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Flammen auf Fuachtero

Verfasst: Donnerstag 20. Oktober 2005, 01:05
von Der Erzähler
Kalt wehte der Wind in dieser Herbstnacht, so das so mancher sich eng in seine Decke einwickelte und die Feuer in seinem Kamin nicht ausgehen ließ.
Wohl ein Ausblick auf den kommenden Winter, so dachte mancher.
Wer sich dennoch in dieser Nacht nach draußen wagte, sei es weil er Dienst hatte, weil er arbeitete, oder weil er mal austreten musste, konnte gegen Mitternacht ein orangerotes Leuten sehen das wohl von Fuachtero zu kommen schien.
So ein Leuchten hatte schon so mancher in seinem Leben gesehen und es verhieß nichts gutes denn es bedeutete nur eines.

Feuer!

Irgendwo musste es ein großes Feuer geben.
Und so blickte wohl manch einer noch länger in den Himmel und fragte sich was da wohl geschehen sei.
Ein paar wenige, die im Norden an der Küste leben schwören sogar den Rauch gerochen zu haben. Doch dies mag übertrieben sein.

Das Leuchten jedenfalls verschwand nach einer halben Stunde mehr und mehr vom Himmel und das einzige was übrig blieb waren die Gedanken derer die es gesehen hatten die darum Kreisten, was dort wohl geschehen sein mag.

Verfasst: Donnerstag 20. Oktober 2005, 02:53
von Thomas MacFarlainn
Rauch schlug Thomas ins Gesicht als er von Wolf geweckt wurde, Schwaden füllten den ganzen Raum. Geschrei drang von draussen in das Haus des Clans, Schritte waren rundherum zu hören, geteilt von den prasselnden Flammen und dem Schwappen von Wasser. Verwirrt blickte er Wolf an, der mit Worten und Gesten Thomas dazu bewegen wollte, das brennende Haus zu verlassen. Es dauerte kurz, doch dann sprang er auf und rannte hinaus.
Draussen herrschte Chaos. Wortfetzen teilten die Luft. Und überall Rauch und Feuer. Schnell schnappte sich der kräftige Schmied einen der mit Wasser gefüllten Futtereimer und versuchte zu löschen was noch zu retten war.

Die Nacht brach über dem Dorf herein, doch das rege Treiben derer in Not ebbte nicht ab. Eimer voller Wasser wurden vom nahen Meer herangetragen, andere löschten kleine Feuer mit ihren Mäntel. Doch wie konnte das nur passieren? Die Hütten im ewigen Eis waren schneebedeckt, die Wände mit Eis nahezu überzogen. Ein zufälliges Feuer konnte sich so schnell nicht ausbreiten, das war unmöglich. Aber was dann?

Langsam kamen sie zur Ruhe, saßen schweigen da und starrten ins Leere. Kaum einer brachte ein Wort hervor, doch die Gedanken der Angurer rasten. Sie hatten ihn erwischt, wie er mit einer Fackel den Brand legte. Einige von ihnen stellten ihn, andere versuchten der Flammen Herr zu werden. Doch ein Kampf entbrannte, und wie vom Wahnsinn getrieben und mit gezogenem Schwert stürzte sich der der eine sich auf die noch unbewaffneten Dorfbewohner. Es galt nun erst die Gefahr um Leib und Leben abzuwenden, ehe man sich um die brennenden Unterkünfte kümmern konnte. Der Mann wurde gestellt, und wenn er auch einen des Clans niederschlug, so gewannen die Männer und Frauen des Dorfes die Oberhand. Gefesselt und bewacht ward er von da ab. Und man widmete sich den hoch lodernden Flammen.

Der Schnee war schwarz vom Ruß. Ruhe war eingekehrt, zumindest hatte es den Anschein. Nur wenige Worte wurden gewechselt zwischen den Dörflern, denn Trauer lag in der Luft. Noch zuvor wurde über ihn diskutiert, jener der seinem Volk den Rücken zukehrte, und nun seinen Stand zurückforderte. Man sah ihn im Dorf als einen Ehrlosen an, der sein Volk in Zeiten der Not im Stich gelassen hatte, und sich anderswo ein besseres Leben versprach. Und anstatt sich durch gute Taten im Volke zu bewähren versuchte er durch ein Duell seine Ehre zurückzugewinnen. Thomas schüttelte nur den Kopf bei diesem Gedanken. Er fragte sich, ob jenem überhaupt klar war, was Ehre bedeutet. Doch selbst dazu kam es nicht. Der Rat ward abgehalten, und danach zogen sich die Clans in ihre Häuser zurück. Und dann kam der Brand. Und man fand ihn, wie er sein teuflisches Werk beobachtete.

Nun war es am Clan der MacFarlainns auf jenes zu reagieren. Doch man lies sich Zeit damit, war doch nun allen klar wer der Urheber des Unheils war. Eins stand jedoch fest: in den Augen des Clans hatte er, Kahor, jedes Recht auf Rehabilitation verwirkt.

Verfasst: Freitag 4. November 2005, 09:59
von Thomas MacFarlainn
Eine dünne Schicht weissen Schnees hat sich über die Dächer des kleinen Dorfes gelegt. Fast gänzlich überdeckt er die Brandflächen, und lässt somit auch die Trauer verblassen. Einzig und allein das bis auf die Grundmauern abgebrannte Stammhaus des Clans stehen als Mahnmal im Zentrum der Siedlung. Tagtäglich sieht man die Handwerker und Krieger mit gesenktem Kopf daran vorbeiziehen. Und man sieht ihnen den Schmerz an, den die Erinnerung an das große Feuer bereitet.

Es war nur zu deutlich zu spüren, dass der Clan der MacFarlainns in den Kreisen der anderen Clans nicht der beliebteste war. Und doch, das Volk von Ith wuchs, gedieh, und das in dieser schwierigen Zeit. Die Nachfahren fanden zusammen, um die Gemeinschaft aufs neue zu stärken, denn man hatte ein Ziel. Und wenn auch Rückschläge das Vorankommen erschwerten, so waren sie nicht mehr als ein paar Steine auf der großen Straße des Lebens. Letztendlich waren es die Ahnen, die einst sagten, dass alles was nicht den Tod bringt, einen nur härter macht.

Und somit begann der Wiederaufbau. Die Krieger brachten Holz und Stein heran, meist von weit entfernten Flecken der Insel. Türme von Baumaterial stapelten sich im Dorf, Bretter, Steinplatten, Heuballen, verschiedenstes anderes. Die Handwerker machten sich daran, jene Werkstoffe zu verwenden, um den entstandenen Schaden zu beseitigen. Löcher in den Wänden wurden abgedichtet, die Löcher im Dach repariert. Das Fundament des Clanshaus wurde neu errichtet, und kaum später standen schon die Grundmauern so wie es einst war.

Es war gut, dass die Gemeinschaft schnell arbeitete, denn der harte Winter stand dem Land der Angurer bevor. Und dieser würde jeglichen Versuch des Wiederaufbaus zunichte machen. Auch war es gut, die Schatten der Vergangenheit schnellstmöglich zu vertreiben, denn es galt nach vorn zu schauen. Es standen große Dinge bevor ...