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Kobolde und andere Schwierigkeiten

Verfasst: Dienstag 13. Januar 2009, 21:44
von Tarja Lycron
So war das "Spielen" nicht gedacht. Murrend stapfte sie den Weg nach Rahal zurück, in Gedanken war sie immer noch bei ihrer Robe. Das schöne schwarz war weg und was war nun? Sie "erstrahlte" in einem rosafarbenen Ton. Tarja verzweifelte. Wie sollte sie das der Maestra erklären? Vielleicht so, wie es gewesen war. Vielleicht sollte sie sich aber auch daran machen, die Robe durch ein Ritual wieder in ihre ursprüngliche Farbe zu bekommen. Das wars! Vielleicht würde es helfen, wenn sie sich in der Arkoritherburg darauf konzentrierte, die Robe wieder zusammenzusetzen. Immerhin bestand sie nicht aus dem, was eine normale Stoffrobe ausgemacht hatte.

Nichts desto trotz musste sie diese Kobolddame finden. Vielleicht hätte sie ihre Klappe nicht so weit aufreissen sollen. Ein merkwürdiges Wesen, noch nie gesehen und vermutlich so selten, dass es notwendig war Forschungen daran vorzunehmen. Ihre Laune sank ins Unermessliche. Nicht, dass sie sich nicht schon damit herumplagen musste, ihre Sehnsucht unter Kontrolle zu halten. Zu wenig Zeit verbrachten sie in den letzten Tagen zusammen. Und jetzt dieser Fauxpas? Die ganze Welt hatte sich gegen sie verschworen. Erst die Männer, dann auch noch dieses Koboldweibchen da. Klein, heulend - wie ein kleines, nerviges Mädchen, welches ihren Willen nicht bekam. Sie war nahe daran zu verzweifeln.

- Aber es würde mit Sicherheit einen Weg geben. Und den würde sie auch finden.

Verfasst: Mittwoch 14. Januar 2009, 19:19
von Tarja Lycron
Es war recht einfach, ihr Problem zu lösen. Zumindest eines von den vielen. In ihren vielen Gedanken hatte sie wirklich nicht gedacht, dass es funktionieren würde, ihre Robe zu 'erlösen', um sie dann wieder um sich zu hüllen. Und nun stand sie da in ihrer schwarzen Magierrobe und war zufrieden. Varoth hatte ihr einiges über Kobolde erzählt und das sie sich vor allem ihren Spaß erlaubten. Sie seufzte mutwillig. Sie hoffte nur, sie hatte mit ihren Worten nicht zuviel Unheil angerichtet. Immerhin ... nein, sie wagte es nicht einen Moment lang, ihre Gedanken weiter zu spinnen.

Schnell verscheuchte sie jeglichen Gedanken und nahm die weiteren Probleme in Angriff. Für diese würde sie weitaus mehr Zeit benötigen. Denn wie schaffte man es, den kompletten Körper zu reinigen um sich von der Vergangenheit zu befreien?

Verfasst: Donnerstag 15. Januar 2009, 05:28
von Tarja Lycron
- Das Ende und der Neuanfang -

Manchmal endeten Wege bevor man dachte, dass sie enden würden. Manchmal war es an der Zeit, die Vergangenheit hinter sich zu lassen, um neue Wege einzuschlagen. Manchmal war es an der Zeit, den Nutzen aus dem zu ziehen, was einen einst umgeben hatte. Niemals hatte sie den Moment bereut, als sie sich mit ihm verbunden hatte zu einer Einheit. Sie hatten ihre Begeisterung füreinander entdeckt, hatten Gefühle aufgebracht um festzustellen, dass sie vielleicht zu etwas ganz anderem bestimmt waren. Oder nicht?

Sie hatten das selbe Ziel. Immer und immer wieder. Und jetzt war es an der Zeit einen anderen Weg einzuschlagen. Was war richtig und was war falsch? Sie hatte die richtige Entscheidung getroffen. Wie würden sie miteinander umgehen, wenn sich ihre Wege auf dieser Ebene trennten? Sie fühlte sich nicht weiter in der Lage ihr Leben so zu leben, wie sie es bisher lebte. Ihre Vergangenheit hatte sie zurückgelassen mit dem Eintritt in den Orden und der Orden war zu ihrem Leben geworden. Lucan hatte dazu beigetragen, dass sie zu dem wurde, was sie nun war. Sie war ihm dankbar, ohne ihn wäre sie vielleicht nie so weit gekommen.

Sie hatte sich diese Nacht aus dem Schlafzimmer geschlichen, nachdem sie Varoth noch eine Weile beim Schlafen zugesehen hatte. Er war so anders. Seine Macht war überwältigend, ebenso wie sein Auftreten, sein Aussehen, sein Körper. Sie versank in seinen Augen und konnte sich gehen lassen. Aber sie war vorsichtiger. Um einiges vorsichtiger als sie es zuvor gewesen war. Sie fühlte, dass es richtig war. Sie fühlte, dass es vielleicht nicht nur sie, sondern auch den Orden weiterbringen konnte, wenn sie auf diese Art und Weise an Macht gewann. Mach dich nicht lächerlich, Tarja. Du denkst viel zu viel nach.

War nachdenken immer so gut? Natürlich wusste sie, dass sie mit ihren Gedanken immer voll anwesend sein musste. Nichts desto trotz war auch sie nur ein Mensch. Trotz ihrer kalten Hülle war auch sie zerbrechlich, hatte auch sie Gefühle und auch sie konnte Sehnsüchte entwickeln. Sucht. Sucht war ein wahrlich guter Begriff. Manchmal wurde man recht schnell süchtig nach etwas. Aber konnte sie von sich sagen, dass sie nun schon süchtig nach ihm war? Eigentlich sollte er sie nur von alledem ablenken, was schon lange in ihr vorging. Die bevorstehende Trennung, das Lösen des Bundes zweier Menschen. Eigentlich sollte er als Spielzeug dienen, nichts weiter als ein Zeitvertreib für eine Nacht. Aber sie war überwältigt von dem, was er gab. Was er bereit war hinzunehmen für die Möglichkeit seinen Horizont am Orden zu erweitern. Sie hatte das Gefühl begehrenswert zu sein auf eine ganz andere Art und Weise. Schon beim ersten Treffen mit ihm war sie beeindruckt von seinem Auftreten. Varoth.

Und dann war da der andere Teil ihrer Gedanken, der ihr gerade zu schaffen machte. Sie hatte sich aus dem Haus zurückgezogen. Lucan war weg, er schulte seinen Geist. Schon zuvor hatten sie beide gemerkt, dass etwas sie verbunden hatte und immer verbinden würde. Mit dieser einen Verbindung oder ohne. Er war zu ihrem Mentor geworden, zu jemandem, ohne den sie nicht sein konnte. Jemand, der ein wichtiger Bestandteil in ihrem Leben geworden war. Die Kälte umhüllte ihren Körper und zwang ihre Gedanken für einen Moment in die Knie. Sie zog die Luft ein und stieß diese wieder aus. Es war an der Zeit diese Ebene zu verlassen. Es war an der Zeit, das zu vollziehen, was sie endgültig aus diesem Bann lösen würde. Er würde es spüren, aber zeitgleich würde er auch wissen, dass das, was sie tat, nicht geschehen war, weil sie ihn verabscheute. Sondern vielmehr, weil sich ihre Wege auf einer anderen, einer besseren und geeigneteren Ebene verbinden würden. Sie war ihm keine gute Partnerin gewesen. Die anfängliche Zeit vielleicht, danach ließ sie deutlich nach.

Sie schloss die Augen. Die Tinktur, die ihren Körper für einen Moment lähmen würde wie hochdosiertes Gift umfasste sie mit ihren Fingerspitzen. Du schenkst mir den Weg in ein neues Leben!

Sie musste ihr Blut reinigen, dazu fielen ihr nicht viele Wege ein. Sie erinnerte sich an die Bücher auf dem Dachboden in ihrem Elternhaus. Oftmals hatte sie etwas über die Seelen- und Körperreinigung gelesen. Aber welche Seele sollte sie schon reinigen? Immerhin besaß sie ja keine mehr. Sie begann einen Körperzauber um sich zu legen. Würde sie das nicht tun, würde sie gnadenlos erfrieren. Sie hatte ihren Geist geschult und vorbereitet trotz der niederschmetternden Ereignisse des Abends. Ihr Körper war zwar schwach, aber genau das war der Punkt, an dem sie neue Kraft gewinnen musste durch diese Reinigung. Sie spürte, wie sich die Wärme um ihren Körper hüllte, ihn einfasste und dafür sorgte, dass sie innerlich erglühte. Ein schönes Gefühl. Manche munkelten, man würde so fühlen wenn man dem Tode nahe war. Aber ganz im Gegenteil, sie war dazu in der Lage ihr Leben ab sofort in eine neue Richtung zu lenken, die ihr ganz neue Möglichkeiten offenbarte.

Ziel für sie war es, einiges an Blut zu verlieren. Nicht alles, ansonsten würde sie sterben. Sie würde höchstmögliche Konzentration dafür benötigen. Danach würde sie die Tinktur über die Wunde zu sich nehmen, damit diese sich in ihrem Körper verteilen konnte. Sie würde ein lähmendes Gefühl verspüren und nahe der Bewusstlosigkeit sein, aber sie musste dafür kämpfen, dass sie das Bewusstsein nicht verlieren würde.
Den Dolch setzte sie an ihrem Unterarm an und begann sich eine tiefere Wunde ins Fleisch zu schneiden. Es waren starke Schmerzen, Schmerzen, die sie jedoch gewohnt war. Sie spürte, wie das Blut über ihren Arm hinweg lief und sich der Schnee unter ihr rot einfärbte. Sie musste warten bis sie genügend Blut verloren hatte, dann erst konnte sie sich daran machen, die Tinktur in ihre Wunde zu streichen um diese dann durch schmerzliche Eingriffe in das Lied zu verschließen.

Der lähmende Schmerz der ihren Körper durchzog war heftiger als gedacht. Sie spürte, wie sich innerlich alles zusammenzog und sie kämpfte dagegen. Ihre Atmung wurde schwerer als sie spürte, wie sich ihrem Blut sämtliche fremden Anteile entzogen. Ihr Körper bebte ob der Kälte und der Hitze, die sie abwechselnd zu umgeben schien. Sie flehte, sie hoffte, sie bangte und sie glaubte. Ich tu es für mich - und für euch.. Sie keuchte.
Ihre Hände zitterten, als das Gefühl langsam abebbte. Sie hatte sich gegen die Bewusstlosigkeit gesträubt und hatte das geschafft, was sie schaffen wollte. Sie wusste, sie musste bis zum morgigen Tage warten bis ihr Körper komplett gereinigt war.

Sie sperrte die Türe auf und trat in das Haus. Es war ein merkwürdiges Gefühl, als sie jenes betrat. Sie fühlte sich frei, aber im gleichen Zuge fühlte sie sich beiden Männern in ihrem Leben näher. Lucan, weil sie nicht mehr an ihn gebunden war und in ihrer Freiheit mit ihm verbunden bleiben konnte. Varoth, weil sie an seiner Seite verweilen konnte ohne jegliche weitere Verbindung zu dem, was ihn ab und an doch belastete. Sie war frei. Sie hatte ihre Freiheit wieder erlangt, ihr Blut war dabei gereinigt zu werden, der Bund der Beiden war gebrochen. Sie lächelte. Und sackte bewusstlos auf dem Teppich in sich zusammen. War das der Preis, den sie zahlen musste?