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Vergangenheit und Zukunft ...
Verfasst: Mittwoch 21. Januar 2009, 16:19
von Jana Layani Thyrmon
Glitzernde Schneeflocken fielen vom trüben Himmel, ein grauer Tag, undurchsichtig, kalt, wie ihr Herz selbst. Niedere Kreaturen bekamen meine Macht zu spüren und erlagen ihr, ohne anstrengende Mühe, ich merkte, wie ich immer mehr an Kraft und Macht gewann.
Sie wurde stärker, mit jedem neu beginnenden Tag. Nun ist es schon eine Weile her, als ich dem Orden beigetreten war. Die Vergangenheit liegt hinter mir und doch hat sie das aus mir gemacht, was ich heute bin. Unmenschlich, unberechenbar, skrupellos, gefühllos …
Viel Zeit ist jeher vergangen und ich hatte gelernt mit meiner gewonnen Macht umzugehen. Doch meine Wissbegier wird nicht still stehen, es gibt noch einiges zu lernen, um mehr Macht zu erlangen. Einige Wege gibt es noch zu durchschreiten, die sich mir offenbaren könnten. Ja, Vertrauen ist einer davon. Vertrauen habe ich schon längst verloren. Keiner Menschenseele konnte man noch Trauen, allerhöchstens den Ordensmitgliedern, allerdings auch nur, solange man das gleiche Ziel verfolgte.
Tarja, zum Beispiel … ihre Cousine, eine Blutsverwandte, ein Familienmitglied. Eigentlich gehört sie gleichermaßen ausgerottet. Doch diesmal verhält es sich anders, ganz anders. Man könnte fast sagen, ich empfinde Anerkennung und fast schon geschwisterliche Gefühle für sie. Tarja strebt ebenso nach Macht wie ich, sie ist so gewissenlos wie ich selbst, doch hatte sie einen Vorteil: Die Macht obliegt ihr schon länger als mir selbst, ob sie nun stärker war, war Nebensache, man musste nur wissen, wie man die eigene Kraft einsetzt, man musste auch wissen, wie der andere sie nutzt. Nun .. die Zeit wird kommen, um sich daran zu messen, wer der Schwächere war … doch jetzt gilt es erstmals an einem Strang zu ziehen. Ihr konnte man Vertrauen … noch.
Pavel … manchmal fühle ich mich unruhig, angespannt, allein nur dann, wenn er mir gegenüber steht. Ich sollte meine Unruhe wirklich bändigen, Unruhe macht nur Probleme und verstrickt sich. Ob ich ihm vertraue? Nein, und doch wieder mehr als allen anderen. Er ist manchmal so berechnend und dann überrascht es mich wieder, wenn er es doch nicht ist. Unberechenbar, zynisch, seine Eifer die ihn vorantreibt macht ihn stark. Ich frage mich manchmal wirklich, ob er zu den Menschen gehört, die sich um den Finger wickeln ließen. Oftmals unterliegen Männer dem Charme einer Frau. Man konnte sie sich holen, man musste ihnen nur geben, was sie wollten, doch auch nicht allzu viel um letztendlich doch an sein eigenes Ziel zu gelangen.
Wenn man jenes mit Cetus verglich … Cetus war berechenbar, er kämpfte mit ehrlosen schwachen Mitteln, um einen außer Gefecht zu setzen und dabei fühlte er sich stark und mächtig … Er wusste seine Begabung nicht ohne Hilfe einzusetzen, er wusste nicht, was es bedeutete, mir auf diese Art und Weise zu zeigen, wie er kämpft … ein Soldat, der nur mit Waffen und Fäusten um sich schlägt … frontal und absehbar … nichts weiter … und kaum eine Gefahr für mich. Er glaubte der Schnitt, den er meinem Hals entlang zog, würde mich erschüttern, mich unterwürfig machen, doch merkte er selbst nicht, das ich ihm meine Schwäche nur vorspielte, um ihn in Sicherheit zu wiegen. Cetus konnte man um den Finger wickeln, wenn man es geschickt genug anstellte, fiel er darauf rein.
Pavel hingegen, kaum mächtiger als ich selbst … aber in ihm brodelte es, man wusste nie, was jetzt kam, es faszinierte mich, doch lies ich diese Gefühlsschwankungen nicht zu, im Gegenteil. Ich lies mir nicht anmerken, dass ich in seiner Nähe unruhig wurde. Ich konnte es nicht zulassen, dass er Macht über mich gewann. Wahrscheinlich merkte ich nicht mal selbst, was für Gefühle mich umgaben. War es Hass? Nein. War es Liebe? Nein, diese Gefühle wurden schon vor langer Zeit erstickt. War es Vertrauen? Ja .. ich musste acht geben. Mein Bewusstsein warnte mich vor ihm und zeitgleich wusste ich, dass ich ihn für meine Zwecke einsetzen konnte, auch wenn es schade um ihn war.
Umso beherrschter und kühler ich mich gab, umso besser konnte ich mich, vor meiner selbst verstecken. Gefühle bedeuten Gefahr, daher beschloss ich tief in meinem Inneren, dass es so was für mich einfach nicht gibt. Ich machte schon einmal den Fehler, mich meinen Gefühlen hinzugeben, es zuzulassen, doch ein zweites Mal wird es nicht geben.
Es stumpfte mich ab, schon früher und doch erwachten sie langsam wieder, als wollen sie langsam mein Inneres zerreißen und wieder an Macht über mich gewinnen.
In einer fließenden Bewegung drehte ich den Kreaturen den Rücken zu, um mich langsam ins tiefe der Wälder zurückzuziehen. Ich musste mich weiter umsehen, ich brauchte mehr Objekte an denen ich meine Forschungsarbeiten vollziehen konnte.
Verfasst: Donnerstag 5. März 2009, 14:20
von Jana Layani Thyrmon
Wie so oft schreckte ich aus dem Schlaf hoch mit diesem klebrigen Gefühl, einen Traum nicht zu Ende erlebt zu haben, das Gefühl, noch nicht hierher zu gehören, das Gefühl, jede Sekunde zu einer Vorstellung zerfallen zu können.
Ich berührte seinen Arm, hörte ihm zu und es war, als würde meine Seele, wenn ich noch eine Seele hätte, gegen die Felsen der Dunkelheit donnern. Und zerbersten. Hier und jetzt. Zerbrechen wie hauchdünnes Glas. Ein Traum der mich zu verfolgen schien…
Ungläubig starrte ich zu ihm und der Abstand zwischen uns wurde immer geringer. Doch erst als er seine Hand nach mir ausstreckte, realisierte ich, wie nahe er mir war und wich mit einem entsetzten Keuchen zurück, dabei stieß ich gegen einen Stuhl und fiel geräuschvoll mit ihm zu Boden.
Eine Schmerzenswelle zuckte durch mein Schienbein, doch ich verkniff es mir zu schreien. Auch den Schmerz ignorierte ich, viel zu gebannt von ihm und seinem dämonischem Grinsen. Er stand vor mir, groß in dunkle Gewänder gehüllt, seine Augen funkelten redlich vor Gier nach mir … nach meinem Tod…
Plötzlich blieb er stehen und ich nutze die Chance und kroch weiter vor ihm zurück, ließ ihn jedoch nicht aus den Augen. Und das war auch gut so den zeitgleich schoss er nach vorne, packte den Stuhl und schleuderte ihn mit einer einzigen gewaltigen Bewegung gegen die Wand neben mir. Mein Schrei ging völlig in dem ohrenbetäubenden Krachen unter, mit dem der Stuhl an der Wand zertrümmerte...
War es Angst, was mich zu diesem Traum trieb? War es vielleicht Angst vor meinem eigenen Versagen? Nein. Ich hatte meine Gabe unter Kontrolle, ich beherrschte sie, ich wusste mit meiner Macht, die stets mit mir wuchs, dir mir der Orden lehrte, umzugehen und konnte sie zur rechten Zeit am rechten Ort einsetzen. Diesmal geschah es nicht mehr unerwartet, diesmal konnte ich jene Macht bewusst und planmäßig einsetzen. Es war keine Angst, nur ein Traum, ein endloser Traum, der nie ein Ende fand.
Der silbergraue Morgen wuchs langsam heran…
Der Morgen wandelt Reif zu Tau,
der Tag macht alles grell und grau.
Wir kleiden uns in Traurigkeit,
doch geht der Tag kommt unsre Zeit.
Wer leuchten will, der flieht das Licht.
Der schaut der Nacht ins Angesicht.
Die Bleichheit, die von unsern Wangen schneit macht uns wie Engel schön.
Sie werden auf die Knie gehen und beten, dass der Mond verhangen bleibt.
Wir sind wie Eisblumen, wir blühen in der Nacht, viel zu schön für den Tag.
kalt und schwarz ist unsre Macht.
Eisblumen blühen in der Nacht.
[Eisblume-Eisblumen]
Meine Gedanken schweiften zu den Geschehnissen in den letzten Tagen, da war einmal der dicke Priester. Und dick war noch ein höflicher Ausdruck für seinen massigen Körper. Ich spüre immer noch sämtliche Knochen, die unter seiner Last litten, selbst der Eingriff ins Lied, um meinen eigenen Körper zu stärken, nützten nicht viel. Beim Gedanken daran, drückten sich meine Schultern einmal durch, um ein entspannendes Gefühl in jenen hervorzurufen. Zu Viert schleppten wir den Eisberg eines Priesters aus der Burg, um ihn den Templern Alatars auszuliefern. Ein Geschenk sollte er sein. Wie oft bekam man schon ein solch üppiges Geschenk? Ich hegte nur Abneigung gegen diesen Mann. Abschaum. Widerwärtig. Ekelerregend.
Dann war da noch Rilan.
Rilan, es bestand eine Verbindung zu ihm, mir war diese nicht ganz klar und manchmal sogar unheimlich. Konnte er mich wirklich so gut einschätzen, wie er immer vorgab? Vielleicht machte mir genau das Angst, deswegen musste ich meinen Barrieren von neuem aufbauen. Doch es fällt mir nicht leicht, allein mein Vertrauen in ihn wuchs, ohne das ich es wollte, voraussah oder gar plante. Diese Verbindung war anders, als zu all den anderen Ordensgeschwistern. Vielleicht sollte ich einen Weg beschreiten, der gefährlich war, aber mir die Augen öffnete, vielleicht sollte ich doch einmal ‚an seine Tür klopfen’ und sehen, ob er seinen Offenbarungen treu bleibt …
Verfasst: Dienstag 28. Juli 2009, 10:38
von Jana Layani Thyrmon
Lange Zeit ist nun vergangen ... das meiste wird in meinen Gedanken bleiben, doch dieser einschneidende Weg dringt wohl weiter hervor als mir lieb ist...
Über die scheinbar, verlassene Insel schlich ich von einem Schatten zum anderen, während der Mond lediglich einen Schimmer auf manchen Stellen bildete, der die gefallenen Regentropfen in dieser Nacht silbrig glänzen ließen. Die zerbrechliche Schönheit der kleinen Wasserkristalle hatte sich durch den schlagartig einsetzenden Regen gebildet, der über sie hereinbrach, als wäre er gewollt gewesen. Ich lächelte über diese Bild, weil ich mir in der nächtlichen Umgebung wie ein Geist vorkam. Wie jemand der tot sein sollte, es aber nicht war. Ich verharrte mitten in der Bewegung, als der Gedanke, der schon seit Minuten in meinem Gehirn herumspukte, sich endlich in mein Bewusstsein wagte:
Wohin bist du unterwegs, vor was läufst du davon?
Mein Körper und ein Teil meines ‚neuen’ Wesens sondierten die Umgebung. Der Platz der verschlafenen, heiligen Burg waren leer, die Fenster dunkel. Genauso dunkel wie der sternenlose Nachthimmel. Ich schloss die Augen und genoss für einen Augenblick das Gefühl der dunklen Harmonie, das Prickeln der kalten Luft auf meinem Gesicht, die Klänge der Nacht in meinen Ohren bevor der Gedanke sich wieder anmeldete. Fordernd. Mein Blick wanderte zu meiner Hand, in der ich immer noch den blutverschmierten Dolch hielt, den ich vor wenigen Minuten noch benutzte, um einer weiteren Person das Leben endgültig zu nehmen. Doch diesmal war es wichtig und von uns allen so gewollt. Ein Kampf ums überleben, aber wir haben ihn gewonnen. Sie hatten nun keine Macht mehr über uns, über mich. Maestra und Elegido waren tot.
War es das, was ich erreichen wollte? Oder wollte ich nur beweisen, dass meine Macht nicht so klein schien, wie alle glaubten. Vielleicht würde es den ein oder anderen beeindrucken, doch das, war mir reichlich egal. Nun galt es ein neues Ziel zu verfolgen und durchaus hatte ich schon ein weiteres vor Augen.
Und nein, ich laufe nicht davon, ich gönne mir lediglich einen Moment der Ruhe, einen Moment, um meine Kräfte wieder zu sammeln.
Abermals schlich sich ein Lächeln über diese Metapher ein und die passenden Stimmen bildeten sich dazu in meinem Kopf
Magistra, ihr solltet euch einen Moment der Ruhe gönnen. Wenn der Geist matt und müde scheint ziehe ich es vor einen Spaziergang zu machen.
Ich ging schon den einfachen Ratschlägen eines Studiosi nach. Aber selbst ich muss gestehen, dass er mit diesen Worten Recht behält. Bisher hat er sich mir auf eine Art anvertraut, die mir noch unerklärlich und zugleich gefährlich erscheint. Er ist einer von wenigen, die es in kürzester Zeit schafften zu mir hindurch zu dringen … er strebt durch und durch nach Wissen. Wachsam hält er den Blick im Orden auf seinen Mitstudiosi wie auch auf den Höherrangigen. Selbst einen noch so kleinen, eigentlich unnützen Studiosi sollte man nicht unterschätzen. Denn, wusste er erst einmal mit der gefundenen Macht umzugehen, könnte er schnell eine weitere Person werden, auf die man besonders Acht geben musste. Ein interessanter Punkt, welcher sicher noch viel verspricht. Ich werde ihn im Auge behalten, das war mir schon recht bald klar, denn bisher hatte nur Rilan mein Vertrauen in gewissem Maße erlangen können. Rilan konnte von sich behaupten, dass er wusste wie ich funktionierte, andersrum war es vermutlich genauso, doch sollten wir uns beide nicht unterschätzen. In jedem von uns schlummert eine rätselhafte Seite, die wahrscheinlich keinem so schnell offenbart werden wird. Jetzt, nachdem wir die Ordensführung übernommen haben, war es gut daran getan jene Seiten schlummern zu lassen. Der Orden erlitt mit jener, für manch einen wohl, grauenvolle Tat einen weiteren ‚Riss’ in der Gemeinschaft. Ein deutliches Bild hierzu, zeigten Yara und Cetus. Yara machte mir Sorgen, ihre abweisende Art könnte ihr zum Verhängnis werden, doch glaube ich, dass sie sich an die gegebene Situation gewöhnen wird… und wenn nicht … gibt es genug Möglichkeiten ihr den richtigen Weg zu weisen. Über die anderen Geschwister machte ich mir momentan weniger Gedanken, jeder hatte sein Päckchen zu tragen, jeder musste sich auf die neue Situation einstellen. Unmut machte sich im Orden so oder so breit, bis sich die neue Situation wieder als normales bewährt. Vertrauen musste wieder geschafft werden, doch wusste jeder einzelne, das Vertrauen selbst in der Gemeinschaft des Ordens ein fast unmögliches Begehr war. Die Führung war klar. Sie lag in Rilans wie auch in meinen Händen.
Elegida .. ein neuer Schritt, ein neuer Weg. Mein Plan ging auf, doch sollte ich vorsichtiger sein. Meinen Geist wieder verschließen, gerade jetzt. Das Wissen, die erlangte Macht, sie drängt mich zurück, zurück in die Unzugänglichkeit.
Das angestrebte Bündnis sollte noch geschlossen werden und das bald, damit der Orden wieder eine Richtlinie hatte. Schwierigkeiten kristallisierten sich heraus. Beschuldigungen und Verleugnungen des Ordens, welches jene erschwerte. Aber mit dem entsprechendem ‚Feingefühl’ und den richtigen, vertrauenswerten Personen ließe sich alles in die richtige Bahn lenken.
Verfasst: Dienstag 11. August 2009, 18:18
von Jana Layani Thyrmon
Ich ließ mich auf einem der Stühle, in diesem leeren Zimmer des Gasthauses, nieder und nippte an dem tröstlich, warmen Tee. Die Fenster standen weit offen und hinter mir bauschten sich die langen Vorhänge luftig auf, und der Wind begann Geschichten vom nahenden Herbst zu erzählen. Trotzdem gelang es mir nicht zur Ruhe zu kommen und mich heimisch zu fühlen.
Aber wie auch, ich hielt mich in einem Gasthaus auf, welches alles, nur nicht heimisch sein konnte … in einem Haus das mir nicht gehörte, in einem Zimmer das mir nicht gehörte und welches mit Sicherheit schon zigtausend andere aufgesucht hatten. Angewidert schweifte mein Blick durch diesen Raum, aber die Räume waren kalt und leer, wie ich selbst, dazu noch einsam und doch war es das, was ich jetzt brauchte. Ich fühlte mich gefangen in meinem alten Leben und zur gleichen Zeit frei wie eh und je. Ein seltsames Gefühl. Mittlerweile lief ich unentwegt in diesem Zimmer auf und ab und selbst der Tee schmeckte fade und diente nur dazu, den Durst zu stillen. Sobald ich die Augen schloss kam das Pandämonium zurück: Ein Magier, dunkel und machtvoller denn je, und vielleicht schon Jahrhunderte alt. Dieser ‚Kampf’ wenn es überhaupt ein Kampf war, kam so unerwartet, dass es mich manchmal schwach erscheinen ließ. Ein kurzer, schmerzlicher Griff um die Klänge, welche ich im Lied einzufangen vermochte, war nötig, um die Lichter in meiner Umgebung zu löschen. Kurz darauf schloss ich entschlossen die Augen.
’Ich würde mich keiner Schwäche hingeben! Ich würde weiter meine Studien und Wege verfolgen, um mehr herauszufinden. Ich würde kämpfen, bis schließlich der Kampf gewonnen ist! Egal wie, es wird passieren!’
Der Meister sollte sich sicher fühlen können, indem ich ihn unterstützte, wo ich nur konnte. Er selbst wusste besser, wem er vertrauen konnte und wem nicht. Es bestand eine Verbindung zu ihm, früher schon und heute wohl noch mehr als mir lieb war. Selbst mein Vertrauen in ihn wuchs, er hat sich als mächtig bewiesen oder war es nur Glück, welches ihn auf seinen jetzigen Posten drängte. Aber eigentlich einerlei, denn er wusste sicherlich auch, dass er nicht viel mehr Macht hatte, als ich selbst und doch stand mir nicht der Sinn danach, jene für mich zu nutzen. Im Gegenteil. Auf eine merkwürdige Art und Weise tat mir diese Verbindung, jenes Vertrauen, welches sich nun immer mehr vertiefte, sogar gut. Diese Verbindung war anders, als zu all den anderen Ordensgeschwistern, aber trotzdem war sie fern und fremdartig.
Ich durfte nicht vergessen, zu was er alles fähig wäre oder ist, ich durfte diese Verbindung nicht unterschätzen.
Ich zwang mich dazu, bewusst zu atmen und in die Nacht zu lauschen. Ich aktivierte all meine Sinne und konzentrierte mich auf die Geräusche, die ich hören konnte. Nur um mich abzulenken und mich daran zu erinnern, dass es noch anderes Leben auf dieser Welt gab.
Doch wieder schweiften meine Gedanken ab, in Bilder, die ich letztens noch erlebte. Es fühlte sich mehr wie ein Traum an, hatte nichts mehr gemein mit der Wirklichkeit. Es war verwirrend.
Menek’ur, die angenehme Abendwärme streifte die Haut meiner Arme. Das Bild welches sich mir bot, war einzigartig. Ein Land aus Sand und Stein. Traurig aber wahr. Sie schmückten sich mit Kostbarkeiten, so dass es prachtvoll wirken sollte. Ich fand es nur albern und kitschig. Dessen ungeachtet waren sie dennoch der Schöpferin ausgeliefert. Sie glaubten wirklich, Salz wären die heiligen Tränen der Schöpferin selbst und sie hielten daran fest, nein, sie klammerten sich förmlich an dieses ‚Nichts’. Sie merkten gar nicht, wie sie von ihr und ihrem dazugehörigem Glauben hinter eine solche Fassade gedrängt wurden. Vielleicht hätten sie mehr erreichen können, aber anscheinend waren sie naiv genug, das nicht zu tun. Die Menekaner glaubten in ihrer Welt sicher zu sein. Sollten sie. Denn so war es ein leichtes Spiel sie für sich zu gewinnen. Ihnen vorzutäuschen jemand anders zu sein, als reisendes Paar, welches sich nicht für einen bestimmten Fleck entscheiden konnte, um Forschungen in der Pflanzenkunde zu vollführen, durchzugehen, war eines der leichtesten Übungen. Ich hatte Tamael keineswegs unterschätzt, wortgewandt führte er das Gespräch fort, bis es schlussendlich zum erfolgreichen Geschäft kam. Diese liebevolle Art miteinander umzugehen übertraf selbst mich, obwohl ich sogar mit in dieses ‚Spiel’ verwickelt war. Wäre ich einer dieser Menekaner gewesen, hätte ich wahrscheinlich auch geglaubt, dass hier eine Verbindung, die tiefgehender ist, besteht. Ich höre mich sogar noch sagen, während ich den sanften Druck seiner Hände spüre: ’ich bin froh, ihn neben mir zu wissen’
Die Bilder drängten sich in eine andere Zeit, als ich noch mit Rilan durch die Lande zog, ebenso unerkannt und von einer fremden Fassade verschleiert, um etwaige Geschäfte zu erledigen. Ähnlich glich es dem Schauspiel mit Tamael. Doch fühlte es sich damals ganz anders an. Es diente dem Zweck. Nichts weiter.
Es war mir ein Rätsel. Ich konnte den Unterschied spüren, doch war er für mich nicht wirklich greifbar. Wie ein Spinnennetz legte sich dieses Schauspiel über mich.
Ein Spinnennetz, in welches man sich verwickelte, wenn man nicht darauf achtete und es einen schlussendlich nicht mehr los lässt. Und ich durfte nicht zulassen, dass mich etwas ummantelte, was ich nicht kannte, was mir Angst machte. War es Angst? Nein, eigentlich nicht. Aber ich konnte auch nicht zu ordnen, was es genau war und ich hatte nicht die Zeit darüber nachzudenken. Seine Worte hallten in meinem Kopf …
‚wirklich gefährlich ... ihr seit wirklich geübt darin euch zu verstellen’
Nicht alles was er sah, hörte, bemerkte war Fassade oder ein unscheinbares Spiel. Nein, ein Teil davon war wirklich ich selbst, aber das musste er nicht wissen. Keiner würde es je schaffen, den Bann, den ich selbst um mich gelegt hatte, der mir zum Schutz dienen sollte, zu brechen. Niemand.
‚Wir sollten gehen.’ waren daraufhin meine Worte. Ich konnte und wollte nicht näher darauf eingehen. Ich denke, seine Worte einfach im Leeren stehen zu lassen war das Beste.
Meine Bilder verschwommen wieder und die Kälte durchzog meinen Körper wieder. Ein klarer Verstand war momentan wichtiger, als sich von Dingen beeinflussen zu lassen, welche ohnehin nur unnötige Verwirrung stiften würde. Die erste Nacht, die ich nicht unter dem Schutz der Mauern verbrachte. Die Ruhe jener Wände war merkwürdig, aber von Nöten. Vielleicht sollte ich mich hier noch eine Weile aufhalten. Der Meister würde mich schon rufen, wenn er mich braucht.
Verfasst: Sonntag 30. August 2009, 16:01
von Jana Layani Thyrmon
Im magischen Schimmer des Mondes wirkte meine Haut blass und glatt wie Alabaster. Mein Haar war noch hochgesteckt, aber ein paar Locken hatten sich gelöst und umspielten meinen Hals und die Wangen. Ich trug immer noch das Silber schimmernde, lange Kleid, welches sich wie eine zweite Haut um meinen Oberkörper legte und die Beine mit weichem Chiffon weit ummantelte. Ich war zurück. Man konnte fast meinen, dass mir warm ums Herz wurde, als ich den Blick auf die schwarzen Mauern der Arkoritherburg richtete. Langsam führte mich mein Weg zurück in die Hallen. Ich genoss die Stille, welche sich momentan, genau hier an jenem Ort befand.
Antworten. Es brauchte Antworten auf viele Fragen.
Einige Nächte hatte ich nun außerhalb der Burg verbracht und zu neuen Kenntnissen kam ich nicht. Meine Reise schien völlig umsonst gewesen zu sein. Zumindest wirkte es, als würde sich jeder in seinem Haus verkriechen, damit keiner hören konnte, wer man wirklich war, was man war oder zu welchen Plänen man fähig war. Nur das tägliche Treiben der Handwerker hielt das Bild der Stille und der Einsamkeit in Schach. Denn das wirre Treiben jener konnte einen fuchsig machen. Ständig war irgendetwas geboten. Die Fischer trugen ihren täglichen Fang zur Schau, die Bauern bestellten ihre Felder und schlachteten das junge Vieh.
Die Schneider feilschten um ihre Waren. Hier ein Kleid, eine Hose, ein Rock und ein Hemd, da ein hübsches Schmuckstück, auf der anderen Seite feingliedrige Arbeiten der Fein-schmiede. Im nächsten Winkel hörte man den Schmiedehammer auf den Amboss einschlagen. Und die Welt schien in Ordnung. Keine Gefahr konnte man sehen. Zumindest nicht mit dem bloßen Auge. Keiner sah, dass sich unter ihnen eine Maga befand, welche nicht zurückschreckte, Gewalt oder andere unabdingbare Mittel einsetzte, um dem ein oder anderen Schmerzen, Leid oder gar den Tod zu bringen. So mancher schrie förmlich danach und wer konnte solch einer Bitte schon widerstehen? Ich jedenfalls nicht. Und es war immer wieder ein leichtes Spiel, andere zu täuschen, den Schein zu wahren, ein unbedeutender Mensch ohne besondere Fähigkeiten zu sein. Nur dieses Mal brachte mich diese zur Schaustellung nicht weiter.
Das, was der Mensch an sich bemerkt und fühlt,
scheint mir der geringste Teil seines Daseins.
Es fällt ihm mehr auf, was ihm fehlt, als das was er besitzt.
Er bemerkt mehr, was ihn ängstigt, als das, was ihn ergötzt und seine Seele erweitert;
Denn in allen angenehmen und guten Zuständen verliert die Seele
das Bewusstsein ihrer selbst wie der Körper auch
und wird nur durch unangenehme Empfindungen wieder an sich erinnert.
Und so wird meistenteils, wer über sich selbst und seinen vergangen Zustand schreibt,
das Enge und Schmerzliche aufzeichnen, dadurch denn eine Person, wenn ich so sagen darf,
zusammenschrumpft. [Goethe]
Meine Gedanken schweiften an den letzten Abend, vor meiner Abreise, zurück. Lange saß ich zusammen mit Tamael im Gemeinschaftsraum. Ein Gespräch, welches sich auf merkwürdige Art und Weise in eine Bahn lenkte, welche mir abstrus war. Ein mattes Lächeln zeiht sich über meine Gesichtszüge, welches für Außenstehende beinahe gefährlich wirken könnte. Tamael wagte sich sehr weit vor. Fast schon zu weit. Und doch hat er irgendetwas an sich, was mich dazu bewegte anders zu reagieren, als man es von mir wohl erwartet hätte.
Licht ist auch Wärme und kein Mensch kann ohne sie existieren ... und wie ihr schon öfter bewiesen habt könnt ihr auch sehr ... feurig sein
Manchmal frage ich mich ... wie viel von diesem Feuer tatsächlich in euch ist.
Sein dazugehöriges, behutsames Lächeln, seine durchringenden Blicke die mich hierbei streiften, verrieten so vieles und auch wieder nichts. Manchmal wünschte ich mir einen Teil seiner Gedanken zu kennen. Was hatte er vor? Mein Misstrauen wuchs und doch schwand es im selben Moment schon wieder. Ich erwischte mich immer wieder, wie meine Gedanken um Tamael kreisten, aus mir noch unerklärlichen Gründen. Mir blieb nichts weiter als die Frage
’Wieso?’
Seine Antwort darauf überraschte mich durchaus und mir blieb nichts anderes übrig, als sie auf kühle Art und Weise zu beantworten. Für Tiefsinniges hatte ich keine Zeit, mir stand nicht der Sinn danach und trotzdem verlief das Gespräch letzten Endes anders, als ich es mir vorgestellt habe.
Kurzum riss mich der Meister aus meinen Gedanken. Er stand auf den Stufen die zur Eingangstüre der Burg einluden. Er wirkte fast unbeherrscht, als hätte ihn etwas verärgert und tatsächlich war dem so. Mein Pferd. Nein, Rebeccas Pferd hinterließ Spuren auf dem Asphalt, welche sich nicht verleugnen ließen. Eindeutige natürliche Bedürfnisse, welche für solch Erregung sorgten. Innerlich musste ich schmunzeln, denn eigentlich hatte er sich kaum verändert. Der einzige, der mein Vertrauen im Moment genoss.
Trotz allem, von der bösen Tat des Pferdes mal abgesehen, geschah etwas mit ihm, was mich stutzig machte. Er bereitete mir Sorgen, er schien so akkurat und doch so besorgt. Andererseits auch einwenig wirr, als müsste er mit einem undurchsichtigem Gegner einen Kampf austragen. Und ja, die momentanen Geschehnisse waren wohl eine Erklärung dafür und doch war da noch etwas anderes. Jedenfalls fühlte es sich so an.
Nach der Diskussion, wer wohl den Dreck wegräumen müsste, ging der Weg direkt in die Burg, ins Lehrerzimmer. Dort angekommen unterrichtete mich Rilan genauestens über die Geschehnisse der letzten Tage. Ein weiteres Mal kreisten meine Gedanken um die Studiosi wie auch die Adepta, welche unter ungewöhnlichen Umständen ihre Fertigkeiten verlor. Die Klänge des Liedes mussten von neuem erforscht werden, was anderes blieb ihnen kaum noch übrig. Hier geschah etwas, was sich nicht mehr mit dem bisherigem Weg erklären lässt.
Verfasst: Freitag 4. September 2009, 18:49
von Jana Layani Thyrmon
Stille Augen, ziellos ins Nichts gerichtet, einige Jahre alt und doch leer. Kein Wissen, keine Macht, keine Erfahrung, nur leeres, totes Schwarz, ohne Leben.
Spiegel der Seele.
Kalter Wind streichelt meine Haut, spielt mit meinem Haar und fordert das Laub am Boden, welches hin und wieder die Baumwipfel verlies, zum Tanz.
Sinnbild der Vergänglichkeit.
Sehnsüchtig blickte ich dem Sturm aus Farben hinterher, bis er zwischen den Grabsteinen verschwand. Mein Blick jedoch wandert weiter. Bis zum Horizont. Dort, wo vor wenigen Stunden die Sonne untergegangen ist.
Mutter allen Lebens.
Weinen täte gut. Doch ich konnte nicht weinen, konnte nur still die Welt bedauern, die Trostlosigkeit und das endlose Grau, an dem ich in manchen, einsamen Stunden verzweifelte. Ich war nicht mehr als ein Schatten. Ein Schatten meiner selbst.
Sanft streichen kalte Finger über den kalten Stein, grau in grau. Endlose Gräberreihen lagen zu meinen Füßen, unterirdisch. Selbst thronte ich über allem, ganz als wäre ich Herrin an diesem kleinen, von Spinnweben übersähten Ort. Vergangene Bilder schlichen sich in meine Gedanken …
Ein junges Mädchen von ungefähr 12 Jahren stand an den Küchentisch gelehnt und blickte in das erboste und von Hass geprägte Gesicht ihres leiblichen Vaters. Sie provozierte ihn mit Fragen. Sie wollte wissen, warum er sie so hasst.
Niemals in ihrem bisherigen Leben hatte das Mädchen etwas von einer Frau namens Milyen gehört – ihrer leiblichen Mutter und der Frau ihres Vaters. Bis genau zu diesem Zeitpunkt. Die Worte ihres Vaters hallten durch ihren Kopf ‚Schuld am Tod deiner Mutter’ … Er schlug dem Mädchen ins Gesicht, diesmal nicht mit grauenvollen, lieblosen Worten, welche er immer wieder für sie fand. Innerlicher Hass, den sie wohl verstand. Eine trostlose, trübe und graue Welt, die sich ihr bot. Immer und immer wieder.
Viele Jahre ist es nun schon her, dass Kinderlachen und Bardengesang meiner grauen Welt die Trostlosigkeit geraubt hatte. Mit dem Tod meiner Tante Isabel kroch die Einsamkeit durch alle Lücken, alle Ritzen, schlich sich lautlos in mein Leben ein. Einzig die Erinnerung bleibt.
Erinnerung an Glück, an Tränen, an Hoffnung, an Liebe, an Leben.
Doch am meisten fehlen mir die Farben, der Duft der Blumen, die warmen Strahlen der Frühlingssonne auf meiner Haut. Denn alle Erinnerungen daran sind fort. Sie verschwanden nach und nach auf meinem Weg bishin zur Elegida. Welch unumstößliche Wendung mein Leben genommen hat. Doch dieses Schicksal, dieses Leben ist mir heute ein Trost. Es beruhigt mich. Einsame Welt, grau in grau.
Für einen Moment schien alles vergessen. Die Welt blühte wieder auf, wunderschöne, leuchtende Blumen umrandeten einen Fluss. Ein kleines Stück Wasserumgebenes Land inmitten dieses Flusses, mein Blick richtete sich auf den geräuschvollen, tosenden Wasserfall, welcher veranschaulichte, das sich selbst das Wasser, in die Tiefen des Abgrundes stürzte.
Eine kleine Feuerstelle, welche einem die Kälte des eigenen Körpers nahm. Wärmend und nah. Ein fahler Baumstamm, der mehr zum sitzen einlud, als irgendein fein gehobelter Stuhl. Zwei Menschen. Eine Hand, welche sich Platz auf einer Schulter suchte, ein Körper welcher sich in dieser schützenden Umarmung fand.
Ein Dolch im Rücken.
Ich konnte es verdrängen, oder das Bild aufrechterhalten. Sich einmal fallen zu lassen, wäre keine Schande, einmal wieder ich selbst zu sein. Frau sein. Allerdings drängt sich eine Frage in den Vordergrund.
‚Wer war, oder nein, wer bin ich überhaupt?'
Mein Charakter war einfach zu beschreiben. Gewissenlos, aufrichtig, böse, still und in sich gekehrt, impulsiv, wenn sich mein Wille nicht so durchsetzen lässt wie ich es gerne hätte.
Wissbegierig, immer darauf bedacht ans Ziel zu gelangen, welches ich mir in den Kopf gesetzt habe, egal auf welche Art und Weise. Aber für einen solchen lächerlichen, romantischen Gemütszustand war ich einfach nicht geschaffen. Ein Schauder durchlief meinen Körper und ich schüttelte die Bilder von mir ab, als wären sie die Pest selbst.
Ich rief mich wieder zur Besinnung und genoss für den Augenblick das Bild, welches sich mir tatsächlich bot.
Ein kalter, öder Friedhof. Gehüllt in die Schatten der Dunkelheit.
Ruhig atmete ich und lies diesen Ort auf mich wirken. Meine Augen schlossen sich und die Stille, die jenen Ort begleitete legte sich um mich. Der aufsteigende Nebel hüllte mich in ein Gebilde aus Schatten, welches von weitem nur noch schemenhaft erkennbar war. Nur ein kleines Leuchten kristallisierte sich hervor. Die Flamme die sich in meiner Rechte Hand bildete, geschaffen aus Elementarteilchen, welche sich magisch dort bündelten, erhellten das Dunkel für einen kurzen Augenblick. Jedoch nur für einen kleinen Moment. Denn ich wusste wie ich durch mein barsches, unliebsames Greifen die Klänge im Lied veränderte, somit erlosch es. Dem Feuer die Luft zum atmen entzogen, um nicht weiter lodern zu können.
Das harte Studium der Magie zahlte sich immer wieder aus. Während ich weiter meine Spielchen mit den Klängen des Liedes trieb, schlichen sich erneut Gedanken ein.
Dem Orden standen noch Aufgaben bevor, welche es zu bewältigen galt. Vier mächtige Kreaturen trieben ihr Unwesen. Sie bedeuteten eine Gefahr, die unwiderruflich über dem Orden hing wie ein dunkler Schatten. Yara und Filora hatten bereits ihre Fertigkeiten verloren.
Filora zog sich zurück, man sah sie kaum noch. Und Yara. Yara war eine starke Persönlichkeit, es ging ihr schlecht, aber sie wusste um ihren Platz im Orden. Sie wusste was von ihr verlangt wurde. Sie durfte sich dieser Schwäche nicht hingeben. Stärke war hier gefragt. Mit möglichst milden Worten versuchte ich ihr Halt zu geben. Es war eine schwere Hürde für mich, die passenden Worte zu finden, ohne sie als belastenden Taugenichts dastehen zu lassen.
Ich selbst war geprägt von Angst oder ähnlichem, zumindest dann, wenn sich jener Gedanke einschlich. Ja Angst konnte man es wahrlich nennen, denn hin und wieder setzte es mir doch zu. Der Gedanke meine Kräfte zu verlieren war beinahe unerträglich. Denn wenn dem so wäre, würde sich der nächste einfach nehmen was er wollte. Keinem konnte man mehr trauen und jeder der noch halbwegs bei Kräften war konnte sich diese Chance nicht entgehen lassen, die Elegida zu stürzen. Ihren Posten einzunehmen. Ich musste auf der Hut sein, durfte nichts außer Acht lassen, keine Kleinigkeit darf ungeachtet gelassen werden.
Verfasst: Samstag 12. September 2009, 23:43
von Jana Layani Thyrmon
Da war es, genauso wie ich es mir immer vorgestellt hatte. Makellos und unsagbar wertvoll, verlockend und verführerisch, man hatte das Gefühl von ihm magisch angezogen zu werden. Eine Wiese, gefüllt mit unendlich vielen weißen und roten Blüten, inmitten dieser stand er. In diesem Moment wünschte man sich nichts sehnlicher als zu diesem geheimnisvollen Menschen zu gelangen. Jetzt hörte ich auch die Stimme die nach mir rief. ‚Jana, du weißt das ich dir niemals etwas antun könnte.’ Die Sonne selbst wärmte den Ort ins unermessliche. Das Licht funkelte und schien mich regelrecht zu blenden. Doch konnte ich die Augen nicht von ihm abwenden. Ich fühlte keinen Boden mehr unter den Füßen. Plötzlich war er hinter mir, umschlang mich und hauchte mir Worte, von denen man nur zu Träumen wagte, ins Ohr. Kaum noch an diesem wundervollen Ort, zog sich jenes Bild fort. Blut, unendlich viel Blut tränkte die Wiese. Ein blasser Körper. Leblos. Eine rote Rose zierte den feinen Schnitt, welcher sich meinen Hals entlang zog.
Ein Dolch, mit schwarzkünstlerischen Runen verziert, glitzerte neben mir in der Sonne. Ein boshaftes Lachen war zu hören.
Eben noch wälzte ich mich hin und her, doch dann … ruckartig riss ich die Augen auf und ich saß kerzengerade in meinem Bett. Blinzelte einige Male ins schwache Mondlicht, welches den Raum einwenig erhellte. Als mir bewusst wurde, dass ich mich noch immer in meinem Bett befand zog ich die blutrote Decke enger um meinen Körper, so, als müsse ich mich vor irgendetwas schützen.
‚Ein Traum, nur ein Traum’ sagte ich in Gedanken zu mir.
Ich musste kurz Luft holen, denn irgendwas raubte mir in diesem Moment den Atem. Jedoch schien es nicht lange anzuhalten. Langsam schloss ich die Augen wieder und lehnte mich gegen die Holzwand des Bettes. Ein leises, knarrendes Geräusch floss kurz durch den Raum. Und dann – Stille –
Man hätte eine Nadel fallen hören, so still war es. Dieser Traum verfolgte mich nun schon seit ein paar Tagen. Misstrauen war es, welches mir so zusetzte und ich konnte immer noch nicht sagen, ob es nötig war oder nicht. Mein Gefühl sagte mir, dass es völlig unnötig sei, doch mein wacher Verstand riet mir zu anderem. Langsam war ich es leid immer und immer wieder diesen jämmerlichen Konkurrenzkampf erleben zu müssen.
Cetus glaubte heute noch, er wäre mir überlegen. Wenn dem wirklich so wäre, warum hatte er dann nicht die Macht an sich genommen sowie ich es tat, als es darum ging, die Leitung des Ordens zu übernehmen? Jedoch konnte ich ihn nicht wirklich einschätzen, hatte er es nun auf den Posten des Meisters abgesehen oder auf den meinen? Oder war er wirklich zu faul, wie er selbst sagte und spuckte nur große Töne? Ich konnte mir nicht wirklich ein Bild machen, auch wenn Cetus immer noch genauso berechenbar war wie früher. Damals, als wir gemeinsam unser Studium im Orden begannen, war er in meinen Augen nur der kleine Frauenheld, der glaubte, der Größte zu sein. Und ja, er kämpfte noch mit ehrlosen schwachen Mitteln, um einen außer Gefecht zu setzen und dabei fühlte er sich nach wie vor stark und mächtig. Das Beste daran war, dass er wirklich noch glaubte, er hätte damals in unserem kleinen Kampf gewonnen. Innerlich musste ich nun lachen, hatte ich ihm mein schutzloses Wesen damals nur vorgespielt. Trotz allem schaffte er es mich bis aufs Blut zu reizen. Meine darauf folgenden Wutausbrüche konnten gefährlich werden. Meine Wut veränderte die Strukturen im Lied auf grässliche Art und Weise, welche durchaus großen Schaden anrichten könnten.
Sicher, ich hatte mich recht schnell wieder unter Kontrolle wie auch das Lied, aber sollte er es nur ein einziges Mal übertreiben … eine Moment zu weit hinauslehnen … ich möchte den Gedanken gar nicht weiter erfassen. Und trotzdem musste ich gestehen, dass ich es nicht unbedingt für Schade empfinde, wenn er dann darunter leiden müsste.
Ein mattes Lächeln huschte über meine Gesichtszüge, meine Augen öffneten sich langsam und wenn man zum Fenster hinaus sah, sah man wie sich langsam die Morgenröte übers Firmament zog. Mein Bedürfnis, die Füße auf den kalten Stein neben mein Bett zu setzen hielt sich in Grenzen. Ich hatte noch keine Lust aufzustehen. Dazu war es noch nicht an der Zeit, den Tag zu beginnen. Stille beherrschte die dunklen Mauern der Burg, zumindest noch für wenige Stunden. So ließ ich mich von meinen Gedanken beherrschen. Durchforschte mein Gemüt, meine Bedürfnisse und meine Taten.
Letztendlich war da noch Rilan. Meister des Ordens.
Vor ein zwei Tagen stand er noch im Badezimmer, unten im Keller, bleich wie der Tod selbst. Seine Gesundheit war alles andere als zufrieden stellend. Ich machte mir sogar Sorgen um ihn, derweil hätte ich seinen Zustand ausnützen können, ihm das Leben nehmen und seinen Platz für mich beanspruchen. Es wäre ein leichtes Gewesen. Und doch hielt ich mich zurück, ich konnte es nicht und wollte es auch gar nicht. Mein Vertrauen, das hatte er … dazu war er der einzige, bei dem ich mir sicher sein konnte, dass er meine Macht nicht wollte, davon hatte er selbst genug. Ob ich sein Vertrauen hatte, wusste ich nicht, es war mir eigentlich gleich und doch auch wieder nicht. Auf irgendeine Art und Weise wollte ich sein Vertrauen. Vielleicht hatte ich es schon, vielleicht auch nicht. Aber ich weiß, wie ich es gewinnen kann.
Ein marodes Lächeln legte sich auf meine Lippen, als ich an unser letztes Gespräch dachte, welches kurz nach dem Unterricht von statten ging. Tamael war ihm wohl ein Dorn im Auge, warum auch immer. Aufsässigkeit … welche er von mir haben sollte, ich schmunzelte innerlich. Der Auslöser dafür war wohl, dass ich Tamael mit meinen Worten verdeutlichte wo seine Grenzen hingen. Immerhin war er doch recht brüskiert darüber, Aufgaben zu erledigen, welche mehr Zeit in Anspruch nahmen, als die Studiosi wirklich von mir bekommen hatten.
Tamael stellte sich als recht begabt heraus, sein Wissen war zufrieden stellend, mehr als das. Aber Bücher allein gaben nicht all das Wissen her, welches er noch benötigte um seine Kräfte zu beherrschen. Er wird trotz allem noch viel lernen müssen. Irgendwie erinnerte er mich an mich selbst. Zum Anfang meines Studiums steckte ich meine Nase auch noch recht häufig in Bücher, nur um all das Wissen aufnehmen zu können, um es dann zu verwenden. Zu Ordnen. Zu Benutzen. Aber mit der Zeit verlor ich mein Interesse an Büchern. Ich nutzte Bücher nur noch, um eingehendere Forschungen zu betreiben oder um etwas zu notieren, was häufiger der Fall ist, gerade wenn man sich ein neues Bild über die Schüler schaffen möchte.
Tamael, irgendwie führten mich meine Gedanken immer wieder zu ihm.
Aber da war noch Filora, ein unschuldiges, junges Ding. Jedenfalls schien sie so. Doch wie sagt man so gern: Stille Wasser sind tief. Und ich denke, eines Tages wird das große Erwachen kommen und die Unschuld ist wie weg gewaschen. Im Großen und Ganzen interessant zu beobachten, doch auch sie muss noch vieles lernen. Gerade auch im Bezug auf das Lied Eluives .. Ich freue mich schon auf die Übungsstunde, welche mit ihr aufgerufen wurde. Vielleicht ließ sich das ein oder andere über sie noch herausfinden.
Langsam merkte ich wie sich meine Augen wieder müde anfühlten, die Lider fühlten sich schwer an und ließen sich nicht mehr öffnen. Ein ruhiger Schlaf überkam mich und schenkte mir noch einige ruhige, erholsame Stunden.
Verfasst: Dienstag 15. September 2009, 00:31
von Jana Layani Thyrmon
Lauter Gesang drang einem ans Ohr, hier eine Flasche Bier, auf der anderen Seite ein Krug Wein, da das leise Klirren der Gläser welche aufeinander stießen, als sich der ein oder andere zuprostete. Teller schepperten, wenn sie aufeinander trafen, als die Wirtin selbige zum Spülen ins Wasserbecken warf. Lautes Gelächter und chaotisches Treiben eilte durch die Gassen und den dazugehörigen Marktständen. Eigentlich wusste ich gar nicht, was ich hier wollte. Vielleicht einfach mal wieder den dunklen Mauern entfliehen um ein normaler, nicht auffälliger Mensch zu sein. Eine Frau, welche sich um hübsche Kleider kümmerte, sich um ihr Aussehen sorgte und nicht nur wie Nacht und Schatten durch die Marktstände schlich. Einmal etwas anders sein. Wenn man genau hinsah konnte man das provokante Lächeln auf meinen Gesichtszügen erkennen, welches meine Gedanken zusätzlich unterstrich. Ich war mir sicher, ich wusste, dass mich hier keiner bemerken würde, hier konnte ich mich frei bewegen ohne ständig einen Blick im Rücken zu haben. Und trotzdem war es mir nicht wohl dabei.
Zwei wunderschöne Kleider aus feinster Seide hatte ich erworben, ich hatte zwar keine Ahnung, ob ich sie jemals tragen würde, aber allein schon der Gedanke daran war erfrischend. Etwas Neues, wofür es sich lohnte meine ganze Freundlichkeit nach außen zu kehren, nur um an das zu gelangen wonach mir der Sinn stand. Und heute war es nur ein Kleid. Hätte ich gewusst, was dieser Abend noch so mit sich brachte, wäre vielleicht selbst dieser kurze Einkauf nicht so monoton und einfältig gewesen. Denn auf irgendeine Art und Weise langweilte mich es, diese Kleider anzuprobieren, dabei auf die Farbe zu achten, um nicht als Schrecken auf den Straßen bekannt zu werden. Doch was kümmerte es mich eigentlich? Es konnte mir schlicht egal sein, da ich mich hauptsächlich in einem dunklen Schwarz kleidete, welches nicht deuten lies was für eine Frau unter diesen Gewändern steckte. Außerdem stand mir schwarz nach wie vor am besten und der Rest sollte wirklich unrelevant bleiben. Gerade hatte ich meinen kleinen Einkauf erledigt, als wie aus dem nichts erschienen, Constantin vor mir stand. Zuerst hatte ich ihn nicht einmal bemerkt, wahrscheinlich beobachtete er mich schon eine Weile, da er doch recht amüsiert auf meine Kleider ansprach, welche ich eigentlich schon längst sorgsam in der Tasche verstaut hatte.
Jedes Mal wenn ich ihn traf, war es wie eine Welle, die mich überraschte, in den Bann zog und mich nicht mehr entkommen ließ. Meine Gedanken kreisten in den letzten Tagen so oft um ihn, ich konnte mir vieles einreden, aber ich wusste mittlerweile, dass ausgerechnet er mir wichtiger war als alle anderen. Sein Typus, sein Wirken, sein Handeln, wie er sich bewegte, wie er mit mir umging beeindruckte mich auf merkwürdige und anziehende Art und Weise. Von weitem drang ein leises Lachen an mein Ohr, welches im Moment zu meinen Gedankengängen passte. Valterian hatte Recht, seine Anspielungen waren nicht von ungefähr und es ärgerte mich, dass ich in dieser Hinsicht für ihn so durchschaubar war. Selbst wenn er es nur ahnte, konnte ich es nicht mehr lange verbergen, da es schon zum Greifen Nahe schien. Sich selbst zu belügen wäre nur eine Strafe und würde weiter unnötige Verworrenheiten mit sich bringen, die im Grunde nicht mehr erforderlich sind. Trotzdem hegte ich Zweifel. Ich wusste nicht, ob ich diese Schwäche zulassen konnte. Es war egal, ob es mir dabei gut oder schlecht erging, denn das zählte alles nicht. Für eine Elegida gab es wahrscheinlich nur die einsame Welt beherrscht von dunklen, mächtigen Schatten.
Letztens erinnerte Pavel mich noch daran, als sich das Gespräch um ihn drehte. Er war ihm ein Dorn im Auge, entweder war es die Aufmerksamkeit im Unterricht, sein dazugehöriges, vermeintliches Wissen, welches Constantin an den Tag legte oder war es Eifersucht, da er sich mir immer mehr näherte. Woher auch immer Pavel es wusste, aber es war bisher weitaus mehr als es andere überhaupt schon versucht haben.
Wenn dem wirklich so wäre, dann wusste Pavel geschickt damit umzugehen. Er war ein Meister im Gefühle verbergen, zwar nicht immer, aber zum größten Teil hatte er sich im Griff. Für die anderen schien er sicher das unnahbare, unerreichbare Wesen, welches in der Burg lebte. Jeden Blickwinkel hatte er im Auge um nichts zu übersehen, er würde unausweichlich den Weg des Meisters weiter beschreiten, kaltherzig, erbarmungslos noch weiter nach oben strebend. Und doch war sein Anblick für mich alles andere als das. Ich konnte es nicht erklären, aber irgendetwas verband mich mehr mit ihm, als das es in Worte zu fassen wäre. Ich spürte als es ihm schlecht ging, wortlos sah ich dabei zu, da ich wusste, dass er keine Hilfe annehmen würde. Zumindest nicht von mir. Vielleicht kam irgendwann die Zeit, dass er Hilfe zuließ, doch eigentlich glaubte ich nicht daran. Er war ein Sturkopf und seit seinem neuen Posten, noch viel undurchdringlicher. Trotzdem hielt ich ihm den Rücken frei, frei von jeglicher Gefahr. Ich würde es auch weiterhin tun, solange es in meiner Macht stand. Dazu konnte ich ihm nebenbei mein Vertrauen schenken und es ihn spüren lassen. Schließlich sollte auch er begreifen, worauf man letztendlich zählen kann. Trotz allem gingen mir seine Worte nicht aus dem Kopf, als sich das Gespräch um die ein oder andere Kleinigkeit drehte, wie auch um Constantin.
Wie sagte Pavel noch:
„ Solange das nicht beinhaltet, dass du dich von Schülern belästigen lässt. Er ist weit unter dem, was dir zustände..“
Ich nahm mir vor der Sache auf den Grund zu gehen, auch wenn ich vorsichtig und langsam an die Sache rangehen müsste.
Inmitten meiner Gedanken, während ich gemütlich auf dem Marktplatz mit Constantin redete, erstarrte ich plötzlich zur Eissäule. Eine ganze Weile hatte ich das kleine Mädchen nicht mehr gesehen. Leonie war ihrer Mutter wie aus dem Gesicht geschnitten, jeder der sie sah und ihre Mutter kannte, wusste sofort, von welchem Blute sie abstammte. Es war unübersehbar.
Lange hielt ihre Mutter sie eingesperrt, fern von der befremdlichen Welt und das alles nur um sie zu schützen. Leonie verstand ihre Mutter nie und wahrscheinlich nutzte sie jetzt diese Momente solange sie konnte, indem sie frei herumlief und gar nicht mehr daran dachte nach Hause zu gehen. Aufgeweckt war sie, wie ein junges Mädchen eben sein musste. Ihren Lebensbereich ergründend und aufnehmend, als wäre es das natürlichste auf der Welt. Für einen Moment hegte ich das Gefühl sie beschützen zu müssen, so anmutig und trotzdem kindlich wirkte sie, gleichsam taufrisch wie auch unschuldig. Dieser Moment verflog jedoch recht rasch. Was kümmerte mich ein Kind, welches nicht mal mir gehörte, wahrscheinlich wäre mir selbst mein eigenes gleichgültig? Auch wenn sie aus demselben Blute stammte, das machte es auch nicht besser. Ihre Mutter weilte nicht mehr unter uns, vielleicht war es gut so, vielleicht auch nicht, aber ich wusste, dass Cecile den Anblick nicht ertragen könnte. Es würde ihr Angst machen, wenn sie sehen könnte, wie sich ihre kleine Leonie so frei und unbeschwerlich durch die Gassen schob, dabei einen jeden ansprach als wäre es ihr bester Freund. Und doch betrachtete Leonie die Welt herb mit ihren kindlich, kritischen Augen. Wahrscheinlich hatte sie schon eine Menge ungezählter Tränen vergossen, nachdem ihr Herz mit Sicherheit schon tausende Male gebrochen wurde. Schwarze Schatten der Erinnerung liegen nun über ihr, welche mit der Zeit sicherlich verblassen werden. Dennoch war sie so fröhlich, den Schmerz sah man ihr nicht an. Diese Gestiken des Mädchens, die Gesichtszüge wie auch ihr Verhalten erinnerten mich unweigerlich an Cecile. Ein ungewöhnliches Kind.
Langsam gingen wir näher auf sie zu und begrüßten das Mädchen. Leonie fiel sogleich der Mann an meiner Seite auf und kam nicht umhin mich zu fragen, ob jenes der Mann an meiner Seite sei, mit welchem ich auch mal Kinder haben wollte. Die Stimme drang so hell in mein Ohr, so dass es mich für einen Moment perplex auf Leonie sehen ließ. Kein Wort kam erstmals über meine Lippen. Diese unverfrorene Offenheit überraschte mich regelrecht, damit hatte ich nicht gerechnet. In der Hoffnung, dass man es mir nicht ansah, setzte ich ein mattes Lächeln auf und erklärte, dass nicht alles so ist, wie ihre Mutter es ihr beibrachte. Leonie hatte wirklich seltsame Gedanken, welchen sie offensichtlich auch freien Lauf ließ. Sie nannte alles beim Namen, egal war ihr gerade in den Sinn kam, sprudelte förmlich hervor. Hätte man uns in der Taverne gesehen, hätte man meinen können wir wären eine kleine glückliche Familie. Und ohnehin mussten wir nicht lange warten, um wirklich gesehen zu werden. Valterian war einfach überall und konnte es nicht lassen auf geistige mentale Ebene Bilder wie Gedanken hervorzurufen auf welche er vermutlich selbst neidisch war. Aber es war mir egal, ich war noch so gebannt von der Tochter Ceciles, das ich mich wahrscheinlich selbst erst fassen musste, um überhaupt noch klare Gedanken zu fassen. Constantin bemerkte, wie sehr mich dieses ‚Wiedersehen’ aus der Fassung brachte. Es war außerordentlich eigenartig, wie gut er mich mittlerweile kannte und beobachtete. Doch mittlerweile dachte ich mir nichts mehr dabei. Ich nahm es hin, da ich es so oder so nicht ändern konnte. Und vielleicht wollte ich das auch gar nicht, aber das wurde mir wohl erst später bewusst.
Nach all dem Trubel brauchte ich einfach nur noch Ruhe. Einen stillen Ort, an dem ich meine Gedanken sammeln und ordnen konnte. Ein langer Spaziergang oder eine wohltuende Tasse Tee wäre für so etwas wahrscheinlich genau das richtige gewesen. Schlussendlich lief es auf einen Spaziergang hinaus. Ein sachtes Schmunzeln schlich nun auf meine Lippen. Ich fühlte mich sowieso schon ungeschützt und ausgeliefert, da ich ohne meine übliche von Runen verzierte Robe unterwegs war. Ein Panther, schwarz wie die Nacht, sein Fell glitzerte sanft sobald ein Funken Licht auf ihn fiel, lauernd lag er am Rande des Weges. Man hätte meinen können, er hat geradezu auf uns gewartet. Im ersten Moment war ich überrascht und wusste gar nicht wie mir geschah, als sich die Pranken in meinem Kleid verirrten. So etwas passierte mir selten und ich ärgerte mich sichtlich über meine eigene Unachtsamkeit. Rache ist süss, sagt man so schön und somit musste der Panther dafür leiden. Spätestens dann, als er von dunklen Schatten ummantelt wurde, aus welchem sich ein Wesen bildete, das die Formen eines Menschen erahnen ließ, jedoch aus feurig züngelnden Flammen bestand, wurde es dem Panther hoffentlich bewusst, dass dies sein Ende bedeutete. Und wahrlich, lange hielt er diesem Feuer nicht stand. Mein Kleid war ruiniert, ich machte mir tatsächlich Sorgen um dieses alberne Kleid, eine ganz neue Seite an mir, bis ich zu Constantin sah … und viel besser sah er auch nicht aus, im Gegenteil, eine seiner Hände trug eine Verletzung mit sich, welche nicht unbedingt zu bluten aufhören wollte. Kommt davon, wenn man sich als Retter in der Not vor einen Panther wirft. Wobei ihm wahrscheinlich auch nicht viel anderes übrig blieb, da sich dieses Vieh wahrscheinlich selbst nicht sicher war, wer nun die bessere Beute gewesen wäre. Somit kam ich hier auch nicht wirklich dazu meine Gedanken zu ordnen, aber der Weg war noch lang, wo immer er auch hinführte, mir war es egal. Ruhe war das einzige was ich mir wünschte. Allerdings war es mir nicht mehr egal, als Constantin den Weg auf einen schmalen, steinigen von Moos überdeckten Trampelpfad einschlug. Am liebsten hätte ich ihm dafür eigenhändig die Haut abgezogen. Doch diese Blöße wollte ich mir dann auch nicht geben und so ging ich den Weg so gut wie es mir eben möglich war, obwohl ich ihn mehr mit Magie beschritt, als das ich diesen Trampelpfad tatsächlich unter meinen Füßen spürte. Hier zeigte sich wieder einmal, dass sich das harte Studium auszahlte. Es ging stetig bergauf, was ich aber erst bemerkte, als wir oben am Gipfel angekommen waren. Die Aussicht wäre für so manchen sicher berauschend gewesen, ein lauer Wind wehte dort oben. Der Ausblick auf das umliegende Land war sehr weitläufig, die Lichter in den Dörfern wie auch in den einzelnen Häusern fackelten mal mehr mal weniger. Doch für mich lag dort unten nur die graue Welt, welche sich immer wieder einschüchtern ließ. Ob es mich beeindruckte kann ich jetzt nicht mehr sagen, da es genau an diesem Ort wesentliche Veränderungen in meinem Leben gab, welchen ich letztendlich weitaus mehr Interesse schenkte.
Bilder über Bilder halten mich nun fest, blitzen in meinem Inneren wie ein Spiegel auf, welche sich nicht mehr aus meinem Kopf verbannen lassen.
Es war dunkel, meine Augen waren verbunden. Nichts war mehr zu sehen. Mein ganzer Körper war angespannt, wachsam, selbst im Lied festigte ich meinen Geist. Mein Misstrauen war unausweichlich. Obwohl ich seinen Dolch in den Händen hielt, welchen er mir vor wenigen Minuten noch selbst in die Hand legte, die Unsicherheit blieb.
Auch wenn er nun völlig unbewaffnet vor mir stand und auch wenn ich wusste, dass seine Fertigkeiten bei weitem nicht ausreichten um mir zu schaden, war dieses Misstrauen da.
Irgendwann spürte ich nur noch die Kälte und Leere in mir und den Druck, des Dolches in meiner Hand, welcher sich an der Kehle von Constantin befand. Er selbst führte meine Hand genau an diese Stelle. Worte hallten in meinem Ohr.
‚Keine Worte können das beschreiben, was ich dir hiermit zeigen möchte.’
‚Handel, wenn ich etwas tue, was dir missfällt, es liegt in deiner Hand.’
Ich spürte wie er sich mir näherte und doch hielt ich den Widerstand meiner Hand bei, sie verweilte starr an dieser Stelle, wo er sie zuerst noch hinführte. Ich konnte spüren wie die Haut nachgab und der Dolch sich langsam seinen blutigen Weg suchte. Mit jedem weiteren Schritt den er vorwärts machte, sich mir näherte musste ihm doch bewusst sein wie gefährlich dieses Spiel war. Eine ruckartige Bewegung von mir, und das wäre es gewesen. Nur für mich sein Leben hingeben … mir fiel es wie Schuppen von den Augen und ich fragte mich, warum er mir diese Qualen nicht ersparte. Meine Hand fing an zu zittern, was er sicherlich spürte und ich wollte keine Schwäche zeigen, doch mein Verstand machte nicht mehr das, was ich ihm befahl. Meine Hand zog sich zurück, verweilte zwar noch dort, aber der Druck gegen die Kehle ließ deutlich nach. Ich konnte es nicht…. Tag für Tag steht mir erneut sein Bild vor Augen, ich kann ihn nicht vergessen, ihn nicht aus meinem Leben ausblenden, egal wie sehr ich mich darum bemühen würde. Mir blieb also nur eins, entweder ich ließ es zu, oder ich beendete es endgültig.
Irgendwann, den Zeitpunkt konnte ich nicht mehr festhalten, soviel verworrene Gefühle strömten auf mich ein, ließ ich meine Hand völlig sinken. Ich gab auf. Ich gab auf, für wahrscheinlich den schönsten Moment im augenblicklichen Leben. Ich spürte den warmen Hauch seines Atems, einen Hauch von seinen samtenen, sanften Lippen und ich verlor mich. Mich und alles um mich herum.
Verfasst: Freitag 18. September 2009, 10:06
von Jana Layani Thyrmon
Für einen Augenblick schien die Welt um mich herum vergessen. Würde man diesen Moment fest halten, könnte man glauben, dass eine völlig andere Frau vor einem steht. Ich zeigte ein Gesicht, welches ich selbst nicht einmal kannte. Ich wirkte zerbrechlich und suchte nach Schutz in Armen, welche mich umklammerten und mir im ersten Moment die Luft zum Atmen raubten. Dabei lauerte innerlich die Angst. Angst vor der Gefahr benutzt zu werden, um an ein Ziel zu gelangen, welches zwar klar auf der Hand liegt, und trotzdem war es nicht greifbar. Aber es war nicht nur die Angst, sondern auch zu Wissen, dass ich in diesem Moment schwach war. Unausweichlich schwach. Geblendet von eventuellen Täuschungen, die ich nicht sehen konnte oder sie gar nicht sehen wollte. Worte allein reichten nicht aus, um mich in Sicherheit zu wiegen, allein Gestiken waren es, die meinen Verstand vernebelten und mich glauben ließen was ich zu sehen und spüren bekam. Schwindelgefühle, welche einen zuckersüß aus der Reserve lockten und nach mehr dieser lieblichen, geborgenen Ausbrüche verlangten. Ich kann es immer noch nicht in Worte fassen und wahrlich in diesem Moment wäre es ein leichtes, mir das Leben aus dem Körper zu nehmen. Wie konnte ich mich so gehen lassen, mich so vergessen? Wo kommen all diese Sinnesregungen und Gefühle her?
Vielleicht sollte ich einfach nicht zulassen, so zu empfinden? Vielleicht sollte ich mich gar nicht erst damit auseinandersetzen, wobei ich fürchte, dass es für solche Gedanken bereits zu spät ist.
Manchmal schien es als hätte sich die Welt gegen mich verschworen. Andererseits konnte ich dies nur belächeln, sie werden alle schon sehen was sie davon hatten. Sich gegen mich aufzulehnen mag in einem Moment harmlos aussehen, doch sollte es wirklich einer versuchen, wird derjenige es bitter büßen müssen. Selbst Valterian konnte ich mittlerweile nur noch belächeln, ich wusste, dass er stark und ebenso in Besitz von großer Macht ist … aber ich bin mir fast sicher, dass er nichts davon gegen mich einsetzen wird. Auch wenn er mich am liebsten aus der Welt schaffen würde oder mich fallen sehen, genauso wie all die anderen ‚Frauen’ die mittlerweile aus dem Weg geräumt wurden. Doch diesen Gefallen würde ich ihm sicher nicht tun. Wegen mir konnte es für ihn unerträglich sein, eine Frau mit Macht betrachten zu müssen, welche dazu noch unerreichbar für ihn war. Vermutlich eine von wenigen, die nicht auf seinen ungelenken Charme hereinfielen. Möglicherweise machte ihm genau das zu schaffen … vielleicht trampelte er deshalb auf Vermutungen herum, die ihn zu beschäftigen schienen. Er wusste nichts. Gar nichts und doch kam er auf diese absurden Ideen.
Entweder war er wachsam und konnte mich besser einschätzen als mir lieb war oder er stürzte sich einfach darauf, weil es einen herrlichen Grund lieferte mich hin und wieder aus der Haut fahren zu lassen. Valterian war schwer einzuschätzen und doch so simple gestrickt. Und trotz allem verband mich etwas mit ihm. Wahrscheinlich war es der Hass, den Groll, welchen ich schon hegte, als er das erste Mal unter meine Augen trat. Und zu guter letzt war es der Orden, welcher ein starkes Band um uns alle legte.
Die Flamme der Kerze, die sich auf meinem Tisch, in der Mitte des Raumes befand, flackerte gemütlich auf und ab. Jeder kleine Windhauch war in ihr zu erkennen. Das Licht, welches diese kleine Kerze ausstrahlte schien mich für einen Moment in den Bann zu ziehen. Nur eine Applikation … ein Eingriff und die Flamme könnte sich in unendliche Weiten ausbreiten und Schaden anrichten, welcher Ausmaße besitzen würde, von denen ich gar nicht zu sprechen wage. Ein kleiner Hauch und die Flamme erlischt. Welch widersetzliches Spiel.
Es war an der Zeit mir ein neues Heim zu suchen, mich von der Burg einwenig zu entfernen, auch wenn mich mittlerweile mehr mit ihr verbindet als es bisher der Fall war. Aber Ruhe … Ruhe werde ich wirklich erst finden, wenn ich Abstand gewinnen konnte. Ruhige Stunden, die allein mir gehörten. Vielleicht sollte ich die Statthalterin in den nächsten Tagen aufsuchen, um alles Nötige in die Wege zu leiten…
Verfasst: Dienstag 8. Dezember 2009, 10:37
von Jana Layani Thyrmon
Ruhe. Ruhe war zur Zeit etwas, was ich dringend brauchte aber nicht bekam. Meine Gedanken schweiften immer um dieses eine Thema.
[url]http://www.alathair.de/forum/viewtopic.php?t=46260[/url]
Immer wieder malte ich mir aus, was geschehen wird, wie es geschehen wird. Ruhe bekam ich nur an einem Ort. Der Gedanke daran zwang mich regelrecht dorthin zu gehen. Für diese eine Nacht sollte ich Ruhe und Schlaf finden. Auch ich brauchte meine Kräfte und wahrscheinlich würde mein Körper nicht mehr lange standhalten. Ich spürte wie mir mein Körper alle Anzeichen dafür gab, irgendwann, zusammenzubrechen. Aber nur mein Körper wollte versagen, mein Geist blieb wachsam. Ich entschloss mich dazu, mich zurückzuziehen. Tamael folgte mir bedingungslos.
Tamael … ein fahles Lächeln huschte über meine Gesichtszüge. Ich bemerkte seine Veränderung als er erfuhr, was ich getan hatte, um das zu sein, was ich jetzt bin. Seine Art damit umzugehen war bezaubernd. Ich hatte ihn noch nie wütend erlebt. Er war immer ein ruhiger Pol, den nichts aus der Fassung bringen konnte. Er nahm alles hin ohne wenn und aber, selten sah man ein Anzeichen seines Gemützustands. Tamael hatte sich wirklich gut im Griff. Es war bewundernswert, denn er strahlte nicht diese Eiseskälte aus, die andere unter uns an den Tag legten und trotzdem hüllte er sich in Geheimnisse. Und heute, heute war ich es, die ihm diese Gefühle des Zorns entlockten, ihm diese Wut ins Gesicht trieb. Innerlich machte sich ein siegessicheres Lächeln in mir breit. Es tat so gut zu wissen, dass auch er Zorn in sich trug den er nicht verbergen, den er nicht kontrollieren konnte.
Ich sah ihn auf mich zutreten, den Blick konnte ich nicht von ihm nehmen. Sein Gesicht, der darin liegende Zorn, die Angst die seine Wut noch unterstrich, fesselten mich. Er packte mich an den Armen, es tat nicht weh, es war nicht gewaltsam, er hielt mich einfach nur fest.
Fest, um mir mit Worten klar zu machen, was ich getan habe. Wie sehr ich dem Orden geschadet hätte, wie schwach der Orden nun war. Wie wenn ich das nicht selbst gewusst hätte und trotzdem wusste ich auch, dass der Orden, mit mir an der Spitze zu neuer Macht erblühen würde, zumindest dann, wenn mein Vorhaben gelingen sollte, aber davon wusste er noch nichts. Während er auf mich einredete hing ich meinen eigenen Gedanken nach, ich konnte ihn dabei nur anstarren. Mein ganzer Körper glühte, eine unkontrollierbare Hitze zog sich durch ihn. Feuer welches mich zu verbrennen schien hüllte mich ein. Ein sonderbares Gefühl. Tamael bekam dieses Brennen zu spüren, es legte sich über mich wie eine zweite Haut, unsichtbar und doch vorhanden. Ich hatte es nicht im Griff, ich bemerkte es nicht einmal richtig. Erst als er seine Hände zurückzog und zufällig mein Blick darauf viel wurde mir klar, was ich getan hatte, welche Macht ich ausstrahlte … Dinge, die ich nicht unter Kontrolle halten konnte. Mit jedem Tag durchströmte mein Körper eine neue Veränderung. Schatten hüllten mich ein. Stimmen säuselten in meinem Kopf. Eine unsichtbare Last legte sich auf meine Schultern, welche mir unerklärlich schien und trotzdem wusste ich, woher dies alles kam. Den Weg der Maestra zu beschreiten, war eines … es auszuhalten war das andere. Ich musste lernen mit diesen Gefühlsströmen, mit dieser Macht umzugehen. Schwäche zu zeigen wäre der größte Fehler, den ich jetzt begehen könnte. Wie Tamael mir stets vor Augen führte, die Worte immer und immer wieder sagte, der nächste würde es ausnutzen und den gleichen Weg gehen, den ich ging. Seine Worte hallten in meinem Kopf, ich ertrug seine Vorwürfe kaum noch, doch ließ ich es mir nicht anmerken. Deutlicher konnte er mir nicht zeigen, wie viel Angst er davor hatte, mich zu verlieren. Angst um mich.. Vielleicht dachte ich, das es vieles leichter machen würde, aber vielleicht war es nur mein Streben nach Macht, welches mich nicht nachdenken lies. Wollte ich überhaupt darüber nachdenken? Nein. Ich war schon immer egoistisch, warum sollte sich das ändern? Und trotzdem musste ich mir eingestehen, dass es sich verändert hat. Tamael hat es verändert. Er war der Grund, warum mir mein Leben plötzlich etwas bedeutete. Vorher, war es mir egal. Hätte ich sterben müssen, wäre es mein Schicksal gewesen. Früher war mir nur wichtig, wie ich schnell mein Wissen und meine Macht mehren konnte, wäre ich dabei gefallen, was hätte es schon verändert? Gar nichts. Wahrscheinlich wäre es nicht einmal aufgefallen. Mittlerweile sind es andere Dinge geworden, die diesen Machtgedanken verdrängen, ihn zwar nicht auslöschen, aber ihn auf eine Stufe stellen, die mir nicht mehr wichtig erscheint. Doch wie man sieht dringt dieser Gedanke, dieses Streben nach Macht immer wieder durch und greift dann nach dem, was unabkömmlich zu sein scheint. Macht über den Orden. Unantastbare Macht. Ich habe sie nun. Und keiner. Keiner würde es wagen, diesen Weg nach mir, noch einmal, auf diese Weise zu gehen.
Ein Gefühl der Müdigkeit beschlich mich. Meine Augen ließen sich kaum noch aufhalten, sie widersetzten sich meinen Befehlen und fielen zu. Mein Körper trieb mich in einen unruhigen Schlaf. Sanfte Hände berührten und beruhigten mich. Hände die es verstanden, mir das zu geben wonach sich mein Körper und mein Geist sehnten. Ruhe und tiefer, behaglicher Schlaf.
Verfasst: Montag 10. Mai 2010, 21:13
von Jana Layani Thyrmon
Einige Monate waren nun vergangen … im Orden verlief alles recht ruhig, hier und da ein Problem, welches meist recht rasch behoben wurde. Aber im großen und ganzen seit langem keine Auffälligkeiten mehr. Ich war sichtlich zufrieden mit der Wendung, die sich seit meiner Herrschaft im Orden einstellte. Langsam war es an der Zeit, den Menschen da draußen zu zeigen, wer die Macht wirklich in der Hand hielt. Zu lange war es still um uns. Zu lange musste sich keiner mehr fürchten, wenn wir uns öffentlich zeigten. Und genau das sollte sich wieder ändern. Den einen oder anderen Plan hatte ich bereits vor Augen, als ich diese gedanklich vorbereitete legte sich ein unheildrohendes Lächeln auf meine Lippen. Dieser Abend verlief eigentlich recht ruhig, ich saß an meinem Schreibtisch, machte meine Notizen und verlor mich in meinen eigenen Gedanken. Bis zu dem Augenblick, in welchem ich spürte, dass sich irgendetwas tut … ein Gefühl kündigte sich an, welches Zorn in mir auslöste. Die Sphären öffneten sich und verschlossen sich wieder. Man könnte meinen etwas Unheilbringendes kündigt sich an…
Die Dunkelheit war längst hereingebrochen. Ein leichter Wind umspielte sanft die blutroten Vorhänge an meinen Fenstern, draußen kreischten die nervenden Eulen ihre Lieder und der Mond bildete mit den Sternen ein ominöses Himmelsbild. Mein Körper allein zitterte, bebte leicht aus unerklärlichen Gründen. Ich wusste nicht, ob es mein eigenes Feingefühl für auffälliges war, die diese Regungen auslöste oder ob wieder einmal dieses Wesen in mir arbeitete, welches versuchte mein Leben, meine Gedanken und meine Seele zu übernehmen.
Doch sollte sich wohl bald aufklären, wo diese ganzen Empfindungen herkamen.
Ein paar Minuten, oder sind bereits Stunden vergangen, genau wollte ich die Zeit gar nicht deuten, denn Cecile betrat mein Zimmer, zusammen mit jemanden, der eigentlich schon fast verloren schien. Diesmal musste er sich, für seine Abwesenheit eine gute Begründung einfallen lassen und diese sollte glaubwürdig sein. Eine Lüge würde sofort bloßgelegt werden, dass wusste er so genau wie ich. Tamael sah erschöpft aus, er wollte es vor mir verbergen, doch das gelang ihm nicht wirklich, dazu kannte ich ihn bereits zu gut. Und nein, vergessen habe ich nichts. Wer wäre ich denn, wenn ich meine ‚Schäfchen’ nicht kennen oder sie gar aus den Augen verlieren würde und trotzdem ist es ‚ihm’ auf gewisse Art gelungen. In meinem Inneren brodelte es, die Glut des bedrohlichen Feuers war geschürt, genau in diesem Moment, als er über die Schwelle in mein Zimmer trat. Ich lies mir nichts anmerken, ich hoffte undurchschaubar für ihn zu sein, kaltherzig und abgestumpft sollte es wirken. Aber ich wusste selbst nicht, ob ich erleichtert war ihn endlich wieder zu sehen, oder ob ich ihn hassen sollte. Am liebsten hätte ich wohl einen Dämon auf ihn gehetzt. Doch seine Erklärung war plausibel, er litt, er hielt Höllenqualen aus und dies stand ihm ins Gesicht geschrieben… seine Abwesenheit erklärte sich mir, ich wusste immer, er war nicht verloren. Doch nie konnte ich ihn ausfindig machen. Er war einfach nicht greifbar für mich und genau das machte mich wütend, zornig oder war es einfach nur Verzweiflung? Der Zweifel an mir .. ich stieß an Grenzen, die selbst für mich unüberwindbar waren.
Durch seine eigene Torheit verfing er sich in den konfusen Strukturen des Liedes, welche ihn in eine andere Sphäre schleuderten. Mondelang war kein entkommen für ihn möglich, zumindest nicht bis zum heutigen Tage und doch hatte er es irgendwie geschafft das Lied so zu manipulieren, dass er sich von dort selbst befreien konnte. Innerlich musste ich lachen, sein Machtstreben war schon immer einzigartig, er begriff schnell und wusste genau wie er welche Applikation einsetzen musste. Und dann das… so bekam er wohl oder übel recht rasch und deutlich zu spüren, dass er sich diesmal zu weit hinausgelehnt hatte. Und bekanntlich lernt man ja aus Fehlern. Seine Geschichte entlockte mir ein sachtes Schmunzeln, selbst bei der Elegida blieb ein heiteres oder sagen wir schadenfrohes Glucksen nicht aus. Jedenfalls stand fest, dass Tamael doch noch einiges zu lernen hatte und das schleunigst, denn ein solches Streben schadet unnötig und das nicht nur ihm. Er wird lernen müssen, er wird viel lernen müssen und all das werde ich zu gegebener Zeit prüfen, dann werde ich sehen, ob er wirklich das verspricht, was er zu sein scheint.
Verfasst: Donnerstag 9. Dezember 2010, 23:30
von Jana Layani Thyrmon
Die Gischt umspülte mein dunkles Nachtgewand, welche meine helle Haut im Mondlicht förmlich glänzen lies, als wäre sie aus feinsten Kristallen. Ich kniete im Sand und lauschte dem Meer, den Wellen und den Worten, die mein eigener Mund formte:
"Das Warten ist des Lebens Sinn."
Ich sprach diese Worte aus und trotzdem verstand ich sie nicht. Die Welt schien mir ohne ihn so grausam leer. Es klebte Blut an meinen Händen, es nährte das Wasser vor mir. Mir war nicht ganz klar, woher jenes stammte…
Schweißgebadet erwachte ich aus diesem Traum. Es kam kaum noch vor, daß sich greifbare Bilder in meine Träume schlichen bzw. dass ich überhaupt etwas träumte. Aber dieser Traum, er war so auffallend echt. Irgendetwas beunruhigte mich. Ob es die Angst vor Verlusten war? Oder war es die Angst ohne ihn weiterleben zu müssen? Oder war es die Angst vor Neuem Unerschlossenem? Doch vielleicht war es gar keine Angst. Vielleicht zeigte mein Traum einen Ausschnitt meiner Zukunft. Ich konnte es nicht zuordnen, es gab so viele Möglichkeiten, die zutreffen könnten.
Das dunkle, nasse Nachthemd klebte an mir wie eine zweite Haut. Es schnürte mir beinahe die Luft ab so erdrückt fühlte ich mich davon. Ich musste schleunigst aus diesem Gewand raus. Ein Blick zur Seite auf die andere Betthälfte bestätigte, dass er nichts mitbekam, zumindest sah es so aus. Er schlief seelenruhig. Vergewissern wollte ich mich in diesem Moment nicht. Ich musste einfach raus. Raus aus dem Gewand und raus an die frische Luft. Irgendwas.. Irgendwer raubte mir die Luft zum atmen. Noch während ich nach draußen in den Garten eilte, bemächtigte ich mich meiner Macht. Manipulierte das Lied auf grausame Art und Weise. Dunkle Schatten strömten aus allen Ritzen, die in meiner Nähe waren. Sie umschlossen mich, hüllten mich förmlich ein, lösten dieses eklige, nasse Kleid von meiner Haut, um sich dann in meine übliche Ordenstracht zu verwandeln. Blutrot leuchteten die Runen meiner Robe auf, ehe sich die Schatten wieder zurückzogen. Noch immer rang ich nach Luft. Es wich nicht von mir, obwohl ich mich im frischen Gewand schon deutlich wohler fühlte. Eine Stimme flüsterte zu mir:
‚Eine neue Seele … eine neue Seele … sie wartet auf dich … sie wird dir dein klares Denkvermögen nehmen!’
HÖR AUF! HÖR ENDLICH DAMIT AUF! … krächzte ich lauthals. Meine Stimme klang schrill. Man hätte Tote damit zum Leben erwecken können. Meine Beine gaben nach und ich landete mit den Knien auf dem harten Steinboden am Treppenabsatz, welche hinaus in den Garten führte.
‚Nimm es endlich hin!’ .. ertönte diese dunkle Stimme abermals in meinem Kopf. So oft schon hat sich jene Zugang zu mir verschafft und meinte immer wieder mich zu lenken. Aber es gelang ihr selten. Ich ließ mich nicht lenken. Das konnte ich nicht zulassen. Niemand konnte mich lenken. Niemand. Ich war mein eigener Herr und werde es auch immer bleiben. Doch diesmal zwang mich diese Stimme in die Knie. Eine innere Übelkeit überkam mich im selben Moment, ich wusste kaum noch wo ich in diesem Moment war … doch das war egal, ich gab dem Drängen meines eigenen Körpers nach und ließ es zu, dass mein Magen sich entleerte. Für einen Moment schien Stille meinen Körper zu ummanteln. Die schwarze, finstere Nacht tat ihr übriges dazu. Ihr wachsamer Blick schweifte durch den Garten und die Treppen hoch. Alles schien wieder genauso ruhig wie man eine ruhige, kalte Nacht kannte.
Der Dreck vor mir störte mich nicht. Ich saß einfach nur da und genoss die Stille. In diesem Moment wusste ich die Stille, die Einsamkeit wieder zu schätzen. Und trotzdem war ich nicht allein.
Verfasst: Dienstag 11. Oktober 2011, 21:20
von Jana Layani Thyrmon
Die Sonne ist am Horizont verschwunden, langsam kehrt die Nacht ein und der Mond bestärkt das Schwarz des Himmels. Da stand ich, unscheinbar und doch schien es so, als wäre ich eins mit der Finsternis, während ich in die Ferne der Dunkelheit blickte. Umgeben von schwarzen Mauern und mystischen Zaubern zeichnete sich ein Bild und man könnte meinen ich wäre gefangen auf dieser leblosen Insel. Vorsichtig tastete ich mich Schritt für Schritt voran, und das obwohl ich eigentlich jeden Zentimeter dieser Insel in-und auswendig kennen sollte. Denn das was ich sah, wollte ich nicht glauben, konnte ich nicht glauben. Trugbilder oder Wahrheit, wer wußte das schon? Was ich hier genau machte und warum, wußte ich nicht. Mein Blick war starr und doch verwirrt, so als wäre ich nicht ich selbst. Geführt von jemand anderem. Etwas stärkerem, das Macht über mich erlangte. Sehr viel Macht, Macht welche ich lernte zu unterdrücken und doch war es diesmal anders. Ein Gefühl das ich als Maestra kaum noch kannte.
Die Gischt umspülte mein dunkles Nachtgewand, welche meine helle Haut im Mondlicht förmlich glänzen ließ als wäre sie aus feinsten Kristallen. Ich kniete im Sand und lauschte dem Meer, den Wellen und den Worten, die mein eigener Mund formte:
"Das Warten ist des Lebens Sinn."
Ich sprach diese Worte aus und trotzdem verstand ich sie nicht. Die Welt schien mir ohne ihn so grausam leer. Die Einsamkeit erdrückte mich. Ich wollte es nie wahrhaben, nie an mich heranlassen. Doch musste ich es mir jetzt, nach diesem herben Verlust, endlich eingestehen.
Meine Augen wanderten zu meinen Händen.
Von meinen Händen tropfte das Blut aus frischen Wunden. Woher diese Wunden kamen war mir schleierhaft. Sie waren einfach da. Der Dämon herrschte, ich hatte nicht die Kraft mich ihm zur Wehr zu setzen. Halt, nein, ich wollte mich nicht mehr zur Wehr setzen. Ich gab ihm die Macht über mich und meinen Körper. Mein Fleisch schmerzte, mein Nachthemd war grob zerrissen und wehte im salzigen Meereswind. Eine Menge Bilder durchfuhren meinen Kopf und unendlich viele Worte quälten meine Ohren, meine Seele. Und trotzdem wurde weder Bild noch Wort ersichtlich.
So viel Wissen wohnt mir inne, doch will ich in diesem Moment nichts wissen... nichts sehen... nichts hören...
Ich will nicht und ich werde nicht, denn mein Blut nährt bereits das Wasser. Rote klare Schlieren zogen sich über den Meeresspiegel wie glänzende Rubine schien es, wenn man Faszination dafür finden konnte.
Eine Stimme flüsterte mir zu: ‚Jana … folge diesem Weg und du wirst dich freier und mächtiger fühlen als jemals zuvor!’
Ich konnte nicht zuordnen woher diese dunkle, rauhe und doch so bekannte Stimme kam. Und trotzdem wusste ich ganz genau, wer nach mir rief. Es konnte nur ein einziger soweit in ihr Bewusstsein vordringen. Macht war es, was ich wollte. Unendliche Macht. Ein Streben, das oftmals den Tod forderte für viele vor mir schon. Macht war es, was diese Stimme mir geben konnte. Warum sollte ich nicht einfach danach greifen? Aber vielleicht kostete es mich auch mein Leben, wenn ich mir das hole was mir geboten wird. Und doch würde ich es erst dann wissen.
Es war das Leben selbst, das mir geschehen ist, welches mich vorwärts trieb.
"Im Warten liegt des Lebens Sinn? Ich hab' gewartet, hab' gelebt,
doch nun weiß ich: Im Sterben liegt des Lebens Glück!"
Kaum die Lippen geschlossen, stand ich auf und schreitete gen Horizont,
wo das Meer sich wölbte und das Morgenrot die Sterne küsste... niemand würde mich finden. Doch war ich fort. Ob es der Tod war oder ein neues Leben war nur für mich klar. Ich schien verschwunden in den endlosen weiten des Meeres. Meine Seele verbannt, den Dämon freigegeben. Ein Leben in Freiheit, ganz für mich allein. Ein Traum der endlich ein Ende fand.
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Über Constantin ... das letzte was man noch von ihm sah oder hörte, auch dieser Weg sollte ein Ende finden.
(OOC: Sein eigenes Todesposting, das nun endlich passend ist)
Der Mond stand hell und voll am Himmel, während nur noch wenige Lichter in der stillen Stadt Rahal brannten. Sternenklar beleuchtete das fahle silbrige Licht die Silhouette des Mannes, der auf den Treppenstufen des 2 Stöckigen Hauses saß, das er und Jana in Rahal bewohnten. Dunkle Gewänder, erfüllt von der Macht und den Sünden denen sie sich verschrieben haben um die Macht zu bekommen, umhüllten seine Gestalt und zogen mit dem Spiel des Windes. Er glaubte einmal, dass die Gewänder Schwarz wurden wegen der Macht und der Art der Magie die sie formte, aber mittlerweile war er sich sicher, dass Sie lediglich ein Spiegel der Seele waren, die allen anderen nach aussen hin zeigte mit was sie es zu tun hatten. Er wusste nicht mehr wie lange er schon im Orden war, es mochte nun vielleicht 1 Jahr sein? Wenn überhaupt, auch wenn es sich im Moment wie eine Ewigkeit anfühlte. Es war viel Geschehen, viel dessen er angesichtig wurde, viel dass er selbst bewirkt hatte. Er hatte gelernt die Kunst der Liedmanipulation, seiner Begabung entsprechend, zu erlernen und am Anfang schien es, als würde diese ihn tatsächlich in eine Welt führen wo die Möglichkeiten beinah unbegrenzt schienen. Eine Welt hinter der Welt die alle kannten. Eine Welt deren Regeln man nur zu kennen und herausfinden bräuchte um die Regeln dieser Welt zu verstehen und nach belieben zu verändern. Macht, Einfluss, Wohlstand zu allem konnte diese Gabe verhelfen ... nur nicht zum eigenen Frieden. Er war unausgeglichen in der letzten Zeit, mangelnde Fortschritte in seiner Wissenssuche belastete ihn schon seit Wochen. Es geschah einfach nichts mit dem ein Fortkommen möglich war und so hatte man das Gefühl stets nur auf der Stelle zu treten.
In Zeiten wie diesen war es Jana, die ihn normalerweise Kraft gab ob sie sich dessen nun bewusst war oder nicht. Er hatte durch Sie eine Aufgabe indem er nach ihr sah und sich um sie kümmerte. Er hatte ihr gezeigt, dass es wichtig war seine Grenzen zu erkennen und Liebe und Vertrauen zu empfangen. Aber egal wie sehr er sich auch bemühte, er konnte sich nie gänzlich sicher sein, dass sie es auch vollständig verstanden oder vielmehr für sich akzeptiert hatte. Der Zweifel blieb und ihr verschwinden nun schien ihn darin nur zu bestätigen.
Keine Nachricht, keine Anzeichen, keine Worte die diesem Verschwinden irgendwie vorangegangen wären. Hätte man ihn danach befragt. hätte er nur sagen können, dass sie ''Wie immer'' war, auch wenn dies vieles bedeuten konnte.
Seine graublauen Augen erhoben sich zum vollen Mond und versanken einen langen Moment im silbrigen Licht.
War es vielleicht seine Schuld oder ... ist sie vielleicht sogar wegen ihm gegangen? Nicht weil sie ihn nicht liebte, nein dessen war er sich sicher sondern vielmehr gerade weil sie ihn liebte. Es war schwer für Jana, gerade in der letzten Zeit wo sie beide auch noch glaubten, dass sie schwanger sein könnte. Zuviele Unsicherheiten für einen instabilen Geist vielleicht.
Die Befürchtung dass sie im Stande war etwas dummes zu tun, hatte er nicht erst seit dem Verschwinden und die Sorge war ein schon gänzlich normaler Begleiter in seiner Gefühlswelt geworden. Tagelang hatte er erst alle bekannten Plätze abgesucht, all jene wo er Jana vermuten würde, doch nirgends war sie zu finden. Auch die Suche im Lied blieb erfolglos, aber er wusste, dass er eine so fähige Magierin wie Jana dort auch nicht aufspüren konnte, wenn sie es nicht wollte.
Und so blieb nicht mehr viel übrig, denn mit jedem Tag den sie verschwunden blieb, wuchs seine Unruhe.
Schliesslich erhob er sich, während der schwarze Stoff seiner Gewandung, im Spiel des Windes um ihn schattengleich umhüllte. Die Dunkelheit der Nacht war für ihn ebensowenig ein Problem wie die Kälte des Winters oder die Gefahren die da draussen lauerten. Es gab Tage da wusste er nichteinmal mehr welche Tageszeit genau angebrochen war, da seine Augen permanent durch das Lied verändert waren. Seine Macht gab ihm beinah unbegrenzte Möglichkeiten die Welt aussen zu verändern ... aber die innere Unruhe, das Gefühl der Leere das er verspührte und die Sorge über den Verbleib seiner Frau und seines ungeborenen Kindes ... dagegen war er machtlos. Diesem konnte er nur wie jeder andere gewöhnliche Mann begegnen, indem er Tag ein Tag aus sich auf die verzweifelte Suche begab sie zu finden.
Und so sah man die schwarzgewandete Gestalt von Constantin Kel'serant's an dieser Nacht das letzte mal Rahal verlassen. Gehüllt in den Gewändern des Ordens zog er gen Süden und verschwand in selbiger Nacht, gleich wie es Jana tat. So man Nachforschungen anstellte, würde man lediglich Blut und etwas zerfetzte Kleidung an einigen Bäumen nahe der Ruinen Varunas finden, doch Constantin wurde seit dem nie wieder auf Gerimor gesehen...