetzen; mehrere Bilder welche schnell aneinandergereiht waren und davon konnte sie sich nur eines merken
... Jenes eine Bild ... jenes eine einzige, wo sie in sein Gesicht starrte, wie die Flammen es umspiegelten und er dürr lächelte und ihr zuzwinkerte, bis die Glut ihn holte...
Sie schreckte kurz auf als sie das Bild wieder vor ihren Augen sah, doch anstatt zu zittern, zu weinen oder dergleichen, kuschelte sie sich nur enger an Freia heran und schlief wieder ein.
Und die Nacht verlief friedlich.
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 02:46
von Erinna Hinrah
Freia und sie hatten sich noch unterhalten, über Viola und ein eventuelles Kind bei Cailly und Falk irgendwann. Erinna spürte tief in ihrem Herzen das dann fuer sie der Zeitpunkt kommen wuerde, in der sie das "Nest" verlassen musste. Das sagte sie auch Freia.
Schweigend sassen sie dann am Feuer. Irgendwann fiehl Erinna in einen tiefen Schlaf. Sie merkte nicht als Freia nach oben ging.
Sie schlief so tief das man fast glauben konnte sie wäre ohnmächtig geworden, nichts haette sie mehr wecken koennen. Die Naechte seit Viola da war, waren fuer sie meist schlaflos gewesen und den Schlaf holte sich nun ihr Körper zurück.
Bilder sah sie im Schlaf, ihr eigenes Zittern und leises Wimmern weckte sie diesmal nicht wie sonst. Schweiss perlte von ihrer Stirn herunter,
die warme Taverne verstärkte den Traum den sie über Marlas Tot wieder hatte. Sie glaubte wieder die Hitze der Flammen zu spüren,
sie schlief so fest das sie nicht merkte wie sie mit einem dumpfen Aufprall von der Bank fiehl, als sie im Traum wild um sich schlug,
wärend die Bilder der Reiter sie verfolgten.
Sie hoerte diesesmal auch ihren eigenen Schrei nicht, zumindes weckte er sie nicht wie sonst,
sie träumte weiter und sah die Bilder der Wölfe und dann gluehende Augen auf sich zukommen.
Auf dem blossen Boden liegend rollte sie sich zitternd fest zusammen, ihr Atem ging schnell fast keuchend, so als wuerde sie im Schlaf panisch rennen.
Sie weinte im Schlaf und gab ihr das Gefuehl und
brachte ihr die Bilder wie sie wieder fast im Fluss ertrank.
Immer wieder schrie sie im Schlaf auf. Es schien als habe sie selten oder noch nie so heftig geträumt wie diese Nacht.
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 07:21
von Caillean Hinrah
wie von furien gehetzt. rannte sie durch das haus.. irgendwo schrie ihr kind!!!
Die augen gross das herz heftig jagend in der brust die sich aengstlich zusammenzog stolperte sie dahin wo erinna schlief und schrie und um sich schlug.
Sie nahm die sich heftig straeubende in den arm und hielt sie eisern fest.. schuettelte sie bis sie aufhoerte sich zu wehren. Nahm sie dann zaertlich in den arm und wiegte sie sanft, weinte mit ihr, als der schreck nach liess.
Was war nur der ausloeser? Sie murmelte unverstaendliche worte. gab nur beruhigenden toene von sich fuer den Welpen und wiegte und wiegte und wiegte sie immer weiter.
Kuesste die schweissnasse stirn und strich ihr das wirr haar aus dem gesicht.
"Bei der Gnade der Herrin... was geschieht hier?" Ihr Brust zog sich zusammen. Irgendetwas war im wandel.. erst verschwanden isgar und hogarth spurlos... und jetzt plagten erinna alptraeume in kaum vorstellbaren ausmassen.
"mein wildfang was quaelt dich nur?"
Sie trug die weinende Erinna nach oben in der ersten stock.
falk war wach und beim anblick der wimmernden kleinen die sich aengstlich an Caillz schmiegte schlug er fuer sie beide die felle zuruck.
Erinna kam in die mitte.
Wie ein warmes lebendes nest umschlangen sie beide erinna und gaben ihr still waerme und geborgenheit.
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 10:48
von Freia Hinrah
... sie spürte es wieder .. das Gefühl des freien Falls. In der Wirklichkeit waren es nur wenige Herzschläge gewesen, doch hier im Traum schien es sich zu einer Ewigkeit auszudehnen. Sie hörte den tosenden und todverheissenden Fluss unter sich und sah das Gesicht von Leif, wie sich sein Blick schreckensgeweiht verzerrte bis es hinter der Kante der Schlucht verschwand... dann folgte er ... der dumpfe Aufprall. Doch keine eisige nasse Kälte, die ihr jede Funken Wärme aus dem Leib sog erwartete sie, sondern der unangenehme Schmerz des harten Gesteins, gegen welches sie geprallt war....
Ihre Augen öffneten sich Schlagartig kurz bevor Viola sich an sie schmiegte. Es brauchte nur wenige Sekunden bis der Schreck nachliess und ihre Sinne ihr verrieten wo sie war. Mit zärtlichen Blick betrachtete sie das kleine Mädchen was im fahlen Mondlicht der Nacht geradenoch zu erkennen war und streichelte ihr sanft über den Kopf und durch ihr Haar. Es erfüllte sie mit Wärme und Zuneigung das kleine Mädchen an sich zu spüren und liebevoll legte sie einen Arm um sie und döste noch ein wenig bis sie erneut hochschreckte. Sie wusste nicht was genau sie gehört habe aber sie wusste das es mit Erinna zu tun hatte. Viola schien tief und fest zu schlafen. Sie Strich ihr ein paar Haarsträhnen aus dem Gesicht und küsste einmal liebevoll ihre Wange bevor sie sich erhob und im Nachtgewand die Tür des Zimmers öffnete. Dort sah sie wie Cailly mit der weinenden Erinna auf den Arm ihr entgegenkam. Der Anblick der total verzweifelt wirkenden Erinna machte ihr das Herz schwer und kurz gesellte sie sich zu ihnen um Cailly ein wenig zu helfen Erinna zu trösten und ihr sanft über den Kopf zu streichen. "Wieder böse Träume aye?" Mitfühlend blickte sie zu dem jungen Mädchen und seufzte fast selbst ein wenig verzweifelt. "Nehmt sie besser mit zu euch.... Ich glaube .. wir müssen bald mal miteinander reden Cailly ... " sprach sie in müder Stimme und strich Erinna nochmal sanft über ihren Kopf und hauchte ihr einen liebevollen Kuss auf das Haupt. Sie sah das sie hier nichts für ihre "kleine Schwester" tun konnte und glaubte das Erinna alles wonach sie sich im Herzen sehnte, nämlich der Liebe von Cailly und Falk, in dieser Nacht wieder erfahren würde. So schenkte sie Cailly ein sanftes Lächeln das erst verschwand als sie mit Erinna im Arm in ihrem Zimmer ging. Ihre nackten Füsse tapsten dann zurück in ihr eigenes Zimmer, wo sie sich wieder eng neben Viola hinlegte und sie wieder fürsorglich in ihren Arm nahm um wenigstens hier noch zu verhindern, dass ein weiteres armes Kind von finsteren Träumen geplagt wurde ....
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 14:07
von Viola Ser´Rhal
Sie hatte von all den Unruhen wenig mitbekommen und friedlich weitergeschlafen. Sie war nur kurz erwacht als Freia wieder in das Zimmer kam und sich zu ihr legte, doch hielt sie die Augen geschlossen und drückte sich einfach nur wieder an sie ran. Es war scheinbar mitten in der Nacht, denn die Sonne hatte sich draussen noch nicht über die Gipfel gehoben und alles war noch stockduster. Sie hatte es sich sehnlichst gewünscht, diese Nacht nicht zu träumen, doch kaum hatte sie der Schlaf wieder eingeholt, begann es wieder ... fingen die Träume an auch wenn sie anders waren als sie befürchtet hatte.
Sie saß da und starrte zu Boden. Hinter ihr ertönte ein schneidendes Geräusch und ein leises, ekelhaftes Schmatzen. Neben ihr fiel ein Körper zu Boden, mit einer wolchen Wucht dass sie sich eiligst von ihm wegdrückte. Sie starrte auf den nun leblosen Körper, blinzelte ihn an und sah hinauf, hinauf zu der Gestalt mit der Doppelklinge; hinauf zu ihm. Zwei dunkelbraune Augen starrten sie an, eng zusammengekniffen, ehe er die Klinge wieder in seiner Rückenhalterung versenkte und kurz auf die Leiche des toten Gardisten sah. Er bemerkte Violas Blick, diesen leeren und gefühlslosen Blick. Vielleicht hätte sie schockiert sein sollen, vielleicht hätte sie zittern sollen, doch dafür fehlte ihr jegliche Kraft. „Ich habe es dir gesagt ... ich habe es dir mehr als einmal gesagt!“ donnerte die Stimme des jungen Mannes. „Ich weiß dass du es tust weil es dich nicht losläßt aber das gibt dir kein Recht unvorsichtig zu sein! Das gibt dir nicht die Freikarte, einfach zuzugreifen. Denkst du jemand würde dir glauben?“ und mit einem mal holte er aus und verpqasste ihr eine Ohrfeige. Die Wucht des Schlags lies sie zurücktaumeln und ihre Wange glühte förmlich vor Schmerz. Sie hätte weinen sollen, aber sie konnte einfach nicht, da war einfach nur Leere. „Gerade habe ich einen Menschen getötet ... nur damit du verdammtes Drecksgör in Sicherheit bist! Pass in Zukunft besser auf, ich werde nicht immer da sein. Irgendwann bist du alleine, dann hast du nicht einmal mehr mich.“
Die Bilder verschwammen und sie sah wieder sein Gesicht. Dieses vertraute Gesicht wie es ihr zulächelte und zuzwinkerte, bis die Glut es umschloss.
Wieder gab es einen Szenenwechsel vor ihrem geistigen Auge. Sie schaute auf, hinauf zu einer jungen Frau die um einiges älter als sie war. Geduldig schaute sie runter, ehe sie leise schnaubte. „Also was willst du? Ich hab nicht ewig Zeit, wenn mein Herr merkt dass ich weg bin, krieg ich Ärger!“ Sie sah zu der jungen Frau auf, jenem Gesicht dass ihrem so ähnlich war, zu den schwarzen Haaren und den feinen Zügen. Sie sah in die Augen ihrer Schwester und ihr kamen beinahe die Tränen, doch sie musste sich zusammenreissen. „Ich ... wollt dich nur mal wiedersehen“ murmelte sie leise, fast schon hilflos. Die Frau rollte mit den Augen. „Hör mal Vio, ich freu mich ja wirklich dich wiederzusehen, aber damals habe ich es dir gesagt, komm mit mir und such dir einen guten Meister der dich als Sklavin erzieht, oder geh deinen eigenen Weg! Sieh dich an. Du bist dreckig, du stinkst und trägst Lumpen als Kleidung. Du hättest wenigstens was aus dir machen können, aber es ist wie Mutter es sagte, ein ungewolltes Ding wie du bringt es zu nichts! Es ehrt dich dass du mich mal wieder sehen wolltest ... wirklich“ und ihre Züge wurden etwas weicher „aber wir beide leben ein völlig unterschiedliches Leben. Und in meinem ist kein Platz mehr für dich. Also geh ... such dein Glück irgendwo, aber nicht bei mir“.
Das Bild verschwamm wieder, sie sah sich selbst nur wegschlurfen. All diese Momente ... prägten sie sie? Sie glaubte das brennen der Ohrfeige noch heute zu spüren und auch die Wucht der Worte ihrer Schwester damals. Sie war klein gewesen, sie hatte nie viel anchgedacht. Sie hatte geklaut wann immer es ihr Verlangen war. Sie wollte bei ihrer Schwester leben, ohne darüber nachzudenken dass sie nie willkommen gewesen war in ihrer eigenen Familie. Ein nicht gewolltes Kind, mehr war sie damals nicht gewesen. Sie blinzelte sich verstohlen ein zwei Tränen weg, ehe sie sich wieder in die Felle drückte und weiterschlief, die weitere Nacht verlief traumlos.
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 17:17
von Freia Hinrah
Die weitere Nacht verlief ruhig und traumlos, doch das lag weniger daran, das ihr Schlaf fest und erholsam war, als eher das sie nur ein wenig Döste. Zuviele Dinge gingen ihr in diesen Momenten durch den Kopf. Was hatte Erinna so gequält? SIe hatte die kleine oft aufgewühlt erlebt aber so? Sie wirkte fast ein wenig verstört und wo hatte sie überhaupt gesteckt das Cailly sie hoch und in ihr Zimmer tragen musste? Ihr Gedanken ward jeh unterbrochen als sie merkte, das ein einzelner Tropfen auf ihren Fingerknöchel der untenliegenden Hand getrofft wurde. Das Dach war dicht und ausserdem war es kein kaltes Wasser sondern warm. Freia wusste nur zu gut was es war und ohne ein Wort zu sagen strich sie Viola einfach nur sanft die Schultern und ihren Rücken entlang. Was immer sie quälte, sie sollte merken das sie damit ab sofort nicht mehr allein war, dass sie Menschen gefunden hatte, die sie trotz der wenigen Tage die sie erst bei dem Clan war lieb gewonnen hatten. Freia zumindest war eine davon, dass spürte sie nun wo die kleine neben ihr lag deutlicher als je zuvor. Und so drückte sie Viola fürsorglich an sich als jene eingeschlafen war und döste bis die Morgensonne sich hinter dem Meer erhob ...
Verfasst: Freitag 28. Oktober 2005, 20:07
von Viola Ser´Rhal
Verwirrung, das war wohl das beste Wort was den derzeitigen Zustand von Viola traf. Verwirrt. Verwirrt über soviele Dinge die heute geschehen waren, dass sie anfangs gar nicht einschlafen mochte. Sie starrte im dämmernden Zwielicht die Decke des Zimmers an und grübelte. Sie durfte von heute an immer bei Freia oben schlafen, wenn sie das wollte und sie hatte es angenommen. Ohne wirklich zu zögern hatte sie das Angebot der Frau angenommen als sie ihr den Vorschlag offenbarte, dass sie von nun an immer bei ihr schlafen durfte. Dieses fehlende Zögern hatte sie sehr überrascht, doch war es nicht die einzige Überraschung an diesem Tage.
Erinna war die nächste. Sie hatte eine Weile mit Viola gesprochen und gesagt, dass sie beiden wie Schwestern waren im Inneren. Dass sich beide so ähnlich waren und dass sie Violas Gedanken verstehen konnte. Doch Viola wusste mit diesen Worten nicht wirklich etwas anzufangen, wie konnte Erinna wissen was in ihr vorging? Sie konnte sich doch nicht annähernd in sie hineinversetzen, wie sie manchmal mit sich selbst rang um nicht irgendeine Dummheit aus der puren Sucht heraus zu tun. Doch damit nicht genug, sagte Erinna heute ein paar Worte, die Viola wie eine Ohrfeige trafen, sie aber nicht umwarfen. „Ich vertraue dir ... und ich mag dich ...“ diese Worte hatte sie gesagt nach dem sie Viola eine Möglichkeit gegeben hatte, etwas zu stehlen und als Viola sie aufforderte sie zu kontrollieren, fielen eben diese Worte.
Sie blinzelte kurz die Decke nadenklich an. Wieso schenkten ihr hier soviele Menschen ihr Vertrauen und waren nett zu ihr? Diese Frage beschäftigte sie bereits seit sie hier war und irgendwie konnte sie die Antwort nicht finden ... oder sie wollte sie einfach nicht finden. Doch war dies zweifelsohne nicht das irritierendste am ganzen Tag. Dies kam erst, als sie mit Freia zusammen in die Stadt ging. Sie wollten einige Handwerker aufsuchen, damit diese ihr Wissen an Viola weitergaben. Schon auf dem Hinweg hatte sie ohne auch nur eine Sekunde zu zögern Freias Hand gegriffen und war Hand in Hand mit ihr gen Varuna gelaufen. Sie wunderte sich nun sehr darüber, eigentlich hätte sie zögern sollen, nachdenken und vorsichtig sein sollen, aber das tat sie alles nicht. Und als ob das alles nicht genug war, ereignete sich zurück daheim etwas, was sie nicht verstand und was gar nicht mehr auf ihren Kopf ging. Freia hatte sich runtergebeugt um sie sanft zu drücken, als Viola sich hinlegen wollte. Genau in diesem Moment hatte sie sich etwas hochgebeugt und der Frau einen Kuss auf die Wange gedrückt. Sie hatte noch nie in ihrem Leben einen Menschen geküsst, weder ihre Mutter, noch ihren Vater oder ihre Schwester. Doch es ging alles so automatisch ab, so geborgen und vertraut. Erst als sie realisiert hatte, was sie da eigentlich getan hatte, ging sie kommentarlos und ohne weitere Worte von dannen.
Was war los gewesen? Sie schloss die Augen kurz und atmete tief ein und aus. Es stimmte schon, sie mochte Freia sehr gerne. Doch nicht so, wie man die Liebe unter zwei Verliebten beschrieb, nein irgendetwas in ihr hatte Freia als Beschützerperson akzeptiert und lieben gelernt. Sie starrte kurz ins Leere, sie kannte Freia nicht lange und doch fühlte sie sich in ihrer Nähe geborgen und sicher, sicherer als bei sonst jemanden. Sie wusste, wenn Freia da war dann konnte sie ... dann konnte sie Vertrauen. Dieser gedankengang ließ sie kurz blinzeln. Sie hatte sich Freia damals anvertraut wegen ihrer Krankheit, und sie wusste nichtmal wieso Freia und nicht einfach Caillena, Falk oder Erinna ... es war Freia gewesen mit der sie sprechen wollte. Sie sah kurz beiseite, der Platz neben ihr war leer, Freia schien noch zu arbeiten oder dergleichen und da fiel es ihr auch auf was im Vergleich zu gestern Nacht fehlte. Es fehlte dem Schlafplatz an Wärme, an Geborgenheit und Nähe. Sie war verwirrt, verwirrt über all diese Emotionen die nun hochsprudelten in ihr, wie sie es noch nie erlebt hatte. Irgendwann schlief sie dann aber doch ein und die heutige Nacht verlief komplett traumlos. Und vielleicht auch nur weil der Gedanke bei ihr war, dass Freia heute Nacht über sie wachen würde.