Seite 1 von 1

Wie du mir, so ich dir!

Verfasst: Dienstag 30. Dezember 2008, 19:44
von Tarja Lycron
Skepsis war etwas, was sie schon immer besessen hatte. Erst recht wenn es Fremde anging und der Fremde dazu noch ein Mann war und zu allem übel ein Diener Krathors. Über ihre Gedanken kommunizierte er das erste Mal in der Taverne mit ihr. Verwunderung, wenngleich auch Bewunderung machte sich in ihr breit. Das war etwas, was sie selbst noch nicht konnte. Immer wieder versuchte sie es aber es kamen immer nur Bruchstücke von dem an, was sie sagen wollte - wenn überhaupt. Die Fragen, die er stellte waren direkt. Und sie wunderte sich anfangs noch, woher er all das wusste.

Aber die Erklärungen dafür fand sie recht schnell. Er antwortete nach und nach auf ihre Fragen. Sie verfügten über eine Verbindung zueinander, etwas, was ihn spüren ließ, dass sie nicht mehr da war. Genauso wie es bei ihnen der Fall gewesen war. Er verfügte ebenso über alle Informationen, die man haben konnte. Selbst das Geheimnis der Maestra wurde ihm zuteil. Vor Wut kochte sie fast über. Samantha hatte all das, was den Orden beschützt hatte einfach so preisgegeben? Ohne darauf zu achten, ob es dem Orden schaden würde oder nicht? Ihre Gedanken drehten sich. Er wollte lernen, das Lied richtig zu verstehen. Seine Gaben kamen von woanders. Das, was er konnte - sie wusste noch nicht ganz, wie sie darüber zu urteilen hatte. Sie kannte Geschichten von "ihnen" und die Geschichten waren alles andere als gut. Warum also sollte man ihnen vertrauen?

Es gab Mittel und Wege, das Vertrauen zu prüfen. Und das war ihr durchaus bewusst. Sie würde ihn prüfen bis auf den letzten Knochen seines, trotz des leblosen Armes, ansehnlichen Körpers. Wäre sie nicht mit einem so mächtigen Mann liiert wäre er einer der Männer, der in ihr Beuteschema passen würde. Davon abgesehen verstand sie nach vielerlei Gesprächen mit ihm, warum Samantha wohl so handelte und sie hoffte für die ehemalige Maestra, dass sie wirklich nur aus diesem Aspekt heraus handelte und nicht aus Gründen, die weit unterhalb des Kopfes und des Verstandes stattfanden.

Er zeigte Interesse, Verständnis und umspielte sie gleichermaßen mit seinem Charme. Eine Kombination, die sich bei den meisten Frauen als äußerst günstig herausstellte - bei den meisten. Angefangen hatten sie damit, dass sie sich des öfteren in den Höhlen trafen. Seine Fähigkeiten waren wirklich herausragend und er mutete sich einiges zu. Mut und Tapferkeit war etwas, was im Orden belohnt wurde, wenn er geschickt eingesetzt wurde. Sie verfingen sich in Plänen, wie sie an den Kopf Samanthas kommen konnten und hatten hier oder da sogar den einen oder anderen Gedankenblitz, der sich nahezu perfekt anhörte. Nichts desto trotz würde es ein sehr langer Weg für ihn sein, den er da gehen musste. Tarja war diejenige, die ihm gewähren würde im richtigen Moment vor die Maestra zu treten, um sein Anliegen kund zu tun. Zumindest, wenn er es überhaupt bis dorthin schaffen würde. Wer keinen Fleiß zeigte würde auch keinen Preis ernten. Aber über den Fleiß konnte sie sich bisher nicht einmal beschweren. Jetzt, wo der Fremde ein Gesicht und auch einen Namen - Varoth Lycron, klangvoll, nicht anders zu erwarten - bekommen hatte. Ein recht ansehnliches Gesicht noch dazu. Markante Züge, gefolgt von einer gewissen Strenge. Unergründlich, geheimnisvoll. Gesichter konnten so viel sagen und so viel zeigen, aber aus seinem Gesicht waren fast schon tausende an Bücher zu lesen. Oder musste sie nur das verstehen, was ihn umgab? Was ihn ausmachte? Es war eine ganz andere Welt, irgendwo, als die, in der sie lebte. Sie fing an, ihm langsam Glauben zu schenken. Und dennoch, die Vorsicht blieb. Er kannte ihren wahren Namen nicht, auch wenn er ihr schon ins Gesicht geblickt hatte. Und um den zu erfahren musste er sich weitaus mehr einfallen lassen, als nächtliche Gespräche in einer abgelegenen Hafentaverne. Sie würde sich ihre Gedanken zu dem Thema machen. Zu diesem Namen, zu diesem Kerl. Zu dem, was er sagte. Zweifel, die sie überkamen wurden niedergeschrieben, eine Liste geführt. Geprüft, hinterfragt und immer wieder durchdacht.
Es war verwunderlich, dass sie selbst ein solches Interesse aufbringen konnte für etwas, was sie so hasste:

- Männer.

Verfasst: Freitag 2. Januar 2009, 20:22
von Varoth Lycron
Der Orden der Arkorither

Wahrlich mit Samatha waren seine Verbindungen mit dem Orden der Arkorither ebenfalls gestorben. Es galt neue Personen zu finden welche geeignet waren ihn mit dem zu versorgen was er benötigte. Auch wenn jene Frau in der Taverne scheinbar nicht über die Mächte Samanthas verfügte so war sie doch durchaus geeignet ein Teil seines Plans zu werden welchen er verfolgte.
Jene Frau welche sich ihm als Ceciele vorstellte war in der Lage mit ihm auf einer Wellenlänge zu sein und sein Interesse stets aufrecht zu erhalten. Auch sie geizte mit Informationen und es dauerte eine geraume Zeit ehe man sagen könnte, sie habe genug an ihm geschnuppert um zu merken das er ihr nichts tun wollte.

Man verabredete sich des öfteren zu gemeinsamen Jagten schien es für sie ebenso wie für ihn ebenfalls interessant zu sein wie der andere in einer Gefahrensituation reagierte.
Im Vergleich zu Samantha war ihre Art um einiges ruhiger und sie lies Kreaturen für sich die Arbeit machen wo Samantha lieber ihre Form änderte um sich in die Gegnerhorden zu werfen und ein paar Knochen zum bersten zu bringen.
Doch ihn sollte es nicht stören, sie war wahrlich mächtig und geübt in jenen Dingen die sie tat, so das auch eine Zusammenarbeit auf jener Ebene durchaus seinen Reiz für Varoth hätte.

Immer öfter traf man sich des Nachts an stillen Orten wo man immer wieder versuchte dem Gegenüber Informationen zu entlocken und Varoth geizte nicht sonderlich, sollte sie ruhig wissen was er wollte und was er sich durch eine Zusammenarbeit mit dem Orden und die Ausbildung die er dort machen wollte erhoffte.

Langsam lies sie sogar die Hüllen vor ihm fallen so das ihm der Blick auf ein makelloses wahrlich ansehnliches Gesicht zu Teil wurde. Es schien perfekt zu ihrem Körper zu passen welchen er nur durch ihre Kleidung erahnen konnte. Bedauerlich das sie nur schon an einen Anderen vergeben war, wäre sie doch wie Samantha eine passende Ergänzung in seinem Leben gewesen der er nicht nur Körperlich nicht abgeneigt wäre auch den Einfluss und die Macht welche sie mit sich führte wäre durchaus für ihn annehmbar gewesen.

Wie dem auch sei, sie schien es wohl recht eilig zu haben scheinbar dem Orden von seinen Plänen und seinen Ideen zu erzählen, welcher zu seinem Erstaunen scheinbar nicht mal von vornherein abgeneigt war. Testen müsste sie ihn, ebenso ihn besser kennen lernen um seine Person kennen zu lernen. Es war wie eine Verkuppelung zweier Familien die Sohn und Tochter ob mit oder ohne ihrem Einverständniss zusammen brachten und erwarteten das diese miteinander auskamen.

Die Tage zogen ins Lande und man schmiedete gemeinsam an der Rückeroberung der Gebeine Samanthas, er wusste schon damals das der Orden stets darauf Wert legte die Überreste der seiner Mitglieder nach ihrem Tode in der Festung aufzuheben.
Gewiss würden noch einige Nächte in Anspruch genommen werden um das Vorhaben bis ins kleinste Detail auszuarbeiten.

Varoth war sich im Voraus bereits bewusst das sein Vorhaben für welches der Orden unabdingbar war preislich sehr hoch liegen würde. Doch den Preis wie immer er auch aussah würde Varoth schon bezahlen, um sein neues Ziel welches er sich in den Kopf setzte erreichen zu können. Varoth war einer wie viele es waren, alle strebten sie nach Macht und Reichtum doch er hingegen würde keinen Stein auf dem anderen lassen und an keiner Barriere scheitern.
Varoth's Wille war einfach den vielen Anderen weitaus überlegen und selbst wenn er mit dem Dämon welcher in der Maestra inne hauste einen Tanz durch Flammen wagen müsste so würde er dies tun nur um die Macht zu erlangen seinem Herrn der beste und mächtigste Diener zu sein.

Verfasst: Freitag 2. Januar 2009, 22:03
von Tarja Lycron
Sie überlegte eine ganze Weile lang hin und her, was zu tun war.
Die Aufgaben, die ihr auferlegt wurden überschlugen sich. Halste sie sich langsam nicht ein wenig zu viel auf? Nein. Selbst wenn sie den ganzen Tag nur noch von einem Fleck zum anderen rennen würde, all das würde sie trotzdem schaffen.
Sie dachte eine ganze Weile lang auf ihrer Terasse über ihn nach, die Finger tippten dabei immer wieder an ihre Lippen. Lucan - wusste der Teufel wo er war - würde sie für den heutigen Abend nicht stören. Schließlich war er nicht zuhause. Sie hatte also die halbe Nacht noch Zeit, um sich etwas auszudenken, wie sie ihn auf Mark und Bein prüfen konnte. Welchen Preis würde er für das Streben nach weiterer Macht bezahlen?
Hör doch auf zu zweifeln, du dummes Kind.
Sie schloss die Augen und dachte weiter nach, die Stimmen, die ihrem Unterbewusstsein entsprachen ignorierte sie gekonnt. Vergeude deine Zeit nicht mit Nutzlosem. Sie brummte kurz. Nutzen. Das war wirklich etwas, worüber sie sich im Klaren werden musste. Die Maestra würde den Nutzen, den der Orden von einer etwaigen Verbindung haben konnte, wissen wollen. Und es wäre eine Schande, wären sie beide unvorbereitet. Und Schande über sich ergehen zu lassen war etwas, was Tarja nicht wirklich kannte. Sie erinnerte sich an eine Situation am Orden, die ihr zugesetzt hatte. Wütend war sie damals gewesen, aber die Rache kam recht rasch. Und die Rache war in dieser Sache der Tod. Einen Nutzen, welchen der Orden an ihm haben würde, wusste sie. Er wirkte anders als sie es taten. Sie erinnerte sich noch genau daran, als Lucan in den Mauern der Burg im Kerker lag. Weit vor der Zeit, als sie ihre Macht vereinten. Er hatte sich einen Kampf geleistet mit einem Diener Krathors. Keine netten Gesellen, so dachte Tarja damals zumindest, denn Lucan war wirklich geschwächt. Seinem Körper fehlte fast gänzlich der Überlebenswille und er lag wie leblos und vor sich hinröchelnd in den Kerkern. Kannst du ihm trauen?
'Blöde Frage', murrte sie erneut leise vor sich hin. Sollte sie ihn durch Flammen gehen lassen? Sollte sie sich von ihm bekämpfen lassen um zu sehen, wie weit er gehen würde? Ob er sie solange bekämpfen würde, bis sie den letzten Atemzug über ihre Lippen brachte? Oder sollte sie einfach abwarten, was ihm selbst daran lag?
Die Idee, sich von ihm bekämpfen zu lassen fand sie gar nicht so übel. So konnte auch sie feststellen, welche Kräfte er wann einsetzen würde. Aber dazu musste sie ihm selbst auch vertrauen. Konnte sie das? War sie sich sicher, dass er sie nicht in einem ungeachteten Moment ums Eck bringen würde? Es wäre vielleicht sogar ein leichtes Spiel für ihn, wenn sie das Vertrauen zu sehr in seine Hände legte. Du traust ihm nicht, Tarja. Die Stimme in ihrem Inneren machte sie irgendwann noch wahnsinnig. Schon als kleines Mädchen hörte sie die inneren Stimmen immer wieder. Das Interessante daran war, dass sie nie da waren, wenn man sie wirklich brauchte. Stattdessen mischten sie sich immer dann ein, wenn man sie gar nicht gebrauchen konnte. - Wie mit Männern, Tarja.
Resignierend erhob sie sich und ging in das warme Haus. Der Winter war wirklich etwas, was man sich hätte sparen können. Es war kalt, eisig kalt. Kein Wunder, wenn man sich hier und da eine Erkältung zu zog. Sie holte Luft. 'Also nochmal von vorn...', murmelte sie und ging im Esszimmer auf und ab. Die Dielen knarzten unter ihren Bewegungen und Schritten. Es war ruhig im Haus, der Kater warf die hölzerne Schüssel mit seinem Futter über die Küchenfliesen und nahm schmatzend sein Futter zu sich. Sie hatte einen Weg gefunden, nicht nur einen - mehrere. Diese Mittel und Wege musste sie einsetzen. Es fragte sich nur, wie sie das anstellen sollte. Du bist eine Frau, Tarja. Du HAST Mittel und Wege.
Sie musste schmunzeln. Nein, sie konnte nicht auf dem herkömmlichen Weg an ihr Ziel kommen. Er war mächtig. Mächtige Männer wollten keine Mädchen, die sich so aufführten als würde man sie stundenweise bezahlen. Sie war mächtig. Mächtige Frauen führten sich nicht auf wie eine läufige Hündin, die einfach nur ihre Triebe stillen wollte. Sie fragte sich, ob er seine Vergleiche ziehen würde. Natürlich würde er. Aber er würde scheitern. Sie war so ganz und gar anders als Samantha es je gewesen war. Immerhin war sie, Tarja, am Leben. Ihre Mundwinkel rückten empor und die Fingerspitzen erfühlten die rauhe Steinplatte des Tisches unter sich. Langsam und weggetreten von ihren Gedanken trat sie um den Tisch herum, die Fingerspitzen strichen weiter über die Tischplatte, bis sie letztendlich den Stuhl an ihren Beinen spürte und sich blindlinks auf diesem niederließ. Ein Glas Wein würde bestimmt helfen. Oder sollte es gleich etwas Hochprozentigeres sein? Ihr Blink wanderte zu der schwärzlich eingefärbten Flasche und sie entkorkte sie. Was man nicht alles aus dem Meer zog, wenn man sich ein bisschen mit der Fischerei beschäftigte.
Nachdem sie das dritte Glas geleert hatte seufzte sie erneut. Heute würde sie keine Antwort mehr auf ihre Fragen finden. Und ganz so nüchtern war sie auch nicht mehr. Aber schließlich war morgen doch auch noch ein Tag ...

Verfasst: Samstag 3. Januar 2009, 16:57
von Tarja Lycron
Ein anstrengender Tag war das, was heute für sie zuende ging. Sie hatte sich verausgabt, den ganzen Tag. Hatte den Tod über die Wesen in den Höhlen gebracht, hatte Nachforschungen angestellt und war immer wieder mit dem Schiff hin und her gefahren. Es war für den heutigen Tag einfach zu viel für sie gewesen. Sie brauchte etwas, was ihr Entspannung bringen würde. Meditation? Schon lange war Meditation nichts mehr, womit sie sich gänzlich entspannen konnte. Ein entspannendes Bad im Keller war vielleicht etwas, was ihr gut tun würde. Sie war sich ganz sicher, dass es gut tun würde. Schon so oft hatte es guten Dienst geleistet und auch heute Abend würde ihr das Bad jeden wohligen Erguss bieten, den sie brauchte um klare Gedanken fassen zu können. Alles andere für körperliche Entspannung war gerade nicht möglich, da sie ganz allein in ihrem Haus war. Ziemlich schnell schaffte sie es das Wasser in dem großen Becken zu erhitzen und stieg in die wärmenden Gefilde ihrer Badewanne. Wohltuende Öle umgaben sie und stiegen dampfend empor. Sie schloss die Augen und atmete tief ein, um die Gerüche aufzunehmen. Ein Schmunzeln bildete sich auf ihren Lippen, ehe ein kalter Windhauch sie aus ihren Entspannungen riss. "Du? Hier?" Sie runzelte die Stirn, sie war doch alleine gewesen und die Türe hatte sie auch hinter sich verschlossen. "Was machst du hier?" Sie blickte ihm entgegen ohne auch nur daran zu denken ihren Körper mit irgendetwas zu bedecken.
________________________________________________________

"Schau mir in die Augen.."
Sie spürte die Hand an ihrer Wange, wie sie sich den Weg in ihr Haar bahnte. "Lerne mir zu vertrauen, Tarja.. Ich weiß, dass du das kannst." Sie schloss die Augen und das warme Kribbeln durchzog ihren ganzen Körper. Feuerstürme, die sich in ihr ausbreiteten bei dem, was in ihren Gedanken passierte. Sie öffnete die Augen wieder und blickte in dieses markante, männliche Gesicht mit diesen anziehenden dunklen braunen Augen, welche wiederum ihr Gesicht genauestens abtasteten und fast schon hinter ihre Maskerade blicken wollten. Sollte sie sich dagegen wehren? Sollte sie abwehren, was nun passieren würde? Sollte sie Vernunft walten lassen und all das, was sie sich in Gedanken ausmalte und wovon sie wusste, dass es in den nächsten Minuten eintreten würde, einfach vergessen? Sie atmete tief durch, aber allein ihre Gedanken ließen ihren Atmen erzittern. Die Lider senkte sie augenblicklich wieder hinab und versuchte die Gedanken aus ihrem Kopf zu vertreiben. Sie öffnete ihre Augen und hoffte, dass er sich in Luft aufgelöst hatte. Aber er war da, hier, neben ihr. So nah, dass es ihr selbst fast Angst bereitete. Sie öffnete ihre Lippen und wollte etwas sagen, ehe sich ein Finger auf ihre Lippen legte. "Schhh.." Eine Haarsträhne wurde aus ihrem Gesicht gestrichen und das Gesicht weiter in Augenschein genommen. Sie schwieg. Vielleicht sprachen ihre Augen ja Bände und er war fähig genug, ihre Gedanken von den Augen abzulesen. Sie tauschten tiefe, verlockende Blicke aus und ein Frösteln überkam sie. Kein unangenehmes Frösteln wie man es kannte, wenn einem kalt war. Es war angenehmer denn je und die warmen Spuren der Begierde flossen überall durch ihren Körper. Vertrau mir, düstere Schönheit. Sie spürte, wie ihr Verstand sich wehrte, ihr Körper jedoch sprach eine ganz andere Sprache und gab sich voller Wonne hin. Abermals sah er ihr tief in die Augen, während er mit beiden Händen ihr Haupt festhielt. Sie verschmolz mit seinen Blicken, suchte seinen Körper ab, um dann wieder in seinen Augen zu versinken. Sie stieß ihn von sich um ihn dann recht zügig wieder zu sich zu ziehen. Ein Spiel wie Katz und Maus es betrieben. Auch, wenn sie sich nicht sicher war, wer der Jäger und wer die Beute war gab sie sich weiter den Spielereien hin. Eine Frau hatte ihre Bedürfnisse wie sie auch ein Mann hatte und sie wusste, wenn sie jetzt abbrechen würde, würde dieses Bedürfnis nicht gestillt werden. Sie holte abermals tief Luft und gab sich dem hin, was ihr für diese Nacht vorbestimmt war.
________________________________________________________

Erschöpft öffnete sie ihre Augen. Das Laken klebte förmlich an ihrer schweißnassen Haut und sie sah sich um. Er war weg. Er war weg? Sie zog das Laken an ihrem Körper empor und wickelte sich darin ein, um das Bett dann zu verlassen. Sie suchte den Keller ab, aber er war nirgends zu sehen. Wo war er hin? Einzelne Haarsträhnen vielen ihr ins Gesicht und sie legte die Stirn in Falten. Das konnte alles doch nicht wahr sein. Innerlich verfluchte sie ihn und dann doch wieder nicht. Sie sah sich um. Alles war unberührt und nichts deutete daraufhin, dass überhaupt irgendwer hier gewesen war. Sie verstand für diesen einen Moment die Welt nicht mehr - und sich selbst erst recht nicht. Was bei Alatar war passiert? Sie versuchte ihre Gedanken zu klären, was ihr jedoch nicht wirklich gelang. Sie war verwirrt, sehr verwirrt.

Verfasst: Sonntag 4. Januar 2009, 12:50
von Tarja Lycron
Pläneschmieder

Es war ihr fast schon klar gewesen, dass er ihr gerade nach dieser Nacht die Frage stellen musste, wie sie geschlafen hatte. Wie hätte sie denn schlafen sollen? Sie setzte alles daran zu verhindern, dass er auch nur ansatzweise eine Ahnung von dem hätte bekommen können, worüber sie gerade nachdachte. Immerhin waren nun andere Prioritäten eingetreten. Sie würde ihn noch heute der ersten Prüfung unterziehen und darauf freute sie sich ganz besonders.

Sie fragte ihn ebenso danach, wie er seine Nacht verbracht hatte und bekam ebenso eine Antwort darauf. Nichts, was darauf schließen könnte, dass sie ungewöhnlich gewesen wäre. Wer hätte es auch anders vermutet?
Sie wollte gerade ansetzen etwas zu trinken zu bestellen als dieser unsagbare Schmerz in ihren Kopf vordrang. Kopfschmerzen in einer Intensität, die sie schon lange nicht mehr gespürt hatte. Sie kniff die Augen zusammen und massierte mit zwei Fingern ihre Schläfe. Was los wäre, wollte er wissen. Sie flüsterte ihm leise und gedrungen zu, dass sie Kopfschmerzen hatte. Die weitere Rabendienerin, die dazu kam war recht überrascht oder erstaunt, vielleicht entsetzt, so wirklich konnte man das nicht ausmachen, mit was er sich so rumtrieb. Es war amüsant für Tarja, mal wieder, dass ihre "Herkunft" als merkwürdig angesehen wurde, vielleicht sogar andersartig, seltsam? So oft hatte sie dieses Phänomen schon erlebt. Nachdem Varoth ihr um die Ohren geworfen hatte, dass Krathor keinen Sinn in ihr sah und er ihr so den Hirntumor genommen hatte schlug ihre Stimmung jedoch deutlich um. Sie hoffte einerseits, dass das, was er sagte nur ein blöder Scherz war. Auf der anderen Seite würde sie ihn eigenhändig wie eine Henne rupfen, wenn sie das herausfinden würde. Gerade dabei verstand sie keinen Spaß, denn sie war für etwas anderes geschaffen. Sie war eine derjenigen, die Angst, Chaos und Schrecken über die Welt bringen musste. Und auch bringen würde. Sie hatte ihre Gedanken, bevor er in ihren Kopf eindrang, auf magische Weise versiegelt. Schließlich hatte sie keine Lust, dass er auch nur einen Funken von dem, was in ihren Gedanken umherging, in Erfahrung bringen konnte. Nachdem Varoth und diese Rabendienerin sich weiterhin unterhalten hatten, erst auf mentaler Ebene, dann auf normaler und sie gänzlich ausgeblendet wurde aus den Gesprächen fasste sie den Entschluss, die Nacht sinnvoller zu nutzen als sich damit rumzuschlagen das zu verstehen, was die beiden miteinander ausheckten. Somit waren auch ihre Pläne hinüber ihn für diesen Abend einer Prüfung zu unterziehen. Aber wie hieß es so schön: Wir haben alle Zeit der Welt. Sie für ihren Teil hatte es nicht eilig, der Maestra ein Ergebnis vorzulegen. Sie war nicht diejenige, die am Orden lernen wollte. Sie erhob sich und die Frage danach, ob sie schon gehen wolle bejahte sie mit einem Nicken. Wenigstens war ihm doch noch aufgefallen, dass sie gehen wollte. Innerlich musste sie schmunzeln. Vielleicht würde ihr Plan sogar aufgehen, den sie selbst geschmiedet hatte. Es war an der Zeit, die Weichen des Lebens etwas anders einzustellen. Und so ging sie in die kalte Nacht hinaus mit ihrem neu gewonnenen Leben, wenn man ihm denn Glauben schenken durfte. Er würde von Glück sprechen können, wenn sich ihr Gemüt bis zum nächsten Tage erholt und beruhigt hatte.

Verfasst: Montag 5. Januar 2009, 13:52
von Tarja Lycron
[img]http://img261.imageshack.us/img261/5449/21183967ko2.jpg[/img]

An diesem Abend war sie gerade auf dem Rückweg von Alexa gewesen, um das errungene Gold in ihrem Haus zu bunkern, als sie sich doch noch dazu entschloss, einen kurzen Spaziergang zu tätigen. Es tat vielleicht ganz gut um ihre Gedanken zu sortieren und zu ordnen. Denn gerade das war zur Zeit wirklich von Nöten. Ihr Mann war drauf und daran, die Stadt zu verlassen um seinen Horizont zu erweitern und ansonsten schien es wirklich, als würde auch der Rest, der in ihr von ihrem normalen Leben zurückgeblieben war vollkommen durchdrehen. Seit Tagen hatte sie nicht mehr wirklich gegessen, die ganzen Gedanken die sich durch ihren Kopf schlichen machten sie noch wahnsinniger als sie es eh schon war.

Den fremdartigen Eingriff in das Lied vernahm sie sofort und dies war auch der Punkt, an dem sie aus ihren verwirrten Gedanken gerissen wurde. Ihr Haupt wanderte sukzessiv zur Seite und sie ging den Veränderungen nach, bis sie unter dem Pavilion stand. Was sie dort vorfand verwunderte, entsetzte und besorgte sie auf eine merkwürdige Art und Weise gleichzeitig. Langsam ging sie auf ihn zu, während sie seine zerfetzte Robe und sein lädiertes Gesicht gründlich musterte. Was auch immer er getan hatte, er hatte es vermutlich gerade so überlebt.
Auf die Frage hin wer ihm das angetan hatte bekam sie eine Antwort, mit der sie kaum gerechnet hatte: Er selbst. In seinem Wahn und in seinem blanken Ansturm von Hass, Wut und Zorn gab er sich diesen Gefühlen unkontrolliert vor Bajard hin. Er kämpfte gegen ein Dutzend und wurde in den letzten Zügen des Kampfes von diesem besagten Priester, von dem sie schon einiges gehört hatte und einer dazukommenden Magierin der Akademie niedergestreckt. Und seine Wunden sahen wirklich böse aus. Das Leben seiner Schwester musste er retten, erklärte er ihr. Doch Tarja blieb nichts anderes übrig als ihm zu erklären, dass es manchmal besser war, sein eigenes Leben zu retten, anstatt das Leben für den Leichtsinn anderer aufzuopfern. Abgesehen von all ihren Worten war der Zorn und die Wut über den vorangegangenen Abend wie davongeblasen. Sie bettete ihre Fingerspitzen an seinem Kinn und schob sein Gesicht trotz des anfänglichen Widerstandes in ihre Richtung, damit sie sich die Wunden genauer betrachten konnte. Sie war keine Heilerin, aber sie hatte genügend Erfahrungen mit vielerlei Wunden und auch mit deren Heilung durch die Magie. Langsam huschten ihre Fingerspitzen über die einzelnen Schnitte, wovon er recht unbeeindruckt war und ihr ruhig entgegenblickte, während sie sich weiter unterhielten. "Ich kann mich um deine Wunden kümmern, wenn du es möchtest!" Sie sah ihn weiter an. Ihr wurde gerade selbst bewusst, dass sie sich aus Sorge um ihn oder aus der Wut über den Priester und die Magierin absolut darüber hinweggesehen hatte, ihn weiter höflich und neutral mit 'Sie' anzusprechen. Aber das war ihr jetzt egal. Sie waren an einem Punkt, an dem sie das gerade nicht mehr konnte. Er musste von diesem Ort weggeschafft werden, sie spürte, dass er wirklich starke Schmerzen hatte und unter diesen litt. Und auch, wenn sie größtenteils herzlos war und man nicht gerade sagen konnte, dass sie oft Mitgefühl zeigen konnte, hier tat sie es. Es wäre schade um einen solch mächtigen Menschen gewesen.

"Geht es?" Sie konnte kaum mit ansehen wie er sich selbst so sehr quälte und einen wackeligen Schritt nach dem anderen setzte. Aber er machte ihr deutlich klar, dass er es schaffen würde. Innerlich musste sie schmunzeln. Scheinbar war er, was Schwäche und Schmerz anging, ähnlich wie sie.

Vor der Haustüre zu seinem neuen Zuhause verharrten sie kurz, ehe er die Türe mit einer Geschmeidigkeit aufschloss, die sie überraschte. Im Inneren standen einige Holzarbeiten herum. Verwunderlich, sie wusste gar nicht, dass er auch noch solche Qualitäten hatte. Und als ob er ihre Gedanken hätte lesen können erklärte er ihr, dass er hier nicht alleine wohnen würde, stattdessen mit einer Dame zusammengezogen war, die ihm hier und da zur Hand ging. Natürlich konnte sie sich einen Kommentar darauf kaum verkneifen, ebenso wie ein vielsagendes Grinsen. Und zu ihrer weiteren Verwunderung erklärte er ihr seelenruhig, dass sie sich einzig und allein darum kümmerte, dass sein Keller sauber war, das Essen auf dem Tisch stand und sie ihm eine Hilfe beim Ankleiden war, da der lädierte rechte Arm ihm das doch meist recht schwer machte. Dabei war er ihr doch absolut keinerlei Rechenschaft schuldig.

Nachdem sie im Keller angekommen waren und er sich auf die Bettkante gesetzt hatte besah sie sich erst die Wunden in seinem Gesicht. Sie waren nicht so schlimm, wie sie erst gedacht hatte. Aber vermutlich würde sein Körper ein ganz anders Bild zeigen. Ohne weiteres machte sie sich daran, ihm aus der Rüstung zu helfen. Schließlich hatte sie nicht die ganze Nacht Zeit, um darauf zu warten, dass er sich unter Schmerzen endlich aus dieser geschält hatte. Zumal er selbst so schon genügend Schmerzen hatte. Sein Oberkörper sah schlimmer aus, als sie es erwartet hatte. Er hatte Verbrennungen an der linken Schulterpartie, die sogar auf Hals und Brust übergriffen und recht großflächig waren. Die Stichwunde auf der rechten Brust und die Schnittwunde schräg über seinen Oberkörper machten ihr Sorgen. Da war der blaue Fleck an der rechten Rippe hingegen ein Kinderspiel und vermutlich leicht zu flicken. Der Rücken sah auch nicht besser aus. Einstichwunden, Schusslöcher und haufenweise Striemen und Kratzer. Er musste wirklich tierische Schmerzen aushalten, zumal die meisten Wunden längst wieder aufgeplatzt waren. Sie wusste aber auch, dass das, was nun auf ihn zukommen würde einiges an Kraft kosten konnte und würde. Für sie und für ihn. Sie tastete die Wunden mit ihren Fingern abermals ab. Sie warnte ihn, dass das, was passieren würde kein Kinderspiel war und es ihm höllische Schmerzen bereiten würde. Aber das war ihm wohl längst bewusst gewesen. Sie nickte. Sie sollten keine Zeit verschwenden und so deutete sie ihm an, dass er sich hinlegen sollte. Sie wollte mit den Verletzungen auf seinem Rücken beginnen. Es war immer besser mit den leichteren Dingen anzufangen. "Wenn du es nicht mehr aushältst, warne mich, gib mir ein Zeichen, egal was..." flüsterte sie ihm leise entgegen und wartete auf seine Bestätigung, erst dann fing sie an, in das Lied einzugreifen, wie sie es gewohnt war. Wunden zu heilen und Haut neu bilden lassen war etwas, was volle Konzentration und Kraft kostete. Sie musste seinen Körper studieren, seine Anatomie, auf den Klang hören, der ihn umgab. Erst als sie sich dessen bewusst war begann sie, das Lied zu verändern. Dieser Vorgang ließ seinen Körper erstmals von Schmerzen durchzucken, es war wirklich kein Zuckerschlecken das Lied auf eine solche Art und Weise zu manipulieren und zu nutzen. Sie selbst hatte den Schmerz auch schon gespürt, als Lucan eine viel kleinere Wunde geheilt hatte. Sie versuchte sich mit allem zu beeilen und bündelte die Klänge zu einem größeren Klangkomplex zusammen, den sie mitsamt ihrer eigenen Energie auf die Wunde übertrug. Sie fühlte durch die Berührung, wie die Wunde anfing zu nässen und aufzureissen, um sich dann letztendlich unterhalb der Haut zu erhitzen, als sich die neue Haut über die Wunde bildete. Versichernd sah sie zu ihm, dass er sich den Schmerzen gewahr wurde und er nicht sein Bewusstsein verlor. Als er ihr zunickte und aufforderte weiterzumachen war sie nahezu erleichtert, dass er den Schmerzen standhalten konnte. Es waren viele weitere Eingriffe, die ihm Schmerzen bereiteten, Wunden versiegelten, Haut wachsen ließen und ihr vor allem immer mehr ihrer eigenen Kraft raubten. Die Schnittwunde über seinen Oberkörper nahm sie sich noch vor den Verbrennungen vor, da sie für diesen Vorgang alleine wieder ein wenig anders wirken musste. Die größere Wunde kostete sie vermutlich mitunter die letzte Kraft, die sie selbst hatte. Aber sie wäre nicht sie gewesen, hätte sie nicht weiter gekämpft um das, was sie sich vorgenommen hatte. Sie spürte, wie sein Körper vor Schmerz zuckte und bebte, seine Atmung langsamer wurde und die Schweißperlen seine Stirn wie auch seinen Körper benetzte. Sie strich ihm den Schweiß von der Stirn, ehe sie weitermachte. Er musste gerade wirklich durch die Hölle gehen, aber er konnte sich sicher sein, dass er danach keinerlei Schmerzen mehr haben würde. Der letzte Eingriff lies ihre Umgebung unerträglich erhitzen, da sie all die elementaren Teilchen benötigte, die dafür sorgten, dass seine Haut gekühlt wurde an der Stelle der Verbrennungen. Es fiel sogar ihr selbst schwer zu atmen. Erst, als sie das gewünschte Ziel erreicht hatte und ein weiterer eisiger Schmerz seinen Körper lähmte kühlte auch die Luft wieder ab. Sie hatte es geschafft. Und war am Ende ihrer Kräfte, was sie sich selbst aber noch lange nicht eingestehen wollte.

Als hätte sie nicht schon genügend Kraft aufbringen müssen bemerkte sie recht zügig, dass sie seinen Körper und seinen Willen, den Schmerzen standzuhalten gebrochen hatte. Regungslos lag er auf dem Rücken. Sie fluchte innerlich und beugte sich über ihn, eine Hand huschte zu seiner Wange, mit der anderen tätschelte sie seine Wange mit schnelleren Bewegungen. "Wach auf, verdammt..." Doch er regte sich nicht. "Ich hab nicht die ganze Kraft aufgewendet, damit du mir hier nun unter den Fingern wegstirbst.." Sie holte aus und verpasste ihm eine Ohrfeige. Aber auch diese bewirkte nichts weiter, einzig allein sein Kopf rollte leblos zur anderen Seite. Sie keuchte. "Das hatten wir nicht ausgemacht, mein Lieber!" Sie krempelte die Ärmel ihrer Robe hinauf und begann, seine Rippen abzutasten um den Handballen dann auf diese Stelle zu legen. Sie versuchte alles erdenkliche, um ihn zu reanimieren. Nach ein paar kraftvollen Stößen mit ihrer Hand legte sie ihre Hand an seine Wangen, um den Kopf ein Stück zurück zu neigen. Ihre Lippen fanden den Weg auf seine Lippen, die trotz allem warm und sanft waren. Sie realisierte dieses zwar, aber es war ihr für den Moment egal. Es ging darum, ihm wieder Leben einzuhauchen. Einen kräftigen Atemstoß presste sie in seinen Leib, ehe sie ihre Lippen wieder von seinen löste, einen Lidschlag abwartete und die Lippen wieder auf seinen bettete um einen weiteren Atemstoß in ihn zu pressen. So schnell wie er die Augen öffnete konnte sie nicht einmal reagieren. Sie hatte nicht einmal mehr die Sinne dafür zu reagieren und hing weiterhin an seinen Lippen. Die Hand, die sich auf ihrem Hinterkopf einfand und die Liebkosungen ihrer Lippen daraufhin nahm sie jedoch wahr. Und zur Verwunderung gab sie sich diesen auch hin und erwiderte. Nicht lange, da er sie mit sanftem Druck von sich wegschob, wenige Zentimeter, aber weit genug, dass sich ihre Lippen nicht mehr berührten. Ihr Wille war also gebrochen, es war nur eine Frage der Zeit, bis sie wieder zu der Frau wurde, die sie schon immer gewesen war. Er hauchte ihr leise Worte entgegen, auf die sie ebenso leise antwortete. Seine Fragestellungen waren interessant und amüsant zugleich. Als ob sie als Arkoritherin über so etwas wie ein Gewissen verfügen würde. Ihre Fingerspitzen wanderten sanft und liebkosend über seine Halsschlagader - ein paar Mal, während er seine Hand gänzlich von ihr zurückzog. Lange ließ sie sich darauf jedoch nicht ein und zog auch ihre Hand zurück. Es war an der Zeit für sie zu gehen. Sie setzte sich an den Bettrand und ignorierte das, was ihr Körper ihr andeutete. Dieses innere, erschöpfte und ausgelaugte Zittern. Eine Schwäche, sie wäre niemals bereit dazu gewesen, jenes zuzugeben. Auch dieses schummrige Gefühl vor ihren Augen war ihr egal.

Sie stand auf und begab sich zum Ende des Bettes. Sie wollte ihren Umhang aufheben, hielt sich am Rand des Bettes fest. "Warte.." Auf eine Art und Weise, die sie bis jetzt noch nicht verstanden hatte griff sie ins Lied ein und es materialisierte sich eine Hand, die den Umhang aufhob und ihr um die Schultern legte. Sie selbst jedoch spürte, wie sich der Schmerz und die Hitze in ihrem Körper langsam ausbreitete. Ein Schmerz, wie sie ihn noch nie gespürt hatte. Doch sie wusste warum. Sie hatte zuviel gegeben, es war zuviel gegeben für eine Magierin, wie sie es war. Sie war es nicht gewohnt, soviel Kraft von sich selbst zu geben. Varoth stützte sie, als sie den Blick vollkommen leer und doch flehend, hilfesuchend zu ihm hob. "Wasser.." keuchte sie leise. Wenige Sekunden später sank sie benommen in sich zusammen. Er fing sie, so gut es ging ab und auch sein lebloser Arm erwachte mittels seiner Mächte zum Leben. Wenige Lidschläge später trug er ihren leblosen Körper in das angrenzende Badezimmer und stieg mitsamt all ihrer Kleidungsstücke und der jungen Magierin in seinen Armen in das kühlende Wasser. Dampfend stieg das Wasser empor ob ihres überhitzten Körpers und so dauerte es eine Weile, bis der Geist wieder in ihren Körper zurückkam.
Das Gefühl der Schwäche in ihr war Demütigung genug. Sie blinzelte öfters, um sich ihrer Umgebung wahr zu werden und ihren Geist zu nähren. Sie fühlte die streichelnden Bewegungen seiner Hand auf ihrer Wange und erblickte für kurze Momente auch sein Lächeln. Merkwürdig, dass er selbst ebenso zahm sein konnte wie ein kleines Kätzchen...

Die nassen Kleidungsstücke klebten an ihrem Körper wie eine zweite Haut und zeichnete jede ihrer Rundungen ab, als er sie auf die Liege gelegt hatte. Er suchte nach Handtüchern, die er neben ihr auf die Liege legte. Ohne jegliches Schamgefühl zog er ihr die Stiefel und die Hose aus. Selbst wenn sie sich dagegen hätte wehren wollen wäre es ihr so oder so nicht gelungen und sie ließ das Ganze über sich ergehen. Höflich wie er war trat er dann hinter sie und stützte sie, so dass sie aufrecht sitzen konnte. Danach zog er einen Dolch hervor und zerschnitt ihre Oberteile am Rücken, so dass sie jene abnehmen konnte, ohne das er sie genauer in Augenschein nehmen konnte. Das Handtuch wickelte sie recht rasch um ihren Oberkörper, während er ihr half, den restlichen Körper abzutrocknen. Ihm war es in dem Fall erstmals ganz gleich, dass er selbst ebenso vor Wasser triefte. Nachdem sie sich wieder hingelegt hatte auf der Liege sah sie zu ihm, während er sich selbst entkleidete und mit dem Rücken zu ihr stand. Selbst wenn er sie direkt angesehen hätte wäre sie nicht einmal dazu in der Lage gewesen auf gewisse anderen Dinge zu achten. So fiel jedoch nur sein Hintern und sein Rücken in ihr Augenmerk.

Nachdem auch er sich trockengerubbelt hatte wickelte er das Handtuch um seine Hüften - und er hatte wirklich einen recht ansehnlichen Körper, wenn man darüber hinwegsah, dass sie sich anfänglich gar nicht darauf hatte konzentrieren können - und ging zu ihr, um sie wieder auf seine Arme zu nehmen, obwohl sie sich erst weigerte und alleine gehen wollte. Immerhin hatte er ihr quasi befohlen zu bleiben und sich auszuruhen, um neue Kraft zu schöpfen. Und so legte er sie auf dem Bett ab, hielt ihr die Decke hoch, damit sie darunterkriechen konnte. Das Handtuch warf sie ungeachtet zur Seite, egal ob er für einen Moment einen Einblick auf ihren gänzlich entkleideten Körper haben konnte. Danach zog sie sich die Decke bis zu ihrem Oberkörper empor und beobachtete ihn, wie er zum Schrank ging. Er war wirklich eine ganz besondere Art von Mann. Keinen falschen Schritt wagte er und hatte sämtlichen Anstand, den ein Mann nur haben konnte. Bewundernswert. Vermutlich hätte jeder Andere ihre Situation schamlos ausgenutzt und wäre über sie hergefallen. "Was tust du da?" fragte sie ihn, als er eine weitere Bettgarnitur aus dem Schrank hervorholte. Er wollte nicht hier schlafen, was sie selbst nicht verstand. Das sagte sie ihm auch, ebenso, dass er wegen ihr nicht auf sein Bett verzichten musste. Er nickte daraufhin und begab sich zum Bett, zog die Decke zurück, das Handtuch von seinem Körper und deckte sich ebenso zu. Er drehte sich zu ihr und sah sie an. Auch sie sah ihn an, ruhig, entspannt, gelassen. "Wovor hast du Angst?"

Er antwortete darauf und seine Antworten waren verständlich, beinhalteten aber nur irgendwelche blinden Theorien von dem, was in seinem Kopf vorging. Sie hörte immer nur "wenn". Ob sie denn damit leben könnte. Er könnte es. Das Licht hinter ihm erlosch, auch ihre Kerze flackerte, ehe sich das Zimmer in Dunkelheit hüllte und die Nacht so langsam ihr Ende nahm. Sie würde einiges an Ruhe benötigen und Kraft tanken müssen, bevor sie sich an irgendwelche neuerlichen Pläne machte, um an den Kopf des Priesters zu gelangen.

[img]http://img155.imageshack.us/img155/7826/49160359fh2.jpg[/img]

Verfasst: Mittwoch 7. Januar 2009, 14:23
von Vilbur Knochenbrecher
bitte löschen -_-

Verfasst: Mittwoch 7. Januar 2009, 14:24
von Varoth Lycron
Ruhig drehte er sich noch einmal im Bett herum, hierbei leise vor sich hin schmatzend.
Langsam erlangte er seine Sinne wieder, seine Augen waren noch geschlossen aber er fühlte sich seit langem wieder ausgeruht und entspannt. Ein leises zufriedenes Geräusch ging von ihm aus als er seinen Körper streckte. Er erinnerte sich an die Nacht zurück, lange war es her das er jene Nähe einer Frau spürte. Seine Hand tastete sich suchend voran auf die andere Bettseite und er öffnete langsam die sichtlich erfrischten Augen. Eine ganze Weile verharrten die Augen auf der leeren Seite seines Bettes, noch einmal entsann er sich an die letzten Momente zurück ehe beide einschliefen.

Weshalb war sie gegangen und wann war sie gegangen ?
Hatte sie doch eingesehen einen Fehler begangen zu haben ?
Hatte sie doch ein Gewissen ?
Hatten seine Worte doch Wirkung gezeigt wenn auch im Nachhinein ?

Welcher so penetrant Aufmerksamkeit erregende, neben ihm liegende Zettel würde gewiss Aufschluss über ihr handeln geben.
Er rollte sich auf den Rücken hierbei über die Worte des Zettels hinweg fliegend, ehe er zu schmunzeln begann und dabei den Kopf schüttelte.

Noch etliche Stunden spukte sie förmlich in seinen Gedanken während er in seinem Bad die Sünde von sich wusch. Auch das Anziehen und das Rasieren ging heute nur im Schneckentempo voran.
Irgendwie drohte diese Frau alles zu Stürzen was er sich vorgenommen hatte, zumindest hoffte er innerlich lenke sie ihn davon nur eine gewisse Zeit lang ab ehe er wieder das tun konnte wofür er eigentlich lebte.

Der Tag verging und selbst in den Abendstunden wo er noch einige wichtige Besorgungen machen musste und ihrer Einladung zu einem weiteren Treffen hierdurch versuchte zu entfliehen, änderte nichts daran das er immer und immer wieder an sie denken musste.
Lange war es wahrlich her, dass er so gefühlt hatte, dass eine einzelne Person ihn so von seiner eigentlichen Arbeit abhielt.

War es verkehrt ? Würde jenes was geschehen war Folgen nach sich ziehen welche er ausschließen wollte? Vielleicht, vielleicht aber auch nicht, er müsste es auf sich zukommen lassen und wenn es erforderlich wäre in den sauren Apfel beißen. Dennoch brachte ihn diese Nähe zu jener Frau auch näher an den Orden von welchem er sich Macht erhoffte um seinem eigentlichen Herrn das noch effizienter beschaffen zu können weshalb Varoth noch existierte.

Es war nur eine Frage der Zeit bis sie einwilligen würde das Varoth am Orden hätte vorsprechen dürfen, ihre Begegnung würde sicherlich nicht gegen ihn arbeiten aber er würde sie auch niemals nur weil sie miteinander das Bett teilten sie darauf drängen, dass er vorsprechen dürfte.
Sie würde es mit Sicherheit durchschauen und es vielleicht sogar falsch aus legen, das er sich der fleischigen Wollust hingab nur um an sein Ziel zu kommen.

Früher oder Später würde sie gewiss von ganz alleine auf ihn zu kommen, wie sie es schon einmal unter Beweis gestellt hatte das sie dazu in der Lage war. Man würde sich gewiss die Tage wieder sehen und über das reden was vorgefallen war und seine Bedenken, Wünsche, weitere Planungen voran treiben.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 04:54
von Tarja Lycron
Sie hielt das Buch in ihrer Hand und blätterte eine weitere Seite um. Sie würde noch die ganze Nacht Zeit haben, das Buch zu verschlingen. Ab und an wanderte ihr Blick immer wieder zur Seite zu Varoth, wie er neben ihr lag und keinen Mucks von sich gab. Es hatte ihn wohl einiges an Kraft gekostet, seine Trauer auf diese Art und Weise zu verarbeiten. Hin und wieder kontrollierte sie, ob es auch wirklich nur die körperliche Ertüchtigung war, die ihn in die Erschöpfung gerissen hatte oder ob sie sich auch noch ernsthaft Sorgen um ihn machen musste.

Es war alles irgendwie aus den Fugen geraten. Sie konnte oder wollte seinen Worten keinen Glauben schenken. Sie selbst hatte es noch provoziert, als sie nach der 'Ewigkeit' fragte. Aber was hatte sie sich davon versprochen? Das er zugeben würde sie nur auszunutzen, um zum Orden zu gelangen? Das er ihr ins Gesicht sagen würde, dass er sie danach einfach fallen lassen würde? Es war töricht von ihr zu glauben, dass dies geschehen würde. Umso überraschter war sie über seine Worte. Umso wütender machte es sie, dass er ihr so etwas um die Ohren geworfen hatte. Konnte sie es glauben? "Glaubst du ich spiele dir al dies nur vor um in den Orden zu gelangen?" - Es war naheliegend für sie. Immerhin hatte sie sich auf mehr eingelassen als nur eine Bindung, die sie sonst zu anderen Männern eingegangen wäre. "Was sagt dir dein Herz?" - Ihr Herz. Warum hatte man ihr nicht ihr Herz anstatt ihrer Seele nehmen können beim Eintritt in den Orden? Somit wäre ihr mit Sicherheit einiges erspart geblieben. Sie wusste nicht, was ihr Herz ihr sagte. Sie hörte von irgendwo her innerlich die Stimme rufen, dass sie es glaubte. Das sie das glaubte, was er ihr sagte. Wäre da nicht die andere Stimme gewesen, die ihr etwas ganz anderes zuflüsterte. Er sagte ihr, sie würde ihm nicht mehr aus dem Kopf gehen, sie würde darin herumspuken seit ihrer ersten Begegnung. Er würde ihr Gesicht sehen, wenn er morgens aufwachte, auch wenn sie nicht da war. Er würde ihr Gesicht sehen, wenn er abends schlafen gehen würde, ihre Stimme hören. Sie blickte in verzweifelte Augen. Und doch war ihre Wut über seine Worte so groß, dass sie jene nicht mehr kontrollieren konnte. Hielt er sie für so bescheuert, dass sie ihm all die Worte glauben würde? Das sie sich so leicht beeindrucken lassen würde? Sie war selten so hin und her gerissen gewesen.
Sie erhob sich und fegte alles vom Tisch, was darauf Einhalt gefunden hatte. Die Weingläser, die Kerzen. Es war ihr egal, sie ließ sich nicht zum Narren halten. „Wage es nicht mit mir zu spielen, Varoth“, zischte sie ihm in einem warnenden Tonfall entgegen, während sie sich innerlich fragte, wovor sie selbst Angst hatte. Das er stotternd hervorbrachte, dass es die Wahrheit ist entging ihr fast. Dennoch wurde ihr Blick ein wenig weicher. Spürte sie unterbewusst, dass er es vielleicht doch erst meinte? „Du glaubst mir nicht...“ seufzte er leise.

„Ich schwöre dir bei allem, was mir lieb ist, dass ich dich eigenhändig aufschlitzen werde, sollte ich herausfinden, dass du alles nur gespielt hast!“ Da waren sie wieder, ihre Zweifel, die sie an den Tag legte. Er jedoch wirkte nun absolut verstört. Ihre Reaktion auf sein Geständnis war ihm zuviel geworden und es schien fast, als würde er langsam wahnsinnig werden vor Trauer. Sie spürte, wie sich das Lied zu überschlagen begann und sich Trauer und Wut zugleich in diesem breitmachten. Das Gefühl, welches sie dadurch überkam zog ihr die Magengegend förmlich zusammen und ließ ihren Körper innerlich erschauern. Sie sah den Stuhl, der sich zuvor noch zurück bewegte, durch die Luft fliegen und an der Wand zerspringen. „Varoth...“. Sie hatte die Hoffnung, dass er reagieren würde, wenn sie ruhig auf ihn einsprach. Aber er hörte sie nicht mehr. Er reagierte nicht mehr auf ihre Stimme, stattdessen entlud sich sein Körper einiger schwarzer Blitze, die wild um ihn herum zuckten, die wiederum auch auf die Hauseinrichtung der Rahaler Taverne übersprang. Auch die anderen Stühle flogen nach wenigen Momenten durch den Raum. Er ging an dem Tisch vorbei, welcher daraufhin zu beben anfing, als ob er im darauf folgenden Moment auseinander springen würde. Seine Schritte brannten sich in den Boden der Taverne. „Du... glaubst... mir... nicht...“ seufzte er erneut leise, während sein Körper immer mehr von jenen zuckenden schwarzen Entladungen seiner selbst umzogen wurde. Sie versuchte selbst noch etwas zu sagen, aber ob der Zerstörung, die um sie herum herrschte schaffte sie es nicht, irgend ein Wort über ihre Lippen zu bringen. Sie schwieg und starrte ihn weiter an. Sie musste es doch irgendwie schaffen, an seine Gedanken zu kommen.

„Bleib hier!“ Er reagierte jedoch auch nicht auf ihr Donnern hin. Völlig Taub setzte er seinen Weg schlurfend fort. Sie wollte das nicht tun, aber ihr blieb nichts anderes übrig. Sie ging im nach und griff in das Lied ein, um ihn zu versteinern. Sie hatte keine andere Wahl, ansonsten würde er ihr nicht zuhören. Sie spürte, wie er sich dagegen wehren wollte, dass er seinen Körper nicht mehr bewegen konnte und ein Gefangener seiner selbst war. Langsam umrundete sie ihn und kam vor ihm zum stehen und hob ihren Blick zu ihm, um ihm in die Augen zu sehen. Sie zeigte keinerlei Angst vor den Entladungen um ihn herum. Wenn es so zu Ende gehen sollte, war es ihr ganz gleich. Sie wollte nur, dass er ihre Worte erhörte.

„Ich werde dich gleich wieder befreien, dann kannst du gehen, wenn du willst. Aber vorher hörst du mir zu... selbst wenn du ignorierst, was ich dir sage, in deiner Wut und deiner Trauer, kann ich mir keinerlei Schuld anheften, wenn du halb Rahal auseinander nimmst. Wie soll man das glauben, von dem man dachte, dass es nie eintreffen wird? Wie soll man das glauben, von dem man träumte, dass es so sein wird? Soll man einfach glauben, dass es wahr wird? Du bist ein Idiot, Varoth. Ein furchtbarer Idiot. Sieh auf meine Hände und du wirst sehen, dass ich mich längst entschieden habe.“ Sie hob ihre Hände empor und drehte und wendete sie vor seinem Augenmerk, in der Hoffnung das der letzte Funken Verstand in seinem Kopf darauf reagieren würde. Sie spürte, wie sich das Lied beruhigte und die Entladungen aufhörten. Aber sie wollte ihn nicht gehen lassen. Vorher musste er sie töten. „Und nun geh, Varoth. Hau ab. Lass mich alleine, sofern du bereit bist, mich dafür aus dem Weg zu räumen, denn ich werde dir nicht aus dem Weg gehen.“

Sie sah nur noch, wie er zur Seite fiel. Ihre Augenbraue rückte unweigerlich empor. Damit hatte sie nicht gerechnet. Sie hatte mit allem gerechnet, dass er sie vermutlich einfach zur Seite schob oder sonst etwas mit ihr anstellte. Aber nicht, dass er einfach umkippte. „Das dich das aus den Socken nimmt hätte ich nun nicht gedacht.. und wenn das zur Gewohnheit wird brauch ich eine Heilerin an meiner Seite..“ sie seufzte resignierend während er regungslos auf dem Boden lag und leises Atmen von ihm ausging. Sie kniete sich zu ihm und streichelte über seine Stirn, kurz darauf auch über seine Wange. „Die Frage ist nur, wie ich dich nun nach Hause bekomme...“ flüsterte sie leise und schon griff sie erneut in das Lied ein, um es so zu verändern, dass sie ihren Willen bekam.

Die Taverne selbst sah aus wie das reinste Schlachtfeld. Mittlerweile waren sogar Gardisten angerückt, die den Krach aus der Taverne gehört hatten. Tarja ging hinaus, während Varoth hinter ihr her schwebte. Manchmal war sie wirklich froh, was man mittels Magie so alles machen konnte. Den Gardisten versuchte sie in aller Ruhe zu erklären, was passiert war und das dieses ganze Erlebnis nicht weiter tragisch war. Sollten sie sich darum kümmern, die Taverne wieder in Schuss zu bringen. Zur Not würde sie auch für den Schaden aufkommen. Das alles war ihr nun vollkommen egal. Das Einzige, was für sie nun nur noch zählte war, Varoth sicher nach Hause zu bringen. Und das gelang ihr auch. Sie richtete das Bett und verfrachtete ihn mittels weiterer Magie in das Bett. Selbst die Schuhe zog sie ihm aus, wobei sie die Finger jedoch von seiner Robe ließ. Sie wusste nicht, was passieren würde, wenn sie sich daran machte, sie selbst auszuziehen. Also sollte er in dieser schlafen. Sie rollte ihn in eine bequeme Liegeposition und zog die Decke bis zu seiner Schulter empor. Ihre Robe selbst verflüchtigte sich und sie zog sich ihre Schlafkleidung an. Sie band ihre Haare zusammen und ging mit einem Buch in ihrer Hand wieder zurück ins Schlafzimmer, um sich selbst auf dem Bett nieder zu lassen. Sie kroch unter die Bettdecke und lehnte sich mit dem Rücken an den Rand ihres Bettes. Die ganze Nacht saß sie neben ihm und tat kein Auge zu, beobachtete ihn und war recht erstaunt darüber, dass er sich wirklich kaum bewegte. Die ganze Situation hatte ihn zu sehr mitgenommen. Aber vermutlich war es genau das gewesen, was ihr gezeigt hatte, dass er es wirklich ernst meinte. Ganz im Gegenteil zu ihrer anfänglichen Angst, dass sie nur ein Mittel zum Zweck war, das er genau dann im richtigen Augenblick zu nutzen wusste. Irgendwann legte sie das Buch zur Seite, draußen musste es längst hell geworden sein, als auch sie ihre Augen schloss und einschlief. Sie schuldete ihm was und um ihm hoffentlich seine Bedenken zu nehmen würde sie neben ihm liegen, wenn er die Augen aufmachen würde. Er sollte keine Gedanken daran verschwenden, dass sie schon wieder abgehauen war. Auch, wenn sich die Situation langsam sehr zu spitzte. Aber nur Tarja selbst konnte sich aus dieser Situation letzten Endes befreien. Nur sie ganz allein. Und sie selbst wusste, dass es an der Zeit war, diese Veränderungen willkommen zu heißen.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 06:29
von Varoth Lycron
Ja man könnte sagen Varoth hatte Angst, war es doch die Angst welche er tief in seinem Inneren begraben hatte, um niemals zweifeln zu müssen oder gar ihn zurück weichen lassen zu müssen.
Varoth war kein Mensch mehr welcher seinen Gefühlen einfach so freien Lauf lassen konnte, er hatte über die Jahre gelernt sich mit einem Panzer zu umgeben, wo auch er schon selbst Probleme hatte sich zu öffnen. Seit dem er sie kennen gelernt hatte musste er immer wieder an sie denken, wenn er Morgens aufwachte oder Abends schlafen ging war sie das Letzte was er noch sah.
Auch am Tage machte er sich Gedanken wie es ihr wohl ginge, was sie wohl mache, ob er sie wohl heute wieder sehen würde.

Sie hatte es ihm angetan, bei so vielen Frauen die er kannte empfand Varoth nichts wenn er Zeit mit ihnen verbrachte. Es war ihm nie sonderlich schwer gefallen die Frauen mit seinem Charm zu umspielen, ihnen schöne Augen zu machen oder gar ihre Gefühle und Gedanken zu erahnen. Ja man hätte Varoth als Casanova bezeichnen können der sich das nahm was er wollte und bei den meisten Frauen auch Erfolg hatte. Schon früher bevor er Krathors Segen erhielt war es für ihn eine Leichtigkeit Frauenherzen höher schlagen zu lassen und mit den Menschen in seinem Umfeld zu spielen um seine Vorteile aus ihnen heraus zu schlagen.

Aber diese Frau war anders er konnte nie wirklich sagen ob er richtig lag und sie ihm gerade ein Lächeln schenkte, einen verführerischen Blick zu warf, oder ob sie nur mit ihm spielte.
Sie waren sich näher gekommen und immer wieder hoffte er das sie nicht nur mit ihm spielen würde um ihn danach fallen zu lassen wie etwa ein verschlissenes Kleid was ihren Nutzen erfüllt hatte. Doch immer wieder ging er diesen Akt der Zuneigung mit ihr ein obwohl er sich nicht sicher war ob es nicht doch nur ein Spiel für sie war.

Man lief sich an den seltsamsten Orten über den weg als würden sie sich unausweigerlich wie zwei Magnete gegenseitig anziehen und immer wieder zueinander finden.
Heute war es nicht anders, als der Tiefländer und das Mannsweib von Angurin von der Garde abgeführt wurde sah er sie schon am Ende der Gasse stehen und man traf sich auf halben Wege.
Nur wenige Worte mussten gewechselt werden um zu beschließen das man gemeinsam die Taverne aufsuchen würde.

Varoth hatte schon wieder vergessen das gerade eben noch eine Angurin mit einer Axt auf ihn los ging, aber es war ihm egal es hatte keine Bedeutung mehr für ihn, kostete er doch jeden Moment förmlich aus in denen die beiden zusammen waren. Er fühlte sich gut in ihrer nähe sie gab ihm eine gewisse Geborgenheit welches es nur wenige Menschen vermochten ihm zu geben, doch auch er wusste er würde alles in seiner Macht stehende tun um zu verhindern das ihr auch nur ein Haar gekrümmt werden würde.

Die Stunden vergingen und man unterhielt sich über alles Mögliche egal wie sehr man in den Themen schwankte für Varoth war es egal, sie schaffte es einfach seine Aufmerksamkeit kontinuierlich aufrecht zu erhalten. An den meisten Frauen verlor Varoth schnell das Interesse doch bei ihr spürte er war es anders, egal wie viel er bereits von ihr wusste oder ob sie alte Themen aufrollten über welche schon unzählige Male gesprochen wurden, es war immer wieder etwas neues, immer wieder fand man gemeinsam neue Gedankenansätze die sich stets ergänzten.

Auch ging es wieder um sie Beide, oft sprachen sie darüber und er hielt sich mit seinen Gefühlen zurück so gut er nur konnte um ihr nicht vor den Kopf zu stoßen.
Doch heute war es anders seine Gefühle für diese Frau welche er nicht aussprach hatten sich so ins Unermessliche gestaut das er einfach nicht anders konnte und jenes tat was ein Narr welcher der Liebe verfallen war nur tun konnte.


Sein Herz raste wie schon lange nicht mehr, jeden Moment den er länger damit verbrachte das unausweichliche auszusprechen wurde er nervöser. Er wollte es sagen, und seine Lippen bewegten sich auch doch kam aus ihm nicht ein Ton heraus. Er schluckte seine Ängste hinunter ehe ihm die Worte '' Ich liebe dich'' doch von seinen Lippen entfleuchten.

Noch nie durchzog sein Körper jenes Gefühl so sehr, krallte er sich mit seinen Hand in seinen Oberschenkel während er ihre Reaktion abwartete. Jene Augenblicke die zwischen seinen Worten und ihrer Reaktion verstrichen kamen Varoth wie Jahrhunderte vor. Immer wieder huschten seine Augen an ihr auf und ab um jede noch so kleinste Reaktion wahr nehmen zu können und innerlich hoffte er einfach nur das sie ebenso für ihn empfand.

Für Varoth brach die Welt zusammen als sie ihm nicht glauben wollte, er versuchte sie zu überzeugen doch es half nichts egal was er sagte es half einfach nichts.
Ein Schwarzes Loch tat sich in Varoth Innern auf, sein Herz schmerze so sehr als würde es jeden Moment in Fetzen gerissen werden. Er fühlte sich so weit von ihr entfernt wie er es niemals haben wollte als wäre er in das unendlich tiefe Loch in seinem Inneren selbst gestürzt während sie oben stand und ihm beim Fallen zu sah.

Varoth fühlte wie er innerlich abstarb, wie sich dieses kalte einsame Gefühl von Trauer in ihm breit machte und er nichts dagegen tun konnte. Er war zu weit gegangen, zu sehr hatte er sich jemanden anders geöffnet und zu schwer war dieser Fuß mit dem sie auf seinem Herz herum stampfte.

Varoth Gedanken wurden Taub dieses Gefühl von Trauer und Kummer war zu viel für ihn.
Seine Augen waren gebrochen, in ihnen spiegelten sich all jene Gefühle welchen seinen ganzen Körper durchzog. Varoth wusste nicht mehr was er tat, er verlor den Verstand und alles geschah von ganz alleine er war nicht mehr Herr seiner selbst.

Das Lied überschlug sich förmlich, und stetig griff er wie von Sinnen auf völlig chaotische Art und Weise in das Gebilde ein, ihm war alles egal er riss voller Wut, Trauer such nur von seinen Gefühlen leiten lassend darin herum. Er wusste nicht einmal was er da tat doch versuchte er so jenen Gefühlen zu entrinnen welche ihm so schwer zusetzten.

Stühle flogen durch die Gegend, den ersten Tisch schlug es in der Mitte hindurch.
Aus Varoths ganzem Körper zuckten schwarze Blitzendladungen hervor welche so sie die Einrichtung berührten jenen tiefe Risse zufügten. Seine Fußstapfen hinterließen verbranntes Holz, welches einen beißenden Qualm von sich gab. Immer weiter züngelten diese schwarzen Entladungen von ihm hin fort um alles zu zerstören was sich ihnen in den Weg stellte.
Immer mehr verdeckten sie ihn als würden sie ihn selbst auffressen.
Varoth erreichte die Türe welche zu Beben begann, als würde jemand versuchen jene mit einem Rammbock auf zu sprengen. Im nächsten Moment gab es einen weiteren lauten Knall als die Türen in tausend Teile zersprang und jene aus der Taverne geflogen kamen.

Varoth wollte weiter doch irgendetwas hinderte ihn daran, irgendetwas gebot ihm Einhalt.
Er hörte ihre Stimme doch war sie so weit weg das er sie nicht verstand, es klang alles verzerrt als würde es sich in Zeitlupe abspielen. Da war sie auf einmal vor ihm und ging auf ihn zu, trotz das sie ihn so verletzte konnte und wollte er ihr kein Leid zufügen.
Ihre Stimme wurde klarer und er hob das gesenkte Haupt etwas an, er konnte sie sehen wie sie auf ihn einsprach aber dennoch verstand er sie nicht deutlich.
Alles war verzerrt um ihn herum als würde er drohen jeden Moment in eine andere Dimension abzuweichen so man es beschreiben würde.
Sie zeigte ihm ihre Hände...Er war weg...Der Ring war weg.
Ein kleines Licht tat sich in Varoths Inneren auf, und er konnte ihre Stimme vernehmen.

''Hau ab. Lass mich alleine, sofern du bereit bist, mich dafür aus dem Weg zu räumen, denn ich werde dir nicht aus dem Weg gehen.''

Nein...Nein...Nein... Varoth kam wieder zu sich und lies Ruckartig von Lied ab.
Er wollte sie nicht verletzen er wollte nicht das sie mit ihm zu Grunde ging, das hatte sie nicht verdient egal wie sie für ihn empfand und wie sehr sie ihn damit verletzte..

Varoth wurde schwarz vor Augen und seine Körper wurde wieder Taub das letzte was ihm in diesen Moment durch den Kopf ging waren die Worte.


Liebe kann man nicht erzwingen.

Verfasst: Donnerstag 8. Januar 2009, 22:07
von Tarja Lycron
Die paar Stunden Schlaf, die sie genutzt hatte hatten vermutlich gereicht. Immerhin hatte sie den weiteren Tag ohne einen Patzer überstanden, auch wenn ihr Zeitgefühl jenseits von sonst etwas war. Es war ihr selbst egal gewesen, ob sie nun zwei, vier, sechs oder acht Stunden Schlaf hatte. Es war wichtiger gewesen, dass sie ihn so selten wie nur möglich aus den Augen ließ.

Die Nacht selbst wurde reinste Hölle für sie. Sie machte sich Vorwürfe, dass sie das, was passiert war, selbst hervorgerufen hatte. Auf der anderen Seite, was hatte sie jetzt noch zu verlieren? Schon die Wochen zuvor war immer klarer hervorgegangen, dass die Bindung zwischen Lucan und ihr zwar aufrecht bleiben würde, aber in einem ganz anderen Sinn als das, was sie bisher führten. Vielleicht hatten sie damals beide übereilt gehandelt, als sie den Bund der Ehe eingegangen waren. Kein Fehler, aber etwas, was es nicht unbedingt benötigt hätte. Sie waren wie Seelenverwandte – nur ohne Seele. Hierfür benötigte es keinerlei Bindung und keinerlei zwischenmenschliche Beziehungen mehr. Ihr wurde immer mehr bewusst, dass sich ihre Vergangenheit wirklich erledigt hatte. Sie konnte mit Männern umgehen und lernte sogar, dem einen oder anderen zu vertrauen. Nicht von heute auf morgen und auch nicht blind, diese Eigenschaft hatte sie verlernt. Vielleicht würde ihn das auch verunsichern, dass sie ihm nicht sagen konnte, wie oder was sie empfand. Sie wusste es nicht.

Vielmehr beschäftigte sie sich die ganze Nacht auch damit, was alles noch passieren würde. Sie fühlte innerlich, als wäre sie sein Gegenstück und er ihres. Wurde ihr Verstand getäuscht? Oder war diese Verbindung mehr als nur nützlich, sondern so geladen, dass sie sich wie Magnete gegenseitig anziehen würden? Immer und immer wieder?

Tausend Gedanken, die sich nicht sortieren ließen. Tausend Blicke, die ihn immer wieder berührten und sanft seine erschöpften Gesichtszüge abtasteten. Wahrlich, es war einfach zu viel für diesen Abend gewesen. Viel zu viel. Nicht nur für ihn, sondern auch für sie. Sie hatte die leise Hoffnung, dass sich alles am nächsten Tag klären würde, sobald sie beide wieder wach wurden und so beschloss auch sie, sich ein wenig hinzulegen.

Lange hielt ihre Ruhephase jedoch nicht an.
Vielleicht zwei oder drei Stunden, dann war sie wieder wach und nahm erneut ein Buch zur Hand, um dieses zu lesen. Die Buchstaben verschwammen immer wieder vor ihrem Augenmerk, was dafür sorgte, dass sie etwa doppelt so lang für eine Seite benötigte. Immer wieder drifteten ihre Gedanken in eine ganz andere Richtung, auch ihr Augenmerk huschte immer wieder zu ihm. Konnte sie stolz darauf sein, dass Herz eines Mannes erobert zu haben der selbst eher dafür bekannt war, sich nicht viel aus Frauen zu machen? Konnte sie das überhaupt irgendwie glauben? Und warum sie, wenn es viele anderen gab? Oder war sie eine von vielen?

Er schlug seine Augen auf. Sie war mit Absicht bei ihm geblieben, damit er sah, dass er ihr wichtig war. Das Buch ruhte noch immer auf ihrem Schoß, als sie ihm vorsichtig über die Seite streichelte. „Du... bist... hier...“
Ja, sie war hier. Aber es schien, als wäre er irgendwie verändert. Er war so unterkühlt, so anders. Kaum verwunderlich, sicher dachte er immer noch, dass sie wütend war. „Ich hab mich keinen Meter von dir wegbewegt, seitdem wir hier angekommen sind...“

„Wieso hast du mich nicht da gelassen?“ Seine Stimme klang mitgenommen und traurig. Ja, warum hatte sie ihn mitgenommen. Hätte sie ihn dort liegen lassen sollen oder womöglich noch irgendwo hin schaffen wo ihn womöglich niemand mehr fand? Nein, sie wollte ihn bei sich haben, immerhin machte sie sich Vorwürfe, an alledem überhaupt Schuld zu sein. „Du bist an nichts Schuld... Gefühle kann man nicht erzwingen.“

Erzwingen? Das klang so böse. Aber nun wusste sie wenigstens, dass er keine Ahnung von alle dem mehr hatte, was sie ihm gestern noch sagte. Er musste nichts erzwingen. „Gestern hast du vermutlich nichts mehr mitbekommen... vielleicht unbewusst, weil sich das Lied nach meinen Worten wieder stabilisiert hat und von den chaotischen Eingriffen befreit wurde...“
Er hatte sie gesehen, auch, das sie zu ihm gesprochen hatte, doch verstanden hatte er sie nicht. Daraufhin wurde ihr einiges klar und sie wiederholte ihre Worte. Auch hielt sie ihm ihre Hände entgegen. „Schau doch, ich hab mich doch längst entschieden!“ Sie sah in seinen Augen, dass er jetzt erst realisierte was sie überhaupt gesagt hatte. „Heißt das, du empfindest ebenso für mich?“
„Ansonsten hätte ich dich liegen lassen... wenn du mir egal wärst. Wenn ich nichts für dich empfinden würde.“ Er brachte eine Entschuldigung über seine Lippen bezüglich des Vorabends, aber es war nichts, was er zu entschuldigen hatte. Und immerhin war es so vielleicht ganz gut gewesen, selbst wenn sie noch von all ihren Zweifeln heimgesucht wurde. Aber egal, wie sie ihn ansah oder berührte, er blieb absolut kalt. Sie musste ihn gleich wieder alleine lassen, immerhin musste sie die beiden neuen Damen in Empfang nehmen. Auch, wenn sie ihn gar nicht alleine lassen wollte. Der Kuss zwischen den Beiden wurde erstmals gar nicht von ihm erwidert, ein stechender Schmerz durchzog hierbei ihren Körper bei der Abweisung, bis er letztendlich erwiderte. Langsam rutschte sie vom Bett runter und ging zum Ausgang des Zimmers. Ein letztes Mal drehte sie sich um, wobei ihre Gesichtszüge traurig und nachdenklich wirkten.

„Varoth?“
- „Ja?“
„Lass mich bitte nicht alleine. Ich fürchte, ich bin mittlerweile auf deine Nähe angewiesen.“
- „Nein, ich werde dich niemals alleine lassen, selbst der Tod wird uns nicht trennen können.“

Sie nickte ihm zu und verschwand schweigend durch den Vorhang. Das Gefühlschaos, welches sich gerade in ihr ausbreitete sorgte nicht unbedingt dafür, dass sie für diesen Tag eine angenehme Wegbegleiterin war, was sich spätestens auf der Arkoritherburg zeigte, als der Name „Krathor“ gefallen war.

Verfasst: Sonntag 11. Januar 2009, 02:41
von Tarja Lycron
[img]http://img406.imageshack.us/img406/6113/22180552ht2.jpg[/img]

Als sie nach Hause gekommen war duftete es nach gebratenem Fleisch und anderen Köstlichkeiten. Es war überraschend für sie und sie freute sich gleichermaßen. Wer dachte, dass Arkorither so etwas nicht empfinden konnten täuschte sich. Sie konnten es, nur zeigten sie ihre Freude vermutlich ganz anders. Nachdem sie in die Küche gesehen hatte ging sie in den Keller um sich umzuziehen. Hätte sie da schon gewusst, wie der Abend verlaufen würde, hätte sie sich vermutlich gleich schlafen gelegt.

Die Ablehnung, die ihr durch sein Verhalten zuteil wurde war furchtbar. Seine Worte passten absolut nicht zu dem, was er sagte. Er versuchte krampfhaft freundlich zu sein, aber mit allem, was er tat, machte er das kaputt, was sich aufgebaut hatte. Diese abweisende Art und Weise, wie er mit ihr umging zerstörte sie innerlich. Selbst das Einschenken des Weines sah wie etwas aus, was absolut konstruiert war. Selbst die Komplimente, die er ihr machte hatten keinerlei Sinn oder erfreuten sie.
„Der Wein für die Frau, der Kork für den Mann!“ Dieser verfluchte Kork war ihr gerade sowas von egal. Sie ergriff sein Glas und schüttete es in den Topf ihrer Zimmerpflanze. Sie hatte keine Lust, sich diese Spielchen von ihm anzutun.

Lange, viel zu lange saß sie schweigend neben ihm und aß ihr Essen auf. Hunger – von Hunger war gar keine Rede. Es war zwar köstlich, was er da gekocht hatte, aber sie brachte nichts hinunter bis auf die paar Brocken, die sie gegessen hatte. Sie wunderte sich, dass sie ob seinen Reaktionen nicht an ihrem Zerkauten erstickte. Es war für sie kaum zu glauben, dass er von heute auf morgen so total anders sein konnte – und es machte ihr teilweise sogar Angst. Hatte sie zu viel erwartet, als sie sich auf ihn eingelassen und sich ihren Gefühlen hingegeben hatte? Sie selbst wusste doch, dass Gefühle nicht immer das Wahre waren. Nicht immer sollte man sich dem hingeben, was das Herz sich so ersehnte und sich jämmerlich danach verzehrte. Nicht immer war es von Vorteil, sich der Sehnsucht hinzugeben. Sie schien ihm so nah zu sein und doch so fern. Wenn man seine Worte so betrachtete gäbe es nichts Schöneres, was man einer Frau mit ihren Gefühlen sagen konnte. Wenn man aber auf seine Gestik und seinen Körper achtete wurde all das wieder in Kleinteile zerstört, zertrampelt und weggeworfen.

„Wie schmeckt es dir? Ich hoffe es ist essbar, habe ich doch extra beim Metzger das zarteste Fleisch erworben.“ Sie konnte nicht mehr. Was bezweckte er mit diesem Gespräch, in dem es augenscheinlich nur darum ging auf ihren Gefühlen herumzutrampeln? Was hatte sie ihm angetan, dass er sie so behandelte? Sie leerte das Weinglas. Wein war etwas, was sie immer beruhigt hatte, wenn es ihr wirklich dreckig ging. Diese Gespräche, als wären sie schon fünfzig Jahre verheiratet und hätten sich nichts mehr zu sagen außer den höflichen Floskeln machten sie ganz wahnsinnig und zeitgleich zu Tode betrübt. Nichts desto trotz war sie selbst auch eine sehr gute Schauspielerin.

„Ich freue mich dich bei mir zu haben, jeder Moment welchen ich mit dir zusammen sein kann macht mich glücklich.“
Wieder ein Satz über den sich jede Frau hätte freuen können. Aber aus seinem lieblos monoton und gar gleichgültig klingenden Mundwerk klang es wie, … wie … nichts, was das Herz einer Frau erheitern konnte. Es war der Punkt erreicht, an dem sie selbst nicht mehr konnte. Sie hatte sich nicht mehr unter Kontrolle und lies die Gabel klirrend auf den Teller fallen.
„Stimmt etwas nicht?“ In aller Ruhe schob sie auf seine Worte den Teller etwas zurück, gleichsam ihren Stuhl. Sie erhob sich, sie wollte nicht mehr an diesem Tisch sitzen und dieses Gespräch über sich ergehen lassen. Sie musste raus! Und das schnell. Sie schob sich an den Stühlen vorbei und sah langsam zu ihm. Er sah sie an, als würde er nicht verstehen, was sie da tat. Für ihn schien die Welt in Ordnung zu sein. Sie zweifelte an seinem Verstand. War es normal für ihn, eine Frau so zu behandeln? Langsam legte sie den Umhang um ihre Schultern, um ihren Körper in diesem menekanischen Fetzen von Stoff wenigstens ein bisschen vor der draußen drohenden Kälte zu schützen.
„Was ist denn los? Habe ich etwas Falsches gesagt?“ Sie konnte nicht glauben, dass für ihn alles wunderbar war, während er sie hier so quälte.
„Du musst weder dir noch mir etwas beweisen. Du hättest dir das Ganze hier einfach sparen können, wenn du mich mit dieser Kaltherzigkeit strafen möchtest.“
Auf ihre Aussage hin schien er immer noch nicht zu verstehen, was sie gerade durchmachte. Sie zog ihre Kapuze ins Gesicht und versteckte ihre weißen Haare darunter. „Ich würde dir doch nie weh tun wollen!“
Sie verstand es nicht mehr. Sie wurde innerlich wahnsinnig. Warum tat er es dann? Verzweiflung machte sich in ihr breit und zu allem übel zeigte sie ihm jenes auch noch. Er verstand noch immer nicht und erklärte ihr sogar, dass er doch für sie gekocht habe. Aber was nützte ihr all das Essen, wenn sie vor lauter Wut und Enttäuschung doch nichts runterbrachte? Von ihm war nichts mehr übrig, was ihn gestern noch ausgemacht hatte.

„Aber... Aber... das stimmt doch gar nicht. Ich... Ich... liebe dich doch und würde dir niemals meine kalte Schulter zeigen.“ Enttäuscht schüttelte sie den Kopf und zog die Kapuze ein weiteres Stück in die Stirn, so dass diese fast gänzlich ihre enttäuschten Augen verdeckten. Er flehte sie an, ihn nicht alleine zu lassen, er habe nichts getan. Aber sie konnte für diesen Moment nicht anders. „Ich weiß nicht, was dich fesselt, Varoth, aber es macht dich zu einem Monster!“
„Ich gehöre dir, du bist die Einzige, die es schafft mein Herz zu fesseln.“
So langsam wurde sie wirklich sauer. Die Wut und die Enttäuschung, gemischt mit all ihren anderen Gefühlen war eine explosive Mischung. Sie musste gehen, ansonsten würde dieses Haus noch in Einzelteile zerfetzt werden.
„Bitte geh nicht weg, bleib bei mir. Ich will doch nur das du mich liebst.“
Sie ging langsam zu ihm, auch wenn sie vermied ihm direkt in die Augen zu sehen. Ihre Hand wanderte an seine Wange und ihre Lippen legte sie kurz auf seine Lippen. So kurz, dass ihm keinerlei Zeit blieb um diesen zu erwidern. Das seine Hand versuchte sie zu berühren, aber irgendetwas dagegen ankämpfte blieb ihr verborgen. Sie hatte nicht mehr die Kraft, sich auf ihn zu konzentrieren. Sie legte die Arme kurz um ihn und wandte sich dann ab. Sie drohte unter den Schmerzen, die er ihr zufügte, zusammenzubrechen.
„Du willst, dass ich dich liebe? Das tue ich. Ich liebe dich. Selbst wenn ich es leugnen wollte könnte ich es nicht leugnen.“
Es war untypisch für sie. Auch, dass sie sich wirklich in ihn verliebt hatte, als sie ihn das erste Mal gesehen hatte. Das kannte sie so von sich nicht. Auch diese verspielt verliebte Art, die sie an den Tag legte, wenn sie gemeinsam einsam waren. Wie auch immer es war, sie ging.

„W... Warte!“ Er rannte ihr nach, als sie das Haus verließ. Sie reagierte nicht. Sie hatte keine Lust und keine Kraft mehr, sich von ihm weiter verletzen und demütigen zu lassen. Er holte sie recht schnell ein, da sie den Elan für eine rasante Jagd durch Rahal nicht aufbringen konnte und so legte er seine Arme um sie. Sie spürte die Wärme seines Körpers, die zuvor gänzlich fehlte. Sie versuchte sich zu befreien, hatte aber keinerlei Möglichkeit. Viel zu sehr hielt er sie fest.
„Lass mich los, Varoth!“ flüsterte sie leise und ehe sie sich versah, schickte er ihr tausend Bilder. Sie zuckte unter den Bildern immer wieder zusammen. Es waren tausende an Bildern und Gefühlen, die auf einmal auf sie einprasselten. Sie spürte selbst, wie die Trauer ihn durchzogen hatte, als sie ihn zurückgelassen hatte. Sie spürte alles. Und sie verstand sein Verhalten auf der einen Seite, auf der anderen Seite war sie selbst nun diejenige, die traurig war. Sollte es das gewesen sein? Aber er wollte sie nicht loslassen. Und wieder sagte er ihr, dass er sie lieben würde. Sie begann innerlich mit sich zu kämpfen. „Es ist gut, Varoth. Es ist gut...“, mehr konnte sie ihm im Moment nicht erwidern. Ihre Stimme war leise, zerbrochen, verletzlich, so das man sie kaum verstand.
Dennoch wollte sie weg von ihm. Einfach nur weg. Als sie sich in Bewegung setzen wollte hielt er sie jedoch abermals an den Schultern zurück und zerrte sie zu sich herum. Sie senkte ihr Haupt, wollte ihn nicht ansehen, aber er, natürlich. Er musste ihr die Hand ans Kinn legen und ihr Kinn erheben. Er entschuldigte sich für das, was er ihr angetan hatte. Sein Blick war verzweifelt und unsicher. „Es ist die Wahrheit, ich will dich nicht verlieren und ich werde alles dafür tun, dass jenes nicht geschieht.“ Sie konnte nur noch nicken. Worte fehlten ihr gänzlich. „Lass uns zurück gehen!“ Auch dazu nickte sie. Sie hatte keine Kraft mehr sich ihm zu widersetzen. Und so ging sie mit ihm zurück, auch wenn sie keinerlei Hoffnung mehr hatte, dass sich die Nacht noch zum Guten wenden würde.