Zuversichtlich und gut gelaunt war der Clan zum Einbruch der Dunkelheit zur Heiligen Eiche gewandert um dort den einberufenen Rat der Angurer abzuhalten. Es war der erste Angurerrat der seit langer Zeit einberufen wurde. Thomas MacFarlainn war es, der diese alte Form der friedlichen Verhandlungen belebte und den Rat zusammenrief.
Nach angemessener Begrüssung und den traditionellen Opfergaben, mit denen sie um die Weisheit und das Wissen der Ahnen baten trug Thomas die Punkte vor um die es ihm gehen sollte.
Der erste Punkt war der Umgang mit Fremden auf der Insel. Unmissverständlich machte Thomas klar, dass er weder Hexer noch anderweitig Magiekundige so wie Letharen auf Fuachtero dulden würde. Dies zielte auf die Kundschaft von Alec ab, unter denen sich offensichtlich eben auch ein Magier befand. Thomas machte deutlich, daß er vor hatte in Zukunft alle Fuchtler, wie er sie nannte, von der Insel zu jagen, auch mit Waffengewalt, wenn es sein mußte. Offensichtlich schien er Angst vor Magiern zu haben.
Als Thomas geendet hatte, holte Angus tief Luft. Er gab Thomas in Punkto Letharen vollkommen Recht, natürlich. Auch würde Anghus dieses Pack nicht auf der Insel dulden. Alles was mit Alathar zu tun hatte verabscheuten die MacIoras. Auch über die Gefahr, die von Magiekundigen ausgehen könnte, war Anghus sich vollkommen im Klaren.
Doch handelte es sich bei dem Kunden von Alec zwar um einen Hexer aber keinem der ihnen feindlich gesinnt wäre. Er kam rein des Handels wegen. Auch gab Anghus Thomas recht, daß auf Fuachtero keine Magie zur Anwendung kommen sollte. Das war ganz klar. Was Anghus Thomas allerdings unmißverständlich zu verstehen gab, war daß, kein MacFarlainn das Recht hat Freunde, Kunden oder Gäste der MacIoras der Insel zu verweisen, geschweige denn zu bedrohen und schon gar nicht wenn diese sich namentlich auf die MacIoras berufen.
Anghus führte zudem an, daß die MacIoras der Meinung sind, daß von Vermummten und Bewaffneten wohl eindeutig eher Gefahr ausgeht. Auch wenn diese sich zum Schutz der Kälte vermummen. Anghus machte deutlich, daß er jeden Vermummten, dem er auf der Insel begegnet auffordern wird sein Gesicht zu zeigen, um auszuschließen daß es sich um Feinde, Alatharanhänger oder gar Letharenmetzen handeln könnte.
Somit einigten sich die Clanschiefs über den zukünftigen Umgang mit Fremden.
Der zweiten Punkt den Thomas zur Sprache brachte, war der scheinbar mangelnde Respekt, der ihm, Thomas, als Clansführer und der Mimir seitens der MacIoras entgegengebracht wurde. Verblüfft schauten sich die MacIoras an, was für ein Vorwurf...
Anghus entgegnete ihm darauf, dass er sehr wohl wisse worum es Thomas hier ging und es sich hierbei um dem Vorfall mit dem Magier, Alec und Thomas handelte. So wie Anghus das sah, ergab in dieser Situation eben ein Wort das andere und man geriet halt in Rage. Doch stellte Anghus klar, daß es nicht am fehlenden Respekt der MacIoras dem Führer eines anderen Clans gegenüber liege, sondern an dieser besonderen Situation, welche aber unter Punkt eins für die Zukunft ja schon geregelt wurde.
Keinem der Anwesenden war bis dort hin entgangen, daß Kahor sich schon vor einiger Zeit etwas abseits dazugestellt hatte, so wie ersichtlich war, daß auch er um das Wort bat. Doch natürlich wurde es ihm erst zugestanden als der Rat die veranschlagten Punkte abgehandelt hatte. Nun wanden sie sich also Kahor zu.
Dieser wandte sich direkt an Thomas und konfrontierte ihn mit dessen Aussage, die er Falk Hinrah, seinem Clansführer, gegenüber geäußert hatte. Thomas soll gesagt haben, daß Kahor jegliche ehre abgesprochen sei und er als Ausgestossener gelte, da er der Insel der Ahnen seinerzeit den Rücken gekehrt hatte. Dies entfachte ein wildes Wortgefecht zwischen Kahor und Thomas. Mitten in diesem Gefecht erbat Anghus das Wort und tat seine Meinung über Kahor kund. Der gesamte Clan MacIora wußte um Kahors Verlust seiner Familie und die damit verbundene Trauer und den Schmerz. Sie wußten, daß er fort ging, weil er sich die Schuld an dem Unglück gab und der Einsamkeit auf der Insel und der Schmach entfliehen wollte. Denn dies alles geschah noch bevor die MacIoras aus den Highlands nach Fuachtero kamen.
Kahor war ein Freund des Clans geworden, so wie seine neue Familie, der Clan Hinrah. Öfter besuchte Kahor die MacIoras auf der Insel und auch lernte er, daß nicht er die Schuld an dem vorangegangenen Unglück trug. Keinesfalls erachtete Anghus und der restliche Clan diesen Angurer als ehrlos.
So forderte Kahor nun von Thomas eine Entschuldigung, die Thomas ihm aber entschieden verweigerte. Seiner Ansicht nach könnte Kahor seine Ehre nur durch Taten wiederherstellen. Anghus erinnerte an eine alte Tradition, nach welcher der Entehrte vom Entehrer den Ehranspruch durch einen Zweikampf wiedererlangen könnte. Denn hier würden die Ahnen entscheiden, wem die Ehre gebührt. Natürlich mit der Option für Thomas eines seiner Clansschwerter seine Ehre anzuvertrauen und für ihn anzutreten.
Doch auch dies lehnte Thomas entschieden ab. Er machte deutlich, daß dies für ihn keine Ratsangelegenheit war, woraufhin Anghus erwiederte, daß Kahor als Angur sich sehr wohl an den Rat gewandt hat, also somit auch der Rat der Angurer zu entscheiden hätte. Um den gerade gewonnenen Einklang zwischen den Clans nicht wieder aufs Spiel zu setzen, gestand Anghus Thomas ein, die Sache ohne den Rat zu regeln. Inmitten dieses Gesprächs zog Kahor rasend vor Wut und unter wilden Beschimpfungen gefolgt von der Drohung alle MacFarlainnes zu jagen und auszulöschen ab. Der Rat der Angurer löste sich dann für dieses Mal auf.
Anghus war enttäuscht, daß Thomas so mit Kahor umsprang und sich seinen Fehler, so er einen gemacht hatte, nicht eingestand, sich zudem noch über den Rat hinwegsetzte und Kahor nicht die Möglichkeit gab seine Ehre wieder zu erlangen. Ebenso traurig war Anghus über die Ausfälligkeiten Kahors Thomas gegenüber. Dies schien nicht zu einem Angur zu passen, der seine Ehre wieder erlangen wollte. Ärgerlich dachte Anghus dann an Brynn, die ihm über den Mund gefahren war, ihm andeutete er würde nicht mit den Traditionen vertraut sein. Denn eben dies war doch der mangelnde Respekt einem Clansoberhaupt gegenüber, über den Thomas sich im zweiten Punkt seiner Ausführungen ausliess. Wenn es einen gab, der über Traditionen Bescheid wußte, dann das Clansoberhaupt. Vielleicht war das ja bei den MacFarlainnes anders, aber der Mimir und Anghus hatten ein sehr enges Verhältnis zueinander und sprachen dementsprechend viel.
Sehr zufrieden war er allerdings über die erzielte Einigung der eigentlich veranschlagten Punkte des Rates. Dies gab den mühevoll aufgebauten Handelsbeziehungen der MacIoras wieder Sicherheit. So nahm er Moyra denn an der Hand und ging mit ihr langsam Richtung ihres Hauses. Noch lange saßen sie am großen Eichentisch bei ein paar Krug Met und beredeten die Ereignisse des Abends und was die Zukunft wohl bringen würde.
Die erste Einberufung des Rates der Angurer
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Alec MacIora
Alec konnte nur seinen Bruder immer wieder anstarren.
Er bewunderte ihn. Bewunderte ihn für seine Ruhe und seine Argumente.
Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätter er am liebsten an einigen Stellen seine Axt gezogen und wäre dazwischen gegangen, so hoch wogte Wut, gar Zorn in ihm.
Einzigst Leary die immer wieder ihm die Hand auf den Arm legte und Anghus ruhige Ausstrahlung hielten ihn zurück.
Ja...
im stillen war er stolz auf seinen großen Bruder.
Jetzt wusste er warum gerade er der Clansführer war. Besonnen, ruhig, obwohl ein Krieger, reagierte er auf alles, wo Alec längst keine Worte mehr gefunden hätte.
Ja... vielleicht würde er es seinem Bruder einmal sagen ...
Sein Vater ... und Angur wären Stolz auf ihn gewesen.
Er bewunderte ihn. Bewunderte ihn für seine Ruhe und seine Argumente.
Wenn es nach ihm gegangen wäre, hätter er am liebsten an einigen Stellen seine Axt gezogen und wäre dazwischen gegangen, so hoch wogte Wut, gar Zorn in ihm.
Einzigst Leary die immer wieder ihm die Hand auf den Arm legte und Anghus ruhige Ausstrahlung hielten ihn zurück.
Ja...
im stillen war er stolz auf seinen großen Bruder.
Jetzt wusste er warum gerade er der Clansführer war. Besonnen, ruhig, obwohl ein Krieger, reagierte er auf alles, wo Alec längst keine Worte mehr gefunden hätte.
Ja... vielleicht würde er es seinem Bruder einmal sagen ...
Sein Vater ... und Angur wären Stolz auf ihn gewesen.